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2015/02/19 Red Velvet Cookies mit Schokolade – {ORIGINAL BEANS} / WERBUNG


Dieses Jahr ist ein seltsames Jahr. Das weiß ich schon jetzt, obwohl wir erst Mitte Februar haben und 2015 noch in den Kinderschühchen steckt. 
Ich werde im März 30 Jahre alt, was, so glaube ich, kein Wendepunkt ist. Abgesehen von den üblichen ausgelutschten Kommentaren, die man sich damit einfängt (von denen übrigend jeder zweite die „biologische Uhr“ thematisiert, begleitet von einem (drängenden? motivierenden? fiesen? schadenfreudigen?) Grinsen), ist die 30 meiner Generation nicht mehr die 30 der Generation meiner Eltern. Wo man in dem Alter – plusminus – den Rest seines Lebens nicht erst nur grob auf einem Reißbrett skizziert hatte, sondern bereits ganz real mit Familie im Eigenheim saß. Das finde ich inakzeptabel. Manchmal hasse ich es, dass ich abendelang nägelkauend auf dem Sofa sitze und nicht weiß, wohin ich in den nächsten 40 – 60 Jahren mit mir soll, um nicht irgendwann im Schaukelstuhl zu sitzen um zu sagen: „Hättste doch mal... “.

Bis sich mir das „große Ganze“, an das ich glaube, vollends erschließt, suche ich das Sinnvolle im Kleinen. Und so schlage ich den Bogen zurück zu den vernachlässigten Gewohnheiten. War ich lange Zeit sehr darauf bedacht, was und wieviel ich davon  konsumiere, ist mir diese gute Eigenschaft in den letzten Jahren irgendwie abhanden gekommen. Natürlich überkam mich hier und da ein kleiner Gedankenfunke: „Du solltest ja eigentlich... “, aber nur als Muss, nicht als Überzeugungstäter. Was ist passiert, und wann? 

Und deswegen: Die Kehrtwende, wenn auch im Kleinen. Die Konzentration auf das Hochwertige, nicht das Billige, das Schnelle. Ich kaufe fair – Kaffee und Schokolade. Ihr kennt das Problem mit Kaffee und Schokolade bestimmt schon. Wenn ihr für 39 Cent eine Tafel Schokolade erwerbt, könnt ihr die Hütte des Kakaobauern gleich selbst abfackeln. Sozialleistungen auf Kakaoplantagen? Nee, ist klar. Kinderarbeit hingegen ist ein allgegenwärtiges Thema. Vor einiger Zeit lief die Dokumentation „Schmutzige Schokolade“ im TV (hier auch auf YouTube verfügbar), die die ganze Geschichte ganz gut zusammenfasst und mich nachhaltig beeindruckt hat. Traurig, dass so gut wie alle großen Hersteller mitmischen, egal wie „hochwertig“ die Schokolade ist, oder sagen wir: angepriesen wird. Werbung ist alles, ihr kennt das.
Nun ist es heutzutage gar nicht mehr schwer, an faire Schokolade zu gelangen. Haltet die Augen einfach mal offen. Und fragt: Ob ihr nun 1 Euro oder 2 Euro pro Tafel zahlt – ist es das nicht wert? Im Zuge meiner Überlegungen kam es mir gelegen, dass ich von Original Beans angeschrieben wurde, einer Marke, die mir zuletzt immer mal wieder über den virtuellen Schreibtisch gehuscht ist. 
Original Beans ist nicht umsonst in aller Munde: Biologisch und fairtrade räumt sie zusätzlich in puncto Geschmacks- und Schmelzqualität alles ab. Sie ist fürchterlich lecker, überhaupt nicht fade oder platt, sondern ganz aromatisch und schmilzt so toll. Vergesst Lecithine, Vanillin und sonstige Zusatzstoffe. Im Ost-Kongo wird nachhaltiger Kakao angebaut, der die Bauern fair für ihre Arbeit entlohnt. Für jede Tafel Schokolade wird ein Baum gebaut, der – süße Idee! – mit einem Tracking Code auf der Packung nachverfolgt werden kann.Natürlich zahlt man dafür einen Preis, der über dem einer „normalen“ Fairtrade Schokolade liegt – aber Qualtät und Nachhaltigkeit rechtfertigen diesen meiner Meinung nach.
Ich könnte jetzt noch zeilenlang darüber schreiben, oder euch einfach das folgende, kurze Video ans Herz legen:


Bewusst habe ich die Schokolade nicht nur so in mich hinein gepfiffen, sondern verbacken. Für die liebsten Kolleginnen, die nach Karneval was richtig leckeres verdient hatten. Auch beim Backen lohnt sich qualitativ hochwertige Schokolade ungemein. Versucht mal ein und dasselbe Rezept mit Schokoladen verschiedener Qualitätsstufen. Ihr werdet euch wundern...

