Donnerstag, 22. Februar 2018

Knuspriger Lauchkuchen mit Thymian-Sahneguss | Saisonal schmeckt's besser!

Lauchkuchen-1


Als sich vor einigen Monaten auf Facebook diese „Saisonal schmeckt's besser“-Gruppe formierte, war ich gerne und sofort dabei: Ziel ist es, ein Mal pro Monat ein Gericht auf dem Blog zu präsentieren, das im besten Fall radikal-saisonal ist, mindestens aber ein ausgewähltes Gemüse der Saison klar in den Mittelpunkt stellt. Da diese Art zu kochen seit Jahren mein Ding ist – und irgendwie auch den Sinn dieses Blogs widerspiegelt –, bin ich natürlich gerne mit dabei.
In der Januarrunde musste ich leider aussetzen, weil ich mich gesundheitlich nicht sonderlich wohl fühlte.

Jetzt, im Februar, schlage ich euch aber gerne ein paar Lauchstangen um die Ohren, denn Lauch, ja, den gibt es aktuell in Hülle und Fülle.Ich mag Lauch sehr gerne, und habe das Gefühl, dass er in vielen Gerichten immer nur so ein Nebenbei-Dings ist: Lauch wird zum Beispiel mit in Suppen oder Eintöpfe gekocht, oder spielt leise im Beilagengemüse mit. Always a bridesmaid, never a bride, so in etwa, ihr versteht.Im Gegensatz zu vielen rehabilitierten Gemüsesorten wie Schwarzwurzeln oder Grünkohl ist es dem Lauch bisher nicht gelungen, die Image-Kehrtwende zu vollziehen.
Schlimmer noch: „Du Lauch“ wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Schimpfworte über die Schulhofmauern hinaus. Niemand will ein Lauch – also dumm-blass-kraftlos – sein. Doof. Da gibt's also noch eine Menge anzupacken. Seien wir Vorreiter. Für den Lauch.

Neben Lauch konnten meine Mitstreiter_innen aber auch noch Rote Bete als Gemüse wählen. 
Und hier sind all die großartigen Leckereien, die sich daraus ergeben haben:


Hach, es tut richtig gut, im Februar so viele, frische Gemüseideen zu sehen. Ganz ehrlich, dieser Monat ist für mich und meine frische Küche immer ein Horror. Ich bin froh, wenn der März beginnt und sich die Marktstände so langsam aber sicher wieder füllen.

Ich habe eine klassische Lauch-Tarte mit Thymian-Eierguss hergestellt, die gerade die letzten, kalten Abende verschönert, insbesondere, wenn ihr dazu einen frischen Feldsalat mit leichtem Senf-Dressing serviert.

Knuspriger Lauchkuchen mit Thymian-Sahneguss
Rezept für 1 rechteckige Tarteform (35 cm)

Zutaten 
für den Teig
165 g Mehl
80 g weiche Butter
3/4 Ei
1 kräftige Prise Salz

für den Belag
2 Eier
65 ml Sahne
2 – 3 Stangen Lauch
1 TL getrockneter Thymian
1 kräftige Prise Muskatnuss
65 ml Milch

Zubereitung
Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Alle Zutaten für den Teig in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Dann ab in Frischhaltefolie und für gut 30 Minuten in den Kühlschrank.
Lauchstangen putzen, Strunk und Blätter entfernen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden.

Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und dann in die gebutterte Form drücken. Mit einer Gabel einstechen und schon einmal 10 Minuten im Ofen vorbacken.
Aus dem Ofen nehmen und die Lauchstücke dicht nebeneinander auf den Boden stellen.
Eier, Sahne, Milch und Thymian verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Den Guss über den Lauch gießen und ca. 45 Minuten backen.

Freitag, 16. Februar 2018

Ab ins Beet 2018 | Ich werde Gärtnerin! { + Gewinnspiel}

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Hier – in Düsseldorf-Volmerswerth – wird bald geackert.

