Kulinarische Notizen, Sommer 2015 – in Düsseldorf und anderswo

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September 06, 2015
Es war ja über den August ziemlich still im Blog – dabei hatte es so gut angefangen. 
Doch dann kam das große, schwarze, böse Bloggerloch, in das ich irgendwie einmal pro Jahr völlig unerwartet zu plumpsen scheine. Dabei vermisse ich es wirklich. Weniger das Fotografieren (ich kriege nämlich langsam Rückenschmerzen, wenn ich mich zu lange für ein Foto verrenke), auch nicht so sehr das Kochen (tu ich ja eh), aber das Schreiben. Das Schreiben fehlte mir.

Und dann musste ich mir letztlich auch eingestehen, dass ich nicht (mehr) alles kann. Ich bin kein High-Performer. Ich kann nicht jeden Tag arbeiten – noch dazu in einem recht neuen Job –, und im Anschluss noch Sport machen, Freunde und Familie treffen, kochen, fotografieren, bloggen, mich auf Events rumtreiben und überall dabei sein. Es geht einfach nicht. Und deswegen hoffe ich, in Zukunft wieder etwas lässiger sein zu können und mir nicht permanent Vorwürfe zu machen. 
Dann ist der Kopf auch frei für neue Gedanken und Ideen, wie etwa diese neue Kategorie: Da ich mittlerweile doch häufiger als früher außer Haus speise, möchte ich mir hier tagebuchartige Notizen über dieses und jenes Restaurant, Café oder Was-auch-immer machen, um mich selbst daran zu erinnern – aber natürlich auch, um euch Empfehlungen zu geben.
Frühstück von Le Grenier à Pain
Als der Sommer gerade begonnen hatte, verabschiedeten wir uns über ein Wochenende nach Paris. Knapp drei Jahre hatte ich die schöne, französische Hauptstadt nicht mehr gesehen, viel zu lange dafür, dass ich mich dort fast Zuhause fühle. Wir genossen das Wochenende in vollen Zügen und kauften nur bei den Besten der Besten: Das Frühstück wurde täglich – selbstverständlich – bei Le Grenier à Pain besorgt, frisches Baguette, aber auch Fougasse mit Oliven oder Pain au Chocolat. Es gibt keine himmlischere Bäckerei in Paris, und morgens bilden sich vor der Filiale in Montmartre lange Schlangen. Neben einem guten Boulanger benötigt man in Paris natürlich auch eine Pâtisserie: Wir schwelgen gerne im absoluten Törtchenperfektionismus von Sadaharu Aoki. Mit mehreren japanischen Traumschnittchen saßen wir lange im Jardin du Luxembourg und fühlten uns, als würde die Zeit nie vorbeigehen, was sie – ihr ahnt es – dennoch ziemlich fix tat. 

Sadaharu Aoki – "Ginza"
Zurück in Düsseldorf besuchten wir den Bösen Chinesen am Hafen und waren mäßig begeistert. Mein Essen war zwar klasse, der Rest am Tisch leider belanglos. Häufiger hingegen ging es ins LOFT, ebenfalls am Hafen – mal zum Abendessen, mal geliefert (möglich über den neuen Dienst Foodora), mal nur für eine Kugel Eis: Und ich war immer begeistert. Es gibt zwar „nur“ Salate und Currys (und halt Eis), aber ausnahmslos lecker und frisch. Die Speisen sind mit Nährwerten gekennzeichnet und auch vegan erhältlich. 

Böser Chinese
Auch das vegane Restaurant Sattgrün, eine Düsseldorfer Institution, besuchte ich mal wieder und es hat sich nichts geändert: Das Buffet ist sogar noch besser als vor ein paar Jahren und preislich fair. Zu unserem ersten Hochzeitstag (can you believe it) verschlug es uns auf die andere Rheinseite in die Piazza Saitta. Wir gehen eigentlich nie italienisch essen, weil ich das irgendwie langweilig finde. Aber: Das Essen war toll und der Service 1A. Oberkassel aber ist nicht ganz unser Revier, man fühlt sich dort fremd. Enttäuscht hat übrigens auch das Zimmer No.1 – hohe Preise, mittelmäßiges Essen und ein Service, der mit den Augen rollt. That's not for me.

Zimmer No.1
Dass ich übermäßig häufig im Frittenwerk war, hat wohl mittlerweile jeder mitbekommen. Ich habe mir mittlerweile einen kleinen Pommesbauch angefuttert und bereue nichts. Warum war Fast Food nicht schon immer so gut?  

