30 kulinarische Highlights aus 30 Lebensjahren

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März 29, 2015
Gerade, als ich diesen Post schreibe, befinde ich mich noch auf der Couch im heimischen Unterbilk, der Rheinturm hat sich zum ersten Mal seit Tagen kein Nebelmäntelchen umgehangen, dennoch ist es kalt, die Straßen nass.
Heute, wo ihr diesen Post lesen könnt, ist gut eine Woche vergangen. Ich habe die Couch temporär gegen eine Hängematte und Sandstrand getauscht und feiere außerdem meinen 30. Geburtstag.
Weil ich mir dachte: „Hey, wie wäre es, wenn du einfach abhaust, anstatt diesen 08/15 Kaffeeklatsch abzuhalten?“ Insofern: Liebe Grüße von der Südhalbkugel!

1) Mama füttert (noch) erfolglos. Es sollte nicht lange so bleiben.
2) Opa bringt mich davon ab, in ein Kissen zu beißen, das wie ein Schwarzbrot aussieht.
3) Skeptische Blicke auf das Fläschchen von Papa. War aber offensichtlich alles okay damit.

Wie schon letztens angesprochen, halte ich den 30. Geburtstag heutzutage für keine Zäsur mehr. Und da ich erst vorgestern von fremden Sparkassenangestellten unmanierlich geduzt wurde, scheine ich auch optisch noch ganz gut dabei zu sein.
Und trotzdem, auch ohne das große Tamtam darum: 30! Wow! Wo sind die letzten Jahre hin?
Und womit habe ich dieses wunderbare Leben eigentlich verdient?
Wenn ich so an meine Teenager-Zeit denke, sehe ich nur Grusel, Weltschmerz, Last. Nie hätte ich gedacht, irgendwann so zufrieden und glücklich sein zu dürfen. Ich bin – wem auch immer, Gott, Shiva, meinen Ahnengeistern, sucht euch was aus – so unendlich dankbar dafür, dass in meinem Dasein kein Übel Platz hat. Ich bette mich zwar nicht auf rosa Wolken, meckere vom Frühstücksmüsli bis zum Guten-Abend-Tee, optimiere und kritisiere in und an jedem Eckchen, weiß aber auch: Eigentlich ist alles gut. 

Und dann wollte ich ein Fazit schreiben, ein Resümée oder sowas. Und worüber könnte man an dieser Stelle besser resümieren als übers Essen? Ich habe mir überlegt, welche kulinarischen Genüsse der letzten 30 Jahre mir eigentlich im Gedächtnis geblieben sind. Herausgekommen ist diese Liste, quer und unsortiert, ohne Lebensalter, Orten oder sonstwie, das ist eine Liste nach Dingen, wie sie eben in meinem Kopf aufploppen, während ich darüber nachdenke.

