Freitag, 30. Oktober 2015

Mushroom Bourguignon

Mushroom Bourguignon

Passend zum Wochenende serviere ich euch ein Herbstgericht, das ihr unbedingt ausprobieren solltet. Es handelt sich um Mushroom Bourguignon – nach ungefähr drölf Mal habe ich nun endlich raus, wie man das schreibt, hurrah! –, einen Klassiker, der 2009 von Smitten Kitchen veröffentlicht wurde und sofort seinen Siegeszug durch die globale Blogosphäre antrat. 

Viele von euch werden sicher schon einmal von Boeuf Bourguignon gehört haben – ein französisches Schmorgericht, das Julia Child berühmt gemacht hat. (Die Lesung des letzten Halbsatzes lasse ich bewusst offen.) Hauptzutaten sind, wie der Name schon sagt, (Muh) und Burgunder (Hicks).  Das Schmorgericht gilt der englischen Wikipedia nach als „a standard of French cuisine“. Nun ist Boeuf in meiner Küche ein eher selten gesehener Gast, und das darf auch gerne so bleiben. Lust auf deftige Herbstgerichte habe ich aber trotzdem – also warum nicht probieren? 
Und so besorgte ich mir vergangenes Wochenende alle Zutaten und schmorte ehrgeizig drauf los. 
Ich muss dazu sagen, dass ich entgegen des Originalrezepts keine Portobello Pilze genommen habe, sondern Braune Champignons, weil Portobello mit 24 Euro im Kilo etwas aus dem Rahmen gefallen sind – bei 600 Gramm, die ich veranschlagt hatte, wäre ich allein für die Pilze schon knapp 15 Euro los geworden. Das muss ja nicht sein. Feste braune Champignons eignen sich mindestens genau so gut und haben einen schönen, angenehm erdigen Geschmack. 

Das Ergebnis war großartig: Sämig, cremig, bratensauce-ig, großes Soulfood-Sonntagskino. Dazu gab's Kartoffelbrei, aber sicher eignen sich Eiernudeln oder Klöße genau so gut.

Also: Husch Husch in die Küche – und bringt mir gerne was mit! Übrigens noch ein Pluspunkt: Wenn ihr anstelle von Butter Margarine nehmt, ist die ganze Geschichte komplett vegan

Ihr sucht Bilder in schön dazu? Dann empfehle ich euch Pinterest. 

Mushroom Bourguignon  
Rezept für 2 Personen

Zutaten
1 EL Olivenöl
1 EL weiche Butter
600 g braune Champignons, in 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten
1 Karotte, fein gewürfelt
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
250 ml kräftiger Rotwein (Burgunder, wenn ihr's authentisch haben wollt)
450 ml Gemüsebrühe oder -fond
1 EL Tomatenmark
1/2 TL getrockneter Thymian
1 EL Mehl
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung 
Die Pilze in einer großen Pfanne über hoher Hitze in 1 EL Olivenöl und 1 EL Butter anbraten, bis sie leicht gebräunt sind, aber noch keine Flüssigkeit abgeben. Das kann ganz schnell gehen, also lieber zu oft ein Auge drauf werfen. Pilze heraus nehmen und beiseite stellen.

Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und in einem großen Topf Zwiebel- sowie Karottenwürfel und Thymian mit 1 EL Olivenöl ca. 5 bis 7 Minuten dünsten. Knoblauchzehen zugeben und noch kurz weiterbraten, dabei kontinuierlich rühren, damit nichts anbrennt. Mit dem Wein aufgießen und gut umrühren. Wieder auf hohe Hitze schalten und sodie Flüssigkeit reduzieren. Tomatenmark, Brühe (oder Fond) und Pilze zugeben. Nun ca. 25 Minuten lang kochen lassen, dabei ab und zu umrühren. 

Zum Schluss die restliche Butter mit dem Mehl verkneten. Unterrühren und erneut 10 Minuten weiterkochen, bis das Mushroom Bourguignon schön sämig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren – zum Beispiel zu Kartoffelbrei. 