Auch ohne rote Farbe sind diese Cookies der Knüller. Innen weich und saftig, außen knusprig. Einfach super, so tolle Kekse habe ich wirklich lange nicht mehr gemacht. Da winken noch ganz viele andere Möglichkeiten...
Das Rezept habe ich übrigens von Sally, die einen wunderschönen Backblog betreibt, der das Herz höher hüpfen lässt.


Red Velvet Cookies mit Schokolade
Rezept für ca. 2 Bleche

Zutaten
200 g Weizenmehl, 405er
20 g Kakaopulver
1 gestrichener Teelöffel Backpulver
1/4 TL Salz
115 g Butter, zimmerwarm
150 g Rohrzucker
50 g Zucker
1 Ei, zimmerwarm
1 EL Milch
Mark von 1 Vanilleschote
Rote Lebensmittelfarbe (ich nehme diese hier, da intensiv und ohne Geschmack)
75 - 100 g Schokolade, ganz grob gehackt oder gewürfelt

Zubereitung
Weizenmehl mit Kakaopulver, Backpulver und Salz in einer Schüssel miteinander vermischen und beiseite stellen. Die Butter in einer separaten Schüssel mit dem Mixer cremig schlagen.
Zucker und Rohrzucker zufügen und ordentlich unterrühren. Dann Ei, Milch und Vanillemark zufügen, ebenfalls unterrühren und zum Schluss die Lebensmittelfarbe hinzugeben. Nun die Mehl-Kakaomischung hinzugeben und auf der untersten Stufe verrühren das Ergebnis ist ein ganz softer Teig, unter den ihr nun nur noch rund 3/4 der Schokoladenstücke heben müsst, bevor ihr ihn unter einer Alu- oder Frischhaltefolie in den Kühlschrank stellt. Mindestens 1 Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Ich habe immer 22 g Teig abgemessen, diese dann zu Bällchen geformt und auf dem Blech platziert. Die Kekse gehen während des Backens leicht auf, werden dann mit der Rückseite einer Löffelmulde auf den Boden gedrückt dadurch entstehen diese hübschen Risse.
Pro Blech solltet ihr ca. 10 Minuten einrechnen, mehr jedoch nicht, sonst wird die Unterseite schwarz (exklusiv für euch getestet). In die noch warmen Kekse könnt ihr dann den Rest der Schokolade stecken.

2015/02/11 Masoor Dhal – Rote-Linsen-Curry



Das erste Gericht, dass die Mädchen der Mädchenküche gemeinsam zubereiten ist Curry.
Puh, Curry, ja, ich bin sehr gespannt, was die anderen so aus dieser kleinen „Vorgabe“ gezaubert haben. Ich persönlich muss bei Curry direkt an Indien denken – was ja Quatsch ist, da Currys in gesamten süd(ost)asiatischen Raum verbreitet sind. Curry mag ich, die indische Küche, wie ich sie kenne, allerdings nicht so sehr. Indisches Essen – wenn man es bei der Größe des Kontinents überhaupt so pauschal über einen Kamm scheren kann – erscheint mir häufig zu schwer und zu sahnig, zu intensiv und zu scharf gewürzt. Was ich mag ist Mango-Lassi, Gurken-Raita, Pakora, Chai, alle Arten von Brot (#highcarbs!), allen voran Naan – und selbstverständlich Dhal.
Dhal sind Gerichte auf Basis von Hülsenfrüchten, die mit Gewürzen zu einer Art Brei gekocht werden. Den kann man dann heiß auf Reis oder Fladenbrot oder beides schaufeln und so ein delikates Mahl genießen. 

Ich mag Rote Linsen als Basis, weil die flott gekocht und zerfallen sind und mit einer guten Curry-Mischung sowie ein wenig Beiwerk unheimlich lecker schmecken. Am besten schmeckt das Linsen-Dhal, wenn es einen Tag gemütlich durchziehen durfte und dann noch einmal erwärmt wird.