Ich habe so gut es geht verlinkt, intern wie extern, das sind alles Empfehlungen von Herzen, unentgeltlich und non-affiliate. Interessanterweise sind viele Nennungen mit Reisen, vor allem nach Tokyo, Paris und New York verbunden – so soll's sein.
01) Unser Hochzeitsmenü im Spice Market, New York 2014.
02) Der perfekte Restaurantbesuch bei Keen's mit meinen Eltern, New York 2013 – für immer unvergessen.
03) Alles, was irgendwie mit Schwarzwälder-Kirsch zu tun hat. 
04) Mein erster Red Velvet Cupcake von Magnolia Bakery, New York 2013. Seitdem bin ich Red-Velvet-Addict.
05) Junior's Cheesecake, New York 2014.
06) Caffé Veloce Cheesecake, Tokyo 2009.
07) Japanische Crêpes mit Käsekuchen, Erdbeeren und Sahne bei Marion, Tokyo 2009.
08) Die Entdeckung von Wagyu Rinderfilet.
09) Pumpernickel Bagel, New York 2014.
10) Meine liebsten Frühlingsboten: Bärlauch, Spargel, Erdbeeren.
11) Mit herzlichem Gruß an Mama + Oma: Sauerbraten, Endiviensalat, Saure Eier, Kartoffelsalat. 
12) Erbsensuppe im Kloster Mariawald in der Eifel.
13) Japanische Frikadelle mit Reis, in einem Kellerrestaurant, das ich alleine nie gefunden hätte – definitiv eines der besten Essen meines Lebens, Tokyo 2005.
14) Schwarzer Johannisbeerlikör, die süffigste Liebe meines Lebens, aber bitte nur vom Gutsgasthof Andres, Pettstadt 2011.
15) Falafel (Favorit: L'as du Falaffel, Paris).
16) Frische, heiße, saftige, knusprige Zuckerwaffeln, Lüttich 2014.
17) Meine beiden Supper Club Erlebnisse in Thomas' Magic Garden Supper Club. Maren hat davon hier berichtet. Düsseldorf 2013.
18) Matcha – in jeder erdenklichen Form. Pur, als Latte, Schokolade, Bonbon. I love it. 
19) Die süßesten, getrockneten (und ungesalzenen) Tomaten aller Zeiten, ein Tante-Emma-Laden in Sollér, Mallorca 2011.
20) Macarons, sowie die Erkenntnis, dass ich die auch selbst machen kann.
21) Oliven und Zaziki in der Taverne Grigoris, unsere Rettung, als wir am immergleichen Hotelfraß fast zu Grunde gegangen wären, Rhodos 2013.
22) Das Baguette vom Meilleur Boulanger de Paris. 2010 war das Le Grenier à Pain mit Djibril Bodian. Es war phänomenal! Laut meiner Recherchen backt er dort immer noch. Und falls ihr gerade nicht in der Gegend seid: Hier könnt ihr euch die besten Pariser Bäckereien der vergangenen Jahre anschauen.
23) Perfekte Pâtissierkunst von Sadaharu Aoki, Paris 2011.
24) Fish & Chips, London 1998.
25) Wie ich zum ersten Mal (aus Versehen) in ein Tintenfisch Nigiri biss, Tokyo 2005.
26) Le Pain Quotidien – mache ich selbst irgendwann mal auf. 
27) Desnuda, New York 2014. Spottet jeder Beschreibung, muss man selbst erlebt haben. 
28) Das Okonomiyaki, das meine japanische Freundin 2008 für uns gemacht hat. Unvergessen.
29) Mein Lieblingsladen in Düsseldorf: U. – Das Restaurant. Weil sie's können. 
30) Das Eis meiner Kindheit: Sky, Bimo, Blizz, Tschisi, Paradiso, Banana Joe. Ich möchte gerne noch noch mal zurück ins Jahr 1992. Damals war ich 7. Jetzt bin ich 30. Was zur Hölle.

Habt ihr jetzt auch so doll Hunger wie ich? 
Ich hoffe es!
Macht euch einen schönen Sonntag. 

Gurkensalat mit Oma-Dressing (und die Frage nach dem richtigen Messer und Hobel) {WERBUNG}

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März 15, 2015

Vielleicht geht's nur mir so, aber ich gehöre nicht zu den Hobbyköchen, die Wert auf bergeweise Equipment legen und deren Wohnungen mit Entsaftern, Reiskochern, Küchenmaschinen, Thermomix-Maschinen, Kitchen Aids, Moulinettes, Eismaschinen und Stabmixern zugestellt sind. (Okay, einen Reiskocher habe ich, aber den brauche ich auch! Ein Reiskocher ist das Küchengerät schlechthin. Ehrlich jetzt.)
Ich habe mir im Laufe der Jahre eine kleine, feine Auswahl an Utensilien angeschafft, mit denen ich gut zurecht komme. Wichtig ist mir kein unnötiges Zeugs anzuhäufen, das ich vielleicht nur ein Mal im Jahr benötige. Dafür investiere ich lieber in qualitativ hochwertige Produkte, die ich gerne, ständig, jahrelang benutze.

