Instagram-Jahresrückblick 2013

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Dezember 27, 2013
Ich bin ja begeisterter Instagrammer. Ich glaube, das war die erste App, die ich mir im Mai 2012 auf mein erstes Smartphone – damals noch das iPhone 3GS – gespielt habe. Seitdem ist die Handykamera mein ständiger Begleiter, und ich find's ziemlich cool, die kleinen, schönen Alltagsmomente festhalten und teilen zu können. So viele Erinnerungen, die ich ohne sicherlich längst verloren hätte.
Warum daraus nicht mal einen Jahresrückblick basteln? Los geht's… 

Im frühen Jahr war's noch wirklich 1) voller Schnee. 2)  Aber die Osterproduktion lief schon im Februar auf Hochtouren. 3) Und ich habe meine Eltern bekocht. mit einem  Auf dem Foto sieht man das Dessert, eine Quarkmousse mit kandierten Orangen.

Im März ging es nach New York. 1) Ausblick aus unserem Hotelzimmer nach Queens, 2) Blick vom Rockefeller Center, 3) Tartine mit Hummus und geröstetem Blumenkohl im Le Pain Quotidien. Genial!

Im April wurde das Wetter langsam besser. Ich aß 1) den ersten FroYo des Jahres und endlich mal 2) ein japanisches Frühstück. Sehr lecker! 3) Außerdem fuhr ich bei schönstem, sonntäglichen Sonnenschein zu meinen Eltern.

Der April macht was er will? Ja. 1) Sonne und Balkon. 2.) Regen und Sturm. 3) Nudeln, aber aus Zucchini, nicht aus Hartweizen. Kann man sich dran gewöhnen. 

1) Der erste Supperclub meines Lebens, genial und im Dezember auch wiederholt. 2) Ich habe Vegan for fit gekauft und mich daran probiert. Hilft wirklich, wenn man nicht so mega inkonsequent ist. 3) Leckeres Frühstück mit Himbeeren, Amaranth und Kokosflocken. Hmm!

Im Juni war ich in der 1) Berliner Spielbank. Verrückter Ort. Spielsucht ist echt ein ernstes Thema. 2) Wenige Wochen später ging's in den Sommerurlaub nach Rhodos. Home of the best olives (and the greatest storms) ever. 3) Strand und Sonne – wunderschön war's. 

Juli. 1) Eiszeit. Minze-Schokolade in der Mittagspause. Yummy! 2) Und Rheinkirmes ist natürlich auch immer! 3) Rippchen auf dem elterlichen Grill. Hatte ich schon mal erwähnt, dass meine Mutter die besten Spare Ribs überhaupt macht? Da kommt kein Ami mit… 

Im August ging's für mich wieder los. 1) Breaking Bad ging in die letzte Runde, schade. 2) Fahrradtour, leider viel zu wenige gemacht. Guter Vorsatz für 2014. 3) Tomatenernte. Ich habe so viele Tomaten gegessen in diesem Jahr – einfach köstlich!

Im Oktober habe ich langsam gemerkt, dass mir das anstrengende Jahr irgendwie in den Knochen liegt. 1) Schlaf. 2) Gutes Essen im U. – Das Restaurant 3) Ich und mein Fahrrad = <3 

1) Zur Mittagspause sehr zu empfehlen: Das Kaffee Uhlenbusch. Dort gibt es einfach belegtes, aber ungemein leckeres Urbrot mit Salami, Käse und mehr, zu fairen Preisen. Außerdem Quiche, Kuchen und die Suppe des Tages. 2) Da war noch was... 3) Ich in der Zeitschrift "Deli" – eine Premiere, zu der ich mein leckeres Chocolate Tahini Cookies Rezept vorgestellt habe. 

Außerdem ging's ins nasse, fiese Berlin – 1) Holocaus-Mahnmal. 2) In-Room-Breakfast im schönen Westin Grand. 3) East Side Gallery, immer wieder sehenswert. 

Dezember ist Weihnachtszeit. 1) Der Baum bei meinen Eltern, und das lag unter anderem am 24.12. darunter: 2) Deutschland vegetarisch border= 3) Seit drei Jahren gibt's nach der Bescherung zum Knabbern noch eine Käseplatte. Wir sind mehr so herzhafte Esser. So entstehen neue Traditionen.

Hach, ich könnte noch so viel mehr Fotos zeigen, aber dieser Post ist sowieso schon so lang.
All meine Fotos findet ihr – natürlich – über mein Instagram (http://instagram.com/feinesgemuese).
Wie war denn euer Jahr so? Habt ihr auch einen Instagram-Account? Ich bin ja immer auf der Suche nach spannenden Fotos – und es muss nicht zwangsläufig um Essen gehen. ;-)

Macht's euch nett und bis bald. 

Hilda Vol. II – und ein Abschied.

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November 29, 2013
Das Jahresende – und ich denke, ab November darf man durchaus von einem sich neigenden Jahr sprechen – hat mich dieses Jahr völlig überrollt. Und damit meine ich vor allem den Arbeitsaufwand, den es mit sich bringt und mir auf den Schreibtisch geknallt hat.
Ich liebe Weihnachten, und umso trauriger bin ich, dass ich es bis heute – wir schreiben immerhin den 29. November – nicht einmal geschafft habe, einen Adventskalender (geschweige denn einen Adventskranz) zu basteln und meine Wohnung noch immer neutral-kühl daherkommt.

Was ich mir trotz allem „MUSS“ nicht habe nehmen lassen, ist erneut mit ein paar lieben Blogger-Kolleginnen an einer neuen Ausgabe von Hilda zu arbeiten. Ihr erinnert euch ja sicher noch an die 2012er Ausgabe unseres Plätzchen-Magazins, oder?
Da das so bombastisch eingeschlagen ist, haben wir auch in diesem Jahr schon im Oktober fleißig gebacken und fotografiert, um euch ein winterliches E-Mag zu präsentieren, bei dem definitiv auch bei den letzten Weihnachtsmuffeln Backlaune aufkommt. Die Blogger-Konstellation hat sich ein wenig geändert und erweitert, das Ergebnis aber ist das gleiche: Ein wunderschönes Heft, auf das ich sehr stolz bin.

Danke vor allem an Isa, die – obwohl sie gerade primär am eigenen Nachwuchs backt – die komplette Organisation und Gestaltung übernommen hat.


Ich für meinen Teil werde mich bis nach Weihnachten aus der Bloggerwelt zurückziehen und dann zusammen mit euch in hoffentlich aufregendes und abwechslungsreiches Jahr 2014 starten – ich zumindest habe mir für nächstes Jahr so einiges vorgenommen. ;-)

Habt eine tolle Zeit, lasst euch nicht stressen, sondern genießt bewusst die Ruhe, die Weihnachtsmärkte (ist ja fast paradox, Ruhe und Weihnachtsmärkte in einem Satz zu erwähnen… ), die Zeit im Kreise eurer Liebsten, Braten, Klöße und Rotkohl, Glühwein (hmm… den besonders!), kalte Nasen und wollige Mützen, Wärmflaschen und Zimtsterne, die albern-kindliche, aber doch so schöne Vorfreude an Heiligabend.

Ich danke euch für den ganzen Input, eure Kommentare und Gedanken, die den Blog letztlich am Leben halten, die vielen Kontakte, die netten Treffen – ich hoffe, wir hören bzw. sehen uns ganz bald wieder! 

Christina 

Düsseldorf holt auf: Die Abendtüte – knallhart getestet.

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November 17, 2013

Es gibt ziemlich viele Dinge, die man an Düsseldorf doof finden kann. Seien es die horrenden Mieten, der dauernde Bau von Luxusimmobilien mit albernen Fantasienamen, der allgegenwärtige Snobismus, die überteuerte Prestigebauen renommierter Architekten, die die Innenstadt noch enger wirken lassen und den Blick aufs Hofgartengrün klauen, ALDI und H&M auf der Kö, die jungen Mädchen auf dem Strich der Charlottenstraße, die scheinbar dauerbesoffene Altstadt – ich könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Mache ich aber nicht. 

