Kleiner Schoko-Mohn-Kuchen

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Januar 19, 2014

Mir war so nach backen. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal einen Kuchen gebacken habe, aber es ist sicherlich fast ein halbes Jahr her. Als mir die Erkenntnis kam, hielt mich irgendwie nichts mehr auf der Couch: Ich musste zwanghaft an den Ofen.
Sowieso warteten noch einige Lindt-Nikoläuse auf die obligatorische Zweckentfremdung – ab einem gewissen Alter isst man Schokonikoläuse nicht mehr sofort gierig auf, sondern verwendet sie vielmehr für andere, edle Zwecke. Schokoladenkuchen zum Beispiel.
Wie ich nun also vor meinem Vorratsschrank hockte und überlegte, wie der Nikolaus bestmöglich zu kombinieren sei, fand ich einen Packen Mohn. Den hatte ich vor einigen Wochen auch gekauft (wozu, weiß ich gar nicht mehr, aber gut dass ich ihn nun da hatte), insofern stand dem spätabendlichen Küchenabenteuer nichts im Weg.

Das Rezept stammt aus dem GU „Kleine Kuchen“, zu dem man passenderweise auch gleich eine Springform erhält, was – soweit ich mich erinnere – den eigentlichen Kaufgrund darstellte. Mittlerweile möchte ich aber auch das Büchlein nicht missen, denn alles, was ich bisher daraus probiert habe, hat einwandfrei geschmeckt. Dass es sich für 2-Mann-Haushalte so oder so lohnt, ein Repertoire kleinerer Backformen nebst entsprechender Rezepte zu besitzen, liegt auf der Hand.
Auch dieser Kuchen hat überzeugt: Sehr saftig und mega mohnig. Das sieht man ja auch auf dem Foto. durchsetzt mit kleineren und größeren Schokostückchen, überzogen mit einer knackigen Schoko-Hülle, für die ich sogar ein paar Stückchen Valrhona geopfert habe. Passt einfach super auf ein frühjährliches Kaffeebuffet und ist fix gemacht. Ich habe ihn binnen einer Woche zwei Mal gebacken, weil er so gut ankam. :-) Beim zweiten Mal habe ich die Schokoladenmenge verdoppelt; Im Rezept ist das natürlich schon vermerkt. 

Noch ein Tipp: Mohnkuchen ist kein guter Bürokuchen! NO CAN DO!
Und wenn doch, dann stellt wenigstens Zahnseide und -stocher daneben. ;-)

Kleiner Schoko-Mohn-Kuchen
Rezept für 1 kleine Springform (20 cm)

Zutaten
für den Kuchen
100 g Bitterschokolade
100 g weiche Butter
75 g Zucker
Eier
50 g Mehl
50 g Speisestärke
1 TL Backpulver
100 g gemahlener Mohn
1 Prise Salz

für die Glasur
50 g Bitterschokolade (70 % Kakaomasse)
1 Würfelchen Palmin

Zubereitung 
Schokolade fein hacken. Backofen auf 200° vorheizen. Formboden mit Backpapier belegen und den Rand einfetten. Butter und die Hälfte (!) des Zuckers schaumig rühren. Eier trennen. Eigelbe unter die Creme rühren. Mehl, Stärke und Backpulver mischen und mit Schokolade und Mohn abwechselnd unterziehen.
Eiweiße mit Salz und restlichem Zucker steif schlagen und unter die Mohnmasse heben. Teig in die Form geben und im Ofen ca. 25 Minuten backen. Lieber schon vorher mal reinschauen, es gibt nix schlimmeres als einen trockenen Mohnkuchen.
Anschließend auf einem Kuchengitter ganz abkühlen lassen. 
Schokolade zusammen mit Palmin im Wasserbad schmelzen und den Kuchen damit überziehen.

