Montag, 26. August 2013

Ab ins Gewächshaus – mit REWE Regional.


Bei Gemüse bin ich empfindlich. Weil ich – wer hätt's gedacht – ziemlich viel davon esse, ist mir die Qualität sehr wichtig. Seit ich mein Grünzeug vorwiegend aus dem elterlichen Garten oder vom Bauernmarkt beziehe, bin ich noch ein bisschen strenger. Ich kaufe kaum im Supermarkt – erstens ist es kein bisschen günstiger, zweitens esse ich keine Zwiebeln aus Neuseeland, drittens ist das Gefühl, auf einen Markt zu gehen oder gar selbst irgendwas aus dem Boden zu rupfen, einfach etwas besonderes – und hat nichts damit gemein, durch einen tageslichtlosen Supermarkt zu streifen und spanische Plastik-Paprika ins Einkaufskörbchen zu legen.
Aber das sind eben nur meine gern gepflegten Schrulligkeiten. Natürlich muss auch ich ab und an in den Supermarkt und habe stets ein Auge auf Angebote und Sortimentswechsel.

Schon vor einiger Zeit war mir bei REWE die neue Eigenmarke „REWE Regional“ aufgefallen. „Regional“ ist natürlich clever, das mag der Verbraucher, da hat er das Gefühl, etwas für seine Heimat zu tun. Prüfbar ist das im ersten Moment natürlich nicht. Wir wissen ja alle, was mit dem Bio-Etikett teilweise für Schmu getrieben wird, und mit der Regionalität ist es wohl nicht ganz anders. 


Nun, wie macht man dem potenziellen Käufer klar, was genau hinter dieser Marke und der vermeintlichen „Region“ steckt? 
REWE hat sich u. a. dazu entschieden, ein paar Foodblogger nach Straelen am Niederrhein einzuladen (und mein Handy so: „Herzlich Willkommen. Viel Freude bei Ihrem Auslandsaufenthalt!“ – holländische Grenze, goedendag!). Dort, auf Hof Draek, werden nämlich die Tomaten für die Region Rheinland angebaut, und von Bauer Draek erfuhren wir innerhalb eines kurzweiligen Nachmittags so ziemlich alles über sein Business – die Tomate.

Um ein Tomatenbauer zu sein braucht man auf jeden Fall ziemlich viel Platz. Ich hätte mich wahrscheinlich innerhalb von fünf Minuten in diesem Riesending verloren – Tomaten über Tomaten, wohin das Auge reicht, von vorne bis hinten, rechts und links, überall hingen sie klein, reif und saftig. 
Herr Draek führte uns durch seinen Betrieb und wir alle merkten fix, dass er seinem Job voll und ganz verfallen war. Das gefiel mir. Spätestens als er erklärte, dass die Schädlingsbekämpfung voll und ganz „öko“ stattfindet und er uns ein kleines Hummelkästchen unter die Nase hielt (die Hummeln übernehmen die Bestäubung) war ich ein bisschen verknallt.


Seitens REWE erfuhren wir, wie genau im Vertrieb der Begriff „Regional“ definiert wird. Das offizielle Statement dazu lautet: 

Bei REWE Regional stammen Obst und Gemüse immer von Anbaubetrieben aus der Region des jeweiligen Marktes. Dabei ist die bezeichnete „Region“ entweder das Bundesland (z. B. Nordrhein-Westfalen), die traditionelle Gegend (z. B. Frankenland) oder die topographische Region wie beispielsweise der Bodensee. 

Das finde ich einleuchtend. Doch selbstverständlich kann nicht immer die gesamte Ernte nur in der Region verkauft werden. Gerade jetzt, wo die Tomaten reif sind, kommt auch Herr Draek kaum hinterher.  Und was passiert, wenn sich in der Region nicht genügend Abnehmer finden? Ganz einfach: Dann werden die Tomaten auch in anderen Märkten außerhalb der Region verkauft – aber unter einem anderen Label. Auf allen REWE-Regional-Verpackungen findet ihr übrigens eine Deutschlandkarte, auf der der Herkunftsort sowie der Name des Erzeugerbetriebs genannt werden. Der Verkaufspreis liegt zwischen konventionell und bio. Natürlich führt diese Linie nur Saisonprodukte – alles andere würde ja auch die Idee ad absurdum führen.


Insofern gebe ich gerne zu, dass ich dies alles als sehr transparent und gut durchdacht empfinde. Mein Wehmutstropfen: Die Verpackungen. Ich versuche ja, so gut es geht ohne Verpackungen einzukaufen und bringe auch auf den Markt meine eigenen Taschen mit. Im Supermarkt greife ich bevorzugt nach loser Ware, die dann auch gerne mal kreuz und quer übers Kassenband kullert. Aber vielleicht findet REWE da ja auch noch eine Lösung. 


