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2015/05/13 Die Mädchenküche kocht "zusammen" #2: Spinat-Quiche mit Ricotta und salzigen Cashewnüssen


Ich habe bis letzte Woche nie Ricotta gegessen. Ich habe den Ricotta nur für dieses Rezept gekauft. 
. . . 
ICH BIN SO VERLIEBT.

Ja, okay, vielleicht bin ich ein Spätzünder. Wir sind keine großen Käseesser, und wozu eigentlich braucht man Ricotta? (In Zukunft vermutlich für alles – ... ) Ich habe mir Ricotta immer anders vorgestellt, mehr so wie Hüttenkäse. Wie dumm ich war. 
Ricotta schmeckt einfach wundervoll! Mild und süß und lecker. Er ergänzt den mild-würzigen Geschmack von Spinat perfekt, weswegen die beiden auch so häufig miteinander kombiniert werden. Das wahre I-Tüpfelchen in diesem Rezept jedoch sind die gesalzenen und gerösteten Cashewnüsse, die für das gewisse Extra sorgen und die Quiche noch etwas aufregender gestalten.

Mir ist bewusst, dass eine Quiche normalerweise rund ist. 
Aber tzzz, Normalität, pöh.
Eine Quiche hat auch das Recht, mal nonkonform zu sein und etwas verrücktes zu tun. Ich habe ihr das hiermit ermöglicht. 

Außerdem habe ich diese Form schon seit Weihnachten und noch nie genutzt.

Spinat-Quiche mit Ricotta und salzigen Cashewnüssen
für eine rechteckige, lange Form (ca. 4 – 5 Stücke, ideal für 2) 

Zutaten
Blätterteig (z. B. TK-Platten oder Frischteig aus der Kühltheke)
Kichererbsenm getrocknet, zum Blindbacken 
150 g Spinat, fein gehackt 
100 g Ricotta
50 g Schmand
1 Ei
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
Muskatnuss
50 g geröstete und gesalzene Cashewkerne, teils grob gehackt

Zubereitung
Den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Form ausbuttern und mit Blätterteig auslegen. Eine Schicht Backpapier zurechtschneiden und auf den Teig legen, dann mit den getrockneten Kichererbsen auslegen und ca. 5 – 7 Minuten blindbacken.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten: Hierfür Spinat, Ricotta, Schmand und Ei zusammenrühren und mit den Gewürzen abschmecken. 
Die Kichererbsen entfernen und die Füllung auf den Blätterteig geben. Cashewkerne darüber streuen und ab in den Ofen: Nach 20 Minuten ist die Füllung fest und die Quiche fertig.
Achtung: Ihr solltet die Quiche sofort servieren. Die Cashewkerne weichen mit der Zeit durch und verlieren an Knusprigkeit. Wollt ihr die Quiche lieber später essen, so streut die Kerne erst kurz vor Verzehr darüber und backt sie nicht mit. 

2015/05/12 Die Mädchenküche kocht #2: Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta



Achja, dieses Leben...
Es ist zur Zeit wieder etwas ruhiger auf dem Blog, weil mich der Alltag 24/7 im Griff und damit auch erheblichen Einfluss auf die Regelmäßigkeit von Posts hier hat. Überaus spannend ist es gerade – eine große Änderung steht bevor, und ich freue mich so sehr auf dieses Neue, dass ich sogar das Kochen und Backen völlig vernachlässige. (Nope, ich bekomme kein Kind.)

Aus dem Blogger-Tief hat mich die zweite Runde der Mädchenküche gezogen, denn wir haben gemeinsam zum Thema Spinat die Kochlöffel geschwungen. Und wie vielseitig dieses Gemüse doch ist – fernab von der altbekannten Kombination Spiegelei, Kartoffelbrei und TK-Rahmspinat (lecker!) und den ach-so-gesunden Grünen Smoothies (und die erst!) kommt hier eine Offenbarung nach der anderen auf den Tisch. Bei Maja konnet ihr schon das Ofenrisotto mit frischem Spinat und Ricotta bewundern, bei Natalie Spinat-Ricotta-Gnocchi und Simone packte Polenta-Spinatmuffins mit Tomate in ihre Lunchbox. Ganz was Neues gab es bei Samira, die Spinat-Waffeln gezaubert hat, sowie bei Ramona, wo der Spinat ihre Overnight Oats bereichert. Der Spinatkuchen von Sibel ist auf jeder Kaffeetafel ein Hingucker, die Spinatbrioche von Franzi passen hingegen gut auf ein herzhaftes Fingerfood-Buffet und Ilonas Spinatknödel lassen mir persönlich jederzeit das Wasser im Mund zusammen laufen.

