Pages

  • HOME
  • ABOUT
  • REZEPTE A — Z
  • KOOPERATION
  • IN DER PRESSE
  • IMPRESSUM

2014/09/17 {feines gemüse reist rum} Whole Foods – Der Gigant unter den Bio-Supermärkten


Whole Foods war mir letztes Jahr völlig durch die Lappen gegangen. Dieses Mal stand der Bio-Einkaufsriese aber unbedingt auf unserer To-Do-Liste – und wie es der Zufall wollte, standen wir gleich am ersten Tag, nach dem Besuch des Standesamts und des Floristen, plötzlich vor der Filiale in Tribeca. Es war noch früh und dementsprechend recht wenig los, verliebt war ich trotzdem sofort. Man mag es mir verzeihen, denn Whole Foods ist ein Unternehmen, das viel Kritik einstecken muss. Das ganze Internet ist voll mit kritischen Beiträgen. So spricht z. B. Die Welt von einer Gentrifizierung auf die biologisch-abbaubare Art und wirft dem Unternehmen „Zombiefication“ vor,  der Staat Kalifornien hat sogar schon gerichtlich gegen Whole Foods geklagt. Nun ja.

Auf all diese Punkte mag ich nun gar nicht eingehen. Ihr seid ja alt genug, und wenn ihr euch dafür interessiert, steht es euch jederzeit frei, den obigen Links zu folgen oder weiter zu googlen. ;-)
In diesem Beitrag möchte ich euch über die Basics informieren und ein paar bunte Bilder zeigen, damit ihr ungefähr wisst, was es mit dem Laden auf sich hat.


Die ersten Whole Foods Filialen haben 1980 eröffnet; Sinn und Zweck der Gründer damals: Nur natürliche Lebensmittel verkaufen. Auch heute ist Whole Foods ein Synonym für „Bio“, wenngleich das Sortiment natürlich viel größer ist, als wir es in Deutschland von den größeren Ketten wie Alnatura oder Basic kennen. Seid ihr so drauf wie wir und haltet euch im Urlaub auch bevorzugt in Restaurant, Öl- und Essigmanufakturen oder eben Supermärkten auf, dann ist Whole Foods eine der größten Sehenswürdigkeiten, die man sich vorstellen kann. 


Whole Food ist bio, aber eben amerikanisch. Das heißt: Es gibt alles, und zwar in Massen. Keine traurige Apfelkiste in der Ecke oder ein bescheidenes Regal mit Seife aus Schafsmilch – Whole Foods ist groß, bunt, hat von allem irgendwie zu viel und ist absolut overwhelming.
Willkommen im Schlaraffenland. Passend dazu ist das Store Design unglaublich hip. Durchgängig. Überall hippe Kreidetafeln, hippe Typo, hippe Retroschilder. Nichts ist angestaubt oder piefig. Man kennt die Zielgruppe ganz genau.


Alleine die Obst- und Gemüseabteilung ist gigantisch. Nicht alles, aber vieles stammt aus regionalem Anbau. Ich habe zum Beispiel Nektarinen aus New Jersey gekauft – köstlich. Und dabei war mir New Jersey rein klimatisch gar nicht als ideales Südfrüchte-Anbau-Gebiet bekannt. ;-)


Interessant, zumindest für mich: Selbst frisches Gemüse wird convenient aufbereitet. Fertig geschnibbelten Champignons, Paprika, Kürbissen und mehr kann man sich ganz leicht in kleine Säckchen abfüllen, und bereits abgepackt steht so ziemlich jedes Gemüse und jeder Salat zur Verfügung, den man sich vorstellen kann. Natürlich in Folie. Im einen oder anderen Fall sicherlich biologisch super abbaubar, aber es sieht eher bedenklich aus, oder?


