Pages

  • HOME
  • ÜBER MICH
  • REZEPTE A — Z
  • KOOPERATION
  • IN DER PRESSE
  • IMPRESSUM

2015/04/24 Passionsfrucht-Curry mit Kichererbsen und Reis – frisch von den Seychellen


In kulinarischer Hinsicht war unser Urlaub auf den Seychellen etwas herausfordernd.

Großstädter sind ja unheimlich verhätschelt. Haben wir doch an jeder Ecke ein Café, ein Bistro oder ein Restaurant, und sind daran gewöhnt, zu jeder Tageszeit einzukehren, am liebsten aber den Abend mit guten Freunden und einem Glas Wein dort ausklingen zu lassen. Kein Bedürfnis nach Geselligkeit? Der nächste Supermarkt mit einem ständig verfügbaren Sortiment von A bis Z ist mit Sicherheit nicht weit, und wenn doch – die Telefonnummer für den Lieferdienst habt ihr bestimmt auf Kurzwahl im Smartphone gespeichert, oder? 

Ähm, ja. Auf den Seychellen läuft das (und irgendwie alles andere auch) nicht ganz so.
Die 115 Inseln liegen vor der Ostküste Afrikas, südlich des Äquators und damit in den Tropen. An wortwörtlich jeder Ecke gedeiht prächtiges Obst vor sich hin – Bananen, Papayas, Limetten, Mangos, Sternfrüchte, Avocado, Brotfrüchte, Ananas, Kokosnüsse. Mein Foodie-Herz pochte ganz doll, als ich das anfänglich registrierte. Was für eine Auswahl! Was für ein Überfluss!
Jedoch: Seid ihr frühmorgens auf dem Markt der Hauptstadt Victoria, bekommt ihr die größte, beste Bandbreite an Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Kommt ihr zu spät oder habt gar keine Chance den Markt zu besuchen, seid ihr auf einige Straßenhändler angewiesen, die Früchte aus Eigenanbau anbieten – oder auf das Angebot weniger Supermärkte respektive Tante-Emma-Läden. Versucht da aber mal, nach 14 Uhr eine Packung Toast zu ergattern. Pustekuchen. Die Grundversorgung durch Nudeln und vor allem Reist ist zwar gesichert, aber noch lange nicht jedes Geschäft führt Milchprodukte. Gemüse und Obst sind Mangelware (hat man ja eh im eigenen Garten) und Eier? – Na, was weg ist ist weg. Wann's wiederkommt? Mal sehen. Vielleicht morgen. Vielleicht übermorgen. Vielleicht nächste Woche.

Auf den Seychellen werden um spätestens 17 Uhr die Bordsteine hochgeklappt. Die Sonne geht um 18:30 Uhr unter, danach sind die Straßen leer und verlassen, zudem stockduster. Dementsprechend spielt sich das Leben Zuhause ab, und auch wir haben die Abende in unserem Apartment verbracht, gekocht und ziemlich viel Seybrew – das lokale Bier, für mich seitdem die Nr. 1 – getrunken.
Trotz unseres Selbstversorgertums haben wir mittags oft auswärts gegessen, weswegen ich ein Gefühl für die Küche der Seychellen bekommen konnte. Die Gewässer sind sehr fischreich, und frischer als dort können vermutlich nicht serviert werden: Ob Red Snapper, Papagei- oder Thunfisch – jedes Restaurant bietet einen „Catch of the day“ an. Dazu wird meist eine „Creole Sauce“ gereicht, ein rotes, stückiges Gemisch mit Gemüse- und Obstanteilen, die zwischen mild und scharf rangiert. Durch den indischen Einfluss sind auch Reis- und Currygerichte auf jeder Speisekarte zu finden, häufig mit Oktopus oder Hühnchen.Es wird sehr wenig gesalzen, im Fokus steht der Eigengeschmack der Zutaten.  

Vegetarische Highlights waren für mich frittierte Papaya und ein großartiges, herzhaftes Kürbismus.
Einmal aßen wir ein kreolisches Kichererbsencurry mit Passionsfruchtsauce. Für mich – als Liebhaber süß-herzhafter Gerichte – ein echtes Highlight.
Ja, es war schön dort.

Mögt ihr auch so gerne tropisches Obst im Essen wie ich? Was sind eure Rezept-Highlights, die ich unbedingt mal ausprobieren muss? 


