Montag, 16. November 2015

#ParisAttacks

Meine Reaktion auf #ParisAttacks kommt vielleicht spät, aber sie kommt.


Ich habe ein wenig gehadert, dachte: Das ist doch ein Foodblog, was hat das mit den Ereignissen in Paris und dem IS zu tun? Wenn man es weiter dreht eine Menge, denn wie heißt es so schön: Mein Blog, meine Party. Ich kann schreiben, wann ich will, was ich will, wie ich es will – ohne, dass mir Jemand den Mund verbietet. Das ist gut so, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wir kennen es nicht anders. 
Und doch gibt es nicht wenige Menschen (sic!) auf diesem Planeten, denen genau das nicht gefällt. 
Nur wenn sie glauben, dass ihre Kalaschnikows und Sprengstoffgürtel was daran ändern werden, jemals, dann haben sie die Rechnung ohne mich, ohne uns alle gemacht.

Das Tragische: Natürlich ändert es doch etwas, dass 133 Menschen am Samstag ihr Leben lassen mussten: Es spielt denen in die Hände, die eh beim Grenzübertritt eines jeden Flüchtlings aus dem Mittleren Osten den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören, die nicht verstehen, dass auch die es sind, die vor dem sogenannten „IS“ (der meinem Verständnis nach weder islamisch noch ein Staat ist) Schutz und Zuflucht suchen – die in jedem Asylbewerber Jemanden sehen, der ihnen ihre Rente streitig macht – und was ist eigentlich mit den Flaschensammlern, kann die auch mal wer unterstützen? Hauptsache, die Moslems kriegen 60000 Euro Begrüßungsgeld, jeder Einzelne! (Sic, Sic, Sic!). Da ist er, der hässliche Deutsche, verseucht von Ressentiments und Vorurteilen, der beim Anblick der Bilder in Paris in die Hände klatscht und ruft: „Ich hab's doch gesagt! Ich hab's doch gewusst!“

Denen, die rufen: „Die gehören nicht hierher!“ sage ich: Ihr gehört nicht hier her. 
Ihr seid bemitleidenswerte Gestalten, ihr versucht, das Deutschsein zu schützen, und seid doch genau Diejenigen, die Werte mit Füßen treten. 

Lasst euer Herz nicht vergiften. Dann haben sie gewonnen. 

Lang leben Mitgefühl, Solidarität, Freundlichkeit – die Willkommenskultur – und lang lebe Paris, die schönste Stadt Europas.

... musste raus. 

Kommentare:

  1. Zuerst: Ja! Dein Blog, deine Party!
    Dann: Ja! Solidarität und Mitgefühl, das ist es was fehlt. Was wir jetzt brauchen.
    Und zuletzt: Ja! Paris, mon amour, die schönste Stadt Europas. Unterschreib ich so <3

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  2. Ich stimme Dir weitestgehend zu. Aber: wir müssen erkennen, dass der IS sehr wohl ein Staat ist. In den besetzten Gebieten wird eine Grundversorgung gewährleistet, es gibt eine Art bürokratischer Struktur, die genau regelt, wer was zu tun hat, es gibt umfangreiche Archive von Daten zu einzelnen Mitgliedern und sogar eine Umverteilung materieller als auch finanzieller Güter ähnlich unserem Länderfinanzausgleich.

    Und genau darin liegt das Problem: wir müssen erkennen, dass wir es hier nicht (nur) mit einem Haufen gewaltbereiter Fanatiker zu tun haben, sondern mit einem ausgeklügelten System, das langsam im syrischen Machtvakuum heranwachsen konnte. Aus diesem Grund ist es auch naiv, anzunehmen, dass man den IS mit entsprechendem Materialeinsatz einfach wegbomben könne, wie die französische Rhetorik das gerade vermuten lässt.

    Das wird nicht funktionieren. Das einzige, was meiner Meinung nach funktionieren wird, ist der Einsatz gemeinsamer europäischer Bodentruppen. Diese Haltung ist auch für mich neu. Bis vor wenigen Tagen hätte ich mich als überzeugten Pazifisten bezeichnet. Nach dem jüngsten Vorgehen des IS und dem damit einhergehenden Gehabe ist aber selbst mir klar: diese Leute werden das Prinzip einer Zivilgesellschaft niemals verstehen geschweige denn leben können.

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  3. Und tut mir Leid, dass ich Deinen Blog jetzt hier als politische Plattform benutze, aber ein paar Dinge sollten einfach verbreitet werden. Gerade jetzt!

    Zum Thema: http://edition.cnn.com/2014/09/18/world/meast/isis-syria-iraq-hierarchy/
    http://www.understandingwar.org/report/isis-governance-syria

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