Jahrsrückblick 2014 {mit Instagram-Fotos}

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Dezember 28, 2014
Whoop, whoop! 
Es ist Ende Dezember, das heißt: Zeit für einen ausgiebigen Jahresrückblick. Ich persönlich liebe Jahresrückblicke und beobachte gerade mit Argusaugen meine Blogroll, um ja keinen zu verpassen. Es ist schön – und wie ich finde: wichtig! –, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen, sich klar zu werden, was gut, was weniger gut war, was man im nächsten Jahr anders, besser oder genau gleich machen würde. 
Nun gibt es bei Foodbloggern weniger „Privates“ oder Außergewöhnliches zu entdecken, als z. B. auf einem Reise- oder Lifestyleblog. Wir berichten auf dem Blog primär über das, was am Herd und hinterm Ofen passiert, teilen Highlights, Erfolge und Missgeschicke, garniert mit den einen oder anderen Anekdötchen. Wer bei uns hinter die Kulissen schauen mag, kann dies dann meistens auf anderen Social Media Kanälen tun, sei es nun Twitter oder Instagram, wobei letzterer natürlich zugänglicher ist. Ich habe für jeden der vergangenen zwölf Monate je drei Bildchen rausgesucht.
Pssst, mein Account: instagram.com/feinesgemuese

1 – 2014 startete lecker mit der Löffelerbsensuppe aus „Deutschland vegetarisch“; 2 – famose Bento Box im Hotel Okura in Amsterdam; 3 – Orangenlieferung aus Sóller (Mallorca).

1 – Im Feburar ging es das erste Mal ins Fußballstadion, mit Papa natürlich; 2 –  Blauer Himmel, milde Temperaturen und Sonnenschein schürten die Erwartungen an Frühling und Sommer; 3 – Geliebte Osterblumen und Kekse.

1 – Im März rannte und rannte und rannte ich, zum ersten mal auf die andere Rheinseite. Ende März hatte es schon +20 °C; 2 – Ich nutzte 1 Woche Urlaub, um den Balkon zu renovieren und holte mir dabei eine Blasenentzündung;
 3 – ... und dann feierte ich meinen 29. Geburtstag.

1 – Auf einer echten Vintage Tea Party gewesen, sehr fein!; 2 – An einem Samstagabend mit den Mädels Tiger&Turtle (Duisburg) besucht, spontan; 3 – Rhabarbersalat, hmm. 

1 – Ich habe für eine kurze Zeit ab und an in Köln gearbeitet; 2 – Dann bin ich auf Mädels-Wochenende nach München geflogen, ein Besuch beim verrückten Eismacher war natürlich Pflicht!; 3 – München gefiel besser als erwartet, trotz lausigem Wetter am Abreisetag.

1 – Im Juni hatte ich eine Woche Urlaub, die ich mit essen und – 2 – Balkon-Bepflanzung verbrachte. 3 – An einem der heißesten Tage des Jahres machte ich zusammen mit Maren einen Macaron-Backkurs

1 – Das erste vegane Hotelrestaurant: Amano Verde im Düsseldorfer Medienhafen; 2 – und dann zeigte der Sommer sein wechselhaftes Gesicht; 3 – Picknick am Rheinufer Hamm.

1 – Endlich richtiger Urlaub: Hi, NYC!; 2 – ... und wenn man schon mal da ist, ... 3 – Im Anschluss daran wurde ich so krank wie schon viele Jahre nicht mehr. 

1 – Vom Hochzeitsgeld kauften wir uns u. a. eine neue Couch, die wundervoll ist!; 2 – Auflug in den Landschaftspark Duisburg; 3 – Beginn von 5 Wochen Vegan for fit.

1 – Kurzbesuch im EKO-Haus der japanischen Kultur; 2 – Post-Wedding-Party bei uns Zuhause (danke, Anne, für das tolle Bild, das einzige, das wir uns eingerahmt und aufgehangen haben); 3 – Der Mann hatte Geburtstag und bekam Junior's Cheesecake und Pfirsichboden.

1 – Pulled Pork Burger auf dem 1. Düsseldorfer Streetfood Festival; 2 – Ausnahme-Besuch bei Mama, zum Walken um 8 Uhr morgens über Feld und Wiese; 3 – Erste Weihnachtsgefühle...

1 – Mal wieder ins zauberhafte, verschneite Monschau auf den Weihnachtsmarkt; 2 – Kokos-Schneebälle, die einzige Plätzchenausbeute; 3 – Weihnachtsbaum mit Micky-Maus-Kugel aus dem Disneyland Paris.

Mein erster Gedanke zu 2014 war: Naja, ist doch nix Spannendes passiert, ein Jahr wie immer.
Stimmt aber gar nicht. 2014 war vor allem spannend, herausfordernd, aufwühlend, arbeitsintensiv, aber auch lustig. Ein Jahr, in dem ich viel über mich selbst gelernt und mir klar gemacht habe, was ich eigentlich will. Nicht will. Muss. Nicht muss. Kann. Nicht kann. Ich hatte viele Tiefs, habe oft gehadert, gezweifelt, gezögert sowie, und ja, das ärgert mich, manchmal aus Bequemlichkeit nicht das gemacht, was ich doch hätte machen sollen. Nicht all meine Bemühungen wurden von dem Erfolg gekrönt, der mir (so finde ich) zugestanden hätte. Über so manches grübele ich heutzutage noch nach und frage wiesoweshalbwarum? – um letztlich doch zu resümmieren: Et is wie et is und et kütt wie et kütt. (Ich bin schließlich Rheinländerin!) 

Geärgert hat mich, dass ich an so wenigen Blogger-Events teilnehmen konnte und kaum kulinarisch on the road gewesen bin. Schade, denn viele Veranstaltungen haben mich angesprochen, doch war ich beruflich leider nicht so flexibel, unter der Woche einfach mal einen halben Tag zu einem Kochkurs o. ä. zu verschwinden. Generell wäre ich gerne häufiger verreist. Beruflich war ich zwei Mal in Berlin bzw. Potsdam, privat in München und in New York – aber gemessen an dem, was möglich gewesen wäre, ist das ja lächerlich. Vor Weihnachten hat mich diesbezüglich ein kleiner Rappel überkommen, so dass ich noch kurzfristig einen Trip nach Lüttich (Belgien) gebucht habe – da geht's dann morgen hin. Ich möchte außerdem, dass das Jahr 2015 unter das Motto „Tapetenwechsel“ gestellt wird! Wer macht mit? Deswegen bin ich auch schon in der Planung. Wenn alles glatt geht, möchte ich nächstes Jahr um diese Zeit auf mindestens vier außergewöhnliche Reiseziele zurückblicken.

Stolz bin ich auf mein durchgezogenes Sportprogramm. Für viele mag das nichts sein, ein bis zweimal pro Woche joggen zu gehen und dazu noch (ab und an) ins Fitness-Studio, aber für mich ist das eine Riesensache. Zwei Mal bin ich sogar über 10 Kilometer gelaufen, ansonsten aber beschränke ich mich auf 4 bis 5 Kilometer in meiner Wohngegend. Laut Runtastic bin ich 2014 knapp 185 Kilometer gelaufen. Und hey, das finde ich schon respektabel. 

Und da es nun noch einmal kulinarisch sein soll: 
2014 habe ich besonders viele Kichererbsen gegessen, dafür kaum Nudeln. Ich habe eine Liebe zu Raw Bars entdeckt und gerne Grüne Smoothies getrunken. Mein Lieblingskochbuch war „Fruits“ von Hugh Fearnley-Whittingstall – hier zur Rezension – und „Vegetarische Köstlichkeiten“ von Yotam Ottolenghi.  Ich habe Schwarztee vom Frühstück verbannt und mich Grünem zugewendet. Ich war zum ersten Mal in einem Sterne-Restaurant essen. Pulled Beef und Pulled Pork wurden natürlich auch probiert. Viele Craft Biere wurden probiert, außerdem ordentlich Wein, vor allem aber Champagner getrunken – dabei war Alkohol Jahrelang kein Thema für mich (tolle Entwicklung... ). Ich habe eine große Leidenschaft für Avocado entdeckt und sie zu einem Dauergast in meiner Küche gemacht. 

