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2014/09/05 {feines gemüse reist rum} NEW YORK II – Gut essen on a budget

New York ist eine tolle Stadt, in der sich unfassbar gut essen lässt – und das eigentlich an jeder Ecke.
Problem dabei: New York ist auch ein bisschen teuer. Schon bei meinem ersten Besuch kamen mir die Preise fürs Essen(gehen) recht gehoben vor. Wenn ihr also nicht unbedingt den ganzen Tag auf Bagels rumkauen möchtet, kann euer Trip gut ins Geld gehen. Kann – muss aber nicht.

Ihr verreist gerne? Klar. Ihr habt ein Budget und könnt den Scheinchen nicht einfach nur hinterherwinken? Hey, cool, ich auch nicht! Und deswegen stelle ich euch im folgenden ein paar ganz gute Alternativen vor – quasi das Mittelding zwischen Bäckerei- und Restaurantbesuch. Eure zuverlässigen Partner, wenn ihr euch nach endlosen Kilometern zu Fuß auf amerikanischem Boden ganz dringend schnell, gut und halbwegs günstig aufpäppeln wollt.

Ihr seid schon mal in New York gewesen? Dann bin ich mir sicher, dass euch diese Läden bekannt vorkommen. Wenn nicht: Dann seid ihr für die Zukunft gewappnet!

PRET-A-MANGER


Pret-A-Manger blickt schon auf eine lange Geschichte zurück: Gegründet 1986 in London, handelt es sich um eine Art Convenience-Store und Restaurant, in dem es allerlei gesunde Snacks to stay or to go gibt: Sandwiches, Wraps, Salate, Suppen, Müsli, Baguettes – ergänzt wird das Angebot natürlich durch das übliche Kaffee- und Süßgebäcksortiment, außerdem Obst, Kernmischungen und ein paar Backwaren wie Muffins oder Croissants. 
Das besondere: Bei Pret-A-Manger verkommt nichts. Getreu dem Motto: „Made today, gone today“ werden alle nicht verkauften Produkte aus der Frischtheke nach Ladenschluss den Obdachlosen gespendet. Weil: „It’s the right thing to do!“
In das Konzept passt auch, dass bei allen Verpackungen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Alles ist biologisch abbaubar, es gibt keine handelsüblichen Folien oder Plastikschalen.


Kurz gesagt ist Pret-A-Manger ein Laden, in den ich einziehen könnte. Auch, weil man gut, gesund und irgendwie fair essen kann, ohne sich finanziell wer weiß wie zu verausgaben. Die Salate (z. B. „Mezze“: Grüner Salat mit Falafel, Hummus und Granatapfelkernen oder „Kale Caesar“ mit Grünkohl, Hähnchen, Parmesan und Croutons) kosten ca. 8$, Dressing geht mit 75 ct extra. Zwei Sandwiches kosten um die 5$, ein Müsli 3,50$, zwei gekochte Eier mit Spinat 1,99$. Mein diesjähriger Favorit, der vegane Nori Wrap mit Avocado, rotem Quinoa, Edamame, Gurke und allerhand anderem leckeren Zeug kostete ebenfalls 7$ und war sein Geld allemal wert.
Übrigens: Die Waren wechseln! Morgens gibt es typische Frühstückswaren (Wrap mit Ei und Bacon), ab ca. 11:30 Uhr kommt dann das Mittags- und Abendangebot.

Ihr findet die Läden in Manhattan an wirklich jeder Ecke, teilweise sind sie bis spät in die Nacht geöffnet.

Hach. So einen Wrap könnte ich jetzt vertragen. Aber weiter geht's:

LE PAIN QUOTIDIEN 

Ach. Mein Herz. 
LPQ gibt es – ebenso wie Pret-A-Manger – nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Bei meinen Recherchen habe ich gesehen, dass es vor fünf Jahren sogar mal ganz wenige Filialen in Deutschland gab. Und nun ratet wo! – Genau, unter anderem hier, in Düsseldorf, am Carlsplatz. Erst konnte ich das gar nicht glauben, aber nun, wo ich ein bisschen in meinem müden Kopf gegraben habe, fällt es mir ein: Ich erinnere mich an dieses Café, das immer sehr french-y, aber auch sehr voll aussah und deswegen auch nie von mir besucht wurde – nun, hinterher ist man immer schlauer, und Le Pain Quotidien hat sich auch binnen weniger Monate wieder aus Deutschland zurückgezogen. Ein Verlust, wie ich finde. Denn: Ich liebe diesen Laden!


