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2014/08/06 Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen

 

 So zwischendurch schiebe ich mal wieder ein Rezept hier rein, damit ihr alle wisst: Sie lebt noch!
Ja, sie lebt, aber sie ist sehr beschäftigt, mit beruflichen und privaten Dingen abseits der Bloggerei, sodass Kochen, Backen, Essen (bedauerlicherweise) viel zu kurz kommt.

Dennoch möchte ich euch diesen Kuchen nicht vorenthalten, denn er bietet sich in Zeiten der allseits bekannten und gefürchteten Zucchinischwemme Anfang August besonders an. Ich meine, Zucchini sind gut und lecker und wir alle lieben sie (ich vor allem als Bestandteil eines Ratatouilles oder gefüllt mit Mandeln und Räuchertofu oder als Spaghetti) aber man kann sie halt nicht den ganzen Tag nur davon ernähren.

Also versteckt man das geschmacklich zurückhaltenden Gemüse einfach in einem Schokokuchen, der durch eine besonders saftige Konsistenz überzeugt. Zusammen mit ein paar Walnüssen, die für den richtigen Crunch sorgen, steht so ratzfatz etwas wirklich Köstliches auf dem Tisch. Durch den Gemüseanteil hat man sogar das Gefühl, dass man sich halbwegs gesund ernährt. Tatsächlich ist er im Vergleich zu normalen Schokoladenkuchen weitaus weniger süß, was ich und alle anderen Testesser sehr geschätzt haben. Selbstredend, dass die Zucchini geschmacklich nicht auffällt. 

Noch ein Vorteil: Der Schoko-Zucchini-Kuchen wird vor allem mit Zutaten gemacht, die sowieso im Haus sind (auf die Walnüsse und Schokolade kann im Zweifel verzichtet werden), er ist also besonders praktisch für die eher spontanen BäckerInnen unter euch. 
Das Rezept habe ich von Miris Kitchen, die es erst Dienstag frisch verbloggt hat. So schnell kann's gehen!

Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen
Rezept für 1 Kastenform (30 cm)

Zutaten
240g Mehl
50g Kakao

50 g grob geraspelte, dunkle Schokolade
1 große Hand grob zerbrochene Walnüsse
1 TL Backpulver
½ TL Salz
3 Eier
120g Zucker
120ml Öl (bei mir eine Mischung aus Sonnenblumen- und Kürbiskernöl)
350g geriebene Zucchini


Zubereitung 
Den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl, Kakao, Backpulver und Salz miteinander mischen. Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen, dann die Ölmischung unterrühren. Die geriebenen Zucchini mit einem Drittel der Mehlmischung vermischen. Den Rest des Mehls sowie Schokolade und Nüsse zum Eier-Zucker-Teig geben und unterrühren. Die Zucchini unter den Teig heben und den Teig in eine gefettete Kastenform (bei mir 30 cm) geben. 
50 Minuten backen, vergesst nicht die regelmäßige Stäbchenprobe!
Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und vollständig erkalten lassen. Guten Appetit!

2014/07/15 Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel – aus dem Archiv


Das heutige Rezept gab es schon mal auf diesem Blog – allerdings vor über drei Jahren.
Ich glaube, kaum einer von euch wird es damals wahrgenommen haben. Das Foto war auch gruseligst, aber wir haben ja früher alle mit einer kleinen Digitalkamera angefangen, oder?

Der Kuchen ist mir so lecker und saftig und überhaupt in Erinnerung geblieben, dass ich ihn einfach noch einmal gebacken und fotografiert habe – und ihn euch heute in der optimierten Neuauflage präsentiere.

Schwarzwälder Kirsch gehört mit zu meinen liebsten Geschmackskombinationen: Es geht doch nichts über Kirschen mit Schokolade mit Likör. Wenn ich mal ein Kochbuch (oder auch nur eine eigene Rezeptstrecke) herausgeben würde, es ginge dann wohl um Schwarzwälder Kirsch. Verpackt als Muffins, Brownies, Eiscreme, Milchshake, Kekse, Müsli – eigentlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und just in diesem Moment habe ich entschieden, den Gedanken weiter zu verfolgen. Mal sehen, wohin das noch führt. Neben all den anderen Ideen, die ich immer so habe.

