Freitag, 30. Dezember 2016

Feines Gemüse im neuen Look & Foodblogbilanz 2016 – Mein Rückblick



Wir sind nun „zwischen den Jahren“, also noch nicht im neuen, aber irgendwie auch längst nicht mehr im alten Jahr. Es ist eine komische Zeit, eine zeitlose Zeit. Ich nutze sie jährlich, um all das zu tun, was in den vergangenen zwölf Monaten zu kurz gekommen ist: Unerfreulichen Papierkram sortieren und wegheften, Kochbücher wälzen, Rückenyoga, schlafen. Vor allem schlafen, aktuell komme ich auf knapp zehn Stunden pro Tag, dabei bin ich doch eigentlich Kurzschläfer und Frühaufsteher. Schon im Rückblick 2015 hatte ich mir festgenommen, dem Blog zum 5. Geburtstag im Mai einen neuen Look zu spendieren – nun, daraus ist gar nichts geworden. Der Geburtstag ging im Alltag unter, und mich mit einem neuen Look & Feel zu beschäftigen, nein, dazu war wirklich keine Zeit. Bis jetzt! Die letzten zwei Tage habe ich kontinuierlich gebastelt, gerüttelt, verschoben, vektorisiert und nun ist es da: Das neue „Feines Gemüse“ – jetzt sogar auch auf eurem Handy oder Tablet in schön! Ein paar Kleinigkeiten sind noch anzupassen, aber das ist nur Fitzelarbeit. Nach nunmehr zweieinhalb Jahren mit dem alten Layout war ein neues Mäntelchen durchaus angebracht. Ich hoffe, es gefällt euch so gut wie mir.

Zudem gibt's heute meinen obligatorischen Jahresrückblick:
2016 war ein seltsames, chaotisches Jahr, und viele Ereignisse haben uns erschüttert. 
Für mich persönlich war 2016 ein tolles Jahr, und es fühlt sich angesichts der vielen schecklichen Ereignisse fast falsch an, das zu schreiben. Aber so ist es nun einmal: Gespickt mit wundervollen Reisen – Kurztrips führten nach Wien, drei Mal nach Berlin, nach Karlsruhe und mit meinen Eltern ins schöne London. Die längeren Reisen, die wir 2016 erst im letzten Drittel unternehmen konnten, führten ins über alles geliebte Japan (wandern) und auf die Seychellen (entspannen). 

Nun möchte ich noch kurz die Fragen zur Foodblogbilanz 2016 beantworten, die dieses Jahr wieder bei Sabine gesammelt werden.

1. Was war 2016 dein erfolgreichster Blogartikel?
Wenn man mal von den – wie üblich – erfolgreichen Posts in Verbindung mit einem Gewinnspiel absieht, haben die meisten von euch auf meinen Artikel zur selbstgemachten Remoulade geklickt, die gerade jetzt zur Weihnachtszeit ein Renner war. Aber auch die Schokoladen-Brownies mit der Geheimzutat Kidneybohne und die Ofenpaprika mit Hirsefüllung.

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?
Die Frage finde ich ob meiner miesen Blog-Frequenz schwierig. Ich finde meinen Beitrag zum Basenfasten wichtig – weil ich im Anschluss daran mehrmals eine Ernährungsärztin aufgesucht habe, wodurch mir ziemlich viel klar geworden ist. In Kombination hat das zwar nicht zu einer Ernährungsumstellung geführt (brauche ich nicht, sagt auch die Ärztin), aber zu einer „Verhaltensüberdenkung“.

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?
Boah. Tja. Weiß ich auch nicht. Ich lese halt immer dieselben Blogs, ich bin langweilig. Aktuell verliere ich mich gerne bei Grain de Sel und Urgeschmack.

4. Welches der Rezepte, die du 2016 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum? 
Da muss ich passen, typische Foodblogger-Krankheit, ich koche höchst selten irgendwas zwei Mal, außer Standardgerichte. Aber wo ich gerade die Rezepte so durchgehe: Ich muss unbedingt nochmal diesen famosen Kartoffelkäse machen.

kartoffelkaese


5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2016 beschäftigt? Und hast du es gelöst?
A) Ich hasse meine Fotos und nein, ich habe es nicht gelöst.
B) Ich hasse mein Layout und habe es heute, einen Tag vor Neujahr gelöst (obwohl ich es mir schon vor über einem halben Jahr vorgenommen hatte, haha).

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?
Wir haben in Japan fast nur regional gegessen, und das war schon besonders, wenn man in irgendwelchen Bergen rumhampelt. Ansonsten haben wir auf den Seychellen das Fruchtfleisch junger Kokosnüsse entdeckt, und ich vermisse es sehr. So frisch, so süß und saftig und kokos-ig.


7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf deinen Blog gekommen sind? 
Ich würde sagen: why.does.keycode33484119.spacebarnot.work? ist ein ziemlich komischer Suchbegriff. Und kulinarisches highlight zum 50 geburtstag ebenfalls, ich meine, da bin ich ja wohl noch ganz weit entfernt davon. 

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2017?
Ein bisschen mehr Leben als 2016 und – wie wir alle – mehr Kommentare. Ich meine, wir meckern alle darüber, dass nur noch auf Facebook kurz geliked und kommentiert wird, und die Blogs verwaisen, müssen aber doch ehrlicherweise zugeben, dass wir meistens genau so sind. Also ist das (mal wieder) mein Vorsatz für 2017. 

Wen's interessiert: Hier könnt ihr noch meine Foodblogbilanz 2015 nachlesen.
Und jetzt erzählt mir von euch! Erstens möchte ich wissen: Gefällt euch das neue Design? (Bitte sagt ja!) Und zweitens: Wie war euer Jahr 2016 so?
Sonntag, 11. Dezember 2016

Ingwer-Gewürz-Butterplätzchen

Butterplaetzchen-Ingwer-Schokolade

Butterplätzchen, ach, allein das Wort lässt die Zunge schnalzen, ein Butterplätzchen könnte auch ein Kosename sein. Mürbe, süß, buttrig (eines meiner liebsten Wort übrigens, dieses „buttrig“) und in diesem Fall eben auch ordentlich würzig. Weil ich sehr viel frischen Ingwer zerhackt und unter den Teig gemischt habe.

Eigentlich wollte ich mich dem Backen dieses Jahr entziehen, zu viel zu tun, und ich habe ja auch schon genügend „erprobte“ Rezepte – zumindest in Bereich Weihnachtsbäckerei reizt mich das Neue irgendwie gar nicht. „Das haben wir schon immer so gemacht!“, eigentlich keiner meiner favorisierten Sätze, außer in der (Vor-)Weihnachtszeit. Während ich mich in den vergangenen Jahren aber wenigstens noch zu den alten Rezepten herabgelassen habe, fühle ich mich dieses Jahr diesbezüglich innerlich tot. (Mehr dazu schreibe ich übrigens bald in meinem Jahresrückblick, aber da das Jahr noch drei Wochen hat, möchte ich keine voreiligen Schlüsse ziehen oder an dieser Stelle zu viel davon verraten.) Nun denn.

Butterplätzchen also, das Wort fing meine Aufmerksamkeit sofort ein, als ich bei Micha darüber stolperte. Auf Michas Rezepte vertraue ich, deswegen stand ich auch nur wenige Minuten später direkt am Herd und habe ihre Schoko-Ingwer-Butter-Plätzchen nachgebacken, mit nur wenigen Abwandlungen – ohne Orange, dafür mit frischem statt kandiertem Ingwer, und einer guten Prise Muskat. So ein köstlicher Teig! So ein feines Ergebnis! Und so schnell gemacht! Beim nächsten Mal direkt mindestens die doppelte Menge! Vielleicht bin ich noch nicht verloren...

Ingwer-Gewürz-Butterplätzchen 
Rezept für ein Blech

Zutaten 
100 g weiche Butter
65 g Roh-Rohrzucker
1 EL Zitronensaft, frisch
30 g frischer Ingwer, fein gehackt
1 gute Prise Muskatnuss
120 g Mehl, 305
20 g Speisestärke
1 Prise Salz
75 g dunkle Kuvertüre

Zubereitung
Butter mit Zucker und Zitronensaft schaumig schlagen. Ingwer, Muskatnuss, Salz sowie das mit der Speisestärke gesiebte Mehl hinzugeben und noch einmal kurz kräftig miteinander verrühren, bis ein (köstlicher) weicher Teig entstanden ist, den ihr fix zu einer Rolle formt, in Klarsichtfolie einschlagt und dann mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank legt.

Danach den Ofen auf 200° (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Rolle in dickere Scheiben (ca. 5 mm) schneiden und mit einigem Abstand zueinander auf dem Blech verteilen. In den Ofen schieben und ca. 10 Minuten backen lassen. Ruhig mehrere Stunden, am besten über Nacht abkühlen lassen, bevor ihr sie mit der Schokolade verziert.