PS: Weil es Pilze sind, würde ich das Gericht nicht noch einmal aufwärmen sondern lieber direkt komplett verzehren. Sollte aber nicht schwer fallen. 
Sonntag, 25. Oktober 2015

Kürbis-Mohn-Muffins mit Streuseln

Kürbis-Mohn-Muffins mit Streuseln

Habe ich vor exakt einem Monat noch Muscheln am Strand gesucht und den Spätsommer auf Sardinien genossen, sitze ich jetzt schon wieder mit Wärmflasche, eingelullt von Wolldecke und üblicher Herbst-Melancholie, auf der Couch – und suche bereits Plätzchenrezepte für die Weihnachtsbäckerei zusammen. Dabei mag ich den Herbst. Genau so wie ich den Frühling, den Sommer und den Winter mag. Ich mag nur den Teil des Herbsts nicht, der grau, regnerisch und dauerverschnupft ist. 
Ach, dieses ständigen Lamentierens über das Wetter bin ich auch auf anderen Blogs schon überdrüssig, da will ich euch nicht auch noch damit belästigen. Kommen wir zum Rezept: 

Auf die Gefahr hin, dass ihr keine Kürbisrezepte mehr sehen könnt oder wollt (mir persönlich würde das nie passieren), habe ich heute ein Rezept für euch, das ich so noch nirgendwo gesehen habe – die Kombination Kürbis und Mohn scheint mir erstaunlicherweise nicht besonders populär. 
Dabei bin ich ein absoluter Mohn-Junkie! Ich liiiiehiebe Mohn – Mohnschnecken, Mohnkuchen (am liebsten mit Streuseln) oder diesen einfachen Kuchen mit Mohn, Marzipan und Saurer Sahne. Leider kann man heutzutage kaum noch gutes, saftiges Mohngebäck kaufen. Ich bin mir sicher, dass das 2009 verzehrte Stück Mohnstrudel von Kamps eine posttraumatische Belastungsstörung bei mir ausgelöst hat. Bei Mohn kann man niemandem trauen. Deswegen mache ich die Mohnfüllung auch selbst. Das geht zwar ganz einfach, aber: Ihr solltet sie lieber schon einen Tag vorher zubereiten, damit sie – passend zum Backstart – erkaltet ist. 

Weshalb Mohn auf deutschen Blogs relativ selten in Erscheinung tritt, ist mir ein Rätsel – Feines Gemüse ist da keine Ausnahme. Das möchte ich ändern. Die Kombination aus Mohn mit Kürbis schien mir  reizvoll, also habe ich ein bisschen recherchiert und geklöppelt und umgerechnet und präsentiere hiermit: Absolut sündige Mohn-Kürbis-Muffins mit Streuseln – die ideale Begleitung zu einer Tasse Schwarztee mit Milch. Mit den Fotos bin ich nicht ganz zufrieden, irgendwie hatte ich verplant, dass es ab heute doch etwas früher dunkel wird. Nun ja. 

Macht's euch noch kuschelig und habt einen schönen Start in die letzte Oktoberwoche.

Kürbis-Mohn-Muffins mit Streuseln


Kürbis-Mohn-Muffins mit Streuseln
Rezept für ca. 8 Stück

Zutaten
für die Muffins
200 g Hokkaido-Kürbis mit Schale
100 g Vollrohr-Zucker
2 Eier
Salz
150 g Mehl
1 gehäufter TL Backpulver
1/2 TL Zimt
90 ml neutrales Pflanzenöl (z. B. Rapsöl)

für die Mohnfülle
125 g gemahlener Blaumohn
125 g Milch oder Wasser
125 g Zucker
fein geriebene Schale von 1/2 Zitrone
1 EL Honig, klar

für die Streusel
100 g Mehl
25 g Zucker
50 g Butter, kalt

Zubereitung
Die Mohnfüllung ist schnell zubereitet, sollte aber abkühlen, bevor sie weiterverwendet wird: Einfach Milch mit Zucker aufkochen lassen, Mohn hinzufügen und so lange einreduzieren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Achtung: Die Masse wird nach dem Erkalten deutlich dicker als im heißen Zustand. Zum Schluss noch Honig und Zitrone hinzufügen und zum Abkühlen beiseite oder in den Kühlschrank stellen.

Den Ofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Für die Muffins den Kürbis grob raspeln. In eine Rührschüssel geben, Vollrohr-Zucker und Eier hinzugeben und vermischen. In einer anderen Schüssel Salz, Mehl, Backpulver und Zimt verrühren und ebenfalls zum Kürbis geben. Öl hinzugießen und dann gut miteinander verrühren. Auch hier gilt: Es sind Muffins, also nicht übertreiben.

Aus den Zutaten für die Streusel dicke Streusel kneten. Ich mache das mit den Händen.