Der Kuchen hier ist die „leichtere“ Variante des Klassikers mit Sahnecreme. Ich mag Torten ja nicht so unfassbar gerne, sondern habe lieber ein Stück handfesten Kuchen auf dem Teller, also habe ich dieses Rezept kreiert, das dem Original in nichts nachsteht. Außerdem zerläuft bei wärmerem Wetter nicht zerläuft und sich leicht transportieren lässt. Zum Beispiel zu den Kollegen ins Büro. Weiterer Pluspunkt: Die Haltbarkeit. Der Kuchen schmeckt auch nach drei oder vier Tagen noch lecker, vielleicht sogar leckerer als am Backtag, weil er bis dahin schön durchzieht und enorm gewinnt.

Also: Habt ihr noch Kirschen, die ihr jetzt zur Saison los werden müsst? Dann huschhusch – und wer keine Schokoladenglasur mag, der kann es auch mit einem Guss aus Puderzucker und Likör probieren, einer nicht minder attraktiven Option. 




Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel
Rezept für 1 runde Springform mit Loch (26 – 28 cm)

Zutaten
500 g frische Kirschen
120 ml  Kirschlikör
250 g Butter oder Margarine
150 g Zucker
3 Eier (M) 
150 g Magerquark
50 ml Milch
375 g Mehl
1 Packung Backpulver
4 EL Kakaopulver

Zubereitung 

Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) oder 160° (Umluft) vorheizen.
Die Kirschen putzen, entkernen und zur Seite stellen.
Butter mit Zucker und Eiern schaumig schlagen. Quark, Milch und Kirschlikör zugeben und glattrühren. Mehl mit Backpulver und Kakaopulver mischen und langsam unter den Teig rühren. Anschließend die Kirschen  unterheben.
Nun den Teig in die gefettete Springform füllen und ca. 45 Minuten backen. 

Anschließend abkühlen lassen und aus der Form stürzen. Ich habe an dieser Stelle noch ein wenig Likör drüber geträufelt, weil ich intensiven Kirschlikör-Geschmack mag – das ist aber kein Muss. 

Als Finish empfehle ich Puderzucker (mindestens), besser aber eine Glasur aus Schokolade oder einen Zuckerguss mit Kirschlikör. 

2014/07/08 Roasted Peach Muffins with Cinnamon Streusel – oder auch: Kokosöl! Kauft mehr Kokosöl!


Pfirsiche sind das einzige Obst, das ich schon seit meiner Kindheit esse. Ich war als kleines Mädchen ziemlich „picky“ – ja, ich weiß, das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen – und Obst kam ü-ber-haupt nicht in Frage, geschweige denn auf den Teller. Bis auf Pfirsiche eben. Die fand ich schon früher toll: So hübsch und orange, mit ihrer samtigen Haut und dem gefälligen, exotisch-süßen Geschmack. Und so stürze ich mich auch noch heute, ein Vierteljahrhundert später, zu Sommerbeginn auf die ersten, flauschigen Exemplare, wobei ich dicke, runde, gelbfleischige Exemplare bevorzuge. Genau solche habe ich auch in diese Muffins verpackt, die sicherlich nicht die schnellsten, aber doch mit die leckersten sind, die ich je gebacken habe. Durch das Rösten bekommen Pfirsichscheiben ein tolles Aroma – vor allem, wenn ihr die Haut der Früchte nicht schält.

