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24.07.2011 Johannisbeerkuchen mit Haselnussbaiser


So langsam sollte ich mir überlegen, den Blog umzubenennen. „Feines Gemüse“ gibt's hier derzeit ja doch weitaus seltener als „feine Backwaren“. Ich werde mich mal darum bemühen, mehr Posts über richtiges Essen zu machen. Auch im Hinblick darauf, dass ich am 10. August nach Mallorca fliege und ich gestern feststellte, dass ich eine meiner Lieblinghosen nur noch unter Anwendung von roher Gewalt anziehen kann... aber naja.
Als ich heute morgen aus dem Fenster blickte, fing ich ernsthaft an, zu grübeln. Soll ich diesen Kuchen tatsächlich backen? Strömender Regen läd meiner Meinung nach nämlich nicht unbedingt zu einem sommerlichen Beerenkuchen ein—aber da ich nun einmal alle Zutaten besorgt hatte, mir ja auch nichts vergammeln sollte und ich auch noch zwei hungrige Schwiegermäuler stopfen musste, habe ich mir kurz darauf doch ans Werk gemacht. 
Das Rezept ist im Original in der „Sommerküche“ zu finden (regelmäßige Leser möchten mittlerweile wohl annehmen, dass ich kein anderes Kochbuch besitze. Dem ist allerdings nicht so). Von dem Mürbeteig war ich mäßig begeistert. Habt ihr vielleicht ein Mürbeteig-Rezept, auf das ihr schwört? Dann her damit! 
Trotzdem war der Kuchen im Endeffekt sehr lecker und erfrischend. Auch wenn mir der Baiser—trotz Abdeckens mit Backpapier nach 10 Minuten— ein wenig zu braun geworden war. Naja, ein bisschen Puderzucker und Deko-Beeren haben Abhilfe geschaffen. Ein bisschen tricksen darf man ja...



Johannisbeerkuchen mit Haselnussbaiser
Rezept für 1  Tarte- oder Springform (ca. 26 cm ∅


Zutaten
für den Mürbeteig
220 g Mehl
1 Prise Salz
125 g kalte Butter
60 g Zucker
1 Ei
2-3 EL Weißwein (oder Wasser)
Butter für die Form
Mehl zum arbeiten
Hülsenfrüchte zum Blindbacken


für den Belag
1 große Schale Johannisbeeren (ca. 500 gr)
3 Eiweiß
1 Prise Salz
135 g Zucker
50 g gemahlene Haselnüsse


Zubereitung
Für den Teig Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Die Butter in Flöckchen hinzugeben, Zucker darüber streuen und das Ei mit dem Wein (bzw. dem Wasser) zufügen. Alles in der Schüssel mit einem Messer grob zerhacken und dann mit den Händen erst rasch zu feinen Bröseln reiben, anschließend zu einem geschmeidigen Teig kneten. Schnelles Arbeiten ist beim Mürbeteig sehr wichtig, weil die Butter sonst zu warm und der Teig dadurch zu weich und brüchig wird—und sich dann nicht mehr gescheit ausrollen lässt. 
Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und (mindestens) eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 200° (Umluft: 180°) vorheizen. Die Form einfetten. Den Teig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche dünn ausrollen und die Form auskleiden, dabei einen Rand hochziehen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen und mit Backpapier auslegen, Hülsenfrüchte darauf verteilen. Die Form unten in den Ofen schieben und ca. 15 Minuten vorbacken.

In der Zwischenzeit die Beeren waschen, verlesen und (am besten mit einer Gabel) von den Rispen streifen. Eiweiße und Salz mit einem Handrührgerät fast steif schlagen, dann nach und nach Zucker einrieseln lassen und die Eiweiße zu einer festen Baisermasse schlagen.

Den vorgebackenen Teig aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 180° reduzieren (AHA! Das hätte ich vielleicht auch mal richtig lesen müssen? Wahrscheinlich ist der Baiser deswegen zu braun geworden... ). Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen und den Teigboden mit 2 EL gemahlenen Haselnüssen besteuen. Übrige Nüsse mit dem Baiser zu den Beeren geben und vooorsichtig unterheben. Die Masse auf den Teigboden geben und hübsch glatt streichen. Die Tarte im Ofen (nun aber in der mittleren Einschubleiste) ca. 45 Minuten backen und nach ca. 10 Minuten mit Pergament oder Backpapier abdecken, damit der Baiser nicht dunkel wird.