Nun ab in die Förmchen damit. Ich habe ein bisschen geschichtet: Kürbisteig, Mohn, Kürbisteig, Mohn, Streusel. Ab in den Ofen und ca. 20 – 30 Minuten backen. Achtung: Ich finde, meine hätten ruhig schon zwei Minuten vorher aus dem Rohr gekonnt. Macht also lieber einmal zu oft eine Stäbchenprobe als zu wenig.

Montag, 5. Oktober 2015

Good Food Festival in Düsseldorf – Entdecken, Schmecken, Selbermachen



Der erste Eindruck bei der zweiten Auflage des Good Food Festivals: 
Huch, wo kommen all die Menschen her? Es ist deutlich voller als bei der Premiere im Mai. Hatte ich mir damals noch bequem einen Überblick verschaffen können, ist es nun gut gefüllt, die Menschen nutzen das schöne Herbstwetter offensichtlich aus. 
Dennoch: Mit dem Street Food Festival und den schon legendären Schlangen vor dem Einlass hat das hier (noch?) nichts gemeinsam, das gemütliche Schlendern, Stöbern und Entdecken fällt nicht schwer.
Ich freue mich, dass das rein regional-saisonale Festival so viel Zuspruch findet, wenngleich sicherlich etwas von dem aktuellen Hype um Street Food auch ohne große Anstrengung abgefärbt hat; Aber das ist ja legitim und dient hier dem wortwörtlich „guten“ Zweck.

Ambiente – mir gefällt es! Ich liebe das BouiBoui Bilk!
Das Good Food Festival fand erneut im Boui Boui Bilk statt, für mich natürlich äußerst bequem nur wenige Fahrradminütchen entfernt. An der Herbstausgabe haben über 30 Aussteller und Anbieter aus der Region teilgenommen. Ziel des Ganzen: Die Region stärken, kleine Händler und Gastronomen aus der Umgebung bekannt machen. Dabei soll es – das macht Organisatorin Katrin Schwermer-Funke in ihrer Begrüßung klar – nicht nur ums Essen gehen. Sicher ist es erlaubt, das Festival zu besuchen und sich den Wanst vollzuhauen – es geht aber auch ums entdecken und selbermachen. Ferner wichtig: Saisonalität. Welche Jahreszeit wir haben, muss sich im Angebot widerspiegeln.
So ist das Konzept bis ins Kleinteilige durchdacht; Sogar auf Mülltrennung wird Wert gelegt – und falls sich wer unsicher ist, was wo rein gehört... : 

Trennen, was man trennen kann!
Viele Familien mit Kindern fallen auf, es gibt auch für die Kleinen ein entsprechendes Bespaßungs- und Lernprogramm. Zudem: Sitzgelegenheiten! Viele Tische, Stühle, Bänke, sogar Blümchen und Pflanzen machen aus der sterilen Fabrikhalle ein gemütliches, fast szeniges Plätzchen, an dem man länger verweilen mag. Ein riesiger Pluspunkt im Gegensatz zum letzten Mal!
Und obwohl ich mich über diese Gemütlichkeit so sehr gefreut habe, komme ich vorerst keine Sekunde zur Ruhe, denn Thomas Deckert, ebenfalls Organisator (und Ausrichter des von mir sehr geschätzten Magic Garden Supperclubs), führt mich und die liebe Anne zu einigen Austellern, die beim letzten Mal nicht dabei waren. 

Für die Salami- und Schinkenfans unter uns... 
Wir starten den Rundgang bei Keltenkost. Das hört sich nun nach Schottland und Haggis an. Ist aber nicht so. Keltenkost ist ein Online-Shop, der auf "Galician Artisan Gourmet" spezialisiert ist, sprich: Handwerklich hergestellte Spezialitäten aus Nordspanien. Ob der Name dann nicht irreführend sei? Nein, die Kelten waren auch in Spanien – wusste ich nicht, wieder was gelernt. Ich hoffe, die Mehrheit da draußen ist gebildeter als ich es bin. Wir dürfen hinreißende Chorizo und Schinken probieren, zudem einen traumhaften Rotwein und Kaffeelikör, bevor es weiter geht es zu den Jungs von BeBananas

Banana Bread in den Sorten Schokolade, Kirsche, Himbeere und Walnuss. 
Da bin ich emotional natürlich erstmal zusammengebrochen, weil ich Bananen gelinde gesagt  einfach furchtbar finde. Ihr könnt mir so ziemlich alles vorsetzen, aber bei Bananen (okay, und Meeresfrüchten) nehme ich reißaus. Beim Good Food Festival aber setzte ich eine tapfere Miene auf und ließ mir ein Scheibchen Kirsch-Banana Bread auftoasten. Tja, was soll ich sagen? Lecker! Wie Kuchen, aber irgendwie anders, und gar nicht so bananig wie befürchtet. Ein Klecks ungesüßte Sahne hätte mir gut dazu gefallen.

