Sonntag, 31. Mai 2015

Quark-Rhabarber-Eiscreme mit Keksknusper


Ich und die Eismaschine. Wir hadern seit Jahren miteinander.

Erst war es eine Frage des Geldes: Schließlich sollte das gute Stück einen Kompressor haben, auf diese 24-Stunden-Behälter-Vorkühl-Geschichte hatte ich nun wirklich keine Lust. Leider waren (und sind) Kompressormaschinen ungefähr drei- bis viermal so teuer. 
Später wurde es zu einer Frage des Platzes: Wohin sollte ich denn auch mit dem wuchtigen Ding? Ich hatte wenig Stauraum und für Großgeräte leider gar kein Plätzchen übrig.

Nun ist es primär eine Frage der Vernunft – brauche ich denn wirklich eine Eismaschine? Esse ich wirklich so gerne Eis (ja), sollte ich noch mehr Eis essen als ich ohnehin tue (nein), würde ich letztlich nur noch vor diesem Ding hängen und Arbeit und Freunde vernachlässigen (vielleicht)?
Ihr ahnt es: Ich lebe bis heute ohne, lese aber dafür Blogs, in denen überzeugende Eisrezepte präsentiert werden, die auf eine verzichten können. Jüngst bin ich bei Maja von moey's kitchen über dieses Rhabarber-Frischkäse-Eis mit Streuseln gestolpert, sündig, cremig, mit selbstgemachten Streuseln, die Basismasse nur aus Saurer Sahne, Frischkäse und Milchmädchen bestehend. 

Schwupps, da stand ich schon im elterlichen Schrebergarten, pflückte Rhabarberstangen und kreierte im Kopf die Eigenkomposition: Da ich so gerne Joghurt- und Quarkeiscreme esse, habe ich den Frischkäse aus dem Originalrezept geschmissen und ersetzt. Die Streusel habe ich ebenfalls weggelassen – wir haben doch keine Zeit! – und für den Knuspereffekt auf zerkrümelte Vollkornbutterkekse gesetzt. 

Ach, und: Wer Milchmädchen nicht kennt – das ist gezuckerte Kondensmilch, dickflüssig, zuckrig, fettig, die pure Sünde aus der Dose, aber unfassbar lecker. Aufgrund ihres Fett- und Zuckergehalts wird das Eis dann eben besonders cremig, ooohne eine Eismaschine zu bemühen. Das Durchfrieren dauert zwar seine paar Stündchen, aber da müsst ihr euch eben gedulden. Nicht so wie ich, die alle paar Minuten zum Gefrierschrank gehoppelt ist, um den aktuellen Stand zu prüfen.
Letztlich bin ich meeega begeistert von dem Eis. Cremigste Eiscreme ohne Eismaschine – bingo, ich habe mein Grundrezept gefunden und freue mich schon jetzt auf alle möglichen Abwandlungen: Zum Beispiel mit Erdbeeren, Kirschen, Zitrone oder Schokosplittern...

Quark-Rhabarber-Eiscreme mit Keksknusper

Zutaten
für das Rhabarber-Kompott
4 Stangen Rhabarber, möglichst rot
100 g Zucker
100 ml Wasser (oder Orangensaft)

für die Eismasse
300 g Quark, 40 % Fett i. d. Tr.
150 g Saure Sahne
1 Dose gezuckerte Kondensmilch (400 g)

Zubereitung
Zuerst machen wir das Rhabarberkompott: Je nachdem, was ihr für Rhabarber bekommen konnte, müsst ihr ihn schälen – es gibt aber auch feine Sorten, bei denen man sich diesen Schritt sparen kann. Auf jeden Fall schneidet ihr die Enden ab und teilt die Stangen in kleine Stücke, welche dann mit dem Wasser oder Orangensaft (das mag ich sehr gerne) in einen Topf kommen. Bei mittlerer Temperatur köcheln lassen und immer mal wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn die Flüssigkeit weitestgehend verdampft ist und sich eine kompottartiges Gemisch gebildet hat vom Herd nehmen, umfüllen und kalt stellen.

Die Eismasse ist auch ruckzuck gezaubert: Quark wird mit Saurer Sahne cremig verrührt, anschließend lasst ihr die Kondensmilch einlaufen und schlagt das ganze noch zwei Minütchen ganz entspannt auf. Bis zur Verwendung kalt stellen.

Anschließend schichtet ihr die Massen (erst Quark, dann Kompott, Quark, Kompott) in eine längliche Kastenkuchenform (ca. 20 – 25 cm) und ab in den Kühler damit. Der Friervorgang hat bei mir gut 6 – 7 Stunden gedauert.

