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2015/01/25 Möhrenpaste mit Harissa, Joghurt und Kürbiskernen – Achtung, Knüllerrezept!


Achtung, auch hier kommt ein Rezept von Ottolenghi mit allergrößtem Suchtpotenzial. Zusatzkategorie: Nicht-schön-aber-lecker. Eine kleine, feine Vorspeise, die so lecker ist, dass sie selbst Gemüse-Skeptiker überzeugt. 

Die Paste ist nicht besonders schwierig herzustellen, benötigt in der Herstellung aber ein bisschen Zeit, außerdem sollte sie noch zwei bis drei Stündchen (oder über Nacht) im Kühlschrank ziehen, bevor sie serviert wird. Danach aber – und erst recht, wenn ihr ein paar Tropfen Kreuzkümmelöl mit in den Joghurt gegeben habt – werdet ihr wissen: Das war jeden Aufwand, jede Minute des Wartens wert. Die Kombination aus buttrigen Möhren mit kühlem, saurem Joghurt, knackigen Kürbiskernen und orientalischen Gewürzen ist einfach genial. Und wurde deswegen heute direkt nachproduziert.

Ich glaube Ottolenghi möchte, dass man die Paste als Vorspeise pur aus der Schüssel löffelt. Im Gegensatz dazu haben wir sie zentimeterdick auf frisches Baguette gestrichen und mit diesem auch die letzten Reste von den Tellern gepickt. 

Habt ihr schon eine Mezze-Tafel für 2015 geplant? Wenn nicht, fangt jetzt damit an!
Und nehmt auf jeden Fall die Möhrenpaste mit in eure Ideensammlung auf – ihr werdet es nicht bereuen, sondern höchstwahrscheinlich nur neidvolle, bewundernde Blicke ernten, die irgendwann in Sprache umgewandelt und fragen werden: „Hast du das Rezept für mich?“


Möhrenpaste mit Harissa, Joghurt und Pistazien
Rezept für 4 großzügige Portionen als Vorspeise

Zutaten
1 EL Olivenöl
15 g Butter
1 kg Möhren, geschält und in dicke Scheiben geschnitten
200 ml Gemüsebrühe
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 TL Harissa (oder türkische Paprikapaste)
1 EL Zitronensaft
200 – 300 g griechischer Joghurt
optional: 1 TL Schwarzkümmelöl oder Olivenöl
50 g Kürbiskerne, grob gehackt (im Original übrigens Pistazien)
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Das Olivenöl mit der Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen, die Möhren hineingeben und unter häufigem Rühren anschwitzen, bis sie etwas weicher geworden sind. Brühe angießen und die Möhren bei reduzierter Hitze zugedeckt ca. 25 Minuten vor sich hin köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast verschwunden ist und die Möhren „pürierbereit“ weich sind.
Die Möhren nun mit 3/4 TL Salz grob pürieren (wie man etwas grob pürieren soll, ist mir ein Rätsel, ich zerquetsche alles mit einer Gabel – spart Zeit und Mixergeschirr, das man im Nachhinein spülen müsste), ein bisschen abkühlen lassen und anschließend Zitronenschale, Knoblauch, Harissa, Zitronensaft und Pfeffer unterrühren. Joghurt mit Salz und Pfeffer (sowie dem Schwarzkümmelöl) glatt rühren. Auf einem Teller verteilen und mit Möhrenpaste bedecken, die Kürbiskerne darüber streuen, mit Schwarzkümmel- oder Olivenöl beträufeln und servieren.

Quelle

2015/01/16 {feines gemüse reist rum} Ein Tag in Lüttich, Liège oder Luik (Belgien)

Es gab eine Zeit, da waren wir jährlich in Paris – und ehrlich gesagt weiß ich bis jetzt nicht, warum wir das irgendwann haben einschlafen lassen. Diese kleinen Kurztrips waren eine Wohltat für den Körper, vor allem fürs Auge – Jugendstil! –, den Bauch – Käse! –, und auch der Geist – Mhhh, oh la la, vive la France! – freute sich über Abwechslung.
Lange haben wir keinen Spontantrip mehr gemacht. Bis mir kurz vor Weihnachten die Decke so auf den Kopf krachte, dass ich entschloss mal wieder „raus“ zu müssen. Und zwar asap, as soon as possible. Finanziell sah es kurz vor Heiligabend allerdings nicht besonders rosig aus, was die Auswahl signifikant einschränkte. Hin und herüberlegt und zack, da war das Ziel ausgemacht: Lüttich. 