Le Pain au Quotidien ist eine auf rustikal-französich getrimmte Café- und Bistro-Kette, die ihre Sache ziemlich gut macht. Kaum hat man die Läden betreten, setzt unweigerlich eine tiefe Entspannung ein. Geschäftiges Treiben, helle Holztöne und Möbel im Landhausstil, ein bisschen vintage, ein bisschen modern – und dann die Theke, hinter der sich allerlei Brot und Baguette, herzhafte Quiches und süße Kleinigkeiten türmen
LPQ führt keine Softgetränke oder Burger, vielmehr gibt es hausgemachte Limonaden, Salate mit Linsen, Quinoa und Avocado, vieles ist „organic“ und natürlich auf Gesundheit gemacht. Als Signature Dishes dienen Tartines. Oder wie man in Amerika sagt: Open Faced Sandwiches.
Auf traditionellem Landbrot wird z. B. Hummus von geröstetem Blumenkohl, Salat, Pinienkerne serviert. Oder gegrilltes Hühnchen mit Mozzarella und Pesto. Oder Landschinken, Gruyère, Cornichons – alles ist wunderschön angerichtet, aber nicht nur ein Augenschmaus, sondern schmeckt auch gut und macht ordentlich satt. Vor allem dann, wenn man sich vorher die Füße platt getreten hat.


Auch hier kann man gut essen, ohne für den Rest des Urlaubs nur noch trockene Bagel konsumieren zu müssen.Die Tartines liegen so zwischen 9 und 15$, auch die anderen Gerichte sind in dieser Preisklasse zu finden. Kaffee, Cappuccino und Tee schmecken ebenso lecker wie z. B. der Melon Cooler (ein Getränk mit Melonen- und Gurkensaft, 3,50$) oder die Citrus Lemonade (sauer, aber erfrischend bei plus 30°). Frühstück gib es den ganzen Tag über! :-) 


Wer von all dem Manhattaner Gewusel eine Auszeit braucht, ist dort genau richtig. Auch LPQ gibt es dutzendfach, mein Lieblingsladen liegt auf der W 71st am Central Park. Da kann man eben nach einem langen Spaziergang durch Irrwälder und Wiesen (wer mal im Central Park gewesen ist, weiß was ich meine) eben ganz besonders gut erholen. :-)


DUANE READE


Der Slogan von Duane Reade ist „Your City. Your Drugstore.“, was wohl irgendeine Art von emotionaler Verbindung zu den Städtern schaffen soll. Zumindest bei mir hat's geklappt. DR ist überall. Eine Mischung aus Apotheke, Drogerie, Supermarkt und Convenience Store, die 1960 gegründet wurde.
Viele Läden bieten mittlerweile ein kleines, gekühltes Sortiment an To-Go-Artikeln wie Obst, Müsli, Salate und Sandwiches an. Nicht meine erste Wahl, aber wenn man nachts mal nichts anderes mehr findet, kann einem ein Whole-Grain-Cheddar Sandwich für 4$ das Leben retten. Übrigens auch euer Anlaufpunkt für Softdrinks, Eis, Labello, Handcreme, Schminke, Chips, Schokolade – die meisten meiner Mitbringsel kaufe ich tatsächlich dort, am liebsten die kleinen M&M Tütchen für 1,20$, die an der Kasse liegen. ;-)

Ihr Lieben, ich hoffe, der kleine Einblick in die Welt des schnellen, günstigen und vernünftigen Essens in New York hat euch gefallen. Verratet ihr mir, wo ihr in New York am liebsten esst?

Wir sehen uns bald wieder zu Teil III der New York Reihe – und dort werde ich den Bio-Supermarktriesen Whole Foods genauer unter die Lupe nehmen!