Passionsfrucht-Curry mit Kichererbsen und Reis
Rezept für 2 Personen

Zutaten
2 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe
3 Zwiebeln
1 Möhre
1 gelbe Paprikaschote
1 Dose gute Tomaten (z. B. von San Marzano)
eventuell Tomatenmark
1 kleine Dose Kichererbsen
3 aromatische Passionsfrüchte (Maracujas)
Curry-Gewürzmischung
etwas Zucker
etwas Salz

Reis als Beilage

Zubereitung
Zwiebeln, Möhre und Paprikaschote putzen. Zwiebeln grob und Knoblauch klein würfeln, Möhren in Scheiben und Paprika in Stücke schneiden. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und das Gemüse darin unter rühren dünsten – die Zwiebeln sollten keine Farbe annehmen und das Gemüse keine „Bratkruste“ erhalten, wir wollen alles nur schonend vorgaren. Nach ca. 5 Minuten, so lange das Gemüse noch Biss hat, Tomaten und Kichererbsen dazugeben  und weiter garen. Wenn ihr es nicht so flüssig mögt, fügt ruhig noch ein wenig Tomatenmark hinzu.
Von den Passionsfrüchten zwei bereits jetzt in die Pfanne geben und verrühren, mit Curry, Zucker und Salz abschmecken. Die letzte Passionsfrucht dient als extra-fruchtiges Topping.

Noch warm mit Reis servieren. Einmal Tropen und zurück!


2015/04/10 Über den Wolken: Vegan Essen im Flugzeug – {Im Test: EMIRATES}

Albtraum Flugzeugessen – oder auch: Das Schreckgespenst in der Plastikschale. Dieser Blogpost entsteht, weil ich selbst kurz vor meinem Urlaub mich kreuz und quer durchs Netz gegooglet habe, die Frage im Hinterkopf: Gibt es die Möglichkeit, im Flugzeug vegan zu essen? Und wenn ja: Was servieren die einem da überhaupt? 

Die Ausgabe der Mahlzeiten im Flieger gleicht für mich einer stressigen Überraschungsparty: 
Hochkonzentriert versuche ich zu verstehen, welche Mahlzeiten die Flugbegleiterin mir – gedämpft von Dröhnen und Turbinenlärm – anpreist. Und wenn ja (oder auch nein), wie soll ich mich bloß binnen Sekundenbruchteilen zwischen Variante A (Pest) oder B (Cholera) entscheiden? 
Dazu kommt: Ich vertrag das Essen schlecht. Ich habe Hunger, möchte genießen, mir die Stunden vertreiben, und doch habe ich kurz danach immer sehr unangenehme Bauchschmerzen, die ich auf die Kombination Essen/Bewegungsmangel schiebe. Ihr merkt: Ich habe „Chicken or Pasta?“-Trauma von meinen Flugreisen davon getragen.  Im schlimmsten Fall sitzt übrigens zusätzlich links von einem der „Unruhegeist“ (nickt ein und zuckt dabei unkontrolliert mit den Ellbogen), rechts der „Besatzer“ (okkupiert von Anfang an alle Armlehnen sowie Teile des benachbarten Fußraumes), und in der Reihe davor der „Klappstuhl-Rüpel“, der fünf Minuten nach Start eine bequeme Position einnimmt, in dem er seine Lehne um gefühlte 90° nach hinten stellt. In solch einer Situation sollte Essen Trost spenden.

Das ist hoch über den Wolken jedoch schwierig. Aufgewärmte Menüs sind per se eher ungeil sind, und irgendwie hängt es auch mit dem Druck, der Flughöhe und dem veränderten Geschmackssinn zusammen. Anja von Travel on Toast hat vor einigen Wochen ein Interview mit dem Leiter des Borddiensts von Condor geführt, welches ich sehr erhellend fand. 

Noch schwieriger wird es, wenn man „eingeschränkt ernährungsfähig“ ist, wobei Vegetarier meistens noch Glück haben. Schwieriger wird's für laktoseintolerante, glutenallergische, muslimische, jüdische – die Lösung: Ein Sondermenü vorbestellen. Fast alle großen Airlines bieten diesen Service an, sodass man nicht mit leerem Bäuchlein tausende Kilometer auf wenige Zentimeter eingepfercht verbringen muss. Und weil wie gesagt weder Chicken (sicherlich Qualzucht, bäh) noch Pasta (meistens mit Sahne oder Ölsauce, hmmm, was leichtes, weil man sich ja so viel bewegt) so mein Ding ist, habe ich mir dieses mal ein Sondermenü bestellt. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. 

