Khoresht-e-Aloo Bokhara

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Dezember 30, 2012

Ich liebe die arabische, die nahöstliche, die orientalische Küche. Es fällt mir schwer, hier eine definitive „Länderküche“ zu benennen. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich wohl die Türkei nennen. Die türkische Küche hat mich 2012 am meisten geprägt. Einerseits durch das ganz wunderbare Kochbuch Pismek, andererseits durch meine Reise nach Istanbul, wo ich glücklicherweise nicht nur mit schrecklichem Touristenfraß Bekanntschaft machte, sondern auch uriges Streetfood und phänomenale Edel-Gerichte nach osmanischer Tradition probieren konnte. Hinzu kommen zwei Ottolenghis, die ebenfalls aus der Richtung kommen – und nicht zuletzt Veggiestan, aus dem übrigens dieses Rezept hier stammt.
Prinzipiell bin ich einfach völlig verknallt in die Küche aus dem nahen und mittleren Osten. Wenn die Instabilität der Region und der Ländergrenzen selbstverständlich nur selten Grund zur Freude sind, profitieren Kochtöpfe doch immer von den stetigen Migrationsbewegungen: Neue Zutaten, neue Zubereitungsweisen, ein Verschieben des Fokus von einem Gewürz auf das andere – so viele Aromen, so viele Möglichkeiten. Natürlich esse ich auch gerne Bratkartoffeln mit Spiegelei, aber mein Herz hängt irgendwie doch am Granatapfelbaum (... bitte nicht bildlich vorstellen!). 

Khoresht-e-Aloo Bokhara, ein Gemüseeintopf mit Pflaumen und Spinat, ist überaus lecker, auch wenn ich ein wenig an der Würze gedreht habe. Auch bei der Pflaumenmenge und am Gemüse habe ich geschraubt . Saft von sauren Trauben bzw. die Trauben selbst habe ich nicht bekommen, deswegen habe – nach der Empfehlung – trockenen Weißwein und Zitrone genommen. Dazu einfaches Fladenbrot und ein bisschen Joghurt – ein Gedicht. Am besten die doppelte Portion zubereiten und am nächsten Tag aufwärmen.


Khoresht-A-Aloo Bokhara – Gemüseeintopf mit Pflaumen und Spinat
für 4 Portionen

Zutaten
200 g aloo bokahara bzw. Backpflaumen
Öl oder Ghee zum Braten
2 Zwiebeln, gehackt
2 rote Paprikaschoten, grob gewürfelt
2 Karotten, in Scheibchen
2 Kartoffeln, grob gewürfelt
1 TL gemahlener Zimt
2 EL Tomatenmark
300 ml Weißwein
ev. Wasser
1 kleine Dose Kichererbsen
500 g TK-Spinat
Salz
Pfeffer
gekörnte Gemüsebrühe

Zubereitung 
Zuerst die Pflaumen ca. 30 Minuten in Wasser einweichen und das Gemüse – wie in den Zutaten beschreiben – zubereiten.
In einem großen Top etwas Öl oder Ghee erhitzen. Zuerst die Zwiebeln und die Paprika, anschließend Karotten und Kartoffeln zufügen und mit darin anbraten. Nach ca. 2 Minuten Zimt und Tomatenmark gut unterrühren. Wein und ev. Wasser zugeben, so dass alle Zutaten mit Flüssigkeit bedeckt sind. Nun die Pflaumen untermengen und bei schwacher Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen. Dann den Spinat und die Kichererbsen zufügen. Passt die Konsistenz nach weiteren 10 Minuten (nicht zu flüssig, nicht zu dick) mit Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe abschmecken, eventuell noch etwas Zucker zugeben.
Abschmecken und servieren: Solo oder zu Reis, Fladenbrot und Salat. Und natürlich am besten mit einem Klecks Joghurt.

Quelle
Sally Butcher: Veggiestan: Der Zauber der orientalischen Gemüseküche

„Das kulinarische Jahr 2012“ – ein Foodblog-Jahresrückblick

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Dezember 28, 2012
Ich liebe Jahresrückblicke. Also dachte ich: Warum machste nicht mal selbst einen, natürlich ganz auf das Topthema #1 bezogen?  Hier ist er nun. Habt ihr vielleicht auch Lust, euch Gedanken über „Das kulinarische Jahr 2012“ zu machen? Gerne dürft ihr euch die Fragen klauen, ausbauen oder was auch immer. Ich freue mich auf eure Fragebögen, Antworten und Kommentare! ;)

––– Das kulinarische Jahr 2012 – feines gemüse –––

Machen wir doch erstmal einen sanften Einstieg: Wie war 2012 für dich, so ganz allgemein?
Ganz phänomenal. Wenn man am Ende eines Jahres glücklicher und zufriedener ist als am Anfang, ist kann das doch nur was Gutes sein.

Was hast du 2012 am häufigsten gekocht?
Vermutlich Chili sin carne, wie schon das Jahr zuvor. Allerdings hat die Liebe dazu in den vergangenen drei Monaten deutlich abgenommen, seltsam eigentlich. Und die Spargelsaison habe ich 2012 wirklich exzessiv genossen... 

... und was zu wenig (oder gar nicht)?
Schon wieder habe ich es nicht geschafft, mal Nudeln selbst zu machen. Das gibt's doch nicht. Kommt direkt auf die To-Do-Liste für 2013. 

Was war dein herzhaftes Lieblingsgericht?
Da muss ich sagen, dass mir die Wahl echt schwer fällt. Ich habe ziemlich häufig ziemlich gut gegessen.

Und welches süße Leckerei hat dich begeistert? 
Ganz eindeutig die Chocolate Peanut Butter Pretzel Brownies – da ist einfach zu viel Gutes drin! 

Welches Gericht ging total in die Hose?
Kartoffelbrot aus Einfach vegan von Roland Rauter. Dank einer falschen Mehlangabe im Rezept bestand das Ergebnis aus einem fettigen Flatschen, der direkt im Müll landete. Schade. 

Gab es für dich kulinarische Neuentdeckungen?
Petersilie, Bärlauch (ja, Spätzünder, blabla), frischer Spinat, Kräutercréme aus Tofu, Kakaonibs, Lavendel

Welches Küchengerät hat dich 2012 so richtig überzeugt? 
Meine Oma hat mir so eine elektrische Kaffeemühle von annodazumal geschenkt, die binnen weniger Sekunden einfach alles klein häckselt. Das ist schon ziemlich beeindruckend. Dann gibt's natürlich noch die super Kartoffelpresse, die endlich Schluss gemacht hat mit Bröckchen im Kartoffelpü und mein All-Time-Favorit: Der Stabmixer. Was zur Hölle wäre ich nur ohne meinen Stabmixer?

Und welches Restaurant hättest du am liebsten gar nicht mehr verlassen? 
Kann ich so auch nicht sagen, da war viel Gutes dabei: Hyuga und Benkay (beides japanisch) sowie das Phoenix (vietnamesisch) in Düsseldorf / Asitane (türkisch) in Istanbul

Welche Kochbücher durften bei dir einziehen?
Pismek / Vegan for fun / Einfach vegan / Ottolenghi – Das Kochbuch / Ottolenghi – Genussvoll vegetarisch / Veggiestan / La Tartine Gourmande. Also insgesamt 7 Stück. 

Welche davon hast du besonders ins Herz geschlossen?
Pismek und Ottolenghi. Habt ihr noch nicht? Dann los, kaufen!

Und welches hättest du am liebsten zurückgegeben? 
Roland Rauter – Einfach vegan. Dafür steht eigentlich auch noch eine Rezension aus, aber irgendwie ist mir die Lust daran vergangen. Viel zu wenig alltagstauglich, Rezepte mit falschen Mengenangaben... hmpf.

Gab es 2012 besondere kulinarik-verwandte Ereignisse? 
Forumstreffen von „Alles Hausgemacht!“ 2012 in Frankfurt zur Buchmesse: Grandiose Stunden! Und natürlich das Release von Hilda vor wenigen Wochen. Euer Feedback war einfach unglaublich, wir haben uns tierisch darüber gefreut. 

Eure Top 3 – welche Rezepte habt ihr am meisten angeklickt?

Dieses Rezept habt ihr so fleißig nachgekocht, dass ich irgendwann aufgehört habe, zu zählen. 
Mein Vorrat geht langsam zur Neige und ich fiebere der Rhabarbersaison 2013 schon heiß entgegen. 