2014/08/29 Fine Vegan Dining – das Amano Verde in Düsseldorf


Ich bin mal wieder die letzte im Bloggerbunde, die von einem wirklich schönen Event vor einigen Wochen erzählen kann. Aber ich denke, mein New York „Projekt“ ist eine ziemlich gute Ausrede für all meine Nachlässigkeiten. ;-)

Das Restaurant im Düsseldorfer Hotel Radisson Blu Media Harbour existiert zwar schon länger – hat aber seit kurzem ein völlig neues Konzept: Im Amano Verde wird nur noch vegan und vegetarisch gekocht, und zwar auf hohem Niveau. Schon als ich im Frühjahr das erste Mal davon hörte, dass das Restaurant sich bald komplett vom Fleisch auf der Karte verabschiedet, wurde ich hellhörig. Und wie es der Zufall wollte, wurde ich kurz darauf eingeladen, zusammen mit Maja (moeys kitchen), Mareike (girl on travel) und Samira (Vegetarisch-Delikate Kochwelt) das Amano Verde zu testen.

Am Samstag, dem 19. Juli war es so weit: Empfangen wurden wir auf der Terrasse des Hotels mit einem lecker Dröppche, dessen Namen ich leider vergessen habe. Es war pink, spritzig und so lecker, dass ich schon um 17:30 Uhr einen ersten Schwipps hatte. 
Schon früh zu Beginn gesellte sich auch der Küchenchef zu uns: Dennis Riesen, selbst – wer hätte es geahnt? – seit rund einem Jahr Veganer. Ein kleiner Knuspersnack, den wir blind verkosteten: Woran erinnern Konsistenz und Geschmack des Bruschetta-Belags? – Na, ganz klar an Eiersalat. Die Kombination aus Avocado und Kala Namak (einem Salz, das alles nach Ei schmecken lässt, ohne Witz!) macht's – toll! Direkt zu Anfang was gelernt und auf die Nachbastel-Liste gepackt. 

Nachdem wir auf der Terrasse Platz genommen haben, ging's auch schon los. Vier Gänge standen auf dem Programm:


Créme Brulee von der Paprika und Süßkartoffel-Curry-Suppe mit Apfelchips  


Risotto mit Garnelen


Ananas-Minze-Salat mit Grüner Tee Sorbet

Zu Gang 1 gibt's für mich überhaupt nichts hinzuzufügen. Total abgefahren, sooo gut und sooo mächtig, dass ich danach eigentlich schon satt war. Dennoch hätte gerne noch drei Schüsselchen davon gegessen: Das rauchige Paprikaaroma hat einfach ganz wundervoll mit dem pfeffrigen Rucola und der zuckrigen Kruste harmoniert – hmm!
Statt einer weiteren Portion, die ich mir heimlich gewünscht habe, bekam ich Gang 2 serviert, der sich glücklicherweise auch als sehr köstlich entpuppte: Die Süßkartoffel-Curry-Suppe überzeugte durch nicht zu viel Kokos, nicht zu viel Curry und das leckere frische Topping. Lecker – ich glaube aber, kalt hätte sie mir an diesem hitzigen Tag noch besser geschmect. (Ich liebe kalte Suppen!)

Der darauffolgende Gang, das Risotto mit Garnelen, hat uns gespalten. Die Garnelen waren – natürlich – nicht echt, sondern wurden aus Yamswurzel hergestellt: Optisch wie auch von der Konsistenz her sehr überzeugend, geschmacklich allerdings nur okay. An dem Risotto selbst hatte ich meine helle Freude: Dennis Riesen arbeitet mit einem ertüftelten Verhältnis eines bestimmten Käseersatzes und Margarine, um die schlotzige Cremigkeit des Risottos zu erhalten und hat mich damit auf voller Linie überzeugt. Ich weiß, ich weiß: Viele Leute werfen einem gleich virtuelle Mistgabeln an den Kopf, wenn man mit „Fleischersatzprodukten“ um die Ecke kommt. Ich persönlich bin da (wie so oft) relativ entspannt und denke mir: Why not? Man muss halt finden, was einem schmeckt und was dem eigenen Lebens- bzw. Ernährungskonzept entspricht. Ist doch prima, wenn man ein Risotto auch mit rein pflanzlichen Produkten nachbauen kann.

Wie gut, dass es Eis zum Dessert gab, denn das passt ja bekanntlich immer noch irgendwie rein. Interessant: Das Sorbet von grünem Tee war weiß und wurde somit nicht aus Matchapulver hergestellt. Dadurch war das Sorbet wirklich sehr schön leicht und dezent herb im Geschmack, unterstützt durch die klassische Sommerkombination Ananas und Minze.

Preislich ist das Amano Verde völlig okay, das teuerste Gericht liegt bei 16,50 €. Da kann man nicht meckern, gerade in Düsseldorf.