Ganz zum Schluss möchte ich eigentlich nur noch euch, den besten Lesern, den besten Blogger-KollegInnen, den besten Kooperationspartnern danken. Weil ohne euch wär hier alles doof und die Küche kalt. Ich wünsche euch einen fantastischen Jahresausklang und einen noch besseren Auftakt für das Jahr 2015. (Findet ihr auch, dass sich 2015 so richtig futuristisch anhört?)

Grünkohl-Kokoswasser-Smoothie {+ Gewinnspiel mit ZICO}

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Dezember 20, 2014

„Bääääääh. 
GRÜÜÜÜNKOHL.
ICH HASSE GRÜNKOHL. 
Und das tut sie in den Mixer? Mit Kokoswasser? Bäääääääh.“

Yep, exactly. Und ihr solltet es mir nachtun. 
Ich wette, ihr – meine LeserInnen – seid mir nicht so unähnlich. Und deswegen bin ich sicher, dass zur Zeit täglich der eine oder andere Keks den Weg von bunt dekorierten Tellern in euren Mund findet, hier und da ein Glühweinchen getrunken wird – nicht zu vergessen das tägliche Stück Schokolade aus dem Adventskalender. Ich zumindest verdoppele meinen Zuckerkonsum im Dezember ganz locker, und merke es sofort. Vor lauter Jahresabschlussarbeiten, -berichten, -feiern, -zusammenkommen fällt zudem die Zeit für Sport flach – upsi, doofe Kombination. Die Hose spannt, die Haut beschwert sich, der Kopf ist müde und träge.An sich: Kein Grund zur Panik, wir haben schließlich Weihnachten. Aber ich habe ehrlich gesagt schon jetzt, noch vor Weihnachten, die Schnauze voll von Kloß und Gans (wortwörtlich gemeint).Und deswegen mixe ich jetzt einen sommerlichen Smoothie mit winterlichem Gemüse. Das klappt und schmeckt ganz wunderbar, erfrischt und klärt und gibt Power für die letzten zwei Dezemberwochen!

Grünkohl-Kokoswasser-Smoothie
Rezept für 2 große Portionen 

Zutaten
2 handvoll Grünkohl, gewaschen und klein geschnitten
400 ml Kokoswasser, z. B. von Zico
1 Mandarine, geschält
1 Apfel, in Würfel geschnitten
1 Messerspitze Matcha
1 Spritzer Zitrone
2 Eiswürfel
ev. Wasser
ev. 1 EL Reissirup zum nachsüßen

Zubereitung
As easy as it gets: Alles zusammen in euren Standmixer werfen und ordentlich durchpürieren.
Sofort servieren und die unbändige Kraft des Winter-Smoothies spüren ;-)

––––––––––––––––

Wichtigstes Baukasten-Element meiner Grünen Smoothies: Kokoswasser!
Von den einen gehasst, von anderen innigst geliebt. Ich gehöre zur zweiten Fraktion, kam aber über nur über Umwege dazu. Meine erste Erfahrung mit Kokoswasser machte ich mit einem Trinkpäckchen von Alnatura, und ganz ehrlich, es war nicht gut, dafür aber besonders teuer.


Vergangenen Sommer in den USA dann: Ein visueller Kokoswasser-Overkill – die Regale der Supermärkte waren vollgestopft, alle Marken, alle Sorten, alle Preisklassen. Zuerst belächelte ich die hype-verrückten Amis, dann sah ich genauer hin, dann wurde ich neugierig, dann kaufte ich selbst. Und zwar die Sorte Chocolate von Zico
Es sollte nicht bei diesem einen Fläschchen bleiben; für den Rest meines Urlaubs gönnte ich mir täglich ein kleines Fläschchen Kokos-Kakao. Zurück in Deutschland machte ich mich auf die Suche, wurde jedoch ernüchtert: Zwar gibt es Zico auch in den hiesigen Supermärkten, allerdings ohne Schokolade, dafür in Natural und Mango. „Was soll's?“, dachte die nostalgiegeplagte Christina, langte zu – und fand das Kokoswasser doch nicht mehr so doof. Nun bin ich offiziell süchtig, dabei aber wählerisch. Kokoswasser schmeckt von Marke zu Marke sehr unterschiedlich. Ich habe weiterhin ein paar andere getestet, mal konventionell, mal bio, zwischen bäh und okay war alles dabei. Fan war, bin und bleibe ich von Zico.

Wisst ihr eigentlich, was Kokoswasser ist? 
Kokoswasser ist die klare Flüssigkeit, die innerhalb der noch unreifen Nüsse gebildet wird – nicht zu verwechseln mit der allseits bekannten Kokosmilch, die aus dem Fruchtfleisch hergestellt wird. Ich finde toll, dass es so kalorienarm ist und mild-süßlich schmeckt (wobei die Nuancen sehr verschieden sind). Top für Sportler: Es ist natürlich isotonisch und hat 'ne Menge Kalium – dafür aber kein Fett oder zugesetzten Zucker.


Ich freue mich riesig darüber, dass Zico mir 24 Flaschen Kokoswasser zur Verfügung stellt, die ich an eine/n Glückliche/n von euch verlosen darf – damit könnt ihr dann voller Schwung ins Jahr 2015 starten. Dazu sollt ihr mir einfach verraten, was ihr euch für das Jahr 2015 vorgenommen habt! Ich persönlich möchte mein Lauftraining wieder aufleben lassen und mindestens 5 x 10 Kilometer laufen, weniger Zucker essen, mehr reisen und natürlich 5 Kilo abnehmen, aber das will ich ja jedes Jahr. ;-)

Der Teilnehmer muss das 18. Lebensjahr vollendet oder das Einverständnis des Erziehungsberechtigten haben. Der Versand kann nur innerhalb Deutschlands erfolgen. Der Gewinner wird via Zufallsgenerator ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Nach Beendigung wird der Gewinner per E-Mail informiert. Der Versand der Flaschen erfolgt direkt von ZICO, die zu diesem Zweck eure Adresse benötigen. Anonyme Kommentare ohne Kontaktmöglichkeit werden nicht berücksichtigt. Das Gewinnspiel läuft bis zum 27. Dezember 2014 um 23.59 Uhr. 

Kokos-Schneebälle, oder schöner: Boules de neige à la noix de coco

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Dezember 15, 2014

Nein, mir war dieses Jahr nicht nach Weihnachtsplätzchen. Obwohl – so kann man es auch nicht sagen. Mir war zwar nach Plätzchen (ich bin ja kein Barbar), allein zum Backen konnte ich mich nicht aufraffen.
Ich habe noch nie nicht gebacken zu Weihnachten. Wohnte ich noch Zuhause bzw. später allein, buk ich an den Adventswochenenden mit meiner Mama die obligatorischen Zimt- und Butterkekse. Und sobald ich mit meinem Jetzt-Mann zusammengezogen war und über eine anständige Küche verfügte – das war ab 2008 der Fall – fuhr ich ab November die ganz großen Geschütze auf. Vanillekipferl, Lebkuchen, Schokoladensterne, kein Rezept war vor mir sicher. Und nu?

2014 habe ich kein Bedürfnis gespürt, mich in die große Weihnachtsbäckerei einzureihen. Ich bin zwar – wie immer – in besinnlicher Stimmung, an den Herd zieht's mich weniger – muss aber auch dazu sagen, dass ich jobmäßig arg, ärger als sonst, eingespannt bin und deswegen nicht so recht mag.