Eines dieser Produkte sind ganz sicher Messer. Messer gibt es wie Sand am Meer, im hiesigen 1-Euro-Shop ebenso wie in verstecken, japanischen Kellerkammern (wo an die 1 aber sicher noch ein paar Nullen drangeklebt werden dürfen). Die angemessene Wahrheit für uns Feld-Wald-und-Wiesenköche liegt wohl irgendwo dazwischen. Womit ich den vergangenen Jahren allerdings nie Erfahrung gemacht habe: Keramikmesser. Keramikmesser waren für mich Werkzeuge, die mit ihren meist pastellfarbenen Klingen und Griffen unfassbar unseriös daherkamen, gemacht für ein Killerkommando im Regenbogenland, gekauft als wertloses Aussteuergeschenk für Studenten. Stumpf ab Werk. 
Etwas irritiert war ich dementsprechend, als Kyocera mich ansprach, ob ich Interesse an einem Produkttest hätte.* Wenn ihr bei Kyocera als erstes an Drucker denkt, habt ihr nicht ganz unrecht. War bei mir auch so. Aber: Der Name Kyocera setzt sich aus Kyoto und Ceramics zusammen, und das 1959 ebenda gegründete Unternehmen widmet sich der Keramik als Werkstoff in allen möglichen Bereichen. In die Messerproduktion ist man 1984 eingetreten. Ich bin vielleicht vorbelastet, aber Japanern und japanischen Produkten vertraue ich besonders, und deswegen habe ich mich spontan auf den Test eingelassen. (Vielleicht auch, weil ich mir kurz zuvor mit einem stumpfen Kameraden aus Stahl die Fingerkuppe bis zur Unkenntlichkeit zerschnitten hatte.)

Und bin auch heute, drei Monate später, noch sehr glücklich darüber. Denn ich mag mein edles, schwarzes, noch immer superscharfes Messer mit dem Namen FK-140 BK. Es ist zwar eher zierlich (für Damen), liegt aber sehr angenehm und vor allem leicht in der Hand. Es hat seit seinem ersten Einsatztag nicht an Schärfe verloren und kann einfach in die Spülmaschine gesteckt werden. Für mich bisher das einzige Manko: Falls es doch mal nachgeschärft werden muss, sollte man damit zum Fachmann.

Noch größerer Fan bin ich alledings von dem Hobel (CSN-202 BK), der beigelegt wurde. Ich habe Jahre meines Lebens an einen besch... IKEA-Hobel verschwendet! Das weiß ich leider erst jetzt. Der Kyocera-Hobel ist das tollste und beste, was mir je die Gurke für meinen geliebten Gurkensalat zersäbelt hat. Seht ihr das Foto? Hauchdünn, präzise. Der IKEA-Hobel hat – wohlgemerkt von Anfang an –  die Gurken eher in grobe Stücke zerteilt, die an Picassos Spätwerk erinnerten.
Seit ich den von Kyocera habe, hobel ich eine Gurke nach der anderen wie ein Weltmeister, während das Messer die Dillspitzen in Windeseile in feine Streifchen hackt.

So ist Gurkensalat binnen Kürze zu meinem neuer Dinner-Standard geworden.
Das ist eigentlich Quatsch, denn noch schmecken die Gurken nicht besonders lecker. Aber ihr könnt euch das Rezept schon mal vormerken, denn was kann es so ab Mai Besseres geben, als einen frischen Gurkensalat mit cremigem Dressing und Frühkartoffeln vom Blech?


*Hinweis: Die Produkte wurden mir von Kyocera kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine persönliche Meinung bleibt hiervon unbeeindruckt. Auch das Rezept für den Salat ist mein eigenes. 

Gurkensalat mit Oma-Dressing
für 2 Portionen als großzügige Beilage

Zutaten
1 Gurke
50 ml Kondensmilch (klingt vielleicht komisch, is' aber so)
1 Handvoll Dill, fein gehackt 
1 EL Weißweinessig
1 TL bis 1 EL Zucker
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Die Gurke in feine Scheiben hobeln. Mit Salz bestreuen und in ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb legen. Wir wollen die Gurken an dieser Stelle wässern, weil ihr sonst nicht viel Freude an eurem Gurkensalat haben werdet. Die Gurkenscheiben fangen direkt an, zu tropfen – gebt ihnen am besten 30 Minuten und drückt die Scheiben anschließend gut aus. Wer mag, kann auch von Anfang an das Innere der Gurke entfernen, hier steckt das meiste Wasser drin. 

