Freitag, 16. Februar 2018

Ab ins Beet 2018 | Ich werde Gärtnerin! { + Gewinnspiel}

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Hier – in Düsseldorf-Volmerswerth – wird bald geackert.

{WERBUNG / SPONSORING} Wenn ihr mir schon länger folgt – egal, ob auf diesem Blog oder anderswo – dann wisst ihr: Ich liebe Gemüse aus dem eigenen Garten.
Selbstangebautes Gemüse ist so viel wertvoller und wunderbarer als selbstgekauftes Gemüse. „Et es en Jeföhl“, würde man im nicht weit entfernten Köln sagen. Kann man nicht beschreiben, muss man selbst ertasten und spüren: Dieser Mix aus Erhaben- und Verbundenheit, wenn man knallrote Tomätchen von den Rispen zupft, Kartoffeln liebevoll aus der Erde harkt oder einen riesengroßen Muskatkürbis ächzend vom Acker trägt. Es gibt einige Bilder von mir bei ernterischen Tätigkeiten. Zum Beispiel hier, im Kirschbaum (2015):

Christina erntet Dinge (Symbolfoto)
Die Sache ist die: Nichts davon ist mein Werk. Gar nichts. Ich ernte einfach nur die Früchte, die andere – nämlich meine Eltern – gesät haben. Ich gehe vorbei, wenn Dinge reif sind und grase heuschreckenartig so viel wie möglich ab: Im Frühling schleppe ich kiloweise Rhabarber vom Niederrhein nach Düsseldorf, im Sommer Gurken, Tomaten, Kirschen und Salat –  und allein im letzten Herbst habe ich sagenhafte sieben (!) Muskatkürbisse (à 5 – 8 Kilogramm) bis auf den letzten Fitzel verarbeitet. They call me Heuschrecke.
Und doch: Mich stört, dass das alles nicht wirklich meins ist. Sondern im besten Fall geschenkt, eine großzügige Gabe, für die ich selbst nichts getan habe. Aber ein eigener Garten? Wo soll ich den denn her zaubern? Ich habe einen Balkon, auf dem ich – obschon recht erfolgreich, weil gen Süden gerichtet – jeden Sommer prächtige Tomaten heranziehe, aber das war es dann auch. Der Garten im Hinterhof gehört den Mietparteien im Erdgeschoss. Und ein eigener Schrebergarten in Düsseldorf? Das wäre natürlich eine Möglichkeit – aber a) gibt es da kilometerlange Wartelisten und b) will ich die ganzen Verpflichtungen (von Mitgliederversammlungen über Clubfeste bis hin zum Heckenschneiden) nicht unbedingt auf mich nehmen müssen.

Schon seit 2010 gibt es für Städter mit grünen Ambitionen und Platzmangel eine angenehme Zwischenlösung: Bei Meine Ernte können sie ein Stück Acker mieten (ab 229 Euro /45 m², 439 Euro /90 m²), das ein Landwirt vor Saisonstart mit Gemüse und Blumen professionell bepflanzt und besät.
Die Mieter sind danach aber nicht von Knall auf Fall auf sich allein gestellt: Sie müssen schon ein- bis zweimal pro Woche vorbeischauen, Unkraut jäten und natürlich gießen, aber es gibt immer auch Ansprechpartner vor Ort, die in sogenannten „Gärtnersprechstunden“ mit Rat und Tat zur Seite stehen.  Im Idealfall soll so von Mai bis Oktober frisches Gemüse geerntet werden können. Hört sich gut an? Finde ich auch. Warum habe ich das dann nicht schon eher gemacht? 
Nun, von „Ach, ich trau mich nicht so recht“ über „Ups, weißt du noch, diesen Garten, den wir mieten wollten? Ist ja jetzt schon Juli. Naja, nächstes Jahr“ bis hin zu „Wer soll das machen, wenn wir im September zur Haupterntezeit im Urlaub sind?“, an zahlreichen kreativen Ausreden hat es nicht gemangelt.

Tja, bis Meine Ernte dieses Jahr persönlich bei mir angefragt hat, ob ich mir nicht vorstellen könne, für den Blog ein Gärtchen zu pflegen. Und da wir dieses Jahr in der Hauptsaison Mai bis September nicht im Urlaub sind, habe ich ganz spontan ja gesagt. Und so bin ich voller aufgeregter Vorfreude auf #meinfeinesgemüse2018 und bin total gespannt, was mich so erwarten wird. Dementsprechend wird es hier in den kommenden Monaten (hoffentlich) neben Rezepten auch ausführliche Garteneinblicke geben: Was läuft gut? Was geht gar nicht? Werden mich die 20 Minuten Radweg zum Feld langsam aber sicher nerven?