Lüttich bzw. Liège bzw. Luik liegt unweit hinter der deutschen Grenze in Belgien und wirkte auf der Durchfahrt mit dem Thalys gen Paris auf mich immer recht pittoresk. Außerdem mag ich gerne Lütticher Waffeln. In meinem Kopf mache alles Sinn.
Bis mir schließlich – nachdem der Kurztrip verkündet worden war – jeder von der Reise abriet. Klar, Belgien ist landschaftlich wenig reizvoll und wirkt teilweise „verwahrlost“, heruntergekommen, aber mit so vielen negativen Kommentaren hatte ich dann doch nicht gerechnet. Da war die Rede von einem „Moloch“ einem „Ghetto“, einem „Deutschland kurz nach 1945“. Auch der gut gemeinte Tipp „Schnell wieder wegfahren!“ war dabei. Das dämpfte die Vorfreude ein bisschen. Und führte dazu, dass ich überfürsorglich sogar ein Pfefferspray einpackte (... später mehr dazu.)


Ich möchte hier keinen Roman schreiben. Deshalb sei mein Eindruck von Lüttich im Folgenden kurz zusammengefasst: Lüttich ist eine Stadt mit rund 200.000 Einwohnern. Das Stadtzentrum ist schön, gepflegt und durchaus touristisch-erschlossen. Alte Fassaden und Kopfsteinpflaster, romantische Hinterhöfe, verschlungene Wege, süße Cafés und Lädchen – allen voran Fromagerien, Chocolaterien, Patisserien, aber auch Trödel, Bücher und Krimskrams – finden sich in der Nähe des Marktplatzes. In Richtung Kathedrale ist es kommerzieller und weniger individuell.
Verlässt man den Ortskern aber, gerät man fließend in ein anderes Lüttich – ein Lüttich, in dem . verfallene, verlassene Häuser dominieren, Schlaglöcher in und Müll auf den Straßen, am Horizont Plattenbauten und sonstige Bausünden vergangener Jahrzehnte. Ja, die Stadtgeschichte ist schwierig, von dem Niedergang der Schwerindustrie hat sie sich nie erholt, und nun ist es eben so wie es ist: Die wirtschaftliche Schwäche der Stadt und ihres Umfelds, die Arbeitslosenquote von fast 16% wiegen schwer. Das merkt man. Das heißt aber nicht, dass Lüttich ein grauenhafter Ort ist, den man am besten großzügig mit Absperrband umriegelt. Ganz im Gegenteil.



Wir haben zwei wirklich schöne Tage in der Stadt verbracht und ich – vor allem auf kulinarischer Mission unterwegs – bereue den Trip keine Sekunde. Überall sind Fromagerien, Pâtisserien, Chocolaterien, Bäcker, Traiteurs, die Auslagen sind kleinstädtisch, liebevoll und wunderschön. Die (zurecht) berühmten Lütticher Waffeln gibt es an jeder Ecke, schmecken aber nicht überall. Wir durften da direkt eine schlechte Erfahrung machen mit einer Waffel, die leider direkt im Mülleimer entsorgt werden musste. Kalt, kurz aufgewärmt, hart, mit Himbeer-Aroma (ups, so ein Fehlkauf). Dadurch haben meine Geschmacksnerven ernsthaft ein Trauma erlitten.