Nicht zum ersten Mal habe ich in diesem Rezept die geschmolzene Butter mit Kokosöl ersetzt. Ich hatte nämlich vor einiger Zeit ein Glas Kokosöl von DeliCoco zur Verfügung gestellt bekommen und immer mal wieder eingesetzt – einerseits zur Körperkosmetik (Lippenbalsam, Haarkur), andererseits natürlich in der Küche. Und ich muss sagen: Eine tolle Sache, vor allem beim Backen. Das Kokosöl ergänzt Teig auf eine ganz wunderbare Art und Weise. Keine Sorge: Ihr fabriziert keinen Bountykuchen, aber die subtile Kokosnote lässt andere Aromen erst zur Höchstform auflaufen. 
Mein erster Cherry Pie mit Kokosöl war eine Offenbarung! Und ich bin sicher, dass das Öl auch bei diesen Muffins dafür verantwortlich war, sie so intensiv sommerlich schmecken zu lassen.


Ich werde nun definitiv immer ein Glas Kokosöl zur Hand haben und es partiell einsetzen. Tatsächlich hat es sich total schnell und unkompliziert in meine Alltagsküche integriert, dabei habe ich Jahrelang standardmäßig nur Butter, Oliven- und Sonnenblumenöl benutzt. 

Abgesehen vom Geschmack ist es auch gesundheitlich gar nicht verkehrt: Gutes Kokosöl – wie das von DeliCoco – ist kaltgepresst, unraffiniert, undesodoriert, ungebleicht und ungehärtet. Weil das alles unter 40° C geschieht ist es außerdem für Rohkost geeignet. Auch in herzhaften Gerichten (z. B. Currys) macht es sich super. 
Kokosöl erfordert allerdings etwas Geschick, da es bei Zimmertemperatur weich ist, bei der kleinsten Erwärmung zerläuft aber auch blitzschnell steinhart wird, sobald die Umgebung fröstelt. 
Achtet also zum Beispiel bei diesem Rezept darauf, dass Joghurt und Eier Zimmertemperatur haben, sonst habt ihr eine flockige Masse, die ihr langsam und mühselig in der Mikrowelle wieder erwärmen müsst. Ein Fehler, der mir natürlich nie passieren würde. [ ... ] 

Selbstverständlich könnt ihr euch das Experiment mit Kokosöl sparen und die unkompliziertere Butter verwenden – aber dann entgeht euch natürlich irgendwie die Offenbarung der unterschwelligen Kokosnuss. Hm.

Roasted Peach Muffins with Cinnamon Streusel
Rezept für 12 (oder mehr) Muffins

Zutaten
für die Muffins
450 g Pfirsiche (nicht zu weich), in dickere Stücke geschnitten
360 g Weizenmehl
175 g Zucker
3 TL Backpulver
1 TL Natron
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
325 g Naturjoghurt
70 g Kokosöl, alternativ: Butter
1 Ei (L)

für die Streusel
50 g Butter (hier kein Kokosöl, wie gesagt, es soll subtil sein, nicht mit der Schaufel... )
50 g Mehl
50 g Zucker
30 g grob gehackte Mandeln oder Walnüsse

Zubereitung
Den Ofen auf 200° C vorheizen und die Pfirsiche in einer feuerfesten Form (für Aufläufe o. ä.) ca. 20 Minuten rösten, bis die Haut Blasen wirft.
In der Zwischenzeit Mehl mit Zucker, Backpulver, Natron, Zimt und Salz verrühren. In einer anderen Schüssel Naturjoghurt und Ei (beides auf Zimmertemperatur, gell?) verquirlen und das geschmolzene Kokosöl bzw. die Butter hinzufügen und unterrühren.
Nun trockene und feuchte Zutaten zusammenfügen, bis beide sich so eben miteinander vermischt haben. Die Pfirsichstücke unterheben. Auf die Muffinsformen verteilen.

Nun noch fix alle Zutaten für die Streusel zusammenkneten und auf die Muffins verteilen, ab in den Ofen damit und ca. 25 Minuten lang backen lassen, bis sie schön goldbraun und lecker aussehen.

Inspiration
Healthy. Delicious. 