Uns bei mir? Da wird's mal wieder türkisch!
Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta, ein Rezept aus Pismek, meinem liebsten Kochbuch überhaupt (welches im Original jedoch Mangold verwendet). Gar nicht aufwändig oder langwierig, lediglich das Teigschiffchengeknete und -gebastele ist mir nicht so leicht von der Hand gegangen.
Die Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta schmecken mir gerade wegen der Kombi süß und salzig so gut, sind sowohl warm als auch kalt überaus lecker – und passen nicht nur auf euer Mezze-Buffet, sondern auch in die Lunchbox oder ins Picknickkörbchen.

Schaut auf jeden Fall morgen auch wieder hier rein – denn morgen wird's hier wieder grün! Haben wir beim letzten Mal die Hülsenfrüchte als Oberthema behandelt und zum Schluss Jede ein Curry gezaubert, toben wir uns dieses Mal an einer Quiche aus. Ich bin schon sehr gespannt auf die Rezepte der anderen Mädels!
Wir teilen alle Rezepte übrigens auch immer über unsere gemeinsame Facebook-Seite.


Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta
Rezept für 8 Stück

für die Pide
250 ml Vollmilch
60 g Butter
1 1/2 EL Zucker
125 ml lauwarmes Wasser
2 TL getrocknete Hefe
675 g Mehl
2 TL Salz

für die Füllung
800 g TK-Spinat, ganz oder grob gehackt
2 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
50 g Sultaninen
Salz
Pfeffer
200 g guter Fetakäse
1 Eigelb, mit 1 EL Wasser verschlagen

Zubereitung
Milch und Butter in einem kleinen Topf bei niederiger Temperatur erhitzen, bis die Mischung lauwarm ist. Vom Herd nehmen und beiseite stellen. Zucker und 125 ml lauwarmes Wasser in einer Schüssel vermenken und die Hefe darübersprenkeln. Zur Seite stellen, bis sich nach ca. 5 Minuten Schaum auf der Oberfläche gebildet hat. 
Hefe- und Milchmischung in einer größeren Schüssel vermengen und Mehl und Salz dazugeben. Verrühren, bis ein grober Teig entsteht. Diesen auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen und ca. 6-7 Minuten mit den Händen ordentlich durchkneten, bis der Teig sämig und elastisch ist. Zu einer Kugel formen und in eine leicht mit Öl bestrichene Schüssel geben. Mit Frischhaltefolie abdecken und eine Stunde gehen lassen, bis der Teig sein Volumen verdoppelt hat. 

In der Zwischenzeit könnt ihr euch der Füllung widmen. 
Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch zufügen und 5 Minuten schmoren, nicht braten (!). Sultaninen und Spinat dazu geben, die Pfanne zudecken und 10 Minuten garen, bis der Spinat aufgetaut ist und sich alles miteinander verbunden hat. Mit Meersalz und Pfefer abschmecken, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Feta erst einrühren, wenn die Mischung beinahe kalt ist. 

Den Backofen auf 200 °C vorheizen und zwei große Backbleche einfetten. Den Teig noch einmal durchkneten und in acht gleich große Stücke teilen. Jeweils ein Stück Teig zu einem größeren Oval ausrollen. Ein Achtel Füllung in die Mitte geben, einen 2,5 cm breiten Rand lassen, dann den Teig an den Seiten hochziehen und über die Füllung klappen, so dass diese teilweise bedeckt ist. Das habe ich ehrlich gesagt nicht so super gut hinbekommen, aber ich wage gleich morgen noch einmal den Versuch. Die Seiten mit der Eigelb-/Wassermischung bepinseln und portionsweise 15-20 Minuten backen. 
Guten Appetit!