Denn: In einem Bereich hat Düsseldorf in den letzten Monaten richtig aufgeholt, und da fällt selbst mir nicht viel zu meckern ein. Im Gegenteil, eher bin ich voll von Wonne, Glück und Zuversicht. Vielleicht ahnt ihr es schon selbst – wir reden (natürlich) von kulinarischen Genüssen. Jeder kennt die mit Recht beliebten Düsseldorfer Urgesteine – Hinkel, den Carlsplatz oder Heinemann –, aber seit 2013 hat die Stadt noch mindestens 3 Dinge mehr, die jedem Futterverrückten Grund zum Wurzeln schlagen geben.

Nummer 1: U. – Das Restaurant. Ja, da kommt nicht mehr, das heißt schon so. Das U. war im April plötzlich da, auf der Klosterstraße in Bahnhofsnähe, und seitdem wird da so unfassbar geil gekocht, dass ich nur noch widerwillig in andere Restaurants gehe. Ich will und kann gar nicht viele Worte darüber verlieren, ihr müsst es mit eigenen Augen sehen.
Nummer 2: Resi lecker Baguette. Sowas gibt's auch selten. Teresa Siebein hat in diesem Jahr ein recht unkonventionelles Ein-Frau-Business gegründet. Sie radelt mit einem ziemlich auffälligen Rad bei Wind und Wetter durch die Stadt, um vegetarisch-belegte Baguettes zu verkaufen. Finde ich phänomenal. Habe zeitweise mit dem Gedanken gespielt, Christina lecker Baguette aufzumachen, scheue mich aber vor so rechtlichen Dingen, zu viel Bewegung und würde die Dinger vermutlich eh nie so lecker hinkriegen wie sie es tut. 
Nummer 3: Die Abendtüte. Und genau darum soll es in diesem Beitrag auch gehen.

Die Idee zur Abendtüte hatten Peter und Susanna. Das Prinzip ist wie folgt: Bis 12 Uhr mittags wählt ihr auf der Website eines der Gerichte, die nur zwischen 10 und 35 Minuten Zubereitungszeit benötigen. 
Kurz nachdem eure Bestellung eingegangen ist – bezahlt wird btw über das Lastschriftverfahren – 
machen sich Peter und Susanna auf, kaufen die Zutaten (übrigens bevorzugt von regionalen Händlern und im Bio-Supermarkt), verpacken sie liebevoll, stecken noch das Rezept dazu und drücken euch um spätestens 18 Uhr die Tüte in die Hand. Ihr seid um die Zeit noch im Büro? Kein Problem – die Tüte kommt dahin, wo ihr es euch wünscht. Zur Zeit wird die gesamte Innenstadt beliefer. 



Peter und Susanna nehmen euch den Weg ab, den Stress, euch abends noch an eine ewiglange Supermaktschlange zu stellen – aber nicht das eigentliche Erlebnis, abends zur Ruhe zu kommen und eine gesunde, aber leckere Mahlzeit zu kochen und zu genießen.
Lediglich Salz, Pfeffer und Olivenöl solltet ihr selbst zu Hause haben – aber hey! Wer selbst sowas nicht besitzt, gehört wohl eher zur Zielgruppe von Telepizza.

Bei meinem Test habe ich mich für Kürbis mit Birnen und frischen Gnocchi entschieden. Kürbis und Birnen – die Kombination ist ganz nach meinem Geschmack. Mit in der Tüte befanden sich 200 g frischer Hokkaido-Kürbis (an der süßen Verpackung mit dem rot-weißen Band erkennt man, dass da eine Frau ihre Finger im Spiel hatte, oder?), 2 kleine Birnen, Thymian, Knoblauch, Zwiebeln, Butter. Eine überschaubare Zutatenmenge, aber das ist ja auch der Sinn dahinter. Wir wollen schließlich nach Feierabend nicht noch 45 Minuten lang Gemüse putzen und Reste sollen auch nicht übrig bleiben.

Lediglich die Gnocchi – oder sagen wir lieber: Knöpfle – haben mich ob ihrer Herkunft enttäuscht. Die Firma Albgold arbeitet zwar ohne Gentechnik, dafür aber leider mit Eiern aus Bodenhaltung. Da würde ich mir eine andere Lösung wünschen, denn gerade bei Eiern bin ich super pingelig.


Und so sieht das Endergebnis aus! Es gibt natürlich fotogenere Mahlzeiten, doch das soll uns nicht stören – denn die Umsetzung klappte 1A. Lediglich der im Rezept vermerkte „Oregano“ war eigentlich Thymian, aber damit kommt ein durchschnittlich intelligenter Mensch wohl zurecht. ;-)
Auch der Mann war begeistert und ist kaum aus dem Schwärmen gekommen. Wir mögen die Kombination süß-herzhaft sehr gerne, und hier hat einfach alles gestimmt: Perfekt ausbalanciert, wobei die Qualität von Birnen und Kürbis natürlich essenziell ist. 

Wer's nachmachen will: 200 g Kürbis, 1 rote Zwiebel, 3 Zweige Thymian, 1 Knoblauchzehe, 2 kleine Birnen, 20 g Butter, 300 g frische Gnocchi bzw. Eierknöpfle oder -spätzle – und den Rest kriegt ihr schon hin. ;-)


Mein Fazit: 
Düsseldorf ist um eine schöne, innovative Idee reicher. Ich habe die Abendtüte mal mit der in Deutschland weit verbreiteten Box von HelloFresh verglichen – und würde mich persönlich immer für die Abendtüte entscheiden. Eine Classic Box von HelloFresh kostet für 5 x 2 Mahlzeiten rund 50 Euro.

Klar, weder die eine noch die andere Box ist was für's kleine Budget. Aber: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt für mich eher bei der Abendtüte als bei der Konkurrenz. Denn im Preis sind ja nicht nur die Lebensmittel enthalten, sowie auch das „Selbst-wählen-können“ und der persönliche Einkaufs- und der Lieferservice („Support your local dealer!“). Außerdem kann ich so ganz spontan entscheiden, wonach mir der Sinn steht.

Von mir eine klare Empfehlung.

Hinweis: Ich habe die Abendtüte kosten- und bedingungslos testen dürfen. Dennoch spiegelt der Beitrag allein meine Meinung wider, die nach wie vor von keinem Unternehmen und für kein Geld käuflich ist. 

Kalter Hund und Nostalgiegefühle – [Ein Teller geht auf Reisen]

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Oktober 30, 2013

Deutschland vegetarisch, zur Zeit in aller Munde (wortwörtlich), auch bei mir jetzt voll angesagt. Vermutlich lag nichts ferner, als zuerst das Rezept „Kalter Hund“ auszuprobieren.
Aber es passte halt einfach so gut! Denn ich musste relativ fix ein Gericht suchen, das ich euch im Rahmen der „Ein Teller geht auf Reisen“-Bloggeraktion präsentieren wollte. Und wenn ihr mal den Teller gesehen habt (s. Foto), wisst ihr, dass da eigentlich nur so was richtig altmodisches drauf liegen kann. Obschon nichts, was ich mir selbst anschaffen würde, finde ich ihn ganz interessant – gerade durch diese beiden Henkelchen. Aber ich weiß wirklich nicht,  was sein ursprünglicher Zweck und Nutzen war. Habt ihr dazu vielleicht eine Idee? Was hätte eure Oma – oder Omma, ich bin schließlich Niederrheinerin – auf den Teller gelegt?

Ich habe mich nach kurzer Überlegung für den Kalten Hund entschieden. Das ist nämlich, wie ich aus Erzählungen weiß, ein Kuchen (müsste man das Wort nicht eigentlich in Anführungsstriche setzen? – Mit Backen hat das ja nicht viel zu tun), den meine Omma früher, also wirklich früher, sie ist Jahrgang 1922, ihren Kindern, darunter meiner Mutter, Jahrgang 1953 serviert hat. Und somit schließt sich irgendwie der Kreis bei mir, Jahrgang 1985, oder so ähnlich.