Wir sind mit Emirates von Düsseldorf auf die Seychellen geflogen und hatten einen Zwischenstop in Dubai. Emirates hat ein riesiges Angebot an Sondermenüs, was ich wirklich toll finde. Schade ist nur, dass man – im Gegensatz zu den anderen Passagieren, die das Menü gleich am Anfang in die Hand gedrückt bekommen – nie weiß, was einen erwartet bzw. auch nicht erfährt, was vor einem im Plastikschälchen liegt. Deswegen sind meine Angaben, was genau ich bekommen habe, ohne Gewähr. ;-)


Flug 1 – DUS X DXB
Dinner: Kichererbsencurry mit Basmatireis und Edamame-Bohnen; Kartoffelsalat mit Gurken; Brötchen; Obst


Flug 2 – DXB × SEZ
Frühstück: Teigröllchen mit Gemüsefüllung; Bohnen in Tomatensauce; Spinat; Tomate; Brötchen; Marmelade; Margarine; Obst


Flug 3 – SEZ × DXB
Dinner: Hier wusste man leider nichts von unserer Vorbestellung, besorgte uns aber ein vegetarisches Hindu-Menü: Kartoffelcurry (sehr scharf), Reis und Spinat; Bohnensalat; Brötchen; Obst

*Leider habe ich hier vergessen, ein Foto zu machen. Es war schon 1 Uhr nachts und ich war sehr müde, von mir aus hätte man um die Uhrzeit gar nichts mehr servieren müssen.  

Flug 4 – DXB × DUS
Frühstück: Linsensalat mit Bambus; Brötchen; Marmelade; Margarine; Obst
Lunch: Tortellini mit undefinierbarer Füllung in Paprika-Tomatensauce; gefüllte Weinblätter; Hummus; Brötchen; Margarine; Kompott



Ich fand das Essen grandios. Mein Mann bekam auf dem Hinflug noch das Standardessen, war aber so begeistert von meinen Menüs, dass er für den Rückflug ebenfalls vegan vorbestellte. Ich fand nicht nur jedes Gericht ausnahmslos lecker (also wirklich lecker, nicht „geht so“), sondern auch bekömmlich. Besonders das Obst fand ich toll. Klar, man könnte sich nun beschweren, dass Emirates einem keinen veganen Brownie zaubern, aber das Obst war saftig, süß und frisch und lag – was mir besonders wichtig war – nicht schwer im Magen. Ich musste ein bisschen lachen, als unser Sitznachbar seinen Käsekuchen mit Sahne und Vanillesauce nur anstupste, kurz probierte und die Gabel dann wieder zur Seite legte...

Was habt ihr denn für Erfahrungen mit Flugzeug-Mahlzeiten? Bestellt ihr ein Sondermenü vor oder nehmt ihr was kommt? Welches Airlines könnt ihr besonders empfehlen und welche lieber nur mit einem Tagesvorrat an Müsliriegeln und Sandwiches besteigen?

2015/04/06 Einback – Ein spektakulär einfacher Osterzopf {LURPAK Blogparade}


Und ihr jetzt alle so: „Nicht noch ein Osterzopf...“ (stöhn).
Sorry, ich weiß, heute ist Ostermontag, und ihr habt alle die Backen voll davon, aber mein Lieblingsrezept will ich trotzdem mit euch teilen. Ich bin sicher, ihr liebt buttriges Hefegebäck genau so wie ich, gebt es schon zu!
Ob Brioche, Hefestuten, Milchbrötchen oder Weckmann – ich bin definitiv süchtig. Beim Bäcker kann mich keine noch so glänzende Rosinenschnecke, kein knuspriges Schoko-Croissant und schon gar kein praller Muffin locken – ich bleibe bei meinem fast anachronistisch anmutenden Hefehörnchen oder Stütchen. Auch ein Sonntagnachmittag könnte für mich nicht perfekter sein als mit einem Stück saftigen Stuten oder Weißbrot. Zwar habe ich kein riesiges Repertoire an eigenen Rezepten – kenne genügend Bäcker, die mir diese Aufgabe abnehmen, hierfür ein schmatzendes Dankeschön! –, aber die, die ich habe, können auf eine essenzielle Zutat nicht verzichten: Butter.

Nach unserer Rückkehr von den Seychellen, wo es tagein, tagaus Toast zum Frühstück gab, hatte ich  diesen unbändigen Heißhunger auf frisches, fluffiges Hefegebäck. Mein erster Versuch waren  kleine Brioche, welche sich nach dem Backen leider nur noch als Wurfgeschosse gegen die Köpfe von Dügida-Anhängern eigneten. Also zurück zum Start, zum Altbewährten: Einback. Zu einem Zopf geflochten passte er eh gut zu Ostern, und der Teig ist auch für Hefeangsthasen leicht zu bewältigen, klebt nicht, muckt nicht, und lässt sich in jede beliebige Form bringen. Eine gute Prise Salz sollte nicht fehlen. Seht ihr? Wenn sogar ich so einen hübschen Zopf flechten kann, könnt ihr das auch.