PS: Sultaninenhasser? Frevler! Aber lasst sie einfach raus, die Pide schmecken auch ohne. 

2015/04/24 Passionsfrucht-Curry mit Kichererbsen und Reis – frisch von den Seychellen


In kulinarischer Hinsicht war unser Urlaub auf den Seychellen etwas herausfordernd.

Großstädter sind ja unheimlich verhätschelt. Haben wir doch an jeder Ecke ein Café, ein Bistro oder ein Restaurant, und sind daran gewöhnt, zu jeder Tageszeit einzukehren, am liebsten aber den Abend mit guten Freunden und einem Glas Wein dort ausklingen zu lassen. Kein Bedürfnis nach Geselligkeit? Der nächste Supermarkt mit einem ständig verfügbaren Sortiment von A bis Z ist mit Sicherheit nicht weit, und wenn doch – die Telefonnummer für den Lieferdienst habt ihr bestimmt auf Kurzwahl im Smartphone gespeichert, oder? 

Ähm, ja. Auf den Seychellen läuft das (und irgendwie alles andere auch) nicht ganz so.
Die 115 Inseln liegen vor der Ostküste Afrikas, südlich des Äquators und damit in den Tropen. An wortwörtlich jeder Ecke gedeiht prächtiges Obst vor sich hin – Bananen, Papayas, Limetten, Mangos, Sternfrüchte, Avocado, Brotfrüchte, Ananas, Kokosnüsse. Mein Foodie-Herz pochte ganz doll, als ich das anfänglich registrierte. Was für eine Auswahl! Was für ein Überfluss!
Jedoch: Seid ihr frühmorgens auf dem Markt der Hauptstadt Victoria, bekommt ihr die größte, beste Bandbreite an Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Kommt ihr zu spät oder habt gar keine Chance den Markt zu besuchen, seid ihr auf einige Straßenhändler angewiesen, die Früchte aus Eigenanbau anbieten – oder auf das Angebot weniger Supermärkte respektive Tante-Emma-Läden. Versucht da aber mal, nach 14 Uhr eine Packung Toast zu ergattern. Pustekuchen. Die Grundversorgung durch Nudeln und vor allem Reist ist zwar gesichert, aber noch lange nicht jedes Geschäft führt Milchprodukte. Gemüse und Obst sind Mangelware (hat man ja eh im eigenen Garten) und Eier? – Na, was weg ist ist weg. Wann's wiederkommt? Mal sehen. Vielleicht morgen. Vielleicht übermorgen. Vielleicht nächste Woche.

Auf den Seychellen werden um spätestens 17 Uhr die Bordsteine hochgeklappt. Die Sonne geht um 18:30 Uhr unter, danach sind die Straßen leer und verlassen, zudem stockduster. Dementsprechend spielt sich das Leben Zuhause ab, und auch wir haben die Abende in unserem Apartment verbracht, gekocht und ziemlich viel Seybrew – das lokale Bier, für mich seitdem die Nr. 1 – getrunken.
Trotz unseres Selbstversorgertums haben wir mittags oft auswärts gegessen, weswegen ich ein Gefühl für die Küche der Seychellen bekommen konnte. Die Gewässer sind sehr fischreich, und frischer als dort können vermutlich nicht serviert werden: Ob Red Snapper, Papagei- oder Thunfisch – jedes Restaurant bietet einen „Catch of the day“ an. Dazu wird meist eine „Creole Sauce“ gereicht, ein rotes, stückiges Gemisch mit Gemüse- und Obstanteilen, die zwischen mild und scharf rangiert. Durch den indischen Einfluss sind auch Reis- und Currygerichte auf jeder Speisekarte zu finden, häufig mit Oktopus oder Hühnchen.Es wird sehr wenig gesalzen, im Fokus steht der Eigengeschmack der Zutaten.  

