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25.09.2016 Vegan Essen im Flugzeug – {Im Test: FINNAIR}

Immer noch vielgeklickt in meinem Blog ist der Beitrag über das vegane Essen bei Emirates, das ich im März und April 2015 getestet habe.
Warum veganes Essen im Flugzeug? Einerseits ist es Neugierde darauf, wie große Fluggesellschaften Sonderwünsche der Passagiere umsetzen, andererseits habe ich über die letzten Jahre und viele Flüge die Erfahrung gemacht, dass sich das „normale“ Essen nicht gut mit langen Sitzzeiten verträgt, da dreht sich mir der Magen um. Deswegen bestelle ich immer ein vegetarisches bzw. veganes Sondermenü. Außerdem hab ich dann was, das ich euch zeigen kann.
Von Emirates war ich ja total begeistert! Das Essen war großartig und einfach viel leckerer, als die Standardwahl – insofern war ich ziemlich positiv gestimmt, als es nun mit FinnAir nach Japan ging. Ich nehme an dieser Stelle vorweg, dass es nicht so toll war wie erhofft.
Generell lege ich FinnAir ans Herz, mal an solchen Dingen wie Usability und UX zu arbeiten; der Kundenservice auf Twitter hingegen ist soweit 1A, aber ich nehme in solchen Angelegenheiten ehrlich gesagt nicht so gerne Hilfe in Anspruch. Ich möchte gerne, dass sich Dinge mir selbst erschließen und nicht die ganze Zeit mit Servererrors oder digitalen Sackgassen kämpfen.

Nun, das Essen, über Umwege habe ich es geschafft, ein veganes Menü zu sichern. Auf dem Flug von Düsseldorf nach Helsinki gab es natürlich erstmal nix, nur ein Gläschen Coke. Die Fluggesellschaften müssen sparen. Ihr kennt das.

Flug 1 – Helsinki (HEL) × Osaka (KIX)

Mahlzeit 1)


Irgendwelche frittierten Bällchen an Reis an Mais. 
Wie schon bei Emirates bemängele ich auch hier, dass man nicht wirklich weiß, was man bekommt – und es einem auch keiner sagen kann. Dazu ein „appetitlicher“ Salat bestehend aus Blattsalat und Tomaten und ein Brötchen im Plastikbeutel – übrigens glutenfrei, dafür extra-krümelig.
Mein Dessert: Ein Blaubeersaft.
Das Dessert der anderen: Ein Schokoladenstick. Dass man sicherlich auch in den Untiefen von FinnAir einen Schokoladenstick Zartbitter o. ä. gefunden hätte, davon bin ich überzeugt.

Mahlzeit 2)



Wieder frittierte Bällchen, diesmal ohne Reis, aber an gefühlt 25 g Gemüse. Dazu wieder das Brötchen, ein seltsamer Obstsaft und finnisches Obstkompott. Auch wieder kein Highlight – aber essbar.

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Flug 2 – Osaka (KIX) × Helsinki (HEL)

Nun, das Essen auf dem Hinflug hat mich also nicht vom Hocker gehauen. Der Knaller kam aber auf dem Rückflug. Mein Mittagessen:



Ihr seht es schon: Gelber Reisklumpen (!?), eine Ofentomate und Mini-Maiskolben. Alles ausnahmslos ohne Geschmack, wässrig, fade. Ehrlich: Als Koch würde ich mich schämen, sowas zusammenzustellen. Dazu Obstsalat (immerhin!), fettiger Champignonsalat oder so, Brötchen (diesmal mit Gluten, die Verkrümelung meines Sitzes konnte ich also diesmal abwenden), Traubengelee (gut).

Mein absolutes Highlight war allerdings: Das Eis. Es gab Eiscreme als Snack, gute, japanische Vanille-Eiscreme, ein Traum. Nur für mich gab es keine Eiscreme. Stattdessen hielt mir die freundliche Flugbegleiterin eine Banane vors Gesicht. Eine Banane.
Abgesehen davon, dass ich Bananen nicht, niemals, auf keinen Fall esse – wie furchtbar! Alle Passagiere bekommen ein erfrischendes Eis, und der arme Veganer soll sich eine Banane pellen. Schon mal was von Sorbets oder Eis auf Sojabasis gehört? Ernsthaft: Da geht doch noch mehr, Finnair. (Ich habe natürlich trotzdem ein Eis bekommen. Und danach aus Protest noch ein Glas Weißwein bestellt, um den Kummer runterzuspülen.)