Ein Traum hingegen die Waffeln von Pollux am Place de la Cathedrale, frisch vor unseren gierigen Augen gebacken, von außen mit heißem, süßen, fast knusprigem Sirup umhüllt. 
Das zweite Highlight: Le Pain Quotidien. Von dem Laden habe ich euch schon in meinen New York Berichten erzählt, da er dort zu meinen bevorzugten Anlaufstellen gehörte. Nun, so hip der Laden auch ist – im Ursprung ist es eine belgische Kette, und eine Filiale ist inmitten der Lütticher Innenstadt gelegen. Tatsächlich ist sowohl das Interieur – angefangen beim Table Commune über die Brotregale bis hin zum Layout der Speisekarten – als auch die Qualität des Essens absolut identisch. Noch heute schwärme ich von meinem Pot au feu und den Tartines, beides gnadenlos frisch und so lecker, dass allein dafür sich der Trip nach Belgien gelohnt hat.


Achso, ihr wollt noch die Geschichte vom Pfefferspray hören?
Als wir spätabends zurück zum Hotel gingen, kam uns auf einem mutterseelenalleingelassenen Platz eine Gestalt entgegen, die mir nicht ganz koscher schien. In meinem Kopf all die Stimmen, all die Kommentare über das unsichere Pflaster Lüttich: Meine Hand umklammerte die kleine Sprayflasche in meiner Tasche. Bis der Herr ein freundliches „Bonsoir!“ brummte, uns zunickte und dann unbekümmert seines Weges ging. Festzuhalten bleibt also: Lasst euch nicht abschrecken. Gebt Lüttich eine Chance. Nur glattgebügelt und blitzeblank ist langweilig, unecht, fad. Lüttich ist laut, lebhaft, lecker und ideal für einen spontanen Tapetenwechsel.


Fahrt hin und kauft Belgische Biere (davon gibt es sooo viele – auch gute!), drückt euch die Nase an den Pâtisserien und Chocolaterien platt, ächzt die 318 Stufen der Montagne de Bueren (in echt noch viel furchteinflößender als auf Fotos) hinauf, gönnt euch ein ausgedehntes Mittagessen im Le Pain Quotidien, besichtigt die Kathedrale, genießt ein heiße Waffeln einpacken und plündert die Supermärkte. Besonders gut hat mir auch der Weihnachtsmarkt gefallen – den ich zuerst boykottieren wollte, schließlich hatten wir fast Silvester – aber die charmanten Stände lockten weniger mit Jesusnippes, sondern mit regionalen Spezialitäten, Waffeln, Pralinen, Schokoladen, Schinken...

Übrigens: Weitere Tipps findet ihr auch bei Chez Matze, definitiv ein besserer Kenner von Lüttich. Seine Empfehlungen haben uns auf dem Trip begleitet und geleitet. 

2015/01/04 Joghurt-Dip mit Gurke und Kaffirlimettenblättern – der etwas bessere Zaziki!


Hiermit heiße ich euch recht herzlich im neuen Jahr willkommen. Ich freue mich, bin top motiviert, und sehne mich – ganz ehrlich – schon jetzt nach dem einen Tag, an dem man feststellt, dass man sich eindeutig zu warm angezogen hat und die Sonnenstrahlen nicht mehr klare, kalte Luft durchschneiden, sondern wärmen und Lust auf Frozen Yoghurt und Picknick-Abende am Rheinufer machen. 

Leider ist bis dahin noch ein wenig Zeit, die es tapfer zu ertragen gilt. Das Sommerfeeling hatte ich mir aber schon zu Silvester ins Haus geholt – mit Hilfe von Ottolenghi, meinem Weihnachtsgeschenk „Vegetarische Köstlichkeiten“ (ein, wie ich finde, ziemlich missglückter Titel, belang- und ideenlos, als sei das Buch ein 08/15-Schinken vom Grabbeltisch).
Ich weiß nicht, wie ihr an neue Kochbücher herangeht, aber ich versuche mich zuerst an einem Kuchen oder einem Dip. So auch hier – und bin nicht enttäuscht worden. Im Original besteht die Hälfte der Gemüsemasse aus Zucchini, die mir saisonal gerade eher selten über den Weg läuft und die ich dementsprechend auch nicht im Hause hatte. Ich habe also lediglich Gurke geraspelt, und war trotzdem von dem Ergebnis sehr angetan. 