Anmerkung
Deli.Coco hat mir ein Glas Kokosöl kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine ehrliche Meinung bleibt davon unberührt. Ich find das Öl wirklich super. ;-)

2014/06/30 Vegeree – vegetarisches Kedgeree


Kedgeree ist so ein anglo-indischer Mischmasch, der im Wesentlichen aus geräuchertem Fisch, Eiern, Reis und Butter besteht. Irgendwann kamen noch Curry und andere Gewürze hinzu und schon hatten die Engländer ein neues Nationalgericht. Anfänglich vor allem in „höheren Kreisen“ beim Frühstück beliebt, hat sich das Kedgeree nun eher im Bereich Mittag- und Abendessen angesiedelt – was ich persönlich auch viel sinnvoller finde. Irgendwo bin ich wohl doch typisch deutsch. Ich möchte morgens ein Butterbrot oder ein Müsli, aber sicherlich keine geräucherte Forelle oder dampfend-heißen Reis essen. Auch mit Kater nicht. Aber gut, die Geschmäcker sind eben verschieden.

Als leichtes Mittagessen hat uns die vegetarische Version des Kedgeree, nach Hugh Fearnley-Whittingstall „Vegeree“ genannt, extrem (!) gut geschmeckt. HFW hat hier nach der Devise  „Fisch raus, Auberginen rein“ gearbeitet und letztere ordentlich im Ofen geschmort. Das kann ja prinzipiell nie schief gehen und hat auch hier überzeugt.

Der Reis ist übrigens keine ordinäre Kochbeutelgeschichte für 45 Cent, sondern von fabelhafter Qualität. Er stammt von Reishunger, was – wie ich annehme – vielen von euch schon ein Begriff sein wird.  Auch ich bekam vor einiger Zeit ein Testpaket diverser Reissorten, ohne Ahnung, worauf ich mich da eingelassen hatte: Plötzlich saß ich vor einem Riesenberg Reis und hatte keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Ich mag Reis halt ganz gerne, esse aber immer nur ganz ordinären polierten weißen – immerhin ohne Kochbeutel, yey. –, am liebsten aber den vom Japaner, direkt serviert im Schüsselchen, dazu ein bisschen eingelegte Aubergine und Rettich, und gut is'. Dementsprechend planlos war ich und musste mich vorsichtig an die verschiedenen Sorten und Geschmäcker rantasten. Nach kurzer Zeit stand aber fest: Überzeugt! Nun freue ich mich an den tollen Sorten, die ich je nach Gusto mal hier, mal da einsetze.

Vor allem der lange Wildreis, den ich auch im Vegeree benutze, hat es uns angetan: Wie lange, dunkle Tannennadeln sieht er aus und erinnert geschmacklich an schwarzen Tee – was natürlich super zum englischen Vegeree passt. Und so habe ich den Bogen elegant zurück geschlagen.

Vegeree
Rezept für 2 Personen

Zutaten
2 Zwiebeln
1 Aubergine (300 g)
1 Zucchino (200 g)
1 EL Sonnenblumenöl
1 EL Bio-Currypulver
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
75 g Basmatireis
75 g Wildreis, z. B. von Reishunger 
2 Eier

Zubereitung
Den Ofen auf 190 °C (Ober- / Unterhitze) vorheizen. Die Zwiebeln achteln. Auberginen vierteln, Zucchini halbieren und in jeweils 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Das Gemüse in einem Bräter mischen. Mit Sonnenblumenöl beträufeln, mit Currypulver bestreuen, salzen und pfeffern. Gut vermischen und dann im Ofen ca. 40 Minuten backen, dabei ungefähr 2 Mal umrühren.

Reis kochen. Ich habe dafür mittlerweile dieses günstige Reiskocher-Modell, das seinen Zweck sehr gut erfüllt. Nur den Wildreis koche ich noch ganz normal im Topf.

Die Eier wachsweich kochen (oder wie ihr mögt – bei mir sind sie total hart geworden, wie ihr seht. Dabei sehen weiche Eier so super auf Fotos aus). Schälen und halbieren.
Reis mit Gemüse mischen, abschmecken, mit den halbierten Eiern und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer servieren.