Gebt dem Eis ca. 20 Minuten, bevor ihr mit einem Eisportionierer Kugeln formt und es serviert.
Dann mit Vollkornkeks-Bröseln bestreuen und anrichten.
Mittwoch, 13. Mai 2015

Spinat-Quiche mit Ricotta und salzigen Cashewnüssen {Die Mädchenküche kocht zusammen #2}


Ich habe bis letzte Woche nie Ricotta gegessen. Ich habe den Ricotta nur für dieses Rezept gekauft. 
. . . 
ICH BIN SO VERLIEBT.

Ja, okay, vielleicht bin ich ein Spätzünder. Wir sind keine großen Käseesser, und wozu eigentlich braucht man Ricotta? (In Zukunft vermutlich für alles – ... ) Ich habe mir Ricotta immer anders vorgestellt, mehr so wie Hüttenkäse. Wie dumm ich war. 
Ricotta schmeckt einfach wundervoll! Mild und süß und lecker. Er ergänzt den mild-würzigen Geschmack von Spinat perfekt, weswegen die beiden auch so häufig miteinander kombiniert werden. Das wahre I-Tüpfelchen in diesem Rezept jedoch sind die gesalzenen und gerösteten Cashewnüsse, die für das gewisse Extra sorgen und die Quiche noch etwas aufregender gestalten.

Mir ist bewusst, dass eine Quiche normalerweise rund ist. 
Aber tzzz, Normalität, pöh.
Eine Quiche hat auch das Recht, mal nonkonform zu sein und etwas verrücktes zu tun. Ich habe ihr das hiermit ermöglicht. 

Außerdem habe ich diese Form schon seit Weihnachten und noch nie genutzt.

Spinat-Quiche mit Ricotta und salzigen Cashewnüssen
für eine rechteckige, lange Form (ca. 4 – 5 Stücke, ideal für 2) 

Zutaten
Blätterteig (z. B. TK-Platten oder Frischteig aus der Kühltheke)
Kichererbsen getrocknet, zum Blindbacken 
150 g Spinat, fein gehackt 
100 g Ricotta
50 g Schmand
1 Ei
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
Muskatnuss
50 g geröstete und gesalzene Cashewkerne, teils grob gehackt

Zubereitung
Den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Form ausbuttern und mit Blätterteig auslegen. Eine Schicht Backpapier zurechtschneiden und auf den Teig legen, dann mit den getrockneten Kichererbsen auslegen und ca. 5 – 7 Minuten blindbacken.
In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten: Hierfür Spinat, Ricotta, Schmand und Ei zusammenrühren und mit den Gewürzen abschmecken. 
Die Kichererbsen entfernen und die Füllung auf den Blätterteig geben. Cashewkerne darüber streuen und ab in den Ofen: Nach 20 Minuten ist die Füllung fest und die Quiche fertig.
Achtung: Ihr solltet die Quiche sofort servieren. Die Cashewkerne weichen mit der Zeit durch und verlieren an Knusprigkeit. Wollt ihr die Quiche lieber später essen, so streut die Kerne erst kurz vor Verzehr darüber und backt sie nicht mit. 
Dienstag, 12. Mai 2015

Pide mit Spinat, Sultaninen und Feta {Die Mädchenküche kocht #2}



Achja, dieses Leben...
Es ist zur Zeit wieder etwas ruhiger auf dem Blog, weil mich der Alltag 24/7 im Griff und damit auch erheblichen Einfluss auf die Regelmäßigkeit von Posts hier hat. Überaus spannend ist es gerade – eine große Änderung steht bevor, und ich freue mich so sehr auf dieses Neue, dass ich sogar das Kochen und Backen völlig vernachlässige. (Nope, ich bekomme kein Kind.)

Aus dem Blogger-Tief hat mich die zweite Runde der Mädchenküche gezogen, denn wir haben gemeinsam zum Thema Spinat die Kochlöffel geschwungen. Und wie vielseitig dieses Gemüse doch ist – fernab von der altbekannten Kombination Spiegelei, Kartoffelbrei und TK-Rahmspinat (lecker!) und den ach-so-gesunden Grünen Smoothies (und die erst!) kommt hier eine Offenbarung nach der anderen auf den Tisch. Bei Maja konnet ihr schon das Ofenrisotto mit frischem Spinat und Ricotta bewundern, bei Natalie Spinat-Ricotta-Gnocchi und Simone packte Polenta-Spinatmuffins mit Tomate in ihre Lunchbox. Ganz was Neues gab es bei Samira, die Spinat-Waffeln gezaubert hat, sowie bei Ramona, wo der Spinat ihre Overnight Oats bereichert. Der Spinatkuchen von Sibel ist auf jeder Kaffeetafel ein Hingucker, die Spinatbrioche von Franzi passen hingegen gut auf ein herzhaftes Fingerfood-Buffet und Ilonas Spinatknödel lassen mir persönlich jederzeit das Wasser im Mund zusammen laufen.