Lediglich einem ruhigen Adventssonntag, den ich zusammen mit Rachel Khoo auf der Couch verbrachte, ist geschuldet, dass ich plötzlich doch in der Küche stand um mich einer meiner liebsten süßen Leidenschaften zu widmen: Baiser.
Abgesehen davon, dass diese kleinen Flauschbällchen wunderschön winterlich aussehen, tragen sie eben diesen verführerischen Namen Boules de neige à la noix de coco – da bin ich einfach schwach geworden. Ihr wisst doch (vielleicht) wie das ist, wenn man einen Filmriss hat? So ähnlich ging es mir – ich weiß noch, wie ich die Seite aufblätterte und im nächsten schon Moment Kokosraspel unter die klebrig-süße Masse arbeitete...


Ich hab's nicht bereut. Die Boules de neige sind außen knusprig, innen weich und damit irgendwie die coolere Schwester der Kokosmakrone. Wenn ihr Kokos und Baiser genau so liebt wie ich und zudem keine Lust auf anstrengende Plätzchenteige habt, dann seid ihr hiermit bestens bedient.

Und findet ihr nicht auch, dass die Kleinen einfach wunderhübsch aussehen?

Kokos-Schneebälle – Boules de neige à la noix de coco 
Zutaten für ca. 25 Stück

50 g Eiweiß
2 Tropfen Zitronensaft
1 Prise Salz
50 g Zucker
200 g Kokosraspel

Zubereitung
Den Ofen auf 100 °C (Ober- / Unterhitze) vorheizen.
Die Eiweiße soweit mit einem Handmixer schlagen, dass sie leicht eingedickt sind. Zitronensaft und Salz zugeben, dann langsam den Zucker einrieseln lassen und währenddessen weiter schlagen, bis ihr eine dicke, schöne Baisermasse habt. Dann die Kokosraspel unterheben.

Mit einem Teelöffel (oder den Handinnenflächen) den „Teig“ zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Ab in den Ofen damit, ein Küchentuch in die Tür geklemmt und rund 60 Minuten warten. Die Schneebälle sollen nicht bräunen (sind schließlich Schneebälle), und sind fertig, sobald sie sich leicht vom Backpapier lösen.

... und das Rezept stammt ursprünglich aus: 

Würzige Lebkuchen-Waffeln auf dem Teller, Blair Witch Project an der Tür: Weihnachtsdeko 2014

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Dezember 05, 2014

„Erinnert mich ein bisschen an Blair Witch Project!“ – sagte der Mann, als er meinen liebevoll selbstgeklöppelten Adventskranz zum ersten Mal erblickte. Pssst, ich oute mich hiermit offiziell:
Ich bin kein Bastler. Ich kann nicht dekorieren, verlaufe mich im Baumarkt, finde Trödelmärkte anstrengend und besitze weder Moosgummi noch Heißklebepistole. Man sollte meinen, ein bisschen DIY, gerade heutzutage, müsste doch einfach sein. Alles ein Hauch von nichts, geometrische Formen wohin das Auge reicht, zurückhaltend, schwarz-weiß-grau mit wenigen Farbtupfern. Kein Tamtam, kein Blingbling, man ist schließlich Zuhause und nicht im Buckingham Palace. Und dennoch kann ich es nicht. Ich leide unter chronischer Deko-Legasthenie. Aber gut, dass ich immerhin anständig kochen und backen kann, puuuh –
(Überleitung geschafft, ha!)
Zur Zeit backe ich am liebsten Waffeln. Letzten Adventssonntag habe ich Lebkuchen-Gewürzwaffeln zum Frühstück aufgetischt. Es handelt sich hierbei eigentlich um ein stinknormales Standard-Herzwaffel-Rezept, welches ihr aber nach Belieben pimpen könnt. Mir war nach Weihnachten, und deswegen habe ich mit Lebkuchengewürz nachgeholfen. Was gibt's denn Schöneres als den Geruch von Zimt und Muskat an einem düsteren Sonntagmorgen?

Wir haben die Waffeln pur mit Puderzucker gegessen, aber pochierte Birnen oder Zimtsahne würden ebenfalls eine gute Figur dazu machen. Hab Dank für das schöne Rezept und die Empfehlung, liebe Natalie!

PS: Die Gewinner der Adventsverlosung haben bereits eine E-Mail! Danke für eure zahlreichen Antworten und das Feedback!

Würzige Lebkuchen-Herzwaffeln
Rezept für 8 bis 10 Stück

Zutaten
125g Butter, weich
70 g Zucker
1 Prise Salz
4 Eier
250g Mehl
1 TL Backpulver
1 TL Lebkuchengewürz 
1/8l bis 1/4l Milch (im Original: Buttermilch)
Fett bzw. Butter für die Waffelform

Zubereitung

Schlagt die weiche Butter, Zucker, Salz und die Eier mit eurem Handmixer in einer Rührschüssel ordentlich schaumig. Das Mehl und das Backpulver sieben und peu à peu unter die Buttermasse rühren. Milch nach und nach hinzugeben, bis ein nicht zu dünner Teig entstanden ist – da seid ihr gefragt, ich habe tatsächlich 1/4 Liter benötigt. Der Teig kann ruhig vom Löffel fließen, sollte nicht zu zäh oder dick sein.
Ein bis zwei Schöpfkellen Teig ins gefettete Waffeleisen geben und geduldig warten. Bei mir übrigens pro Waffel: 2,5 Minuten! 

Guten Appetit und eine schöne Adventszeit!

Ideen und Gedanken zu kulinarischen Geschenken + {ADVENTSVERLOSUNG}

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November 23, 2014
Es ist soweit: Der November neigt sich seinem Ende entgegen, der 1. Advent steht gekämmt und gestriegelt vor der Tür parat. An jeder Ecke lauscht man den zu dieser Zeit üblichen Dialogen (immer à la „Wo ist das Jahr nur geblieben?“ – „Ja, Wahnsinn oder?“ – „Wir haben doch gerade erst Sylvester gefeiert!“), und so langsam aber aber sicher breitet sich auch dieses eine, dieses alljährlich wiederkehrende Gefühl aus – nein, ich rede nicht von einer langsam um sich greifenden Endjahrsgemütlichkeitsstimmung, sondern vielmehr von der gemeinen Geschenkebesorgungspanik. Es ist ein Alptraum: Weihnachten kommt ja immer so plötzlich.  
Ich bin alt genug um zu wissen: Ich bin nicht allein, wenn ich kurz vor Heiligabend bleich und schwitzend durch die Gänge lokaler Geschäfte wandele und wenige Minuten vor Ladenschluss etwas, das ich im letzten Moment als passend definiert habe aufs Kassenband lege. 
Aber ich bin auch alt genug um zu wissen, dass ich in den vergangenen Jahren häufig daneben lag, gelegen haben muss. Ihr kennt sie vielleicht – diese verhaltene Reaktion der Frisch-Beschenkten. Die glänzenden Augen, die binnen Millisekunden einem höflichen Lächeln gewichen sind. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint und nett die kleine Schwester von scheiße. 

Nun sind es noch viereinhalb Wochen bis zum großen Fest, und damit haben wir – ihr und ich – noch genug Zeit, das richtige Geschenk zu wählen. Und deswegen habe ich mir bereits jetzt ein paar Gedanken gemacht. Darüber, was man am besten schenkt, und darüber, was man lieber für sich behalten sollte. Dabei geht es, natürlich, vor allem um kulinarische Geschenke, die seit ein paar Jahren richtig in sind und nach wie vor dutzende Seiten in einschlägigen Frauen- und Kochzeitschriften füllen. 

Was ihr bei kulinarischen Geschenken unbedingt vermeiden solltet? – Hier meine Liste: 

1. Schließt nicht von euch auf andere. Nur weil euch ein Himbeer-Ingwer-Essig gefallen würde, eine selbstgeschichtete Keksmischung, eine raffinierte Gewürzmischung oder die selbstgeklöppelte Bratapfelmarmelade, trifft das noch lange nicht auf alle zu. Ich habe die Erfahrung gemacht – so lieb ich diese Menschen auch habe –, dass sich nicht jeder für qualitativ hochwertige Lebensmittel begeistert und diese somit auch nie als Geschenk in Betracht ziehen würde. 