Hier hätte ich gar nicht mit solch enormem Feedback gerechnet – obwohl dem knusprigen Stampf natürlich nichts anderes gebührt! Kartoffeln in Höchstform: Knusprig, aromatisch, und geschmacksflexibel. ;)

Sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch noch schnell gemacht und herrlich erfrischend, weil die Quarkcreme nicht so schwer im Magen liegt wie ihr sahniges Pendant. 

Das perfekte Last-Minute-Geschenk: Weihnachtssenf!

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Dezember 16, 2012


Derzeit „surfe“ ich über einen Internet-Stick, der sooooooo langsaaaaaam ist, dass ich mir pro Seitenaufruf in aller Ruhe eine Tasse frischen Tee aufbrühen (und teilweise auch trinken) kann. Aber natürlich nur, wenn die Seite überhaupt lädt. Das ist nämlich nicht immer der Fall. Diesem Zustand ist eben auch geschuldet, dass ich derzeit nicht bzw. nur verzögert auf all eure Kommentare reagiere. Dennoch habe ich trotz aller Widrigkeiten entschieden, euch dieses Rezept nicht vorenthalten zu wollen – und endlich, nach drei Anläufen, klappt es nun, Sonntagabend um 19:15 Uhr. 

Von alleine bin ich ehrlich gesagt nicht auf die Idee gekommen, mal Senf selbst zu machen. Ich dachte, das sei irgendwie aufwändiger und in einer 0815-Durchschnittsküche überhaupt nicht durchzuführen. Vermutlich stimmt auch, dass ich mit meinen Möglichkeiten weder feinen Dijon-Senf noch den „aechten Düsseldorfer Mostert“ herzustellen vermag – aber trotzdem ist das Ergebnis unverkennbar: Senf. Und was für einer – scharf (!) weihnachtlich gewürzt und dabei ohne große Zauberei herzustellen. Nur einen Pürierstab solltet ihr haben. 

Der Senf passt perfekt zu allem möglichen: Fondue und Raclette, Würstchen, Käseplatte, Baguette... und ist damit mein kulinarisches Weihnachtsgeschenk #1 2012. Weil mir das Ergebnis aus der Vorlage etwas zu flüssig wurde, habe ich in meinem Rezept die Flüssigkeitsmenge um insgesamt 40 ml reduziert. 

Weihnachtssenf
für ca. 3 – 4 Gläschen 

Zutaten
200 g gelbe Senfkörner
80 ml Cidre (Apfelwein)
120 ml milder Essig 
1 Bio-Orange
15 g kandierter Ingwer
1-2 TL Lebkuchengewürz (bei mir: Zimt und Muskat)
2 EL Akazienhonig
1 Prise Salz
100 g brauner Kandis 
100 ml Wasser

Zubereitung
Senfkörner, Essig und Cidre in einer Schüssel 24 Stunden ziehen lassen, dann mit dem Stabmixer grob pürieren. Von der heiß abgewaschenen Orange die Schale fein abreiben. Ingwer fein hacken und mit der Orangenschale, dem Honig, Lebkuchengewürz und der Senfmischung verrühren. Mit Salz abschmecken.
Kandis in 100 ml Wasser so lange erhitzen, bis er sich komplett aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen und mit dem Senf verrühren. Schon fertig! Nun nur noch in kleine, sterilisierte Schmuckgläschen füllen und gut verschließen. Im Kühlschrank hält der Senf sich etwa 3 Monate.

Quelle / Inspiration 
Brigitte, Nr. 26 / 2012 

Weihnachtsmenü 2012

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Dezember 02, 2012
HighFoodality Blog-Event Weihnachtsmenü 2012

Ich habe in diesem Jahr eigentlich an kaum einem Blog-Event teilgenommen. Mir fehlte einfach der Drive, mir im stressigen Alltag noch solche Gedanken zu machen. Aber weil Uwe von Highfoodality kurzfristig zum „Weihnachtsmenü 2012“ aufgerufen hat und Archivbeiträge erlaubt und erwünscht sind, bin ich nun doch mit dabei. Und vielleicht ist das ja auch ein guter Einstieg, ab 2013 wieder an ausgewählten Events teilzunehmen... 

Weihnachten ist in kulinarischer Hinsicht für mich eine gemachte Sache, you know. Heiligabend Kartoffelsalat. Erster Weihnachtsfeiertag: Kloß mit Rotkohl (weil Hauptbraten aus ess-moralischer Hinsicht nicht in Frage kommt). Zweiter Weihnachtsfeiertag: Reste von Tag 1 + 2. Ich bin damit auch ziemlich zufrieden. Aber vielleicht kann ich euch ja noch die eine oder andere Anregung geben?

In meinem Menü spielen traditionelle Herbst- und Wintergemüse die Hauptrolle – und es ist überaus festlich, trotz (oder gerade weil?) Verzicht auf Fleisch und Fisch. Was mir bei einem mehrgängigen Menü ja auch enorm wichtig ist: Man muss alles essen können, danach aber noch in der Lage zu sein, sich zu bewegen. Das ist ja gerade bei den traditionell etwas üppigeren Wintermenüs (Sahne-Creme-Suppe mit Croutons / Braten mit Sauce, Klößen und Rotkohl / Eis oder Tiramisu mit Sahne) selten der Fall. Mein Menü ist schön leicht und stellt den Eigengeschmack saisonaler Zutaten in den Vordergrund, ohne viel Zucker oder Fett dabei zu mischen. 


Vorspeise
In dieser Suppe, die gut vorbereitet und zum richtigen Zeitpunkt erwärmt werden kann, kommt die Topinambur-Knolle (übrigens auch bekannt als „Jerusalem Artischoke“, was ich sehr irreführend finde) gut zur Geltung. Da dieses Rezept für 2 Portionen als Hautpgang gedacht ist, würde ich die gleiche Menge als Vorspeise für 4 Portionen ansehen.

Hauptgericht
Ein ganz und gar winterliches Essen mit Fest-Charakter – und definitiv mal was anderes als „normale“ Pasta oder Kartoffelgnocchi.

Dessert
Ein sehr leichtes Dessert, das schon am Vortag fix und fertig zubereitet werden kann und das Menü aromatisch-süß abrundet.


So. Und mit diesen Worten verabschiede ich mich wieder in die Küche, wo ich nach wie vor fleißig Plätzchen produziere. Vielleicht gelingt es mir auch beim nächsten Backgang, nicht jedes zweite Blech zu lange im Ofen zu lassen.

Die „Hilda“ ist da – und sie ist wunderschön!

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November 30, 2012

Ich hatte euch ja schon verraten, dass es in diesem Jahr ein Plätzchen-E-Mag geben wird, das von einigen Bloggerinnen – inklusive mir – gemacht wurde. Nun ist es da – und ich bin völlig hin und weg. Gelayoutet wurd das Magazin von der hinreißenden Isabel, die anscheinend nicht nur gut kochen und backen sondern auch gestalten kann. Ganz großes Kino. Das Magazin ist so schön, dass ich mir am liebsten jede Seite einzeln rahmen und an die Wand tackern würde. Ebenso toll wie das Layout sind die Rezepte meiner Mit-Bloggerinnen. War ich vor einigen Tagen noch mehr oder weniger planlos, was ich in diesem Jahr so backen würde, bin ich nun vollkommen überlastet – fragt sich nur, was zuerst drankommt: Rosmarin-Heidesand? Orientalische Kichererbsenmonde? Pumpernickel-Plätzchen?


Ich hoffe, euch gefällt das E-Mag genau so gut wie mir bzw. uns. Viel Spaß damit!