Herzlichen Dank an das gesamte Team vom Radisson Media Harbour, für die Einladung, für eure Gastfreundschaft, für euren vollkommenen Service. 

Ihr wollt auch mal Fine Vegan Dining ausprobieren?
Dann solltet ihr euch – falls ihr nicht aus der Gegend kommen – dringend in den nächsten Zug, das nächste Flugzeug oder Auto schmeißen und Düsseldorf einen Besuch abstatten. Das Radisson Blu liegt im Medienhafen und damit zwar nicht direkt im Zentrum, hat aber eine an den Hauptbahnhof angeschlossene Busverbindung (725) direkt vor der Tür. Bei schönem Wetter lohnt sich anschließend ein Besuch im Medienhafen selbst, und von dort könnt ihr dann gemütlich in Richtung Altstadt bummeln und das schöne Rheinpanorama genießen.
Richtig cool: Das Amano Verde nimmt wieder an der Tour de Menu Düsseldorf teil, das heißt, ihr könnt zwischen dem 11. September und 5. Oktober ein 4-gängiges veganes und laktosefreies Menü für 35,50 € schlemmen. Ziemlich fair, wie ich finde – kann schon sein, dass man mich an einem Abend dort antreffen wird. ;-)

Amano Verde
im Radisson Blu Media Harbour
Hammer Straße 23
40219 Düsseldorf

2014/08/27 {feines gemüse reist rum} NEW YORK I – Einführung


Wenn ihr mir auf Facebook, Twitter oder Instagram ebenfalls folgt, so wisst ihr, dass ich vor kurzem aus einem fast zweiwöchigen Trip nach New York zurückgekommen bin.
Was, schon wieder NYC? Da war ich doch erst letztes Jahr!


Ja, genau. Es hat mir aber gut gefallen! Und im Sommer kann man New York noch viel besser genießen – man kann Eis essen, in kurzen Hosen herumspringen, stickige U-Bahn-Luft atmen, bis spät in die Nacht ausbleiben, schöne Himmel und Wolken bestaunen und im Central Park heiraten.  
Letzteres war ehrlich gesagt der Hauptgrund, diese Reise anzutreten, und tja – was soll ich sagen? Es war die beste Entscheidung überhaupt und ich bin sehr, sehr glücklich, bei wunderschönem Sonnenschein im allerengsten Familienkreis dem besten Mann überhaupt das Ja-Wort gegeben zu haben.


Drumherum haben wir die Stadt so genommen (und genossen), wie sie nun einmal ist. Das geht umso besser, wenn man touristisch krass überlaufene Plätze meidet und sich vielmehr treiben lässt. Von hier nach dort. Gerne nach Brooklyn. Ins East Village. Auf die Upper Westside. In den Central Park. Man bummelt durch die Straßen, durch Museen und Bibliotheken, durch kleine Boutiquen und Buchläden, sitzt in ruhigen Cafés und lauten Restaurants, erkundet Brücken, fährt Boot und Fähre und freut sich des Seins. Während man isst. Man kann in New York so unfassbar gut essen! Allein dafür lohnt sich die Reise. Und für die unendlich vielen WTF-Momente, die man unvermeidlich alle paar Minuten erlebt.



Mitgebracht habe ich dieses Mal dennoch weitaus weniger als 2013. Irgendwie... naja, man sieht sich schnell satt am Überangebot, und viele Produkte, die ich damals unbedingt haben und unter „Impulskauf“ verbuchen musste, brauchte ich jetzt nicht noch einmal. Auch haben wir dieses Mal in einem Hotel in Manhattan übernachtet, und dort gibt es weniger „richtige“ Supermärkte wie zum Beispiel in Queens, einem etwas wohnlicheren Gebiet, in dem wir letztes Jahr gewohnt haben. Manhattan wartet eher mit Convenience Stores auf, und deren Angebot ist eher eingeschränkt (und preislich natürlich gehoben).
So habe ich primär M&Ms – die amerikanischen Klassiker mit Erdnussbutter und Pretzels – im Koffer verstaut und andere schokoladige Kleinigkeiten. Bald fange ich aber wieder mit Clean Eating an, ja, ganz bestimmt. 