Habt ihr Lust auf noch mehr Curry bekommen? Ich kann's verstehen – und empfehle euch deswegen die Rezepte der anderen Mädchen! Kichererbsen spielen in gleich drei der Rezepte eine Hauptrolle: Klassisch geht es bei Franzi zu, Maja pimpt mit Tomaten und Koriander und bei Simone kommen sogar Chinakohl und gebratene Bananen mit daher. Gleich dreierlei Hülsenfrüchte sind in Ramonas Curry gehüpft und bei Samira spielen Linsen und Dinkel, zusammen mit Ananas und Mandeln die Hauptrolle. Unheimlich lecker klingt auch Sibels Curry-Komposition mit Erdnüssen (ja, das sind auch Hülsenfrüchte!), Rosenkohl, Beef-Streifen und Thai-Bandnudeln.




Masoor Dhal 
Rezept für 2 – 3 Portionen

Zutaten
200 g rote Linsen
2 Zwiebeln
2 EL Kokosöl 
1 EL Zucker
1 EL Currypulver
1 TL Currypaste, grün
1 kleines Stück Ingwer, daumengroß
1 Dose Tomaten
Salz
Pfeffer

wer mag, zum garnieren: Kichererbsen, Petersilie, Joghurt, Kreuzkümmel-Öl
wer mag, zum mit-dabei-essen: Knusprigstes Fladenbrot und/oder Duftreis

Zubereitung
Die Linsen nach Packungsanweisung kochen, bis sie zu zerfallen beginnen. In der Zwischenzeit die Zwiebeln fein hacken und in dem Kokosöl in einer Pfanne weich und glasig dünsten. Curry, Currypaste, Ingwer und Zucker zugeben und stetig weiter rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Gewürze duften. Linsen und Tomaten zugeben, alles gut unterheben, Deckel drauf und ca. 10 – 20  Minuten bei geringer Hitze vor sich hin köcheln lassen. Immer mal wieder rühren, bis sich alles zu einer Masse verbunden hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Entweder sofort heiß servieren, oder eben noch ein paar Stündchen durchziehen lassen und im Anschluss erwärmen. Man kann das Dhal aber auch kalt genießen. Dies sei euch überlassen. 
Guten Appetit. कृपया भोजन का आनंद लीजिये.

2015/02/08 Rote-Linsen-Köfte – mit einem Haps sind die im Mund {MÄDCHENKÜCHE}


So, jetzt bin ich dran mit meinem ersten Post für die Mädchenküche. 
Ich laufe zwar Gefahr, mich zu wiederholen, und euch mit Fakten über das MK Projekt zu überschütten, die ihr längst kennt, aber dennoch:

Die Mädchenküche ist eine Ansammlung von... Mädchen. Also neun Frauen, jungen Frauen natürlich, die „mal was zusammen machen“ wollten. Die Idee kam relativ schnell in Schwung, die Umsetzung lief binnen weniger Stunden auf Hochtouren: Nachdem der Gedanke eines morgens ausgesprochen war, gab es mittags bereits eine eigene Facebook-Seite und nun, nach knapp einem Monat, bereits 1300 Fans. Und wie läuft das jetzt ab? Wir Mädchen (und ihr Mädchen) kochen einmal im Quartal zu einem festen Oberthema und teilen dann, eine nach der anderen, eine pro Tag, das Rezept auf Blog und Facebook. Am zehnten Tag dann interpretiert jede von uns ein gemeinsames Gericht auf die ganz eigene Art und Weise. Und ab dem elften Tag seid ihr dann gefragt, denn dann sammeln wir eure Beiträge und Rezepte zum Oberthema. Hört sich ganz gut an, oder? 
Ich freue mich auf jeden Fall sehr, mit von der Partie zu sein.