Quelle
Grain de Sel 
Sonntag, 27. November 2016

Topinambur-Suppe mit Thymian und gerösteten Haselnüssen, vegan | Die Mädchenküche kocht zusammen #9

Topinambur-Suppe mit Thymian und Haselnüssen, vegan

Topinambur ist definitiv nicht mein favorisiertes Wurzelgemüse, das liegt allerdings weniger am Geschmack als an der Schälerei, die die Dinger – im Englischen übrigens "Jerusalem Artichoke", ein schöner Name – mit sich bringen. Ich würde Topinambur auch nicht kaufen. Aber er wächst im Garten meiner Eltern, die ihn zwar auch nicht wollen, aber wie die Natur eben so ist, mit der kann man nicht verhandeln: Da geht ein, was man ernten will, da sprießt und gedeiht, was man nicht gebrauchen kann. Hier also Topinambur. 
Es war so viel, und wir wollten ihn nicht verkommen lassen – außerdem passte er gut mit der aktuellen Mädchenküchen-Runde zusammen. Eine Suppe aus Wurzelgemüse sollte es für uns alle sein, da kommt der Bio-Topinambur aus dem Schrebergarten gerade recht. Übrigens haben wir uns alle ganz unterschiedliche Kreationen einfallen lassen: Eine Pastinaken-Möhren-Cremesuppe ist dabei, eine Karotten-Gelbe-Bete-Suppe, eine Steckrüben-Orangen-Suppe mit Grünkohlchips, eine Pastinaken-Maronen-Suppe und eine weitere Möhren-Cremesuppe mit Pfefferbeißern. 

Topinambur sieht ungeputzt aus wie Ingwerknolle und erinnert sowohl in der Zubereitung als auch geschmacklich an Kartoffelsorten. Man kann Topinambur roh essen, das schmeckt aber ziemlich langweilig. Wichtig: Sobald ihr eine Knolle geputzt habt, legt ihr sie in Wasser, das ihr mit etwas Zitronensaft angereichert habt, sonst verfärbt sie sich grau. 

Zum erdig-süßen Geschmack von gekochtem Topinambur passen entweder fruchtige, nussige und/oder pilzige Aromen gut. Weil ich gerade wieder einen Jieper nach Haselnüssen habe, wurde die Suppe mit Haselnussöl abgeschmeckt und, natürlich, mit vielen, gerösteten Haselnüssen serviert. Ich finde, dass wir generell viel zu wenige Haselnüsse essen. Die Nüsse röste ich in der Pfanne, wer mag, kann danach die Häute entfernen; Ich finde, das muss nicht sein.

Ganz pur, keine Sahne, kein Wein. Die Suppe ist cremig und vollmundig, ganz leicht zuzubereiten (wenn man erstmal diese Schnibbelei hinter sich hat) und nicht zu mächtig.
Mit gebratenen Pfifferlingen wird daraus eine edle Vorspeise für euer (veganes?) Weihnachtsmenü.

Topinambur-Suppe mit Thymian und gerösteten Haselnüssen
Rezept für 2 Personen 

Zutaten 
1 Zwiebel
1 EL Olivenöl
300 g Topinambur (geputzt gewogen)
150 g Kartoffeln (geputzt gewogen)
500 – 750 ml Gemüsefond
1 ordentliche Prise Thymian, getrocknet
1 Lorbeerblatt
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL Haselnussöl
40 g Haselnüsse

Zubereitung
Die Zwiebel schälen und fein hacken, anschließend in einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl glasig dünsten. Topinambur und Kartoffeln grob würfeln und nach ca. fünf Minuten mit in den Topf geben. Weiter rühren, nichts darf bräunen. Gemüsefond angießen, Thymian und Lorbeerblatt hinzugeben und ca. 15 Minuten vor sich her köcheln lassen. (Wenn ihr noch was dazu reichen wollt, die oben genannten Pfifferlinge oder vielleicht knuspriges Brot, wäre es jetzt der richtige Zeitpunkt.) Haselnüsse in der Pfanne rösten und hacken.

Danach das Lorbeerblatt aus der Suppe entfernen und alles glatt durchpürieren. Mit Salz, Pfeffer und Haselnussöl abschmecken und servieren. Schmeckt auch aufgewärmt super und lässt sich dadurch klasse vorbereiten.

Die Mädchenküche kocht #8


Donnerstag, 24. November 2016

Veganes Pastinaken-Gulasch | {Die Mädchenküche kocht – #8}|

Veganes Pastinaken-Gulasch

Wahnsinn, dass wir als Mädchenküche jetzt schon das achte Mal miteinander kochen – dieses Mal zum Thema Wurzelgemüse. Erstens: Weil es zur Jahreszeit passt. Zweitens: Weil wir Topinambur, Rote und Gelbe Bete und Pastinaken und Möhren einfach super finden und das kann man ja ruhig mal feiern. 

Ich bin eigentlich kein großer Pastinakenfan. Mal hier und da ein paar Würfelchen, ja, das kann man mal machen, aber eigentlich schmeckt mir das Wurzelgemüse ein bisschen zu dominant und übertüncht eben häufig alles andere im Essen. Eine Art "Gulasch" fand ich aber spannend. Ich mag zwar auch dieses Paprika-Gulasch aus meinem All-Time-Favourite-Kochbuch Deutschland Vegetarisch, aber der Blogger lebt nun einmal nicht vom Altbewährten allein. Ihr kennt das.

Also: Eine monströse Pastinake auf dem Markt erstanden, ein paar knackige Paprika dazu und ab dafür – köstlich! Wieder eines dieser Gerichte, in dem Fleisch oder anderes Tierisches überhaupt nicht fehlt, die Pastinake ist aromatisch genug und in Kombination mit den Kartoffeln ist das Ganze auch sehr sättigend. Die Paprika nimmt der Pastinake außerdem etwas von diesem „Hervorschmecken“, das mich so stört.
Mein Tipp: Mit viel krauser Petersilie abschmecken! Und macht am besten gleich die doppelte Menge – einen Teil könnt ihr dann einfrieren und den anderen am nächsten Tag mit zur Arbeit nehmen und kalt essen. Hab ich auch so gemacht.

Beilage? Braucht man – eigentlich – nicht. Wenn ihr nicht ohne leben könnt, würde ich eher einen Kräuterquark dazu reichen, weil das ganze schon kohlenhydratreich genug ist. Wenn euch das ganze Gequatsche um Low-oder-nicht-low high nervt: Reis.

Veganes Pastinaken-Gulasch
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
1 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
2 mittelgroße Zwiebeln
125 g Kartoffeln (geputzt gewogen)
150 g Pastinaken (geputzt gewogen)
2 Paprikaschoten (eine grün, eine rot – oder wie ihr wollt)
1 TL Paprikapulver, scharf
1 TL Piment d'Espelette
1 TL Senfsaat
1/2 TL Kreuzkümmel
400 ml Gemüsebrühe
1 EL Sojasauce
1 EL Aceto Balsamico di Modena
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
Petersilie

Zubereitung
Die Zwiebeln schälen und längs in gröbere Scheiben schneiden. Paprikaschoten putzen und grob in größere Würfel schneiden, ebenso mit den Kartoffeln und der Pastinake verfahren – es kann also alles etwas rustikaler aussehen.

Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, dann zuerst das Tomatenmark und die Zwiebeln mit dazugeben und anrösten, dabei stetig rühren, die Zwiebeln sollen nicht bräunen!
Im nächsten Schritt Kartoffeln, Pastinaken und Paprika hinzugeben. Weitere zwei bis drei Minuten rühren. Anschließend mit Gemüsebrühe ablöschen, Sojasauce und Essig dazugeben und 15 bis 20 Minuten bei geschlossenem Deckel auf mittlerer Stufe vor sich hin köcheln lassen. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Mit viel gehackter Petersilie servieren.
Freitag, 21. Oktober 2016

Süßkartoffel-Möhren-Puffer mit Saurer Sahne | + {Gewinnspiel Gefu Trommelreibe Transforma} | SPONSORED


suesskartoffel-puffer

In love with a Trommelreibe. 
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Wenn ihr euch jetzt fragt: Was zur Hölle ist denn eine Trommelreibe? – Dann bleibt ganz ruhig, auch ich wusste im ersten Moment gar nicht, was Gefu mir da angeboten hat. Ich musste also erstmal ein bisschen googlen. Und mein erster Gedanke war: Aha, damit kann ich raspeln. 
Und weiter? Braucht man sowas wirklich? Steht das Ding vielleicht im Endeffekt doch nur rum? Mehr Schein als Sein? Weil ich leider nicht so viel Platz in der Küche habe, möchte ich diesen möglichst mit Utensilien besetzen, die a) klein, schlank und unauffällig und b) ständig im Einsatz sind. Aus diesem Grund habe ich – wohl als einzige Foodbloggerin auf Erden – keine Küchenmaschine à la KitchenAid. Die vermisse ich allerdings eh höchst selten, ich knete, rühre, arbeite eben wie Mama und Oma viel von Hand.