Der Hefezopf ist mein Beitrag zur Blogparade von Lurpak Butter, einer dänischen Butter mit über 100 Jahren Tradition, die seit kurzem auch in Deutschland erhältlich und für uns Verpackungsopfer („Oh, guck mal, die kleinen Blöcke! Silbernes Papier! Und die Lettern!“) ein Highlight ist. Ganz im Sinne von Lurpak bin auch ich der Meinung, dass das „spektakulär Einfache“ viel öfter Platz auf unserem Teller haben sollte, denn guter Geschmack kommt ohne viele Zutaten, ohne viel Brimborium, ohne Schnick und Schnack aus. Mein Beitrag dazu: Dieses Rezept.
Außerdem durfte ich noch folgende Fragen beantworten:

1) Was bedeutet es für dich, ein Foodlover zu sein?
Kurz und knapp: Gutes Essen bringt mein Herz zum Hüpfen. Minderwertige Produkte und Gerichte, Missstände in der Tierhaltung, Genmanipulation am Gemüse, Lebensmittelverschwendung, Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe und ähnliches machen mich traurig.

2) Manche Tage laufen einfach nicht gut – welches Gericht macht dich nach einem miesen Tag wieder glücklich?
Milchsuppe. Dazu einfach 250 ml Milch, 125 ml Wasser, 20 g Schmelzflocken, eine gute Prise Salz und 1 – 2 EL Zucker aufkochen. Mein ultimatives Wohlfühlessen. Am besten übrigens mit einem Stich Butter...

3) Fremde Kulturen, fremde Küchen – Wo und wie begibst du dich am liebsten auf kulinarische Entdeckungsreise?
Der Einschlag ist wohl unverkennbar: Ich liebe die türkische und orientalische Küche und bin verrückt nach Gewürzen wie Zimt, Kreuzkümmel, Sumach, Za'tar – ansonsten mag ich aber auch vietnamesisch und japanisch sehr gerne.

4) Nach Rezept oder einfach drauf los? Wie kochst du am liebsten?
Am Wochenende probiere ich gerne mal ein richtiges Rezept aus, unter der Woche schüttele ich das Essen aus dem Handgelenk, mal mehr, mal weniger erfolgreich. That's the way it is. 

PS: Esst mehr Butter!



Einback-Hefezopf
für 1 grooooßen Zopf, nicht nur zum Osterfrühstück

Zutaten
500 g Weizenmehl
90 g Zucker
75 g Butter
2 Eier, Größe M
150 ml Milch
1,5 Päckchen Trockenhefe (21 g)
optional: 1 Eigelb und etwas Wasser zum Bestreichen

Zubereitung
Butter schmelzen und Milch erwärmen. 
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem Hefeteig zusammenkneten. Das klappt ganz gut mit einem leistungsstarken Handmixer, ich nehme aber auch gerne noch die Hände für das „Finish“.
An einem windgeschützten Ort ca. 30 Minuten auf das Doppelte gehen lassen.
Dann den Teig nochmals gut durchkneten und in drei gleich große Stücke teilen.
Diese zu Rollen formen und zu einem Zopf flechten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Nochmals 20 Minuten gehen lassen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zopf mit dem Eigelb/Wassergemisch bestreichen und ca. 25 – 30 Minuten backen. 

2015/03/29 30 kulinarische Highlights aus 30 Lebensjahren

Gerade, als ich diesen Post schreibe, befinde ich mich noch auf der Couch im heimischen Unterbilk, der Rheinturm hat sich zum ersten Mal seit Tagen kein Nebelmäntelchen umgehangen, dennoch ist es kalt, die Straßen nass.
Heute, wo ihr diesen Post lesen könnt, ist gut eine Woche vergangen. Ich habe die Couch temporär gegen eine Hängematte und Sandstrand getauscht und feiere außerdem meinen 30. Geburtstag.
Weil ich mir dachte: „Hey, wie wäre es, wenn du einfach abhaust, anstatt diesen 08/15 Kaffeeklatsch abzuhalten?“ Insofern: Liebe Grüße von der Südhalbkugel!

1) Mama füttert (noch) erfolglos. Es sollte nicht lange so bleiben.
2) Opa bringt mich davon ab, in ein Kissen zu beißen, das wie ein Schwarzbrot aussieht.
3) Skeptische Blicke auf das Fläschchen von Papa. War aber offensichtlich alles okay damit.