Unser erstes Oberthema waren Hülsenfrüchte.
Hülsenfrüchte sind einfach genial – mein Favorit seit eh und je sind ja Kichererbsen! – und so variabel. Kannte ich früher nur Erbsen- und Bohnensuppe à la gutbürgerlich von Daheim (was natürlich auch lecker war und ist und immer sein wird), hat sich mein Rezept-Repertoire mittlerweile beträchtlich erweitert. Das hat sich auch im Blog niedergeschlagen: Denkt nur an das köstliche Weiße-Bohnen-Mus, die Pasta mit Linsen-Ragout und Minzsauce oder den Dip von Dicken Bohnen mit Schafskäse!
In den letzten Tagen konntet ihr bei den anderen Mädchen bereits einige Rezeptideen sammeln und euch inspirieren lassen. Bei mir spielt heute die Rote Linse die Hauptrolle. Rote Linsen sind tolle „Einsteigerlinsen“, weil sie ganz fix gar sind und sich sowohl für Suppen als auch für vegetarische Frikadellen oder Aufstriche super eignen.
Mein allerliebstes Rote-Linsen-Rezept sind allerdings diese Köfte, die ich schon seit Jahren immer mal wieder mache: Ob für eine Mezze-Tafel, als Mitbringsel für ein Geburtstagsbuffet, als Salat-Topping, Picknick-Snack oder frühmorgendlich auf dem Brot – die kleinen runden Kügelchen kommen überall gut an. Auch bei Fleischessern, die hier immer – ich wiederhole: immer!, –Hackfleisch vermuten. 


Rote-Linsen-Köfte
Rezept für ca. 40 – 50 Stück

Zutaten
125 g feiner Bulgur oder Couscous
185 g Rote Linsen
500 ml Wasser
2,5 EL Olivenöl 
2 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
1 große Zwiebel, geschält und fein gehackt
1 EL Tomatenmark 
2 EL Biber salçası (konzentrierte Paprikapaste, gibt's beim Türken und lohnt sich ungemein!)
1 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 1/2 TL gemahlener Paprika
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

Zubereitung
Linsen mit Wasser in einen Topf geben, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze so lange kochen, bis sie weich sind und zerfallen. Das dauert ca. 15 Minuten. In der Zeit den Bulgur (Couscous) nach Packungsanweisung zubereiten und anschließend zu den Linsen geben und miteinander verrühren. In der Zwischenzeit das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch hinzu geben und unter häufigem Rühren ca. fünf Minuten weich garen. Tomatenmark, Pfefferpaste, Kreuzkümmel und Paprikapulver hinzugeben und weitere zwei bis drei Minuten unter rühren garen. Dann alles in die Linsenmischung rühren und gut vermengen. Abdecken und abkühlen lassen. Zur Zeit klappt das ganz gut auf der Fensterbank im Freien, ansonsten könnt ihr auch den Kühlschrank zur Hilfe bitten. 
Wenn die Mischung kalt genug ist (nach ein paar Stunden, gerne auch über Nacht), wird sie mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft gewürzt und ordentlich durchgeknetet. Falls sie zu trocken sein sollte, einfach noch ein wenig Wasser oder Öl nachgießen. Aus je ca. 1 EL Mischung ein Bällchen formen und mit dem Stielende eines Holzkochlöffels je eine Mulde hinein drücken. Mit Olivenöl beträufeln und servieren.
Quelle

2015/02/04 Jeannys bezaubernder Zimtschnecken-Kuchen (und ehrliche Komplimente)


Es gibt Blogger, die sind hochgradig ansteckend.
Ihr wisst was ich meine: Diese einen, besondern Blogger, deren Rezepte euch sofort zum Nachbacken animieren. Da habt ihr gerade noch im Schlafanzug auf der Couch herumgelümmelt und euch durch die neuesten Beiträge gescrollt und zack! – steht ihr plötzlich in der Küche und rührt Butter und Zucker schaumig. 
Interessanterweise bin ich in dem Bereich Wiederholungstäter. Es ist nicht zu leugnen: Mit Zucker, Zimt und Liebe kann man mich offensichtlich begeistern. Wenn ich mich zurückerinnere, habe ich allein im letzten Jahr folgende Rezepte von Jeanny (erfolgreich!) relativ bald nach Erscheinen auf dem Blog ausprobiert:
Nun habe ich bisher darauf verzichtet, Rezepte von Jeanny zu rebloggen. Erstens: Meistens zu schnell aufgegessen. Zweitens: Eh schon so schick fotografiert, dagegen kann man selbst nur abstinken. War mir jetzt aber egal, denn der Zimtschnecken-Kuchen ist mit Pauken und Trompeten und dem ganzen anderen Tamtam in mein Standard-Repertoire eingezogen. Der Ehemann nörgelt bereits seit zwei Tagen herum, wann (nicht ob!) ich den denn wieder backe und die gefräßige Bürokompanie hat ebenfalls deutlich Interesse bekundet. 