2. Verschenkt keine frischen Lebensmittel, Lebensmittel, die innerhalb von 1-2 Wochen gegessen werden müssen und auf keinen Fall welche, die zu sehr nach Weihnachten schmecken. Ihr wisst doch selbst, wie das ist? Da sitzt man an Heiligabend, am ersten und am zweiten Weihnachtsfeiertag, in Bergen von Schokolade und Nüssen und Braten – und dann kriegt man noch mehr dazu geschenkt, das man auch noch essen soll und muss? Ein tolles Früchtebrot gar, selbstgemachten Stollen oder eine Plätzchenmischung? – Thanks, but: No thanks!

3. Verzichtet auf spezielle Gewürze oder Produkte, die sehr „eigen“ schmecken. Ad hoc fällt mir da z. B. Matcha oder Tonkabohne ein. Über Matcha würde ich persönlich mich freuen, sehr sogar, ich kenne aber auch Leute, die beim bloßen Gedanken an die grasige Bitterkeit am liebsten die Flucht nach hinten antreten würden. Bei einem leisen Hauch von Tonkabohne hingegen möchte ich mich schnellstmöglich in den nächstgelegenen Kübel übergeben. Was ich damit sagen will: Klar, es gibt immer Produkte und Gewürze, die zur Zeit besonders hip und besonders sind. Aber sofern ihr nicht sicher seid, einen Liebhaber zu beschenken, lasst es lieber! Ausrufezeichen!

4. Kauft keine minderwertigen Produkte. Ich weiß, die Exklusiv-Linien vieler Discounter karren Ende November ihr komplettes Festtagssortiment in die Läden, und es sieht auch alles nett aus und ist schön verpackt und schmeckt vielleicht sogar besser als der Standard – aber muss man etwas verschenken, nur weil ein fettes „Premium“ draufgedruckt wurde? Das gleiche gilt für Kochbücher. Kauft auf keinen Fall Kochbücher vom Grabbeltisch. Wer will sich sowas denn ins Buchregal stellen? Und glaubt mir: Man merkt, ob ein Kochbuch wertig ist oder nicht. Und letztlich ist ein Grabbelbuch verschenktes Geld, denn es macht weder Freude, es anzusehen noch daraus zu kochen. (Ausnahmen bestätigen mit Sicherheit die Regel, aber mir ist nachhaltig keins im Gedächtnis geblieben.)

5. Kauft keine Küchenutensilien, nach denen nicht explizit gefragt wurde und sowohl deren Zweck als auch Qualität fragwürdig ist. Ähm, habt ihr euch mal in euren eigenen Küchen umgesehen? Ist da viel Platz für ungefragt eingetroffene Kartoffelpressen, Vierkantreiben, Zwiebelwunderschäler, den Wok... ? Na also.

Tja, was soll man denn jetzt verschenken, wenn man nicht 100%ig sicher ist?
Zuerst einmal sollte man klären, ob Die- oder Derjenige überhaupt ein ernsthaftes kulinarisches Interesse hat. Ist dem so und kennt man dann noch ein oder zwei Vorlieben, dann ist es gar nicht so schwer. Ist dem nicht so, und ihr fischt im Trüben, dann solltet ihr eventuell ein anderes Geschenkesegment in Erwägung ziehen. Ich kann aber natürlich nicht nur warnen, sondern auch empfehlen. Deswegen habe ich ein paar Kleinigkeiten für euch parat, die ich guten Gewissens verschenken würde, solange die Grundvoraussetzung eines Koch- bzw. Essinteresses gegeben ist. ;) Und dann gibt's natürlich auch noch was zu gewinnen.

* Kochbücher, die ich verschenken würde (und werde)
Das Hippe: Auf die Hand von Stevan Paul
Steht auch auf meiner Wunschliste, als einziges Kochbuch wohlgemerkt. Die Kochbücher von Nutriculinary-Autor Stevan sind generell ein Augenschmaus, die Rezepte überzeugen später aber auch auf dem Teller. Auf die Hand greift den aktuellen Streetfood-Trend auf und ist deswegen die richtige Wahl für Leute, die schon viele Kochbücher haben und die gierig auf etwas Neues sind, das ihr Buchregal bereichert.

Das Klassische: Jamie's Kochschule
Relativ spontan habe ich letztens noch einmal in Jamie's Kochschule gestöbert und dachte mir: Was für ein schönes Buch. Ein Querschnitt durch die (ja, britisch-inspirierte und deswegen bunte) Küchenwelt, Rezepte für Einsteiger und Fortgeschrittene – aber immer von Grund auf erklärt und teilweise sogar bebildert. Mein Lieblingsbuch von Jamie, und ich empfehle vor allem den Hackbraten Wellington und die Scones. Ihr kennt Jemanden, der gerne kocht, aber eher noch im Einsteigerlevel herumkrebst? Der ein gutes Basic-Kochbuch gebrauchen könnte? Dann würde ich unbedingt zur Kochschule raten.

Das Spezielle: Lakritz – Süße & herzhafte Rezepte mit dem schwarzen Gold
Ich mag Lakritz ganz gerne, gebe aber zu:  Ich pule mir halt meine Lakritzschnecken aus der Haribotüte und das war's. Kochen oder backen mit Lakritz? – Darauf wäre ich nie gekommen. Ha! Aber nun gibt es dieses Buch des LV-Verlags in Münster und mein Horizont ist ungeahnt erweitert worden: Wer träumt nicht von Salzlakritzeis mit Lakritzcurd und schwarzen Himbeeren? Von Lakritztrüffelpralinen oder belgischen Lakritzwaffeln mit Lakritzsirup? Eben! Ihr kennt Jemanden, der auf das „schwarze Gold“ abfährt? Worauf wartet ihr noch? Die Rezepte sind spannend, die Food-Fotos wunderschön, das gesamte Buch sehr wertig.

Generell sind Themenkochbücher eine schöne Sache, solltet ihr eine spezielle Vorliebe kennen.



Anderes: Kochboxen
Kochboxen gibt's mittlerweile wie Sand am Meer. Eigentlich kann man sich alles quer durch die Republik liefern lassen: Von kompletten Rezeptboxen, Veganboxen, Spezialitätenboxen – alles ist dabei. Ein hochwertiges Geschenk ist die Foodistbox, die ich im März 2014 getestet und daraufhin großflächig mit einem „Empfehlenswert“-Stempel verziert habe.
Für die Düsseldorfer kommt z. B. die Abendtüte in Frage, für die es auch Geschenkgutscheine gibt, die euch persönlich bis zur Tür gebracht werden. Alternativ packen die Inhaber, Peter und Susanna auch Geschenktüten mit Produkten lokaler Anbieter, z. B. Natural Greek Food, Löffelweise oder vom Fass. Ziemlich cool: Wenn ihr bei der Bestellung einer Geschenktüte „feines gemüse“ im Kommentarfeld angebt, erhaltet ihr einen Rabatt von 10% auf den Originalpreis. Und: Die werden sogar bundesweit verschickt!



Anderes: Selbstgemachtes
Ihr seid nicht von Herd und Ofen abzubringen? Okay! Kein Problem. Mit ein bisschen Gespür, Kenntnis und eventuell auch Nachfragerei an der richtigen Stelle lässt sich sicher das richtige kulinarische Geschenk finden. Ihr braucht Inspiration? Dann ist vielleicht die Kürbis-Kokos-Konfitüre interessant. Oder ihr probiert die unfassbar leckeren Balsamico-Zwiebeln – die halten sich ein paar Wochen und passen besonders gut zu Käse.

Ihr habt bis hier hin gelesen? Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt somit die Tauglichkeitsprüfung bestanden und dürft am Adventsgewinnspiel teilnehmen. ;-) Ich verlose:
Ich habe dieses Jahr tatsächlich noch keine Verlosung auf diesem Blog gemacht – so geht's ja nicht. Schon jetzt möchte ich mich hiermit für eure Treue bedanken, und dafür, dass ihr diesen Blog auch lest, wenn euch beim Aufrufen der Startseite virtuelle Heuballen entgegen fliegen. Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich ein ziemliches Blog-Tief und ehrlich gesagt auch mit dem Gedanken gespielt, feines gemüse ganz aufzugeben. Habe ich dann aber doch nicht gemacht, ha, und schon jetzt, Ende November mehr Beiträge geschrieben als in 2013 insgesamt. Das ist doch was. 