Uns bei mir? Da wird's mal wieder türkisch!
Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta, ein Rezept aus Pismek, meinem liebsten Kochbuch überhaupt (welches im Original jedoch Mangold verwendet). Gar nicht aufwändig oder langwierig, lediglich das Teigschiffchengeknete und -gebastele ist mir nicht so leicht von der Hand gegangen.
Die Sultaninen-Pide mit Spinat und Feta schmecken mir gerade wegen der Kombi süß und salzig so gut, sind sowohl warm als auch kalt überaus lecker – und passen nicht nur auf euer Mezze-Buffet, sondern auch in die Lunchbox oder ins Picknickkörbchen.

Schaut auf jeden Fall morgen auch wieder hier rein – denn morgen wird's hier wieder grün! Haben wir beim letzten Mal die Hülsenfrüchte als Oberthema behandelt und zum Schluss Jede ein Curry gezaubert, toben wir uns dieses Mal an einer Quiche aus. Ich bin schon sehr gespannt auf die Rezepte der anderen Mädels!
Wir teilen alle Rezepte übrigens auch immer über unsere gemeinsame Facebook-Seite.


Pide mit Spinat, Sultaninen und Feta 
Rezept für 8 Stück

Zutaten
für die Pide
250 ml Vollmilch
60 g Butter
1 1/2 EL Zucker
125 ml lauwarmes Wasser
2 TL getrocknete Hefe
675 g Mehl
2 TL Salz

für die Füllung
800 g TK-Spinat, ganz oder grob gehackt
2 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
50 g Sultaninen
Salz
Pfeffer
200 g guter Fetakäse
1 Eigelb, mit 1 EL Wasser verschlagen

Zubereitung
Milch und Butter in einem kleinen Topf bei niederiger Temperatur erhitzen, bis die Mischung lauwarm ist. Vom Herd nehmen und beiseite stellen. Zucker und 125 ml lauwarmes Wasser in einer Schüssel vermenken und die Hefe darübersprenkeln. Zur Seite stellen, bis sich nach ca. 5 Minuten Schaum auf der Oberfläche gebildet hat. 
Hefe- und Milchmischung in einer größeren Schüssel vermengen und Mehl und Salz dazugeben. Verrühren, bis ein grober Teig entsteht. Diesen auf eine bemehlte Arbeitsfläche legen und ca. 6-7 Minuten mit den Händen ordentlich durchkneten, bis der Teig sämig und elastisch ist. Zu einer Kugel formen und in eine leicht mit Öl bestrichene Schüssel geben. Mit Frischhaltefolie abdecken und eine Stunde gehen lassen, bis der Teig sein Volumen verdoppelt hat. 

In der Zwischenzeit könnt ihr euch der Füllung widmen. 
Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch zufügen und 5 Minuten schmoren, nicht braten (!). Sultaninen und Spinat dazu geben, die Pfanne zudecken und 10 Minuten garen, bis der Spinat aufgetaut ist und sich alles miteinander verbunden hat. Mit Meersalz und Pfefer abschmecken, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Den Feta erst einrühren, wenn die Mischung beinahe kalt ist. 

Den Backofen auf 200 °C vorheizen und zwei große Backbleche einfetten. Den Teig noch einmal durchkneten und in acht gleich große Stücke teilen. Jeweils ein Stück Teig zu einem größeren Oval ausrollen. Ein Achtel Füllung in die Mitte geben, einen 2,5 cm breiten Rand lassen, dann den Teig an den Seiten hochziehen und über die Füllung klappen, so dass diese teilweise bedeckt ist. Das habe ich ehrlich gesagt nicht so super gut hinbekommen, aber ich wage gleich morgen noch einmal den Versuch. Die Seiten mit der Eigelb-/Wassermischung bepinseln und portionsweise 15-20 Minuten backen. 
Guten Appetit!

PS: Sultaninenhasser? Frevler! Aber lasst sie einfach raus, die Pide schmecken auch ohne.