Insofern war ich etwas unentschlossen, habe dann aber doch zugesagt. Tja, und nun ist sie seit ein paar Wochen da und – ICH LIEBE SIE. Meine Trommelreibe und ich sind best friends, und das hat vor allem einen Grund: Sie schont meine Fingerkuppen. Ich raspel und hobel im Alltag ziemlich viel (morgens Äpfel oder Birnen, abends Gurken oder Möhren für Salat, Kartoffeln für Aufläufe und Gratins... ) und das geht mit der Trommelreibe Transforma so schnell, einfach und sauber und – wichtig! – blutlos, dass ich nicht anders kann, als begeistert zu sein.


Weil meine Küche aktuell im Chaos versinkt und absolut fotountauglich ist, müsst ihr hier mit einem Produktfoto der Transforma vorlieb nehmen. Oder ihr schaut mal bei Food Vegetarisch vorbei, dort wurde die Reibe auch getestet und Eva hat ganz profi-like wunderbare Fotos von den Ergebnisens gemacht. 

Also, nochmal zusammengefasst:

  • schmal, hübsch, leicht, freundet sich schnell mit anderen Küchengeräten an (z. B. einem Reiskocher).
  • ratzfatz im Einsatz
  • ratzfatz ausgewechselte Reiben
  • reibt fast ohne Restmüll (Zero Food Waste und so)
  • leicht zu reinigen, ob mit der Hand oder Spülmaschine
  • klebt sich bombenfest an einen trockenen Untergrund, auch ohne extra Sicherung
  • spart Kraft 
  • ... und Pflaster

Seit ich die Reibe habe, traue ich mich auch wieder an Rösti, Puffer & Co. Ihr wisst ja: Das ist nicht nur immer eine Riesensauerei – mit meiner alten Vierkantreibe habe ich mir außerdem einen schmerzhaften Muskelkater in den Arm gerieben, bis ich alles beisammen hatte.

Das ist glücklicherweise passé, und deswegen suhlen wir uns in regelmäßigen Abständen in knusprig ausgebackenen Küchlein. Und wenn ich erst daran denke, dass ich auch ganz einfach Nüsse und Maronen raspeln kann, jetzt, wo es auf Weihnachten zugeht... hach!

Ein Rezept habe ich euch gleich direkt mitgebracht. Die Puffer sind oberlecker und schön herbstlich –  ich habe sowohl Möhren, Kartoffeln, Süßkartoffeln und Zwiebeln mit der Trommelreibe geraspelt, und alles hat wunderbar funktioniert. Die Puffer schmecken (natürlich) auch kalt oder nochmal aufgewärmt, wir hatten gut zweieinhalb Tage davon zu essen. Natürlich könnt ihr die Zutaten auch halbieren.

Süßkartoffel-Möhren-Puffer mit Saurer Sahne
Rezept für 4 – 6 Personen

Zutaten
für die Puffer
800 g Möhren
150 g Kartoffeln
600 g Süßkartoffeln
Salz
Pfeffer
1 große Zwiebel
4 Eier (M)
6 EL Mehl
Sonnenblumen-, Raps- oder Kokosöl

für den Dip
Saure Sahne
Salz
ev. Schwarzkümmel

Zubereitung
Möhren, Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen und reiben. Mit einer großen Prise Salz sanft verkneten und anschließend in ein Sieb über eine Schüssel geben. Nach einer halben Stunde die Flüssigkeit fest ausdrücken und abgießen. Das ist sehr wichtig, sonst habt ihr nachher Matschepuffer, und wer will das schon? Also kräftig drücken!

In einer zweiten Schüssel die Eier mit dem Mehl verquirlen, pfeffern und ggf. noch salzen, dann die
geriebene (oder gehackte) Zwiebel zugeben und anschließend diese Masse mit dem Kartoffel-Möhren-Gemüse verrühren. Die Masse sollte fest sein und keinesfalls arg vom Löffel tropfen.

In einer Pfanne sehr viel Öl erhitzen. Ist es heiß genug? Ihr wisst es, wenn ihr das Ende eines Holzkochlöffels in das Öl haltet und sich kleine Bläschen bilden. Dann immer 2 – 3 Puffer auf einmal im heißen Öl ausbacken; Nach ca. 3 Minuten einmal wenden. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, und gegebenenfalls im vorgeheizten Ofen warm halten, bis die gesamte Masse aufgebraucht ist.

Wenn ihr zwischendurch mal Zeit habt, könnt ihr noch fix die Saure Sahne mit Salz (und ggf. Schwarzkümmel verrühren), das ist ja innerhalb von einer Minute erledigt.

–––––––

Und, Hunger? Kann ich verstehen. Deswegen habe ich euch gleich zwei Trommelreiben als Geschenk mitgebracht. Wenn ihr also auch bald im Röstihimmel schweben wollt, nehmt doch einfach am Gewinnspiel teil: Und zwar, indem ihr mir in einem Kommentar unter diesem Blogpost verratet, was ihr mit der Trommelreibe anstellen würdet. :-) Wie immer: Alles easy, kein großer Zauber, kein Bitte-teilt-diesen-Post-auf-Facebook-und-Instagram-und-Twitter, lockerflockig. Weitere Details hier:

Teilnahmebedingungen:

Teilnehmen kann jeder, der zu Beginn des Gewinnspiels das 18. Lebensjahr vollendet und einen festen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat. Das Gewinnspiel startet ab sofort und endet am 29.10.2016 um 23.59 Uhr. Die Gewinner werden mit einem Zufallsgenerator ausgelost. Voraussetzung sind die Erfüllung der Teilnahmebedingungen. Die Gewinner werden persönlich per E-Mail benachrichtigt. Die Gewinne können nicht in bar ausgezahlt werden. Der Gewinnanspruch kann nicht an Dritte übertragen oder abgetreten werden. Der Gewinn wird direkt von GEFU an die Gewinner versandt. Gewinner, die uns ihre Adresse nicht bis zum 10.11.2016 per E-Mail mitteilen, verlieren ihren Gewinnanspruch und der Gewinn wird erneut per Zufallsgenerator ermittelt. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Datenschutz: Alle im Rahmen des Gewinnspiels erhobenen persönlichen Daten werden nur zur Durchführung des Gewinnspiels genutzt. Sie werden nicht an Dritte (am Gewinnspiel unbeteiligte natürliche oder juristische Personen) weitergegeben.  Ich behalte mir das Recht vor, das Gewinnspiel einschließlich der Teilnahmebedingungen zu jeder Zeit und ohne Angabe von Gründen zu beenden oder zu modifizieren.

Dieses Gewinnspiel wird von mir {feines gemüse} veranstaltet und wird nicht von Facebook und anderen Netzwerken gesponsert. Die GEFU GmbH hat mir die Trommelreiben zum Testen und zum Verlosen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Gewinnspiel ist beendet und die Gewinnerinnen wurden bereits persönlich benachrichtigt. 
Sonntag, 9. Oktober 2016

7 Tage vegan Basenfasten – mein Tagebuch

So eine Smoothiebowl wäre beim Basenfasten erlaubt / CC

Basenfasten – warum eigentlich?


Ich halte mich für eine Person, die gut und gesund isst. Deutlich besser und gesünder als mein allgemeines Umfeld. Nun ja, „gesund“ was bedeutet das heutzutage, wo wir doch alle einer anderen Ernährungsform anhängen – um mit paleo, low-carb, clean eating und vegan nur mal die zu nennen, die in den letzten fünf Jahren die populärsten geworden sind?

Ich bin ein „Mischling“, esse nie bis selten Fleisch, häufig vegan, stehe auf Vollwertkost und vermeide Kuhmilch, mag mich von Joghurt und Quark aber nicht so recht trennen. Mein „Problem“ sind häufige Zwischenmahlzeiten – hier ein Keks, dort ein Cappuccino, und dann noch ein kleiner Dominostein. {In Stresssituationen vervielfacht sich die Menge manchmal um den Faktor X, pssst. Ein Langeweile-Futterer bin ich glücklicherweise nicht.} Meine Ärztin und Ökotrophologin hat mir jüngst in einem langen Termin erklärt, dass ich zwar kerngesund bin, aber durch meine vielen, süßen und ungesunden Snacks und zu viele Kohlenhydrate einen konstant hohen Blutzuckerspiegel habe. Wenn der Blutzuckerspiegel nie zur Ruhe kommt, wird der Fettabbau gehemmt und der Fettaufbau gefördert. Das alles handhabt übrigens das Hormon Insulin, von dem ich bisher immer nur im Zusammenhang mit Diabetes gehört hatte. Dass Insulin auch im Stoffwechsel von nicht-diabetischen Personen eine Hauptrolle spielt, war mir ehrlich gesagt nicht bewusst. Ich möchte mich an dieser Stelle gar nicht so sehr über meinen aktuellen Gesundheitszustand auslassen – ihr findet online eine Menge über den Zusammenhang von Blutzucker, Insulin, Fettabbau und Gewichtsreduzierung. Schaut euch bei Interesse z. B. mal dieses Video an, das fand ich ganz erhellend.

