Mittwoch, 17. Februar 2016

Chili Cheese Corn Muffins – {Jamie, was los mit dir?}

Chili Cheese Corn Muffins


Kennt ihr diese Rezepte, die ihr tage-, wochen-, monatelang vor euch herschiebt?
Weil sie gerade einfach nicht passen? Das Chili Cheese Corn Bread von Jamie Oliver ist so eins, das ich mir bereits 2010 mit einem kleinen Post-It im Amerika-Kochbuch gemerkt, aber doch nie  umgesetzt hatte. Weil ein so'n großes Ding zu viel für zwei Leute ist, der Mann Käse eigentlich gar nicht mag, weil man zu großen Geburtstagen oder anderen Anlässen nicht dran gedacht hat – ihr kennt das. 

Doch Jamie Oliver soll wieder zurückkehren in meine Küche. Und zwar der alte Jamie Oliver.
Vor kurzem erst las ich, wie auch JO sich von der allgegenwärtigen Superfoods-Bewegung hat anstecken lassen. Ihr wisst ja, I have a thing for superfoods und alles, was aus dieser Ecke kommt. Schon lange. Doch genau so lange war Jamie Oliver sowas wie meine heimliche Affäre – man trifft sich nicht häufig, vielleicht alle ein, zwei Wochen mal, aber dann auch das volle Programm, inklusive Nebenwirkungen (der Bauch drückt, die Hose kneift) und, nicht zu verleugnen, dem schlechten Gewissen. Jamie Oliver ist für mich ein Synonym für pures Soulfood. {Sorry, Raw Cocoa Brownies können lecker, sogar köstlich sein, aber Soulfood? come on...} 
Jamie Oliver hat mich – und sicher auch viele von euch – an Herd und Ofen herangeführt. Kochen und Backen war nicht mehr länger nur das, was Muttis und Omas mittags Zustande bringen mussten, im Gegenteil: Aus Zwang wurde Gefallen, man wollte gemeinsam geniale Rezepte mit guten Zutaten ausprobieren – McDonald's und BK brauchten wir nicht mehr, und die immergleichen Hausfrauen-Rezepte auch nicht. Ob es Feines Gemüse auch ohne Jamie Oliver geben würde? Vermutlich nicht.

Jamie Oliver hat sich nie um Fette oder Zucker, Kohlenhydrate oder Gluten gekümmert. Er hat tassenweise Olivenöl über frisch gebackene Focaccia gegossen, hochkalorische Zuckerträume aus Baiser mit gerösteten Nüssen und Schokoladensauce verziert, Pasta in Butter geschwenkt und mit Cheddar und Bacon gleichzeitig überbacken.
Mit einem Jamie Oliver, der „Superfood Proteinbrot, weizenfrei, glutenfrei & lecker“ backt und „schlanke Carbonara“ serviert, breche ich. Warum, frage ich mich, warum, Jamie, ausgerechnet du? Es gibt so viele Hobbyköche wie (Pseudo-)Unverträglichkeiten und Ernährungsideale da draußen. Und glücklicherweise leben wir in einer Welt, in der sich jeder frei entscheiden kann, das zu tun, was er mag. Aber ich lese lieber in deinen alten Büchern und träume von cremigem Risotto mit gegrillten Pilzen und viel Parmesan, Melone mit Wodka, und Meatball Spaghetti – noch einen Superfood-Koch braucht die Welt nicht.

In diesem Sinn: Hier das Rezept für großartige Chili Cheese Corn Muffins – bei Jamie ist das noch ein „Bread“, und wenn ihr mögt, gießt den Teig in eine Springform von 22 Zentimetern Durchmesser; die Backzeit verlängert sich dementsprechend auf ungefähr 35 Minuten. Im Originalrezept werden übrigens zwei Maiskolben verwendet, aber die gibt's hier gerade nunmal so schlecht.
Die Muffins sind auf jeden Fall genial lecker und ein tolles Party-Mitbringsel – vor allem lauwarm. Wichtig ist, dass ihr einen Käse „mit Charakter“ verwendet, milder Cheddar geht unter.


Chili Cheese Corn Muffins 
Rezept für 12 Stück

Zutaten 
60 g Butter
2 größere Zwiebeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
1 Dose Mais, abgetropft
5 Eier, Größe L
325 g Maisgrieß (Polenta)
250 ml Milch
1 TL Backpulver
120 g Mehl
Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer
140 g frisch geriebener, reifer (!) Cheddar
40 g Jalapeno-Chilis in Ringen (im Glas), fein gehackt

Zubereitung
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. In einer Pfanne die Butter auf mittlerer Stufe zerlassen und die Zwiebeln darin 15 bis 20 Minuten sanft braten, bis sie goldbraun und karamellisiert sind.  Nach 10 Minuten den Mais mit in die Pfanne geben und mitbraten. Anschließend vom Herd nehmen und einige Minuten abkühlen lassen.

In einer Schüssel die Eier, Polenta, Milch, Backpulver, Mehl, 1 große Prise Salz und Pfeffer und einen Großteil des geriebenen Käses energisch verrühren, bis die Zutaten gut vermischt sind. Anschließend die abgekühlten Ziwbeln und die gehackten Jalapeno-Chilis untermengen. Ein Muffinsblech mit Förmchen auslegen {alternativ: Die Kuchenform mit Olivenöl ausstreichen und den Boden mit einem Stück Backpapuer bedecken} und den Teig darauf verteilen.

