Good Food Festival in Düsseldorf – Entdecken, Schmecken, Selbermachen

| On
Oktober 05, 2015


Der erste Eindruck bei der zweiten Auflage des Good Food Festivals: 
Huch, wo kommen all die Menschen her? Es ist deutlich voller als bei der Premiere im Mai. Hatte ich mir damals noch bequem einen Überblick verschaffen können, ist es nun gut gefüllt, die Menschen nutzen das schöne Herbstwetter offensichtlich aus. 
Dennoch: Mit dem Street Food Festival und den schon legendären Schlangen vor dem Einlass hat das hier (noch?) nichts gemeinsam, das gemütliche Schlendern, Stöbern und Entdecken fällt nicht schwer.
Ich freue mich, dass das rein regional-saisonale Festival so viel Zuspruch findet, wenngleich sicherlich etwas von dem aktuellen Hype um Street Food auch ohne große Anstrengung abgefärbt hat; Aber das ist ja legitim und dient hier dem wortwörtlich „guten“ Zweck.

Ambiente – mir gefällt es! Ich liebe das BouiBoui Bilk!
Das Good Food Festival fand erneut im Boui Boui Bilk statt, für mich natürlich äußerst bequem nur wenige Fahrradminütchen entfernt. An der Herbstausgabe haben über 30 Aussteller und Anbieter aus der Region teilgenommen. Ziel des Ganzen: Die Region stärken, kleine Händler und Gastronomen aus der Umgebung bekannt machen. Dabei soll es – das macht Organisatorin Katrin Schwermer-Funke in ihrer Begrüßung klar – nicht nur ums Essen gehen. Sicher ist es erlaubt, das Festival zu besuchen und sich den Wanst vollzuhauen – es geht aber auch ums entdecken und selbermachen. Ferner wichtig: Saisonalität. Welche Jahreszeit wir haben, muss sich im Angebot widerspiegeln.
So ist das Konzept bis ins Kleinteilige durchdacht; Sogar auf Mülltrennung wird Wert gelegt – und falls sich wer unsicher ist, was wo rein gehört... : 

Trennen, was man trennen kann!
Viele Familien mit Kindern fallen auf, es gibt auch für die Kleinen ein entsprechendes Bespaßungs- und Lernprogramm. Zudem: Sitzgelegenheiten! Viele Tische, Stühle, Bänke, sogar Blümchen und Pflanzen machen aus der sterilen Fabrikhalle ein gemütliches, fast szeniges Plätzchen, an dem man länger verweilen mag. Ein riesiger Pluspunkt im Gegensatz zum letzten Mal!
Und obwohl ich mich über diese Gemütlichkeit so sehr gefreut habe, komme ich vorerst keine Sekunde zur Ruhe, denn Thomas Deckert, ebenfalls Organisator (und Ausrichter des von mir sehr geschätzten Magic Garden Supperclubs), führt mich und die liebe Anne zu einigen Austellern, die beim letzten Mal nicht dabei waren. 

Für die Salami- und Schinkenfans unter uns... 
Wir starten den Rundgang bei Keltenkost. Das hört sich nun nach Schottland und Haggis an. Ist aber nicht so. Keltenkost ist ein Online-Shop, der auf "Galician Artisan Gourmet" spezialisiert ist, sprich: Handwerklich hergestellte Spezialitäten aus Nordspanien. Ob der Name dann nicht irreführend sei? Nein, die Kelten waren auch in Spanien – wusste ich nicht, wieder was gelernt. Ich hoffe, die Mehrheit da draußen ist gebildeter als ich es bin. Wir dürfen hinreißende Chorizo und Schinken probieren, zudem einen traumhaften Rotwein und Kaffeelikör, bevor es weiter geht es zu den Jungs von BeBananas

Banana Bread in den Sorten Schokolade, Kirsche, Himbeere und Walnuss. 
Da bin ich emotional natürlich erstmal zusammengebrochen, weil ich Bananen gelinde gesagt  einfach furchtbar finde. Ihr könnt mir so ziemlich alles vorsetzen, aber bei Bananen (okay, und Meeresfrüchten) nehme ich reißaus. Beim Good Food Festival aber setzte ich eine tapfere Miene auf und ließ mir ein Scheibchen Kirsch-Banana Bread auftoasten. Tja, was soll ich sagen? Lecker! Wie Kuchen, aber irgendwie anders, und gar nicht so bananig wie befürchtet. Ein Klecks ungesüßte Sahne hätte mir gut dazu gefallen.

Wenn ich Bananen anfassen könnte, würde ich das vielleicht sogar mal selbst machen – kann ich aber nicht, insofern hoffe ich, dass die Gründer Lars und Tim irgendwann tatsächlich einen Laden eröffnen. Übrigens: Alle Bananen, die die beiden für ihre Brote benutzen, sind so reif, dass sie nicht mehr verkauft werden können und in den Müll wandern würden – tolle Verwertung!

Großartige Single-Gewürze und kreative Mischungen von Spirit of Spice.
Bei Spirit of Spice, einer Gewürzmanufaktur aus dem benachbarten Willich, die ich schon lange kenne, probieren wir einen Szechuan-Pfeffer, wir ihr ihn alle noch nicht gegessen habt. WOW – nicht scharf, dieses Aroma, ein Blitzeln auf der Zunge, das minutenlang anhält und leicht betäubt. Damit muss man umgehen können, ein Wahnsinn! Ich bin sowas von kurz davor, den zu bestellen.

