Freitag, 29. November 2013

Hilda Vol. II – und ein Abschied.

Das Jahresende – und ich denke, ab November darf man durchaus von einem sich neigenden Jahr sprechen – hat mich dieses Jahr völlig überrollt. Und damit meine ich vor allem den Arbeitsaufwand, den es mit sich bringt und mir auf den Schreibtisch geknallt hat.
Ich liebe Weihnachten, und umso trauriger bin ich, dass ich es bis heute – wir schreiben immerhin den 29. November – nicht einmal geschafft habe, einen Adventskalender (geschweige denn einen Adventskranz) zu basteln und meine Wohnung noch immer neutral-kühl daherkommt.

Was ich mir trotz allem „MUSS“ nicht habe nehmen lassen, ist erneut mit ein paar lieben Blogger-Kolleginnen an einer neuen Ausgabe von Hilda zu arbeiten. Ihr erinnert euch ja sicher noch an die 2012er Ausgabe unseres Plätzchen-Magazins, oder?
Da das so bombastisch eingeschlagen ist, haben wir auch in diesem Jahr schon im Oktober fleißig gebacken und fotografiert, um euch ein winterliches E-Mag zu präsentieren, bei dem definitiv auch bei den letzten Weihnachtsmuffeln Backlaune aufkommt. Die Blogger-Konstellation hat sich ein wenig geändert und erweitert, das Ergebnis aber ist das gleiche: Ein wunderschönes Heft, auf das ich sehr stolz bin.

Danke vor allem an Isa, die – obwohl sie gerade primär am eigenen Nachwuchs backt – die komplette Organisation und Gestaltung übernommen hat.


Ich für meinen Teil werde mich bis nach Weihnachten aus der Bloggerwelt zurückziehen und dann zusammen mit euch in hoffentlich aufregendes und abwechslungsreiches Jahr 2014 starten – ich zumindest habe mir für nächstes Jahr so einiges vorgenommen. ;-)

Habt eine tolle Zeit, lasst euch nicht stressen, sondern genießt bewusst die Ruhe, die Weihnachtsmärkte (ist ja fast paradox, Ruhe und Weihnachtsmärkte in einem Satz zu erwähnen… ), die Zeit im Kreise eurer Liebsten, Braten, Klöße und Rotkohl, Glühwein (hmm… den besonders!), kalte Nasen und wollige Mützen, Wärmflaschen und Zimtsterne, die albern-kindliche, aber doch so schöne Vorfreude an Heiligabend.

Ich danke euch für den ganzen Input, eure Kommentare und Gedanken, die den Blog letztlich am Leben halten, die vielen Kontakte, die netten Treffen – ich hoffe, wir hören bzw. sehen uns ganz bald wieder! 

Christina 
Sonntag, 17. November 2013

Düsseldorf holt auf: Die Abendtüte – knallhart getestet.


Es gibt ziemlich viele Dinge, die man an Düsseldorf doof finden kann. Seien es die horrenden Mieten, der dauernde Bau von Luxusimmobilien mit albernen Fantasienamen, der allgegenwärtige Snobismus, die überteuerte Prestigebauen renommierter Architekten, die die Innenstadt noch enger wirken lassen und den Blick aufs Hofgartengrün klauen, ALDI und H&M auf der Kö, die jungen Mädchen auf dem Strich der Charlottenstraße, die scheinbar dauerbesoffene Altstadt – ich könnte diese Liste beliebig fortsetzen. Mache ich aber nicht. 

Denn: In einem Bereich hat Düsseldorf in den letzten Monaten richtig aufgeholt, und da fällt selbst mir nicht viel zu meckern ein. Im Gegenteil, eher bin ich voll von Wonne, Glück und Zuversicht. Vielleicht ahnt ihr es schon selbst – wir reden (natürlich) von kulinarischen Genüssen. Jeder kennt die mit Recht beliebten Düsseldorfer Urgesteine – Hinkel, den Carlsplatz oder Heinemann –, aber seit 2013 hat die Stadt noch mindestens 3 Dinge mehr, die jedem Futterverrückten Grund zum Wurzeln schlagen geben.

Nummer 1: U. – Das Restaurant. Ja, da kommt nicht mehr, das heißt schon so. Das U. war im April plötzlich da, auf der Klosterstraße in Bahnhofsnähe, und seitdem wird da so unfassbar geil gekocht, dass ich nur noch widerwillig in andere Restaurants gehe. Ich will und kann gar nicht viele Worte darüber verlieren, ihr müsst es mit eigenen Augen sehen.
Nummer 2: Resi lecker Baguette. Sowas gibt's auch selten. Teresa Siebein hat in diesem Jahr ein recht unkonventionelles Ein-Frau-Business gegründet. Sie radelt mit einem ziemlich auffälligen Rad bei Wind und Wetter durch die Stadt, um vegetarisch-belegte Baguettes zu verkaufen. Finde ich phänomenal. Habe zeitweise mit dem Gedanken gespielt, Christina lecker Baguette aufzumachen, scheue mich aber vor so rechtlichen Dingen, zu viel Bewegung und würde die Dinger vermutlich eh nie so lecker hinkriegen wie sie es tut. 
Nummer 3: Die Abendtüte. Und genau darum soll es in diesem Beitrag auch gehen.