In der Zwischenzeit könnt ihr das Dressing vorbereiten: Kondensmilch, Dill, Weißweinessig und Zucker zusammenrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und ziehen lassen. 
Es gibt Leute, die würden jetzt noch eine Zwiebel zufügen, das finde ich aber unangemessen. 

Zu den ausgedrückten Gurkenscheiben geben, vermengen und sofort servieren.

Street Food Festival Düsseldorf

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März 12, 2015

Ich + Street Food – eigentlich hätte das nie funktionieren dürfen.
Denn konservativ wie ich bin, esse ich gerne im Sitzen. An einem Tisch. Mit Messer, Gabel und Serviette. Ausnahme: Das, was man mir im Vorbeigehen andrehen will, ist verdammt gut.

Und da es das seit geraumer Zeit vermehrt ist, muss ich zugeben: Auch ich bin zum Auf-die-Hand-Groupie mutiert. Dabei war nur eine Frage der Zeit, bis der seit längerer Zeit anhaltende Trend zu Street Food ein eigenes Festival herauf beschwören würde. Seit Ende letzten Jahres ist es nun so weit: Nach einer (noch leisen) Premiere in Köln, fand auch in Düsseldorf im November 2014 das erste Street Food Festival statt. Damals noch auf dem Gelände des Boui Boui Bilk – eine Location, die ich persönlich sehr cool finde, deren Kapazität dem Ansturm aber nicht ansatzweise entsprechen konnte.
Dementsprechend haben die Veranstalter das Festvial ins Stahlwerk verlegt, wo am vergangenen Wochenende im schönsten Sonnenschein ausgiebig geschlemmt werden durfte. Auch hier kurz nach der Eröffnung das schon aus dem Vorjahr bekannte Bild: Menschenmassen, die sich einmal komplett rund ums Areal schlängelten. An der Stelle wäre ich normalerweise raus gewesen, ich stelle mich nicht gerne an, schon gar nicht, wenn der Hunger nagt.

Vorbildlichste Bloggerinnen, die auch bei krudesten Lichtverhältnissen ihr Profi-Equipment draufhalten vs. mein iPhone

Meine Rettung, mein Glück: Es gab einen Rundgang für Foodblogger, zu dem ich eingeladen worden war. Wir trafen uns in einer kleinen Gruppe mit dem Organisator bereits vor Eingang und haben an einigen Ständen Halt gemacht und dankend die großzügigen Kostproben entgegen genommen. 

So besuchten wir Die Futterflotte (getestet: Veggie-Sandwich mit Beluga-Linsen, Tomaten-Marmelade, Ziegenkäse und Thymian-Honig, BÄÄÄM! ★), Jäger & Sammler (getestet: Veganer Saitling-Burger, bei dem Sandwich mit Entenbrust war ich raus #lieblingstier ☆), Pelicans Jamaican Food (getestet: Lammcurry, Fischcurry, Jerk Chicken ★), Maria Maria Arepas (getestest: Arepas Chorizzle Foshizzle und Cheese Please ☆) und Miss Marshmallow (gestestet: Maple Glazed Bacon und Amaretto Almond Cookie ☆) 

Wie ihr seht, war das eine ganz schön abwechslungsreiche Mischung. Ich fand es toll, dass wir bei Pelicans Halt gemacht haben, weil das ein nicht ganz so durchgestylter Stand war – Streetfood hat ja doch diesen seeeeeeeehr hippen Charakter – und das Essen einfach toll geschmeckt hat. Lediglich bei den Marshmallows musste ich passen: Ich war sowieso schon satt, und der letzte Biss in diesen süßen, weichen Schwamm hat mir einfach den Rest gegeben.
Das hat all meine Pläne kaputt gemacht. 