Quelle
Tanja Dusy, Sommerküche – voller Sonne und Aromen, GU 2010.

23.07.2011 Selbstgemachter Vanillepudding


... wollte ich schon immer mal selbst machen, aber irgendwie ist es doch nie dazu gekommen. Ich denke, das liegt daran, dass noch vor wenigen Monaten Vanilleschoten Mangelware in meiner Küche waren. Oder, besser gesagt: Kostbares Gut, das ich möglichst nur zu Weihnachten in Vanillekipferl verarbeitete. Aber mit den ambitionierteren (Back-)Gerichten zogen auch Unmengen Bourbon-Vanilleschoten in meinen Gewürzschrank ein—und dementsprechend war es nun einfach an der Zeit. Als mich dann auch noch Sarah ungewollt an mein lang geplantes Vorhaben erinnerte, bin ich sofort in die Küche gerannt und habe mich an den Herd gestellt. Ergebnis: Lecker. Ganz anders. Vanilliger. Wenn man denn weiß, wie „echte“ Vanille schmeckt. Ich mag den künstlichen Vanillegeschmack zwar auch—schmeckt einfach wie bei Mama und weckt Erinnerungen an schöne Kindertage—, aber das hier ist auf jeden Fall eine tolle, durch das Vanillemark optisch ansprechende Alternative. Und natürlich ungleich gesünder als der Fertigkram.   

Vanillepudding
Rezept für 4 kleine Dessertportionen

Zutaten
500 ml Vollmilch
1 Bourbon-Vanilleschote
40 g Zucker, alternativ: Bourbon-Vanillezucker (nicht Vanillin-Zucker)
40 g Speisestärke

Zubereitung
Die Milch in einen Topf geben. Ungefähr 6 EL von ihr abnehmen und in einer separaten Schüssel mit dem Zucker und der Speisestärke verrühren, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Wer ein sehr intensives Vanillearoma bevorzugt, greift hier zu Bourbon-Vanillezucker. Billiger Vanillin-Zucker ist nicht empfehlenswert, weil Vanillin a) ein sogenannter „naturidentischer Aromastoff“ und somit künstlich ist und b) das Aroma verfälscht. 
Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Sowohl die Schote—die den Großteil des Aromas in sich trägtals auch das Mark zu der Milch geben. Die Milch zum kochen bringen. Die Vanilleschote entfernen. Den Topf vom Herd nehmen und fix die Zucker-Stärke-Masse mit einem Schneebesen unterrühren. Noch einmal kurz aufkochen lassen — und fertig. 
In Schalen füllen und warm oder kalt servieren. Ich bin ja ein Verfechter des warmen Puddings, aber kalt ist auch in Ordnung.

19.07.2011 Omas Nusskuchen {nach Tim Mälzer}


... wohlgemerkt nicht meine, sondern dem Tim Mälzer seine Omma hat diesen Nusskuchen  (angeblich) immer gebacken. Ich bin letztens zufällig im Internet auf dieses Rezept gestoßen, weil ich unendlich viele Eieralso 7im Kühlschrank hatte, die weg mussten. Und da kam mir der Kuchen gerade recht. Abwandeln musste ich aber ordentlich: Das Original benötigt eigentlich 8 Eier, aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass sich das fehlende Ei irgendwie bemerkbar macht.  Und Haselnüsse hatte ich auch keine, also gab's Mandeln. Wozu das Knäckebrot gut ist, weiß ich eigentlich gar nicht  (ihr? Dann bitte melden!). Die Schokolade habe ich nicht komplett fein gerieben, weil mir nach der Hälfte der Arm abgefallen istder Rest wurde grob gehackt. Außerdem habe ich noch Amaretto zugefügt. Und Amarena-Kirsch-Konfitüre, die während des Backvorgangs nach unten sinkt und so für ein extraleckeres und -saftiges Kuchenerlebnis sorgt. Wie sich hier schon andeutet, war das was da im Endeffekt aus dem Ofen gekommen ist, ziemlich nach meinem Geschmack. Ich mag diese nass-feuchte Konsistenz von Kuchen ohne Mehl, und das beste ist: Sie sind auch nach Tagen noch super saftig. Mache ich bestimmt mal wieder!