Wenn ich Bananen anfassen könnte, würde ich das vielleicht sogar mal selbst machen – kann ich aber nicht, insofern hoffe ich, dass die Gründer Lars und Tim irgendwann tatsächlich einen Laden eröffnen. Übrigens: Alle Bananen, die die beiden für ihre Brote benutzen, sind so reif, dass sie nicht mehr verkauft werden können und in den Müll wandern würden – tolle Verwertung!

Großartige Single-Gewürze und kreative Mischungen von Spirit of Spice.
Bei Spirit of Spice, einer Gewürzmanufaktur aus dem benachbarten Willich, die ich schon lange kenne, probieren wir einen Szechuan-Pfeffer, wir ihr ihn alle noch nicht gegessen habt. WOW – nicht scharf, dieses Aroma, ein Blitzeln auf der Zunge, das minutenlang anhält und leicht betäubt. Damit muss man umgehen können, ein Wahnsinn! Ich bin sowas von kurz davor, den zu bestellen.

Schokolade! Wundervolle Schokolade!
Das Bernsteinzimmer stellt vegane Schokolade her, die – meinen bisherigen Erfahrungen nach – weit und breit ihresgleichen sucht. Vegane Schokolade ist bisweilen etwas schwierig: Krümelig, hart, grau, häufig bäh. Aber diese hier: Auch in den helleren Sorten vorbildlicher Schmelz, famoser Geschmack. Alle Tafelschokoladen und Pralinen werden von Gründerin Solvejg selbst gefertigt, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt hat. So muss Schokolade schmecken! – und wenn das auch noch vegan möglich ist, halleluja. Wer also immer schon auf der Suche nach veganer Schokolade war, die mit hochwertiger Milchschokolade mithalten kann, ist im Bernsteinzimmer gut aufgehoben. Bald wird der Online-Shop eröffnet und ich freue mich schon sehr darauf, meinen Warenkorb vor Weihnachten dort füllen zu können!

Die hübsche Solvejg vom Bernsteinzimmer erklärt mir, wieso sie (offensichtlich) Feuer und Flamme
für ihre Schokoladen ist. 

Single Hop und Rhabarber Weisse. Wusstet ihr, dass Berliner Weiße von Kindl nur Plörre ist? Kein Witz!
Anschließend nahmen wir noch an einem Craft-Beer-Workshop teil. Drei Sorten wurden verkostet. Ich bin kein großer Biertrinker, ehrlich nicht – ich finde Bier ganz knorke, würde mir aber nur selten selbst eins bestellen, bin also eher so der Mittrinker. Allerdings interessiert mich bei Essen und Trinken einfach alles abseits der Norm, und das trifft nun mal auch auf Bier zu. Irgendwann lerne ich dieses Verkosten (sowohl für Wein als auch für Bier) nochmal richtig, aber hier durfte ich in 45 Minuten einen kleinen, aber feinen Eindruck hinter die Kulissen kleiner Braubetriebe abseits von KöPi und Beck's bekommen. 

Puh, ganz schön anstrengend, so viel Rennerei und Pläuschchen hier und dort – im Anschluss gönnten wir uns also noch die eine oder andere Nascherei (man könnte auch sagen: Eine Stroopwaffel, so groß wie eine Schallplatte und gefüllt mit warmem, flüssigen Karamell), ehe in der schönen Abendsonne zurückspaziert wurde. Schade, dass gegen 17:30 Uhr schon so viele Stände ausverkauft waren, ich hätte gerne noch viel mehr probiert – was auf der anderen Seite natürlich wieder für die Qualität spricht. An der Kalkulation hingegen kann bis zum nächsten Mal gearbeitet werden. Ich habe Geduld.

Danke an die Organisatoren Katrin und Thomas – und natürlich an das „unsichtbare“ Team vom BouiBoui, ohne die das Festival nicht möglich gewesen wäre.
Beim nächsten Good Food Festival bin ich gerne wieder mit dabei!
Seid ihr auf auf dem Good Food Festival gewesen oder habt ihr wenigstens ein bisschen Lust bekommen, beim nächsten Mal mit dabei zu sein? 

Auf Facebook könnt ihr euch weitere Bilder anschauen und bekommt auch den nächsten Termin serviert: www.facebook.com/goodfoodfestival