Nun komme ich also nicht länger drum herum, hier also das Rezept von Jeanny (das man einfach so übernehmen kann), ich knickse und verneige mich vor deiner geschmacklichen Treffsicherheit und freue mich auf weitere inspirierende Posts.

Man sollte viel mehr Komplimente in der Bloggerwelt verteilen. 

Jeannys Zimtschneckenkuchen
Rezept für 1 Kastenform von ca. 30 cm Länge

Zutaten
für den Kuchen 

225 g weiche Butter
200 g Zucker
1 gute Prise Salz
4 Eier, zimmerwarm
325 g Mehl (405)
5 g Backpulver
3 bis 5 EL Milch

für die Zimtfüllung
60 g Zucker
1 EL Zimtpulver

Zubereitung
Eine Standardkastenform (ca. 25 cm lang) mit Backpapier auslegen oder ordentlich einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Backofen auf 175 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Mehl und Backpulver mischen.

Butter, Zucker und Salz mit dem Mixer zu einer cremigen Masse verrühren, anschließend ein Ei nach dem anderen und zum Schluss die Mehl- und Backpulvermischung unterrühren. Zuletzt die Milch dazugeben – da müsst ihr auf euer Gefühl vertrauen, wann es genug ist. Ziel ist, dass der Kuchenteig schön flauschig daherkommt und weder zu fest noch zu flüssig ist. Nun das erste Drittel des Teiges in die Form geben. Eine Schicht Zucker-Zimt-Mischung darüber streuen. Das zweite Drittel des Teiges darüber geben. Und wieder eine Schicht Zucker-Zimt – nun solltet ihr noch ca. 1 EL übrig lassen. Der kommt nämlich ganz zum Schluss auf den Kuchen, nachdem ihr das letzte Drittel Teig in die Form gegeben habt. Nun ab in den Ofen schieben und ca. 60 Minuten backen lassen. Holzspießchenprobe nicht vergessen.
Der Extratipp von meinem Mann: Der Kuchen schmeckt auch am 3. oder 4. Tag noch super, vor allem, wenn man ihn in den Toaster steckt und das Zimtaroma damit noch einmal so richtig herauskitzelt.

Quelle
Mit Zucker, Zimt und Liebe

2015/01/25 Möhrenpaste mit Harissa, Joghurt und Kürbiskernen – Achtung, Knüllerrezept!


Achtung, auch hier kommt ein Rezept von Ottolenghi mit allergrößtem Suchtpotenzial. Zusatzkategorie: Nicht-schön-aber-lecker. Eine kleine, feine Vorspeise, die so lecker ist, dass sie selbst Gemüse-Skeptiker überzeugt. 

Die Paste ist nicht besonders schwierig herzustellen, benötigt in der Herstellung aber ein bisschen Zeit, außerdem sollte sie noch zwei bis drei Stündchen (oder über Nacht) im Kühlschrank ziehen, bevor sie serviert wird. Danach aber – und erst recht, wenn ihr ein paar Tropfen Kreuzkümmelöl mit in den Joghurt gegeben habt – werdet ihr wissen: Das war jeden Aufwand, jede Minute des Wartens wert. Die Kombination aus buttrigen Möhren mit kühlem, saurem Joghurt, knackigen Kürbiskernen und orientalischen Gewürzen ist einfach genial. Und wurde deswegen heute direkt nachproduziert.

Ich glaube Ottolenghi möchte, dass man die Paste als Vorspeise pur aus der Schüssel löffelt. Im Gegensatz dazu haben wir sie zentimeterdick auf frisches Baguette gestrichen und mit diesem auch die letzten Reste von den Tellern gepickt. 