Aber wir wollen ja positiv an das Ganze rangehen, richtig? Bevor es in den Gärten so richtig losgeht, könnt ihr noch bei meinem kleinen Facebook-Gewinnspiel mitmachen und ein 100% Ernte-Glück-Buch, eine Jätefaust und Bio-Saatgut-Päckchen gewinnen. Hüpft schnell rüber – und dann ab ins Beet!

Meine Ernte Blog Gewinnspiel



Habt ihr vielleicht auch einen kleinen Mietgarten und schon erste Erfahrungen? Oder könntet ihr euch sowas gar nicht vorstellen? 

{TRANSPARENZHINWEIS} Dieser Beitrag und das Gewinnspiel sind in Kooperation mit Meine Ernte entstanden, die mir den Acker 2018 kostenfrei zur Verfügung stellen. Besten Dank dafür.
Sonntag, 28. Januar 2018

Wirsing-Süßkartoffel-Topf mit Feta & Schwarzkümmel | Pimp my Kohl


Wirsing-Süßkartoffel-Eintopf

Bisweilen kann dieses Wetter ja verstimmen. 
Eine graue Wolkenwand reiht – gefühlt seit Wochen – an die nächste. Abwechslung? Nun, wenn man Sturm, Regen, Hagel und ab und an mal Nebel als solche bezeichnen mag, dann ist auch der Januar „kuntergrau“. Mir missfällt der Start 2018 so generell. Nachdem ich die ersten zwei Wochen quasi dauererschöpft war und mich an den Sams- und Sonntagen bleischwer aus dem Bett quälte, habe ich mittlerweile wieder ein Energielevel erreicht, mit dem ich anständig arbeiten kann. Erstmals griff ich zu konzentriertem B12 und Vitamin D, um in Schwung zu kommen. Da ich eine Person bin, die sich lebensstilmäßig sonst gut im Griff hat – ich schlafe genug, esse ziemlich vorbildlich, trinke kaum Alkohol und abends artig Kräutertees –, liegt des Pudels Kern wohl woanders. Und ja, nach diesen Vitaminkuren geht's mir tatsächlich besser, wobei ich Mikro-Supplementierung eigentlich ablehne. Aber niemand mag gerne im Bett liegen und sich unbeweglich fühlen, oder?
Wie geht ihr denn mit der Winterdepression um?

Dass an Bloggen nicht viel zu denken war, liegt wohl auf der Hand.
Auch wenn ich ein Freund von Wintergemüse bin, so langsam dürfen sich die Stände auf dem Bauernmarkt wieder mit anderen Naturgenüssen füllen. Weil ich relativ streng bin, versuche ich trotzdem, nach wie vor nur regionales Obst & Gemüse für die Küche zu kaufen – und gegebenenfalls dann etwas zu „pimpen“, damit es nicht immerzu gleich schmeckt.
Mein Lieblingsgemüse für solche Fälle ist der Wirsing. Wirsing ist ein Kohl, mit dem man eigentlich alles mögliche anstellen kann. Lasagne, Wickel, Curry, Pasta, Eintopf – funktioniert ausnahmslos bestens. Dabei ist er auch noch günstig, dankbar schnell geputzt und geschnitten und hält sich (bei niedrigen Temperaturen) eine Weile auf dem Balkon.

Heute habe ich euch einen simplen Eintopf mitgebracht, den ich mit wenigen Küchenresten zubereitet habe und den wir doch superlecker fanden: Die Süßkartoffel war noch von vor Weihnachten übrig geblieben, der Feta war so oder so offen und Schwarzkümmel ist eines meiner liebsten Experimentier-Gewürze. Alles zusammen ergibt (und das auch noch recht schnell) einen wärmenden, gesunden Eintopf für die schnelle Feierabend-Küche.

Wirsing-Süßkartoffel-Topf mit Feta & Schwarzkümmel
Rezept für 2 Portionen

Zutaten 
2 EL Butterschmalz
400 g Wirsing, geputzt und geschnitten
200 g Süßkartoffel, geputzt und gewürfelt
500 ml Wasser
Salz
1 TL Zucker
Schwarzkümmel
Feta nach Lust und Laune

Zubereitung
Das Butterschmalz in einem tiefen Topf erhitzen. Wirsing zugeben und ca. drei Minuten mit einem Kochlöffel rühren – der Kohl sollte keine gebräunten Stellen bekommen. Dann die Süßkartoffeln zugeben und mit ca. 500 ml Wasser aufgießen. Deckel drauf und ca. 10 Minuten bei wenig Hitze köcheln lassen. Danach den Eintopf mit Salz, Zucker und Schwarzkümmel abschmecken und sofort mit Feta bestreut servieren.
Sonntag, 31. Dezember 2017

Foodblogbilanz 2017 – was, schon wieder ein Jahr um?