Nun, das Basenfasten hat sich mit dem erhellenden Termin bei der Ärztin überschnitten, aber beides passierte wohl zum rechten Zeitpunkt. Denn beim Basenfasten musste ich nicht nur auf Zucker, sondern auch auf meine geliebten Zwischenmahlzeiten verzichten. Insofern: Top Timing!

Basenfasten – was ist das?


Tja, auch das möchte ich nur verkürzt wiedergeben, ihr habt ja sicher noch etwas anderes vor heute.
Basenfasten ist der Verzicht auf säurebildende Speisen, stattdessen sollen nur basenbildende Lebensmittel verzehrt werden. Der moderne Mensch neigt dazu, primär Saures zu essen, was zu einer Übersäuerung des Körpers und damit zu Krankheiteten wie Rheuma, Neurodermitis, Müdigkeit, Osteoporose, sogar Krebs führen kann– so sagen die, die von der Existenz eines Säure-/Basenhaushalts im menschlichen Körper überzeugt sind. Vorweg möchte ich sagen, dass es aktuell keinen schulmedizinischen Beweis für einen „übersäuerten Körper“ gibt. Das Internet ist voll von Informationen, positiver Erfahrungsberichte und Anleitungen, wobei teilweise Uneinigkeit darüber besteht, was verzehrt werden darf und was nicht.
Basenfasten ist als kurzzeitiger Ernährungsstil angedacht, selbstverständlich braucht der Körper für ein gesundes Gleichgewicht auch Säuren. Gute Säuren. Das Verhältnis von 80 % – 20 % (basenbildend – säurebildend) wird als Ideal angestrebt.

Ich habe eine Menge gelesen und dann eine Woche my way basengefastet.

Was durfte ich essen und trinken?
Gemüse, Obst, Mandeln, Walnüsse, Sonnenblumenkerne, getrocknete Früchte, Kartoffeln, Süßkartoffeln, hochwertige Öle, Pseudo-Getreide (Hirse, Amaranth, Quinoa), Oliven und Kräuter. Manche Quellen erlauben Sahne, Buttermilch und Kefir. Getrunken wird nur stilles Wasser und Kräutertee.

Was ist sauer und damit verboten?
Fleisch, Fisch, Käse, Tofu, Milchprodukte, Getreide, Pasta, Reis, Brot, Kaffee, Schwarztee, Grüner Tee.

Sehr vereinfachte Darstellung, but you get the idea. Ich hatte gar nicht so viel Respekt vor der Woche, esse ich doch so oder so schon sehr viel Gemüse und Obst. Aber dann war es doch eine ziemliche Herausforderung.

Tag 1
Es ist ein Feiertag, was mich schon mal grundsätzlich motiviert.
Zum Frühstück schnibbele ich mir einen Obstsalat zusammen: Apfel, Weintrauben, Datteln, Sonnenblumenkerne. Geschmacklich ist das in Ordnung, aber meine Zähne hassen Fruchtsäure leider – und das merke ich auch direkt. Ich verfahre nach dem Prinzip „Augen zu und durch“ und trauere nebenbei um einen herrlichen Earl Grey mit Sojamilch, den ich nun trinken würde. Ein zäher Vormittag. Ich bin froh, dass ich um 12:30 Uhr endlich essen kann. Es gibt Endiviensalat mit Kartoffeln, Avocado und einem Dressing aus Leinöl und Zitrone. Sehr lecker!
Doch auch der Nachmittag quält. Ich fühle mich noch kein bisschen basisch, eher sauer und schlecht gelaunt. Irgendwann esse ich eine trockene Kartoffel, die noch vom Mittag übrig ist – und fische vier Oliven aus einem Glas in der der Resteecke des Kühlschranks.
Abends eine meiner Lieblingseintöpfe: Wirsing, Karotten, Kartoffeln mit Kümmel.
Habe das Gefühl, in den nächsten Tagen noch sehr viele Kartoffeln zu essen.
Mein Fazit nach dem ersten Tag: Das ist schwieriger als gedacht. Vor allem das Nicht-Zwischendurch und-Abends-vor-dem-Fernseher-essen fällt schwer. Ich liebe Printen.

Tag 2
Das Frühstück – ein geriebener Apfel, eine geraspelte Möhre, Rosinen, Kokosflocken – schmeckt gut, ist mir aber doch zu frisch und den Zähnen erneut zu sauer. So geht's nicht weiter, eine Alternative muss her. Aber zuerst: Arbeiten. Ich bin unkonzentriert, fahrig und schnell wieder hungrig. Routinearbeiten beginne ich ständig neu, weil unfokussiert bin. Anstrengend.
Erlösung winkt um 13 Uhr: Das Mittagessen, der gleiche Salat wie gestern, eine sichere Nummer.
Glücklicherweise vergeht der Nachmittag schnell. Auf der Anrichte lachen mich Butterspekulatius an (oder aus?).

Auch abends halte ich mich an den Eintopf von gestern. Ich will in dieser Woche nicht jeden Tag was Neues ausprobieren. Mir fällt eine halbe Dose Paprikagewürz in den Topf, aber ansonsten schmeckt es okay und ich bin einfach nur glücklich, dass das Bäuchlein voll wird. Ich liebe Kuchen.

Tag 3
Ich habe am Vortag Hirseflocken und Mandelmilch bei DM gekauft. Beides schmeckt für sich genommen eigentlich nicht (und ich meine: gar nicht) aber man kann daraus einen basischen Brei kochen, diesen mit Rosinen anreichern und schon hat man sowas wie einen Porridge, was mir  (und meinen Zähnen!) eindeutig besser bekommt als diese morgendliche Obstorgien.
Generell geht es mir etwas besser, der Brei hält lange satt, und der Kartoffelsalat mit Gurke, Tomate, Oliven und Avocado zum Lunch ebenfalls.
Abends die Enttäuschung: Zucchini mit roh-veganer Tomatensauce versalze ich irgendwie, ich kann es nicht ausgleichen (womit auch? Ist doch alles verboten!), und bin sauer auf mich selbst. Ich liebe Räuchertofu.

Tag 4
Fühle mich immer noch nicht leichter. Dafür habe ich schlechte Haut. Man findet das manchmal in Basenfasten-Erfahrungsberichten, dass über die Haut entgiftet wird. Das kann natürlich sein, wahrscheinlich ist es aber nur eine dieser Phasen, die ich sowieso dauernd habe. Das nun aufs Fasten zu schieben, käme mir pathetisch vor.

Mittags gibt's wieder Kartoffelsalat, aber ohne Oliven und Avocado, weil ich die im morgendlichen Stress vergessen habe. Abends bin ich zum Essen verabredet. Der Termin steht schon lange fest, und ich sehe gar nicht ein, abzusagen. Ich finde nichts basisches auf der Karte, und außerdem steht zur Begrüßung ein Cremant auf dem Tisch. Ich liebe Cremant und trinke ihn, und vielleicht auch noch einen weiteren. Fleisch lasse ich außen vor, esse dafür ein phänomenales Risotto mit Waldpilzen (basisch) und Aprikosen (basisch, na läuft doch). Ansonsten: Nur Wasser und eine dünne Scheibe Baguette (oh, gar nicht basisch). Finde aber, ich habe mich gut geschlagen und lasse mich nicht aus der Ruhe bringen.

Tag 5
Morgens: Hirseflocken, Mandelmilch, Trauben, Mango, Rosinen.
Mittags: Kartoffelsalat. Eigentlich liebe ich Kartoffelsalat, aber so langsam ist auch mal gut.
Im Büro wird ein Ausstand gefeiert, und ich kann Sekt und Häppchen erfolgreich ignorieren.
Übrigens: Mit stillem Wasser kann man zwar anstoßen, ist aber scheiße. Dennoch halte ich durch und kaufe nach der Arbeit auf dem Markt rauschartig einmal den kompletten Gemüsestand leer.
Abends Kürbis-Kokossuppe mit Süßkartoffel. Um 22 Uhr todmüde und ins Bett.

Tag 6
Samstag – bald ist es geschafft: Die Säuren, köstliche Säuren, winken schon am Horizont!
Wieder Hirseflocken, Mandelmilch, Mango und Birne. Abwechslung ist die halbe Miete. Mittags gibt es einen riesigen Salat mit Avocado, Quinoa und Tomaten, danach gehe ich drei Stunden zum Haaremachen. Meine Frisörin bietet mir ungefragt einen basischen Kräutertee an – ohne Witz. Ich freue mich, nehme den Tee und lasse das Macaron links liegen. Abends wie gestern.
Der Mann isst währenddessen Baguettes mit Salami und Käse, Wasabierdnüsse und ich hasse mich ein bisschen.