Was ich im Whole Foods am besten fand? Die Salattheke.
Seitdem ich diese Salattheke kenne, muss ich immer weinen, wenn ich eine in Deutschland sehe. Ich meine, ihr kennt das ja, deutsche Salattheken bieten dem Grünzeugwilligen folgende Komponenten: Eisbergsalat. Rucola. Thunfisch. Dosenmais. Kidneybohnen. Tomaten. Feta. Mini-Mozzarella. Eierscheiben. Zwiebeln. Hmmm, welch abwechslungsreiche Kreationen lassen sich damit zaubern. (...)
Die Salattheke im Whole Foods bietet (unter anderem!) folgendes:
Allerlei Blattsalate, die ihr euch vorstellen könnt. Linsen oder Quinoa-Salat mit Mango. Bunte Hülsenfrüchte. Falafel. Hummus. Anti-Pasti-Salat mit allerlei hervorragendem Schinken und Salami. Kartoffelsalat aus roten Kartoffeln. Spinat mit Teriyaki-Lachs. Artischocken, Sprossen, Brokkoli. Und so weiter. Es gibt sogar eine heiße Theke mit dampfendem Ratatouille, knusprigen Samosas oder Frikadellen.

Das alles packt man sich in braune Schächtelchen (die nicht durchsiffen, wir haben's probiert!), die später an der Kasse gewogen und ausgezeichnet werden. Dazu kommt eine Gabel und ab ins Hotel, fertig ist ein leckeres und halbwegs preiswertes Essen (7$ / Pfund). 
Leider habe ich kein gutes Foto von den Theken machen können – muss der Foodie-Flash gewesen sein – aber ich bin mir sicher, wenn ihr eure Fantasie bemüht, klappt das mit der  bildlichen Vorstellung. Diese Salattheke vermisse ich jeden Tag. Ich würde mich vermutlich arm fressen, wenn ich in der Nähe von einem WHM lebte. 


Ebenso überwältigend war die Auswahl an Pflanzenmilch und -joghurts, was sich auch auf das Eissortiment übertragen lässt. Whole Foods ist kein vegetarischer Markt, es gibt auch Unmengen Fleisch, sogar eine eigene Fischtheke, aber auch Veggies und Veganer werden mit der großen Auswahl an Alternativen glücklich. Dass auch die ganze Schiene an Superfoods (Chia, Kale, Matcha ... ) in allen möglichen Geschmacksrichtungen und Aggregatzuständen geführt wird, versteht sich von selbst, oder?
Außerdem: Sehr, sehr geile Backwaren. Direkt beim ersten Besuch landete ich den Volltreffer mit einem frischen Pumpernickel Bagel, der einfach der Wahnsinn war und sich wie ein roter Faden durch unseren Aufenthalt ziehen sollte – und der dann auch mein Frühstück am Hochzeitstag war. Wahrscheinlich überrascht es keinen von euch, dass es sowohl vegane als auch gluten- und fettfreie Backwaren in Hülle und Fülle gibt. 


Für Clean Eater ist Whole Foods eine ganz gute Quelle, da auf sie eine Liste mit „unacceptable ingredients“ führen, darunter sind u. a. Foie Gras, Vanillin, Maissirup (!!!) oder Saccharose. 
Auch sonst bemüht man sich auf der Website um die Auf- und Erklärung eigener Standards, Ideen und Hintergründe. Das finde ich durchaus sympathisch. 
Ich habe mich wohl gefühlt in den Läden, kann ich nicht anders sagen. Und die Preise? Naja. Ich fand das Niveau schon „gehoben“ und teurer als z. B. deutsche Bioware. Aber im Urlaub nimmt's man ja nicht so genau. Und deswegen war es mir fast schon wieder egal, ob ich nun 4$ für einen Kaffee mit Mandelmilch ausgebe oder lieber doch für eine Raw Bar mit Peanut Butter Jelly Flavour. Dafür habe ich dieses Mal besonders wenig Geld in Museen oder Kultur investiert. Passt doch.

Last not least: Es gibt natürlich auch eine Naturkosmetikabteilung und viele Filialen haben ein angeschlossenes Café, das wir aber nie genutzt haben.


Nun, was soll ich sagen? Ihr merkt es vielleicht: Ich hab mich ein bisschen in Whole Foods verliebt. 
Wie sind eure Erfahrungen? Ist Whole Foods für euch auch so ein Träumchen oder seht ihr die ganze Kette eher kritisch? Was kauft ihr dort am liebsten?