Wie schon letztens angesprochen, halte ich den 30. Geburtstag heutzutage für keine Zäsur mehr. Und da ich erst vorgestern von fremden Sparkassenangestellten unmanierlich geduzt wurde, scheine ich auch optisch noch ganz gut dabei zu sein.
Und trotzdem, auch ohne das große Tamtam darum: 30! Wow! Wo sind die letzten Jahre hin?
Und womit habe ich dieses wunderbare Leben eigentlich verdient?
Wenn ich so an meine Teenager-Zeit denke, sehe ich nur Grusel, Weltschmerz, Last. Nie hätte ich gedacht, irgendwann so zufrieden und glücklich sein zu dürfen. Ich bin – wem auch immer, Gott, Shiva, meinen Ahnengeistern, sucht euch was aus – so unendlich dankbar dafür, dass in meinem Dasein kein Übel Platz hat. Ich bette mich zwar nicht auf rosa Wolken, meckere vom Frühstücksmüsli bis zum Guten-Abend-Tee, optimiere und kritisiere in und an jedem Eckchen, weiß aber auch: Eigentlich ist alles gut. 

Und dann wollte ich ein Fazit schreiben, ein Resümée oder sowas. Und worüber könnte man an dieser Stelle besser resümieren als übers Essen? Ich habe mir überlegt, welche kulinarischen Genüsse der letzten 30 Jahre mir eigentlich im Gedächtnis geblieben sind. Herausgekommen ist diese Liste, quer und unsortiert, ohne Lebensalter, Orten oder sonstwie, das ist eine Liste nach Dingen, wie sie eben in meinem Kopf aufploppen, während ich darüber nachdenke.

Ich habe so gut es geht verlinkt, intern wie extern, das sind alles Empfehlungen von Herzen, unentgeltlich und non-affiliate. Interessanterweise sind viele Nennungen mit Reisen, vor allem nach Tokyo, Paris und New York verbunden – so soll's sein.
01) Unser Hochzeitsmenü im Spice Market, New York 2014.
02) Der perfekte Restaurantbesuch bei Keen's mit meinen Eltern, New York 2013 – für immer unvergessen.
03) Alles, was irgendwie mit Schwarzwälder-Kirsch zu tun hat. 
04) Mein erster Red Velvet Cupcake von Magnolia Bakery, New York 2013. Seitdem bin ich Red-Velvet-Addict.
05) Junior's Cheesecake, New York 2014.
06) Caffé Veloce Cheesecake, Tokyo 2009.
07) Japanische Crêpes mit Käsekuchen, Erdbeeren und Sahne bei Marion, Tokyo 2009.
08) Die Entdeckung von Wagyu Rinderfilet.
09) Pumpernickel Bagel, New York 2014.
10) Meine liebsten Frühlingsboten: Bärlauch, Spargel, Erdbeeren.
11) Mit herzlichem Gruß an Mama + Oma: Sauerbraten, Endiviensalat, Saure Eier, Kartoffelsalat. 
12) Erbsensuppe im Kloster Mariawald in der Eifel.
13) Japanische Frikadelle mit Reis, in einem Kellerrestaurant, das ich alleine nie gefunden hätte – definitiv eines der besten Essen meines Lebens, Tokyo 2005.
14) Schwarzer Johannisbeerlikör, die süffigste Liebe meines Lebens, aber bitte nur vom Gutsgasthof Andres, Pettstadt 2011.
15) Falafel (Favorit: L'as du Falaffel, Paris).
16) Frische, heiße, saftige, knusprige Zuckerwaffeln, Lüttich 2014.
17) Meine beiden Supper Club Erlebnisse in Thomas' Magic Garden Supper Club. Maren hat davon hier berichtet. Düsseldorf 2013.
18) Matcha – in jeder erdenklichen Form. Pur, als Latte, Schokolade, Bonbon. I love it. 
19) Die süßesten, getrockneten (und ungesalzenen) Tomaten aller Zeiten, ein Tante-Emma-Laden in Sollér, Mallorca 2011.
20) Macarons, sowie die Erkenntnis, dass ich die auch selbst machen kann.
21) Oliven und Zaziki in der Taverne Grigoris, unsere Rettung, als wir am immergleichen Hotelfraß fast zu Grunde gegangen wären, Rhodos 2013.
22) Das Baguette vom Meilleur Boulanger de Paris. 2010 war das Le Grenier à Pain mit Djibril Bodian. Es war phänomenal! Laut meiner Recherchen backt er dort immer noch. Und falls ihr gerade nicht in der Gegend seid: Hier könnt ihr euch die besten Pariser Bäckereien der vergangenen Jahre anschauen.
23) Perfekte Pâtissierkunst von Sadaharu Aoki, Paris 2011.
24) Fish & Chips, London 1998.
25) Wie ich zum ersten Mal (aus Versehen) in ein Tintenfisch Nigiri biss, Tokyo 2005.
26) Le Pain Quotidien – mache ich selbst irgendwann mal auf. 
27) Desnuda, New York 2014. Spottet jeder Beschreibung, muss man selbst erlebt haben. 
28) Das Okonomiyaki, das meine japanische Freundin 2008 für uns gemacht hat. Unvergessen.
29) Mein Lieblingsladen in Düsseldorf: U. – Das Restaurant. Weil sie's können. 
30) Das Eis meiner Kindheit: Sky, Bimo, Blizz, Tschisi, Paradiso, Banana Joe. Ich möchte gerne noch noch mal zurück ins Jahr 1992. Damals war ich 7. Jetzt bin ich 30. Was zur Hölle.