Die USA sind ja vor allem als Shoppingparadies für Klamotten- und Kosmetikwütige bekannt. Damit kann ich null anfangen. Ich habe mir ein Make-Up und eine Wimperntusche gekauft, weil ich beides innerhalb meines Hotelszimmers verloren habe (... bitte nicht fragen), und außerdem bei UNIQLO eine Bluse und eine Hose – das war's. Die Konsumtempel auf der 5th Avenue meide ich ebenso wie den Times Square. Stattdessen lasse ich mich am liebsten treiben. Von hier nach dort. Gerne nach Brooklyn. Ins East Village. Auf die Upper Westside. In den Central Park. Ich bummele durch die Straßen, durch Museen und Bibliotheken, durch kleine Boutiquen und Buchläden, sitze in ruhigen Cafés und lauten Restaurants, erkunde Brücken, fahre Boot und Fähre und freue mich des Seins. 


Leider habe ich mir noch in den letzten Tagen eine dickedicke Erkältung eingefangen – Klimaanlagen und Kühlhaus-Temperaturen sei Dank. Wir Honeymooners flogen also richtig krank zurück und verbrachten die ersten beiden Tage der Woche fast permanent schlafend im Bett. Nicht nur deswegen bin ich ein bisschen im Verzug mit meinen Blogbeiträgen, habe aber (natürlich!) eine Mini-NYC-Serie geplant, während der ich euch von diesem und jenem berichten werde. Bis dahin! 


2014/08/06 Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen

 

 So zwischendurch schiebe ich mal wieder ein Rezept hier rein, damit ihr alle wisst: Sie lebt noch!
Ja, sie lebt, aber sie ist sehr beschäftigt, mit beruflichen und privaten Dingen abseits der Bloggerei, sodass Kochen, Backen, Essen (bedauerlicherweise) viel zu kurz kommt.

Dennoch möchte ich euch diesen Kuchen nicht vorenthalten, denn er bietet sich in Zeiten der allseits bekannten und gefürchteten Zucchinischwemme Anfang August besonders an. Ich meine, Zucchini sind gut und lecker und wir alle lieben sie (ich vor allem als Bestandteil eines Ratatouilles oder gefüllt mit Mandeln und Räuchertofu oder als Spaghetti) aber man kann sie halt nicht den ganzen Tag nur davon ernähren.

Also versteckt man das geschmacklich zurückhaltenden Gemüse einfach in einem Schokokuchen, der durch eine besonders saftige Konsistenz überzeugt. Zusammen mit ein paar Walnüssen, die für den richtigen Crunch sorgen, steht so ratzfatz etwas wirklich Köstliches auf dem Tisch. Durch den Gemüseanteil hat man sogar das Gefühl, dass man sich halbwegs gesund ernährt. Tatsächlich ist er im Vergleich zu normalen Schokoladenkuchen weitaus weniger süß, was ich und alle anderen Testesser sehr geschätzt haben. Selbstredend, dass die Zucchini geschmacklich nicht auffällt. 

Noch ein Vorteil: Der Schoko-Zucchini-Kuchen wird vor allem mit Zutaten gemacht, die sowieso im Haus sind (auf die Walnüsse und Schokolade kann im Zweifel verzichtet werden), er ist also besonders praktisch für die eher spontanen BäckerInnen unter euch. 
Das Rezept habe ich von Miris Kitchen, die es erst Dienstag frisch verbloggt hat. So schnell kann's gehen!

Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen
Rezept für 1 Kastenform (30 cm)

Zutaten
240g Mehl
50g Kakao

50 g grob geraspelte, dunkle Schokolade
1 große Hand grob zerbrochene Walnüsse
1 TL Backpulver
½ TL Salz
3 Eier
120g Zucker
120ml Öl (bei mir eine Mischung aus Sonnenblumen- und Kürbiskernöl)
350g geriebene Zucchini


Zubereitung 
Den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl, Kakao, Backpulver und Salz miteinander mischen. Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen, dann die Ölmischung unterrühren. Die geriebenen Zucchini mit einem Drittel der Mehlmischung vermischen. Den Rest des Mehls sowie Schokolade und Nüsse zum Eier-Zucker-Teig geben und unterrühren. Die Zucchini unter den Teig heben und den Teig in eine gefettete Kastenform (bei mir 30 cm) geben. 
50 Minuten backen, vergesst nicht die regelmäßige Stäbchenprobe!
Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und vollständig erkalten lassen. Guten Appetit!