Für genau dieses Rezept habe ich mich übrigens entschieden, um endlich meine getrockneten Kaffirlimettenblätter verwenden zu können. Die waren mir vor lauter kulinarischem Überschwung anno 2012 in den Warenkorb gehüpft und hatten seitdem in einer dunklen Ecke auf ihre Bestimmung gewartet. Voilà! Ein cremiger, erfrischender, absolut figurtauglicher Dip für die Post-Weihnachtsküche, der nicht nur ideal zu Gemüsesticks und Fladenbrot passt, sondern auch zu Zorras aktuellem Event „Rezepte für die Figur“. Ich habe nämlich nicht nur den Vorsatz gefasst, wieder mehr in Blogs zu kommentieren, sondern auch, wieder häufiger an Blog-Events teilzunehmen. Somit ist der erste Schritt gemacht.

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

Joghurt-Dip mit Gurke und Kaffirlimettenblättern
Rezept für 2 bis 3 Personen 

Zutaten
300 g Salatgurke, geraspelt
4 frische Kaffirlimettenblätter oder 12 getrocknete, grob zerrupft
250 g Joghurt (3,5 % Fett, gerne auch mehr)
20 g Butter
1 1/2 TL Zitronen- oder Limettensaft
1 EL fein geschnittene Minzblätter
1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Gurke in ein Sieb legen und mit ca 1/2 TL Salz bestreuen. Gut 20 Minuten abtropfen lassen und anschließend mit den (gewaschenen ;-)) Händen so viel Flüssigkeit wie möglich auspressen. In eine größere Schüssel umfüllen.

Die Limettenblätter in einer Gewürzmühle – ich habe so ein altes Ding, das früher mal für Kaffee genutzt wurde – oder mit dem Mörser fein vermahlen. Bis auf einen kleinen Rest mit dem Joghurt unter Gurken rühren.

Nun die Butter bräunen: Dafür ebendiese in einem kleinen Topf zerlassen und ca. 3 bis 4 Minuten erhitzen, bis sie sich hellbraun verfärbt und nussig duftet. Ebenfalls unter den Dip rühren, mit Knoblauch, Salz und Pfeffer abschmecken. Auf einem Teller oder einen flachen Schüssel anrichen. Den Rest der braunen Butter sowie des Kaffirlimettenpulvers auf dem Dip verteilen und wenn möglich noch ein bisschen im Kühlschrank ziehen lassen. Guten Appetit!

Quelle
Abgewandelt, aber inspiriert von:

2014/12/28 Jahrsrückblick 2014 {mit Instagram-Fotos}

Whoop, whoop! 
Es ist Ende Dezember, das heißt: Zeit für einen ausgiebigen Jahresrückblick. Ich persönlich liebe Jahresrückblicke und beobachte gerade mit Argusaugen meine Blogroll, um ja keinen zu verpassen. Es ist schön – und wie ich finde: wichtig! –, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen, sich klar zu werden, was gut, was weniger gut war, was man im nächsten Jahr anders, besser oder genau gleich machen würde. 
Nun gibt es bei Foodbloggern weniger „Privates“ oder Außergewöhnliches zu entdecken, als z. B. auf einem Reise- oder Lifestyleblog. Wir berichten auf dem Blog primär über das, was am Herd und hinterm Ofen passiert, teilen Highlights, Erfolge und Missgeschicke, garniert mit den einen oder anderen Anekdötchen. Wer bei uns hinter die Kulissen schauen mag, kann dies dann meistens auf anderen Social Media Kanälen tun, sei es nun Twitter oder Instagram, wobei letzterer natürlich zugänglicher ist. Ich habe für jeden der vergangenen zwölf Monate je drei Bildchen rausgesucht.
Pssst, mein Account: instagram.com/feinesgemuese

1 – 2014 startete lecker mit der Löffelerbsensuppe aus „Deutschland vegetarisch“; 2 – famose Bento Box im Hotel Okura in Amsterdam; 3 – Orangenlieferung aus Sóller (Mallorca).

1 – Im Feburar ging es das erste Mal ins Fußballstadion, mit Papa natürlich; 2 –  Blauer Himmel, milde Temperaturen und Sonnenschein schürten die Erwartungen an Frühling und Sommer; 3 – Geliebte Osterblumen und Kekse.