Tag 7
Der Brei ist jetzt Gewohnheit. Hirseflocken, Mandelmilch, Birne, Apfel, Pflaumen und gepoppter Amaranth stehen auf dem Frühstückstisch, ich gönne mir ein wenig Lebkuchengewürz.
Meine Lunch-Vision eines riesigen Salats mit gebratenen Pilzen und Avocado entpuppt sich als mittel-lecker. Abends löffele ich eine eine Gemüsesuppe mit Möhren, Kartoffeln, Pilzen, Zwiebeln und Kümmel.

Basisches Frühstück und Mittagessen
Tja, und das war sie schon, meine Basenwoche. Was ich noch ergänzen möchte:
Ich hatte ab Tag 2 bis einschließlich Tag 4 mit leichten, seltsamen Kopfschmerzen zu kämpfen, die leicht an Dehydration erinnerten. Das kann aber eigentlich nicht sein, denn ich habe sicher mindestens drei bis vier Liter täglich getrunken.
An Sport war leider die ganze Woche nicht zu denken – dafür hatte ich einfach keine Kraft. So oder so soll man sich viel Ruhe und Entspannung gönnen. Bis auf eine halbstündige Fahrradtour und ein bisschen Yoga habe ich mich auch daran gehalten.

Und wie fand ich's nun? Ganz gut. Auf jeden Fall ordentlich „entlüftet“. Sicher ist der Effekt auf Menschen, die viel Koffein, Fleisch und Käse essen und wenig Erfahrung mit veganem Essen haben, drastischer. Aber auch ich habe sicher ein oder zwei Kilo abgenommen und fühle mich wohler. Ob das nun an der „Entsäuerung“ liegt oder einfach nur am konsequent zuckerfreien, gesunden Futter – das lasse ich mal dahingestellt.

Dennoch gibt es zwei Punkte, die ich an Basenfasten problematisch finde: Erstens, dass man viel zu wenig Eiweiß zu sich nimmt. Ich habe an keinem der Tage mehr als 21 g Eiweiß gegessen – dabei sollten es um die 70 g sein. Zudem ist die Kalorienbilanz am Ende des Tages ziemlich gering, wenn man nicht noch zwei Tüten Mandeln zwischendurch knabbert. Es wird teilweise sogar empfohlen, während des Fastens nicht mehr als 900 Kalorien pro Tag zu sich zu nehmen. Das halte ich für sehr gewagt, und ich habe mich immer bemüht, auf mindestens 1200 Kalorien zu kommen.
Aus diesen beiden Gründen würde ich die Kur nicht länger als eine Woche machen.

Wie geht's nun weiter? 

Ich versuche – ganz im Sinn meiner Ärztin – weiterhin die Zwischenmahlzeiten und Printen zu ignorieren und möglichst immer wenig Kohlenhydrate mit viel Eiweiß zu kombinieren. Das mit dem Eiweiß wird definitiv eine Challenge, da ich viele gute Eiweißquellen eher ablehne.
Jetzt freue ich mich wieder sehr auf Quark – und auf meinen Sport!

Inspiriert zu der ganzen Woche hat mich übrigens Samira, die ihren Basenfasten-Bericht ebenfalls schon verbloggt hat.
Sonntag, 25. September 2016

Vegan Essen im Flugzeug – {Im Test: FINNAIR}

Immer noch vielgeklickt in meinem Blog ist der Beitrag über das vegane Essen bei Emirates, das ich im März und April 2015 getestet habe.
Warum veganes Essen im Flugzeug? Einerseits ist es Neugierde darauf, wie große Fluggesellschaften Sonderwünsche der Passagiere umsetzen, andererseits habe ich über die letzten Jahre und viele Flüge die Erfahrung gemacht, dass sich das „normale“ Essen nicht gut mit langen Sitzzeiten verträgt, da dreht sich mir der Magen um. Deswegen bestelle ich immer ein vegetarisches bzw. veganes Sondermenü. Außerdem hab ich dann was, das ich euch zeigen kann.
Von Emirates war ich ja total begeistert! Das Essen war großartig und einfach viel leckerer, als die Standardwahl – insofern war ich ziemlich positiv gestimmt, als es nun mit FinnAir nach Japan ging. Ich nehme an dieser Stelle vorweg, dass es nicht so toll war wie erhofft.
Generell lege ich FinnAir ans Herz, mal an solchen Dingen wie Usability und UX zu arbeiten; der Kundenservice auf Twitter hingegen ist soweit 1A, aber ich nehme in solchen Angelegenheiten ehrlich gesagt nicht so gerne Hilfe in Anspruch. Ich möchte gerne, dass sich Dinge mir selbst erschließen und nicht die ganze Zeit mit Servererrors oder digitalen Sackgassen kämpfen.

Nun, das Essen, über Umwege habe ich es geschafft, ein veganes Menü zu sichern. Auf dem Flug von Düsseldorf nach Helsinki gab es natürlich erstmal nix, nur ein Gläschen Coke. Die Fluggesellschaften müssen sparen. Ihr kennt das.

Flug 1 – Helsinki (HEL) × Osaka (KIX)

Mahlzeit 1)


Irgendwelche frittierten Bällchen an Reis an Mais. 
Wie schon bei Emirates bemängele ich auch hier, dass man nicht wirklich weiß, was man bekommt – und es einem auch keiner sagen kann. Dazu ein „appetitlicher“ Salat bestehend aus Blattsalat und Tomaten und ein Brötchen im Plastikbeutel – übrigens glutenfrei, dafür extra-krümelig.
Mein Dessert: Ein Blaubeersaft.
Das Dessert der anderen: Ein Schokoladenstick. Dass man sicherlich auch in den Untiefen von FinnAir einen Schokoladenstick Zartbitter o. ä. gefunden hätte, davon bin ich überzeugt.

Mahlzeit 2)



Wieder frittierte Bällchen, diesmal ohne Reis, aber an gefühlt 25 g Gemüse. Dazu wieder das Brötchen, ein seltsamer Obstsaft und finnisches Obstkompott. Auch wieder kein Highlight – aber essbar.

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Flug 2 – Osaka (KIX) × Helsinki (HEL)

Nun, das Essen auf dem Hinflug hat mich also nicht vom Hocker gehauen. Der Knaller kam aber auf dem Rückflug. Mein Mittagessen:



Ihr seht es schon: Gelber Reisklumpen (!?), eine Ofentomate und Mini-Maiskolben. Alles ausnahmslos ohne Geschmack, wässrig, fade. Ehrlich: Als Koch würde ich mich schämen, sowas zusammenzustellen. Dazu Obstsalat (immerhin!), fettiger Champignonsalat oder so, Brötchen (diesmal mit Gluten, die Verkrümelung meines Sitzes konnte ich also diesmal abwenden), Traubengelee (gut).

Mein absolutes Highlight war allerdings: Das Eis. Es gab Eiscreme als Snack, gute, japanische Vanille-Eiscreme, ein Traum. Nur für mich gab es keine Eiscreme. Stattdessen hielt mir die freundliche Flugbegleiterin eine Banane vors Gesicht. Eine Banane.
Abgesehen davon, dass ich Bananen nicht, niemals, auf keinen Fall esse – wie furchtbar! Alle Passagiere bekommen ein erfrischendes Eis, und der arme Veganer soll sich eine Banane pellen. Schon mal was von Sorbets oder Eis auf Sojabasis gehört? Ernsthaft: Da geht doch noch mehr, Finnair. (Ich habe natürlich trotzdem ein Eis bekommen. Und danach aus Protest noch ein Glas Weißwein bestellt, um den Kummer runterzuspülen.)



Versöhnlicherweise muss ich sagen: Als letzte Mahlzeit ("light meal") gab es für mich Pasta mit mediterranem Gemüse, das war zwar etwas ölig und die Nudeln angetrocknet, aber im Gegensatz zu den Gerichten davor fast schon Sterneküche.

Versteht mein Gemecker nicht falsch: Ich freue mich sehr darüber, dass ich und so viele andere eine Wahl haben. Allerdings sollte man sich als Vegetarier, Veganer, Moslem, Jude, Whatever auch nicht unbedingt mit dem letzten Müll zufrieden geben müssen. Denn es FUNKTIONIERT ja. Ich habe es schon erlebt. Versöhnlich möchte ich hinzufügen, dass der Service an Bord unfassbar freundlich war, und damit dem von Emirates wiederum weit überlegen – so hat wohl jede Airline ihre Stärken und Schwächen.