Versöhnlicherweise muss ich sagen: Als letzte Mahlzeit ("light meal") gab es für mich Pasta mit mediterranem Gemüse, das war zwar etwas ölig und die Nudeln angetrocknet, aber im Gegensatz zu den Gerichten davor fast schon Sterneküche.

Versteht mein Gemecker nicht falsch: Ich freue mich sehr darüber, dass ich und so viele andere eine Wahl haben. Allerdings sollte man sich als Vegetarier, Veganer, Moslem, Jude, Whatever auch nicht unbedingt mit dem letzten Müll zufrieden geben müssen. Denn es FUNKTIONIERT ja. Ich habe es schon erlebt. Versöhnlich möchte ich hinzufügen, dass der Service an Bord unfassbar freundlich war, und damit dem von Emirates wiederum weit überlegen – so hat wohl jede Airline ihre Stärken und Schwächen.

Dennoch, mein Traum, ab sofort: Mal für eine Airline ein vegetarisches/veganes Menü zusammenstellen, dass auch über den Wolken gut schmeckt! Jawohl!

21.09.2016 Kumano Kodo – eine Woche auf altjapanischen Pilgerwegen {#japanliebe}

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Wozu ist das Reisen da, warum ist es mir wichtig?
Reisen erweitert den Horizont, das klingt abgedroschen, ist aber wahr.
Reisen erweitert den Horizont – nicht nur, aber vor allem geistig.
Reisen stellt einen vor Herausforderungen.
Reisen bildet, beruhigt und belebt gleichzeitig. 
Reisen fordert, viel sogar, je nachdem, welches Ziel man wählt.
Reisen kann ganz bequem sein – aber ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die schönsten Reisen die unbequemen sind.
Eine gute Reise ist ein „ganzheitliches“ Erlebnis, und immer auch eine Begegnung mit sich selbst.
Weil man sich selbst im Alltag kaum begegnet, muss man ausbrechen, was Neues wagen. Nachdem wir in den letzten Jahren immer mal wieder Urlaub fernab von Krawall und Remidemmi gemacht haben, bin ich sicher, dass Natur, Stille – ja, Einöde – dabei helfen, sich mal selbst zu treffen und mal genau hinzuhören. {Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich generell kein Mensch bin, der sich gerne an überfüllten Orten aufhält.}

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Es geht dabei nicht um Erscheinungen, Erleuchtungen oder sowas. Es geht darum, Stunde um Stunde einen Fuß vor den anderen zu setzen, weil es nichts anderes gibt, das man tun könnte – und mal mit sich und seinen Gedanken völlig allein zu sein. Damit unterscheidet sich wandern enorm von Strand- oder Cityurlauben, wo es ja immer 'ne Menge Zeugs zu tun und zu entdecken gibt. Und selbst wenn es nur ein Switch zwischen Muschelsuchen, Eisessen und Schnorchelei ist.

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Mit unserer Reise in die japanischen Berge haben wir uns dazu entschieden, uns mal vollständig abzukapseln. Vor allem für mich gilt, dass ich schwer abschalten kann. Ich mache immer irgendwas, ach, eigentlich vieles parallel, physisch und/oder psychisch. Ich bin einfach total wuselig. Aktuell kann ich nicht einmal konzentriert ein Buch lesen. Ich schaffe es einfach nicht. Ich bin vermutlich ein Vorzeigeopfer der allzeit-online-digitalisierten Zeit. Nun, deswegen dachte ich vor Beginn der Reise, beim Wandern einen ganz klaren Kopf zu bekommen, brilliante Gedanken und Ideen, irgendwie sowas.
Stattdessen: Habe ich geschimpft. Zu Beginn ganz viel. Ich habe geschimpft, mit dem Weg (schwierig), mit meiner Ausrüstung (falsch), mit der ganzen Idee (dumm). Als ich das Oberflächliche weggeschimpft hatte, fing ich mit mir selbst an. Ich bin alles durchgegangen: Kindheit, Jugend, Studium, Arbeit, hier und dort, was war gut, was war schlecht? Habe ich Fehler gemacht? Mögliche Chancen nicht ergriffen? Was bin ich überhaupt für ein Mensch, als Partnerin, als Freundin, als Mitarbeiterin und Kollegin? Was erwarte ich von Leben und Beziehungen? Was ist mir wichtig, worauf kann ich pfeifen? (Die Antwort auf letzteres: Auf ziemlich viel, immer noch, ein gutes Gefühl.)