1 – Im März rannte und rannte und rannte ich, zum ersten mal auf die andere Rheinseite. Ende März hatte es schon +20 °C; 2 – Ich nutzte 1 Woche Urlaub, um den Balkon zu renovieren und holte mir dabei eine Blasenentzündung;
 3 – ... und dann feierte ich meinen 29. Geburtstag.

1 – Auf einer echten Vintage Tea Party gewesen, sehr fein!; 2 – An einem Samstagabend mit den Mädels Tiger&Turtle (Duisburg) besucht, spontan; 3 – Rhabarbersalat, hmm. 

1 – Ich habe für eine kurze Zeit ab und an in Köln gearbeitet; 2 – Dann bin ich auf Mädels-Wochenende nach München geflogen, ein Besuch beim verrückten Eismacher war natürlich Pflicht!; 3 – München gefiel besser als erwartet, trotz lausigem Wetter am Abreisetag.

1 – Im Juni hatte ich eine Woche Urlaub, die ich mit essen und – 2 – Balkon-Bepflanzung verbrachte. 3 – An einem der heißesten Tage des Jahres machte ich zusammen mit Maren einen Macaron-Backkurs

1 – Das erste vegane Hotelrestaurant: Amano Verde im Düsseldorfer Medienhafen; 2 – und dann zeigte der Sommer sein wechselhaftes Gesicht; 3 – Picknick am Rheinufer Hamm.

1 – Endlich richtiger Urlaub: Hi, NYC!; 2 – ... und wenn man schon mal da ist, ... 3 – Im Anschluss daran wurde ich so krank wie schon viele Jahre nicht mehr. 

1 – Vom Hochzeitsgeld kauften wir uns u. a. eine neue Couch, die wundervoll ist!; 2 – Auflug in den Landschaftspark Duisburg; 3 – Beginn von 5 Wochen Vegan for fit.

1 – Kurzbesuch im EKO-Haus der japanischen Kultur; 2 – Post-Wedding-Party bei uns Zuhause (danke, Anne, für das tolle Bild, das einzige, das wir uns eingerahmt und aufgehangen haben); 3 – Der Mann hatte Geburtstag und bekam Junior's Cheesecake und Pfirsichboden.

1 – Pulled Pork Burger auf dem 1. Düsseldorfer Streetfood Festival; 2 – Ausnahme-Besuch bei Mama, zum Walken um 8 Uhr morgens über Feld und Wiese; 3 – Erste Weihnachtsgefühle...

1 – Mal wieder ins zauberhafte, verschneite Monschau auf den Weihnachtsmarkt; 2 – Kokos-Schneebälle, die einzige Plätzchenausbeute; 3 – Weihnachtsbaum mit Micky-Maus-Kugel aus dem Disneyland Paris.

Mein erster Gedanke zu 2014 war: Naja, ist doch nix Spannendes passiert, ein Jahr wie immer.
Stimmt aber gar nicht. 2014 war vor allem spannend, herausfordernd, aufwühlend, arbeitsintensiv, aber auch lustig. Ein Jahr, in dem ich viel über mich selbst gelernt und mir klar gemacht habe, was ich eigentlich will. Nicht will. Muss. Nicht muss. Kann. Nicht kann. Ich hatte viele Tiefs, habe oft gehadert, gezweifelt, gezögert sowie, und ja, das ärgert mich, manchmal aus Bequemlichkeit nicht das gemacht, was ich doch hätte machen sollen. Nicht all meine Bemühungen wurden von dem Erfolg gekrönt, der mir (so finde ich) zugestanden hätte. Über so manches grübele ich heutzutage noch nach und frage wiesoweshalbwarum? – um letztlich doch zu resümmieren: Et is wie et is und et kütt wie et kütt. (Ich bin schließlich Rheinländerin!) 