Dennoch, mein Traum, ab sofort: Mal für eine Airline ein vegetarisches/veganes Menü zusammenstellen, dass auch über den Wolken gut schmeckt! Jawohl!
Mittwoch, 21. September 2016

Kumano Kodo – eine Woche auf altjapanischen Pilgerwegen {#japanliebe}

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Wozu ist das Reisen da, warum ist es mir wichtig?
Reisen erweitert den Horizont, das klingt abgedroschen, ist aber wahr.
Reisen erweitert den Horizont – nicht nur, aber vor allem geistig.
Reisen stellt einen vor Herausforderungen.
Reisen bildet, beruhigt und belebt gleichzeitig. 
Reisen fordert, viel sogar, je nachdem, welches Ziel man wählt.
Reisen kann ganz bequem sein – aber ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die schönsten Reisen die unbequemen sind.
Eine gute Reise ist ein „ganzheitliches“ Erlebnis, und immer auch eine Begegnung mit sich selbst.
Weil man sich selbst im Alltag kaum begegnet, muss man ausbrechen, was Neues wagen. Nachdem wir in den letzten Jahren immer mal wieder Urlaub fernab von Krawall und Remidemmi gemacht haben, bin ich sicher, dass Natur, Stille – ja, Einöde – dabei helfen, sich mal selbst zu treffen und mal genau hinzuhören. {Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich generell kein Mensch bin, der sich gerne an überfüllten Orten aufhält.}

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Es geht dabei nicht um Erscheinungen, Erleuchtungen oder sowas. Es geht darum, Stunde um Stunde einen Fuß vor den anderen zu setzen, weil es nichts anderes gibt, das man tun könnte – und mal mit sich und seinen Gedanken völlig allein zu sein. Damit unterscheidet sich wandern enorm von Strand- oder Cityurlauben, wo es ja immer 'ne Menge Zeugs zu tun und zu entdecken gibt. Und selbst wenn es nur ein Switch zwischen Muschelsuchen, Eisessen und Schnorchelei ist.

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Mit unserer Reise in die japanischen Berge haben wir uns dazu entschieden, uns mal vollständig abzukapseln. Vor allem für mich gilt, dass ich schwer abschalten kann. Ich mache immer irgendwas, ach, eigentlich vieles parallel, physisch und/oder psychisch. Ich bin einfach total wuselig. Aktuell kann ich nicht einmal konzentriert ein Buch lesen. Ich schaffe es einfach nicht. Ich bin vermutlich ein Vorzeigeopfer der allzeit-online-digitalisierten Zeit. Nun, deswegen dachte ich vor Beginn der Reise, beim Wandern einen ganz klaren Kopf zu bekommen, brilliante Gedanken und Ideen, irgendwie sowas.
Stattdessen: Habe ich geschimpft. Zu Beginn ganz viel. Ich habe geschimpft, mit dem Weg (schwierig), mit meiner Ausrüstung (falsch), mit der ganzen Idee (dumm). Als ich das Oberflächliche weggeschimpft hatte, fing ich mit mir selbst an. Ich bin alles durchgegangen: Kindheit, Jugend, Studium, Arbeit, hier und dort, was war gut, was war schlecht? Habe ich Fehler gemacht? Mögliche Chancen nicht ergriffen? Was bin ich überhaupt für ein Mensch, als Partnerin, als Freundin, als Mitarbeiterin und Kollegin? Was erwarte ich von Leben und Beziehungen? Was ist mir wichtig, worauf kann ich pfeifen? (Die Antwort auf letzteres: Auf ziemlich viel, immer noch, ein gutes Gefühl.)

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Und als das alles abgearbeitet war, nach gut zwei Tagen, konnte ich endlich einfach nur gehen.
Durch diese unglaubliche Landschaft, die das schönste war, das ich bisher mit meinen eigenen Augen gesehen habe. Alles war so unendlich weit weg: Menschen, Städte, Politik, Probleme. Nur mit dem nötigsten im Rucksack die Strecke bewältigen, Meter um Meter, Tag um Tag, das klärt, #isso.

Als wir nach gut einer Woche Semi-Isolation zurück nach Osaka fuhren, in dessen Ballungsraum 14 Millionen Menschen leben, war ich ziemlich überfordert. Ich, ha. Man entdeckt sich neu.

Und nun? Wir sind noch dran, uns zu sortieren.
Bis dahin lasse ich euch einige Bilder da.

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Unser Haupturlaub führte uns dieses Jahr an einen ganz besonderen Ort – auf die Kii-Halbinsel im Südosten Japans, genauer gesagt auf den Kumano Kodo. 
Der Kumano Kodo ist ein über 1000 Jahre alter Pilgerweg, der seit 2004 als UNESCO-Weltkulturerbe registriert ist. Die Halbinsel ist fast vollständig gebirgig und dementsprechend infrastrukturell schwer zu erschließen gewesen. Sie gilt als sprituelles Zentrum Japans.
Pilger besuchen über den Kumano Kodo dort die drei großen Schreine von Kumano („Kumano Sanzan“): Kumano Nachi Taisha, Kumano Hongu Taisha und Kumano Hayatama Taisha. Der Kumano Kodo ist allerdings nicht eine einzelne Strecke, die von einem Start- zum Zielpunkt führt, sondern eher als Netzwerk zu sehen, auf denen einige Routen häufiger, andere seltener gegangen werden. Wichtig: Man sollte körperlich fit und bei Kräften sein, der Weg ist zwischendurch ziemlich fordernd, dafür abwechslungsreich. Und immer viel trinken. ;-)

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Eines der vielen typischen Wegschilder auf dem Kumano Kodo. Ihr müsst keine Angst haben: Ihr könnt euch nicht verlaufen. Wo der Weg nicht eindeutig ist, wartet ein "Not Kumano Kodo"-Schild auf euch.

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Die Gyuba-Doji-Statue zeigt einen der ersten japanischen Kaiser (Kazan), die auf dem Kumano Kodo gepilgert sind, sitzend auf Pferd und Kuh.


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Man sieht viel Verlassenes auf dem Kumano-Kodo, und nicht alles davon ist alt. Ein Zeichen von Landflucht? Hier eine alte Tankstelle im Dorf Chikatsuyo.

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Blick aus unserem Zimmer im Ryokan Yoshinoya in Yunomine Onsen, einem Dorf, das für seine
heißen Quellen (Onsen) berühmt ist.

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In Yunomine Onsen gibt es eine heiße Quelle, in der die Dorfbewohner seit Jahrhunderten Gemüse, Süßkartoffeln und Eier kochen können; Die Wassertemperatur beträgt um die 90 °C, da geht das ganz gut. Ich wollte da schon seit Jahren mal was drin kochen, insofern war das für mich wie Weihnachten. In einem kleinen Shop im Ort konnte ich ein Säckchen mit fünf Eiern erstehen, es an einen Haken binden und die Eier dann in 15 Minuten hartkochen. Haben super geschmeckt!

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Und immer wieder: Diese kleinen Gebirgsbäche, die so wundervoll erfrischend sind.
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Am Wegrand wird Reis getrocknet.
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Blick aus unserer Unterkunft in Kiri-no-Sato. Da kann man nicht meckern.

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Auf dem Kumno Kodo gilt: Ohne Fleiß kein Preis. Es ist beschwerlich, und mühsam, aber ach, die Aussichten!

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Teil der Tempelanlage in Kumano Nachi Taisha. 

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Abschiedsbild, im Hintergrund der höchste Wasserfall Japans (131m).




Sonntag, 18. September 2016

Saftiger Apfel-Schokoladenkuchen mit Quittenlikör


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Der Sommer war ja doch recht zäh, insofern bin ich froh, dass jetzt endlich herbstartige Temperaturen und Wetterchen über uns hereingebrochen sind. Ich liebe Sonne, ich liebe auch die Hitze – es sei denn, ich muss im Büro schmoren –, aber wenn's abends um 20:30 schon dunkel wird, passt das für mich nicht mehr zu einem lauen Sommerabend.

Den Herbst begrüßt man natürlich mit einem Apfelkuchen. 
Klar, Äpfel gibt es eigentlich das ganze Jahr über – aber ich rede von richtig frischen Äpfeln, die vor kurzem noch am Baum gehangen haben. Die nicht entweder Monate in Frachtern zwischen Neuseeland und Europa verbracht oder in deutschen Kühlhäusern zwischengelagert wurden. 
Ich persönlich mag Äpfel eigentlich nur im Herbst und Winter essen, im März verliere ich ad hoc das Interesse. Diesen Kuchen habe ich mit Äpfeln gebacken, die aus dem Schrebergarten meiner Eltern kamen, es war noch Ende Juli – die Früchte fielen aber schon, und man kann sie nicht lange liegen lassen, sie faulen schnell. Da musste halt im Hochsommer mal eine Apfelausnahme gemacht werden – dass der Kuchen trotzdem ratzfatz verputzt war, versteht sich von selbst. 

Dieser Kuchen ist ein gemütlicher Allrounder, in dem sowohl Obst als auch Alkohol beliebig ausgetauscht werden können (z. B. Kirschen/Kirschlikör, Orangenfilets/Rum, Birnen/Rum, da könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen). Verzichten würde ich nicht auf den Alkohol, er gibt diese besondere Note und sorgt für die besondere Saftigkeit. Generell: Der Kuchen ist superfix zusammengerührt und hält sich, theoretisch natürlich, tagelang. Ein Träumchen. 