Volle Ladung beim Frittenwerk
Zum Mittagessen war ich mal im Lettini's, wo man eine große Portion frischer Salate (z. B. Brotsalat, Grünsalat mit Mango und Avocado etc.) inklusive Ciabatta für gut 6 € bekommt – das fand ich nicht nur fair, sondern auch besonders lecker und werde dementsprechend bald mal wieder dort vorbei gehen. Besonders häufig verschlug es mich mittags auch auf den Carlsplatz, wo ich bei anhaltend warmen Temperaturen auch mal nur einen Frozen Yoghurt von Yomaro gegessen habe. Immer noch der beste FroYo überhaupt. In Düsseldorf. Und bestimmt auch Deutschland.
Nach gefühlt drölf Jahren ging es ins ChaCha, wo ich einen köstlichen Salat mit Kokos und Mango gegessen habe – der Laden sieht mich ganz schnell wieder, das ist gewiss.
Fein war auch der Besuch auf dem 1. Kölner Frühstücksmarkt mit Sophia und der Besuch des Lavendelsommers von Denise und Annalena.

Lavendelsommer 
Das letzte Augustwochenende verbrachten wir in Brüssel. Wir sind auf dem Weg nach Paris schon so oft durch die belgische Hauptstadt gefahren, dass wir dachten, auch hier mal eine Stippvisite machen zu müssen. Wir wurden nicht enttäuscht. Brüssel ist ganz bezaubernd – und über allem liegt ein leiser Duft von Schokolade. Für Pralinen-Liebhaber gibt's eine Menge zu entdecken, allein dafür lohnt sich der Trip. 
Gegessen haben wir u. a. bei Le Pain Quotidien und uns besonders gefreut, dass auch in Belgien der Watermelon Cooler auf der Karte stand. Falls ihr nicht wisst, worum es sich dabei handelt: Es ist einfach das leckerste Getränk auf der Welt. Im Hochsommer 2014 stolperten wir völlig dehydriert aus dem Central Park, als uns im nächstgelegenen LPQ ein eiskaltes Zaubergesöff serviert wurde, das sich als ebendieser Watermelon Cooler herausstellte. Leider habe ich das Rezept bisher nirgendwo entdecken können. Falls sich die Gelegenheit mal bietet: Schlagt zu. 

Le Pain Quotidien – Tartines und Melon Cooler
Ansonsten: Ich habe meine Liebe zu Ben&Jerry's Half Baked und Chocolate Fudge Brownie entdeckt, liebe Lipton Ice Tea Sparkling Zero und hatte viele Wochen lang eine Parmesanphase (jetzt vorbei). Im Herbst freue ich darauf, dass ein neues japanisches Restaurant ums Eck eröffnet (Adjito),  außerdem haben wir noch einen Gutschein für die SchnellVeg – Vegetarian Eatery&Bar, mir steht der Sinn ganz furchtbar nach vietnamesischen Köstlichkeiten und irgendwie habe ich es immer noch nicht nach Köln ins 485Grad geschafft, obwohl ich es mir seit einem Jahr vornehme. 

Kommentare on "Kulinarische Notizen, Sommer 2015 – in Düsseldorf und anderswo"
  1. Hallo Christina :)
    Bis auf die Pariser Bäckerei und Patisserie war ich auch bereits in all den Restaurants, die du aufgezählt hast. Ok ich kenne nur den Bösen Chinesen in Flingern, aber davon war ich auch nicht so begeistert, dass ich den im Hafen noch ausprobieren muss. Aber das Loft und das Sattgrün haben mich auch total überzeugt :)
    Ich bin gespannt was du vom SchnellVeg berichtest. Ich war vor ein paar Wochen zum ersten Mal dort und mir hats gut geschmeckt dort. Der Service ist auch gut und die selbstgemachte Limo oder den Eistee kann ich dir empfehlen. Warst du schonmal im Amano Verde im Hafen? Oder im China Imbiss Jade in Bilk? Beide Restaurants sind komplett vegetarisch, fast komplett vegan.

    Hungrige Grüße aus Düsseldorf,
    Chaoselfe

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  2. Diese Reihe werde ich lieben, das weiß ich jetzt schon :) Tolle Tipps dabei, bekomme gleich Lust wieder zu reisen! Vor allem das französische Brot, hach.. Hab ich schon auf Instagram bewundert aber jetzt bin ich mir sicher, dass ich 2016 mal wieder nach Frankreich muss!!
    Liebe Grüße,
    Ela

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  3. Ja, so einen Schritt zurück treten und dann mit frischem Wind und neuen Ideen zurück kommen darf nicht unterschätzt werden! So schön, dass du wieder da bist :)

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