Insofern freue ich mich, wenn ihr an der Verlosung teilnehmt! Und so funktioniert die ganze Geschichte: Erzählt mir per Kommentar, welche kulinarischen Geschenke für euch ein absoluter Alptraum wären – oder habt ihr sogar schon mal etwas geschenkt bekommen, das ihr überhaupt nicht mochtet oder verwenden konntet? 

Dazu kommt:
Der Teilnehmer muss das 18. Lebensjahr vollendet oder das Einverständnis des Erziehungsberechtigten haben. Der Versand kann nur innerhalb Deutschlands erfolgen. Der Gewinner wird von mir persönlich und meiner kleinen Stoff-Ente ausgelost. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Nach Beendigung wird der Gewinner per E-Mail informiert. Anonyme Kommentare ohne Kontaktmöglichkeit werden nicht berücksichtigt. Das Gewinnspiel läuft bis zum 1. Dezember 2014 um 23.59 Uhr. 
Ferner handelt es sich bei den Amazon-Links um Affiliate Links. Bestellt ihr ein Kochbuch o. ä. über diese Links, erhalte ich dafür eine kleine Provision seitens Amazon.

Pasta mit Thymian-Kürbis und karamellisierten Röstzwiebeln 2.0 – {Feines Gemüse meets Die Abendtüte}

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November 20, 2014
Heute beantworte ich die Frage, die euch alle brennend interessiert, euch des Nachts nicht schlafen und tagsüber grübeln lässt: Welches ist eigentlich das beliebteste – sprich: meistgeklickte – Rezept auf www.feines-gemuese.com?


Das Rezept stammt noch aus dem Jahr 2012. Erst hat es sich spärlich, normal entwickelt – und dann, irgendwann im letzten Jahr, ging plötzlich der Ansturm los: Über Wochen klickten sich die Leute wie bekloppt auf den Thymian-Kürbis. Das Problem: Ich konnte es nicht tracken, d. h. die Quelle ist mir bis heute unbekannt. Schade eigentlich, aber letztlich ist nur wichtig: Das Rezept hat's verdient. Es ist nicht nur einfach, sondern auch noch schnell und schmeckt richtig schön nach Soulfood. Ich bin immer wieder fasziniert davon, dass sich Kürbis scheinbar einfach mit jedem Gewürz und Begleiter verträgt.

Warum ich das Rezept heute für euch aus der Retorte hole?
Weil ich jüngst eine Mini-Kooperation mit Peter und Susanna von der Abendtüte eingegangen bin. Ihr Düsseldorfer werdet die Abendtüte ja bereits kennen: Ihr sucht euch aus dem Shop der beiden ein Gericht aus, bestellt es und Peter bringt euch höchtspersönlich Zutaten und Rezept nach Hause. Saisonal, regional und meist sogar bio. 
Das kann man gut machen, wenn man zwar gerne kocht, aber keinen Bock auf lange Feierabendschlangen im Supermarkt hegt, permanent soziophob ist oder einfach mal Lust auf was Neues hat. Ich habe die Abendtüte schon vor einem Jahr getestet – den Bericht findet ihr hier – und danach sind wir (schönerweise) immer in Kontakt geblieben.
Und jetzt heißt es also:
Ab sofort könnt ihr also „mein“ Gericht in Peters und Susannas Online-Shop einkaufen. Und das fühlt sich ehrlich gesagt irgendwie ziemlich cool an. Wer nicht in Düsseldorf wohnt, kann's ja selbst nachkochen – in der neuen Version übrigens mit Pasta anstatt mit Spätzle, das könnt ihr ja nach Gusto selbst entscheiden.

Pasta mit Thymian-Kürbis und karamellisierten Röstzwiebeln 2.0
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
für den Kürbis
300 g Kürbis, geschält (Muskat, Hokkaido, Butternut ... ) 
1 EL Butter
1 TL Thymian, getrocknet
Salz
Pfeffer

für die Zwiebeln 

200 g Zwiebeln, geschält
2 EL Mehl
1,5 EL Butter
1 TL Zucker
Salz
Pfeffer

für die Pasta
200 g Pasta nach Wahl, bei mir Fussili

Zubereitung
Pasta nach Packungsanweisung kochen und warm halten. 
Für den Kürbis die Butter in einer Pfanne erhitzen. Den Muskatkürbis klein würfeln und bissfest braten, anschließend Thymian zufügen und mit Salz und Pfeffer würzen. Abdecken. 
Die Zwiebeln in Ringe schneiden und anschließend in einer Schüssel mit Mehl bestäuben. Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe auf mittlerer Stufe langsam braun braten.
Die Zwiebeln dabei immer im Blick haben. Wenn sie von beiden Seiten braun sind, den Zucker über die Ringe streuen und karamellisieren. Dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Kürbis-Früchtebrot mit Mandeln und Rosinen

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November 19, 2014

Ich liebe Rezepte, die einen ungeplant aus den Latschen hauen – Rezepte also, von denen man denkt: „Achja, dafür habe ich alles da, das könnte man mal machen“, sich aber eigentlich nicht allzuviel davon erwartet. Aber dann? – Jessas Maria, eine Begegnung der höheren Art, eine Perle, ungewollt aufgedeckt, ein Rezept, das man für immer und ewig in seine Sammlung aufheben und sofort mit der ganzen Welt teilen will.

Wie gut, so die anschließende Erkenntnis, dass es das Internet gibt. Denn nur so kann ich euch – also dem gesamten Globus, zumindest theoretisch – das Rezept des wohl leckeren Früchtebrots seit Menschengedenken hinterlassen, anstatt mich allein im hintersten Kämmerchen freuen zu müssen.


Und ich meine es ernst: Was für ein Brot!Es ist wunderbar zart und hat eine knusprige Kruste, es schmeckt nach Kürbis (ja, so richtig!), nach Gewürzen, leicht nussig, leicht süß, zitronig, nach Winter und Wärme und Wohlfühlen.
Investiert einen Extragang und ein paar Extracents in Vollrohrzucker, den ich anstelle des im Originalrezept verwendeten hellen Muscovadozuckers benutzt habe. Vollrohrzucker schmeckt gleichzeitig leicht nach Karamell und Lakritz, aber nicht so pappsüß wie Kristall- oder Rohrzucker – er benötigt dringend eine breitere Fanbase. Diesem Brot schenkt er zum Beispiel eine komplexe, süße Tiefe; Haushaltszucker wäre damit vollkommen überfordert. Auch gebe ich Cassia-Zimt gegenüber Ceylon-Zimt den Vorzug – er ist schärfer und „zimtiger“, das verträgt sich exzellent mit dem Teig.
Ich hab's mir außerdem mal wieder einfach gemacht und die Eier nicht getrennt.

Das Kürbis-Früchtebrot eignet sich für eine Adventskaffeetafel ebenso wie für die Lunchbox, denn es hält sich ein paar Tage frisch und saftig. Ihr könnt es pur essen, oder aber dick mit Butter bestreichen und zu frisch aufgebrühtem Wintertee genießen. Wie immer gilt: Ihr mögt keine Rosinen? Dann lasst sie einfach weg oder ersetzt sie z. B. durch Cranberries oder ungemahlene Mandeln.