Habt ihr jetzt auch so doll Hunger wie ich? 
Ich hoffe es!
Macht euch einen schönen Sonntag. 

2015/03/15 Gurkensalat mit Oma-Dressing (und die Frage nach dem richtigen Messer und Hobel) {WERBUNG}


Vielleicht geht's nur mir so, aber ich gehöre nicht zu den Hobbyköchen, die Wert auf bergeweise Equipment legen und deren Wohnungen mit Entsaftern, Reiskochern, Küchenmaschinen, Thermomix-Maschinen, Kitchen Aids, Moulinettes, Eismaschinen und Stabmixern zugestellt sind. (Okay, einen Reiskocher habe ich, aber den brauche ich auch! Ein Reiskocher ist das Küchengerät schlechthin. Ehrlich jetzt.)
Ich habe mir im Laufe der Jahre eine kleine, feine Auswahl an Utensilien angeschafft, mit denen ich gut zurecht komme. Wichtig ist mir kein unnötiges Zeugs anzuhäufen, das ich vielleicht nur ein Mal im Jahr benötige. Dafür investiere ich lieber in qualitativ hochwertige Produkte, die ich gerne, ständig, jahrelang benutze.

Eines dieser Produkte sind ganz sicher Messer. Messer gibt es wie Sand am Meer, im hiesigen 1-Euro-Shop ebenso wie in verstecken, japanischen Kellerkammern (wo an die 1 aber sicher noch ein paar Nullen drangeklebt werden dürfen). Die angemessene Wahrheit für uns Feld-Wald-und-Wiesenköche liegt wohl irgendwo dazwischen. Womit ich den vergangenen Jahren allerdings nie Erfahrung gemacht habe: Keramikmesser. Keramikmesser waren für mich Werkzeuge, die mit ihren meist pastellfarbenen Klingen und Griffen unfassbar unseriös daherkamen, gemacht für ein Killerkommando im Regenbogenland, gekauft als wertloses Aussteuergeschenk für Studenten. Stumpf ab Werk. 
Etwas irritiert war ich dementsprechend, als Kyocera mich ansprach, ob ich Interesse an einem Produkttest hätte.* Wenn ihr bei Kyocera als erstes an Drucker denkt, habt ihr nicht ganz unrecht. War bei mir auch so. Aber: Der Name Kyocera setzt sich aus Kyoto und Ceramics zusammen, und das 1959 ebenda gegründete Unternehmen widmet sich der Keramik als Werkstoff in allen möglichen Bereichen. In die Messerproduktion ist man 1984 eingetreten. Ich bin vielleicht vorbelastet, aber Japanern und japanischen Produkten vertraue ich besonders, und deswegen habe ich mich spontan auf den Test eingelassen. (Vielleicht auch, weil ich mir kurz zuvor mit einem stumpfen Kameraden aus Stahl die Fingerkuppe bis zur Unkenntlichkeit zerschnitten hatte.)

Und bin auch heute, drei Monate später, noch sehr glücklich darüber. Denn ich mag mein edles, schwarzes, noch immer superscharfes Messer mit dem Namen FK-140 BK. Es ist zwar eher zierlich (für Damen), liegt aber sehr angenehm und vor allem leicht in der Hand. Es hat seit seinem ersten Einsatztag nicht an Schärfe verloren und kann einfach in die Spülmaschine gesteckt werden. Für mich bisher das einzige Manko: Falls es doch mal nachgeschärft werden muss, sollte man damit zum Fachmann.

Noch größerer Fan bin ich alledings von dem Hobel (CSN-202 BK), der beigelegt wurde. Ich habe Jahre meines Lebens an einen besch... IKEA-Hobel verschwendet! Das weiß ich leider erst jetzt. Der Kyocera-Hobel ist das tollste und beste, was mir je die Gurke für meinen geliebten Gurkensalat zersäbelt hat. Seht ihr das Foto? Hauchdünn, präzise. Der IKEA-Hobel hat – wohlgemerkt von Anfang an –  die Gurken eher in grobe Stücke zerteilt, die an Picassos Spätwerk erinnerten.
Seit ich den von Kyocera habe, hobel ich eine Gurke nach der anderen wie ein Weltmeister, während das Messer die Dillspitzen in Windeseile in feine Streifchen hackt.