2014/09/05 {feines gemüse reist rum} NEW YORK II – Gut essen on a budget

New York ist eine tolle Stadt, in der sich unfassbar gut essen lässt – und das eigentlich an jeder Ecke.
Problem dabei: New York ist auch ein bisschen teuer. Schon bei meinem ersten Besuch kamen mir die Preise fürs Essen(gehen) recht gehoben vor. Wenn ihr also nicht unbedingt den ganzen Tag auf Bagels rumkauen möchtet, kann euer Trip gut ins Geld gehen. Kann – muss aber nicht.

Ihr verreist gerne? Klar. Ihr habt ein Budget und könnt den Scheinchen nicht einfach nur hinterherwinken? Hey, cool, ich auch nicht! Und deswegen stelle ich euch im folgenden ein paar ganz gute Alternativen vor – quasi das Mittelding zwischen Bäckerei- und Restaurantbesuch. Eure zuverlässigen Partner, wenn ihr euch nach endlosen Kilometern zu Fuß auf amerikanischem Boden ganz dringend schnell, gut und halbwegs günstig aufpäppeln wollt.

Ihr seid schon mal in New York gewesen? Dann bin ich mir sicher, dass euch diese Läden bekannt vorkommen. Wenn nicht: Dann seid ihr für die Zukunft gewappnet!

PRET-A-MANGER


Pret-A-Manger blickt schon auf eine lange Geschichte zurück: Gegründet 1986 in London, handelt es sich um eine Art Convenience-Store und Restaurant, in dem es allerlei gesunde Snacks to stay or to go gibt: Sandwiches, Wraps, Salate, Suppen, Müsli, Baguettes – ergänzt wird das Angebot natürlich durch das übliche Kaffee- und Süßgebäcksortiment, außerdem Obst, Kernmischungen und ein paar Backwaren wie Muffins oder Croissants. 
Das besondere: Bei Pret-A-Manger verkommt nichts. Getreu dem Motto: „Made today, gone today“ werden alle nicht verkauften Produkte aus der Frischtheke nach Ladenschluss den Obdachlosen gespendet. Weil: „It’s the right thing to do!“
In das Konzept passt auch, dass bei allen Verpackungen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Alles ist biologisch abbaubar, es gibt keine handelsüblichen Folien oder Plastikschalen.


Kurz gesagt ist Pret-A-Manger ein Laden, in den ich einziehen könnte. Auch, weil man gut, gesund und irgendwie fair essen kann, ohne sich finanziell wer weiß wie zu verausgaben. Die Salate (z. B. „Mezze“: Grüner Salat mit Falafel, Hummus und Granatapfelkernen oder „Kale Caesar“ mit Grünkohl, Hähnchen, Parmesan und Croutons) kosten ca. 8$, Dressing geht mit 75 ct extra. Zwei Sandwiches kosten um die 5$, ein Müsli 3,50$, zwei gekochte Eier mit Spinat 1,99$. Mein diesjähriger Favorit, der vegane Nori Wrap mit Avocado, rotem Quinoa, Edamame, Gurke und allerhand anderem leckeren Zeug kostete ebenfalls 7$ und war sein Geld allemal wert.
Übrigens: Die Waren wechseln! Morgens gibt es typische Frühstückswaren (Wrap mit Ei und Bacon), ab ca. 11:30 Uhr kommt dann das Mittags- und Abendangebot.

Ihr findet die Läden in Manhattan an wirklich jeder Ecke, teilweise sind sie bis spät in die Nacht geöffnet.

Hach. So einen Wrap könnte ich jetzt vertragen. Aber weiter geht's:

LE PAIN QUOTIDIEN 

Ach. Mein Herz. 
LPQ gibt es – ebenso wie Pret-A-Manger – nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Bei meinen Recherchen habe ich gesehen, dass es vor fünf Jahren sogar mal ganz wenige Filialen in Deutschland gab. Und nun ratet wo! – Genau, unter anderem hier, in Düsseldorf, am Carlsplatz. Erst konnte ich das gar nicht glauben, aber nun, wo ich ein bisschen in meinem müden Kopf gegraben habe, fällt es mir ein: Ich erinnere mich an dieses Café, das immer sehr french-y, aber auch sehr voll aussah und deswegen auch nie von mir besucht wurde – nun, hinterher ist man immer schlauer, und Le Pain Quotidien hat sich auch binnen weniger Monate wieder aus Deutschland zurückgezogen. Ein Verlust, wie ich finde. Denn: Ich liebe diesen Laden!