Vegetarische Highlights waren für mich frittierte Papaya und ein großartiges, herzhaftes Kürbismus.
Einmal aßen wir ein kreolisches Kichererbsencurry mit Passionsfruchtsauce. Für mich – als Liebhaber süß-herzhafter Gerichte – ein echtes Highlight.
Ja, es war schön dort.

Mögt ihr auch so gerne tropisches Obst im Essen wie ich? Was sind eure Rezept-Highlights, die ich unbedingt mal ausprobieren muss? 


Passionsfrucht-Curry mit Kichererbsen und Reis
Rezept für 2 Personen

Zutaten
2 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
3 Zwiebeln
1 Möhre
1 gelbe Paprikaschote
1 Dose gute Tomaten (z. B. von San Marzano)
eventuell Tomatenmark
1 kleine Dose Kichererbsen
3 aromatische Passionsfrüchte (Maracujas)
Curry-Gewürzmischung
etwas Zucker
etwas Salz

Reis als Beilage

Zubereitung
Zwiebeln, Möhre und Paprikaschote putzen. Zwiebeln grob und Knoblauch klein würfeln, Möhren in Scheiben und Paprika in Stücke schneiden. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin unter rühren dünsten – die Zwiebeln sollten keine Farbe annehmen und das Gemüse keine „Bratkruste“ erhalten, wir wollen alles nur schonend vorgaren. Nach ca. 5 Minuten, so lange das Gemüse noch Biss hat, Tomaten und Kichererbsen dazugeben  und weiter garen. Wenn ihr es nicht so flüssig mögt, fügt ruhig noch ein wenig Tomatenmark hinzu.
Von den Passionsfrüchten zwei bereits jetzt in die Pfanne geben und verrühren, mit Curry, Zucker und Salz abschmecken. Die letzte Passionsfrucht dient als extra-fruchtiges Topping.

Noch warm mit Reis servieren. Einmal Tropen und zurück!


2015/04/10 Über den Wolken: Vegan Essen im Flugzeug – {Im Test: EMIRATES}

Albtraum Flugzeugessen – oder auch: Das Schreckgespenst in der Plastikschale. Dieser Blogpost entsteht, weil ich selbst kurz vor meinem Urlaub mich kreuz und quer durchs Netz gegooglet habe, die Frage im Hinterkopf: Gibt es die Möglichkeit, im Flugzeug vegan zu essen? Und wenn ja: Was servieren die einem da überhaupt? 

Die Ausgabe der Mahlzeiten im Flieger gleicht für mich einer stressigen Überraschungsparty: 
Hochkonzentriert versuche ich zu verstehen, welche Mahlzeiten die Flugbegleiterin mir – gedämpft von Dröhnen und Turbinenlärm – anpreist. Und wenn ja (oder auch nein), wie soll ich mich bloß binnen Sekundenbruchteilen zwischen Variante A (Pest) oder B (Cholera) entscheiden? 
Dazu kommt: Ich vertrag das Essen schlecht. Ich habe Hunger, möchte genießen, mir die Stunden vertreiben, und doch habe ich kurz danach immer sehr unangenehme Bauchschmerzen, die ich auf die Kombination Essen/Bewegungsmangel schiebe. Ihr merkt: Ich habe „Chicken or Pasta?“-Trauma von meinen Flugreisen davon getragen.  Im schlimmsten Fall sitzt übrigens zusätzlich links von einem der „Unruhegeist“ (nickt ein und zuckt dabei unkontrolliert mit den Ellbogen), rechts der „Besatzer“ (okkupiert von Anfang an alle Armlehnen sowie Teile des benachbarten Fußraumes), und in der Reihe davor der „Klappstuhl-Rüpel“, der fünf Minuten nach Start eine bequeme Position einnimmt, in dem er seine Lehne um gefühlte 90° nach hinten stellt. In solch einer Situation sollte Essen Trost spenden.