Habt ihr schon eine Mezze-Tafel für 2015 geplant? Wenn nicht, fangt jetzt damit an!
Und nehmt auf jeden Fall die Möhrenpaste mit in eure Ideensammlung auf – ihr werdet es nicht bereuen, sondern höchstwahrscheinlich nur neidvolle, bewundernde Blicke ernten, die irgendwann in Sprache umgewandelt und fragen werden: „Hast du das Rezept für mich?“


Möhrenpaste mit Harissa, Joghurt und Pistazien
Rezept für 4 großzügige Portionen als Vorspeise

Zutaten
1 EL Olivenöl
15 g Butter
1 kg Möhren, geschält und in dicke Scheiben geschnitten
200 ml Gemüsebrühe
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 TL Harissa (oder türkische Paprikapaste)
1 EL Zitronensaft
200 – 300 g griechischer Joghurt
optional: 1 TL Schwarzkümmelöl oder Olivenöl
50 g Kürbiskerne, grob gehackt (im Original übrigens Pistazien)
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Das Olivenöl mit der Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen, die Möhren hineingeben und unter häufigem Rühren anschwitzen, bis sie etwas weicher geworden sind. Brühe angießen und die Möhren bei reduzierter Hitze zugedeckt ca. 25 Minuten vor sich hin köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist und die Möhren „pürierbereit“ weich sind.
Die Möhren nun mit 3/4 TL Salz grob pürieren (wie man etwas grob pürieren soll, ist mir ein Rätsel, ich zerquetsche alles mit einer Gabel – spart Zeit und Mixergeschirr, das man im Nachhinein spülen müsste), ein bisschen abkühlen lassen und anschließend Zitronenschale, Knoblauch, Harissa, Zitronensaft und Pfeffer unterrühren. Joghurt mit Salz und Pfeffer (sowie dem Schwarzkümmelöl) glatt rühren. Auf einem Teller verteilen und mit Möhrenpaste bedecken, die Kürbiskerne darüber streuen, mit Schwarzkümmel- oder Olivenöl beträufeln und servieren.

Quelle

2015/01/16 {feines gemüse reist rum} Ein Tag in Lüttich, Liège oder Luik (Belgien)

Es gab eine Zeit, da waren wir jährlich in Paris – und ehrlich gesagt weiß ich bis jetzt nicht, warum wir das irgendwann haben einschlafen lassen. Diese kleinen Kurztrips waren eine Wohltat für den Körper, vor allem fürs Auge – Jugendstil! –, den Bauch – Käse! –, und auch der Geist – Mhhh, oh la la, vive la France! – freute sich über Abwechslung.
Lange haben wir keinen Spontantrip mehr gemacht. Bis mir kurz vor Weihnachten die Decke so auf den Kopf krachte, dass ich entschloss mal wieder „raus“ zu müssen. Und zwar asap, as soon as possible. Finanziell sah es kurz vor Heiligabend allerdings nicht besonders rosig aus, was die Auswahl signifikant einschränkte. Hin und herüberlegt und zack, da war das Ziel ausgemacht: Lüttich. 


Lüttich bzw. Liège bzw. Luik liegt unweit hinter der deutschen Grenze in Belgien und wirkte auf der Durchfahrt mit dem Thalys gen Paris auf mich immer recht pittoresk. Außerdem mag ich gerne Lütticher Waffeln. In meinem Kopf mache alles Sinn.
Bis mir schließlich – nachdem der Kurztrip verkündet worden war – jeder von der Reise abriet. Klar, Belgien ist landschaftlich wenig reizvoll und wirkt teilweise „verwahrlost“, heruntergekommen, aber mit so vielen negativen Kommentaren hatte ich dann doch nicht gerechnet. Da war die Rede von einem „Moloch“ einem „Ghetto“, einem „Deutschland kurz nach 1945“. Auch der gut gemeinte Tipp „Schnell wieder wegfahren!“ war dabei. Das dämpfte die Vorfreude ein bisschen. Und führte dazu, dass ich überfürsorglich sogar ein Pfefferspray einpackte (... später mehr dazu.)


Ich möchte hier keinen Roman schreiben. Deshalb sei mein Eindruck von Lüttich im Folgenden kurz zusammengefasst: Lüttich ist eine Stadt mit rund 200.000 Einwohnern. Das Stadtzentrum ist schön, gepflegt und durchaus touristisch-erschlossen. Alte Fassaden und Kopfsteinpflaster, romantische Hinterhöfe, verschlungene Wege, süße Cafés und Lädchen – allen voran Fromagerien, Chocolaterien, Patisserien, aber auch Trödel, Bücher und Krimskrams – finden sich in der Nähe des Marktplatzes. In Richtung Kathedrale ist es kommerzieller und weniger individuell.
Verlässt man den Ortskern aber, gerät man fließend in ein anderes Lüttich – ein Lüttich, in dem . verfallene, verlassene Häuser dominieren, Schlaglöcher in und Müll auf den Straßen, am Horizont Plattenbauten und sonstige Bausünden vergangener Jahrzehnte. Ja, die Stadtgeschichte ist schwierig, von dem Niedergang der Schwerindustrie hat sie sich nie erholt, und nun ist es eben so wie es ist: Die wirtschaftliche Schwäche der Stadt und ihres Umfelds, die Arbeitslosenquote von fast 16% wiegen schwer. Das merkt man. Das heißt aber nicht, dass Lüttich ein grauenhafter Ort ist, den man am besten großzügig mit Absperrband umriegelt. Ganz im Gegenteil.