Stollen-Scones mit Maple Butter

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November 29, 2012

So, ihr Lieben, jetzt mal ehrlich: Wer von euch mag Stollen? Keiner, oder? Das ist zumindest mein Gefühl. Sobald das Thema aufkommt, schreit man mir von überall „Ieh, nein, Stollen, da ist Citronat / Orangeat / Rosine / Marzipan / Nuss mit drin!“ entgegen. Ich klopp mich zwar auch nicht drum, aber ein, zwei Scheibchen dürfen's in der Weihnachtszeit schon sein. Ich mag diese klebrige, schwere Konsistenz und die dicke Puderzuckerschicht. 
Diese Scones hier sind auch was für Leute, die Stollen bisher mit einer Antihaltung begegnet sind: Ganz soft und leicht, buttrig und süß – der unverkennbare Geschmack ist aber ganz klar vorhanden. Das Rezept stammt mal wieder aus der Winterküche und sieht eigentlich Orangeat und Zitronat vor, ich aber habe mich auf ersteres beschränkt. Ganz klein gehackt fällt es in den Scones kaum auf. Wer also bei Stollen Probleme mit der Konsistenz von kandiertem Obst hat, ist hiermit gut beraten.
Ich habe mich bei der Zubereitung zu 100 % ans Rezept gehalten und muss sagen, dass der Teig leider ziemlich klebrig war. 150 ml Milch sollten hinzugefügt werden – viel zu viel, so dass ich noch ein wenig Mehl zugeben musste! Beim nächsten Mal werde ich auf 100 ml reduzieren und dann gegebenenfalls noch etwas hinzugießen. Außerdem sollten die Scones vor dem Backen noch mit einem verquirlten Ei bestrichen werden. Das sieht zwar hübsch aus, hat aber keinen eigentlichen Mehrwert – und deswegen habe ich drauf verzichtet. 

Alles in allem: Sehr lecker – insbesondere mit der Maple Butter. Eigentlich wird letztere ja nur aus Ahornsirup hergestellt. Hier wird einfach die gewünschte Menge Butter mit Ahornsirup cremig verrührt. Einfach köstlich!
Zitat Testesser: „Die besten Scones, die du je gebacken hast!“

Und: Wer Margarine anstatt Butter und Pflanzen- anstatt Kuhmilch benützt hat wieder ein schönes, veganes Weihnachtsrezept.

Stollen-Scones mit Maple Butter
für 8 Stück

Zutaten
für die Scones
je 1 gehäufter EL Zitronat und Orangeat
50 g gehackte Mandeln
250 g Mehl
1 Prise Salz
2 TL Backpulver
40 g Zucker
75 g weiche Butter
100 ml Milch (ggf. etwas mehr)

für die Maple Butter
50 g ganz weiche Butter
2 EL Ahornsirup 

Zubereitung
Zitronat und Orangeat klein schneiden und mit Mandeln, Mehl, Salz, Backpulver und Zucker mischen. butter in Flöckchen dazugeben und alles zu groben Bröseln vermischen. Das geht noch mit den Händen – nun aber das Handrührgerät zur Hilfe nehmen, wenn die Milch hinzugegossen werden und zu einem glatten Teig geknetet werden soll. Teig zu einer Kugel formen, abdecken und eine halbe Stunde an einem kühlen Ort ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Maple Butter zubereiten: Hierfür einfach die weiche Butter mit dem Ahornsirup verrühren und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen. Genau das richtige, um sich noch ein paar Lagen Winterspeck anzufuttern. 

Backofen auf 200 ° C (Ober- / Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 2 cm platt drücken oder ausrollen (ehrlich, für so grobe Arbeiten nehme ich kein Nudelholz, das mach ich so... ). Mit einem runden Ausstecher oder einem Glas Kreise ausstechen und aufs Blech setzen. Ab in den Ofen schieben und ca. 15 Minuten goldbraun backen. Wie alle Scones schmecken auch die hier am Backtag am besten...

Quelle
Tanja Dusy: Winterküche: Voller Wärme, Kraft und Sinnlichkeit

Dauerbrenner: Kürbis-Kokos-Konfitüre

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November 25, 2012

Diese Konfitüre koche ich nun im vierten Jahr ein – und das muss was heißen. Während ich eigentlich gerne und häufig verschiedene Sorten Konfitüre und Marmelade einkoche und aufs Brötli schmiere, ist das hier der einzige „Klassiker“, auf den ich mich jeden Herbst freue.
Die KüKoKo ist wirklich der Knüller schlechthin. Von keinem Aufstrich koche ich so viele Gläser – muss ich aber, da Freunde und Bekannte spätestens ab Oktober quengeln, wir selbst ein Glas nach dem anderen verputzen und sie außerdem ein tolles kulinarisches Geschenk für Weihnachten ist.
Dabei ist sie so leicht gekocht wie andere Fruchtaufstriche! Also nehmt euch ruhig mal einen Nachmittag und probiert es aus – ich verspreche, ihr werdet begeistert sein! Und falls nicht, nehme ich alle Restbestände gerne in meine Obhut.

Welchen Kürbis ihr nehmt, ist völlig egal. Ich habe mit Hokkaido und Gelbem Zentner experimentiert und finde beides prima. Mit Hokkaido wird die Koniftüre samtiger und einen Ticken süßer – Gelber Zentner hingegen gibt eine sehr fruchtige Note und schmeckt stärker nach „Kürbis“.

Kürbis-Kokos-Konfitüre

Zutaten 
500 g Kürbis, küchenfertig
250 ml Kokosmilch, cremig
500 g Gelierzucker 2:1
5 g Zitronensäure

Zubereitung
Den Kürbis klein würfeln und in der Kokosmilch ca. 10 Minuten weich kochen. Dann gut durchpürieren und Zitronensäure sowie Gelierzucker unterrühren. Nun noch rund 5 Minuten sprudelnd kochen lassen, Gelierprobe nicht vergessen – und ab damit in die sterilisierten Twist-Off-Gläser.

Gewürzkuchen mit Ingwer, Nüssen und Kaffeeglasur

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November 19, 2012

Momentan habe ich einen Kochbuchtick. Nachdem mehrere Monate überwiegend „frei Schnauze“ gekocht und gebacken wurde, blättere ich nun wieder dauernd in meinen aktuellen Favoriten Das Kochbuch (Ottolenghi) und Winterküche (Dusy). Gerade letztere finde ich – trotz nicht zu leugnender Fleischlastigkeit – fürchterlich inspirierend. Ich plane sogar Knödel-Wochen und will an den kommenden Wochenenden je eine Sorte ausprobieren: Klassische Kartoffelknödel, rohe Kartoffelknödel nach Thüringer Art und Semmelknödel. Erstens, weil ich Knödel (oder Klöße, gibt's da eigentlich einen Unterschied?) noch nie selbst gemacht habe und zweitens, weil ich gerade ein kochkreatives Hoch erlebe und das so gut wie möglich auskosten mag. 

Deswegen bastele ich auch für jedes Wochenende einen Speiseplan (2 x herzhaft, 1 x süß). In diesem Rahmen habe ich letzte Woche diesen Gewürzkuchen gebacken, der im Original als Ingwer-Walnuss-Guglhupf daherkommt und von mir leicht abgewandelt wurde (weil kandierter Ingwer = bäh!). Und: Ja, ich habe ihn! – den perfekten Kuchen für die weihnachtliche Kaffeetafel. Wunderbar würzig, knackig und weihnachtlich. Sehr zu empfehlen – 1+++ von mir!
Ich besitze übrigens keinen Guglhupf und habe deswegen auf meinen schöne Sternform zurückgegriffen. Vor Jahren mal im Rahmen einer Treuepunkteaktion ergattert und seitdem viel zu selten benutzt. Klar, wieviele Monate im Jahr braucht man sternförmige Kuchen!? Dabei sieht sowas eigentlich schon ziemlich pretty aus. 


Gewürzkuchen mit Ingwer, Nüssen und Kaffeeglasur
für eine Guglhupf- oder sonstwie-geartete-Form (ca. 2 l)

Zutaten 
40 g Ingwer, frisch
150 g Walnusskerne (oder eine Nussmischung)
250 g Weizenvollkkornmehl
150 g Weizenmehl
1 Packung Backpulver
1 TL Zimtpulver
4 Msp. frisch gemahlene Nelken
4 Msp. frisch gemahlener Kardamom
2 TL Kaffepulver, instant
7 EL heißes Wasser
80 g brauner Zucker
250 g Butter
75 g Honig
4 Eier (M)
150 g Sahne
Puderzucker
Butter für die Form

Zubereitung
Den Ingwer schälen und klein schneiden, die Nüsse grob hacken. Die Mehle mit dem Backpulver und den Gewürzen mischen. Kaffepulver im Wasser auflösen. Den Backofen auf 175 °Grad (Ober-/ Unterhitze) vorheizen, die Form mit Butter einfetten.
Zucker und Butter mit den Quirlen eines Handrührgeräts schaumig rühren. Den Honig unterrühren; anschließend die Eier dazu gebe und ebenfalls gründlich unterrühren. Stück für Stück die Mehlmischung unterrühren. Abschließend noch Ingwer und Nüsse unterheben, sowie die Hälfte des Kaffees und die Sahne.
Den Teig in die gebutterte Form füllen, glatt streichen und in den Ofen füllen. Die Backzeit beträgt ca. 45 Minuten, eventuell muss der Kuchen in den letzten Minuten mit Backpapier abgedeckt werden. Nach der erfolgreich durchgeführten Stäbchenprobe den Kuchen aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und dann auf ein Kuchengitter stürzen.
Den vollständig ausgekühlten Kuchen mit einer Glasur aus dem übrigen Kaffee und Puderzucker bestreichen. Eventuell noch mit Nüssen verzieren und servieren.