Quelle

Berliner Löffelerbsensuppe mit karamellisierten Bierzwiebeln

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Januar 08, 2014

Vielleicht hatte ich es schon mal erwähnt: Ich stehe auf Suppen und Eintöpfe, vor allem mit Hülsenfrüchten. Linsen-, Erbsen-, Bohnensuppe – alle zu mir, alle auf einmal, im Sommer, im Winter, ob bei Liebeskummer und Arbeitsstress oder vollkommener Glückseligkeit: Völlig egal – gebt mir einen Teller Suppe, eine Schnitte Sauerteigbrot dabei und ich bin zufrieden.
Leider komme ich nur selten dazu, leckere Eintöpfe mit Hülsenfrüchten zu kochen. Meistens plane ich mein Abendessen kurzfristig, und neige dementsprechend eher zur schnellen Feierabendküche. Erst noch stundenlang Gemüse schnippeln und eine Brühe kochen, dann die Hülsenfrüchte einweichen und zartkochen… nein, das verträgt sich nicht meinem ungeduldigen Magen. Trotzdem sollte meine herzhafte Premiere aus „Deutschland vegetarisch“ die Berliner Löffelerbsensuppe sein, weil sie sich so appetitlich anhörte. Und weil ich ewig keine Erbsensuppe mehr gegessen hatte, schon gar keineselbstgemachte. 
Und was soll ich sagen? Mit kleinen Änderungen (weniger Butter, mehr Lorbeer) bin ich durchaus in love. Seid ihr auf der Suche nach einer fantastischen Erbsensuppe, die euch Proust-like zurück in eure Kindheit katapultiert? Auch wenn ihr gar nicht aus Berlin, sondern vom Niederrhein, aus Oberbayern, Unterfranken, der Lüneburger Heide kommt? Dann huschhusch an den Herd.
Ich werde wohl nächstes Wochenende noch einmal eine Ladung kochen und für schlechte (oder gute) Tage einfrieren. 

Die Bierzwiebeln geben dem ganzen natürlich eine frische Note, ich persönlich bräuchte sie nicht, auch wenn sie wirklich schmecken. Mir reicht die oben erwähnte Scheibe Brot. Ansehnlich fotografieren kann ich Eintopf aber weder mit der einen noch der anderen Einlage. Deshalb: Schnell auflöffeln und nicht drüber sprechen. ;-)

Berliner Löffelerbsensuppe mit karamellisierten Bierzwiebeln
für 4 Portionen

Zutaten
für die Suppe
1 Bund Suppengrün (bei mir: Sellerie, Pastinake, Karotte, Lauch)
1 Zwiebel
25 g Butter (oder Margarine)
1 Lorbeerblatt
1 l Gemüsebrühe
250 g gelbe Schälerbsen
Zitronenschale
Salz
Pfeffer
Majoran
Kümmel
Bohnenkraut

für die Zwiebeln
4 Schalotten oder kleinere Zwiebeln
1 EL Öl
1 großzügiger Schluck Bier
1 TL Zucker

Zubereitung
Suppengrün und Zwiebel putzen, schälen und würfeln. Die Butter in einem größeren Topf erhitzen und das Gemüse darin glasig dünsten. Mit der Gemüsebrühe auffüllen, die Erbsen zugeben und gut eine Stunde leise köcheln lassen. Anschließend mit den Kräutern würfeln (noch kein Salz hinzugeben, ihr vertut euch nachher mit der Menge und versalzt alles) und weitere 15 bis 20 Minuten einkochen lassen. Ab und an mal umrühren.

Währendessen die Zwiebeln achteln – vierteln reicht bei Schalotten auch. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln hineingeben und bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Zucker zugeben und unterrühren, karamellisieren lassen, dann mit einem Schluck Bier ablöschen.

Die Suppe in tiefen, vorgewärmten Tellern anrichten und mit den Zwiebeln servieren.