So, und was sagt nun der Geschmackstest? Die Tomaten sind lecker, lecker, lecker. Über fünf Kilo habe ich mit nach Hause gebracht und innerhalb weniger Tage verputzt. Und zwar roh. Eigentlich dachte ich, ich könnte einen Teil einkochen oder wenigstens mal einen unspektakulären Tomatensalat machen – aber Pustekuchen. Gut, aber so habe ich es immerhin geschafft, mal ein paar Tage gesund zu snacken. 

Wenn ich also in Zukunft wieder mal wegen Arbeitsüberlastung nur zu unchristlichen Zeiten einkaufen gehen, zu denen jede Marktfrau längst ihre Kisten zusammengepackt hat, kaufe ich mit gutem Gewissen die Tomätchen von REWE Regional. 
Vielen Dank an REWE für den informativen Nachmittag „ganz nah dran“. Und ebenfalls danke an die liebe Anne, die uns absolut profi-like mit dem vermutlich größten Auto aller Zeiten sicher nach Straelen und zurück nach Düsseldorf befördert hat. 


Hinweis: Dieser Artikel ist in Kooperation mit REWE entstanden. Dennoch spiegelt er allein meine Meinung wider, die nach wie vor von keinem Unternehmen und für kein Geld käuflich ist. 
Dienstag, 13. August 2013

Zucchini-Pasta mit Paprika-Sauce und Walnuss-Parmesan


Ewiglanger Titel, superleckeres Essen.
Ich geb's ja ungerne zu, aber tatsächlich hat mich lange kein Buch so sehr begeistert wie Vegan for Fit. Das finde ich selbst doof. Es liegt nicht an der Aufmachung, an der Foodfotografie (die ist so langweilig und uninspiriert wie im Vorgängerband) und schon gar nicht an den gefühlten 257 Fotos von Attila Hildmann, der auch hier wieder ausgiebig in seinem natürlichen Lebensraum fotografiert wurde: Wir haben den Science Attila (im Labor mit Reagenzgläsern hantierend), den Sporty Attila (natürlich, immer in Action an diversen Fitnessgeräten), den Tierfreund-Attila (beim Jungenten-Streicheln), natürlich auch den Serious Attila (mit nachdenklichem Blick die Gegend erkundend) sowie den Keine-Ahnung-was-das-soll Attila, der mit einer Dose Matcha-Tee und Zubehör frech auf der Straße sitzt. Davon darf man halten, was man will (nichts), aber die Rezepte sind großartig. Über die teilweise peinlichen Namen – also die allgemein grenzwertige Ausdrucksweise, die vor unnötigen Anglizismen nur so strotzt – muss man hinwegsehen können. Auch wenn man bei Worten wie „Bio-Dealer“, „Tofu Cubes“ und „Best Riegel in the World“ schon Lust auf einen Faustkampf bekommt. 

Lange Rede, kurzer Sinn, zurück zum Wesentlichen: Ich ärgere mich, dass ich es einfach nicht schaffe, mich konsequent vegan zu ernähren. Ich finde es einfach nicht praktikabel, zumindest nicht im Moment. Ich esse oft auswärts (auch beruflich), ich möchte gerne spontan meine Kugel After Eight oder Schlumpf beim Eismann holen, ich bin Vorsitzende bei den Anonymen Kefirsüchtigen und manchmal geht einfach nichts über ein Brötchen mit Ei und Remoulade.

Dennoch hat das Buch einiges geändert: Meine Ziel, ein paar Kilos zu verlieren, habe ich nicht erreicht – was aber nicht an dem Buch, sondern an mir liegt. Aber tatsächlich konsumiere ich kaum noch „normale“ Kuhmilch oder Joghurt (bis auf den oben angesprochenen Kefir halt...). Auch Süßstoff habe ich verbannt. Abends versuche ich, kohlenhydratarm zu essen und auf die späten Schleckereien zu verzichten. Dafür hat Mandelmus jetzt einen ebenso festen Platz in meiner Küche wie diese Zucchininudeln, die sich toll abwandeln lassen. Innerhalb von 15 Minuten fertig, sommerlich-leicht – und der Walnuss-Parmesan ist einfach eine Wucht.

Zucchini-Pasta mit Paprikasauce und Walnuss-Parmesan
für 1 Person

Zutaten
1 Zucchini (ca. 300 g)
wenig Olivenöl und Salz
1/2 rote Zwiebel
1 EL Olivenöl
1/2 rote Paprikaschote
50 g Tomatenmark (ohne Salzzusatz)
etwas Wasser oder Rotwein
1 TL Balsamico-Essic
Salz
Pfeffer
Kräuter der Provence (oder, noch besser, ein frischer Mix, z. B. aus Thymian, Oregano, Rosmarin)
15 g Walnüsse, geröstet
grobes Meersalz

Zubereitung
Zwiebel fein hacken, Paprikaschote würfeln. Nacheinander in Olivenöl anbraten. Tomatenmark zufügen und kurz mitrösten, anschließend Wasser oder Rotwein zufügen und die Sauce schön einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen und mit Essig abschmecken.