Quelle
Anmerkung
Der Reis wurde mir von Reishunger kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Merci dafür!

2014/06/22 Ein Macaron-Workshop in der Genusswerkstatt Düsseldorf



Janin stammt ursprünglich aus dem Hotelfach und hat lange Zeit im Eventmanagement gearbeitet. Um nach der Arbeit den Kopf frei zu kriegen, war sie weniger im Fitness- oder Yogastudio, sondern stand in der Küche und hat gebacken: Kuchen und Torten, Cupcakes, Cakepops und Macarons. Damit versorgte sie zuerst nur Familie, Freunde, Bekannte,  Kollegen – bis irgendwann die ersten privaten Anfragen und Aufträge eintrudelten. „Janin, kannst du vielleicht für meine/n Geburtstag/Babyshower/Taufe/Hochzeit ... “ – ihr wisst ja, wie das so läuft. 

Irgendwann war die Nachfrage zu groß, um sie neben der regulären Arbeit befriedigen zu können. Was macht man also? Man geht in die Selbstständigkeit. Dabei plante Janin zu Beginn gar kein eigenes Café, sondern eine reine Produktionsstätte. Der Zufall wollte es so, dass in ihrer Nähe ein  italienisches Restaurant schloss, dessen Räumlichkeiten sie doch noch überzeugen konnten. Über ein Crowdfunding-Projekt fand sie genügend Unterstützter für ihr Projekt, dem sie den Namen „Genusswerkstatt Düsseldorf“ gegeben hatte –  und konnte ebendiese im Winter 2013 im schönen Stadtteil Unterbilk (und praktischerweise nur eine Minute von mir entfernt) eröffnen. 


Auf der Karte des Cafés im Shabby-Chic-Look stehen neben Macarons und Cakepops auch Tarte au citron, diverse Kuchen sowie Kaffee- und Teespezialitäten nebst der obligatorischen Schorlen. Wer mag, kann hier auch frühstücken, zu sehr fairen Preisen und mit Zutaten, die u. a. vom Bauernmarkt nebenan kommen. Selbstverständlich fertigt Janins Team Sonderbestellungen für Hochzeiten, Taufen und sonstige Festereignisse an. 

Schon als mein Freund mir kurz nach der Eröffnung die ersten Macarons zur professionellen Sofa-Verköstigung mitbrachte war klar: Das ist Liebe! So perfekt hatten wir sie in Deutschland noch nicht gesehen und gegessen.
Vielleicht dachte er sich deswegen, dass es  besonders sinnvoll ist, wenn ich persönlich in die Großproduktion gehe, damit er keine mehr kaufen muss. Logische Konsequenz: Ich bekam zum Geburtstag einen Gutschein für einen Macaron-Kurs in der Genusswerkstatt geschenkt. 

Am 7. Juni sollte es endlich so weit sein: Mit mir der Herausforderung stellen wollte sich Maren von (Rh)eintopf, meine verehrte und geschätzte Düsseldorfer Eventpartnerin. ;-) Eine Herausforderung wurde es dann vor allem deswegen, weil die Temperatur an diesem Tag rund 62 °C betrug. Zusammen mit sechs anderen Hobbybäckerinnen schleppten wir uns – der schwülen Hitze trotzend – in das Café, um Janin beim erzählten, erklären, mixen, temperieren, befüllen, aufspritzen und dekorieren zuzusehen – und parallel natürlich mitschrieben und peu à peu selbst an die einzelnen Schritte herangeführt wurden. Für mich eine Freude: Ich bin feinmotorisch noch nicht ganz verkümmert und schaffe es, sowohl formschöne Macarons zu fabrizieren als auch die Füllung in der halbwegs angemessenen Portion zwischen beiden Baiserdeckeln zu verteilen. 