Omas Nusskuchen {nach Tim Mälzer}
Rezept für 1 Kastenform (ca. 30 cm)

Zutaten
für den Teig
7 Eier
150 g Zucker
200 g Schokolade 
200g Mandeln, gemahlen
6 Scheiben Knäckebrot
4-5 EL (Amarena-)Kirschkonfitüre - wer mag
1-2 EL Amaretto - wer mag

für die Glasur
Vollmilch- oder Zartbitterkuvertüre

Zubereitung 
Schokolade und Knäckebrot fein in eine Schüssel reiben und zur Seite stellen. 
Die Eier trennen und die Eigelbe mit Butter  und Zucker mit einem Handrührgerät schaumig schlagen. (Amaretto,) Schokolade, Knäckebrot und Mandeln zufügen und verrühren. Das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Masse heben.
Nun den Teig in die ordentlich ausgbutterte Kastenform füllen. Falls keine Konfitüre benutzt wird, einfach rein damit. Falls doch, dann wird zuerst die Hälfte eingefüllt,  dann die Konfitüre darauf verteilt  und schließlich mit dem Restteig bedeckt. 
Ab in den Ofen und bei 190° (Umluft: 170°) ca. 50 Minuten backen. Aber vorsichtig: Lieber öfters mal nachgucken, der Kuchen wird schnell schwarz.
Auskühlen lassen und aus der Form stürzen.
Mit Kuvertüre verzieren und Stück für Stück genießen.

17.07.2011 Gefüllte Ochsenherz-Tomaten mit Kräuterhäubchen


Seit einigen Tagen schon plagt mich dieser unglaubliche Heißhunger auf Tomaten. Das ist insofern verwunderlich, als dass ich Tomaten noch vor einem Jahr nicht eines Blickes gewürdigt habe. Als Kind wurde mir von Tomaten immer übelinsbesondere von den einfachen Strauchtomaten, deren Konsistenz und Geruch ich einfach nicht ertragen konnte. Ja, und noch heute sind mir Strauchtomaten - es sei denn püriert oder sonstwie nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form zugegen - irgendwie zuwider. Alle anderen Sorten habe ich aber lieb gewonnen: Ich züchte sie auf dem Balkon und verarbeite sie fast täglich in der Küche. Meine neueste Entdeckung sind Ochsenherz-TomatenCuore di Bue—, die einfach nur fantastisch sind: Festes Fruchtfleisch, kein bisschen wabbelig und dabei ein wunderbar aromatischer Geschmack. Bei mir sind sie vorgestern mit einer etwas eigenwilligen Füllung im Ofen gelandet, die sich letztlich als Volltreffer herausstellte. Hey, sogar mein Freund—der Tomaten sonst nur als „Gedöhns“ bezeichnet und missmutig zum Tellerrand schiebt—fand's lecker!

Gefüllte Ofentomaten mit Kräuterhäubchen
Rezept für 2 Portionen

Zutaten 
2 Ochsenherztomaten à ca. 300 gr
50 g altbackenes Weißbrot, z. B. Baguette, Ciabatta, ungesüßtes Weck u. ä. Im Originalrezept werden Semmelbrösel verwendet. Naja, fand ich nun nicht so super, aber kann man bestimmt auch machen.
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
10 g Pinienkerne
50 g Quark 
20 g frisch geriebener Parmesan
1 EL Kapern  
2 TL Kräuter der Provence
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Den Backofen auf 200° (Umluft wie immer ca. 20° weniger = 180°) vorheizen. Die Tomaten waschen und im oberen Drittel halbieren—damit wir im Endeffekt einen Deckel haben. Den unteren Teil aushöhlen—das geht sehr einfach, ein Esslöffel genügt—, das Fruchtfleisch grob hacken und in eine Schüssel geben. Nun die Pinienkerne grob, Kapern, Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Zum Tomatenfleisch geben. Nun noch das Brot hinzu bröseln, Kräutern, Parmesan und Quark zugeben und alles ordentlich durchmischen. Salzen und pfeffern.
Alles schön aufgeteilt in die Tomaten füllen, welche nun nur noch in eine feuerfeste Form gesetzt werden und 20—25 Minuten im Ofen vor sich hin brötscheln. Sie schmecken warm oder kalt,  sind also ideal für alle möglichen Anlässe. 

