Blumenkohlküchlein mit Kreuzkümmel und Limetten-Joghurt

| On
Januar 20, 2013

Da isser wieder, der Ottolenghi. Diese Blumenkohlküchlein sind einfach fantatstisch und haben jetzt schon einen Platz in meiner Top-Liste 2013. Auch wenn wir erst Mitte Januar haben.

Frittieren war bisher nicht so mein Ding. Mal abgesehen von dem Moppel-Image, das frittierten Gerichten anhaftet (Pommes! Kroketten! Mars-Riegel!), scheute mich davor, so viel Öl in eine Pfanne zu gießen (was für eine Verschwendung? Ist das wirklich nötig? Erst in die Pfanne, dann auf die Hüften...), wollte keinen Pommesbudengeruch in der Bude oder Fettspritzer in meinen Augen (ist euch das mal passiert? Kein Spaß). Kein Wunder also, das meine bisherigen Versuche nicht nennenswert waren. Diesmal wollte ich es aber anders machen: Ich hielt mich, abgesehen von kleinen Abwandlungen bei der Teigwürze, zu 100% an die Vorgaben im Rezept – und goss 500 ml Sonnenblumenöl in die Pfanne. Eine gute Idee. 

Insgesamt 7 perfekte, knusprig, goldbraune Küchlein fischte ich aus der Pfanne. Geschmackscheck:  Super! Häufig verkommen Bratlinge ja zu einem undefinierbaren Gemüsebrei – hier keine Spur, der Blumenkohl ist deutlich wahrnehmbar. Das kann allerdings auch an dem Gemüse liegen; wir hatten ein besonders aromatisches Exemplar vom Bauernmarkt erwischt. Natürlich sind die Küchlein eher als deftige Hauptmahlzeit zu sehen – aber mehr als 1 großes „Küchlein“ schafft man eh nicht. Wir haben je eins davon zwischen zwei dicke Baguettescheiben geklemmt, mit Hummus bestrichen und Rucola belegt und dann mit viel Limettenjoghurt getoppt. Genial – und in kleineren Portionen ausgebacken sicherlich auch ein schönes Fingerfood für Parties.


Blumenkohlküchlein mit Kreuzkümmel und Limettenjoghurt
Zutaten für 7 – 8 Küchlein

für die Küchlein 
1 kleiner Blumenkohl (ca. 320 g)
120 g Mehl
3 EL gehackte Petersilie (und einiges mehr zum Garnieren)
1 Knoblauchzehe, gehackt
1 kleine rote Zwiebel, gehackt
4 Eier
2 gestrichene TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Zimt
1 1/2 Salz
frisch gemahlener Pfeffer
500 ml Sonnenblumenöl

für den Limettenjoghurt
300 g Joghurt, 3,5%
2 EL fein gehackter Koriander
1 Bio-Limette, abgeriebene Schale und Saft davon
2  EL Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Alle Zutaten für den Limettenjoghurt in eine Schüssel füllen und gründlich vermischen. Abschmecken, Beiseite stellen und bis zum Servieren durchziehen lassen.

Den Blumenkohl putzen, in kleine Röschen teilen und in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser etwa 15 Minuten garen. Die Röschen sollten weich sein, aber noch nicht zerfallen. In ein Sieb abgießen und abtropfen lassen.

Nun das Mehl mit Petersilie, Knoblauch, Zwiebel, Eiern und Gewürzen in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verrühren. Den noch warmen Blumenkohl zufügen und vermischen, bis die Röschen auseinander brechen und sich mit dem Teig verbinden.

Sonnenblumenöl in eine große Pfanne gießen (ca. 1 cm hoch) und erhitzen. Sobald es sehr heiß ist, je 3 EL Teig pro Küchlein in die Pfanne geben und in Form drücken. Ich habe immer nur 3 Küchlein auf einmal gebraten, damit jedes genug Platz für sich beanspruchen kann. Nach ca. 3 – 4 Minuten auf jeder Seite wenden.  Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen, anschließend servieren. Den Joghurt dazu reichen.

Die Küchlein schmecken am besten frisch, man kann sie aber auch Tags darauf noch gut als Bürolunch essen oder in der Pfanne warm aufbraten.