So ist Gurkensalat binnen Kürze zu meinem neuer Dinner-Standard geworden.
Das ist eigentlich Quatsch, denn noch schmecken die Gurken nicht besonders lecker. Aber ihr könnt euch das Rezept schon mal vormerken, denn was kann es so ab Mai Besseres geben, als einen frischen Gurkensalat mit cremigem Dressing und Frühkartoffeln vom Blech?


*Hinweis: Die Produkte wurden mir von Kyocera kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine persönliche Meinung bleibt hiervon unbeeindruckt. Auch das Rezept für den Salat ist mein eigenes. 

Gurkensalat mit Oma-Dressing
für 2 Portionen als großzügige Beilage

Zutaten
1 Gurke
50 ml Kondensmilch (klingt vielleicht komisch, is' aber so)
1 Handvoll Dill, fein gehackt 
1 EL Weißweinessig
1 TL bis 1 EL Zucker
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Die Gurke in feine Scheiben hobeln. Mit Salz bestreuen und in ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb legen. Wir wollen die Gurken an dieser Stelle wässern, weil ihr sonst nicht viel Freude an eurem Gurkensalat haben werdet. Die Gurkenscheiben fangen direkt an, zu tropfen – gebt ihnen am besten 30 Minuten und drückt die Scheiben anschließend gut aus. Wer mag, kann auch von Anfang an das Innere der Gurke entfernen, hier steckt das meiste Wasser drin. 

In der Zwischenzeit könnt ihr das Dressing vorbereiten: Kondensmilch, Dill, Weißweinessig und Zucker zusammenrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und ziehen lassen. 
Es gibt Leute, die würden jetzt noch eine Zwiebel zufügen, das finde ich aber unangemessen. 

Zu den ausgedrückten Gurkenscheiben geben, vermengen und sofort servieren.

2015/03/12 Street Food Festival Düsseldorf


Ich + Street Food – eigentlich hätte das nie funktionieren dürfen.
Denn konservativ wie ich bin, esse ich gerne im Sitzen. An einem Tisch. Mit Messer, Gabel und Serviette. Ausnahme: Das, was man mir im Vorbeigehen andrehen will, ist verdammt gut.

Und da es das seit geraumer Zeit vermehrt ist, muss ich zugeben: Auch ich bin zum Auf-die-Hand-Groupie mutiert. Dabei war nur eine Frage der Zeit, bis der seit längerer Zeit anhaltende Trend zu Street Food ein eigenes Festival herauf beschwören würde. Seit Ende letzten Jahres ist es nun so weit: Nach einer (noch leisen) Premiere in Köln, fand auch in Düsseldorf im November 2014 das erste Street Food Festival statt. Damals noch auf dem Gelände des Boui Boui Bilk – eine Location, die ich persönlich sehr cool finde, deren Kapazität dem Ansturm aber nicht ansatzweise entsprechen konnte.
Dementsprechend haben die Veranstalter das Festvial ins Stahlwerk verlegt, wo am vergangenen Wochenende im schönsten Sonnenschein ausgiebig geschlemmt werden durfte. Auch hier kurz nach der Eröffnung das schon aus dem Vorjahr bekannte Bild: Menschenmassen, die sich einmal komplett rund ums Areal schlängelten. An der Stelle wäre ich normalerweise raus gewesen, ich stelle mich nicht gerne an, schon gar nicht, wenn der Hunger nagt.

Vorbildlichste Bloggerinnen, die auch bei krudesten Lichtverhältnissen ihr Profi-Equipment draufhalten vs. mein iPhone

Meine Rettung, mein Glück: Es gab einen Rundgang für Foodblogger, zu dem ich eingeladen worden war. Wir trafen uns in einer kleinen Gruppe mit dem Organisator bereits vor Eingang und haben an einigen Ständen Halt gemacht und dankend die großzügigen Kostproben entgegen genommen. 