Mit ein paar weiteren Chili-Ringen bestreuen und für ca. 25 Minuten in den Ofen schieben. Nach 15 Minuten den Restkäse über die Muffins streuen.  Stäbchenprobe nicht vergessen. Nach dem backen ein bisschen abkühlen lassen und servieren. Die Muffins können später auch noch einmal in der Mikrowelle warm gemacht werden.

Quelle

Montag, 8. Februar 2016

Grüner Smoothie mit Erbsen, Spinat, Avocado (und Chia-Kokos-Gelee)

Grüner Smoothie mit Erbsen, Spinat, Avocado und Chia-Kokos-Gelee

Uff, dieses Jahr komme ich koch-, back- und blogmäßig mal wieder nicht so richtig aus dem Quark. Januar und Februar, ich finde, das sind so richtige Gemütsfeinde. 
Es ist kalt, es ist nass, und jetzt wurde sogar der Rosenmontagszug in Düsseldorf wegen Sturmwarnung abgesagt. Aktuell blitzt und donnert es. Nun, nicht, dass ich einen Besuch geplant hätte, aber so ganz eklig bin ich ja doch nicht, ich gönne den Menschen ihren Spaß, solange ich mich nicht dazu gesellen muss. – Das hört sich an, als wäre ich hedonophobisch, bin ich nicht, meistens, ich finde mein Gemüt sogar äußerst sonnig. 

Wie gesagt, Januar und Februar, not my cup of tea – ab März wird alles besser, dann ist auch Ostern, und man kann so langsam wieder anfangen, kurzärmelige Oberteile zu tragen, Barfuß zu laufen und Fahrrad zu fahren. Auf dem Balkon frühstücken und bergeweise Frühlingsgemüse vom Markt nach Hause schleppen. Aktuell ist unser Balkon nass und schmutzig, und der Markt ein Trauerspiel, dessen Besuch man, würde er was kosten, reklamieren müsste. 
Nun will ich nicht den ganzen Tag eine saure Miene ziehen, deswegen muss hier und da ein optimistischer Akzent gesetzt werden. Ich habe Tulpen gekauft (rote gar), gehe wieder laufen (nach monatelanger Herumsitzerei auf dem Sofa), bin für einen Yoga-Kurs angemeldet (Start Ende Februar) und meide Zeug, das dem Körper schlecht tut (über Wein lässt sich streiten). 
Ab Donnerstag faste ich und verzichte auf Industrie-Zucker. Das ganze geht dann bis Ostern, danach bin ich fröhlich detoxed und außerdem ein Jahr älter – 2016 kann beginnen, sich von seiner Schönwetter-Seite zu zeigen. Mein persönlicher Frühlingsbote ist dieser Grüne Smoothie mit Erbsen und Spinat. Das Rezept stammt aus der aktuellen Slowly Veggie und wurde leicht modifiziert. 

Zitat Mann: "Schmeckt, als würde man in eine Wiese beißen" – das finde ich etwas übertrieben. Er schmeckt, wie ein Grüner Smoothie eben schmeckt, und ich persönlich mag das gern. Besonders gefallen hat mir die Idee mit den Erbsen, vor allem aber die Farben. Mehr Grüne Smoothies? Wie wär's mit diesem Grünen Smoothie mit Grünkohl und Kokoswasser – der passt super zur Saison. Und wer sich generell zum Thema Grüne Smoothies erkundigen wil, und kann sich mal bei Hannah die Infografik zum Thema Grüne Smoothies anschauen. 

Übrigens: Die hübschen Gläser waren ein Weihnachtsgeschenk von Mein Lieblingsglas, und ein bisschen schäme ich mich dafür, mich erst jetzt dafür bedanken zu können. In Mason Ball Jars sieht einfach alles toll oder noch toller aus. Und es gibt mittlerweile sooo viele verschiedene, eines hübscher als das andere. Wenn ich mal groß bin, hätte gerne einen ganzen Schrank davon.


Grüner Smoothie mit Erbsen, Spinat, Avocado (und Chia-Kokos-Gelee)
Rezept für 2 große Gläser

Zutaten
für das Chia-Kokos-Gelee
15 g Chiasamen
100 ml Kokoswasser (oder z. B. Hafer- oder Mandeldrink)

für den Smoothie
100 g Spinat (frisch oder aufgetaut TK)
1/2 Avocado (ca. 60 g)
75 g Erbsen (TK)
125 g Mango 
100 g Gurke
150 ml Wasser

wer mag: Granatapfelkerne zum Toppen

Zubereitung
Chiasamen und Kokoswasser mindestens 15 Minuten, noch besser aber über Nacht quellen lassen.
Für den Smoothie Spinat, Avocadofruchtfleisch, Mango, Erbsen und Gurke im Standmixer pürieren und immer mal wieder etwas Wasser zugeben, bis ein cremiger Shake entsteht – Achtung: Der Smoothie dickt nach!

Anschließend Schichtweise in die Gläser löffeln: Chia-Gelee – Granatapfelkerne – Smoothie – Chia-Gelee – Granatapfelkerne – Smoothie. 

Auch super zum Mitnehmen, wenn ihr verschließbare Gläser habt! 

Inspiration
Slowly Veggie