Quelle
Yotam Ottolenghi: Das Kochbuch.

Apfelkuchen mit Olivenöl (und optionaler Frischkäsecreme)

| On
Januar 13, 2013


Ich habe überlegt, was mir genau an den Ottolenghi-Büchern so gut gefällt. Natürlich sprechen mich primär die Rezepte an, klar. Aber es liegt – denke ich – vor allem an den Bildern. Sie sind so... natürlich. You know what I mean? Man hat das Gefühl, dass das Essen so, wie es abgebildet wird, später auch auf dem eigenen Teller aussehen könnte. Und ganz ehrlich – in vielen Kochbüchern werden die Gerichte total abgefahren dekoriert, oder? Da werden skrupellos mehrere Wimpelfähnchen durch die Kuchen gestochert, 5 Vintage-Esslöffel Farben mit Schmuckband zusammengebunden... etwas, das im letzten Jahr auch auf den deutschen Foodblogs immer mehr Einzug gefunden hat. Jaja, ich weiß, alles Geschmackssache. Aber ich bevorzuge dann doch die schlichte, aufs Wesentliche konzentrierte Präsentation. Obwohl bei diesem Kuchen der eine oder andere Farbtupfer nicht geschadet hätte. ;)


Das liegt wohl daran, dass ich auf die Frischkäsehaube verzichtet habe. 2013 soll mal wieder ein „schlankes Jahr“ sein, zumindest so lange, bis die Bügelfalte meiner Hosen auf meinen Oberschenkeln wieder sichtbar ist. (... schäm.) Ohne die Haube haben wir es natürlich nur noch mit relativ simplen Kuchen zu tun, der mich geschmacklich sehr an die Apfel Scharlotka erinnert, aber natürlich bedeutend gehaltvoller ist. Verzichtet habe ich auf die Rosinen sowie auf den Eischnee, der kurz vorm Backen noch unter die Teigmasse gehoben wird. Saftig und locker ist der Kuchen trotzdem!
Das Olivenöl finde ich aber ganz toll – eine frische Note, vor allem in Verbindung mit der Zitrone, und das perfekte Maß an Süße. Man sollte überhaupt viel häufiger mit hochwertigen Ölen backen: Sesamöl, Erdnussöl, Pistazienöl – daraus lässt sich doch bestimmt einiges machen, oder? Wenn's nur nicht so teuer wäre. 
Ich empfehle für diesen Kuchen ein Olivenöl mit kräftigem (gerne auch etwas bitterem) Aroma aus dem mittleren Preissegment. 

Ottolenghi empfiehlt eine dreitägige Wartezeit, damit die Aromen voll zur Geltung kommen. Bei mir betrug die Zeitspanne zwischen Aus-dem-Ofen-holen und Das-erste-Stück-essen 60 Sekunden. Wer wartet denn drei Tage auf einen Kuchen, ehrlich mal...


Apfelkuchen mit Olivenöl 
für 10 – 12 kleine Stücke

Zutaten
280 g Mehl (Type 405)
1/2 TL Zimt
1/4 TL Salz
1/2 TL Backpulver
1 1/4 TL Natron
1/2 Vanilleschote
120 ml Olivenöl, plus mehr zum Ausstreichen der Form
160 g Zucker
2 Eier
3 Äpfel, geschält, entkernt und in kleine Würfel geschnitten
1 Bio-Zitrone, die abgeriebene Schale davon
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung
Den Backofen auf 170 °C vorheizen.
Eine Springform mit 20 cm Durchmesser leicht einfetten, dann Boden und Rand mit Backpapier auskleiden. Mehl zusammen mit Zimt, Salz, Backpulver und Natron in eine Schüssel sieben.
Die Vanilleschote auskratzen und das Mark mit Olivenöl, Zucker und Eiern in eine große Schüssel geben und mit den Quirlen eines Handrührgeräts schaumig aufschlagen, bis die Masse gleichmäßig und dick-cremig ist. Erst Äpfel und Zitronenschale, dann die Mehlmischung unterheben.