Meine Version mutet schon ein bisschen weihnachtlich an, weil gewürzt mit Zimt, Muskatnuss und viel Vanille. Lasst es euch schmecken. Gut, dass die Zeit der Schlabberpullis naht.

Kalter Hund
Rezept für 1 kleine Kastenform (30 cm)

Zutaten
200 g dunkle Kuvertüre
200 g Palmin (Kokosfett)
50 g Kakaopulver
100 g feiner Zucker
50 g Butter
Gewürze zur Aromatisierung, z. B. Zimt, Muskat, Vanille...
120 g Butterkekse (ca. 24 Stück, lieber weniger als zu viel nehmen)
Kakaopulver zum verzieren

Zubereitung
Kuvertüre grob hacken und mit Palmin, Kakao, Zucker und Gewürze und Butter in einem Topf bei niedriger Hitze schmelzen. Gebt gut acht, dass der Zucker sich auch komplett aufgelöst hat.
Abkühlen lassen, die Creme sollte nur noch handwarm sein.
Eine Kastenform aufbuttern und gut mit Backpapier auskleiden.
Eine dünne Schicht Schokoladencreme auf den Boden geben und mit Keksen bedecken. So lange wiederholen, bis die Creme aufgebraucht ist.
Im Kühlschrank mindestens 5 h fest werden lassen, am besten aber nehmt ihr euch eine Nacht dafür.

Der Kuchen muss etwa Zimmertemperatur angenommen haben, bevor ihr ihn anschneidet – sonst bricht er leicht auseinander. Zum Schneiden benutzt ihr am besten ein Sägemesser, das ihr vorher kurz in warmes Wasser getaucht habt.

Quelle

Food Photography Workshop mit Kikkoman

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Oktober 23, 2013
Letzten Freitag waren 10 Bloggerinnen zum Food Photography Workshop von Kikkoman in die Kochschule auf der Düsseldorfer Immermannstraße eingeladen. Die Sojasauce von Kikkoman ist eine der seltenen Dauerbesetzungen in meinem Kühlschrank – und zwar in der Literflasche. Ich finde Sojasauce ganzganzganz phänomenal, aber es muss schon das „Original“ sein. Wer jemals das Vergnügen mit Discounter-Sojasauce gemacht hat, wird wissen was ich meine. Viele Erzeugnisse werden heutzutage nämlich „gepantscht“, v. a. um den Herstellungsprozess – der gut und gerne mal ein paar Monate dauert – auf wenige Tage zu verkürzen.

Mit diesem Hintergrundwissen versteht man auch, warum Kikkoman mit dem Label „natürlich gebraut“ wirbt. Und wieso ich unbedingt bei dem Event dabei sein wollte. ;-) In meinen Nachrecherchen zum Unternehmen habe ich übrigens folgendes gefunden:
Der Unternehmensname wurde aus dem japanischen Kikkō für Schildkrötenpanzer und man für 10.000 zusammengesetzt. Nach japanischer Sage lebt die Schildkröte 10.000 Jahre lang und ist so ein Sinnbild für Glück, Reichtum und ein langes Leben.“

Hach. Sowas können sich nur Japaner ausdenken – ich muss es wissen. Aber kommen wir doch zum Wesentlichen: Dem Workshop!

Um mehr oder weniger Punkt 11 traf sich also eine putzmuntere Truppe deutscher Foodbloggerinnen (girls only) am verabredeten Ort, und wie gewohnt war das Geschnatter unter uns groß. Peinliches Schweigen, unangenehme Gesprächspausen? – Nicht mit uns, und schon gar nicht, wenn wir von so einem netten Team betreut werden:  
Bereits die Begrüßung fiel sehr herzlich aus: Bénédicte (die so wundervoll französisch war, dass ich ihr die ganze Zeit hätte zuhören wollen) und Vanessa (Weddingblogger at heart, wer weiß was noch kommt) von Kikkoman standen Seite an Seite mit den ebenso sympathischen Vertreterinnen der Düsseldorfer PR-Agentur Zeron, die das Event für / mit Kikkoman organisiert hatten. 
Mit an Bord: Die Fotografen Jan und Anne sowie Food-Stylist Christoph.

Und da ging's auch schon fix los mit dem Workshop. Ich fand's sehr interessant, mal hinter die Kulissen wahrlich professioneller Foodfotografie zu schauen. Wie viel ich mir jetzt davon mitnehmen konnte, sei dahingestellt. Aber das ist nun einmal der Unterschied zwischen Profi und Hobby: Die Hammerobjektive im mittleren vierstelligen Bereich kommen für mich eher nicht in Frage, und ich fabriziere auch keine Grillstreifen mit Metallstäben und Bunsenbrenner (auch wenn die Idee genial ist).



Dennoch hat mich Christophs Foodstyling Equipment mächtig beeindruckt. Selbstverständlich kommt es für die Profis in erster Linie darauf an, dass das Essen gut aussieht. Zähes Fleisch, kalte Nudeln, fades Gemüse – alles egal, der Kunde bezahlt nicht für den Geschmack, sondern für ein appetitanregendes Bild. Das finde ich durchaus reizvoll, ehrlich, ein sehr interessanter Job!


Ich aber bin (noch) als Foodblogger unterwegs – und muss somit kochen, stylen fotografieren, essen, wenn möglich alles gleichzeitig. Das Zeitfenster für Anrichtung und Styling ist klein, sehr klein, oft zu klein. Dennoch konnte ich einige schöne Tipps mit nach Hause nehmen: Leicht trockenes Fleisch kann blitzschnell mit ein bisschen Öl eingepinselt werden und sieht sofort wieder appetitlich aus, Tageslicht rockt, pralle Sonne eher nicht so, und wer dann noch über einen beträchtlichen Fundus an Geschirr, Tüchern und Untergründen verfügt, hat schon halb gewonnen.


Nach der Theorie folgte die Praxis: Kochen – und knipsen. Es gab nichts, was es nicht gab: Gemüse, Gemüse, Gemüse – da ging mir das Herz auf –, Obst, Reis und Nudeln, Nüsse und Kerne, verschiedene Fleisch- und Meeresfrüchtesorten. Ich bildete zusammen mit Armagan ein Kochduo und legte direkt los. Es war fabelhaft. Wir ergänzten uns wie Yin und Yang. („Mach mal das Fleisch rein.“ - „Okay.“ - „Hm. Hätten wir das nicht separat anbraten müssen?“ - „Oh, Mist. Hol mal wieder raus.“)


Das Bild hab ich aus Armagans Fundus geklaut. Es zeigt mich beim Fleischrühren, worin ich naturgemäß wenig geübt bin. Aber mir gefällt das Senfgelb meines Pullovers, das phänomenal mit dem Pfanneninhalt und den Spaghetti harmoniert.

Absichtlich haben wir etwas gezaubert, das wir auch abends schnell umsetzen würden und weniger auf die „Schönheit“ des Essens geachtet. Was lag da näher als ein cremiges Kürbiscurry mit viel Kokosmilch? Das ist zwar nicht schön, aber lecker. Leider war mein Lieblingsobjektiv mit Festbrennweite gerade im Urlaub, und so musste ich mit einem mir mittlerweile völlig fremden Objektiv fotografieren. Ist aber trotzdem ganz okay geworden.