Die Idee zur Abendtüte hatten Peter und Susanna. Das Prinzip ist wie folgt: Bis 12 Uhr mittags wählt ihr auf der Website eines der Gerichte, die nur zwischen 10 und 35 Minuten Zubereitungszeit benötigen. 
Kurz nachdem eure Bestellung eingegangen ist – bezahlt wird btw über das Lastschriftverfahren – 
machen sich Peter und Susanna auf, kaufen die Zutaten (übrigens bevorzugt von regionalen Händlern und im Bio-Supermarkt), verpacken sie liebevoll, stecken noch das Rezept dazu und drücken euch um spätestens 18 Uhr die Tüte in die Hand. Ihr seid um die Zeit noch im Büro? Kein Problem – die Tüte kommt dahin, wo ihr es euch wünscht. Zur Zeit wird die gesamte Innenstadt beliefer. 



Peter und Susanna nehmen euch den Weg ab, den Stress, euch abends noch an eine ewiglange Supermaktschlange zu stellen – aber nicht das eigentliche Erlebnis, abends zur Ruhe zu kommen und eine gesunde, aber leckere Mahlzeit zu kochen und zu genießen.
Lediglich Salz, Pfeffer und Olivenöl solltet ihr selbst zu Hause haben – aber hey! Wer selbst sowas nicht besitzt, gehört wohl eher zur Zielgruppe von Telepizza.

Bei meinem Test habe ich mich für Kürbis mit Birnen und frischen Gnocchi entschieden. Kürbis und Birnen – die Kombination ist ganz nach meinem Geschmack. Mit in der Tüte befanden sich 200 g frischer Hokkaido-Kürbis (an der süßen Verpackung mit dem rot-weißen Band erkennt man, dass da eine Frau ihre Finger im Spiel hatte, oder?), 2 kleine Birnen, Thymian, Knoblauch, Zwiebeln, Butter. Eine überschaubare Zutatenmenge, aber das ist ja auch der Sinn dahinter. Wir wollen schließlich nach Feierabend nicht noch 45 Minuten lang Gemüse putzen und Reste sollen auch nicht übrig bleiben.

Lediglich die Gnocchi – oder sagen wir lieber: Knöpfle – haben mich ob ihrer Herkunft enttäuscht. Die Firma Albgold arbeitet zwar ohne Gentechnik, dafür aber leider mit Eiern aus Bodenhaltung. Da würde ich mir eine andere Lösung wünschen, denn gerade bei Eiern bin ich super pingelig.


Und so sieht das Endergebnis aus! Es gibt natürlich fotogenere Mahlzeiten, doch das soll uns nicht stören – denn die Umsetzung klappte 1A. Lediglich der im Rezept vermerkte „Oregano“ war eigentlich Thymian, aber damit kommt ein durchschnittlich intelligenter Mensch wohl zurecht. ;-)
Auch der Mann war begeistert und ist kaum aus dem Schwärmen gekommen. Wir mögen die Kombination süß-herzhaft sehr gerne, und hier hat einfach alles gestimmt: Perfekt ausbalanciert, wobei die Qualität von Birnen und Kürbis natürlich essenziell ist. 

Wer's nachmachen will: 200 g Kürbis, 1 rote Zwiebel, 3 Zweige Thymian, 1 Knoblauchzehe, 2 kleine Birnen, 20 g Butter, 300 g frische Gnocchi bzw. Eierknöpfle oder -spätzle – und den Rest kriegt ihr schon hin. ;-)


Mein Fazit: 
Düsseldorf ist um eine schöne, innovative Idee reicher. Ich habe die Abendtüte mal mit der in Deutschland weit verbreiteten Box von HelloFresh verglichen – und würde mich persönlich immer für die Abendtüte entscheiden. Eine Classic Box von HelloFresh kostet für 5 x 2 Mahlzeiten rund 50 Euro.

Klar, weder die eine noch die andere Box ist was für's kleine Budget. Aber: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt für mich eher bei der Abendtüte als bei der Konkurrenz. Denn im Preis sind ja nicht nur die Lebensmittel enthalten, sowie auch das „Selbst-wählen-können“ und der persönliche Einkaufs- und der Lieferservice („Support your local dealer!“). Außerdem kann ich so ganz spontan entscheiden, wonach mir der Sinn steht.

Von mir eine klare Empfehlung.

Hinweis: Ich habe die Abendtüte kosten- und bedingungslos testen dürfen. Dennoch spiegelt der Beitrag allein meine Meinung wider, die nach wie vor von keinem Unternehmen und für kein Geld käuflich ist.