So besuchten wir Die Futterflotte (getestet: Veggie-Sandwich mit Beluga-Linsen, Tomaten-Marmelade, Ziegenkäse und Thymian-Honig, BÄÄÄM! ★), Jäger & Sammler (getestet: Veganer Saitling-Burger, bei dem Sandwich mit Entenbrust war ich raus #lieblingstier ☆), Pelicans Jamaican Food (getestet: Lammcurry, Fischcurry, Jerk Chicken ★), Maria Maria Arepas (getestest: Arepas Chorizzle Foshizzle und Cheese Please ☆) und Miss Marshmallow (gestestet: Maple Glazed Bacon und Amaretto Almond Cookie ☆) 

Wie ihr seht, war das eine ganz schön abwechslungsreiche Mischung. Ich fand es toll, dass wir bei Pelicans Halt gemacht haben, weil das ein nicht ganz so durchgestylter Stand war – Streetfood hat ja doch diesen seeeeeeeehr hippen Charakter – und das Essen einfach toll geschmeckt hat. Lediglich bei den Marshmallows musste ich passen: Ich war sowieso schon satt, und der letzte Biss in diesen süßen, weichen Schwamm hat mir einfach den Rest gegeben.
Das hat all meine Pläne kaputt gemacht. 

Dontak: Eva und Tak in Action 
Denn eigentlich hatten der Mann und ich geplant, nach der „Verkostung“ (wir dachten da eher an Fingerfood-Häppchen, die Großzügigkeit der Aussteller hat uns völlig aus den Socken gehauen) noch die japanischen Stände abzugrasen, von denen dieses Mal einige mehr dabei waren. 
Tja, wie gesagt, der Marshmallow war schon simply too much, so dass wir erst einmal eine dringend die nächstgelegene Wasserstelle aufsuchen mussten. Nachdem wir einige Minuten frische Luft geschnappt hatten, haben wir dann nur noch bei Eva und Tak vorbei geschaut. Die beiden betreiben den Foodtruck DONTAK und hatten mich via E-Mail auf eine Stippvisite eingeladen. Leider blieb aufgrund des Ansturms nicht viel Zeit zu plaudern (schade für mich, schön für die beiden), aber für eine Miniportion Curry + Karaage fühlte ich mich dann doch noch bereit. Und das stellte sich dann tatsächlich als ideales Finish dar. Das Karaage war unbeschreiblich lecker, knusprig und frisch, das Curry perfekt „japanisch“ abgeschmeckt. Wirklich top! (★)
Habt ihr noch nie japanisches Curry gegessen? Dann solltet ihr das unbedingt mal testen! Ich mag es viel lieber als Thai Curry. Eure Chance, dass Eva und Takauch auf dem nächsten Festival sicher dabei sein werden!

Die nächsten Termine für das Street Food Festival stehen übrigens schon!
20. + 21. März, Duisburg, Landschaftspark Nord (tolle Location, außerdem: Eintritt frei!)
28. + 28. März, Köln, Jack in the Box
02. + 03. Mai, Düsseldorf, Stahlwerk 

Toll übrigens: Diese unbändige Vielfalt. Egal, was ihr mögt, ob Fisch oder Fleisch, ob vegetarisch oder vegan, ob afrikanisch oder asiatisch oder mediterran, ob süß oder deftig – hier ist wirklich für jeden was dabei. Daumen hoch für die Auswahl!
Und weil Street Food so boomt, wird im Stahlwerk ab April auch ein Street Food Thursday stattfinden. Die Veranstaltungen sind aber nicht zu verwechseln, denn letztere soll als Plattform für lokale und regionale Aussteller fungieren, während das Street Food Festival überregional ausgerichtet ist. 


MARIA MARIA – Arepas (Teigfladen aus Maismehl)

Und hier noch meine 3 ultimativen Survial-Tipps für den Besuch eines Street Food Festivals.
1) Wer früher kommt, ist schneller dran. Ihr müsst weder draußen noch drinnen lange anstehen und läuft auch nicht Gefahr, dass der eine oder andere Stand bereits ausverkauft ist, wenn man aufschlägt.
2) Schaut euch erst um, bevor ihr euch beim erstbesten Stand den Bauch vollschlagt. Ja, ich weiß, alles klingt toll, riecht verführerisch und sieht noch besser aus. Aber: Haltet einen Moment inne. Schaut euch um. Wonach steht euch gerade wirklich der Sinn?
3) Teilt! Teilt! Teilt! Wer mit mehreren Leuten kommt, kann an vielen Ständen etwas kaufen und teilen, bevor ihr euch direkt mit einem riesigen Pulled Pork Burger ins Fresskoma befördert. 

Vielen lieben Dank für die Einladung zum Rundgang. Ich habe mich sehr gefreut, alte und neue Gesichter (wieder) zu sehen – leider war es zum Schluss bereits so voll, dass sich nach dem Rundgang die große Gruppe binnen Sekunden in viele kleine gesplittet hat. Ich wollte nur kurz was trinken, und schwupps – waren alle verschwunden. Schade, wo ich mich doch so gerne noch näher mit den alten und neuen Bekanntschaften ausgetauscht hätte.