Das ist hoch über den Wolken jedoch schwierig. Aufgewärmte Menüs sind per se eher ungeil sind, und irgendwie hängt es auch mit dem Druck, der Flughöhe und dem veränderten Geschmackssinn zusammen. Anja von Travel on Toast hat vor einigen Wochen ein Interview mit dem Leiter des Borddiensts von Condor geführt, welches ich sehr erhellend fand. 

Noch schwieriger wird es, wenn man „eingeschränkt ernährungsfähig“ ist, wobei Vegetarier meistens noch Glück haben. Schwieriger wird's für laktoseintolerante, glutenallergische, muslimische, jüdische – die Lösung: Ein Sondermenü vorbestellen. Fast alle großen Airlines bieten diesen Service an, sodass man nicht mit leerem Bäuchlein tausende Kilometer auf wenige Zentimeter eingepfercht verbringen muss. Und weil wie gesagt weder Chicken (sicherlich Qualzucht, bäh) noch Pasta (meistens mit Sahne oder Ölsauce, hmmm, was leichtes, weil man sich ja so viel bewegt) so mein Ding ist, habe ich mir dieses mal ein Sondermenü bestellt. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. 

Wir sind mit Emirates von Düsseldorf auf die Seychellen geflogen und hatten einen Zwischenstop in Dubai. Emirates hat ein riesiges Angebot an Sondermenüs, was ich wirklich toll finde. Schade ist nur, dass man – im Gegensatz zu den anderen Passagieren, die das Menü gleich am Anfang in die Hand gedrückt bekommen – nie weiß, was einen erwartet bzw. auch nicht erfährt, was vor einem im Plastikschälchen liegt. Deswegen sind meine Angaben, was genau ich bekommen habe, ohne Gewähr. ;-)


Flug 1 – DUS X DXB
Dinner: Kichererbsencurry mit Basmatireis und Edamame-Bohnen; Kartoffelsalat mit Gurken; Brötchen; Obst


Flug 2 – DXB × SEZ
Frühstück: Teigröllchen mit Gemüsefüllung; Bohnen in Tomatensauce; Spinat; Tomate; Brötchen; Marmelade; Margarine; Obst


Flug 3 – SEZ × DXB
Dinner: Hier wusste man leider nichts von unserer Vorbestellung, besorgte uns aber ein vegetarisches Hindu-Menü: Kartoffelcurry (sehr scharf), Reis und Spinat; Bohnensalat; Brötchen; Obst

*Leider habe ich hier vergessen, ein Foto zu machen. Es war schon 1 Uhr nachts und ich war sehr müde, von mir aus hätte man um die Uhrzeit gar nichts mehr servieren müssen.  

Flug 4 – DXB × DUS
Frühstück: Linsensalat mit Bambus; Brötchen; Marmelade; Margarine; Obst
Lunch: Tortellini mit undefinierbarer Füllung in Paprika-Tomatensauce; gefüllte Weinblätter; Hummus; Brötchen; Margarine; Kompott



Ich fand das Essen grandios. Mein Mann bekam auf dem Hinflug noch das Standardessen, war aber so begeistert von meinen Menüs, dass er für den Rückflug ebenfalls vegan vorbestellte. Ich fand nicht nur jedes Gericht ausnahmslos lecker (also wirklich lecker, nicht „geht so“), sondern auch bekömmlich. Besonders das Obst fand ich toll. Klar, man könnte sich nun beschweren, dass Emirates einem keinen veganen Brownie zaubern, aber das Obst war saftig, süß und frisch und lag – was mir besonders wichtig war – nicht schwer im Magen. Ich musste ein bisschen lachen, als unser Sitznachbar seinen Käsekuchen mit Sahne und Vanillesauce nur anstupste, kurz probierte und die Gabel dann wieder zur Seite legte...

Was habt ihr denn für Erfahrungen mit Flugzeug-Mahlzeiten? Bestellt ihr ein Sondermenü vor oder nehmt ihr was kommt? Welches Airlines könnt ihr besonders empfehlen und welche lieber nur mit einem Tagesvorrat an Müsliriegeln und Sandwiches besteigen?