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Wenn dieser Blogbeitrag veröffentlicht wird, streife ich hoffentlich gerade mit dem besten aller Männer durch die Straßen von London und schließe ein irgendwie seltsames Jahr 2017 ab. War 2017 gut? War 2017 schlecht? Ich tue mich schwer mit einer klaren Antwort, und wenn ich eins nicht leiden kann, dann unklare, diffuse, nichtssagende Antworten. 
Ich kann zwar fürchterlich diplomatisch sein – nicht selten zu diplomatisch –, aber im Grunde meines Wesens will ich stets die eine, die echte, die ehrliche, die wahre Antwort. Das geht aktuell nicht so gut, denn 2017 kann ich nicht in schwarz oder weiß (gut oder schlecht) sehen, sondern vor allem in allerlei Grauschattierungen, je nachdem, welchen Aspekt ich mir aussuche. 
Was nicht grau war, jemals grau sein wird: Bloggen! Hach, das hat mir dieses Jahr sogar wieder mehr Spaß gemacht als noch 2015 oder 2016. Früher dachte ich immer, ich kann/darf „nur“ Rezepte posten, weil Feines Gemüse eine bestimmte Linie haben muss. Mittlerweile weiß ich: Ja, Rezepte sind natürlich gut, Rezepte sind essenziell. Aber die Beiträge, die ihr am häufigsten gelesen und kommentiert habt, waren gar keine Rezepte. Aber mehr dazu in der diesjährigen Bilanz, die 2017 von Sabine gesammelt wird. 
1. Was war 2017 dein erfolgreichster Blogartikel?
Wie immer die Frage: Was ist „erfolgreich“? Gehen wir nach Views, dann definitiv mein kleiner Rant über Superfoods: Chia, nein danke! 5 Gründe, warum ich keine Superfoods kaufe. 
2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?
Definitiv auch der Superfoods-Artikel, weil er mich persönlich wieder auf Linie gerückt und mich nachhaltig davon abgehalten hat, Geld aus dem Fenster zu werfen. Genau so geht es mir bei dem Rezept für selbstgemachtes Nutella, der inhaltlich stark auf Selbstgerechtigkeit und Pathos der Konsumenten zielte. Und natürlich der Post über meine alte und neue Küche
Wenn wir stur nach Rezepten gehen, ist mir das Pfifferlingsgulasch in äußerst schmackhafter Erinnerung geblieben. 
3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?
Das kann ich – wie immer – so konkret nicht festlegen. Ich habe viel quer gelesen und weiß, das echte Perlen (auch außerhalb des Foodblog-Universums) dabei waren, aber mein Gedächtnis ist nicht das beste.
4. Welches der Rezepte, die du 2017 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?
Oh, das war definitiv mein Klassiker-Rezept für Gazpacho. Irgendwann werde ich auch anfangen, im Winter kalte Suppen zu löffeln. 
5. Was hat dich im Zusammenhang mit Kochen, Essen oder deinem Blog 2017 beschäftigt und warum? Guter und schlechter Konsum, Konsumgeilheit, Selbstgerechtigkeit, Hipster-Getue, Nachhaltigkeit, das ganze Drumherum. 
Dem Blog habe ich 2017 gleich zwei Mal ein neues Kleid übergestülpt (im Januar und im November), und jetzt ist er auch mobil fully beautiful. Endlich!
6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?
Ich kann an dieser Stelle nur unseren Besuch bei Nagaya in Düsseldorf erwähnen. Aber auch in Israel und in der Eifel haben wir mehrfach unvergesslich gut gegessen. 
7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?Ich weiß gar nicht, woher alle anderen Blogger immer ihre schrillen Suchbegriffe her bekommen. Ich habe nun alles auf den Kopf gestellt – und das lustigste, das ich gefunden habe: 
alte küche mit hochschränke umsteilen (Hmmm, umstylen?)
artofelkäse (kartoffelkäse?)
8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2018?
Dass ich weiterhin Spaß am Bloggen habe, mich thematisch so ausbreiten kann, wie es mir (und hoffentlich auch euch) gefällt. 

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Als kleines Goodie habe ich euch noch meine 5 liebsten Instagram-Fotos aus 2017 da gelassen.








Folgt mir doch auch auf Instagram, ich würde mich freuen.

So, und mit diesen Worten entlasse ich euch in ein gesundes (!) Jahr 2018. Lasst uns zusammen  diese Welt etwas bunter und schöner machen – und weniger gierig und gemein, sondern großzügig, genügsam und freundlich sein. Danke, dass ihr hier seid!

Bis ganz bald, 
Christina