Die Zucchini mit einem Sprialschneider (meiner ist dieser von Gefu und einfach toll!) in „Spaghetti“ drehen, einmal durchschneiden und mit Olivenöl und Salz – wirklich nur einem Hauch – vermengen.
Für den Walnuss-Parmesan die Walnüsse zusammen mit dem Meersalz vermahlen – ich mache das in einer alten Kaffeemühle, die ich von meiner Oma bekommen habe und die sich zu dem Zweck wirklich famos eignet.

Sauce auf die Zucchini geben und mit Walnussparmesan servieren.

Abwandlung: Manchmal gebe ich noch zerbröselten Tofu unter die Sauce, das macht sie ein bisschen gehaltvoller.

Quelle
Vegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge
Montag, 5. August 2013

Eier in Tomatensauce – et un peu d'Ouzo.


Erstmal off-topic: Feines Gemüse wurde jüngst zum Foodblog der Woche bei kochbar.de, der „Rezepte- und Koch-Community des deutschen TV-Senders VOX“ gewählt. 

Ich möchte zitieren: 

Nachdem Bloggerin Christina ihre Fertiggericht-Lebensphase relativ schnell überwunden hat, beschloss sie sich der frischen, bodenständigen Kochkunst zuzuwenden, die sie aus ihrem Elternhaus kannte. Ein Glück – finden wir – denn sonst gäb's wohl keinen Blog, der das rege Treiben in ihrer Küche dokumentiert. Denn was sich hier kulinarisch tummelt, das ist lecker, meistens simpel und schnell gemacht und hat immer das gewisse Etwas. Christina will nicht lange zubereiten, wenn sie nach einem harten Arbeitstag das traute Heim erreicht, aber sie will schmackhafte, gesunde Gerichte.

So, alle mal klatschen. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Den ganzen Artikel könnt ihr hier
lesen.

Aber nun weiter im Text. Denn: In dieses Gericht habe ich mich in nullkommanix verliebt. Aber warum eigentlich?
Ich meine... Eier in Tomatensauce. Das ist ja in etwa so kreativ wie: Currywurst mit Pommes. Pancakes mit Ahornsirup. Bohnen mit Speck. Kartoffelpüree und Spinat. Aber – die Füchse unter euch werden es schon gemerkt haben – das sind doch eigentlich die besten Kombinationen, oder? 

Ich habe zumindest noch keinen getroffen, der Spinat mit Pü nicht für DAS Superessen schlechthin hält. Problematisch bei den einfachen Kombinationen: Ob das Essen Wow!!!11 oder Ganz okay. ist, entscheidet die Qualität der Zutaten. (So schmeckt zum Beispiel Spinat vom Discounter eindeutiger besser als das Pendant mit dem Blubb... ) Auch hier ist das so: Die Tomaten müssen top reif, saftig, rot, süß sein – und damit wird dieses Gericht zu einem 100%igen Sommeressen. Also falls ihr daran interessiert seid: Greift zu. Jetzt.
Denn mit Dosentomaten funktioniert's nicht – ich hab's versucht.

Außerdem habe ich kurz vor Schluss noch ein Schlückchen Ouzo mit beigemischt. Den haben wir wohl im Zuge eines Sonnenstichs ganz enthusiastisch gekauft, als wir noch auf Rhodos weilten – und gar nicht daran gedacht, dass wir so 'ne Art Schnappes eigentlich ziemlich doof finden. Weil er einem die Kehle wegbrennt. Aber hier in der Sauce ist es wirklich ganz lecker. Anti-Alkoholiker können natürlich auch drauf verzichten.

Das Rezept habe ich über die liebe A. D. bei Monambelles gefunden. Und: Ja, liebe A., du kannst es nachmachen. :-)


Eier in Tomatensauce
für 2 Portionen 

Zutaten
800 g reife Tomaten (z. B. Ochsenherz)
2 EL Olivenöl
2 Eier
100 g Feta
Salz
Pfeffer
optional: ein Schluck Ouzo

Zubereitung
Die Tomaten würfeln und zusammen mit dem Oliven in einer tiefen Pfanne (mir fällt gerade auf, dass ich einen Topf benutzt habe. Upsi. Naja, worked out anyway) erhitzen und so lange simmern lassen, bis eine schöne, dickflüssige Sauce entstanden ist. Mit Salz und Pfeffer und Ouzo abschmecken. Die Eier aufschlagen und vorsichtig in die Pfanne (den Topf...) gleiten lassen. Mit Sauce bedecken und garen lassen – ca. 10 Minuten. Dann den Feta darüber bröseln und servieren. Am besten zu frischem Baguette, hier vom besten Bäcker der Welt.