Quelle
Tanja Dusy: Winterküche: Voller Wärme, Kraft und Sinnlichkeit (Themenkochbuch)

Gebackener Kürbis mit Schwarzkümmel, Basilikum und Auberginendip

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November 11, 2012

Mit diesem Rezept eröffne ich die Kunstlicht-Saison 2012. Wenn ich zur Zeit von der Arbeit nach Hause komme, dämmert es schon – und bis dann das Essen auf dem Tisch steht, ist es längst stockduster. Aber da ich auch am Wochenende selten vor 19 Uhr zu Abend esse, muss ich mich wohl mit so lästigen Dingen wie Weißabgleich und ISO beschäftigen. Zwar besitze ich auch einen riesigen „Profi“-Schirm mit Tageslichtlampe, aber damit habe ich mich bisher irgendwie nicht mit anfreunden können. Das waren also 100 ziemlich schlecht investierte Euro. Aber: Ich finde schon, dass sich meine Fotos im Vergleich zu letztem Jahr gebessert haben, auch ohne Extra-Geschirr.  Das hier z. B. finde ich gar nicht so übel: Mit dem Auberginendip habe ich mir im Nachhinein betrachtet – rein bildkompositorisch – keinen Gefallen getan, aber naja, nun isser nun mal mit drauf.

Das Essen: Großartig. Ich weiß, dass Kürbisgerichte aus dem Ofen wahrscheinlich das uninteressanteste sind, was man zur Zeit auf deutschen Foodblogs posten kann – Inflation und so! – aber auf diese Art und Weise habt ihr ihn bestimmt noch nie gegessen. Das Rezept war meine Premiere aus Ottolenghi – Das Kochbuch und hat uns völlig vom Hocker gehauen. Die Küche von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi steht (laut Selbstbeschreibung) für, Frische, Kontraste, Aromen und Orient – und das wird bei diesem Rezept gut deutlich: Der erdig-süße Kürbis trifft ätherischen Basilikum und knusprige Kerne (besonders genial: Schwarzkümmel!) und einen köstlichen Auberginen-Dip. Eine phänomenale Komposition, die mir selbst so sicherlich nie eingefallen wäre.


Gebackener Kürbis mit Schwarzkümmel, Basilikum und Auberginendip
für 2 Personen als leichte Hauptspeise

Zutaten
für den Kürbis
600 g Kürbis, geputzt und in Spalten geschnitten
1 EL Olivenöl
1 EL Kürbiskerne
1 EL Sonnenblumenkerne
1 EL Sesam
1 TL Schwarzkümmel
15 Basilikumblätter
Fleur de Sel
Pfeffer

für den Dip
1 Aubergine
150 g Joghurt
1 EL Olivenöl
3 EL Zitronensaft
1 EL Petersilie, gehackt
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Den Backofen auf 220° vorheizen. Die Aubergine putzen und mehrfach mit einer Gabel oder einem Spieß einstechen. Entweder über einem Gasbrenner ca. 12-15 Minuten rösten, bis die Haut aufreißt und sich ein rauchiger Geruch in der Küche verbreitet. Alternativ ca. 1 h lang unter dem heißen Backofengrill rösten und gelegentlich wenden, bis sie ganz verschrumpelt ist. Dann die Aubergine der Länge nach aufschneiden und das weiche, weiße Fleisch aus der Haut lösen – das verbrannte Äußere wollen wir natürlich nicht mitverwenden. Fruchtfleisch in einem Sieb ca. 10 Minuten abtropfen lassen, auf einem Schneidebrett grob hacken und dann mit den restlichen Dip-Zutaten verrühren. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Da der Dip ruhig ein wenig durchziehen sollte, kann man sich nun in aller Ruhe dem Kürbis widmen:

Die Kürbisspalten mit Olivenöl bepinseln und auf ein Backblech legen. Ordentlich salzen und pfeffern. Ungefähr 45 Minuten im Ofen backen. Kurz vor Schluss die Kerne in einer Pfanne fettfrei rösten (Ottolenghi macht das im Ofen, aber das muss ja nu wirklich nicht sein... ).
Den gebackenen Kürbis mit Kernen bestreuen und mit Basilikm garnieren. Den Auberginendip separat dazu reichen.

Quelle
Yotam Ottolenghi: Das Kochbuch. Mediterran – orientalisch – raffiniert.

Sowas gab's noch nie: Hilda!

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November 10, 2012
Ich schwöre. Zumindest ist es mir nicht bekannt.


Freut euch: In zwei Wochen erscheint das erste deutsche Plätzchen-E-Mag, das nur von Bloggern zusammengetragen wurde. Aber natürlich nicht von irgendwelchen: Die Idee dazu hatte Isabel von Lecker Lezmi, dazu kamen Katharina von Katharina kocht, Julie von mat & mi, Jenni von Fleur du Poirier, Juliane von Schöner Tag noch! – und meine bescheidene Wenigkeit.

Schon im Oktober haben wir gebacken, geknippst und getippselt. Ich bin sehr gespannt auf das Endergebnis und hoffe, ihr werdet auch Gefallen daran finden!

Chocolate Tahini Cookies

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November 04, 2012

Mein zweites Rezept aus La Tartine Gourmande – und wieder was Süßes! Gerade in dem Buch sprechen mich die zuckrigen Leckereien besonders an. Da ich aber gerade daran arbeite, weniger Zucker zu konsumieren, werden zukünftig hoffentlich eher die herzhaften Gerichte auf dem Speiseplan stehen. Sofern ich das durchhalte, versteht sich. Aber nun erstmal zu den Chocolate Tahini Cookies: Oberlecker. 

Ich liebe Tahin, auch wenn es flüssiges Hüftgold ist (aber immerhin zuckerfrei...). Meiner Meinung nach geizt Béa im Original ein bisschen mit dieser Zutat. Deswegen habe ich von Anfang an einen Esslöffel mehr genommen, könnte mir sogar vorstellen, den Anteil im nächsten Schub noch weiter zu erhöhen. Außerdem habe ich stinknormales Mehl mit einem kleinen Anteil Vollkorn verwendet und musste einen Schluck Milch an den Teig geben, weil er sonst zu fest gewesen wäre. Das ist ehrlich gesagt das einzige, was mich an dem schönen Buch stört: Die Mehlsorten. Béa experimentiert mit allen möglichen Sorten und benutzt gerne mehrere in einem Rezept – natürlich je in homoöpathischen Dosen. Da bin ich ja kein Freund von. Wozu soll ich mir Hirsemehl, Amaranthmehl, Buchweizenmehl undhassenichgesehen anschaffen, wenn ich sie dann nur Esslöffelweise einsetzen kann? Und offene Mehlpackungen in der Küche? Nein, danke.
Seit im letzten Herbst eine Kolonie Lebensmittelmotten meine Küche als neues Siedlungsgebiet auserkoren hatte, bin ich bei geöffneten Packungen ziemlich empfindlich. Ich horte so wenig wie möglich an Trockenfrüchten und Getreide und verpacke – nur für den Fall der Fälle – alles sofort luftdicht in Glas- oder Tupperbehälter, damit ein befallenes Produkt die anderen Vorräte nicht „ansteckt“. 

Das ist jetzt aber doch etwas unappetitlich für einen Foodblog, oder? Am besten vergesst ihr das alles ganz schnell und saust in die Küche, um die Chocolate Tahini Cookies selbst auszuprobieren. 