2015/04/06 Einback – Ein spektakulär einfacher Osterzopf {LURPAK Blogparade}


Und ihr jetzt alle so: „Nicht noch ein Osterzopf...“ (stöhn).
Sorry, ich weiß, heute ist Ostermontag, und ihr habt alle die Backen voll davon, aber mein Lieblingsrezept will ich trotzdem mit euch teilen. Ich bin sicher, ihr liebt buttriges Hefegebäck genau so wie ich, gebt es schon zu!
Ob Brioche, Hefestuten, Milchbrötchen oder Weckmann – ich bin definitiv süchtig. Beim Bäcker kann mich keine noch so glänzende Rosinenschnecke, kein knuspriges Schoko-Croissant und schon gar kein praller Muffin locken – ich bleibe bei meinem fast anachronistisch anmutenden Hefehörnchen oder Stütchen. Auch ein Sonntagnachmittag könnte für mich nicht perfekter sein als mit einem Stück saftigen Stuten oder Weißbrot. Zwar habe ich kein riesiges Repertoire an eigenen Rezepten – kenne genügend Bäcker, die mir diese Aufgabe abnehmen, hierfür ein schmatzendes Dankeschön! –, aber die, die ich habe, können auf eine essenzielle Zutat nicht verzichten: Butter.

Nach unserer Rückkehr von den Seychellen, wo es tagein, tagaus Toast zum Frühstück gab, hatte ich  diesen unbändigen Heißhunger auf frisches, fluffiges Hefegebäck. Mein erster Versuch waren  kleine Brioche, welche sich nach dem Backen leider nur noch als Wurfgeschosse gegen die Köpfe von Dügida-Anhängern eigneten. Also zurück zum Start, zum Altbewährten: Einback. Zu einem Zopf geflochten passte er eh gut zu Ostern, und der Teig ist auch für Hefeangsthasen leicht zu bewältigen, klebt nicht, muckt nicht, und lässt sich in jede beliebige Form bringen. Eine gute Prise Salz sollte nicht fehlen. Seht ihr? Wenn sogar ich so einen hübschen Zopf flechten kann, könnt ihr das auch.


Der Hefezopf ist mein Beitrag zur Blogparade von Lurpak Butter, einer dänischen Butter mit über 100 Jahren Tradition, die seit kurzem auch in Deutschland erhältlich und für uns Verpackungsopfer („Oh, guck mal, die kleinen Blöcke! Silbernes Papier! Und die Lettern!“) ein Highlight ist. Ganz im Sinne von Lurpak bin auch ich der Meinung, dass das „spektakulär Einfache“ viel öfter Platz auf unserem Teller haben sollte, denn guter Geschmack kommt ohne viele Zutaten, ohne viel Brimborium, ohne Schnick und Schnack aus. Mein Beitrag dazu: Dieses Rezept.
Außerdem durfte ich noch folgende Fragen beantworten:

1) Was bedeutet es für dich, ein Foodlover zu sein?
Kurz und knapp: Gutes Essen bringt mein Herz zum Hüpfen. Minderwertige Produkte und Gerichte, Missstände in der Tierhaltung, Genmanipulation am Gemüse, Lebensmittelverschwendung, Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und ähnliches machen mich traurig.

2) Manche Tage laufen einfach nicht gut – welches Gericht macht dich nach einem miesen Tag wieder glücklich?
Milchsuppe. Dazu einfach 250 ml Milch, 125 ml Wasser, 20 g Schmelzflocken, eine gute Prise Salz und 1 – 2 EL Zucker aufkochen. Mein ultimatives Wohlfühlessen. Am besten übrigens mit einem Stich Butter...

3) Fremde Kulturen, fremde Küchen – Wo und wie begibst du dich am liebsten auf kulinarische Entdeckungsreise?
Der Einschlag ist wohl unverkennbar: Ich liebe die türkische und orientalische Küche und bin verrückt nach Gewürzen wie Zimt, Kreuzkümmel, Sumach, Za'tar – ansonsten mag ich aber auch vietnamesisch und japanisch sehr gerne.