2014/07/15 Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel – aus dem Archiv


Das heutige Rezept gab es schon mal auf diesem Blog – allerdings vor über drei Jahren.
Ich glaube, kaum einer von euch wird es damals wahrgenommen haben. Das Foto war auch gruseligst, aber wir haben ja früher alle mit einer kleinen Digitalkamera angefangen, oder?

Der Kuchen ist mir so lecker und saftig und überhaupt in Erinnerung geblieben, dass ich ihn einfach noch einmal gebacken und fotografiert habe – und ihn euch heute in der optimierten Neuauflage präsentiere.

Schwarzwälder Kirsch gehört mit zu meinen liebsten Geschmackskombinationen: Es geht doch nichts über Kirschen mit Schokolade mit Likör. Wenn ich mal ein Kochbuch (oder auch nur eine eigene Rezeptstrecke) herausgeben würde, es ginge dann wohl um Schwarzwälder Kirsch. Verpackt als Muffins, Brownies, Eiscreme, Milchshake, Kekse, Müsli – eigentlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und just in diesem Moment habe ich entschieden, den Gedanken weiter zu verfolgen. Mal sehen, wohin das noch führt. Neben all den anderen Ideen, die ich immer so habe.

Der Kuchen hier ist die „leichtere“ Variante des Klassikers mit Sahnecreme. Ich mag Torten ja nicht so unfassbar gerne, sondern habe lieber ein Stück handfesten Kuchen auf dem Teller, also habe ich dieses Rezept kreiert, das dem Original in nichts nachsteht. Außerdem zerläuft bei wärmerem Wetter nicht zerläuft und sich leicht transportieren lässt. Zum Beispiel zu den Kollegen ins Büro. Weiterer Pluspunkt: Die Haltbarkeit. Der Kuchen schmeckt auch nach drei oder vier Tagen noch lecker, vielleicht sogar leckerer als am Backtag, weil er bis dahin schön durchzieht und enorm gewinnt.

Also: Habt ihr noch Kirschen, die ihr jetzt zur Saison los werden müsst? Dann huschhusch – und wer keine Schokoladenglasur mag, der kann es auch mit einem Guss aus Puderzucker und Likör probieren, einer nicht minder attraktiven Option. 




Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel
Rezept für 1 runde Springform mit Loch (26 – 28 cm)

Zutaten
500 g frische Kirschen
120 ml  Kirschlikör
250 g Butter oder Margarine
150 g Zucker
3 Eier (M) 
150 g Magerquark
50 ml Milch
375 g Mehl
1 Packung Backpulver
4 EL Kakaopulver

Zubereitung 

Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) oder 160° (Umluft) vorheizen.
Die Kirschen putzen, entkernen und zur Seite stellen.
Butter mit Zucker und Eiern schaumig schlagen. Quark, Milch und Kirschlikör zugeben und glattrühren. Mehl mit Backpulver und Kakaopulver mischen und langsam unter den Teig rühren. Anschließend die Kirschen  unterheben.
Nun den Teig in die gefettete Springform füllen und ca. 45 Minuten backen. 

Anschließend abkühlen lassen und aus der Form stürzen. Ich habe an dieser Stelle noch ein wenig Likör drüber geträufelt, weil ich intensiven Kirschlikör-Geschmack mag – das ist aber kein Muss. 

Als Finish empfehle ich Puderzucker (mindestens), besser aber eine Glasur aus Schokolade oder einen Zuckerguss mit Kirschlikör. 

2014/07/08 Roasted Peach Muffins with Cinnamon Streusel – oder auch: Kokosöl! Kauft mehr Kokosöl!


Pfirsiche sind das einzige Obst, das ich schon seit meiner Kindheit esse. Ich war als kleines Mädchen ziemlich „picky“ – ja, ich weiß, das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen – und Obst kam ü-ber-haupt nicht in Frage, geschweige denn auf den Teller. Bis auf Pfirsiche eben. Die fand ich schon früher toll: So hübsch und orange, mit ihrer samtigen Haut und dem gefälligen, exotisch-süßen Geschmack. Und so stürze ich mich auch noch heute, ein Vierteljahrhundert später, zu Sommerbeginn auf die ersten, flauschigen Exemplare, wobei ich dicke, runde, gelbfleischige Exemplare bevorzuge. Genau solche habe ich auch in diese Muffins verpackt, die sicherlich nicht die schnellsten, aber doch mit die leckersten sind, die ich je gebacken habe. Durch das Rösten bekommen Pfirsichscheiben ein tolles Aroma – vor allem, wenn ihr die Haut der Früchte nicht schält.