Geärgert hat mich, dass ich an so wenigen Blogger-Events teilnehmen konnte und kaum kulinarisch on the road gewesen bin. Schade, denn viele Veranstaltungen haben mich angesprochen, doch war ich beruflich leider nicht so flexibel, unter der Woche einfach mal einen halben Tag zu einem Kochkurs o. ä. zu verschwinden. Generell wäre ich gerne häufiger verreist. Beruflich war ich zwei Mal in Berlin bzw. Potsdam, privat in München und in New York – aber gemessen an dem, was möglich gewesen wäre, ist das ja lächerlich. Vor Weihnachten hat mich diesbezüglich ein kleiner Rappel überkommen, so dass ich noch kurzfristig einen Trip nach Lüttich (Belgien) gebucht habe – da geht's dann morgen hin. Ich möchte außerdem, dass das Jahr 2015 unter das Motto „Tapetenwechsel“ gestellt wird! Wer macht mit? Deswegen bin ich auch schon in der Planung. Wenn alles glatt geht, möchte ich nächstes Jahr um diese Zeit auf mindestens vier außergewöhnliche Reiseziele zurückblicken.

Stolz bin ich auf mein durchgezogenes Sportprogramm. Für viele mag das nichts sein, ein bis zweimal pro Woche joggen zu gehen und dazu noch (ab und an) ins Fitness-Studio, aber für mich ist das eine Riesensache. Zwei Mal bin ich sogar über 10 Kilometer gelaufen, ansonsten aber beschränke ich mich auf 4 bis 5 Kilometer in meiner Wohngegend. Laut Runtastic bin ich 2014 knapp 185 Kilometer gelaufen. Und hey, das finde ich schon respektabel. 

Und da es nun noch einmal kulinarisch sein soll: 
2014 habe ich besonders viele Kichererbsen gegessen, dafür kaum Nudeln. Ich habe eine Liebe zu Raw Bars entdeckt und gerne Grüne Smoothies getrunken. Mein Lieblingskochbuch war „Fruits“ von Hugh Fearnley-Whittingstall – hier zur Rezension – und „Vegetarische Köstlichkeiten“ von Yotam Ottolenghi.  Ich habe Schwarztee vom Frühstück verbannt und mich Grünem zugewendet. Ich war zum ersten Mal in einem Sterne-Restaurant essen. Pulled Beef und Pulled Pork wurden natürlich auch probiert. Viele Craft Biere wurden probiert, außerdem ordentlich Wein, vor allem aber Champagner getrunken – dabei war Alkohol Jahrelang kein Thema für mich (tolle Entwicklung... ). Ich habe eine große Leidenschaft für Avocado entdeckt und sie zu einem Dauergast in meiner Küche gemacht. 

Ganz zum Schluss möchte ich eigentlich nur noch euch, den besten Lesern, den besten Blogger-KollegInnen, den besten Kooperationspartnern danken. Weil ohne euch wär hier alles doof und die Küche kalt. Ich wünsche euch einen fantastischen Jahresausklang und einen noch besseren Auftakt für das Jahr 2015. (Findet ihr auch, dass sich 2015 so richtig futuristisch anhört?)

2014/12/20 Für Fortgeschrittene Clean Eaters – Grünkohl-Kokoswasser-Smoothie {+ Gewinnspiel mit ZICO}


„Bääääääh. 
GRÜÜÜÜNKOHL.
ICH HASSE GRÜNKOHL. 
Und das tut sie in den Mixer? Mit Kokoswasser? Bäääääääh.“

Yep, exactly. Und ihr solltet es mir nachtun. 
Ich wette, ihr – meine LeserInnen – seid mir nicht so unähnlich. Und deswegen bin ich sicher, dass zur Zeit täglich der eine oder andere Keks den Weg von bunt dekorierten Tellern in euren Mund findet, hier und da ein Glühweinchen getrunken wird – nicht zu vergessen das tägliche Stück Schokolade aus dem Adventskalender. Ich zumindest verdoppele meinen Zuckerkonsum im Dezember ganz locker, und merke es sofort. Vor lauter Jahresabschlussarbeiten, -berichten, -feiern, -zusammenkommen fällt zudem die Zeit für Sport flach – upsi, doofe Kombination. Die Hose spannt, die Haut beschwert sich, der Kopf ist müde und träge.An sich: Kein Grund zur Panik, wir haben schließlich Weihnachten. Aber ich habe ehrlich gesagt schon jetzt, noch vor Weihnachten, die Schnauze voll von Kloß und Gans (wortwörtlich gemeint).Und deswegen mixe ich jetzt einen sommerlichen Smoothie mit winterlichem Gemüse. Das klappt und schmeckt ganz wunderbar, erfrischt und klärt und gibt Power für die letzten zwei Dezemberwochen!