Le Pain au Quotidien ist eine auf rustikal-französich getrimmte Café- und Bistro-Kette, die ihre Sache ziemlich gut macht. Kaum hat man die Läden betreten, setzt unweigerlich eine tiefe Entspannung ein. Geschäftiges Treiben, helle Holztöne und Möbel im Landhausstil, ein bisschen vintage, ein bisschen modern – und dann die Theke, hinter der sich allerlei Brot und Baguette, herzhafte Quiches und süße Kleinigkeiten türmen
LPQ führt keine Softgetränke oder Burger, vielmehr gibt es hausgemachte Limonaden, Salate mit Linsen, Quinoa und Avocado, vieles ist „organic“ und natürlich auf Gesundheit gemacht. Als Signature Dishes dienen Tartines. Oder wie man in Amerika sagt: Open Faced Sandwiches.
Auf traditionellem Landbrot wird z. B. Hummus von geröstetem Blumenkohl, Salat, Pinienkerne serviert. Oder gegrilltes Hühnchen mit Mozzarella und Pesto. Oder Landschinken, Gruyère, Cornichons – alles ist wunderschön angerichtet, aber nicht nur ein Augenschmaus, sondern schmeckt auch gut und macht ordentlich satt. Vor allem dann, wenn man sich vorher die Füße platt getreten hat.


Auch hier kann man gut essen, ohne für den Rest des Urlaubs nur noch trockene Bagel konsumieren zu müssen.Die Tartines liegen so zwischen 9 und 15$, auch die anderen Gerichte sind in dieser Preisklasse zu finden. Kaffee, Cappuccino und Tee schmecken ebenso lecker wie z. B. der Melon Cooler (ein Getränk mit Melonen- und Gurkensaft, 3,50$) oder die Citrus Lemonade (sauer, aber erfrischend bei plus 30°). Frühstück gib es den ganzen Tag über! :-) 


Wer von all dem Manhattaner Gewusel eine Auszeit braucht, ist dort genau richtig. Auch LPQ gibt es dutzendfach, mein Lieblingsladen liegt auf der W 71st am Central Park. Da kann man eben nach einem langen Spaziergang durch Irrwälder und Wiesen (wer mal im Central Park gewesen ist, weiß was ich meine) eben ganz besonders gut erholen. :-)


DUANE READE


Der Slogan von Duane Reade ist „Your City. Your Drugstore.“, was wohl irgendeine Art von emotionaler Verbindung zu den Städtern schaffen soll. Zumindest bei mir hat's geklappt. DR ist überall. Eine Mischung aus Apotheke, Drogerie, Supermarkt und Convenience Store, die 1960 gegründet wurde.
Viele Läden bieten mittlerweile ein kleines, gekühltes Sortiment an To-Go-Artikeln wie Obst, Müsli, Salate und Sandwiches an. Nicht meine erste Wahl, aber wenn man nachts mal nichts anderes mehr findet, kann einem ein Whole-Grain-Cheddar Sandwich für 4$ das Leben retten. Übrigens auch euer Anlaufpunkt für Softdrinks, Eis, Labello, Handcreme, Schminke, Chips, Schokolade – die meisten meiner Mitbringsel kaufe ich tatsächlich dort, am liebsten die kleinen M&M Tütchen für 1,20$, die an der Kasse liegen. ;-)

Ihr Lieben, ich hoffe, der kleine Einblick in die Welt des schnellen, günstigen und vernünftigen Essens in New York hat euch gefallen. Verratet ihr mir, wo ihr in New York am liebsten esst?

Wir sehen uns bald wieder zu Teil III der New York Reihe – und dort werde ich den Bio-Supermarktriesen Whole Foods genauer unter die Lupe nehmen!