Chocolate Tahini Cookies
ergibt ca. 16 große Cookies

Zutaten
80g weiche Butter
100g Rohrzucker
50 g Sesampaste (Tahin)
Mark von 1 Vanilleschote
1 Ei
125 g Weizenmehl
45 g Stärke
25 g Vollkornmehl
1/4 TL Fleur de sel
1/2 TL Backpulver
100g dunkle Schokolade (70% Kakao), grob gehackt
nach Belieben: 100 g Walnüsse, Erdnüsse und / oder Sesam

Zubereitung
Den Ofen auf 190 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. In der Schüssel einer Küchenmaschine oder mit dem Handmixer Butter, Zucker und Sesampaste verrühren, bis die Masse cremig ist. Ei und Vanillemark unterrühren. In einer zweiten Schüssel Mehl, Fleur de Sel und Natron vermischen. Zu der Butter-Mischung hinzufügen und nur kurz miteinander verühren. Anschließend mit einem Kochlöffel o. ä. Schokolade (und Nüsse) unterheben.
Esslöffelweise den Teig auf das Backblech setzen. Ein wenig Platz zwischen den Cookies lassen, da sie beim Backen leicht verlaufen. Das erste Backblech in den Ofen schieben und ca. 10 Minuten backen. Achtung: Die Kekse sollten nicht zu braun werden – mit der richtigen Backzeit erhält man sich diesen leicht „chewigen“ Kern.
Anschließend aus dem Ofen nehmen, die Kekse vom Blech lösen und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter geben. Mit dem zweiten Blech ebenso verfahren.

Quelle
Beatrice Peltre: La Tartine Gourmande: Recipes for an Inspired Life

Crash Hot Potatoes – neuer Kartoffelliebling

| On
Oktober 27, 2012
Crash Hot Potatoes

Die Crash Hot Potatoes sind eine Zeitlang mal durch alle möglichen Blogs gewandert. Ich habe mir die Idee gemerkt, bin aber lange nicht dazu gekommen, es mal selbst auszuprobieren. Erst im Urlaub, als Kartoffelreste zu verwerten waren, erinnerte ich mich wieder daran. Und habe mich direkt verknallt: Crash Hot Potatoes schmecken einfach super!
Mich haben sie irgendwie an Bratkartoffeln erinnert, dabei sind sie viel fettärmer, doch ungleich aromatischer. Und es gibt unendlich viele Variationen zu entdecken. Dies hier ist nur die Basic-Nummer, aber mir schweben da schon einige Ideen im Kopf herum: Kräuter- oder Zitronenöl zum Einpinseln benutzen, mit Chiliflocken bestreuen, mit Ziegenkäse und Honig überbacken und so weiter. Ich will das jetzt immer haben!

Was wir dabei gegessen haben? Zuerst Ratatouille. Beim zweiten Mal Bohnensalat. Ich denke, Crash Hot Potatoes passen irgendwie zu allem.
Am besten verwendet man kleine, festkochende Frühkartoffeln – andere sollten aber auch kein Problem sein.

Crash Hot Potatoes
für 2 Portionen als Beilage

Zutaten 
400 g Kartoffeln 
Olivenöl 
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Die geputzten, aber ungeschälten Kartoffeln in Salzwasser bissfest garen. 
Anschließend ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln auf das Blech legen und mit einem Kartoffelstampfer leicht zerdrücken. Bei der Pioneerwoman gibt's auch noch mal Step-by-Step-Bilder dazu – damit ihr kein Püree fabriziert. 
Die Kartoffeln anschließend mit gutem Olivenöl einpinseln und großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.

Auf oberer Schiene im Ofen bei ca. 200 °C ca. 20 bis 25 Minuten goldbraun backen.

Kürbisparfait mit Balsamico-Sirup

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Oktober 21, 2012

Mittlerweile ist es für mich jedes Mal ein kleines Fest, wenn ich kurz davor bin, einen Blogpost online zu stellen. Ihr ahnt es schon: Meine Internet- und Telefonprobleme halten an. Seit nunmehr fast zwei Monaten bin ich mehr oder weniger „ohne“ – dass so etwas heutzutage noch möglich ist, unglaublich. Seit letzter Woche haben wir in der Sache sogar einen Profi eingeschaltet, weil Vodafone jegliche Reaktion auf unsere Anrufe und Einschreiben verweigert. Natürlich ist der Laden für uns gestorben, doch gerade deswegen wird es wohl noch länger dauern, bis hier alles wieder seinen geregelten Gang geht. Das ist es mir allerdings wert, ich lass mich doch nicht verar... ihr wisst schon.
Besonders schade ist aber, dass ich nur noch sehr wenig von meiner Blogroll mitbekomme. Auch auf die vielen Kommentare, die im Moment reinkommen, kann ich nur verzögert reagieren – seid aber versichert: Ich freue mich über jeden einzelnen ganz besonders. 
So, genug geschwafelt, ab zum Futter:

Seit ich Parfait für mich entdeckt habe, ist der Wunsch nach einer „richtigen“ Eismaschine eigentlich kaum noch präsent. Schnell, variabel und gut planbar – ein Parfait ist ideal, wenn Gäste ins Haus stehen. Diese Version mit Kürbis schmeckt ein bisschen nach Plätzchenteig – und hat so bei mir natürlich voll ins Schwarze getroffen. Auf den Balsamicosirup kann ich ehrlich gesagt verzichten. Die Menge ist auch irgendwie... übertrieben? Beim dazugehörigen (übrigens ziemlich hässlichen) Rezeptbild liegt eine Scheibe Eis auf einem See von Sirup. Ich weiß wirklich nicht, wie man das essen soll. Schließlich ist die Hauptzutat immer noch Essig, der Sirup somit säuerlich und übertüncht den zart-süßen Geschmack des Parfaits völlig. Deswegen werde ich das Parfait zukünftig lieber mit einem Hauch (!) Schokoladen- oder Nusssirup servieren. Aber das ist natürlich Geschmackssache, und deswegen haue ich euch das Original mit hier rein. Aber hört auf meine Worte: Balsamicosirup ist was für extravagante Münder.

Noch eine Anmerkung: Im Original wird die Menge hier für 6 Portionen angegeben. Bei mir hat's aber locker für 10 gereicht. Da sich das Parfait aber hält, kann man ruhig etwas großzügiger planen. Auch an den Zutaten habe ich herumgeschraubt, nichts Neues also.


Kürbis-Parfait mit Balsamico-Sirup
für 10 Portionen

Zutaten
für das Parfait 
350 g Hokkaid
100 g Rohrzucker
1 EL Zitronensaft
2 Eiweiß
200 ml Sahne 

für den Sirup
60 g Zucker
120 ml Aceto Balsamico

Zubereitung
Den Kürbis schälen und auf der Gemüsereibe reiben. Mit Zucker und Zitronensaft aufkochen. Einige Minuten weich kochen, dann pürieren und völlig auskühlen lassen. Eiweiße und Sahne schaumig schlagen. Eine Kastenform (ca. 24 cm lang) mit Frischhaltefolie auslegen. Alle Zutaten mit dem Kürbismus verrühren und in die Form füllen. Die Kürbismasse zugedeckt 12 Std. oder über Nacht durchfrieren lassen.

Für den Sirup den Aceto Balsamico mit dem Zucker bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten einkochen lassen, bis er – klar! – leicht sirupartig ist. Auskühlen lassen.

Zusammen mit z. B. Haselnuss- oder Kürbiskernkrokant servieren.

Quelle

Pistazien-Financiers mit Mohn und brauner Butter

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Oktober 07, 2012

Ich habe ein schlechtes Gewissen. Ehrlich.
Denn vor einiger Zeit – wann war das? Juni? Juli? – gewann ich bei Kirsten ein Kochbuch, ein wirklich tolles Kochbuch sogar: La Tartine Gourmande von Béatrice Peltre.
Ich freute mich tierisch, als das Paket kam, ich bedankte mich artig und schwor natürlich, schon ganz bald etwas daraus zu kochen.
Dann entwickelte sich meine weitere Lebensplanung von jetzt auf gleich in eine ganz andere Richtung, die den Alltag vorübergehend auf den Kopf stellte und schwupps... 
Ich hoffe, liebe Kirsten, du bist mir nicht böse. Du weißt ja auch, worum es ging und ich kann mittlerweile verkünden: Alles hat sich prächtig entwickelt und ich bin sehr glücklich.

