Kulinarische Notizen, Herbst 2015 in Düsseldorf

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Dezember 19, 2015
Im Herbst habe ich mich kulinarisch etwas zurückgezogen.
Beginnen wir – eigentlich in den letzten Tagen des Sommers – mit unserem letzten Urlaub auf Sardinien, wo ich das Essen eigentlich nur einmal außergewöhnlich gut fand: Im Hotel Su Gologone im Landesinneren. Ein 4-Sterne-Plus-Traum für einen alten Hotelhasen wie mich, mit einem absolut fabelhaften, rustikalen Restaurant: Wir wurden geradezu überschüttet mit Klassikern der sardischen Küche, die wenig raffiniert, sondern einfach und kräftig ist –  und mich damit natürlich sofort angesprochen hat: Bortigalesa Rumpsteak, Schinken, Salami, diverse Innereien (nichts für mich, aber ihr merkt, der Sarde als solcher ist dem Fleisch sehr zugetan), dazu die leckersten Bohnen, die ich je gegessen habe, dampfende Kartoffeln, in Olivenöl eingelegte Sommergemüse, als Dessert gebackener Schafkäse mit Zitrone im Blätterteig, übergossen mit Honig, dazu Fenchellikör und diverse Weine – ich war nach diesem Mahl sehr, sehr glücklich und sehr, sehr lange satt.


Anfang Oktober schließlich verbrachte ich einen schönen Abend mit Sophia, Anne, Julia und Tim im Karl's, wo wir unter dem Motto „Rhein Connection“ zu einer Verkostung Elsässer Weine eingeladen waren – hui, das stieg schnell in den Kopf, aber dennoch erinnere ich mich an eine Menge köstliches rheinländisches Fingerfood und eine spannende Interpretation des von mir heiß-geliebten Fortunabrötchens. Gerne spreche ich euch eine Empfehlung aus, es dort mal zu probieren.

Sattgrün am Graf-Adolf-Platz
Schön war es übrigens auch immer im Sattgrün, wo man mich ab und an während der Mittagspause antreffen konnte. Das vegane Buffet lohnt sich immer, und ich persönlich komme mit dem Kinderteller für 5,90 Euro auch ganz gut hin, ohne in schwindelerregende Höhen zu stapeln. Der frittierte Tofu ist der beste, den ich jemals gegessen habe.

Ab Anfang Oktober wurde es um mich herum richtig anstrengend, so dass kaum noch Zeit und Lust blieb, mal essen zu gehen. Erst Mitte November saßen wir dann endlich mal im SchnellVeg, das vielversprechend klang und einen ausgezeichneten Ruf genießt. Deswegen bin ich ein bisschen traurig, wenn ich sage: Service, Ambiente, Konzepte top – Essen naja. Wir bestellten den orientalisch-inspirierten Vorspeisenteller, zudem Tofu-Burger, hausgemachte Polentafritten mit Thymiansalz, den Salat „Agadir“ sowie die hausgemachte Limonade ohne Zucker. Die Limonade war großartig. Der Vorspeisenteller war lecker, aber schon da mochte ich die relativ kalten, weichen Falafel nicht. Falafel müssen heiß und knusprig sein. (Die besten Falafel in Düsseldorf gibt es übrigens bei Byblos in Oberbilk oder Friedrichstadt.)
Der Salat hat mich – als riesengroßen Salatfan – ziemlich enttäuscht: Ein riesiger Haufen sehr großer Salatblätter (wie soll man das essen?), dazu gebratene Auberginenscheiben, ein paar Cherrytomaten und Gurkenscheiben, ein riesiger Klecks Hummus mittendrin, dazu wieder die weichen Falafel und ein Sweet-Chili-Dressing, das bissig-süß und irgendwie unangenehm schmeckte. Da muss für den Preis von 10,50 Euro doch mehr gehen, oder? Etwas weniger Blattsalat, dafür ein paar knackige Walnüsse, Granatapfelkerne und bitte, bitte, bitte knusprige Falafelbällchen.
Die Polentapommes waren dafür richtig lecker, auch der Tofuburger durchaus solide. Mein Highlight aber war die zuckerfreie Limonade. Ein Traum! Ob ich noch mal wieder komme? Ich denke ja – auch wenn ich das Preis-Leistungsverhältnis nicht immer stimmig fand.

SchnellVeg – Burger und Salat
Am 1. Advent traf ich Denise und Maren zum Adventskaffee im Derag Livinghotel De Medici, wohin seit Kurzem jeden Sonntag eine echte Wiener Kaffeetafel lockt. Bei Wiener Melange, Schümli und Topfentorte ließ es sich in dem doch recht gediegenen – aber keinesweges steifen Ambiente – gut plaudern und genießen. Eine schöne Abwechslung zu anderen Café-Konzepten. Anschließend kann man noch wunderbar durch die Altstadt schlendern und das Wochenende gemütlich ausklingen lassen.

Wiener Kaffeehaus im Derag Livinghotel De Medici in der Altstadt
Kurz vor Weihnachten verschlug es mich anlässlich des Geburtstags einer Freundin wieder mal in die Cucina Farina, die ganz in der Nähe meines alten Arbeitsplatzes liegt und ist immer einen Besuch wert ist. In der sehr zentralen Lage in Bahnhofsnähe würde man vielleicht nicht unbedingt ein ebenso hippes wie anständiges Restaurant erwarten – aber ihr werdet euch wundern: Die Karte beschränkt sich auf Burger, Pizza und Pasta (sowie einige wenige Fleischgerichte). Besonders hervorzuheben ist die Penne Bolognese, aber auch der Caesar's Salad und die Burger können sich sehen lassen. Auch mittags eine gute Wahl, wenn einige Varianten für 6,90 Euro angeboten werden, was ich als mehr als fair empfinde. Übrigens: Auf TripAdvisor aktuell Platz 8 von 1477 Restaurants in Düsseldorf.

Cucina Farina auf der Oststraße: Unten Caesar's Salad, oben Pizza Funghi
Tja, und das war es auch schon. Ich finde ja, es hätte mehr sein können, aber ich habe schon so einige Restaurants und Hotspots auf dem Plan – die nächste Ausgabe der kulinarischen Notizen gibt's dann Mitte März!

Jetzt wünsche ich euch erstmal ein frohes Weihnachtsfest und hoffe, dass ihr ruhige, besinnliche und hoffentlich verschneite (...) Tage im Kreise eurer Lieben verbringen könnt. Macht es euch festlich und gemütlich.
Alles Liebe und merry xmas,
eure Christina
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