2014/08/29 Fine Vegan Dining – das Amano Verde in Düsseldorf


Ich bin mal wieder die letzte im Bloggerbunde, die von einem wirklich schönen Event vor einigen Wochen erzählen kann. Aber ich denke, mein New York „Projekt“ ist eine ziemlich gute Ausrede für all meine Nachlässigkeiten. ;-)

Das Restaurant im Düsseldorfer Hotel Radisson Blu Media Harbour existiert zwar schon länger – hat aber seit kurzem ein völlig neues Konzept: Im Amano Verde wird nur noch vegan und vegetarisch gekocht, und zwar auf hohem Niveau. Schon als ich im Frühjahr das erste Mal davon hörte, dass das Restaurant sich bald komplett vom Fleisch auf der Karte verabschiedet, wurde ich hellhörig. Und wie es der Zufall wollte, wurde ich kurz darauf eingeladen, zusammen mit Maja (moeys kitchen), Mareike (girl on travel) und Samira (Vegetarisch-Delikate Kochwelt) das Amano Verde zu testen.

Am Samstag, dem 19. Juli war es so weit: Empfangen wurden wir auf der Terrasse des Hotels mit einem lecker Dröppche, dessen Namen ich leider vergessen habe. Es war pink, spritzig und so lecker, dass ich schon um 17:30 Uhr einen ersten Schwipps hatte. 
Schon früh zu Beginn gesellte sich auch der Küchenchef zu uns: Dennis Riesen, selbst – wer hätte es geahnt? – seit rund einem Jahr Veganer. Ein kleiner Knuspersnack, den wir blind verkosteten: Woran erinnern Konsistenz und Geschmack des Bruschetta-Belags? – Na, ganz klar an Eiersalat. Die Kombination aus Avocado und Kala Namak (einem Salz, das alles nach Ei schmecken lässt, ohne Witz!) macht's – toll! Direkt zu Anfang was gelernt und auf die Nachbastel-Liste gepackt. 

Nachdem wir auf der Terrasse Platz genommen haben, ging's auch schon los. Vier Gänge standen auf dem Programm:


Créme Brulee von der Paprika und Süßkartoffel-Curry-Suppe mit Apfelchips  


Risotto mit Garnelen


Ananas-Minze-Salat mit Grüner Tee Sorbet

Zu Gang 1 gibt's für mich überhaupt nichts hinzuzufügen. Total abgefahren, sooo gut und sooo mächtig, dass ich danach eigentlich schon satt war. Dennoch hätte gerne noch drei Schüsselchen davon gegessen: Das rauchige Paprikaaroma hat einfach ganz wundervoll mit dem pfeffrigen Rucola und der zuckrigen Kruste harmoniert – hmm!
Statt einer weiteren Portion, die ich mir heimlich gewünscht habe, bekam ich Gang 2 serviert, der sich glücklicherweise auch als sehr köstlich entpuppte: Die Süßkartoffel-Curry-Suppe überzeugte durch nicht zu viel Kokos, nicht zu viel Curry und das leckere frische Topping. Lecker – ich glaube aber, kalt hätte sie mir an diesem hitzigen Tag noch besser geschmect. (Ich liebe kalte Suppen!)

Der darauffolgende Gang, das Risotto mit Garnelen, hat uns gespalten. Die Garnelen waren – natürlich – nicht echt, sondern wurden aus Yamswurzel hergestellt: Optisch wie auch von der Konsistenz her sehr überzeugend, geschmacklich allerdings nur okay. An dem Risotto selbst hatte ich meine helle Freude: Dennis Riesen arbeitet mit einem ertüftelten Verhältnis eines bestimmten Käseersatzes und Margarine, um die schlotzige Cremigkeit des Risottos zu erhalten und hat mich damit auf voller Linie überzeugt. Ich weiß, ich weiß: Viele Leute werfen einem gleich virtuelle Mistgabeln an den Kopf, wenn man mit „Fleischersatzprodukten“ um die Ecke kommt. Ich persönlich bin da (wie so oft) relativ entspannt und denke mir: Why not? Man muss halt finden, was einem schmeckt und was dem eigenen Lebens- bzw. Ernährungskonzept entspricht. Ist doch prima, wenn man ein Risotto auch mit rein pflanzlichen Produkten nachbauen kann.