10.07.2011 Taboulé

 
Für Taboulé gibt's ja so ungefähr 1000 verschiedene Rezepte. Damit ist Taboulé quasi der Kartoffelsalat des Nahen Ostens - oder so ähnlich. Man kann ihn klassisch, mit ganz wenigen Zutaten zubereiten, oder aber ein bisschen auf die Kacke hauen und drölf Gemüsearten vorgrillen, Rosinen oder sonstige Trockenfrüchte unterheben, abenteuerliche Gewürzkombinationen ausprobieren, Käse drüber hobeln und so weiter und so fort. Da die Grundzutat einer Taboulé - also Couscous oder Bulgur - so unendlich variabel ist, kann man eigentlich kaum etwas falsch machen. Mein liebstes Taboulé-Rezept gehört aber eher in die Kategorie „simpel“. Ich bringe den Salat gerne zu einem Grillbuffet o. ä. mit, weil es einfach mal was anderes ist, als die ständigen Nudel- und Blattsalate, die sonst so aufgefahren werden. Beeindrucken kann man damit immer – und auch die vegetarischen und veganen Gäste freuen sich. 

Taboule
Rezept für 4 Portionen 

Zutaten
250 g Bulgur
1 Salatgurke
3 Tomaten 
4 EL Olivenöl 
4 EL Zitronensaft
1/2 Bund frische Minze (oder mehr, je nach Geschmack) oder
2 Beutel Pfefferminztee
1 Bund frische Petersilie 
Salz
Pfeffer, frisch gemahlen
50 g Rosinen (wer mag; Für mich sind sie obligatorisch!)
 
Zubereitung
Den Bulgur nach Packungsanweisung kochen und abkühlen lassen.
Währenddessen die Salatgurke längs halbieren, auf die Schnittfläche legen und widerum vierteln. Den inneren, weichen Teil mit den Kernen entfernen - sonst wird die Taboulé später wässrig. Anschließend klein würfeln. Die Tomaten achteln. Ebenfalls den wässrigen Innenteil entfernen und das Fruchtfleisch würfeln. Das Gemüse in eine große Schüssel geben. Petersilie und Minze waschen, trocken schütteln und fein hacken und zu den Gurken- und Tomatenstücken geben. (Rosinen,) Olivenöl und Zitronensaft, sehr kräftig salzen und pfeffern.

Kurz vorm Servieren unter den Bulgur mischen - und schon fertig!
Allerdings sollte man schon noch einmal abschmecken: Taboulé schmeckt schnell unterwürzt und verträgt eine kräftige Portion Salz und Pfeffer. Wer möchte, kann auch noch etwas Harissa hinzufügen - oder aber ein wenig mehr Olivenöl, Zitronensaft oder Minze? Einfach auf den eigenen Geschmack verlassen!

Dazu passt saure Sahne oder Joghurt.

08.07.2011 Schnelle Johannisbeer-Schnitten


„Wimmelchen“ sagt man bei uns (= am Niederrhein), wenn man rote Johannisbeeren meint. Und diese Schnittchen habe ich mir aus mehreren Rezepten selbst zusammengeschustert, weil ich um 21 Uhr abends spontan Lust auf einen beerigen Kuchen hatte. Die Hälfte davon habe ich im noch heißen Zustand so aus der Form gelöffelt. Das ärgert mich im Nachhinein ein bisschen, weil die Schnittchen kalt noch mal so gut schmecken.
Der Belag - eine Mischung aus Baiser mit den Johannisbeeren Haferflocken - war prima, genau die richtige Mischung aus süß und sauer und irgendwie so schön „pampig“ (es handelt sich hier schließlich nicht um ein Crumble, also eine knusprige Haube kann man nicht erwarten). Der Boden aber war mein persönliches Highlight war. Den werde ich in Zukunft wohl öfters genau so zubereiten und den Belag je nach Saison mit frischen Früchten variieren.