Quelle

Weiße-Bohnen-Mus (sowas wie Hummus, nur ohne Kichererbsen)

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Januar 01, 2014

Ich melde mich mit einem kleinen, aber feinen Rezept zurück aus der Besinnlichkeitspause. Ehrlich gesagt bin ich sogar ein bisschen aufgeregt, so lange habe ich kein „normales“ Rezept mehr gepostet…
Bevor ich loslege, möchte ich euch aber noch ein wunderbares Neujahr wünschen. Hoffentlich habt ihr fein gefeiert – ob auf einer großen Party oder im kleinen Kreis mit Familie und Freunden – und startet mit neuer Energie und Motivation ins Jahr 2014. Meine Vorsätze sind von kleiner, unschuldiger Art {mehr Sport; mehr innere Balance; mehr Durchsetzungskraft; mehr Kochen; weniger Konsum}, und ich möchte sie auch viel lieber als „Pläne“ bezeichnen, weil das etwas Definitives, Konsequentes hat. Bei dem Begriff „Vorsatz“ denkt doch eh jeder gleich „Nee, is' klar… “. You know what I mean.

Genug gequatscht, auf geht's in ein hoffentlich rezeptestarkes Gemüsejahr!

Hummus. Der Klang des Wortes allein bringt mein kleines Herz zum Hüpfen.  Ich weiß gar nicht, wann ich damit zum ersten Mal in Berührung gekommen bin, vermutlich in meinem irgendwie doch nahöstlich/orientalisch geprägten Studium beziehungsweise durch entsprechende Kommilitonen.
Ich kenne niemanden, der Hummus doof findet. Klar, jeder hat seine Vorlieben, aber das Grundprodukt    – cremig, sämig, herzhaft – bietet per se gar keine Angriffsfläche.
Nun wird Hummus aus Kichererbsen hergestellt, nicht aus weißen Bohnen. Letzteres geht aber auch; Weiße Bohnen sind sehr variabel, sogar einen Kuchen habe ich daraus schon gemacht,  nachzulesen hier.

Als ich dann bei Fräulein Moonstruck von dem Weiße-Bohnen-Mus las, gleichzeitig noch eine angebrochene Dose Bohnen im Kühlschrank hatte und außerdem abendlichen Snack-Besuch erwartete, machte ich mich fix ans Werk und wurde mit einem wirklich leckeren Dip für frisches Fladenbrot und knackige Gemüsesticks belohnt. Im Gegensatz zum klassischen Hummus ist dieses Mus „flauschiger“, im eigentlichen Wortsinn „moussig“. Mir gefiel das gut, genau so wie der Thymian, der mal was anderes als die übliche Kreuzkümmelnote mit ins Spiel brachte.

Kann ich nur empfehlen. In meiner Version habe ich das Oliven- durch Sesamöl ersetzt, was den Geschmack des Tahins wunderbar ergänzt hat.

Weiße-Bohnen-Mus
für 3-4 Portionen zum Dippen

Zutaten
1 kleine Dose weiße Bohnen (230 g Abtropfgewicht)
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Thymian, getrocknet
2 EL Sesamöl
1 EL Tahin (Sesammus)
1 EL Zitronensaft
1 Schluck Mineralwasser
1 Prise geräuchertes Paprikapulver (Piménton de la Vera)
Salz
Pfeffer
zum garnieren: Rosenblätter, geräuchertes Paprikapulver

Zubereitung
Die Bohnen über einem Sieb abspülen und gut abtropfen lassen. Zusammen mit allen anderen Zutaten ordentlich durchpürieren – ruhig eine extra Schicht mit dem Pürierstab einlegen, ich mag die Haut der weißen Bohnen nicht so gerne in Stückchen in der Paste finden – und abschmecken.
Eigentlich ist das Mus so direkt servierfertig, einen besseren Geschmack entfalten die Kräuter (und vor allem der Knoblauch) aber, wenn ihr es noch ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen lasst.
Kurz vor dem Servieren nach Belieben mit Rosenblättern (finde ich einfach superhübsch) und geräuchertem Paprikapulver verzieren. Dann sieht's auch nicht mehr so doof belanglos aus.

Quelle
Das Buch steht auch noch auf meiner Wunschliste. ;-)
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