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Ich freue mich total auf die kommenden Wochen. Weil ich ja seit geraumer Zeit auch einen Römertopf besitze, kann ich endlich mal Michas legendäres karamellisiertes Ofenapfelmus machen, davon träume ich ja schon seit Jahren. Hach. Der Herbst ist einfach toll. #WortzumSonntag

Saftiger Apfel-Schokoladenkuchen mit Quittenlikör 
Rezept für 1 runde Springform mit Loch (26 – 28 cm)



Zutaten
1 kg Äpfel (ungeputzt gewogen)

120 ml Quittenlikör
250 g Butter oder Margarine
150 g Zucker
3 Eier (M) 
150 g Magerquark
50 ml Milch
375 g Mehl
1 Packung Backpulver
4 EL Kakaopulver

Zubereitung 

Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) oder 160° (Umluft) vorheizen.
Die Äpfel putzen, entkernen, in Stückchen schneiden und zur Seite stellen.
Butter mit Zucker und Eiern schaumig schlagen. Quark, Milch und Quittenlikör zugeben und glattrühren. Mehl mit Backpulver und Kakaopulver mischen und langsam unter den Teig rühren. Anschließend die Kirschen  unterheben.
Nun den Teig in die gefettete Springform füllen und ca. 45 Minuten backen. 

Anschließend abkühlen lassen und aus der Form stürzen. 

Als Finish empfehle ich Puderzucker (mindestens), besser aber eine Glasur aus Schokolade oder einen Zuckerguss mit Quittenlikör. 
Samstag, 27. August 2016

Japanischer Gurkensalat – & byebye, Doitsu.

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Solange es noch richtige Gurken auf dem Markt gibt, aus regionalem Anbau, dick, prall und mit Geschmack, gibt's hier dauernd Salate davon. Mir graut es schon jetzt vor dem Winter, wenn die einzig verfügbaren Gurken diese labberigen, weichen Dinger aus irgendwelchen südeuropäischen Treibhäusern sind – nicht gut. Also: Esst jetzt so viel Gurkensalat wie möglich.

Heute habe ich euch ein japanisches Rezept mitgebracht – und das nicht ohne Grund. 
Denn: Nachdem der Mann und ich bis jetzt 2016 quasi durchgeschuftet haben, stehen endlich zwei wohlverdiente freie Wochen bevor. Und die verbringen wir in Japan. Von Osaka aus werden wir gen Süden auf die Kii-Halbinsel fahren, dort eine Woche lang auf dem Kumano Kodo wandern und anschließend nach Osaka zurückkehren, geplant ist auch eine Stippvisite nach Kyoto, Nara oder an den berühmten Koya-san. 
Wir sind beide schon mehrmals in Japan gewesen – mit- und ohne einander –, haben aber noch nie die ländlicheren Gegenden erkundet, insofern freuen wir uns sehr auf traditionelle Unterkünfte, großartige japanische Hausmannskost und viel, viel, viel Natur.
Sogar den Flug erwarte ich mit Spannung, insbesondere das vegane Sondermenü. Mal sehen, was FinnAir da so auffährt. Natürlich gibt's im Nachhinein dann eine Fortsetzung zu diesem Post über veganes Flugzeugessen. Aktuell sind meine Erwartungen eher gering, weil Emirats die Latte so hoch gelegt hat. Aber lassen wir uns überraschen. Außerdem haben wir für einen kleinen Aufpreis Premium Economy Sitze erhalten, die u. a. 8 – 16 cm mehr Beinfreiheit vorsehen. Für uns (1,75m und 1,90 m) sind Langstreckenflüge nämlich immer ein Graus. Insofern: Seid gespannt!
Ich möchte meine Social Media Aktitiväten in den kommenden zwei Wochen natürlich runterfahren. Also wirklich mal. In echt jetzt. Deswegen habe ich alle möglichen Zeit- und Ruhefresse-Apps wie Facebook, Snapchat, Twitter in den Unused-Ordner verbannt; aber Instagram ist und bleibt aktiv. Wenn ihr mir folgt, nehm ich euch mit. :-)

Zu dem Salat: Einfach großartig, vor allem leicht gekühlt. Mal was anderes als unsere mitteleuropäischen Rezepte mit Öl und/oder Sahne. Schmeckt sehr authentisch und ist auch eine schöne „Beilage“ zu Sushi oder deftigen japanischen Gerichten wie Tonkatsu oder Was-mit-Teriyaki. 

Japanischer Gurkensalat – Sunomono
Rezept für 1 Portion

Zutaten
 ½  kräftige Salatgurke
Salz
1 EL Wakame-Seealgen
1 EL Sojasauce (hell sieht schöner aus, dunkle geht aber auch)
1 EL Reisessig
1 EL Mirin
1 TL geröstetes Sesamöl
Sesamsamen

Zubereitung
Wakame mit Wasser bedecken und quellen lassen. Das dauert ungefähr eine Viertelstunde. Dann unter fließendem Wasser abspülen und eventuell kleiner hacken.
Die Salatgurke längs halbieren, das wabbelige Innere mit einem Teelöffel vorsichtig herausschaben und entfernen. (Wenn ihr mögt: Das schmeckt lecker mit Sojasauce.) Die Gurke in dünne Scheiben schneiden, salzen und ca. 20 Minuten Wasser ziehen lassen. Dann abspülen und trocken tupfen und mit der Wakame mischen.

Aus den restlichen Zutaten ein Dressing zusammenrühren und über den Salat geben. Mit Sesamsamen bestreuen und servieren.
Sonntag, 21. August 2016

Kartoffelsalat Nizza-Style | {Die Mädchenküche kocht zusammen #7}

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Der Salat Nizza ist ein Klassiker, der leider oft verhunzt wird. Man denke nur daran, dass er sich auf dem Menü jeder drittklassigen Pizzeria ums Eck befindet und in eine Plastikschale gepresst serviert wird, kalt – lieblos – fast-food eben.
Ach, dabei ist ein Salade Nicoise, wie ich ihn lieber nenne, weil es arg distinguiert und edel klingt, sowas schönes, frisches, ein Ich-möchte-sofort-nach-Südfrankfreich-auswandern-Gericht, das gerade jetzt, in den späten Sommerwochen, wo jeder Sonnenstrahl gierig aufgesaugt wird, als würde der nächste Regenguss schon um die Ecke warten (was ja, wenn wir ehrlich sind, 2016 nicht so unwahrscheinlich ist). Wo jede Minute Wärme dazu einlädt, doch noch ein bisschen auf dem Balkon zu sitzen, in der einen Hand ein Glas Weißwein, in der anderen den Salat, gemütlich, legt die Füße auf die Brüstung, haltet eurer Gesicht ins Licht, demonstrativ mit Sonnenbrille und genießt das Gefühl – diese Mischung aus Wehmut, weil etwas geht, und Vorfreude, weil etwas kommt, auf das wir uns genau so freuen können, den Herbst und Winter mit all seinem Raschellaub, Kastanienknistern und Regendröppeln. Dabei den Geschmack eines dahinziehenden Sommers. Es ist schön. Genießt.

Vielleicht geht mein Nizza-Salat gar nicht mehr so sehr als Nizza-Salat durch, weil ich den Kartoffelanteil stets so erhöhe, dass er richtig gut satt macht – 150–200 Gramm dürfen es schon sein. Dazu frische Stangenbohnen, Oliven, gelbe Paprika, Basilikum und natürlich ein Ei. Die Vinaigrette ist einfach, ein heller Weißweinessig, bestes Olivenöl. Man will sich nicht ablenken lassen vom puren Sommergeschmack und -gefühlen.

Schaut unbedingt auch mal bei den anderen Mädchen der Mädchenküche vorbei und schaut, wie sie Kartoffelsalat interpretiert haben. Ich finde, diesmal sind besonders tolle Anregungen dabei.

→ Im Holunderweg 18 gibt's Kartoffelsalat mit Rucola-Pesto, Heidelbeeren und Pfifferlingen. Was für eine tolle Idee!
→ Becoming green zaubert Röstkartoffelsalat.
→ Bei VeggieKochwelt wird es mediterran.
→ No Fastfood Today hat sogar ihre Omas nach dem Kartoffelsalat-Rezept gefragt.
→ Und in der LeckerBox versteckt sich (Ofen-) Kartoffelsalat auf grünem Salatbett mit Honig-Senfdressing.


Kartoffelsalat Nizza-Style
Rezept für 1 Portion

Zutaten
für den Salat
150 – 200 g kleine Frühkartoffeln, in der Schale gekocht, entweder kalt oder noch warm
1 kleines Kopf- oder Romanasalatherz
100 g grüne Stangenbohnen
1 kleine weiße oder rote Zwiebel
1/2 gelbe Paprikaschote
5 schwarze Kalamata-Oliven
1 Ei
Basilikumblätter (nach Geschmack)

für die Vinaigrette
2 El Weißweinessig
1 EL Olivenöl
1 El Wasser
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 TL Zucker

Zubereitung
Salat putzen, waschen, trockenschleudern und mundgerecht zerhäckseln. Stangenbohnen putzen und in Salzwasser bissfest kochen und abgießen. Zwiebel schälen und in dünne Ringe, gelbe Paprika in Streifen schneiden. Die Oliven in Ringe schneiden (oder ganz lassen). Das Ei kochen, wachsweich, mittelhart, was ihr mögt.
Alles hübsch auf einem Teller anrichten, Basilikumblätter darüber zerpflücken und Vinaigrette darüber löffeln.