{WERBUNG / SPONSORING} Wenn ihr mir schon länger folgt – egal, ob auf diesem Blog oder anderswo – dann wisst ihr: Ich liebe Gemüse aus dem eigenen Garten.
Selbstangebautes Gemüse ist so viel wertvoller und wunderbarer als selbstgekauftes Gemüse. „Et es en Jeföhl“, würde man im nicht weit entfernten Köln sagen. Kann man nicht beschreiben, muss man selbst ertasten und spüren: Dieser Mix aus Erhaben- und Verbundenheit, wenn man knallrote Tomätchen von den Rispen zupft, Kartoffeln liebevoll aus der Erde harkt oder einen riesengroßen Muskatkürbis ächzend vom Acker trägt. Es gibt einige Bilder von mir bei ernterischen Tätigkeiten. Zum Beispiel hier, im Kirschbaum (2015):

Christina erntet Dinge (Symbolfoto)
Die Sache ist die: Nichts davon ist mein Werk. Gar nichts. Ich ernte einfach nur die Früchte, die andere – nämlich meine Eltern – gesät haben. Ich gehe vorbei, wenn Dinge reif sind und grase heuschreckenartig so viel wie möglich ab: Im Frühling schleppe ich kiloweise Rhabarber vom Niederrhein nach Düsseldorf, im Sommer Gurken, Tomaten, Kirschen und Salat –  und allein im letzten Herbst habe ich sagenhafte sieben (!) Muskatkürbisse (à 5 – 8 Kilogramm) bis auf den letzten Fitzel verarbeitet. They call me Heuschrecke.
Und doch: Mich stört, dass das alles nicht wirklich meins ist. Sondern im besten Fall geschenkt, eine großzügige Gabe, für die ich selbst nichts getan habe. Aber ein eigener Garten? Wo soll ich den denn her zaubern? Ich habe einen Balkon, auf dem ich – obschon recht erfolgreich, weil gen Süden gerichtet – jeden Sommer prächtige Tomaten heranziehe, aber das war es dann auch. Der Garten im Hinterhof gehört den Mietparteien im Erdgeschoss. Und ein eigener Schrebergarten in Düsseldorf? Das wäre natürlich eine Möglichkeit – aber a) gibt es da kilometerlange Wartelisten und b) will ich die ganzen Verpflichtungen (von Mitgliederversammlungen über Clubfeste bis hin zum Heckenschneiden) nicht unbedingt auf mich nehmen müssen.

Schon seit 2010 gibt es für Städter mit grünen Ambitionen und Platzmangel eine angenehme Zwischenlösung: Bei Meine Ernte können sie ein Stück Acker mieten (ab 229 Euro /45 m², 439 Euro /90 m²), das ein Landwirt vor Saisonstart mit Gemüse und Blumen professionell bepflanzt und besät.
Die Mieter sind danach aber nicht von Knall auf Fall auf sich allein gestellt: Sie müssen schon ein- bis zweimal pro Woche vorbeischauen, Unkraut jäten und natürlich gießen, aber es gibt immer auch Ansprechpartner vor Ort, die in sogenannten „Gärtnersprechstunden“ mit Rat und Tat zur Seite stehen.  Im Idealfall soll so von Mai bis Oktober frisches Gemüse geerntet werden können. Hört sich gut an? Finde ich auch. Warum habe ich das dann nicht schon eher gemacht? 
Nun, von „Ach, ich trau mich nicht so recht“ über „Ups, weißt du noch, diesen Garten, den wir mieten wollten? Ist ja jetzt schon Juli. Naja, nächstes Jahr“ bis hin zu „Wer soll das machen, wenn wir im September zur Haupterntezeit im Urlaub sind?“, an zahlreichen kreativen Ausreden hat es nicht gemangelt.

Tja, bis Meine Ernte dieses Jahr persönlich bei mir angefragt hat, ob ich mir nicht vorstellen könne, für den Blog ein Gärtchen zu pflegen. Und da wir dieses Jahr in der Hauptsaison Mai bis September nicht im Urlaub sind, habe ich ganz spontan ja gesagt. Und so bin ich voller aufgeregter Vorfreude auf #meinfeinesgemüse2018 und bin total gespannt, was mich so erwarten wird. Dementsprechend wird es hier in den kommenden Monaten (hoffentlich) neben Rezepten auch ausführliche Garteneinblicke geben: Was läuft gut? Was geht gar nicht? Werden mich die 20 Minuten Radweg zum Feld langsam aber sicher nerven?

Aber wir wollen ja positiv an das Ganze rangehen, richtig? Bevor es in den Gärten so richtig losgeht, könnt ihr noch bei meinem kleinen Facebook-Gewinnspiel mitmachen und ein 100% Ernte-Glück-Buch, eine Jätefaust und Bio-Saatgut-Päckchen gewinnen. Hüpft schnell rüber – und dann ab ins Beet!