Joanna und Anne zauberten Spießchen mit Salat. Mareike Kürbispommes mit Garnelenspießchen  Silvia Kürbissuppe mit Hähnchenspieß. (Spieße sind wohl gerade hip... )


Juliane, Maja und Astrid fackelten nicht lange und haben erstmal ein paar ordentliche Steaks gebraten, und die dann mit Kräuterbutter und Brot serviert. Ehrlich gesagt: Mein Lieblingsmotiv. ;-)



Zwischendurch bekamen wir immer mal wieder Tipps von den uns zur Seite gestellten Profis. Von der ganzen Probiererei (wo kamen eigentlich die Nudeln in Tomatensauce her, die plötzlich kredenzt wurden?) war ich irgendwann total voll – und stellte fest, dass es schon nach 5 und der Workshop damit so gut wie vorbei war. Doch Alex von der Kochschule ließ es sich nicht nehmen, uns noch ein paar Tipps für den Küchenalltag zu geben: Wie man eine Physalis hübsch in Form schnitzt, ratzfatz eine Paprika entkernt und von Tomaten den Strunk entfernt. Sehr unterhaltsam, authentisch, sympathisch. Da hätte ich stundenlang zuhören und -sehen können.
Generell mag ich die Kochschule jedem ans Herz legen. Eine wirklich schöne, moderne Location mit professionellen Mitarbeitern und einem sehr vielfältigen Kursangebot zu angemessenen Preisen. Alex hat uns dann direkt auch noch ein Dessert gezaubert: So gab es einen warmen Schokokuchen mit Karamellkruste und Sojasauce – natürlich. ;-)

Alles in allem ein toller Tag, der mit der tollen Schlussdiskussion rund um (Food-)Blogs und deren Kommerzialisierung für mich ein Sahnehäubchen fand.

Ich war völlig k.o. als ich nach Hause kam, und froh, und satt. Und sehr happy.
Danke an Kikkoman, Zeron, die Kochschule, die Fotografen und -stylisten. Mehr davon!


Und hier noch die Teilnehmerliste: Mit dabei waren Juliane von Schöner Tag noch!, Armagan vom Restaurant am Ende des Universums, Anne von annelovesfood&gutentag.info, Astrid von Arthurs Tochter kocht, Sophie von Cuccina Piccina, Maja von moey's kitchen, Joanna von Liebesbotschaft, Mareike von Girlontravel und Silvia von Filines Testblog

Almond Apple Pie Granola – Knuspermüsli mit Apfelkuchen-Geschmack

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Oktober 15, 2013


Granola geistert bereits seit Jahren durch alle möglichen Blogs. Zu Anfang wusste ich nicht so recht, was sich hinter dem Begriff genau verbirgt. Mittlerweile würde ich es mit dem deutschen Begriff „Knuspermüsli“ gleichsetzen; manche Anbieter sagen auch „Crunchy Müsli“ dazu, wohl, weil es moderner klingt (...). Ich hingegen habe gegen das Wort „knuspern“ nichts, gar nichts, es klingt irgendwie geheimnisvoll, nach lecker und nach Kindheit und heimlich mit Freunden im Versteck die gesamte Packung Butterkekse essen.

Wie dem auch sei: Granola also, das Knuspermüsli. Ich mag Granola. Aber eigentlich wehrt sich das gesundheitsbewusste ich (nach Freud mein persönliches ÜBER-ICH) gegen das zuckerhungrige ich (mein Freud'sches ES). Die beiden kämpfen tagtäglich miteinander, und in letzter Zeit knockt das Es  das Über-Ich immer mal wieder in der ersten Runde aus. Mein Über-Ich ist ein früher Vogel und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen ein ungesundes Frühstück. Da geht eigentlich nur ungezuckertes Müsli natur, mit Trockenfrüchten oder frischem Obst, dazu Joghurt, seit neuestem auch mal gerne Haferbrei (mein derzeitiger Favorit: 1001 Nacht Haferbrei von Rosengarten, total lecker, fein gewürzt, leicht süß – aber ohne Zucker!). Allerdings geht es auch früh zu Bett, und deswegen sitze ich abends gerne zusammen mit dem Es auf der Couch und mache einen drauf, bei Schokolade, Chips und Tee mit mindestens 3 Esslöffeln Honig.

Gut, dieses Granola musste ich trotzdem sofort herstellen, weil mich der Name total angemacht hat. Das Über-Ich hat mir nur über die Schulter geschaut und dafür gesorgt, dass ich ein bisschen weniger Zucker und Öl nehme. Dennoch ist das Ergebnis unfassbar lecker, die Mandeln schmecken wie frisch von der Kirmes, die fruchtige Süße der Äpfel passt wunderbar zu Zimt und Karamell – ich schleiche dauernd um die Verpackung, um mal hier mal da ein paar Krümelchen zu klauen. Wenn das Über-Ich eben gerade nicht guckt.

*Ich finde, Freud war ziemlich verrückt und hat 'ne Menge echt gestörtes Zeug geschrieben. Zudem übernehme ich keine Gewähr dafür, die Begriffe ES und ÜBER-ICH im Sinne seiner Theorien richtig verwendet zu haben. (Man weiß ja nie, was für Spaßbremsen sich durch die Weiten des Internets auf diesen Blog verirren.) 

Almond Apple Pie Granola
für durchaus einige Morgen und Abende und Zwischendurchs

Zutaten
400 g gemischte Getreideflocken (z. B. Basismüsli)

100 g Pekan- oder Paranusskerne, halbiert
100 g Mandeln, gerne ungeschält und ganz
50 g Leinsamen, ganz
100 g brauner Zucker
2 EL Mandelmus, weiß
200 g stark eingekochtes, fast schon trockenes Apfelmus (muss ich euch nicht erklären, wie das geht, oder?)
80 ml mildes Öl 
1/2 TL Salz
1 EL Zimt
50 g Apfelchips, knusprig
100 g Rosinen (oder Cranberrys oder weglassen)


Zubereitung
Den Ofen auf 150° Ober/Unterhitze vorheizen.
Getreideflocken, Nusskerne, Leinsamen und Zucker in einer großen Schüssel gut miteinander vermischen.Mandel- und Apfelmus, Öl, Salz und Zimt gut verrühren und anschließend gut mit den trockenen Zutaten vermischen. Achtung: Apfelchips und Rosinen kommen noch nicht dazu!

Zwei Backbleche mit Backpapier belegen und auf beiden die Granola-Mischung verteilen. Etwa alle zehn Minuten die Mischung umrühren, damit alles gleichmäßig gebacken und goldbraun wird. Am besten bewegt ihr euch gar nicht weit vom Ofen weg: Der Übergang von knusprigköstlich zu kohlrabenschwarz ist mehr oder weniger fließend. 
Bei mir hat es ca. 25 Minuten gedauert. 
In einer Blechdose hält sich das Müsli am besten. Glaube ich. Schließlich war es doch ziemlich schnell weg.

Inspiration
S-Küche

Kürbis-Zimtschnecken, und auch noch vegan

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Oktober 04, 2013
 

Hey! Heute ist der „Tag der Zimtschnecke“ – kein Witz! In Schweden wird schon seit 1999 am 4. Oktober der Kanelbullens dag gefeiert. Das wusste ich gar nicht, als ich gestern meine allerallerersten Zimtschnecken gebacken habe – passt nun aber wunderbar.

Bisher war mein Verhältnis zu Zimtschnecken eher... ja, so indifferent. Ganz lecker, aber warum selbst machen? Da war ja dieser Hefeteig (Public Enemy No. 1) und außerdem dachte ich, dass das 'ne ziemlich fragile Arbeit ist, die zu so einzurollen. 
Tja, isses aber nicht. Und weil es nun einmal KÜRBIS-Zimtschnecken sind, habe ich mich dann doch dazu überwunden. Bei Kürbis setzt bei mir bekanntlich alles aus, und ich schwelge auch schon wieder seit Wochen im kulinarischen Kürbishimmel. 

Die Schnecken sind total lecker und haben durch den Kürbis eine hübsche, knallige Farbe. Sein Geschmack ist subtil, aber durchaus wahrnehmbar und rundet die ganze Geschichte wunderbar ab. Im Gegensatz zum Originalrezept habe ich aber die „Füllmasse“ ein bisschen reduziert; Mir war da zu viel Zucker drin. 

Tipp: Frisch aus dem Ofen genießen! – Sollte das bei einer unüberschaubaren Menge von 16 Stück überfordern, gut eintuppern und 10 Sekündchen in der Mikrowelle aufwärmen. Dann schmecken sie wieder wie frisch, ganz weich und soft und lecker. Länger als zwei Tage werdet ihr aber wohl kaum damit auskommen – ich warne an dieser Stelle offiziell vor Suchtgefahr!