Wie gut, dass es Eis zum Dessert gab, denn das passt ja bekanntlich immer noch irgendwie rein. Interessant: Das Sorbet von grünem Tee war weiß und wurde somit nicht aus Matchapulver hergestellt. Dadurch war das Sorbet wirklich sehr schön leicht und dezent herb im Geschmack, unterstützt durch die klassische Sommerkombination Ananas und Minze.

Preislich ist das Amano Verde völlig okay, das teuerste Gericht liegt bei 16,50 €. Da kann man nicht meckern, gerade in Düsseldorf.

Herzlichen Dank an das gesamte Team vom Radisson Media Harbour, für die Einladung, für eure Gastfreundschaft, für euren vollkommenen Service. 

Ihr wollt auch mal Fine Vegan Dining ausprobieren?
Dann solltet ihr euch – falls ihr nicht aus der Gegend kommen – dringend in den nächsten Zug, das nächste Flugzeug oder Auto schmeißen und Düsseldorf einen Besuch abstatten. Das Radisson Blu liegt im Medienhafen und damit zwar nicht direkt im Zentrum, hat aber eine an den Hauptbahnhof angeschlossene Busverbindung (725) direkt vor der Tür. Bei schönem Wetter lohnt sich anschließend ein Besuch im Medienhafen selbst, und von dort könnt ihr dann gemütlich in Richtung Altstadt bummeln und das schöne Rheinpanorama genießen.
Richtig cool: Das Amano Verde nimmt wieder an der Tour de Menu Düsseldorf teil, das heißt, ihr könnt zwischen dem 11. September und 5. Oktober ein 4-gängiges veganes und laktosefreies Menü für 35,50 € schlemmen. Ziemlich fair, wie ich finde – kann schon sein, dass man mich an einem Abend dort antreffen wird. ;-)

Amano Verde
im Radisson Blu Media Harbour
Hammer Straße 23
40219 Düsseldorf

2014/08/27 {feines gemüse reist rum} NEW YORK I – Einführung


Wenn ihr mir auf Facebook, Twitter oder Instagram ebenfalls folgt, so wisst ihr, dass ich vor kurzem aus einem fast zweiwöchigen Trip nach New York zurückgekommen bin.
Was, schon wieder NYC? Da war ich doch erst letztes Jahr!


Ja, genau. Es hat mir aber gut gefallen! Und im Sommer kann man New York noch viel besser genießen – man kann Eis essen, in kurzen Hosen herumspringen, stickige U-Bahn-Luft atmen, bis spät in die Nacht ausbleiben, schöne Himmel und Wolken bestaunen und im Central Park heiraten.  
Letzteres war ehrlich gesagt der Hauptgrund, diese Reise anzutreten, und tja – was soll ich sagen? Es war die beste Entscheidung überhaupt und ich bin sehr, sehr glücklich, bei wunderschönem Sonnenschein im allerengsten Familienkreis dem besten Mann überhaupt das Ja-Wort gegeben zu haben.


Drumherum haben wir die Stadt so genommen (und genossen), wie sie nun einmal ist. Das geht umso besser, wenn man touristisch krass überlaufene Plätze meidet und sich vielmehr treiben lässt. Von hier nach dort. Gerne nach Brooklyn. Ins East Village. Auf die Upper Westside. In den Central Park. Man bummelt durch die Straßen, durch Museen und Bibliotheken, durch kleine Boutiquen und Buchläden, sitzt in ruhigen Cafés und lauten Restaurants, erkundet Brücken, fährt Boot und Fähre und freut sich des Seins. Während man isst. Man kann in New York so unfassbar gut essen! Allein dafür lohnt sich die Reise. Und für die unendlich vielen WTF-Momente, die man unvermeidlich alle paar Minuten erlebt.