Unser einstimmiges Urteil: Was für ein gelungener Workshop! Erstens war die Gruppe wunderbar harmonisch und wir hatten viel Spaß miteinander. Zweitens ist Janin eine sehr natürliche, sympathische und geduldige Lehrerin, die uns die Wartezeiten – die das Backen von Macarons nun einmal mit sich bringt – mit Hugo, Spinatquiche und Tomaten-Mozzarella-Sticks versüßte. Drittens konnte ich das Rezept für die allerbesten Red-Velvet-Cupcakes in ihrer Küche abfotografieren. 

Nach gut dreieinhalb Stunden trug ich eine Ausbeute von acht formschönen Macarons nach Hause, gefüllt mit weißer Ganache, Fleur de Sel und Beerenmarmelade. Ein tolles Gefühl – auch wenn ich sagen muss: Für mich alleine zu Hause wäre mir das zu aufwändig. Ich habe ja außerdem die besten, frischesten und leckersten Macarons direkt vor der Nase, insofern werde ich wohl erstmal nicht selbst Hand anlegen. Aber nur für den Fall, dass es mich doch packen sollte: Die in Deutschland schwer erhältliche Broyage (die Basis für die Baiserschalen), verkauft Janin fertig abgepackt im Laden. Toll!

Janins gelingsichere Macarons
Zutaten
225 g Broyage (1:1 Mischung aus fein gesiebten Mandeln und Puderzucker)
2 x 45 g Eiweiß
115 g Zucker
30 ml Wasser
Lebensmittelfarbe (Pasten oder Pulver, z. B. von Wilton)

Zubereitung
In einer großen Schüssel das Broyage mit 45 g Eiweiss und einer Messerspitze Lebensmittelfarbe bereitstellen.In eine zweite Schüssel das zweite Eiweiß hineingeben. Den Topf mit Zucker und Wasser fühlen und aufkochen lassen – hierbei müsst ihr aber auf die Temperatur achten: Sobald eine Temperatur von 110 °C erreicht ist, das zweite Eiweiß in der Schüssel aufschlagen. Sobald die Zuckermischung 119° erreicht hat, nehmt ihr dies von der Kochplatte und gebt es in einem dünnen Srahl unter ständigem Schlagen in den Eischnee. Am besten habt ihr dabei eine helfende Hand.

Im Anschluss verrührt ihr den Eischnee mit der Mandelmasse. Beide Teile müssen miteinander verbunden sein und eine glatte, glänzende Masse ergeben.Nun kann die Masse in einen Spritzbeutel gegeben und aufgespritzt werden. Stück für Stück, dabei den Spritzbeutel möglichst senkrecht und nah am Backblech halten.
Nun müssen die Macarons für ca. eine Stunde ruhen. (Ihr seht, nix für die schnelle Feierabendküche.) Auf den Macarons muss sich eine ganz dünne, halbtrockene Haus bilden, bei der Berührung darf kein Teig mehr am Finger kleben. Erst dann dürft ihr die Macarons backen! Und zwar bei ca. 125° (kommt auf den Ofen an), Umluft, ca. 12 – 14 Minuten. Füllen könnt ihr sie nachdem sie abgekühlt sind, was weitere 20 Minuten dauert. Macarons sind nicht lange haltbar und schmecken nur am Backtag so richtig gut. Der zweite Tag ist auch noch okay.

Und hier noch ein paar andere Tipps und Tricks, die ich mir während des Workshops notiert habe: 

– Macarons backt man am besten bei trockenem, kühlen Wetter. In feuchter Luft kann die Hülle nicht trocknen.
– Wenn das Eiweiß nicht wirklich steif wird, lieber nochmal neu anfangen.
– Achtet auch darauf, es nicht zu überschlagen, es sollte also nicht flockig werden. Ich wusste bis zu dem Tag übrigens nicht einmal, dass man Eiweiß überschlagen kann...
– Benutzt kein Backblech mit Löchern!
– ... und auch nicht zu viel Lebensmittelfarbe, denn dies wird die Struktur negativ beeinflussen.
– Bilden sich beim Aufspritzen auf das Blech Zipfelchen? Einfach mal kurz das Blech sanft auf den Tisch klopfen und das Thema hat sich erledigt.