4) Nach Rezept oder einfach drauf los? Wie kochst du am liebsten?
Am Wochenende probiere ich gerne mal ein richtiges Rezept aus, unter der Woche schüttele ich das Essen aus dem Handgelenk, mal mehr, mal weniger erfolgreich. That's the way it is. 

PS: Esst mehr Butter!



Einback-Hefezopf
für 1 grooooßen Zopf, nicht nur zum Osterfrühstück

Zutaten
500 g Weizenmehl
90 g Zucker
75 g Butter
2 Eier, Größe M
150 ml Milch
1,5 Päckchen Trockenhefe (21 g)
optional: 1 Eigelb und etwas Wasser zum Bestreichen

Zubereitung
Butter schmelzen und Milch erwärmen. 
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Hefeteig zusammenkneten. Das klappt ganz gut mit einem leistungsstarken Handmixer, ich nehme aber auch gerne noch die Hände für das „Finish“.
An einem windgeschützten Ort ca. 30 Minuten auf das Doppelte gehen lassen.
Dann den Teig nochmals gut durchkneten und in drei gleich große Stücke teilen.
Diese zu Rollen formen und zu einem Zopf flechten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Nochmals 20 Minuten gehen lassen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zopf mit dem Eigelb/Wassergemisch bestreichen und ca. 25 – 30 Minuten backen. 

2015/03/29 30 kulinarische Highlights aus 30 Lebensjahren

Gerade, als ich diesen Post schreibe, befinde ich mich noch auf der Couch im heimischen Unterbilk, der Rheinturm hat sich zum ersten Mal seit Tagen kein Nebelmäntelchen umgehangen, dennoch ist es kalt, die Straßen nass.
Heute, wo ihr diesen Post lesen könnt, ist gut eine Woche vergangen. Ich habe die Couch temporär gegen eine Hängematte und Sandstrand getauscht und feiere außerdem meinen 30. Geburtstag.
Weil ich mir dachte: „Hey, wie wäre es, wenn du einfach abhaust, anstatt diesen 08/15 Kaffeeklatsch abzuhalten?“ Insofern: Liebe Grüße von der Südhalbkugel!

1) Mama füttert (noch) erfolglos. Es sollte nicht lange so bleiben.
2) Opa bringt mich davon ab, in ein Kissen zu beißen, das wie ein Schwarzbrot aussieht.
3) Skeptische Blicke auf das Fläschchen von Papa. War aber offensichtlich alles okay damit.

Wie schon letztens angesprochen, halte ich den 30. Geburtstag heutzutage für keine Zäsur mehr. Und da ich erst vorgestern von fremden Sparkassenangestellten unmanierlich geduzt wurde, scheine ich auch optisch noch ganz gut dabei zu sein.
Und trotzdem, auch ohne das große Tamtam darum: 30! Wow! Wo sind die letzten Jahre hin?
Und womit habe ich dieses wunderbare Leben eigentlich verdient?
Wenn ich so an meine Teenager-Zeit denke, sehe ich nur Grusel, Weltschmerz, Last. Nie hätte ich gedacht, irgendwann so zufrieden und glücklich sein zu dürfen. Ich bin – wem auch immer, Gott, Shiva, meinen Ahnengeistern, sucht euch was aus – so unendlich dankbar dafür, dass in meinem Dasein kein Übel Platz hat. Ich bette mich zwar nicht auf rosa Wolken, meckere vom Frühstücksmüsli bis zum Guten-Abend-Tee, optimiere und kritisiere in und an jedem Eckchen, weiß aber auch: Eigentlich ist alles gut. 

Und dann wollte ich ein Fazit schreiben, ein Resümée oder sowas. Und worüber könnte man an dieser Stelle besser resümieren als übers Essen? Ich habe mir überlegt, welche kulinarischen Genüsse der letzten 30 Jahre mir eigentlich im Gedächtnis geblieben sind. Herausgekommen ist diese Liste, quer und unsortiert, ohne Lebensalter, Orten oder sonstwie, das ist eine Liste nach Dingen, wie sie eben in meinem Kopf aufploppen, während ich darüber nachdenke.