Schokolade! Wundervolle Schokolade!
Das Bernsteinzimmer stellt vegane Schokolade her, die – meinen bisherigen Erfahrungen nach – weit und breit ihresgleichen sucht. Vegane Schokolade ist bisweilen etwas schwierig: Krümelig, hart, grau, häufig bäh. Aber diese hier: Auch in den helleren Sorten vorbildlicher Schmelz, famoser Geschmack. Alle Tafelschokoladen und Pralinen werden von Gründerin Solvejg selbst gefertigt, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt hat. So muss Schokolade schmecken! – und wenn das auch noch vegan möglich ist, halleluja. Wer also immer schon auf der Suche nach veganer Schokolade war, die mit hochwertiger Milchschokolade mithalten kann, ist im Bernsteinzimmer gut aufgehoben. Bald wird der Online-Shop eröffnet und ich freue mich schon sehr darauf, meinen Warenkorb vor Weihnachten dort füllen zu können!

Die hübsche Solvejg vom Bernsteinzimmer erklärt mir, wieso sie (offensichtlich) Feuer und Flamme
für ihre Schokoladen ist. 

Single Hop und Rhabarber Weisse. Wusstet ihr, dass Berliner Weiße von Kindl nur Plörre ist? Kein Witz!
Anschließend nahmen wir noch an einem Craft-Beer-Workshop teil. Drei Sorten wurden verkostet. Ich bin kein großer Biertrinker, ehrlich nicht – ich finde Bier ganz knorke, würde mir aber nur selten selbst eins bestellen, bin also eher so der Mittrinker. Allerdings interessiert mich bei Essen und Trinken einfach alles abseits der Norm, und das trifft nun mal auch auf Bier zu. Irgendwann lerne ich dieses Verkosten (sowohl für Wein als auch für Bier) nochmal richtig, aber hier durfte ich in 45 Minuten einen kleinen, aber feinen Eindruck hinter die Kulissen kleiner Braubetriebe abseits von KöPi und Beck's bekommen. 

Puh, ganz schön anstrengend, so viel Rennerei und Pläuschchen hier und dort – im Anschluss gönnten wir uns also noch die eine oder andere Nascherei (man könnte auch sagen: Eine Stroopwaffel, so groß wie eine Schallplatte und gefüllt mit warmem, flüssigen Karamell), ehe in der schönen Abendsonne zurückspaziert wurde. Schade, dass gegen 17:30 Uhr schon so viele Stände ausverkauft waren, ich hätte gerne noch viel mehr probiert – was auf der anderen Seite natürlich wieder für die Qualität spricht. An der Kalkulation hingegen kann bis zum nächsten Mal gearbeitet werden. Ich habe Geduld.

Danke an die Organisatoren Katrin und Thomas – und natürlich an das „unsichtbare“ Team vom BouiBoui, ohne die das Festival nicht möglich gewesen wäre.
Beim nächsten Good Food Festival bin ich gerne wieder mit dabei!
Seid ihr auf auf dem Good Food Festival gewesen oder habt ihr wenigstens ein bisschen Lust bekommen, beim nächsten Mal mit dabei zu sein? 

Auf Facebook könnt ihr euch weitere Bilder anschauen und bekommt auch den nächsten Termin serviert: www.facebook.com/goodfoodfestival


Kommentare on "Good Food Festival in Düsseldorf – Entdecken, Schmecken, Selbermachen"
  1. Hej Christina,
    ich hatte leider keine Zeit. Jetzt, wo ich deinen Poste gelesen habe ärgere ich mich noch mehr. Beim nächsten Mal muss ich unbedingt dabei sein!
    viele Grüße
    Berit

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    1. Hey Berit, dann sehen wir uns beim nächsten Mal ganz sicher! :-)

      LG
      Christina

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  2. Da wohne ich in Düsseldorf und hab das glatt verpasst - buh! Schöner Bericht über das Festival, mir hätte es dort auch gefallen.
    Liebe Grüße,
    Daniela

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    1. Es gibt bestimmt ein nächstes Mal!

      LG
      Christina

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  3. Wow, das klingt toll!! Besonders die vielen Kartoffelsorten sehen ja wahnsinnig spannend aus. Und die Schokolade ;) Da hätte ich mich wohl arm gekauft..
    Liebe Grüße,
    Ela

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    1. Ich konnte mich gerade so zurückhalten ;-) Aber es gab schon wirklich ganz ganz tolle Sachen!

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  4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  6. Oh, danke für den Schokotipp, das hört sich wirklich gut an!
    Und ähm, ich möchte jetzt Bananenbrot. Jetztsofortbittedanke.

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    1. Ich kanns nur empfehlen – vor allem für Leute, die Bananen auch so gerne mal essen. :-)

      LG
      Christina

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  7. Hallo Christina,

    toller Artikel. Bin bis jetzt noch nie auf einer Food Messe gewesen. Lebe als gebürtiger Düsseldorfer seit 5 Jahren in Berlin und werde mir hier mit Sicherheit mal eine Food Messe anschauen.

    Beste Grüße aus dem regnerischen Berlin

    Michael

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    1. Das solltest du auch unbedingt, der Markt dort ist doch riesengroß! Viel Spaß schon jetzt dabei...

      Viele Grüße aus der Heimat
      Christina

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