Den Teig in die Backform füllen, glatt streichen und in den Ofen schieben. Nach etwa 1 Stunde sollte der Kuchen gar sein – allerdings empfiehlt Ottolenghi, die erste Garprobe schon nach 45 Minuten zu machen. Teilweise kann die Backdauer allerdings bis zu 90 Minuten betragen – also besser öfters mal nachschauen, wir wollen ja keinen trockenen Kuchen essen.
Nach dem Backen auskühlen (und am besten 3 Tage in Frischhaltefolie im Kühlschrank) durchziehen lassen.
Man kann ihn aber auch schon vorher essen. ;)

Quelle
Yotam Ottolenghi: Das Kochbuch.

Sobanudeln mit gebratenen Auberginen und Mango

| On
Januar 06, 2013

Yotam, du hast mein Herz geklaut. Ich hatte ja schon oft von dir gehört, aber zu einer persönlichen Begegnung ist es irgendwie nie gekommen – bis zur Frankfurter Buchmesse 2012. Ich sah dich und war plötzlich bis über beide Ohren verknallt.
Das ist meine (zugegebenermaßen kurze) Geschichte mit Yotam Ottolenghi bzw. seinen Kochbüchern. Tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert – dann aber richtig. Etwas pathetisch formuliert: Ich frage mich, wie ich so lange so blind sein konnte. Eigentlich nämlich sind wir wie füreinander gemacht. Kein Wunder, dass kaum 2 Monate später schon „Genussvoll vegetarisch“ unterm Weihnachtsbaum lag und ich nun der Veröffentlichung von „Jersualem“ freudigst entgegenfiebere.

Rezeptpremiere sind die Sobandudeln mit gebratenen Auberginen und Mango, weil mir die Kombination irgendwie taugte. Allerdings ziehe ich vor, eine Aubergine vor der Verarbeitung zu entwässern und in wenig Öl auszubraten; Ottlenghi frittiert sie.
Es handelt sich übrigens um ein kaltes Gericht, eine Art Nudelsalat. Danach war mir am Produktionstag (kalt, nass, bah, dunkel) leider gar nicht. Deswegen habe ich alles in einem Schuss Olivenöl in der Pfanne warm aufgebraten. Geschmeckt haben beide Varianten. Entscheidet einfach nach euren Vorlieben. 

Sobanudeln mit gebratenen Auberginen und Mango 
für 2 Portionen als leichte Hauptspeise

Zutaten
60 ml Reisessig
20 g Zucker
1/2 TL Salz
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
etwas Chili (nach Belieben)
1 TL Sesamöl, geröstet
Saft und Abrieb von 1 Bio-Limette
125 g Sobanudeln 
1 Aubergine, in 2 cm große Würfel geschnitten
1 EL Olivenöl
Salz und schwarzer Pfeffer
125 g Sobanudeln
1 reife Mango, in 1 cm große Würfel geschnitten
30 g Korianderblätter (oder Petersilie), fein gehackt
1/2 rote Zwiebel, in sehr dünne Ringe geschnitten

Zubereitung
Zuerst wird die Aubergine entwässert: Dazu die Würfel in eine Schüssel geben, großzügig salzen, vermengen und beiseite Stellen.
Nun das Dressing zubereiten: Reisessig zusammen mit Zucker und Salz in einem Topf erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Knoblauch, Chili und Sesamöl, sowie Limettenabrieb und -saft hinzugeben. Abkühlen lassen.

Die Aubergine über einem Sieb abtropfen lassen und mit kaltem Wasser ordentlich abspülen. In 1 EL Olivenöl goldbraun braten und anschließend mit Pfeffer (und ev. Salz) würzen.

Die Sobanudeln in reichlich kochendem Salzwasser bissfest (!) garen. Das dauert nicht lange, etwa 5–7 Minuten. Abgießen und ebenfalls mit kaltem Wasser ordentlich spülen, dann zum Trocknen auf ein Geschirrtuch auslegen.

Anschließend die Soba in eine große Schüssel geben und mit dem Dressing, der Mango, der Aubergine, den Kräutern und Zwiebelringen vermischen und ca. 2 Stunden durchziehen lassen. Danach könnt ihr entscheiden, ob euch eher nach warm oder kalt ist...

Quelle
Yotam Ottolenghi: Genussvoll vegetarisch. mediterran-orientalisch-raffiniert.







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