Johannisbeer-Schnitten
Rezept für 1 Auflaufform (so ungefähr 20 x 30 cm)

Zutaten
125 g Butter, zimmerwarm
175 g Zucker
125 g Mehl
1 EL Backpulver
1 Ei
150 g Johannisbeergelee
50 g Haferflocken, kernig
50 g Magerquark
50 g Johannisbeergelee (nach Belieben)
3 EL Amaretto (nach Belieben)

Zubereitung
Den Ofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Die Butter mit 75 g (nicht 175 g! Der Rest kommt später dran... ) Zucker schaumig rühren. Das Ei trennen. Eiweiß beiseite stellen und Eigelb unterrühren. Mehl und Backpulver mischen, anschließend unter den Masse heben und einen Teig herstellen. Diesen in die gebutterte oder mit Backpapier ausgelegte Form geben, glattstreichen und im Ofen ca. 10-15 Minuten vorbacken. Anschließend herausnehmen und ein wenig auskühlen lassen.
Das Eiweiß zu steifem Eischnee schlagen. Den restlichen Zucker (nun also noch 100 g) langsam hinzugeben, bis eine schöne, elastische, glänzendweiße Baisermasse entsteht. Hach! Das sieht so toll aus. Die Wimmelchen und Haferflocken sowie den Quark unterheben und -  probieren! Schmeckt jetzt schon super. 

Den Teigboden mit ca. 3 EL Amaretto tränken und mit dem Wimmelchen-Gelee bestreichen. Die Baisermasse darauf verteilen, in den Ofen schieben und ca. 25 Minuten backen.

06.07.2011 Auberginen-Schalotten-Couscous


Es gibt wohl einfachere Dinge, als ein Couscous-Gericht mit Auberginen so zu fotografieren, dass es nicht aussieht, als hätte man es bereits schon einmal gegessen. Aber wie so oft zählen auch hier die inneren Werte - und die haben's in sich. Couscous mag ich immer gern und hier hat mich die ungewöhnliche Kombination der Zutaten (rote Johannisbeeren, Thymian, Walnüsse, Curcuma... ) sehr gereizt. Als ich dann noch las, dass karamellisierte Schalotten eine Hauptrolle spielen, war es um mich geschehen. Und juchuh, das Rezept hält, was es verspricht. Schmeckt super und eignet sich bestimmt auch in größerer Portion für ein (Grill-)Buffet oder so, wenngleich man die Johannisbeeren dann erst kurz vor dem Servieren unterheben sollte.

Auberginen-Schalotten-Couscous
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
2 kleine Auberginen (gewogen ca. 600 gr) 
300 g Schalotten
1 Knoblauchzehe
4 Zweige Thymian
20 g Walnusskerne
3 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
125 g Instant-Couscous
1/3 TL Curcumapulver
2 TL Zucker
3 TL Aceto Balsamico
1/2 Bund Koriandergrün (bei mir: Petersilie)
50 g rote Johannisbeeren

Zubereitung
Die Auberginen waschen und von den Stielansätzen befreien. In Scheiben schneiden und würfeln. Die Schalotten schälen und längs in feine Streifen schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Den Thymian waschen, trockenschütteln, abzupfen und ebenfalls fein hacken. Die Walnüsse halbieren oder vierteln und in einer Pfanne fettfrei anrösten. 

In einer großen Pfanne die Auberginen in ca. 2 EL Olivenöl anbraten. Knoblauch und die Hälfte des Thymians dazu geben, salzen (! das Gericht verträgt viel, viel Salz... ) und pfeffern und die Auberginen in ca. 5 Minuten fertig braten, dabei häufig umrühren und ab und an ein paar EL Wasser hinzufügen damit nichts anbrennt. Die Auberginen aus der Pfanne nehmen. 