Mitgebracht habe ich dieses Mal dennoch weitaus weniger als 2013. Irgendwie... naja, man sieht sich schnell satt am Überangebot, und viele Produkte, die ich damals unbedingt haben und unter „Impulskauf“ verbuchen musste, brauchte ich jetzt nicht noch einmal. Auch haben wir dieses Mal in einem Hotel in Manhattan übernachtet, und dort gibt es weniger „richtige“ Supermärkte wie zum Beispiel in Queens, einem etwas wohnlicheren Gebiet, in dem wir letztes Jahr gewohnt haben. Manhattan wartet eher mit Convenience Stores auf, und deren Angebot ist eher eingeschränkt (und preislich natürlich gehoben).
So habe ich primär M&Ms – die amerikanischen Klassiker mit Erdnussbutter und Pretzels – im Koffer verstaut und andere schokoladige Kleinigkeiten. Bald fange ich aber wieder mit Clean Eating an, ja, ganz bestimmt. 


Die USA sind ja vor allem als Shoppingparadies für Klamotten- und Kosmetikwütige bekannt. Damit kann ich null anfangen. Ich habe mir ein Make-Up und eine Wimperntusche gekauft, weil ich beides innerhalb meines Hotelszimmers verloren habe (... bitte nicht fragen), und außerdem bei UNIQLO eine Bluse und eine Hose – das war's. 


Leider habe ich mir noch in den letzten Tagen eine dickedicke Erkältung eingefangen – Klimaanlagen und Kühlhaus-Temperaturen sei Dank. Wir Honeymooners flogen also richtig krank zurück und verbrachten die ersten beiden Tage der Woche fast permanent schlafend im Bett. Nicht nur deswegen bin ich ein bisschen im Verzug mit meinen Blogbeiträgen, habe aber (natürlich!) eine Mini-NYC-Serie geplant, während der ich euch von diesem und jenem berichten werde. Bis dahin! 


2014/08/06 Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen

 

 So zwischendurch schiebe ich mal wieder ein Rezept hier rein, damit ihr alle wisst: Sie lebt noch!
Ja, sie lebt, aber sie ist sehr beschäftigt, mit beruflichen und privaten Dingen abseits der Bloggerei, sodass Kochen, Backen, Essen (bedauerlicherweise) viel zu kurz kommt.

Dennoch möchte ich euch diesen Kuchen nicht vorenthalten, denn er bietet sich in Zeiten der allseits bekannten und gefürchteten Zucchinischwemme Anfang August besonders an. Ich meine, Zucchini sind gut und lecker und wir alle lieben sie (ich vor allem als Bestandteil eines Ratatouilles oder gefüllt mit Mandeln und Räuchertofu oder als Spaghetti) aber man kann sie halt nicht den ganzen Tag nur davon ernähren.

Also versteckt man das geschmacklich zurückhaltenden Gemüse einfach in einem Schokokuchen, der durch eine besonders saftige Konsistenz überzeugt. Zusammen mit ein paar Walnüssen, die für den richtigen Crunch sorgen, steht so ratzfatz etwas wirklich Köstliches auf dem Tisch. Durch den Gemüseanteil hat man sogar das Gefühl, dass man sich halbwegs gesund ernährt. Tatsächlich ist er im Vergleich zu normalen Schokoladenkuchen weitaus weniger süß, was ich und alle anderen Testesser sehr geschätzt haben. Selbstredend, dass die Zucchini geschmacklich nicht auffällt. 

Noch ein Vorteil: Der Schoko-Zucchini-Kuchen wird vor allem mit Zutaten gemacht, die sowieso im Haus sind (auf die Walnüsse und Schokolade kann im Zweifel verzichtet werden), er ist also besonders praktisch für die eher spontanen BäckerInnen unter euch. 
Das Rezept habe ich von Miris Kitchen, die es erst Dienstag frisch verbloggt hat. So schnell kann's gehen!

Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen
Rezept für 1 Kastenform (30 cm)

Zutaten
240g Mehl
50g Kakao

50 g grob geraspelte, dunkle Schokolade
1 große Hand grob zerbrochene Walnüsse
1 TL Backpulver
½ TL Salz
3 Eier
120g Zucker
120ml Öl (bei mir eine Mischung aus Sonnenblumen- und Kürbiskernöl)
350g geriebene Zucchini


Zubereitung 
Den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl, Kakao, Backpulver und Salz miteinander mischen. Die Eier mit dem Zucker gut schaumig schlagen, dann die Ölmischung unterrühren. Die geriebenen Zucchini mit einem Drittel der Mehlmischung vermischen. Den Rest des Mehls sowie Schokolade und Nüsse zum Eier-Zucker-Teig geben und unterrühren. Die Zucchini unter den Teig heben und den Teig in eine gefettete Kastenform (bei mir 30 cm) geben. 
50 Minuten backen, vergesst nicht die regelmäßige Stäbchenprobe!
Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und vollständig erkalten lassen. Guten Appetit!

2014/07/15 Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel – aus dem Archiv


Das heutige Rezept gab es schon mal auf diesem Blog – allerdings vor über drei Jahren.
Ich glaube, kaum einer von euch wird es damals wahrgenommen haben. Das Foto war auch gruseligst, aber wir haben ja früher alle mit einer kleinen Digitalkamera angefangen, oder?

Der Kuchen ist mir so lecker und saftig und überhaupt in Erinnerung geblieben, dass ich ihn einfach noch einmal gebacken und fotografiert habe – und ihn euch heute in der optimierten Neuauflage präsentiere.

Schwarzwälder Kirsch gehört mit zu meinen liebsten Geschmackskombinationen: Es geht doch nichts über Kirschen mit Schokolade mit Likör. Wenn ich mal ein Kochbuch (oder auch nur eine eigene Rezeptstrecke) herausgeben würde, es ginge dann wohl um Schwarzwälder Kirsch. Verpackt als Muffins, Brownies, Eiscreme, Milchshake, Kekse, Müsli – eigentlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und just in diesem Moment habe ich entschieden, den Gedanken weiter zu verfolgen. Mal sehen, wohin das noch führt. Neben all den anderen Ideen, die ich immer so habe.

Der Kuchen hier ist die „leichtere“ Variante des Klassikers mit Sahnecreme. Ich mag Torten ja nicht so unfassbar gerne, sondern habe lieber ein Stück handfesten Kuchen auf dem Teller, also habe ich dieses Rezept kreiert, das dem Original in nichts nachsteht. Außerdem zerläuft bei wärmerem Wetter nicht zerläuft und sich leicht transportieren lässt. Zum Beispiel zu den Kollegen ins Büro. Weiterer Pluspunkt: Die Haltbarkeit. Der Kuchen schmeckt auch nach drei oder vier Tagen noch lecker, vielleicht sogar leckerer als am Backtag, weil er bis dahin schön durchzieht und enorm gewinnt.

Also: Habt ihr noch Kirschen, die ihr jetzt zur Saison los werden müsst? Dann huschhusch – und wer keine Schokoladenglasur mag, der kann es auch mit einem Guss aus Puderzucker und Likör probieren, einer nicht minder attraktiven Option. 




Schwarzwälder Kirschkuchen, portabel
Rezept für 1 runde Springform mit Loch (26 – 28 cm)

Zutaten
500 g frische Kirschen
120 ml  Kirschlikör
250 g Butter oder Margarine
150 g Zucker
3 Eier (M) 
150 g Magerquark
50 ml Milch
375 g Mehl
1 Packung Backpulver
4 EL Kakaopulver

Zubereitung 

Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) oder 160° (Umluft) vorheizen.
Die Kirschen putzen, entkernen und zur Seite stellen.
Butter mit Zucker und Eiern schaumig schlagen. Quark, Milch und Kirschlikör zugeben und glattrühren. Mehl mit Backpulver und Kakaopulver mischen und langsam unter den Teig rühren. Anschließend die Kirschen  unterheben.
Nun den Teig in die gefettete Springform füllen und ca. 45 Minuten backen. 

Anschließend abkühlen lassen und aus der Form stürzen. Ich habe an dieser Stelle noch ein wenig Likör drüber geträufelt, weil ich intensiven Kirschlikör-Geschmack mag – das ist aber kein Muss. 

Als Finish empfehle ich Puderzucker (mindestens), besser aber eine Glasur aus Schokolade oder einen Zuckerguss mit Kirschlikör.