Freitag, 19. August 2016

Kartoffelkäse | {Die Mädchenküche kocht – #7}

Kartoffelkäse

Juchuh, die Mädchenküche kocht erneut zusammen – schon zum achten Mal, hui! Zu dieser sommerlichen Runde haben wir uns für das Thema Kartoffeln entschieden. Das kam mir persönlich sehr entgegen, denn ich l-i-e-b-e Kartoffeln über alles. Nudeln, Reis, Quinoa, das alles kann mir gestohlen bleiben, wenn ich Kartoffeln wählen darf. Am liebsten mag ich Kartoffeln vom Grill, als Wedges (mit viel Sour Cream) oder als Crash Hot Potatoes

Für die Mädchenküche wollte ich aber mal was anderes ausprobieren und habe Kartoffelkäse zubereitet. Der Name trügt, denn es ist (außer ein bisschen Frischkäse) kein Käse enthälten, die Masse besteht primär aus gekochten und geriebenen Kartoffeln und Saurer Sahne, natürlich kräftig-deftig gewürzt. In Bayern und Österreich kennen ihn alle, hier am Niederrhein ist er unbekannt. So ähnlich wie der ebenfalls großartige Obazda. Ich möchte das ändern. Schließlich wachsen auch hier echt geniale Kartoffeln – vor allem im Garten meiner Eltern –, und das ist für Kartoffelkäse quasi die halbe Miete, gell? Wir haben uns den Aufstrich in Massen auf Baguette geschaufelt und quasi zu zweit binnen Stunden komplett verputzt. Einfach großartig!

Das Rezept habe ich übrigens ganz leicht abgewandelt nach Österreich Vegetarisch – dort müsst ihr im Glossar natürlich unter „E“wie Erdäpfel suchen.

Die restlichen Mädchenküche-Rezepte findet ihr wie immer auf unserer Facebookseite verlinkt. Am Sonntag gibt's dann wie immer unser gemeinsames Gericht. Ich bin schon total gespannt!

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Kartoffelkäse
Rezept für 4 Personen als sehr ausgiebige Brotzeit

Zutaten
500 g festkochende Kartoffeln, in der Schale gekocht und ausgekühlt 
1 kleine Zwiebel
200 g Saure Sahne
50 g Joghurt, 3,5%
125 g Frischkäse
Salz
weißer Pfeffer
gemahlener Kümmel 
1 TL Majoran, getrocknet
1 EL gehackte Petersilie

Zubereitung
Kartoffeln pellen und auf einer groben Reibe (ich habe dafür eine Trommelreibe) reiben. Zwiebel schälen und fein hacken. Mit den restlichen Zutaten vermischen und abschmecken, dann mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen lassen. 
Nochmals abschmecken und mit Petersilie, Kümmel (ganz) garnieren und servieren. 

Katharina Seiser sagt ja, dass der Kartoffelkäse niemals im Kühlschrank aufbewahrt werden darf. Das kann schon sein, ich hab's frevlerisch aber dennoch gemacht und fand ihn auch gekühlt einwandfrei köstlich!

Quelle


Sonntag, 31. Juli 2016

Eingelegte Gewürzgurken selbstgemacht

Eingelegte Gewürzgurken

Ein bisschen schäme ich mich dafür, dass ich es den ganzen Juli über zu keinem einzigen Blogbeitrag geschafft habe; Ich muss zugeben, ich bin mit der aktuellen Gesamtsituation unzufrieden. 
Mich nervt die weltpolitisch-gesamtgesellschaftliche Situation sehr, und damit hatte ich auch diesen Post ursprünglich begonnen. Dann wollte ich den Text doch nicht stehen lassen, aber auch nicht löschen und nun habe ich ihn auf meiner Facebook-Seite und nutze die Einleitung stattdessen dafür, über die Einleitung zu schreiben. Absurd, richtig? Aber das passt ja auch wieder zu diesem Jahr.

Kommen wir zu den Gurken.
Für mich waren selbsteingelegte Gewürzgurken eine Premiere, aber eine so überzeugende, dass ich direkt zum Wiederholungstäter geworden bin. 
Gestern noch sprach ich mit meiner Mutter darüber, wie sich der Trend zum Selbermachen über die letzten Jahre gewandelt hat. Vor 30, 40 Jahren wäre keine Frau (ich denke, es ist erlaubt, in diesem Fall nur von Frauen zu schreiben) auf die Idee gekommen, sich mit Gewürzgurken abzumühen; im Gegenteil, man war froh, wenn man nicht noch etwas selbst machen musste. Bekam man von Familie und Freunden die Hälfte der Erträge des Schrebergartens hatte man weder Lust noch Ideen, das selbst zu verarbeiten. Nicht, weil es egal war, sondern einfach, weil man so schon genug zu tun hatte, die Kinder, der Mann, ich kann's verstehen. In meinem Leben gibt es keine Kinder und einen Mann, der sich glücklicherweise auch selbst versorgen kann, trotzdem schäumt das Leben vor Langeweile nicht über. „Selbstmachen“ ist dennoch Pflicht und – glücklicherweise – Freude, denn so ganz koscher sind mir gekaufte Lebensmittel nicht immer. Ich bin nicht extrem und/oder paranoid, aber bei Gewürzgurken ist ja die Frage: Woher kommen die? Womit wurden die gespritzt? Was verbirgt sich hinter „natürliches Chili-Aroma“ und warum wird „Calciumcitrat als Festigungsmittel“ genutzt? 
Ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Gewürzgurken selbst machen ist dabei nicht schwer. Meine Anleitung ist für Leute ohne Profi-Küchenausstattung gedacht, siehe unten. Achtet bei dem Salz drauf, dass es ohne Jodzusatz ist, denn Jod macht die Gurken weich und weniger knackig, so sagt es jedenfalls dieses Internet.

Ich bin total begeistert von den selbsteingelegten Gewürzgurken – kein Vergleich zu den gekauften, die ich zwar auch immer gerne gegessen habe, die aber intensiv und fast künstlich schmecken. Das weiß ich allerdings erst jetzt. Also: Hopp Hopp!

Eingelegte Gewürzgurken
Rezept für 1,5 kg Gurken

Equipment
1 – 2 große Töpfe
Küchenpapier
Einmachgläser (nicht zu klein) plus Verschluss
Trichter
Küchenthermometer

Zutaten
1,5 kg Einlegegurken, nicht zu groß
1,5 l frisches Wasser
500 ml heller Essig
75 g feines Salz (nicht jodiert)
125 g Zucker
Senfkörner
Pfefferkörner
rosa Beeren
Dillblüten (normaler Dill tut's auch, gewaschen und trocken geschüttelt)
Knoblauchzehen, geschält

Zubereitung
Bevor ihr startet, sollten Einmachgläser und Trichter sterilisiert werden. Die Gläser stelle ich dazu in den Ofen (aufs Kuchengitter, 150° Grad, ca. 20 Minuten, die Gläser sollten sich nicht berühren). Die Deckel lege ich gemeinsam mit dem Trichter für 5 Minuten in kochendes Wasser und lasse sie dann auf sauberer Küchenrolle abtropfen. Ist alles sauber, sterilisiert, abgekühlt, seid ihr startklar.

Die Gurken unter fließendem Wasser ordentlich schrubben und so vom pieksigem „Fell“ befreien. Dicke Enden abschneiden. Abtrocknen. Anschließend entweder in Scheibchen oder Sticks schneiden – oder einfach im ganzen belassen. Wie ihr mögt. 

Die Gewürze, also Senf- und Pfefferkörner, Rosa Beeren, Dillblüten und Knoblauchzehen nach Belieben in die Gläser füllen. Die Kombination ist natürlich kein Muss, ihr könnt z. B. auch den Knoblauch weglassen und/oder Chili benutzen – da gibt's einige kreative Möglichkeiten, googelt bei Interesse doch einfach mal. Die Gurken mit in die Gläser füllen.

Aus Wasser, Essig, Salz, Zucker einen Sud kochen – und zwar so lange, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Heißen Sud in die Gläser füllen, bis die Gurken vollständig bedeckt sind. Fest verschließen.

Nun geht's ans Eingemachte: Die Böden eurer Töpfe mit zwei Lagen Küchenpapier bedecken, Wasser so weit einfüllen, dass die Gläser ca. 3/4 hoch bedeckt sind. Wasser aufkochen und direkt auf ca. 80 Grad abkühlen lassen, hier benötigt ihr wahrscheinlich ein Küchenthermometer. Es ist wichtig, dass die Temperatur 15 Minuten ungefähr in dem Bereich gehalten wird, weil die Gurken sonst weich werden (sagt wieder einmal dieses Internet). Anschließend auf den Kopf stellen und abkühlen lassen. Fertig ist euer Gurkenvorrat für die nächsten Monate!