Kürbis-Zimtschnecken
Rezept für ca. 16 Stück

Zutaten
für den Hefeteig
160 g Kürbispüree

450 g Weizenmehl
1 EL Zucker
1 Pkg. Trockenhefe
1 TL Salz
1 Msp. Muskatnuss
80 g Margarine, geschmolzen
200 ml Sojamilch

Zutaten für die Füllung
50 g Margarine, geschmolzen
30 g brauner Zucker
30 g weißer Zucker
3 TL Zimt

Zutaten für den Guss
Puderzucker
Sojamilch 


Zubereitung 
Für den Hefeteig alle trockenen Zutaten mischen. Kürbis, Sojamilch und Margarine dazu geben und alles zu einem elastischen Teig verkneten. 
Eine Stunde abgedeckt an einem warmen Ort (bei mir: Backofen mit ca. 50 °C) gehen lassen.
Dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche rechteckig auswallen. Butter schmelzen, Zucker und Zimt mischen. Butter auf dem Teig verstreichen, die Zimt-Zucker-Mischung gleichmäßig darüber verteilen. Den Teig aufrollen und in ca. 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Die Schnecken auf ein Backblech setzen, mit einem Tuch abdecken und erneut ca. 30 Minuten gehen lassen. 

Dann bei 175 °C (Umluft) ca. 15-20 Minuten backen.

Die Schnecken etwas abkühlen lassen, dann Puderzucker und Sojamilch verrühren und den Zuckerguss dekorativ auf den Schnecken verteilen.


Quelle
gourmandises végétariennes

Himbeer-Nougat-Muffins

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September 29, 2013

Nougat find ich super, da schwärme ich richtig für. Ich kann's kaum erwarten, bis Ende August wieder die ersten Weihnachtsregale in den Supermärkten aufgebaut werden (JA! I admit!), damit ich mich mit den kleinen, fiesen, wunderbar schlonzigen Nougatriegeln eindecken kann. Und so'n großer Batzen Nougat am Stück – krieg ich schon wollige Gänsehaut, ja, kann man so sagen.
Ich würde Nougat auch immer „normaler“ Schokolade vorziehen. Warum also nicht mal mit Nougat backen?


Die Himbeer-Nougat-Muffins sind 'ne ganz dolle Sache: Schön nussig-schokoladig und gleichzeitig säuerlich frisch. Genau mein Fall. Und mit den gefroreren Himbeeren zu arbeiten, hat den Vorteil, dass sie sich leicht zerbröseln und einstreuen lassen – damit bekommt man ein tolles gepunktetes Ergebnis!

Himbeer-Nougat-Muffins
Rezept für 12 Stück

Zutaten
100 g Nougat-Schokolade
150 g Zucker
300 g Mehl
3 TL Backpulver
2 Eier
120 ml Öl (z. B. Rapsöl)
200 g Joghurt
gefrorene Himbeeren, ca. 40 Stück

Zubereitung
Den Backofen auf 175 °C (Ober- / Unterhitze) vorheizen.
Nougat-Schokolade hacken, zusammen mit Zucker, Mehl und Backpulver verrühren.
In einer zweiten Schüssel Eier mit Öl und Joghurt vermengen – nun beide Mischungen zueinander geben und vorsichtig alles unterheben, bis sich beide gerade so miteinander verbunden haben.
Pro Förmchen ca. 1 EL Teig einfüllen – darauf eine gefrorene Himbeere setzen und widerum mit Teig bedecken. So verfahren bis alle Förmchen gefüllt sind, im Anschluss die Himbeeren zwischen den Fingern zerbröseln und auf den Muffins verteilen.
Nun ca. 30 Minuten backen lassen – die Stäbchenprobe würde ich ab ca. 20 Minuten mal durchführen.
Guteeen!

Bunte Gemüsepaella mit Artischocken und Oliven

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September 15, 2013

Paella ist ein Gericht, dessen bloße Erwähnung mich immer schauern ließ.
Paella – das klingt irgendwie nach Villariba und Villabajo* und komischer 90er-Jahre-Spüliwerbung, und hinzu kommt, dass alle Paella-Bilder in meinem Kopf voller Garnelen, Muscheln und Tintenfischen wimmeln. Da wird mir ganz anders. Auf Meeresfrüchte komme ich gar nicht klar. Ich finde sie einfach höchst unappetitlich: Wabbelig, rosa, matschig, pummelig, weich... nee.
Ihr kennt ja mittlerweile alle meine Bananenphobie – ähnlich schauert's mich, wenn ich an Krabbencocktails oder frittierte Tintenfischringe denke.

Angenehme überrascht war ich, als ich in Ottolenghis „Genussvoll vegetarisch“ ein Rezept einer rein vegetarischen bzw. veganen Paella entdeckte. Ein sehr schönes Sommergericht, das man auch toll mit ins Büro nehmen kann und auch mal was anderes ist: Artischocken, Oliven, Paprika, Safran, Sherry – ganz toll.
Wie immer habe ich auch das Rezept ein bisschen abgewandelt – weil ich einfach keine Dicken Bohnen auftreiben konnte und mein Lorbeer auch verschwunden war. Auch gebe ich ehrlich zu, dass ich keine Paella-Pfanne besitze, den Reis während des Garens umgerührt und nach der Zubereitung die Pfanne auch nicht mit Alufolie abgedeckt und 10 Minuten habe ruhen lassen. Aber wie gesagt – ist halt meine Art Paella. Und geschmeckt hat's ziemlich gut.

*Habe gerade gesehen, dass die beiden fiktiven Orte einen eigenen Wikipedia-Eintrag haben. What's wrong with this world.


Bunte Gemüsepaella mit Artischocken und Oliven
Rezept für 2 sehr hungrige Mäuler

1 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 kleine rote / 1 kleine gelbe Paprika, geputzt und in feine Streifen geschnitten
1 kleiner Fenchel, in feine Streifen geschnitten
2 Knoblauchzehen, gehackt
1/2 TL Pimentón de la Vera
1/2 TL Kurkuma
150 g Paella-Reis
100 ml Sherry
1 TL Safran
450 ml Gemüsebrühe
Salz
1 Dose Pizzatomaten
5 kleine Artischocken aus dem Glas
15 Kalamata-Oliven, entsteint und halbeiert
2 EL grob gehackte Petersilie (hier: Schnittlauch)

Zubereitung
Das Olivenöl in einer Paella-Pfanne oder großen, fachen Bratpfanne erhitzen und die Zwiebel darin 5 Minuten anbraten. Paprika und Fenchel zugeben und etwa 6 Minuten bei mittlerer Temperatur garen, bis beides goldbraun ist. Knoblauch zugeben und eine weitere Minute braten.

Paprikapulver und Kurkuma zugeben und gut unterrühren. Reis zufügen und 2 Minuten weiterrühren, danach Sherry und Safran zugeben. Kurz aufkochen lassen, dann Gemüsebrühe, Tomaten, Artischocken und ein bisschen Salz zugeben. Auf niedrige Temperatur schalten und etwa 25 Minuten garen, bis der Reis die Flüssigkeit fast vollständig aufgenommen hat. Keinen Deckel auflegen!

Die Paella vom Herd nehmen und abschmecken. Mit Petersilie bestreut servieren.

Quelle
Yotam Ottolenghi: Genussvoll vegetarisch.