Wir haben zwei wirklich schöne Tage in der Stadt verbracht und ich – vor allem auf kulinarischer Mission unterwegs – bereue den Trip keine Sekunde. Überall sind Fromagerien, Pâtisserien, Chocolaterien, Bäcker, Traiteurs, die Auslagen sind kleinstädtisch, liebevoll und wunderschön. Die (zurecht) berühmten Lütticher Waffeln gibt es an jeder Ecke, schmecken aber nicht überall. Wir durften da direkt eine schlechte Erfahrung machen mit einer Waffel, die leider direkt im Mülleimer entsorgt werden musste. Kalt, kurz aufgewärmt, hart, mit Himbeer-Aroma (ups, so ein Fehlkauf). Dadurch haben meine Geschmacksnerven ernsthaft ein Trauma erlitten.

Ein Traum hingegen die Waffeln von Pollux am Place de la Cathedrale, frisch vor unseren gierigen Augen gebacken, von außen mit heißem, süßen, fast knusprigem Sirup umhüllt. 
Das zweite Highlight: Le Pain Quotidien. Von dem Laden habe ich euch schon in meinen New York Berichten erzählt, da er dort zu meinen bevorzugten Anlaufstellen gehörte. Nun, so hip der Laden auch ist – im Ursprung ist es eine belgische Kette, und eine Filiale ist inmitten der Lütticher Innenstadt gelegen. Tatsächlich ist sowohl das Interieur – angefangen beim Table Commune über die Brotregale bis hin zum Layout der Speisekarten – als auch die Qualität des Essens absolut identisch. Noch heute schwärme ich von meinem Pot au feu und den Tartines, beides gnadenlos frisch und so lecker, dass allein dafür sich der Trip nach Belgien gelohnt hat.


Achso, ihr wollt noch die Geschichte vom Pfefferspray hören?
Als wir spätabends zurück zum Hotel gingen, kam uns auf einem mutterseelenalleingelassenen Platz eine Gestalt entgegen, die mir nicht ganz koscher schien. In meinem Kopf all die Stimmen, all die Kommentare über das unsichere Pflaster Lüttich: Meine Hand umklammerte die kleine Sprayflasche in meiner Tasche. Bis der Herr ein freundliches „Bonsoir!“ brummte, uns zunickte und dann unbekümmert seines Weges ging. Festzuhalten bleibt also: Lasst euch nicht abschrecken. Gebt Lüttich eine Chance. Nur glattgebügelt und blitzeblank ist langweilig, unecht, fad. Lüttich ist laut, lebhaft, lecker und ideal für einen spontanen Tapetenwechsel.


Fahrt hin und kauft Belgische Biere (davon gibt es sooo viele – auch gute!), drückt euch die Nase an den Pâtisserien und Chocolaterien platt, ächzt die 318 Stufen der Montagne de Bueren (in echt noch viel furchteinflößender als auf Fotos) hinauf, gönnt euch ein ausgedehntes Mittagessen im Le Pain Quotidien, besichtigt die Kathedrale, genießt ein heiße Waffeln einpacken und plündert die Supermärkte. Besonders gut hat mir auch der Weihnachtsmarkt gefallen – den ich zuerst boykottieren wollte, schließlich hatten wir fast Silvester – aber die charmanten Stände lockten weniger mit Jesusnippes, sondern mit regionalen Spezialitäten, Waffeln, Pralinen, Schokoladen, Schinken...

Übrigens: Weitere Tipps findet ihr auch bei Chez Matze, definitiv ein besserer Kenner von Lüttich. Seine Empfehlungen haben uns auf dem Trip begleitet und geleitet.