Nicht zum ersten Mal habe ich in diesem Rezept die geschmolzene Butter mit Kokosöl ersetzt. Ich hatte nämlich vor einiger Zeit ein Glas Kokosöl von DeliCoco zur Verfügung gestellt bekommen und immer mal wieder eingesetzt – einerseits zur Körperkosmetik (Lippenbalsam, Haarkur), andererseits natürlich in der Küche. Und ich muss sagen: Eine tolle Sache, vor allem beim Backen. Das Kokosöl ergänzt Teig auf eine ganz wunderbare Art und Weise. Keine Sorge: Ihr fabriziert keinen Bountykuchen, aber die subtile Kokosnote lässt andere Aromen erst zur Höchstform auflaufen. 
Mein erster Cherry Pie mit Kokosöl war eine Offenbarung! Und ich bin sicher, dass das Öl auch bei diesen Muffins dafür verantwortlich war, sie so intensiv sommerlich schmecken zu lassen.


Ich werde nun definitiv immer ein Glas Kokosöl zur Hand haben und es partiell einsetzen. Tatsächlich hat es sich total schnell und unkompliziert in meine Alltagsküche integriert, dabei habe ich Jahrelang standardmäßig nur Butter, Oliven- und Sonnenblumenöl benutzt. 

Abgesehen vom Geschmack ist es auch gesundheitlich gar nicht verkehrt: Gutes Kokosöl – wie das von DeliCoco – ist kaltgepresst, unraffiniert, undesodoriert, ungebleicht und ungehärtet. Weil das alles unter 40° C geschieht ist es außerdem für Rohkost geeignet. Auch in herzhaften Gerichten (z. B. Currys) macht es sich super. 
Kokosöl erfordert allerdings etwas Geschick, da es bei Zimmertemperatur weich ist, bei der kleinsten Erwärmung zerläuft aber auch blitzschnell steinhart wird, sobald die Umgebung fröstelt. 
Achtet also zum Beispiel bei diesem Rezept darauf, dass Joghurt und Eier Zimmertemperatur haben, sonst habt ihr eine flockige Masse, die ihr langsam und mühselig in der Mikrowelle wieder erwärmen müsst. Ein Fehler, der mir natürlich nie passieren würde. [ ... ] 

Selbstverständlich könnt ihr euch das Experiment mit Kokosöl sparen und die unkompliziertere Butter verwenden – aber dann entgeht euch natürlich irgendwie die Offenbarung der unterschwelligen Kokosnuss. Hm.

Roasted Peach Muffins with Cinnamon Streusel
Rezept für 12 (oder mehr) Muffins

Zutaten
für die Muffins
450 g Pfirsiche (nicht zu weich), in dickere Stücke geschnitten
360 g Weizenmehl
175 g Zucker
3 TL Backpulver
1 TL Natron
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
325 g Naturjoghurt
70 g Kokosöl, alternativ: Butter
1 Ei (L)

für die Streusel
50 g Butter (hier kein Kokosöl, wie gesagt, es soll subtil sein, nicht mit der Schaufel... )
50 g Mehl
50 g Zucker
30 g grob gehackte Mandeln oder Walnüsse

Zubereitung
Den Ofen auf 200° C vorheizen und die Pfirsiche in einer feuerfesten Form (für Aufläufe o. ä.) ca. 20 Minuten rösten, bis die Haut Blasen wirft.
In der Zwischenzeit Mehl mit Zucker, Backpulver, Natron, Zimt und Salz verrühren. In einer anderen Schüssel Naturjoghurt und Ei (beides auf Zimmertemperatur, gell?) verquirlen und das geschmolzene Kokosöl bzw. die Butter hinzufügen und unterrühren.
Nun trockene und feuchte Zutaten zusammenfügen, bis beide sich so eben miteinander vermischt haben. Die Pfirsichstücke unterheben. Auf die Muffinsformen verteilen.

Nun noch fix alle Zutaten für die Streusel zusammenkneten und auf die Muffins verteilen, ab in den Ofen damit und ca. 25 Minuten lang backen lassen, bis sie schön goldbraun und lecker aussehen.

Inspiration
Healthy. Delicious. 

Anmerkung
Deli.Coco hat mir ein Glas Kokosöl kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine ehrliche Meinung bleibt davon unberührt. Ich find das Öl wirklich super. ;-)