Wassermelone und Feta

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September 01, 2013

Heute war ein schöner Tag. Heute war Feines Gemüse in der Rubrik „Sonntagsessen“ des ZEITmagazin-Blogs „Heiter bis glücklich“ zu finden. Nachdem ich DIE ZEIT schon seit Jaaahren im Abo beziehe, ist das für mich ein sehr schönes Kompliment. Und ein Ansporn, wieder ein bisschen mehr zu kochen, backen, posten. Und deswegen gibt's hier direkt ein neues Rezept – gerade noch auf dem Teller, jetzt im Bauch und nur noch eine fotografische Erinnerung: 

Ich hatte vor knapp zwei Jahren schon einmal ein Rezept gepostet, in dem es um Salat und Wassermelone und Schafkäse ging. Schon damals habe ich gemerkt: Das läuft. 
Als ich heute morgen nach sehr langer Zeit mal wieder in Jamie Oliver's „Amerika“-Kochbuch blätterte, fiel mir das bunte Foto direkt ins Auge. In seiner Version geht's deutlich melonenlastiger zu, auch an Schafskäse (und natürlich Olivenöl) wird nicht gespart. Mir gefiel diese Einfachheit, und da ich rein zufällig alles im Haus hatte, habe ich mich mit einigen Abwandlungen direkt daran versucht. Das Ergebnis fand ich phänomenal lecker: Wassermelone und Feta sind einfach eine geniale Kombination. Lauft und holt euch eine der letzten Melonen, bevor wir nur noch Kürbis essen! 


Wassermelone und Feta
Rezept für 1 Portion

Zutaten
300 g Wassermelone
50 g Schafskäse
1 Schalotte
etwas Olivenöl
etwas Zitronensaft
Salz
Pfeffer
Minze, frisch oder getrocknet
ein paar Halme Schnittlauch
1 gehäufter EL Sesam (oder Sonnenblumenkerne, Walnüsse)

Zubereitung
Wassermelone entkernen und in würfelgroße Stücke schneiden. Mit Olivenöl, Zitronensaft, Minze, Salz und Pfeffer würzen. Die Schalotte in ganz feine Ringe schneiden, den Feta grob zerbröseln und beides unter die Melone mischen. Sesam in einer Pfanne fettfrei anrösten und zusammen mit dem fein gehackten Schnittlauch auf den Salat geben. Mit geröstetem Weißbrot servieren oder einfach pur genießen.

Quelle
Jamie Oliver: Jamies Amerika

Ab ins Gewächshaus – mit REWE Regional.

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August 26, 2013

Bei Gemüse bin ich empfindlich. Weil ich – wer hätt's gedacht – ziemlich viel davon esse, ist mir die Qualität sehr wichtig. Seit ich mein Grünzeug vorwiegend aus dem elterlichen Garten oder vom Bauernmarkt beziehe, bin ich noch ein bisschen strenger. Ich kaufe kaum im Supermarkt – erstens ist es kein bisschen günstiger, zweitens esse ich keine Zwiebeln aus Neuseeland, drittens ist das Gefühl, auf einen Markt zu gehen oder gar selbst irgendwas aus dem Boden zu rupfen, einfach etwas besonderes – und hat nichts damit gemein, durch einen tageslichtlosen Supermarkt zu streifen und spanische Plastik-Paprika ins Einkaufskörbchen zu legen.
Aber das sind eben nur meine gern gepflegten Schrulligkeiten. Natürlich muss auch ich ab und an in den Supermarkt und habe stets ein Auge auf Angebote und Sortimentswechsel.

Schon vor einiger Zeit war mir bei REWE die neue Eigenmarke „REWE Regional“ aufgefallen. „Regional“ ist natürlich clever, das mag der Verbraucher, da hat er das Gefühl, etwas für seine Heimat zu tun. Prüfbar ist das im ersten Moment natürlich nicht. Wir wissen ja alle, was mit dem Bio-Etikett teilweise für Schmu getrieben wird, und mit der Regionalität ist es wohl nicht ganz anders. 


Nun, wie macht man dem potenziellen Käufer klar, was genau hinter dieser Marke und der vermeintlichen „Region“ steckt? 
REWE hat sich u. a. dazu entschieden, ein paar Foodblogger nach Straelen am Niederrhein einzuladen (und mein Handy so: „Herzlich Willkommen. Viel Freude bei Ihrem Auslandsaufenthalt!“ – holländische Grenze, goedendag!). Dort, auf Hof Draek, werden nämlich die Tomaten für die Region Rheinland angebaut, und von Bauer Draek erfuhren wir innerhalb eines kurzweiligen Nachmittags so ziemlich alles über sein Business – die Tomate.

Um ein Tomatenbauer zu sein braucht man auf jeden Fall ziemlich viel Platz. Ich hätte mich wahrscheinlich innerhalb von fünf Minuten in diesem Riesending verloren – Tomaten über Tomaten, wohin das Auge reicht, von vorne bis hinten, rechts und links, überall hingen sie klein, reif und saftig. 
Herr Draek führte uns durch seinen Betrieb und wir alle merkten fix, dass er seinem Job voll und ganz verfallen war. Das gefiel mir. Spätestens als er erklärte, dass die Schädlingsbekämpfung voll und ganz „öko“ stattfindet und er uns ein kleines Hummelkästchen unter die Nase hielt (die Hummeln übernehmen die Bestäubung) war ich ein bisschen verknallt.


Seitens REWE erfuhren wir, wie genau im Vertrieb der Begriff „Regional“ definiert wird. Das offizielle Statement dazu lautet: 

Bei REWE Regional stammen Obst und Gemüse immer von Anbaubetrieben aus der Region des jeweiligen Marktes. Dabei ist die bezeichnete „Region“ entweder das Bundesland (z. B. Nordrhein-Westfalen), die traditionelle Gegend (z. B. Frankenland) oder die topographische Region wie beispielsweise der Bodensee. 

Das finde ich einleuchtend. Doch selbstverständlich kann nicht immer die gesamte Ernte nur in der Region verkauft werden. Gerade jetzt, wo die Tomaten reif sind, kommt auch Herr Draek kaum hinterher.  Und was passiert, wenn sich in der Region nicht genügend Abnehmer finden? Ganz einfach: Dann werden die Tomaten auch in anderen Märkten außerhalb der Region verkauft – aber unter einem anderen Label. Auf allen REWE-Regional-Verpackungen findet ihr übrigens eine Deutschlandkarte, auf der der Herkunftsort sowie der Name des Erzeugerbetriebs genannt werden. Der Verkaufspreis liegt zwischen konventionell und bio. Natürlich führt diese Linie nur Saisonprodukte – alles andere würde ja auch die Idee ad absurdum führen.


Insofern gebe ich gerne zu, dass ich dies alles als sehr transparent und gut durchdacht empfinde. Mein Wehmutstropfen: Die Verpackungen. Ich versuche ja, so gut es geht ohne Verpackungen einzukaufen und bringe auch auf den Markt meine eigenen Taschen mit. Im Supermarkt greife ich bevorzugt nach loser Ware, die dann auch gerne mal kreuz und quer übers Kassenband kullert. Aber vielleicht findet REWE da ja auch noch eine Lösung. 


So, und was sagt nun der Geschmackstest? Die Tomaten sind lecker, lecker, lecker. Über fünf Kilo habe ich mit nach Hause gebracht und innerhalb weniger Tage verputzt. Und zwar roh. Eigentlich dachte ich, ich könnte einen Teil einkochen oder wenigstens mal einen unspektakulären Tomatensalat machen – aber Pustekuchen. Gut, aber so habe ich es immerhin geschafft, mal ein paar Tage gesund zu snacken. 

Wenn ich also in Zukunft wieder mal wegen Arbeitsüberlastung nur zu unchristlichen Zeiten einkaufen gehen, zu denen jede Marktfrau längst ihre Kisten zusammengepackt hat, kaufe ich mit gutem Gewissen die Tomätchen von REWE Regional. 
Vielen Dank an REWE für den informativen Nachmittag „ganz nah dran“. Und ebenfalls danke an die liebe Anne, die uns absolut profi-like mit dem vermutlich größten Auto aller Zeiten sicher nach Straelen und zurück nach Düsseldorf befördert hat. 


Hinweis: Dieser Artikel ist in Kooperation mit REWE entstanden. Dennoch spiegelt er allein meine Meinung wider, die nach wie vor von keinem Unternehmen und für kein Geld käuflich ist. 