Kürbis-Früchtebrot mit Mandeln und Rosinen 
Rezept für 1 Kastenform von 10 x 20 cm

Zutaten 
Butter zum Einfetten
200 g Vollrohrzucker
4 Eier
200 g fein geriebenes Kürbisfleisch (bei mir: Hokkaido)
1 Zitrone, fein abgeriebene Schale und Saft
100 g Rosinen
100 g gemahlene Mandeln
200 g Mehl
2 gestrichene TL Backpulver
1 Prise Salz
1 TL gemahlener Zimt (bei mir: Cassia)

Zubereitung
Den Ofen auf 170 Grad vorheizen. Die Kasenform leicht fetten und mit Backpapier auslegen.
Zucker und Eier mit dem Handrührgerät aufschlagen, bis eine helle, cremige Masse entstanden ist. Den geriebenen Kürbis, Saft und Schale der Zitrone, Rosinen und gemahlene Mandeln dazugeben.  Mehl, Salz und Gewürze hinzufügen und ebenfalls unterheben.

Den Teig in die Form füllen und glatt streichen. Im Ofen ca. 1 Stunde lang backen, bis die Stäbchenprobe positiv (d. h. ohne Teigrückstände) ausfällt. Ein paar Minuten in der Form abkühlen lassen, dann stürzen und in Scheiben schneiden.

Quelle

Rote-Bete-Hummus mit gerösteten Walnüssen

| On
November 10, 2014

Es gibt Hummus! Hummus gehört definitiv in die Top-10-Liste meiner favorisierten Lebensmittel, er rangiert irgendwo zwischen Falafel und Champagner, definitiv vor Butter, aber nach frischem Baguette.

Hummus ist in den letzten Jahren ziemlich hip geworden. Hummus ist heutzutage das, was Kräuterquark in den 90ern war. Kräuterquark ist natürlich immer noch eine runde Geschichte, mit der man nichts falsch macht. Aber er ist nicht vegan, im Gegensatz zu Hummus, deswegen ist er ja auch so hip und irgendwie alternativ und deswegen für Homepartys bestens geeignet.

Hinzu kommt: Hummus selbst zu machen ist eine Aufgabe, die man ab der zweiten Klasse Grundschule leicht bewältigen kann. Vorausgesetzt ihr besitzt einen guten Mixstab und die wenigen Zutaten, die es für die Basisversion braucht. Die da wären: Kichererbsen, gerne auch aus der Dose, Tahin, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel und Zitronensaft – das meiste davon hat ein kochinteressierter Mensch wahrscheinlich eh irgendwo rumstehen.
Hummus ist relativ leicht abzuwandeln. Schon letztes Jahr habe ich hier ein Rezept für Hummus von weißen Bohnen vorgestellt, das definitiv mit dem Original mithalten kann. Heute wird's noch ein bisschen mehr funky, denn es gibt Hummus von Roter Bete und Walnüssen:
Eine eher herbstliche Variante des Dips, die aber ebenfalls in Nullkommanix gemacht ist und bis zur finalen Verwendunge brav im Kühlschrank darauf wartet, bedippt zu werden. (Das Wort „bedippt“ habe ich gerade erfunden, es gefällt mir sehr gut.) Dafür eignen sich meiner Meinung nach libanesische Fladenbrote, das sind die flachen, ganz besonders. Alternativ natürlich Möhren, Selleriestangen oder Gurkensticks. Der Rote-Bete-Hummus passt außerdem ganz gut auf euer Frühstücks- oder Pausenbrötchen – wenn es denn den Partyabend übersteht, was mich wundern würde.

Ich bin übrigens ziemlich froh, dass ich so meine vakuumisierte Rote Bete aufbrauchen konnte, ehrlich – ich habe mich an dem Zeug total überfressen und empfinde den irgendwie „metallischen“, erdigen Geschmack pur zur Zeit als sehr unangenehm. Erwartet also in Zukunft erstmal keine Rezepte von Rote-Bete-Salaten auf diesem Blog... 


Hummus von Roter Bete mit gerösteten Walnüssen
Rezept für 2-3 Personen zum Dippen

Zutaten
50 g Walnusskerne
1/2 TL Kreuzkümmel
200 g Rote Bete, vakuumiiert
15 g altbackenes Brot (ich habe Fladenbrot genommen)
1 EL Tahin
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
Saft von 1/2 Zitrone
eventuell Petersilie, glatt


Zubereitung

Walnusskerne in einer Pfanne langsam rösten, bis sie zu duften beginnen. Kurz vor Schluss den Kreuzkümmel mit in die Pfanne geben (das kitzelt wirklich ein andere Aroma aus dem Gewürz, sehr interessant). Rote Bete klein schneiden, Brot zerrupfen. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einen hohen Mixbehälter – bei mir ein Messbecher – geben. Walnusskerne und Kreuzkümmel zufügen und mit dem Stabmixer ordentlich durchpürieren. Abschmecken.
Bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren; Der Hummus hält sich (theoretisch) ein bisschen.

Quelle

Junior's New York Cheesecake – Der beste Käsekuchen!

| On
November 02, 2014

Käsekuchen. Es gibt sie mit Quark, es gibt sie mit Frischkäse. Es gibt sie mit Boden oder ohne, es gibt sie „plain“, mit Rosinen, mit Mohnfüllung oder Erdbeeren – auf jeden Fall in ziemlich vielen Varianten.Weil somit für jeden was dabei ist, ist Käsekuchen wohl auch so beliebt. Und dennoch ist man Zeit seines Lebens unterwegs – ich zumindest– um das beste, das leckerste, das eine ganz große Käsekuchenrezepthighlight zu finden, das in Süße und Säure, in cremig und fest, genau so auf der Zunge zergeht, wie man es selbst am liebsten mag.Das Internet ist voll mit Rezepten, die den leckersten Käsekuchen aller Zeiten versprechen, nur da, wo jeder andere Maßstäbe und Geschmacksknospen anlegt, wird es – ihr wisst – allgemein schwierig.

Dennoch mische ich jetzt mit und behaupte: Ich habe das beste Käsekuchenrezept gefunden.

Rückblende: 2009 aß ich in Tokyo das erste Mal einen Käsekuchen, der mich fast vom Stuhl kippen ließ. Wie konnte irgendein Japaner ohne Backstubentradition so ein himmlisch-zartes-cremiges-phänomenales Wölkchen erschaffen? Nun, mangels Sprachkenntnisse konnte ich diese Frage nicht stellen, und nur eine Erinnerung an diesen Abend im Caffé Veloce in Asaskusa mitnehmen.
2014, vergangenen Sommer in New York kauften wir (auf Empfehlung) ein Stück Käsekuchen bei Junior's, einer Restaurantkette, besonders berühmt für ihre Kuchen. 
Klar, 8 $ für ein Stück Kuchen, da packst du dir hier in Deutschland an den Kopf, aber wir hatten ja gerade geheiratet, da kann man das mal machen. Und was für eine gute Entscheidung das war! Denn nach dem ersten Bissen dachten wir beides das Selbe: Das schmeckt doch wie damals in Japan!

Nun, überprüfen kann ich es gerade natürlich nicht (vielleicht 2015), aber selbst, wenn uns die Erinnerung einen Streich spielte: Nach diesem Rezept konnte man immerhin googlen! Und hier ist es nun, ein Käsekuchen in Perfektion bis zum letzten Krümel. Nicht in 10 Minuten gebacken, aber jeden Arbeitsschritt und jede genutzte Schüssel wert. Und das Beste: Er schmeckt sogar ohne (im Original empfohlenen) Philadelphia gut, das heißt, ihr müsst für die knapp 1 Kilogramm Frischkäse euer Konto nicht überziehen. 

Ich weiß natürlich nicht, ob dieses zu 100% das Rezept ist, nach denen Junior's seinen Käsekuchen bäckt. Aber letztlich ist es mir auch total egal, so lecker ist es! Bonuspunkt: Der erste Käsekuchen, der im Ofen nicht aufgerissen ist! 
Was ist euer liebstes Käsekuchen-Rezept? Oder seid ihr noch auf der Suche? Ich habe meine offiziell für beendet erklärt – und vielleicht ist das hier ja auch „euer“ Rezept?



