Dienstag, 31. Mai 2011

Baiserkörbchen mit Rhabarbercreme


Derzeit leide ich – wie jedes Jahr um diese Zeit – an der „Oh Gott, so viel Rhabarber im Garten, und gekauft hast du auch noch 2 Kilo, was fängst du nur damit an?“-Krankheit, die sich 2011 besonders schlimm äußert. Wie wild durchforste ich Rezeptebücher und Foodblogs, um neue Koch-, Back- und Einmachvarianten zu finden und umzusetzen – und diese Variante hat sich als besonders schmackhaft erwiesen. Das Grundrezept stammt aus „Gesund schmeckt besser“ von Gordon Ramsay, das mir irgendwie sehr ans Herz gewachsen ist und das ich an dieser Stelle gerne weiter empfehlen möchte - gesunde, fett- und zuckerreduzierte Vor-, Haupt- und Nachspeisen, die mich bisher geschmacklich nie enttäuscht haben. So auch hier: Ich bin ja so oder so ein Fan von Baiser, aber die süß-saure Rhabarbercreme war bei den heißen Temperaturen gestern (immerhin 30°C) genau das richtige Dessert: Erfrischend leicht und so gesehen sogar diätgeeignet, weil sie vollkommen fettfrei sind und mit mildem Joghurt anstatt schwerer Crème fraîche zubereitet werden. Also, falls sich noch jemand bikinifit machen, aber dennoch schlemmen möchte: Bittesehr! 

Und wer keinen Rhabarber mehr sehen kann, der kann die Körbchen auch mit Erdbeer-Joghurt-Creme füllen oder sie einfach so essen. Habe ich natürlich schon erprobt, schmeckt auch lecker. 
Die Baiserkörbchen heißen im Original übrigens „-törtchen“, aber die „-körbchen“-Version trifft's irgendwie besser – und hört sich auch niedlicher an. ;-)

Baiserkörbchen mit Rhabarbercreme
Rezept für ca. 6 Körbchen  

Zutaten
für die Körbchen
1 1/2 TL Maisstärke
150 g Zucker
Eiweiß von 3 Bio-Eiern (Größe L) 
Mark von 1/2 Vanilleschote
1/2 TL Weißwein- oder heller Balsamicoessig
Puderzucker oder Ahornsirupflakes zum Bestäuben
Minze- oder Zitronenmelisseblättchen (für die Deko)

für die Rhabarbercreme
600 g Rhabarber
50 g Zucker
etwas Honig zum Beträufeln
200 g Joghurt (nach G. R. 10% Fett, hier gab's 1,5% – prinzipiell ist es wohl egal)

Zubereitung
Den Backofen auf 140°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auskleiden.
In einer kleinen Schüssel die Maisstärke mit 1 EL Zucker vermischen und zur Seite stellen.
Mit einem Handrührgerät die Eiweiße zu Eischnee schlagen, bis sich steife Spitzen bilden. Dann langsam den restlichen Zucker unterschlagen, bis der Eischnee schön dick ist und seidig glänzt. Nun noch kurz die Maisstärkemischung, Vanillemark und Essig unterheben. 
Die Masse in einen großen Spritzbeutel mit einer 1 - 1,5 cm breiten, glatten Tülle füllen. Wer das nicht hat - kein Problem. Ich auch nicht. Einfach ersatzweise einen Gefrierbeutel benutzen und eine Ecke abschneiden, funktionierte für mich in dem Fall genau so gut. 
Konzentrische Ringe auf das Backblech spritzen. Als hohe Ränder zwei oder drei Ringe auf die Böden spritzen. 40 - 45 Minuten backen, bis die Baisers trocken und knusprig sind. Den Ofen ausschalten und die Baisers langsam darin abkühlen lassen. Das funktioniert am besten über Nacht, 3-4 Stunden sollten es insgesamt schon sein. Dann von dem Papier abziehen und in einem luftdichten (!) Behälter aufbewahren (sonst werden die Baisers matschig). 
Für die Rhabarbercreme den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Rhabarber putzen und in kleinere Stücke schneiden, anschließend in eine Auflaufform geben, mit dem Zucker bestreuen und vermengen. 15-25 Minuten backen, bis die Stücke weich sind und sich leicht zerteilen lassen. Zusammen mit dem Saft in eine Schüssel geben, mit Honig beträufeln und erkalten lassen. Dann mit dem Joghurt vermengen und abschmecken. 
Nun sind beide Komponenten fertig. Allerdings kann man beide erst kurz vorm Servieren vereinen, sonst weicht das Baiser komplett durch. ;-) Aber wenn's denn so weit ist: Die Baisers eventuell mit etwas Puderzucker oder gemahlenen Ahornsirupflakes bestreuen, einen großen Klecks Rhabarbercreme hineinschöpfen und mit der Minze (oder gegebenenfalls Zitronenmelisse) dekorieren. 


Quelle
Gordon Ramsay, Gesund schmeckt besser, Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 2008.

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