Zucchini-Pasta mit Paprika-Sauce und Walnuss-Parmesan

| On
August 13, 2013

Ewiglanger Titel, superleckeres Essen.
Ich geb's ja ungerne zu, aber tatsächlich hat mich lange kein Buch so sehr begeistert wie Vegan for Fit. Das finde ich selbst doof. Es liegt nicht an der Aufmachung, an der Foodfotografie (die ist so langweilig und uninspiriert wie im Vorgängerband) und schon gar nicht an den gefühlten 257 Fotos von Attila Hildmann, der auch hier wieder ausgiebig in seinem natürlichen Lebensraum fotografiert wurde: Wir haben den Science Attila (im Labor mit Reagenzgläsern hantierend), den Sporty Attila (natürlich, immer in Action an diversen Fitnessgeräten), den Tierfreund-Attila (beim Jungenten-Streicheln), natürlich auch den Serious Attila (mit nachdenklichem Blick die Gegend erkundend) sowie den Keine-Ahnung-was-das-soll Attila, der mit einer Dose Matcha-Tee und Zubehör frech auf der Straße sitzt. Davon darf man halten, was man will (nichts), aber die Rezepte sind großartig. Über die teilweise peinlichen Namen – also die allgemein grenzwertige Ausdrucksweise, die vor unnötigen Anglizismen nur so strotzt – muss man hinwegsehen können. Auch wenn man bei Worten wie „Bio-Dealer“, „Tofu Cubes“ und „Best Riegel in the World“ schon Lust auf einen Faustkampf bekommt. 

Lange Rede, kurzer Sinn, zurück zum Wesentlichen: Ich ärgere mich, dass ich es einfach nicht schaffe, mich konsequent vegan zu ernähren. Ich finde es einfach nicht praktikabel, zumindest nicht im Moment. Ich esse oft auswärts (auch beruflich), ich möchte gerne spontan meine Kugel After Eight oder Schlumpf beim Eismann holen, ich bin Vorsitzende bei den Anonymen Kefirsüchtigen und manchmal geht einfach nichts über ein Brötchen mit Ei und Remoulade.

Dennoch hat das Buch einiges geändert: Meine Ziel, ein paar Kilos zu verlieren, habe ich nicht erreicht – was aber nicht an dem Buch, sondern an mir liegt. Aber tatsächlich konsumiere ich kaum noch „normale“ Kuhmilch oder Joghurt (bis auf den oben angesprochenen Kefir halt...). Auch Süßstoff habe ich verbannt. Abends versuche ich, kohlenhydratarm zu essen und auf die späten Schleckereien zu verzichten. Dafür hat Mandelmus jetzt einen ebenso festen Platz in meiner Küche wie diese Zucchininudeln, die sich toll abwandeln lassen. Innerhalb von 15 Minuten fertig, sommerlich-leicht – und der Walnuss-Parmesan ist einfach eine Wucht.

Zucchini-Pasta mit Paprikasauce und Walnuss-Parmesan
für 1 Person

Zutaten
1 Zucchini (ca. 300 g)
wenig Olivenöl und Salz
1/2 rote Zwiebel
1 EL Olivenöl
1/2 rote Paprikaschote
50 g Tomatenmark (ohne Salzzusatz)
etwas Wasser oder Rotwein
1 TL Balsamico-Essic
Salz
Pfeffer
Kräuter der Provence (oder, noch besser, ein frischer Mix, z. B. aus Thymian, Oregano, Rosmarin)
15 g Walnüsse, geröstet
grobes Meersalz

Zubereitung
Zwiebel fein hacken, Paprikaschote würfeln. Nacheinander in Olivenöl anbraten. Tomatenmark zufügen und kurz mitrösten, anschließend Wasser oder Rotwein zufügen und die Sauce schön einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen und mit Essig abschmecken.

Die Zucchini mit einem Sprialschneider (meiner ist dieser von Gefu und einfach toll!) in „Spaghetti“ drehen, einmal durchschneiden und mit Olivenöl und Salz – wirklich nur einem Hauch – vermengen.
Für den Walnuss-Parmesan die Walnüsse zusammen mit dem Meersalz vermahlen – ich mache das in einer alten Kaffeemühle, die ich von meiner Oma bekommen habe und die sich zu dem Zweck wirklich famos eignet.

Sauce auf die Zucchini geben und mit Walnussparmesan servieren.

Abwandlung: Manchmal gebe ich noch zerbröselten Tofu unter die Sauce, das macht sie ein bisschen gehaltvoller.

Quelle
Vegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge

Eier in Tomatensauce – et un peu d'Ouzo.

| On
August 05, 2013

Erstmal off-topic: Feines Gemüse wurde jüngst zum Foodblog der Woche bei kochbar.de, der „Rezepte- und Koch-Community des deutschen TV-Senders VOX“ gewählt. 

Ich möchte zitieren: 

Nachdem Bloggerin Christina ihre Fertiggericht-Lebensphase relativ schnell überwunden hat, beschloss sie sich der frischen, bodenständigen Kochkunst zuzuwenden, die sie aus ihrem Elternhaus kannte. Ein Glück – finden wir – denn sonst gäb's wohl keinen Blog, der das rege Treiben in ihrer Küche dokumentiert. Denn was sich hier kulinarisch tummelt, das ist lecker, meistens simpel und schnell gemacht und hat immer das gewisse Etwas. Christina will nicht lange zubereiten, wenn sie nach einem harten Arbeitstag das traute Heim erreicht, aber sie will schmackhafte, gesunde Gerichte.

So, alle mal klatschen. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Den ganzen Artikel könnt ihr hier
lesen.

Aber nun weiter im Text. Denn: In dieses Gericht habe ich mich in nullkommanix verliebt. Aber warum eigentlich?
Ich meine... Eier in Tomatensauce. Das ist ja in etwa so kreativ wie: Currywurst mit Pommes. Pancakes mit Ahornsirup. Bohnen mit Speck. Kartoffelpüree und Spinat. Aber – die Füchse unter euch werden es schon gemerkt haben – das sind doch eigentlich die besten Kombinationen, oder? 

Ich habe zumindest noch keinen getroffen, der Spinat mit Pü nicht für DAS Superessen schlechthin hält. Problematisch bei den einfachen Kombinationen: Ob das Essen Wow!!!11 oder Ganz okay. ist, entscheidet die Qualität der Zutaten. (So schmeckt zum Beispiel Spinat vom Discounter eindeutiger besser als das Pendant mit dem Blubb... ) Auch hier ist das so: Die Tomaten müssen top reif, saftig, rot, süß sein – und damit wird dieses Gericht zu einem 100%igen Sommeressen. Also falls ihr daran interessiert seid: Greift zu. Jetzt.
Denn mit Dosentomaten funktioniert's nicht – ich hab's versucht.

Außerdem habe ich kurz vor Schluss noch ein Schlückchen Ouzo mit beigemischt. Den haben wir wohl im Zuge eines Sonnenstichs ganz enthusiastisch gekauft, als wir noch auf Rhodos weilten – und gar nicht daran gedacht, dass wir so 'ne Art Schnappes eigentlich ziemlich doof finden. Weil er einem die Kehle wegbrennt. Aber hier in der Sauce ist es wirklich ganz lecker. Anti-Alkoholiker können natürlich auch drauf verzichten.

Das Rezept habe ich über die liebe A. D. bei Monambelles gefunden. Und: Ja, liebe A., du kannst es nachmachen. :-)


Eier in Tomatensauce
für 2 Portionen 

Zutaten
800 g reife Tomaten (z. B. Ochsenherz)
2 EL Olivenöl
2 Eier
100 g Feta
Salz
Pfeffer
optional: ein Schluck Ouzo

Zubereitung
Die Tomaten würfeln und zusammen mit dem Oliven in einer tiefen Pfanne (mir fällt gerade auf, dass ich einen Topf benutzt habe. Upsi. Naja, worked out anyway) erhitzen und so lange simmern lassen, bis eine schöne, dickflüssige Sauce entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer und Ouzo abschmecken. Die Eier aufschlagen und vorsichtig in die Pfanne (den Topf...) gleiten lassen. Mit Sauce bedecken und garen lassen – ca. 10 Minuten. Dann den Feta darüber bröseln und servieren. Am besten zu frischem Baguette, hier vom besten Bäcker der Welt.