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Und als das alles abgearbeitet war, nach gut zwei Tagen, konnte ich endlich einfach nur gehen.
Durch diese unglaubliche Landschaft, die das schönste war, das ich bisher mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Alles war so unendlich weit weg: Menschen, Städte, Politik, Probleme. Nur mit dem nötigsten im Rucksack die Strecke bewältigen, Meter um Meter, Tag um Tag, das klärt, #isso.

Als wir nach gut einer Woche Semi-Isolation zurück nach Osaka fuhren, in dessen Ballungsraum 14 Millionen Menschen leben, war ich ziemlich überfordert. Ich, ha. Man entdeckt sich neu.

Und nun? Wir sind noch dran, uns zu sortieren.
Bis dahin lasse ich euch einige Bilder da.

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Unser Haupturlaub führte uns dieses Jahr an einen ganz besonderen Ort – auf die Kii-Halbinsel im Südosten Japans, genauer gesagt auf den Kumano Kodo. 
Der Kumano Kodo ist ein über 1000 Jahre alter Pilgerweg, der seit 2004 als UNESCO-Weltkulturerbe registriert ist. Die Halbinsel ist fast vollständig gebirgig und dementsprechend infrastrukturell schwer zu erschließen gewesen. Sie gilt als sprituelles Zentrum Japans.
Pilger besuchen über den Kumano Kodo dort die drei großen Schreine von Kumano („Kumano Sanzan“): Kumano Nachi Taisha, Kumano Hongu Taisha und Kumano Hayatama Taisha. Der Kumano Kodo ist allerdings nicht eine einzelne Strecke, die von einem Start- zum Zielpunkt führt, sondern eher als Netzwerk zu sehen, auf denen einige Routen häufiger, andere seltener gegangen werden. Wichtig: Man sollte körperlich fit und bei Kräften sein, der Weg ist zwischendurch ziemlich fordernd, dafür abwechslungsreich. Und immer viel trinken. ;-)

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Eines der vielen typischen Wegschilder auf dem Kumano Kodo. Ihr müsst keine Angst haben: Ihr könnt euch nicht verlaufen. Wo der Weg nicht eindeutig ist, wartet ein "Not Kumano Kodo"-Schild auf euch.

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Die Gyuba-Doji-Statue zeigt einen der ersten japanischen Kaiser (Kazan), die auf dem Kumano Kodo gepilgert sind, sitzend auf Pferd und Kuh.


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Man sieht viel Verlassenes auf dem Kumano-Kodo, und nicht alles davon ist alt. Ein Zeichen von Landflucht? Hier eine alte Tankstelle im Dorf Chikatsuyo.

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Blick aus unserem Zimmer im Ryokan Yoshinoya in Yunomine Onsen, einem Dorf, das für seine
heißen Quellen (Onsen) berühmt ist.

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In Yunomine Onsen gibt es eine heiße Quelle, in der die Dorfbewohner seit Jahrhunderten Gemüse, Süßkartoffeln und Eier kochen können; Die Wassertemperatur beträgt um die 90 °C, da geht das ganz gut. Ich wollte da schon seit Jahren mal was drin kochen, insofern war das für mich wie Weihnachten. In einem kleinen Shop im Ort konnte ich ein Säckchen mit fünf Eiern erstehen, es an einen Haken binden und die Eier dann in 15 Minuten hartkochen. Haben super geschmeckt!