Mittlerweile habe ich auch geschafft, anlässlich eines Geburtstags etwas aus dem Buch zu backen: DieWahl fiel auf die „brown butter pistachio and poppy seeds financiers“.
Die Dinger sind wirklich eine Wucht, was man ihrem Äußeren leider nicht ansieht. Ich war ein wenig enttäuscht von der Optik, aber bei der ersten Kostprobe war das ganz schnell vergessen: Weich, zart, saftig, sehr nussig-aromatisch und durch den Mohn leicht knusprig. Eine Premiere für mich: Ich habe vorher noch nie Butter gebräunt und war überrascht von dem intensiven Geschmack, den sie dabei entwickelt. Wirklich toll.

Auf der Geburtstagsfeier waren die äußerlich unspektakulären aber köstlichen Kuchen der Renner. Wobei natürlich die Fragen, was genau ein Financier denn nun sei, nicht ausblieben.
Meine wissenschaftlichen Recherchen – die auf seriösen Quellen wie Wikipedia und Kochblogs beruhten – kamen zu folgendem Ergebnis: Financiers beinhalten meistens Mandelmehl, gehackte oder gemahlene Mandeln oder wenigstens Mandelaroma. Am häufigsten werden sie in kleinen, rechteckigen Förmchen gebacken, stinknormale Muffinsformen sind aber auch kein Problem. Außerdem ist gebräunte Butter ein „distinctive feature“. Alles klar? Allerdings habe ich nun schon mehrere Financier-Rezepte gesehen, die ohne gebräunte Butter ausgekommen sind. Also... keine Ahnung, was nun DAS Kriterium für ein Financier ist. Schlaumeier und Besserwisser sind also herzlich dazu eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen und mich aufzuklären.


Pistazien-Financiers mit Mohn und brauner Butter
für 8 Stück

Zutaten 
90 g geschälte Pistazien
100 g Butter
5 Kardamom-Kapseln, die Samen davon
1 Vanilleschote, das Mark davon
60 g Speisestärke
2 TL Mohn
100 g Rohrzucker
1/2 TL Salz
4 Eiweiß

Zubereitung
Den Ofen auf 180 °C vorheizen. 8 Mulden eines Muffinblechs mit Papierförmchen auslegen und beiseite stellen.
Die Pistazien mit einer Kaffeemühle o. ä. ganz fein mahlen. Eiweiß steif schlagen. Beides beiseite stellen.
Bei mittlerer Hitze die Butter in einem Topf schmelzen und bräunen lassen – dabei gut aufpassen, dass die Butter nicht verbrennt. Den Topf vom Herd nehmen, die Kardamomsamen und das Vanillemark zufügen und 10 Minuten abkühlen lassen.

In einer Schüssel Stärke, Pistazien, Mohn, Zucker und Salz vermischen. Eischnee unterheben. Dann die gebräunte Butter zufügen und fix unterrühren.

Den Teig in die Muffinförmchen gießen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten backen – Stäbchenprobe nicht vergessen. Anschließend außerdem des Ofens komplett auskühlen lassen.

Quelle
leicht abgewandelt nach Béatrice Peltre – La Tartine Gourmande: Recipes for an Inspired Life

Spätzle mit Thymian-Kürbis und karamellisierten Zwiebeln

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September 30, 2012
Spätzle mit Thymian-Kürbis und karamellisierten Zwiebeln

Soulfood darf auch schon mal matschig aussehen, oder? Ich war – glaube ich – auch so gebannt von dem Duft, der mich beim fotografieren umgab, dass ich die Kamera nicht ohne wohliges Zittern bedienen konnte. Seht darüber hinweg und glaubt mir einfach, dass diese Spätzle, die mit wirklich wenigen Zutaten auskommen, ein absolutes Wohlfühlgericht sind, das sich besonders gut nach ümmeligen Herbstspaziergängen macht.
Der aromatische Muskatkürbis (den ich gegenüber dem allgegenwärtigen Hokkaido mittlerweile übrigens bevorzuge) verträgt sich exzellent mit einer kräftigen Prise Thymian, und die in Butter langsam kross und braun gebratenen Zwiebeln sind das Tüpfelchen auf dem i – vor allem, wenn man kurz vor Schluss noch eine Teelöffelchen Zucker in die Pfanne streut und sie dadurch leicht karamellisieren.

Übrigens: Mein erstes Mal selbstgemachte Spätzle. Und mal wieder bestätigt sich: DIY ist besser als gekauft. Die getrockneten Eierspätzle schmecken mir nämlich überhaupt nicht. Die sind immer so pappig und hart (ja, auch nach dem Kochen), damit konnte ich mich nie anfreunden. Meine Spätzle habe ich übrigens mit der Spätzle- und Kartoffelpresse von Gefu gemacht, die ich netterweise vom Online-Shop Casserole zum Testen bekam. Für Spätzle und Kartoffel- und Gemüsebrei empfehle ich die auch zu 100% gerne weiter. Versucht allerdings nie, Spaghettieis damit zu machen. Geht gaaar nicht. Nein.

Spätzle mit Thymian-Kürbis und Röstzwiebeln
für 2 Portionen

Zutaten
für die Spätzle
200 g Weizenmehl
2 Eier
1 TL Salz
etwas Wasser (ca. 50 ml)

für den Kürbis
300 g Muskatkürbis, geschält
1 EL Butter
1 TL Thymian, getrocknet
Salz
Pfeffer

für die Zwiebeln

200 g Zwiebeln, geschält
2 EL Mehl
1,5 EL Butter
1 TL Zucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Für die Spätzle das Mehl mit Eiern und Salz verrühren und etwas Wasser hinzufügen. Praktischerweise verarbeite ich den Teig mit den Knethaken meines Handrührgeräts. Das Wasser vorsichtig dosieren: Der Teig sollte glatt und nicht zu fest sein.

Für den Kürbis die Butter in einer Pfanne erhitzen. Den Muskatkürbis klein würfeln und bissfest braten, anschließend Thymian zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Abdecken und warm halten.

Die Zwiebeln in Ringe schneiden und anschließend in einer Schüssel mit Mehl bestäuben. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe auf mittlerer Stufe langsam braun braten.
Nun können die Spätzle gekocht werden – was insgesamt nicht mehr als 5 Minuten in Anspruch nimmt. Einfach einen Teil in die Presse füllen und mit etwas Abstand in einen Topf mit kochendem Wasser pressen. Die Spätzle sind gar, wenn sie an der Oberfläche schwimmen. Mit einem Seiher aus dem Wasser nehmen, warm halten – und die nächste Fuhre in den Topf schicken. So verfahren, bis der Teig aufgebraucht ist.

Die Zwiebeln dabei immer im Blick haben. Wenn sie von beiden Seiten braun sind, den Zucker über die Ringe streuen und karamellisieren. Dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Spätzle in der Pfanne mit dem Kürbis mischen. Auf vorgewärmte Teller (Mikrowelle, my heart!) verteilen und die Zwiebelringe darauf schichten.

Herbstlicher Kürbis-Eintopf mit Kümmel und Apfelmus (vegan)

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September 24, 2012

Kürzlich habe ich aus den Restbeständen unseres Kühlschranks diesen herbstlichen Eintopf zusammengewürfelt, der einfach fantastisch war. 
Dass sich Apfelmus gut an tomatigen Saucen macht, weiß ich ja schon eeewig. Schon früher habe ich Massen davon über die gute Bolognese alla Mamma geschüttet, weil's damit einfach noch ein bisschen besser geschmeckt hat. Ähnlich ist ja das Prinzip meines allerliebsten Nudelgerichts – Pasta mit Apfel-Zimt-Sauce – und insofern ist es kein Wunder, dass mich auch das hier ziemlich umgehauen hat. Und weil auch der Gatte angetan war, darf das Rezept auf den Blog, damit sich die ganze Welt dran erfreuen kann. Ist zwar keine Haute Cuisine, aber ein tolles Ruckzuck-Rezept für den herbstlichen Feierabend: Der süßliche Apfelmus rundet den Eintopf, der herbstlich mit Kümmel, Lorbeer und Senfkörnern gewürzt ist, geschmacklich wunderbar ab. 