Hilda geht picknicken – auf unserer Decke ist noch Platz! {Klassische Guacamole; Möhren-Kokossalat mit Ingwer; Nektarinen-Lavendel-Muffins}

| On
Juli 29, 2013


Ihr erinnert euch doch mit Sicherheit noch an die Plätzchen-Hilda? Nun ist sie wieder da – allerdings ohne Kekse, dafür aber mit den tollsten Ideen für euer Sommerpicknick. Und selbstverständlich bin ich nicht allein: Auch bei Katharina, Julie, Isa und Juliane könnt ihr allerhand gelingsichere Picknick-Rezepte finden!

Bei meiner Auswahl hatte ich ein paar Bedingungen im Kopf. Dafür habe ich versucht, mich nach meinen eigenen Picknick-Bedürfnissen zu richten. Und die sehen wie folgt aus: Erstens – ich habe vor einem Picknick meistens weder Zeit noch Lust, lange in der Küche zu stehen. Gerade bei diesem unvorhersehbaren Sommer ist die Entscheidung, draußen zu essen, meistens eine ganz spontane. Heißt, die Gerichte müssen fix zubereitet sein. Mit der Spontaneität geht dann auch einher, dass es nicht viel sein kann: Drei Komponenten (ein Dip, ein Salat, ein Dessert) müssen reichen; Getränke und Brot kaufe ich meist so hinzu. Die Kombination hat sich auch deswegen bewährt, weil man nicht viel schleppen muss: Brot wird per Hand auseinander gerupft und gedippt, und auch das Dessert sollte ohne viel Krümelei , Sößchen und Geschirr essbar sein.

Tja, und dann natürlich noch raffiniert, aber auch nicht zu exotisch, um viele Geschmäcker zu treffen.
Gar nicht so einfach. Aber ich koche und backe ja nicht erst seit gestern.

Deswegen präsentiere ich euch hier meine kleine, feine Auswahl, mit der es sich gut ein paar Stündchen auf der Wiese aushalten lässt: Klassische Guacamole (neben Hummus mein allerliebster Dip überhaupt, schmeckt einfach immer grandios), ein erfrischender Möhren-Kokossalat und als Nachtisch ein dezent süßer und fruchtiger Muffin, natürlich mit meinem liebsten Sommerobst: Nektarinen (wahlweise natürlich auch durch Pfirsiche oder Aprikosen ersetzbar – oder einfach mischen!), aromatisiert mit Vanille und einem Hauch Lavendel. Und alle ist binnen anderthalb Stunden gemacht und servierfertig. Salat und Dip sind auf je 2 Personen berechnet, damit könnt ihr beliebig multiplizieren. Los geht's! :-)

PS: In Düsseldorf kann man ganz wunderbar picknicken. Am besten fährt man dazu (mit dem Rad) nach Hamm oder Flehe, auf den Rheinwiesen dort ist fast nichts los und die Natur ist irgendwie ganz unberührt. Auch auf der anderen Rheinseite ist es schön, allerdings sind wir dann ja schon wieder in Neuss...
Wer es aber trubelig und stadtnah mag: Die Wiesen an den Rheinterrassen sind immer belebt, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise: Dort wird gegrillt, Feder- und Volleyball gespielt, einfach nur herum gelegen – auch schön. Falls ihr noch Tipps habt: Immer her damit

Klassische Guacamole

Wie schon gesagt: Mein liebster Dipp. So einfach, so variabel, so gesund. Ob ihr frisches, knuspriges Baguette oder Gemüsesticks zum Dippen benutzt, ist eigentlich egal – schmeckt alles.

Zutaten 
für 2 Personen
1 reife Avocado
1 kleine Zwiebel
1 Tomate
1 Knoblauchzehe
1 EL Limetten- oder Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
ev. Joghurt

Zubereitung 
Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel ausschaben. In einer Schüssel mit einer Gabel zerkleinern. Zwiebel und Knoblauchzehe ganz fein hacken, untermischen. Die Tomate achteln, entkernen und nur die feste Haut klein würfeln. Zusammen mit Salz, Pfeffer und Limettensaft unter die Masse rühren – fertig! Wer es noch ein klein wenig frischer mag, kann auch noch 1 – 2 EL Joghurt unterheben.


Möhren-Salat mit Kokos und Ingwer

Hier besteht die meiste Arbeit darin, die Möhren in feine Stifte zu schneiden. Vielleicht tun's auch dünne Scheiben, damit spart man definitiv Zeit – auch wenn Stifte natürlich hübscher aussehen. Der Salat hat uns total gut geschmeckt; Kokosnuss hat halt immer was sommerliches an sich. 
An die Kokoscreme gelangt ihr, indem ihr eine normale Dose Kokosmilch in den Kühlschrank stellt. Das Kokosfett setzt sich dann oben ab. Also nicht umrühren oder schütteln, bevor ihr die Dose öffent!

Zutaten 
für 2 Personen
500 g Möhren
1 EL Sesamöl
1 Zwiebel, in feine Scheibchen gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt 
3 EL Kokoscreme 
25 ml Orangensaft
1 gestr. Teelöffel getrockneter Koriander
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
frische Petersilie 

Zubereitung 
Die Möhren putzen und in feine Stifte (oder halt Scheiben) schneiden. In 1 EL Sesamöl ca. 5 Minuten braten. Dann die Zwiebel und Knoblauch hinzugeben, weitere 2-3 Minuten braten. Vom Herd nehmen und in eine Schüssel-to-go füllen. 
Kokoscreme mit O-Saft, Koriander, Salz und Pfeffer verrühren und über die Möhren geben. Wer mag, nimmt dazu noch frische Petersilie – ist aber kein Muss. Vor dem Verschließen der Schüssel abkühlen lassen. 


Nektarinen-Lavendel-Muffins

Das hier sind einfach die perfekten Sommer-Muffins: Bursting with fruits and flavors, ideal für schwüle Nachmittage und Abende. Wenig Zucker, dafür viel Nektarine, die natürlich von bester Qualität und hervorragendem Geschmack sein sollte. (Und als kleines Obendrauf: Eine halbe Zuckeraprikose und Puderzucker – für die Spiegelei-Optik!) Lavendel spaltet ja die Geschmäcker – wer sich unsicher ist: Einfach weglassen! Dies war übrigens mein erster „Schüttelteig“. Nicht schlecht, wenn man keine Lust und Zeit hat, die Küchenmaschine oder den Mixer anzuwerfen.
PS: Die Tortenplatte wurde mir von Blueboxtree rübergebeamt – danke dafür!

Zutaten 
für 9 Stück 
2 reife, aromatische Nektarinen, in würfelgroße Stückchen geschnitten
150 g Weizenmehl
75 g Butter oder Margarine, geschmolzen und abgekühlt
75 g Zucker
Mark von 1 Vanilleschote
1/2 TL Lavendel
1/2 Packung Backpulver
3 Eier
optional: halbierte Zuckeraprikosen

Zubereitung 
Den Backofen auf 175 ° (Ober- / Unterhitze) vorheizen. 
Für den Teig Mehl mit Backpulver mischen, in eine verschließbare Schüssel geben und mit Zucker vermischen. Eier, Butter, Lavendel und Vanillemark hinzufügen, Schüssel mit dem Deckel fest verschließen. Mehrmals kräftig schütteln, bis alle Zutaten gut vermischt sind. 
Die Nekarinen unterheben. Jetzt Stück für Stück in die gefetteten Muffinsförmchen geben, ein Aprikosenhütchen aufsetzen und ab in den Ofen damit. 
Nach ca. 20 Minuten eine Stäbchenprobe machen. Schmecken noch warm, aber auch kalt hervorragend!
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