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Und immer wieder: Diese kleinen Gebirgsbäche, die so wundervoll erfrischend sind.
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Am Wegrand wird Reis getrocknet.
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Blick aus unserer Unterkunft in Kiri-no-Sato. Da kann man nicht meckern.

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Auf dem Kumno Kodo gilt: Ohne Fleiß kein Preis. Es ist beschwerlich, und mühsam, aber ach, die Aussichten!

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Teil der Tempelanlage in Kumano Nachi Taisha. 

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Abschiedsbild, im Hintergrund der höchste Wasserfall Japans (131m).




18.09.2016 Saftiger Apfel-Schokoladenkuchen mit Quittenlikör


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Der Sommer war ja doch recht zäh, insofern bin ich froh, dass jetzt endlich herbstartige Temperaturen und Wetterchen über uns hereingebrochen sind. Ich liebe Sonne, ich liebe auch die Hitze – es sei denn, ich muss im Büro schmoren –, aber wenn's abends um 20:30 schon dunkel wird, passt das für mich nicht mehr zu einem lauen Sommerabend.

Den Herbst begrüßt man natürlich mit einem Apfelkuchen. 
Klar, Äpfel gibt es eigentlich das ganze Jahr über – aber ich rede von richtig frischen Äpfeln, die vor kurzem noch am Baum gehangen haben. Die nicht entweder Monate in Frachtern zwischen Neuseeland und Europa verbracht oder in deutschen Kühlhäusern zwischengelagert wurden. 
Ich persönlich mag Äpfel eigentlich nur im Herbst und Winter essen, im März verliere ich ad hoc das Interesse. Diesen Kuchen habe ich mit Äpfeln gebacken, die aus dem Schrebergarten meiner Eltern kamen, es war noch Ende Juli – die Früchte fielen aber schon, und man kann sie nicht lange liegen lassen, sie faulen schnell. Da musste halt im Hochsommer mal eine Apfelausnahme gemacht werden – dass der Kuchen trotzdem ratzfatz verputzt war, versteht sich von selbst. 

Dieser Kuchen ist ein gemütlicher Allrounder, in dem sowohl Obst als auch Alkohol beliebig ausgetauscht werden können (z. B. Kirschen/Kirschlikör, Orangenfilets/Rum, Birnen/Rum, da könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen). Verzichten würde ich nicht auf den Alkohol, er gibt diese besondere Note und sorgt für die besondere Saftigkeit. Generell: Der Kuchen ist superfix zusammengerührt und hält sich, theoretisch natürlich, tagelang. Ein Träumchen. 


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Ich freue mich total auf die kommenden Wochen. Weil ich ja seit geraumer Zeit auch einen Römertopf besitze, kann ich endlich mal Michas legendäres karamellisiertes Ofenapfelmus machen, davon träume ich ja schon seit Jahren. Hach. Der Herbst ist einfach toll. #WortzumSonntag

Saftiger Apfel-Schokoladenkuchen mit Quittenlikör 
Rezept für 1 runde Springform mit Loch (26 – 28 cm)



Zutaten
1 kg Äpfel (ungeputzt gewogen)

120 ml Quittenlikör
250 g Butter oder Margarine
150 g Zucker
3 Eier (M) 
150 g Magerquark
50 ml Milch
375 g Mehl
1 Packung Backpulver
4 EL Kakaopulver

Zubereitung 

Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) oder 160° (Umluft) vorheizen.
Die Äpfel putzen, entkernen, in Stückchen schneiden und zur Seite stellen.
Butter mit Zucker und Eiern schaumig schlagen. Quark, Milch und Quittenlikör zugeben und glattrühren. Mehl mit Backpulver und Kakaopulver mischen und langsam unter den Teig rühren. Anschließend die Kirschen  unterheben.
Nun den Teig in die gefettete Springform füllen und ca. 45 Minuten backen. 

Anschließend abkühlen lassen und aus der Form stürzen. 

Als Finish empfehle ich Puderzucker (mindestens), besser aber eine Glasur aus Schokolade oder einen Zuckerguss mit Quittenlikör. 
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