New York Junior's Cheesecake
Rezept für 1 Springform (ø 26 cm)

Zutaten
für den Boden

35 g Mehl
30 Stärke
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
3 Eier, getrennt
70 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 TL abgeriebene Zitronenschale
45 g zerlassene Butter
25 g Zucker 

für die Füllung 

900 g Frischkäse, Zimmertemperatur
320 g Zucker
30 g Stärke
1 TL Vanillezucker
2 Eier 
175 g Sahne 

Zubereitung

Den Ofen auf 180° C vorheizen. Die Springform einbuttern und mit Mehl bestäuben.
Mehl, Stärke, Backpulver und Salz in einer Schüssel vermischen. 

Eigelb auf hoher Stufe mit einem Handmixer 3 Minuten verschlagen, dann langsam den Zucker hineinrieseln lassen. So lange weiterschlagen, bis die Masse dicklich-gelb ist. Vanillezucker und Zitronenschale unterrühren. 

Erst die Mehlmischung mit einem Schneebesen unterrühren, dann die geschmolzene Butter zugeben. 
In einer sauberen Schüssel mit einem Handmixer die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Den restlichen Zucker hineinrieseln lassen und so lange schlagen, bis das Eiweiß Spitzen bildet. Ebenfalls unterheben. Den Teig in die Backform löffeln und glatt streichen. Circa 10 Minuten backen. In der Form (!) auf einem Rost auskühlen lassen und dann die Form mit Alufolie umwickeln. In der Zeit kümmern wir uns um die Füllung: 

Dafür 250 g Frischkäse, 125 g Zucker und Stärke in eine Schüssel geben und auf niedriger Stufe verrühren. Dann den restlichen Frischkäse untermischen, anschließend Zucker, Vanillezucker, Eier  und Sahne hinzugeben. So lange schlagen, bis die Creme verrührt ist, aber nicht übertreiben. 
Nun die Creme auf dem Boden verteilen und auf eine mit heißem Wasser gefülte, ofenfeste Schale platzieren, so dass das Wasser an den Seiten ca. 2,5 cm hoch steht. 
Den Cheesecake ca. 60 Minuten backen, so dass die Füllung kaum noch wackelt. 
Abkühlen lassen und mit Klarsichtfolie bedeckt in den Kühlschrank stellen – am besten natürlich über Nacht. 
Dann jederzeit servieren und im Käsekuchenhimmel schwelgen.

Rezept gefunden auf Zeit.de

Pikantes Kürbis-Zimt-Chili mit Tofu {Fazit VFF Woche 3}

| On
Oktober 20, 2014

Ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie fix die Wochen um sind?
Noch ein paar Tage und dann sind – zumindest laut Kalender – die 30 Tage Vegan For Fit geschafft.
Die vergangene Woche war hinsichtlich Zucht, Ordnung und Disziplin auch ganz okay, auch wenn ich so ziemlich jeden Tag das Selbe gegessen habe.
Tatsächlich bin ich manchmal vom Job so k.o., dass ich tagelang nur auf meine Nummer-Sicher-Gerichte zurückgreife, so vergangene Woche auf ein Kichererbsen-Tomaten-Curry mit Kokosmilch.
(Tatsächlich bin ich sicher, die Deutsche mit dem größtem pro Kopf Verbrauch an Kichererbsen überhaupt zu sein, aber das ist ein anderes Thema... )

„Gesündigt“ habe ich (abgesehen von zwei kleinen Flaschen Coke light) nicht. In Kundenterminen trank ich brav Pfefferminztee, ignorierte das anbei gereichte italienische Nugat konsequent und aß mittags ein belegtes Brot. Wie es der Zufall wollte, hatte ich jüngst bei Hannah ein tolles Clean Eating Care Paket gewonnen, das u. a. auch die neuen Hofgemüse-Aufstriche von Allos beinhaltete. Endlich mal vegane Aufstriche abseits der altbekannten Sorten bzw. Pasteten, wirklich toll. Ob Curry-Zucchini, Spinat-Pinienkern oder Pastinake-Karotte-Petersilie, bisher hätten wir am liebsten direkt aus dem Glas gelöffelt.

Sport gab's dafür nicht so häufig. Ich habe es nur Dienstag ins Studio geschafft und war gestern morgen knapp 5 Kilometer laufen. Ich merke aber, dass ich langsam wieder in den Trott komme und freue mich darüber. Zumindest einmal möchte ich dieses Jahr noch die 10 Kilometer voll machen – meine kleine private Sport-Challenge. Nun aber zum Rezept!
Ich habe heute ein Kürbis-Zimt-Chili mit Tofu für euch. Wer wie ich Kürbis zwar liebt, diese ständig gleichen Kürbis-Kokos-Suppen aber nicht mehr sehen kann, sollte nun aufmerksam weiterlesen. Denn dieser Eintopf – grob inspiriert von der lieben Gourmande – ist total interessant und vielschichtig im Mund, und je nachdem, wovon man gerade am meisten im Mund hat und in welcher Kombination untereinander, schmeckt es ganz anders als der Löffel zuvor. Ist doch toll, oder?



Pikantes Kürbis-Zimt-Chili mit Tofu
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
350 g Hokkaido-Kürbis
1 rote Paprikaschote
1 Zwiebel
150 g Tofu (geräuchert oder natur)
1 TL Zimt
1 TL Pimenton de la Vera, scharf
1 Prise Kreuzkümmel
1 EL Sonnenblumenöl
400 g passierte Tomaten
200 ml Gemüsebrühe
75 g Mais (Dose)
75 g Kidneybohnen (Dose)
1-2 EL Apfelessig oder Balsamico
1 TL Reissirup
ev. Petersilie, Salz und Pfeffer


Zubereitung

Den Kürbis und die Paprika waschen und mundgerecht würfeln. Zwiebeln klein häckseln. Alles zusammen in Sonnenblumenöl ca. 3 Minuten anbraten, dann Zimt, Pimenton und Kreuzkümmel sowie den mit einer Gabel zerdrückten Tofu hinzugeben. Unter rühren weitere 2-3 Minuten braten. Anschließend mit den passierten Tomaten und der Gemüsebrühe ablöschen. Zudecken und 20-25 Minuten auf mittlerer Hitze leicht köcheln lassen. Anschließend mit Essig und Reissirup abschmecken, eventuell noch Salz und frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen und garniert mit Petersilie servieren.

Dazu passt krosses Baguette, das ich mir zur Zeit aufgrund von Weißmehl leider verweigern muss.

NEW YORK IV – Heiraten im Big Apple New York City

| On
Oktober 15, 2014


Dieser Blogpost hat mir ein bisschen Kopfschmerzen bereitet: Zuerst wollte ich meine Hochzeit auf keinen Fall zum Thema innerhalb von Feines Gemüse machen. Dann doch. Dann widerum kam mir die Idee total bescheuert vor. Aber da war eben nicht nur ich mit meinem Gedanken-Pingpong, da ward auch ihr Leser(innen!): Neugierige Fragen, Forderungen nach weiteren Fotos, Empfehlungen für Heiratswillige – das hat nicht nachgelassen. Und irgendwie bin ich ja auch euren Interessen verpflichtet, insofern: Bitteschön.

Ich mochte die Idee einer Hochzeit im Ausland irgendwie, und konnte mir eine „typische“ deutsche Hochzeit mit plus 100 Gästen auf einem ambientearmen Standesamt mit puscheligem Prinzessinenkleid nie so gut vorstellen. Weder mein Mann noch ich sind besonders mittelpunktaffin, insofern bot sich eine „Destination Wedding“ (wie es neumodisch heißt) einfach an. Aber wieso New York? Der größte Dank dafür geht wohl an Carina, die 2012 in NYC geheiratet und auch ausgiebig darüber gebloggt hat. Ihre Bilder kannte ich schon lange vor meiner eigenen Planung und hatte mich damals spontan in die Idee verliebt. (Wer mag, schaut einfach mal hier in ihren Bericht.)