Meine Ernte Blog Gewinnspiel



Habt ihr vielleicht auch einen kleinen Mietgarten und schon erste Erfahrungen? Oder könntet ihr euch sowas gar nicht vorstellen? 

{TRANSPARENZHINWEIS} Dieser Beitrag und das Gewinnspiel sind in Kooperation mit Meine Ernte entstanden, die mir den Acker 2018 kostenfrei zur Verfügung stellen. Besten Dank dafür.
Sonntag, 28. Januar 2018

Wirsing-Süßkartoffel-Topf mit Feta & Schwarzkümmel | Pimp my Kohl


Wirsing-Süßkartoffel-Eintopf

Bisweilen kann dieses Wetter ja verstimmen. 
Eine graue Wolkenwand reiht – gefühlt seit Wochen – an die nächste. Abwechslung? Nun, wenn man Sturm, Regen, Hagel und ab und an mal Nebel als solche bezeichnen mag, dann ist auch der Januar „kuntergrau“. Mir missfällt der Start 2018 so generell. Nachdem ich die ersten zwei Wochen quasi dauererschöpft war und mich an den Sams- und Sonntagen bleischwer aus dem Bett quälte, habe ich mittlerweile wieder ein Energielevel erreicht, mit dem ich anständig arbeiten kann. Erstmals griff ich zu konzentriertem B12 und Vitamin D, um in Schwung zu kommen. Da ich eine Person bin, die sich lebensstilmäßig sonst gut im Griff hat – ich schlafe genug, esse ziemlich vorbildlich, trinke kaum Alkohol und abends artig Kräutertees –, liegt des Pudels Kern wohl woanders. Und ja, nach diesen Vitaminkuren geht's mir tatsächlich besser, wobei ich Mikro-Supplementierung eigentlich ablehne. Aber niemand mag gerne im Bett liegen und sich unbeweglich fühlen, oder?
Wie geht ihr denn mit der Winterdepression um?

Dass an Bloggen nicht viel zu denken war, liegt wohl auf der Hand.
Auch wenn ich ein Freund von Wintergemüse bin, so langsam dürfen sich die Stände auf dem Bauernmarkt wieder mit anderen Naturgenüssen füllen. Weil ich relativ streng bin, versuche ich trotzdem, nach wie vor nur regionales Obst & Gemüse für die Küche zu kaufen – und gegebenenfalls dann etwas zu „pimpen“, damit es nicht immerzu gleich schmeckt.
Mein Lieblingsgemüse für solche Fälle ist der Wirsing. Wirsing ist ein Kohl, mit dem man eigentlich alles mögliche anstellen kann. Lasagne, Wickel, Curry, Pasta, Eintopf – funktioniert ausnahmslos bestens. Dabei ist er auch noch günstig, dankbar schnell geputzt und geschnitten und hält sich (bei niedrigen Temperaturen) eine Weile auf dem Balkon.

Heute habe ich euch einen simplen Eintopf mitgebracht, den ich mit wenigen Küchenresten zubereitet habe und den wir doch superlecker fanden: Die Süßkartoffel war noch von vor Weihnachten übrig geblieben, der Feta war so oder so offen und Schwarzkümmel ist eines meiner liebsten Experimentier-Gewürze. Alles zusammen ergibt (und das auch noch recht schnell) einen wärmenden, gesunden Eintopf für die schnelle Feierabend-Küche.

Wirsing-Süßkartoffel-Topf mit Feta & Schwarzkümmel
Rezept für 2 Portionen

Zutaten 
2 EL Butterschmalz
400 g Wirsing, geputzt und geschnitten
200 g Süßkartoffel, geputzt und gewürfelt
500 ml Wasser
Salz
1 TL Zucker
Schwarzkümmel
Feta nach Lust und Laune

Zubereitung
Das Butterschmalz in einem tiefen Topf erhitzen. Wirsing zugeben und ca. drei Minuten mit einem Kochlöffel rühren – der Kohl sollte keine gebräunten Stellen bekommen. Dann die Süßkartoffeln zugeben und mit ca. 500 ml Wasser aufgießen. Deckel drauf und ca. 10 Minuten bei wenig Hitze köcheln lassen. Danach den Eintopf mit Salz, Zucker und Schwarzkümmel abschmecken und sofort mit Feta bestreut servieren.