Dontak: Eva und Tak in Action 
Denn eigentlich hatten der Mann und ich geplant, nach der „Verkostung“ (wir dachten da eher an Fingerfood-Häppchen, die Großzügigkeit der Aussteller hat uns völlig aus den Socken gehauen) noch die japanischen Stände abzugrasen, von denen dieses Mal einige mehr dabei waren. 
Tja, wie gesagt, der Marshmallow war schon simply too much, so dass wir erst einmal eine dringend die nächstgelegene Wasserstelle aufsuchen mussten. Nachdem wir einige Minuten frische Luft geschnappt hatten, haben wir dann nur noch bei Eva und Tak vorbei geschaut. Die beiden betreiben den Foodtruck DONTAK und hatten mich via E-Mail auf eine Stippvisite eingeladen. Leider blieb aufgrund des Ansturms nicht viel Zeit zu plaudern (schade für mich, schön für die beiden), aber für eine Miniportion Curry + Karaage fühlte ich mich dann doch noch bereit. Und das stellte sich dann tatsächlich als ideales Finish dar. Das Karaage war unbeschreiblich lecker, knusprig und frisch, das Curry perfekt „japanisch“ abgeschmeckt. Wirklich top! (★)
Habt ihr noch nie japanisches Curry gegessen? Dann solltet ihr das unbedingt mal testen! Ich mag es viel lieber als Thai Curry. Eure Chance, dass Eva und Takauch auf dem nächsten Festival sicher dabei sein werden!

Die nächsten Termine für das Street Food Festival stehen übrigens schon!
20. + 21. März, Duisburg, Landschaftspark Nord (tolle Location, außerdem: Eintritt frei!)
28. + 28. März, Köln, Jack in the Box
02. + 03. Mai, Düsseldorf, Stahlwerk 

Toll übrigens: Diese unbändige Vielfalt. Egal, was ihr mögt, ob Fisch oder Fleisch, ob vegetarisch oder vegan, ob afrikanisch oder asiatisch oder mediterran, ob süß oder deftig – hier ist wirklich für jeden was dabei. Daumen hoch für die Auswahl!
Und weil Street Food so boomt, wird im Stahlwerk ab April auch ein Street Food Thursday stattfinden. Die Veranstaltungen sind aber nicht zu verwechseln, denn letztere soll als Plattform für lokale und regionale Aussteller fungieren, während das Street Food Festival überregional ausgerichtet ist. 


MARIA MARIA – Arepas (Teigfladen aus Maismehl)

Und hier noch meine 3 ultimativen Survial-Tipps für den Besuch eines Street Food Festivals.
1) Wer früher kommt, ist schneller dran. Ihr müsst weder draußen noch drinnen lange anstehen und läuft auch nicht Gefahr, dass der eine oder andere Stand bereits ausverkauft ist, wenn man aufschlägt.
2) Schaut euch erst um, bevor ihr euch beim erstbesten Stand den Bauch vollschlagt. Ja, ich weiß, alles klingt toll, riecht verführerisch und sieht noch besser aus. Aber: Haltet einen Moment inne. Schaut euch um. Wonach steht euch gerade wirklich der Sinn?
3) Teilt! Teilt! Teilt! Wer mit mehreren Leuten kommt, kann an vielen Ständen etwas kaufen und teilen, bevor ihr euch direkt mit einem riesigen Pulled Pork Burger ins Fresskoma befördert. 

Vielen lieben Dank für die Einladung zum Rundgang. Ich habe mich sehr gefreut, alte und neue Gesichter (wieder) zu sehen – leider war es zum Schluss bereits so voll, dass sich nach dem Rundgang die große Gruppe binnen Sekunden in viele kleine gesplittet hat. Ich wollte nur kurz was trinken, und schwupps – waren alle verschwunden. Schade, wo ich mich doch so gerne noch näher mit den alten und neuen Bekanntschaften ausgetauscht hätte. 

Pumpernickel Bagels

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März 03, 2015

Mein privater American Dream: Frische, duftende Pumpernickel Bagels.
Die dunklen Kringel haben mich im letzten Sommer täglich in den Tag begleitet, selbst am Tag meiner Hochzeit saß ich morgens mit krümeligem Bagel und Green Smoothie auf dem Bett und habe auf die Stylistin gewartet. Insofern habe ich auch emotional eine starke Bindung dazu, ihr versteht. Bald nach meiner Rückkehr machte ich mich auf, die Dinger auch in Düsseldorf oder Umgebung aufzutreiben. Ich fuhr von Hü nach Hott, von Süd nach Nord, Ost nach West, immer mit dem selben Ergebnis: KEINE PUMPERNICKEL BAGELS.
Die Monate zogen ins Land, das Verlangen wurde stärker.
Sollte ich gar selbst Hand anlegen müssen?