Couscous nach Packungsanweisung fertig garen (ist ja je nach Couscous-Marke verschieden...), Curcuma hinzufügen. 
In 1 EL Öl die Schalotten bei mittlerer Hitze hellbraun anbraten. Übrigen Thymian hinzufügen, Zucker darüberstreuen und karamellisieren lassen - dabei nicht rühren. Sobald die Schalotten dunkler bräunen, umrühren und mit Balsamico ablöschen. Nochmals unter Rühren kurz weiterbraten. 
Die Auberginen, den Couscous und die Walnüsse in die Pfanne geben, alles mischen und vom Herd nehmen. Koriandergrün waschen, trocken schütteln und grob hacken. Johannisbeeren waschen und von den Rispen streifen. Koriander und Johannisbeeren unter den Couscous heben, abkühlen lassen und lauwarm servieren. Lauwarm ist wichtig! Schmeckt dann viel besser als frisch aus der Pfanne. 

Dazu schmeckt z. B. gesalzener Joghurt.

Quelle
Tanja Dusy, Sommerküche - voller Sonne und Aroma, GU 2010.

02.07.2011 Zucchinipudding


Ein anderes Rezept aus der "Sommerküche", das mich sofort angelacht hat war der Zucchinipudding wie in Griechenland. Ehrlich gesagt weniger, weil ich die Optik so ansprechend fand - sah halt aus wie eine ganz normale Gemüsetarte oder so - eher des Namens wegen. Weil unter Pudding habe ich mir die vergangenen 26 Jahre meines Lebens eher etwas anderes, nämlich eine ungemüsige Süßigkeit vorgestellt. Und das Internet hat mich auch nicht wirklich schlauer gemacht, als ich eine bekannte Suchmaschine mit "Gemüsepudding" gefüttert habe - obwohl ich durchaus Rezepte mit einem solchen oder ähnlichen Titel gefunden habe. Jetzt, nachdem ich den Pudding selbst gemacht habe, kann ich sagen: Eigentlich ist es eine Tarte ohne Boden, und sehr lockerer, ja, puddingartiger Füllung, schlägt deswegen auch fett- und kalorientechnisch nicht so sehr auf die Hüften und ist vielleicht gerade deswegen ein schönes Sommergericht, falls man noch immer mit Weihnachtsspeck zu kämpfen hat oder schon mal für die diesjährige Plätzchensaison Platz in den Hosen schaffen möchte. Naja, und nicht zuletzt ist es auch so einfach wahnsinnig lecker gewesen. Die Kombination der Kräuter - irgendwie abgefahren. Unbedingt ausprobieren!

Zucchinipudding
Rezept für 1 Tarte- oder Springform (28 cm, 12 Stück)

Zutaten
800 g Zucchini
100 g würziger Bergkäse (bei mir: Feta, weil der weg musste - war völlig o. k.)
15 schwarze, entsteinte Oliven
5 Frühlingszwiebeln
1/3 Bund Petersilie
1/2 Bund Dill
je 5 Stängel Minze und Zitronenmelisse
3 EL Butter
3 Eier (ups, mir fällt gerade auf, ich hatte nur zwei benutzt... hat aber auch funktioniert.)
2 EL Naturjoghurt
3 EL Pinienkerne 
150 g Mehl
2 EL Hartweizengrieß
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

Zubereitung
Die Zucchini waschen, putzen, grob raspeln, in eine große Schüssel geben und beiseite stellen.
Den Käse fein reiben. Die Oliven in dünne Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in dünne Ringe schneiden. Kräuter waschen und trocken schütteln, die Blättchen von den Stängeln zupfen und grob hacken.

Den Backofen auf 180° vorheizen. Die Form mit etwas Butter ausstreichen und den Rest schmelzen. Die Zucchiniraspel mit den Eiern vermengen. Dann Joghurt, Oliven, Zwiebelringe, Kräuter und Käse untermengen. Dann noch Mehl und Grieß unterrühren und die Masse kräftig (! verträgt ordentlich) mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
Die Masse in die Form füllen, mit den Pinienkernen bestreuen und mit der Butter beträufeln. In den Ofen (Mitte, Umluft 160°) schieben und in ca. 50 Minuten goldbraun backen. 

Schmeckt am besten lauwarm oder kalt - und dazu ein Salat oder einfache Joghurtsauce aus Joghurt, Salz, Pfeffer, Knoblauch.



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