Janin stellt alle Füllungen für die Macarons selbst her: 
Hier zum Beispiel Lemon Curd, Beerenmarmelade, Apfel-Rhabarber-Kompott, Karamell.

Ihr wollt auch Macarons, Cakepops oder Cupcakes backen?
Erkundigt euch auf der Homepage oder Facebook-Seite der Genusswerkstatt nach Terminen – wenngleich die Macarons-Kurse jetzt in die Sommerpause gehen (ihr wisst schon, Luftfeuchtigkeit, Hitze etc.). Und wenn ihr euch nur davon überzeugen wollt, dass die Macarons und sogar die Cakepops phänomenal gut schmecken, oder mal mit euren Mamas oder Freundinnen frühstücken gehen wollt: Janin öffnet von Dienstag bis Sonntag von jeweils 10 bis 18 Uhr die Pforten für euch; Frühstück gibt es bis 14 Uhr.

Genusswerkstatt Düsseldorf
Fürstenwall 61 / Eingang Friedenstraße
40219 Düsseldorf




2014/06/17 Dip von Dicken Bohnen, Quark und Schafskäse



Vor einigen Tagen habe ich ein Zitat aufgeschnappt – ich denke, es war eine Französin, die es sagte –, darüber, dass die Deutschen immer die Farbe auf dem Teller vergessen würden.
Ein Gericht müsste schließlich auch optisch ansprechend sein, so in der Art empörte sie sich und nannte „Blumenkohl, Kartoffeln und weiße Sauce“ als Beispiel. Ich nickte innerlich beschämt und schwor mir, in Zukunft mehr Wert darauf zu achten. Wenn Franzosen eine Meinung über Essen äußern, kann man schließlich zu 100% davon ausgehen, dass was dran ist.


Just als ich diesen Dip vor mir sah, erinnerte ich mich an die Aussage und meinen feierlichen Schwur zurück. Knallgrüne Bohnen und  Kräuter, strahlendweißer Quark und Schafskäse – das passt doch wunderbar.

Die Idee zu diesem Rezept hat mir – wie so oft in letzter Zeit – Hugh Fearnley-Whittingstall gegeben, der so etwas ähnliches in Täglich vegetarisch! auftischt. Ich habe allerdings den weichen Ziegenkäse durch eine Mischung aus zerkrümeltem Schafskäse, Joghurt und Quark getauscht. Auch auf Knoblauch hatte ich keine Lust, dafür aber auf meine liebste Kräutermischung aus Minze und Petersilie. Servieren solltet ihr den Dip natürlich auf frischem Baguette, beträufelt mit ordentlich Olivenöl.

Insgesamt eine ziemlich runde Sache! Wenn nur die Bohnen schon gepalt zu haben wären...


Dip von Dicken Bohnen, Quark und Schafskäse
Rezept für 2 Personen als leichtes Abendessen

Zutaten 
1 kg dicke Bohnen in der Hülse (ergaben bei mir nur rund 150 g, und davon habe ich nochmal ordentlich genascht)
100 g Quark (ab 10%)
50 g Joghurt
30 g weicher Schafskäse
ein paar Blättchen Minze
ein paar Blättchen Petersilie
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Bohnen palen und ca. 2 Minuten in Salzwasser kochen. Danach aus der hellgrünen Schale drücken. und abkühlen lassen. Angeblich kann man diese auch mitessen, aber ehrlich gesagt: Ich hab's probiert und fand es ungenießbar. Also lieber auf die Kerne konzentrieren.
Quark mit Joghurt und zerbröckeltem Schafskäse verrühren, Minze und Petersilie hacken und unterrühren. Bohnen hinzufügen, mit einem Spritzer Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Kräutern bestreut servieren.

Abwandlungen: Zum Beispiel mit Knoblauch, mit Dill, mit Schnittlauch oder Basilikum...

Inspiration