Mal sehen, was der Herbst noch so an leckeren Gerichten hervorbringt. Es gibt so viele wunderbare Kürbisgerichte, die schon auf meiner Liste stehen – und fast täglich kommen neue hinzu. Ich muss mich also sputen... auch, weil es nicht mehr lange dauert, bis sich das Tageslicht foodbloggerunfreundlich schon gegen 16 Uhr verabschiedet.

Ach – und wer sich fragt, was das da für Würfelchen auf dem Eintopf sind: Es handelt sich um kross gebratene japanische Bratfilets der Firma Taifun. Schwiegermama nennt sie zärtlich „japanische Lappen“. Mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen. ;)


Kürbis-Eintopf mit Kümmel und Apfemus
für 2 Portionen

Zutaten
2 kleine Zwiebeln 
1 Knoblauchzehe 
1 EL Olivenöl 
40 g Tomatenmark
300 g Hokkaido-Kürbis
1/2 Paprika in Wunschfarbe
300 g Tomaten
1 große Kartoffel
400 ml Gemüsebrühe
1/2 TL Kümmel
Piment d'Espelette (oder scharfer Paprika)
1 Lorbeerblatt
100 g Apfelmus
Rauchsalz 
Essig
Petersilie

Zubereitung
Zwiebeln und Knoblauchzehe fein hacken. In einem Topf Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch kurz anschwitzen, dann die Hitze erhöhen und Tomatenmark zugeben. Ungefähr 3 Minuten rösten lassen, nur ab und an umrühren und währenddessen Kürbis, Paprika, Tomaten und Kartoffeln würfeln. Das Gemüse mit in den Topf geben und ca. 400 ml Gemüsebrühe einfüllen. Kümmel, Piment d'Espelette und Lorbeerblatt zufügen, den Deckel auflegen und ca. 20 Minuten auf niedriger Flamme köcheln lassen.
Anschließend Apfelmus einrühren und mit Rauchsalz und Essig (und eventuell einer Prise Zucker) abschmecken. In tiefe Teller schöpfen und mit frischer Petersilie bestreut servieren.

Vegan Wednesday 2012 / 09 / 19

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September 19, 2012

Mein erstes Mal beim Vegan Wednesday – ich werde bestimmt kein dauerhafter Gast, weil ich dauernd vergesse, mein Futter zu knipsen. Heute aber stimmten Freizeit und Erinnerungsfunktion meines Hirns, also präsentiere ich euch: Mein Essen.
Dabei bin ich ja – wie ihr wisst – gar keine Veganerin. Obwohl ich meistens vegan esse, bestimmt an 4 bis 5 Tagen die Woche. Normale Milch trinke ich schon lange nicht mehr, und Joghurt wird auch seit geraumer Zeit durch sein Sojapendant ersetzt. Käse kommt in diesem Haushalt natürlicherweise nur sehr selten vor. Ich esse aber gerne ab und an ein Frühstücksei, trinke im Café einen Cappuccino oder esse in der Mensa Backkartoffeln mit Kräuterquark. Meistens aber bemühe ich mich um rein pflanzliche Kost (was sich irgendwie nach Krankenhausnahrung anhört, oder?)

Die Beiträge von heute werden übrigens bis Samstag von Cara gesammelt und dann auf Pinterest veröffentlicht.


Frühstück: 
Sojajoghurt mit frischem Apfel, Müsli, Cranberrys und Kürbiskernen. Dazu einen Earl Grey mit Sojamilch. 


Lunch:  
Gebratene Kürbiswürfel und grüne Bohnen mit Kräuter-Sojajoghurt,
dazu eine Scheibe frisches Körnerbrot.
Dessert fiel leider aus, weil ich meine Eltern vom Flughafen abgeholt habe und unter Zeidruck war. Dort gab's dann aber immerhin einen frisch gebrühten Kaffee.
Ein Foto davon habe ich mir allerdings gespart.


Abendessen: 
Gemüse-Wok aus Spitzkohl, Kürbis und Karotte, dazu in Kokosmilch und „Yokos Tofu-Gewürz“ marinierter Tofu. Garniert wurde das ganze mit Petersilie und Sesam.

Gleich gibt es noch meinen alltäglichen Gute-Nacht-Drink: Eine Milchsuppe aus Soja-Reismilch von Alnatura (schmeckt für mich am ehesten nach „echter“ Milch) und Schmelzflocken.

Wenn ihr euch die Bilder aufmerksam betrachtet, könnt ihr mindestens zwei Dinge lernen.
1. Ich garniere mein Essen überaus gerne mit Petersilie. Die muss aber glatt sein, krause Petersilie geht gaaar nicht.
2. In der Dämmerung macht das iPhone 3 echt besch... eidene Fotos.

Vorweihnachtliche Gefühle: Lebkuchen-Blondies mit Karamell

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September 17, 2012

Hi, ich bin's – kennt ihr mich noch? Ja, Christina, ich poste hier eigentlich ab und an mal, was ich so gekocht und verspeist habe. Dann aber trat ein Unternehmen namens Vodafone in mein Leben und seitdem ist nichts mehr, wie es einmal war. Gerade aber bin ich online. Nur wie lange dieser Zustand andauert, vermag ich nicht zu prophezeihen. Deshalb kurz zum Wesentlichen – nämlich diesen köstlichen Lebkuchen-Bondies mit Karamell.

Dieses Rezept stammt ursprünglich aus der Winterküche von Tanja Dusy. Das Buch wurde mir letztes Jahr zu Weihnachten von meinen Eltern geschenkt und bisher habe ich es kläglich vernachlässigt – und dies liegt vor allem daran, dass die Rezepte sehr fleischlastig sind. Das finde ich schade, weil die Sommerküche ein so gemüse- und obstlastiges Buch ist und ich davon ausgegangen bin, dass auch hier meistens ohne Fleisch oder Fisch gekocht wird. Doch davon abgesehen ist das Buch wirklich schön und überzeugt durch ein ausgewogenes Verhältnis von herzhaft und süß, modern und klassisch, einfach und gehoben. Ich kann es – für Fleischesser – uneingeschränkt empfehlen; Vegetarier sollten vor dem Kauf aber mal einen Blick reinwerfen, ob es die 25 Euro wirklich wert ist.


Zurück zu den Blondies: Im Original sind es Brownies, die im Gegensatz zu meinem Rezept nicht mit lächerlichen 50, sondern mit stattlichen 350 Gramm Schokolade aufwarten. Aus diesem Grund wurde mein Teig nur ganz zart karamellfarben – was aber sehr gut zum Rezept passt. Einen Teil der Butter habe ich durch Apfelmus ersetzt, das für einen dezenten, aber traumhaften Bratapfelgeruch sorgt. Die getrockneten Kirschen habe ich ebenso wie die Nüsse weggelassen. 
Nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen?) waren die Blondies phänomenal lecker, vor allem noch leicht warm. Sie sind im Vergleich zum Original übrigens auch noch ziemlich figurfreundlich. Ich werde sie bestimmt noch einige Male so backen, vielleicht sogar mal einen Apfel in Stücken unter den Teig heben.

Und wenn hier jetzt Jemand meckern will, weil ich schon Mitte September scheinbar Weihnachtskram produziere – ich stehe dazu! Ich sehe es auch als meine Pflicht, als Foodblogger möglichst früh Rezepte für die nächste Weihnachtsfeier zur Verfügung zu stellen – als Leser muss man ja auch planen, oder? Naja, und außerdem stehe ich drauf. Ich habe auch schon eine Packung Gewürzspekulatius im Schrank. Jetzt ist er schließlich noch frisch und knusprig. ;)


Lebkuchen-Blondies mit Karamell
für eine quadratische Backform (24 x 24 cm), 16 Stück

Zutaten
125 g weiche Karamell-Pralinen (z.B. Werther's Echte Caramelts)
50 g Vollmilchschokolade
150 g Butter
250 g Mehl
2 Prisen Salz
1 TL Lebkuchengewürz
1 großzügige Prise Muskatnuss
2 Eier 
200 g Rohrzucker
100 g Apfelmus
 
Zubereitung
Den Backofen auf 175 °C (Ober-/ Unterhitze) vorheizen. Eine quadratische Backform mit Butter einfetten und mit Backpapier auslegen. Die Karamell-Pralinen halbieren oder vierteln. Schokolade und Butter in Stücke schneiden und im heißen Wasserbad bei mittlerer Hitze unter Rühren schmelzen. Beiseite stellen und leicht abkühlen lassen.