Grünkohl-Kokoswasser-Smoothie
Rezept für 2 große Portionen 

Zutaten
2 handvoll Grünkohl, gewaschen und klein geschnitten
400 ml Kokoswasser, z. B. von Zico
1 Mandarine, geschält
1 Apfel, in Würfel geschnitten
1 Messerspitze Matcha
1 Spritzer Zitrone
2 Eiswürfel
ev. Wasser
ev. 1 EL Reissirup zum nachsüßen

Zubereitung
As easy as it gets: Alles zusammen in euren Standmixer werfen und ordentlich durchpürieren.
Sofort servieren und die unbändige Kraft des Winter-Smoothies spüren ;-)

––––––––––––––––

Wichtigstes Baukasten-Element meiner Grünen Smoothies: Kokoswasser!
Von den einen gehasst, von anderen innigst geliebt. Ich gehöre zur zweiten Fraktion, kam aber über nur über Umwege dazu. Meine erste Erfahrung mit Kokoswasser machte ich mit einem Trinkpäckchen von Alnatura, und ganz ehrlich, es war nicht gut, dafür aber besonders teuer.


Vergangenen Sommer in den USA dann: Ein visueller Kokoswasser-Overkill – die Regale der Supermärkte waren vollgestopft, alle Marken, alle Sorten, alle Preisklassen. Zuerst belächelte ich die hype-verrückten Amis, dann sah ich genauer hin, dann wurde ich neugierig, dann kaufte ich selbst. Und zwar die Sorte Chocolate von Zico
Es sollte nicht bei diesem einen Fläschchen bleiben; für den Rest meines Urlaubs gönnte ich mir täglich ein kleines Fläschchen Kokos-Kakao. Zurück in Deutschland machte ich mich auf die Suche, wurde jedoch ernüchtert: Zwar gibt es Zico auch in den hiesigen Supermärkten, allerdings ohne Schokolade, dafür in Natural und Mango. „Was soll's?“, dachte die nostalgiegeplagte Christina, langte zu – und fand das Kokoswasser doch nicht mehr so doof. Nun bin ich offiziell süchtig, dabei aber wählerisch. Kokoswasser schmeckt von Marke zu Marke sehr unterschiedlich. Ich habe weiterhin ein paar andere getestet, mal konventionell, mal bio, zwischen bäh und okay war alles dabei. Fan war, bin und bleibe ich von Zico.

Wisst ihr eigentlich, was Kokoswasser ist? 
Kokoswasser ist die klare Flüssigkeit, die innerhalb der noch unreifen Nüsse gebildet wird – nicht zu verwechseln mit der allseits bekannten Kokosmilch, die aus dem Fruchtfleisch hergestellt wird. Ich finde toll, dass es so kalorienarm ist und mild-süßlich schmeckt (wobei die Nuancen sehr verschieden sind). Top für Sportler: Es ist natürlich isotonisch und hat 'ne Menge Kalium – dafür aber kein Fett oder zugesetzten Zucker.


Ich freue mich riesig darüber, dass Zico mir 24 Flaschen Kokoswasser zur Verfügung stellt, die ich an eine/n Glückliche/n von euch verlosen darf – damit könnt ihr dann voller Schwung ins Jahr 2015 starten. Dazu sollt ihr mir einfach verraten, was ihr euch für das Jahr 2015 vorgenommen habt! Ich persönlich möchte mein Lauftraining wieder aufleben lassen und mindestens 5 x 10 Kilometer laufen, weniger Zucker essen, mehr reisen und natürlich 5 Kilo abnehmen, aber das will ich ja jedes Jahr. ;-)

Der Teilnehmer muss das 18. Lebensjahr vollendet oder das Einverständnis des Erziehungsberechtigten haben. Der Versand kann nur innerhalb Deutschlands erfolgen. Der Gewinner wird via Zufallsgenerator ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Nach Beendigung wird der Gewinner per E-Mail informiert. Der Versand der Flaschen erfolgt direkt von ZICO, die zu diesem Zweck eure Adresse benötigen. Anonyme Kommentare ohne Kontaktmöglichkeit werden nicht berücksichtigt. Das Gewinnspiel läuft bis zum 27. Dezember 2014 um 23.59 Uhr. 