An sich ist es völlig easy, in New York zu heiraten, viel einfacher, als in Deutschland. Ihr benötigt nur eure Personalausweise. Mit denen könnt ihr aufs dortige Standesamt fahren und euch nach kurzer Wartezeit trauen lassen. Da dies aber nicht unbedingt romantischer ist als ein deutscher Amtsflur, haben wir uns für einen anderen Ort entschieden. In New York kann eine Trauung andernorts von lizenzierten Friedensrichtern erfolgen, die dafür eine kleine Gebühr erhalten.
Wie aber mit denen in Kontakt kommen? Spätestens da wird's ein bisschen komplizierter, sodass wir externe Hilfe in Anspruch nehmen wollten. Auf Carinas Empfehlung hin buchten wir Erol von Echt New York als Hochzeitsplaner, der sich als absolut zuverlässige und strukturierte Hilfe in jedweder Notlage erwies. Und das zu Preisen, die mehr als angemessen sind und es auch uns „Normalverdienern“ ermöglichen, in Übersee zu heiraten. Der Gang aufs Amt geschah schon kurz nach unserer Ankunft am 14. August und war kurz und schmerzlos. Hier habe ich ein Foto für euch, das Erol von uns gemacht hat, kurz nachdem wir die Wedding License beantragt hatten. 


Ihr seht: Besonders romantisch ist es nicht, oder?

Im Anschluss daran ging es zum Floristen ÉLAN FLOWERS – ein absoluter Traumladen in einer kleinen Seitenstraße. Eigentlich gab es dort kaum sichtbare Blumen oder gar -arrangements, aber die Atmosphäre war so professionell und stilvoll, dass ich gar keine Angst hatte, am Hochzeitstag mit einem hässlichen Bridal Bouquet da zu stehen. Und davor hatte ich wirklich riesige Angst! 
Ich meine: Welche Braut will schon einen hässlichen Strauß? Der kann ja alles versauen! Letztlich zeigte ich ein paar Bilder, die ich mir via Pinterest gespeichert hatte und legte mein Glück dann sorglos in die Hände von Megan und der lieben Stylistin – was eine sehr gute Entscheidung war, denn am Montag, den 18. August 2014 hielt ich den schönsten Strauß in meinen Händen, den ich je gesehen hatte und der jeden teuren Cent wert war.
Und dabei mag ich eigentlich weder Rosen noch grünes Gestrüpp besonders, aber der Strauß sah einfach genau so aus, wie ich ihn mir imaginär ausgemalt hatte: Modern, aber auch ein bisschen vintage, was zu meinem Kleid – einer Sonderanfertigung des schönen Ateliers Labude in Köln – sehr gut passte. Aber schaut selbst:


Für die Hochzeitsfotos hatten wir die sehr talentierte BETHANY MICHAELA gebucht. Zwar bestand die Möglichkeit, nach der Trauung eine Foto-Tour durch NYC zu machen und Fotos vor besonders hübschen Sehenswürdigkeiten zu machen, aber so ganz unser Stil war das nicht. Wir wollten nichts gestelltes, nichts dekoratives, nur Fotos von uns vor einer schönen Kulisse. Und auch das haben wir bekommen:






  



Unsere Trauung fand am 18. August 2014 um 15 Uhr amerikanischer Zeit im Ladies Pavillion im Central Park statt. Der Pavillion ein ziemlich beliebter Ort für Hochzeiten, und wohl Zurecht. Er ist so hübsch und romantisch und liegt direkt am See – leider nicht besonders versteckt, so dass wir an diesem schönen Sommertag natürlich auch Fremdpublikum begrüßen durften. Allerdings habe ich währenddessen so abgeschaltet, dass mir diese Leute kaum aufgefallen sind.
Mit dabei waren übrigens nur unsere Eltern und mein Jetzt-Schwager, die den ganzen Weg über den Atlantik mit auf sich genommen hatten, nur um dabei zu sein.






Im Anschluss an die Trauung sind wir ins Hotel gefahren (es mangelte an diesem schönen Tag leider an Möglichkeiten, einen Platz in einem Café zu ergattern – das ist der einzige Punkt, den wir nicht durchdacht hatten) und haben ein bisschen Zeit mit unseren Familien verbracht, bevor wir zum Dinner fuhren. Dieses feierten wir im SPICE MARKET im Meatpacking District, was eine sehr schöne, ganz unelegante Wahl war. Jeder sollte mal im Spice Market gewesen sein. Das Ambiente ist toll und das Essen der reinste Wahnsinn. Ohne Witz – ich habe selten zu so moderaten Preisen so gut gegessen. Gerade die Fleischgerichte sind zu empfehlen.

Der Service hätte etwas aufmerksamer sein können (ich finde, Hochzeiten verdienen immer mehr Aufmerksamkeit als „normale“ Gäste), aber darüber sehe ich großzügig hinweg. Auch wenn ich es schon ziemlich doof fand, ungefähr drei Mal nach einer Vase für meinen Strauß fragen zu müssen. Wir hatten einen „Alcove Room“, quasi in einer großen Nische in der Wand, der mit einem Vorhang verschlossen werden konnte. Das Ambiente ist orientalisch-gemütlich, d. h. man sitzt auf einer Art Sofa um einen niedrigen Tisch herum, auf dem das Essen in (viel zu) großen Portionen nach dem Serve-Yourself-Prinzip serviert wird. Das Preis-Leistungsverhältnis ist – vor allem für New York – nicht zu toppen. Unser Menü sah zum Beispiel wie folgt aus:


Appetizers
Salmon Tartare, Soy-Ginger Dressing, Radish and Avocado
Charred Chili Rubbed Beef Skewers, Thai Basil Dipping Sauce
Spiced Chicken Samosas, Cilantro Yogurt

Salad
Spicy Thai Slaw, Asian Pear, Crispy Shallots and Mint

Entrees 
Cod with Malaysian Chili Sauce, Thai Basil
Red Miso Roasted Chicken, Pea Shoot Salad, Sweet Onion Jus
Soy-Glazed Brisket, Green Apple and Jalapeno Puree

Side Dishes 
Vegetable Fried Rice, Spring Garlic and Mint
Broccoli and Baby Corn, Lemongrass, Chili
Crispy Baby Potatoes, Chili and Lime

Desserts 
Ovaltine® Kulfi, Caramelized Banana and Spiced Milk Chocolate Sauce
Japanese Cheese Cake with Kumquat Marmalade
Assorted Cookies

Zwischendurch habe ich ein bisschen geknippst – jaja, ich kann's nicht lassen –, aber da das Licht dort sehr dunkel ist, sind die Fotos nicht so dolle. Dennoch geben sie einen guten Eindruck in das Ambiente im Spice Market.





Tja, und so schnell ist ein Hochzeitstag dann auch schon um. Ich bin so traurig, dass der große Tag schon so lange zurückliegt und würde jederzeit alles noch einmal genau so machen. – Lediglich die entspannenden Flitterwochen fehlen mir bis heute. Aber irgendwo muss man eben (auch finanziell) Abstriche machen. New York bleibt eben New York  und ist damit weder entspannend noch günstig.

Ich würde jederzeit wieder dort heiraten. Auch, weil die Menschen so entspannt sind und ganz offen auf einen zukommen, einen umarmen oder gratulieren. Im Alltag fänd ich sowas ja furchtbar, aber nun war ich total gerührt von diesen freundlichen Gesten – angefangen bei dem Eisverkäufer an, der mir kurz nach der Trauung ein Softeis schenkte, über die Dame, die mir spontan um den Hals fiel, mir mit Tränen in den Augen alles Gute wünschte und mit starkem osteuropäischem Akzent irgendwas von der Hochzeit ihrer Tochter erzählte, bis hin zum Busfahrer, der spätabends neben unserem Taxi an einer Kreuzung anhielt, die Scheibe herunterkurbelte und uns ebenfalls mit „I hope it lasts!“ beglückwünschte.

Es war so schön! Und ich kann nur allen Paaren wünschen, ebenfalls eine so wunderschöne, traumhafte Hochzeit nach genau den eigenen Vorstellungen zu feiern.
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