...

Das Ende der Geschichte ist, dass ich ungefähr 100 amerikanische Rezepte für Pumpernickel Bagels auf diversen Online-Plattformen wälzte, wobei die alle so unterschiedlich waren, dass ich letztlich einen Mix aus mehreren zusammen frickelte.
Mit dem Ergebnis war ich – trotz des Aufwands – zumindest für einen Tag wieder im Bagelhimmel: Durch den Mix aus Roggen-, Weizen- und Vollkornweizenmehl, verbunden mit Kümmel und natürlich Rübensirup wunderbar duftend und weich, frisch aus dem Ofen oder später aufgetoastet ein waaaahnsinniger Genuss. So aß ich letzten Samstag von morgens bis abends (fast) ausschließlich Pumpernickel Bagels. Mit veganem Hawaii-Salat, mit Rübensirup, mit Kräuterfrischkäse.

Wenn ihr keinen Kümmel mögt, könnt ihr ihn einfach weglassen (wobei der schon irgendwie dazu gehört und Leute, die keinen Kümmel mögen, mir irgendwo ein Rätsel sind. Das ist wie mit Rosinen.)



Pumpernickel Bagels
Rezept für ca. 8 Stück

Zutaten
300 ml lauwarmes Wasser
2 Päckchen Trockenhefe (insgesamt 14 g)
140 g Vollkornmehl
130 g Roggenmehl
165 g Rübensirup
30 g Kakaopulver, stark entölt
1 EL Sonnenblumenöl
1 EL Kümmel
1 – 1 1/2ELSalz
160 g Weizenmehl, 405 (oder 00)

Zubereitung 
Lauwarmes Wasser, Vollkornmehl und Trockenhefe in eine Schüssel geben und mit einer Gabel verrühren. Beiseite stellen und ca. 10 Minuten „treiben“ lassen; Die Mischung sollte leicht blubbern. 

In einer anderen Schüssel Roggenmehl, Rübensirup, Kakaopulver, Sonnenblumenöl, Kümmel und Salz vermischen. Hefe-Gemisch und Weizenmehl hinzugeben und für ca. 10 Minuten verrühren. Gesegnet seid ihr an dieser Stelle, wenn ihr eine Küchenmaschine besitzt. Im Anschluss sollte der Teig fest und elastisch sein und nicht mehr dolle kleben. Ist dem nicht so, fügt einfach noch etwas Wasser hinzu. 
Anschließend in eine leicht gefettete Schüssel geben, abdecken und an einem warmen Ort ca. eine Stunde ruhen und gehen lassen. 

Anschließend acht Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, anschließend mit Folie bedecken und noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen schonmal auf 230 °C vorheizen. Sobald die halbe Stunde um ist, solltet ihr auch einen Kochtopf mit siedendem Wasser auf dem Herd stehen haben. Jede Kugel bringt ihr nun in Bagel-Form: Mit dem Daumen in die Mitte der Kugel drücken und ausdehnen, bis ihr in etwa 4 cm Durchmesser erreicht habt. An dieser Stelle besteht noch kein Grund dafür, den Bagel perfekt glatt zu formen – schließlich wird nun ein jeder Bagel ins Wasser getaucht, um dort von jeder Seite zwei Minuten vor sich hin zu dampfen. Im Anschluss lässt sich der Teig dann ideal formen: Setzt ihn einfach mit Hilfe einer Schaumkelle aufs Blech und glättet hier und dort ein bisschen.

Anschließend könnt ihr die Bagels mit dem Eiweiß bestreichen und mit Sesam, Kümmel, Chia o. ä. bestreuen. Was immer ihr mögt, je mehr und je unterschiedlicher, desto schöner sieht's (meiner Meinung nach aus). Ab in den Ofen damit und für ca. 25 Minuten je Blech backen lassen, bis die Bagels durch sind.
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