Ich habe so gut es geht verlinkt, intern wie extern, das sind alles Empfehlungen von Herzen, unentgeltlich und non-affiliate. Interessanterweise sind viele Nennungen mit Reisen, vor allem nach Tokyo, Paris und New York verbunden – so soll's sein.
01) Unser Hochzeitsmenü im Spice Market, New York 2014.
02) Der perfekte Restaurantbesuch bei Keen's mit meinen Eltern, New York 2013 – für immer unvergessen.
03) Alles, was irgendwie mit Schwarzwälder-Kirsch zu tun hat. 
04) Mein erster Red Velvet Cupcake von Magnolia Bakery, New York 2013. Seitdem bin ich Red-Velvet-Addict.
05) Junior's Cheesecake, New York 2014.
06) Caffé Veloce Cheesecake, Tokyo 2009.
07) Japanische Crêpes mit Käsekuchen, Erdbeeren und Sahne bei Marion, Tokyo 2009.
08) Die Entdeckung von Wagyu Rinderfilet.
09) Pumpernickel Bagel, New York 2014.
10) Meine liebsten Frühlingsboten: Bärlauch, Spargel, Erdbeeren.
11) Mit herzlichem Gruß an Mama + Oma: Sauerbraten, Endiviensalat, Saure Eier, Kartoffelsalat. 
12) Erbsensuppe im Kloster Mariawald in der Eifel.
13) Japanische Frikadelle mit Reis, in einem Kellerrestaurant, das ich alleine nie gefunden hätte – definitiv eines der besten Essen meines Lebens, Tokyo 2005.
14) Schwarzer Johannisbeerlikör, die süffigste Liebe meines Lebens, aber bitte nur vom Gutsgasthof Andres, Pettstadt 2011.
15) Falafel (Favorit: L'as du Falaffel, Paris).
16) Frische, heiße, saftige, knusprige Zuckerwaffeln, Lüttich 2014.
17) Meine beiden Supper Club Erlebnisse in Thomas' Magic Garden Supper Club. Maren hat davon hier berichtet. Düsseldorf 2013.
18) Matcha – in jeder erdenklichen Form. Pur, als Latte, Schokolade, Bonbon. I love it. 
19) Die süßesten, getrockneten (und ungesalzenen) Tomaten aller Zeiten, ein Tante-Emma-Laden in Sollér, Mallorca 2011.
20) Macarons, sowie die Erkenntnis, dass ich die auch selbst machen kann.
21) Oliven und Zaziki in der Taverne Grigoris, unsere Rettung, als wir am immergleichen Hotelfraß fast zu Grunde gegangen wären, Rhodos 2013.
22) Das Baguette vom Meilleur Boulanger de Paris. 2010 war das Le Grenier à Pain mit Djibril Bodian. Es war phänomenal! Laut meiner Recherchen backt er dort immer noch. Und falls ihr gerade nicht in der Gegend seid: Hier könnt ihr euch die besten Pariser Bäckereien der vergangenen Jahre anschauen.
23) Perfekte Pâtissierkunst von Sadaharu Aoki, Paris 2011.
24) Fish & Chips, London 1998.
25) Wie ich zum ersten Mal (aus Versehen) in ein Tintenfisch Nigiri biss, Tokyo 2005.
26) Le Pain Quotidien – mache ich selbst irgendwann mal auf. 
27) Desnuda, New York 2014. Spottet jeder Beschreibung, muss man selbst erlebt haben. 
28) Das Okonomiyaki, das meine japanische Freundin 2008 für uns gemacht hat. Unvergessen.
29) Mein Lieblingsladen in Düsseldorf: U. – Das Restaurant. Weil sie's können. 
30) Das Eis meiner Kindheit: Sky, Bimo, Blizz, Tschisi, Paradiso, Banana Joe. Ich möchte gerne noch noch mal zurück ins Jahr 1992. Damals war ich 7. Jetzt bin ich 30. Was zur Hölle.

Habt ihr jetzt auch so doll Hunger wie ich? 
Ich hoffe es!
Macht euch einen schönen Sonntag.