Mehl, Salz, Lebkuchengewürz und Muskatnuss mischen. Eier und Zucker mit einem Schneebesen leicht verrühren. Anschließend erst die Schokoladenmasse und das (den?) Apfelmus, dann die Mehlmischung unterrühren und zum Schluss die Pralinen unterheben.

Den Teig in die Form füllen und die Oberfläche glatt streichen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 20 bis 25 Minuten backen. Der Teig sollte oben fest gebacken, innen aber noch feucht sein und auf Druck nachgeben – am besten die Stäbchenprobe machen. 
Aus dem Ofen nehmen, leicht auskühlen lassen, aus der Form lösen und in 16 Quadrate schneiden.

Ich habe die Blondies anschließend noch mit einem Zuckerguss und Haselnusskrokant verziert.

Quelle
abgewandelt nach Tanja Dusy – Winterküche: Voller Wärme, Kraft und Sinnlichkeit

Pimp my dessert: Tahin-Grießbrei mit Muskatnuss und Pfirsichkompott

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August 30, 2012

Es gibt so einige Begriffe aus dem Bereich der Küche, die ich nicht leiden mag. Zum Beispiel „verfeinern“. Brrr – da schüttelt's mich richtig. Oder wenn auf Speisekarten „Schäumchen“ auf „Süppchen“ oder „Sößchen“ auf „Jus“ treffen. Und alles immer irgendwie „an“ oder „bei“ ist. 
Auch albern: „Bandnudelnest“. Erst letzte Woche wurde mir „Dreierlei vom Weinbergpfirsich“ serviert. Argh! Mit auf den ersten Plätzen liegen aber auch Begriffe aus der vegetarischen / veganen Sparte: „Vleisch“, „Vurst“ und „Visch“.  
Ja, scheinbar habe ich keine wirklichen Probleme, über die ich mich derzeit ärgern kann. 

Das war nun meine Ouvertüre (auch so ein Wort, das sich unsinnigerweise häufig in die Karten hochpreisiger Restaurants verirrt) zu einem echt hammermäßigen Dessert, das selbst ich als Nachtisch-Skeptiker gläserweise weglöffeln könnte. Tahin und Muskatnuss verpassen dem von mir sonst als langweilig empfundenen Grießbrei endlich mal ein bisschen Substanz und Geschmack. Ein fruchtiges  Kompott aus reifen Pfirsichen setzt dem ganzen wortwörtlich die Krone auf. Haut rein. 

Tahin-Grießbrei mit Muskatnuss und Pfirsich-Kompott
für 4 Dessertgläser à 200 ml

Zutaten
für den Grießbrei
750 ml Milch
65 g Hartweizengrieß
50 g Zucker
1 Prise Salz
2 gehäufte Esslöffel Tahin
1 kräftige Prise Muskatnuss

für das Kompott
2 reife Pfirsiche
2 EL Zucker
1 kräftige Prise Muskatnuss

Zubereitung
Die Milch zusammen mit Grieß, Zucker und Salz aufkochen lassen. Den Topf mit einem Deckel verschließen, vom Herd nehmen und 5 Minuten ausquellen lassen. Tahin unterrühren und mit Muskatnuss abschmecken.
Für das Kompott die Pfirische waschen, in Stückchen schneiden und zusammen mit dem Zucker in einem weiteren Topf zu Mus kochen. Ebenfalls mit Muskatnuss abschmecken (hört sich komisch an, schmeckt aber!).

Wem danach ist, der kann das Ganze natürlich schon jetzt löffeln: Ich fand's aber am besten gut gekühlt mit einem Klecks Joghurt.

Matcha-Schokoladen-Scones (vegan)

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August 28, 2012

Da isser wieder: Matcha. Es wird der Tag kommen, da werde ich eine eigene Unterkategorie nur für Matcha-Gedöhnse einrichten. Gebäck mit Matcha stößt bei unwissenden Konsumenten für gewöhnlich auf Skepsis. „Schimmel“ – das ist das erste, was den meisten dazu einfällt. Pffft, Schimmel. Nix da. Schweinteures Grüner-Tee-Pulver. Echt ma.
Optisch sind diese Scones tatsächlich eher abschreckend, oder? Naja, Halloween kommt ja bald, da machen die sich bestimmt ganz wunderbar auf einem Grusel-Buffet. Vor allem, weil sie ganz ausgezeichnet schmecken. Herb und süß gleichzeitig – auch deswegen sind Matcha und zartbittere Schokolade so ein gutes Team. Vegan ist das Rezept übrigens eher aus Zufall, wer mag, kann natürlich  Butter statt Margarine und Buttermilch statt Sojadrink benutzen.


Eigentlich nehme ich ja nicht (mehr so wirklich) an Blog-Events teil. Aber weil die liebe Nina zu ihrem 2. Bloggeburtstag ihr allererstes Event unter dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ veranstaltet, mache ich eine Ausnahme. Die Matcha-Schokoladen-Scones passen aus zweierlei Gründen ganz gut zum Motto: Erstmal wegen der Geschmackskombination (Bitter Sweet Symphony und so), wegen der Farben (grün und braun sind doch fast Komplementärfarben, oder? ) und natürlich wegen der Innen-/Außen-Diskrepanz (lecker / gewöhnungsbedürftig). In diesem Sinne: Happy Birthday, Nina. 

Blog-Event: Ungleiche Duette – Gegensätze ziehen sich an

Matcha-Schokoladen-Scones (vegan)
für 6 Scones

Zutaten
250 g Mehl
2 TL Weinsteinbackpulver
3 TL Matcha
1 Prise Salz
40 g Zucker
75 g Schokolade (70%)
60 g Margarine
100 ml Sojadrink

Zubereitung
Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Mehl mit Weinsteinbackpulver, Matcha, Salz und Zucker verrühren. Die Schokolade grob hacken und unterheben. Margarine zugeben und alles mit den Fingern zu einem krümeligen Teig kneten. Dann den Sojadrink zugießen und alles zu einem festen Teig verkneten.
Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und zu einem ca. 2 cm hohen, runden Fladen drücken. Nun nur noch in 6 Tortenstücke schneiden und im Ofen ca. 20 Minuten fertig backen lassen.
Die Scones schmecken am besten lauwarm – aber auch kalt, z. B. mit Nutella oder Schlagsahne.

Schnelles Fruchteis ohne Eismaschine – meine Sommerliebe

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August 26, 2012

Ich und Eiscreme. Unser Verhältnis ist... äääh, ich möchte sagen: innig. Es ist kein Geheimnis, dass wir uns mehrmals die Woche, manchmal sogar mehrmals am Tag sehen. Ich bin süchtig, im positiven Sinn. Deswegen ist es für mich umso tragischer, dass ich keine Eismaschine besitze. Keine Eismaschine. Irgendwie kam ich bisher nicht dazu, mir eine zu kaufen – und das bei diesen Konsummengen! Stattdessen hänge ich an der Supermarkteis-Nadel. Leider kann vieles, was dort geboten wird, mittlerweile nicht mehr mit meinen Qualitätsansprüchen mithalten. Deswegen bin ich dazu gezwungen, entweder sehr viel Geld für Ben & Jerry's oder Roggenkamp auszugeben, schmieriges Billigeis zu löffeln – oder eben mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln umzugehen.

Deswegen gibt's hier ein Eis, für das man lediglich einen – zugegebenermaßen nicht ganz schwachen – Pürierstab benötigt. Praktisch, lecker und innerhalb einer Minute gemacht. Und dann weiß man auch noch, was drin ist! Das Rezept funktioniert prima mit Sojajoghurt und ist deswegen auch für Veganer eine tolle Alternative zu konventionellen Produkten. 

Frucht-Blitz-Eis
für 1 großzügig befüllten Eisbecher

Zutaten
100 g TK-Früchte (je kleiner das Obst, desto besser kriegt der Pürierstab das hin, ist klar... )
100 g (Soja-)Joghurt 
1 EL Honig oder Zucker

Zubereitung
Kriege ich mit einem Satz hin: Früchte, Joghurt und Honig in ein hohes Rührgefäß geben und mit einem Pürierstab durchpürieren. Fertig – sofort servieren, am besten mit Sahne und frischen Früchten. Oder Eiswaffeln. Schokolade. Zerkrümelten Keksen. Noch mehr Sahne. 
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