2014/12/15 Kokos-Schneebälle, oder schöner: Boules de neige à la noix de coco


Nein, mir war dieses Jahr nicht nach Weihnachtsplätzchen. Obwohl – so kann man es auch nicht sagen. Mir war zwar nach Plätzchen (ich bin ja kein Barbar), allein zum Backen konnte ich mich nicht aufraffen.
Ich habe noch nie nicht gebacken zu Weihnachten. Wohnte ich noch Zuhause bzw. später allein, buk ich an den Adventswochenenden mit meiner Mama die obligatorischen Zimt- und Butterkekse. Und sobald ich mit meinem Jetzt-Mann zusammengezogen war und über eine anständige Küche verfügte – das war ab 2008 der Fall – fuhr ich ab November die ganz großen Geschütze auf. Vanillekipferl, Lebkuchen, Schokoladensterne, kein Rezept war vor mir sicher. Und nu?

2014 habe ich kein Bedürfnis gespürt, mich in die große Weihnachtsbäckerei einzureihen. Ich bin zwar – wie immer – in besinnlicher Stimmung, an den Herd zieht's mich weniger – muss aber auch dazu sagen, dass ich jobmäßig arg, ärger als sonst, eingespannt bin und deswegen nicht so recht mag.

Lediglich einem ruhigen Adventssonntag, den ich zusammen mit Rachel Khoo auf der Couch verbrachte, ist geschuldet, dass ich plötzlich doch in der Küche stand um mich einer meiner liebsten süßen Leidenschaften zu widmen: Baiser.
Abgesehen davon, dass diese kleinen Flauschbällchen wunderschön winterlich aussehen, tragen sie eben diesen verführerischen Namen Boules de neige à la noix de coco – da bin ich einfach schwach geworden. Ihr wisst doch (vielleicht) wie das ist, wenn man einen Filmriss hat? So ähnlich ging es mir – ich weiß noch, wie ich die Seite aufblätterte und im nächsten schon Moment Kokosraspel unter die klebrig-süße Masse arbeitete...


Ich hab's nicht bereut. Die Boules de neige sind außen knusprig, innen weich und damit irgendwie die coolere Schwester der Kokosmakrone. Wenn ihr Kokos und Baiser genau so liebt wie ich und zudem keine Lust auf anstrengende Plätzchenteige habt, dann seid ihr hiermit bestens bedient.

Und findet ihr nicht auch, dass die Kleinen einfach wunderhübsch aussehen?

Kokos-Schneebälle – Boules de neige à la noix de coco 
Zutaten für ca. 25 Stück

50 g Eiweiß
2 Tropfen Zitronensaft
1 Prise Salz
50 g Zucker
200 g Kokosraspel

Zubereitung
Den Ofen auf 100 °C (Ober- / Unterhitze) vorheizen.
Die Eiweiße soweit mit einem Handmixer schlagen, dass sie leicht eingedickt sind. Zitronensaft und Salz zugeben, dann langsam den Zucker einrieseln lassen und währenddessen weiter schlagen, bis ihr eine dicke, schöne Baisermasse habt. Dann die Kokosraspel unterheben.

Mit einem Teelöffel (oder den Handinnenflächen) den „Teig“ zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Ab in den Ofen damit, ein Küchentuch in die Tür geklemmt und rund 60 Minuten warten. Die Schneebälle sollen nicht bräunen (sind schließlich Schneebälle), und sind fertig, sobald sie sich leicht vom Backpapier lösen.

... und das Rezept stammt ursprünglich aus: