Freitag, 25. März 2016

Kulinarische Notizen, Winter 2015/2016 – in Düsseldorf und anderswo

Schon wieder sind drei Monate um, der Winter ist quasi vorbei – auch wenn Düsseldorf noch einmal ordentlich eingeschneit wurde –, Zeit für ein paar Zeilen zu den kulinarischen Highlights, derer ich diesmal gar nicht so viele nennen kann, weil ich mich wieder mehr auf den eigenen Herd & Ofen konzentriert habe – Brote mit richtigem Sauerteig, vegetarischer Kimchi, diverse Gerichte aus dem zwar altmodischen aber großartigen Römertopf, dazu ausufernde Experimente mit Overnight Oats: Ich stand kaum still und war deswegen auch weniger „außerhalb“ unterwegs. Das Schreiben fällt mir in letzter Zeit schwer, mir fehlt die Ruhe, die ich dazu immer hatte. Versuchen will ich es trotzdem:

Chili aus dem Römertopf
Wohin geht man eigentlich in Düsseldorf, wenn's mal nicht szenig und hip sein soll, sondern man lieber gutbürgerliche, aber dennoch gehobenere Küche genießen will? Das habe ich mich ziemlich lange gefragt und zwischen diversen Optionen hin und her überlegt, bis ich mich an ein Restaurant erinnerte, das mir immer mal wieder empfohlen worden war: Die Dorfstube im linksrheinisch gelegenen Oberkassel, ein Schwarzwälder  Restaurant. Und sowas schönes, liebevoll eingerichtetes, hatte ich lange nicht mehr gesehen. Die Preise gehoben, aber auch das Niveau von Speisen und Service, insofern voll okay. Ich aß einen guten Salat mit Waldpilzen und Avocado, der Mann Linsen mit Spätzle und Würstchen und die Eltern irgendwas Senfrostbratiges.

Salat mit Wildpilzen – und ein Haufen Spätzle, in der Dorfstube 
Auf das Ajito war ich besonders gespannt, denn es ist quasi ultra-szenig. Im Ajito – unter dem Motto: LOVE PASSION & DARKNESS – ist alles hip, angefangen bei den Mitarbeitern über die Möbel und die Speisekarten. Küchenstil ist irgendwie-japanisch, die Karte ist relativ klein gehalten, dafür schmeckte das Servierte ausnahmslos vorzüglich. Pulled Beef auf japanischem Kartoffelsalat, Sashimi Bowl, Okonomiyaki – mein Favorit: Spicy Sushi. Preise: Joah.

Pulled Beef auf japanischem Kartoffelsalat (Adjito)
Sashimi Rice Bowl mit Avocado (Ajito)
Welcher Wein passt eigentlich zu welchem Essen?
Eine Frage, die uns doch alle irgendwie umtreibt. Etwas mehr Licht ins Dunkel hat Jan gebracht, der mich und einige andere Foodblogger am 13. Februar zu einer Weinverkostung  in meinem Lieblingsrestaurant U.} über die richtige Paarung von Wein und Speisen aufklärte. Wir probierten Weiß- und Rotweine – sogar aus Indien – zu Sushi, Käse und Schokolade und es war spannend zu sehen, dass nicht immer das Vermutete auch am besten passte und wie unterschiedlich doch die Geschmäcker rund um die Tafel waren. So taugt mir die Kombination aus Wein und Schokolade zum Beispiel gar nicht, und auch Roquefort ist weder mit roten noch weißen Tropfen ein Genuss, wohingegen Grana Padano definitiv profitierte – und zwar vor allem von einem Sauvignon Blanc. Wer hätt's gedacht?

Eine Weinverkostung ist serious business.
Jan gibt seine Weinseminare in Köln, Düsseldorf und Frankfurt regelmäßig und ich kann sie sehr empfehlen: Es war ein toller Tag, über den ihr z. B. auch bei Maren von (Rh)eintopf nachlesen könnt. Sie geht – als echter Weinprofi – sowieso viel mehr ins Detail und hat auch eine Menge schöne Fotos parat. Ich ging gleichermaßen beschwippst und begeistert nach Hause und fühle mich schon fast wie ein richtiger Pro.


Im Sattgrün am Graf-Adolf-Platz wurde renoviert. Es gibt jetzt mehr Platz (glaube ich), und es ist noch ein bisschen hipper. Die Preise wurden übrigens auch angehoben und ehrlich gesagt ist nun auch das Limit erreicht, das ich für gerade so noch angemessen halte. Scheinbar bin ich aber die einzige, die 6,90€ für einen mittleren Teller vom Buffet reichlich happig findet, denn um spätestens 12:30 Uhr ist der Laden bis auf den letzten Platz besetzt und die Schlange reicht bis vor die Tür.



Im Amano Verde traf ich die liebe Bibi zum vegan-vegetarischen Festmahl: Davon abgesehen, dass es ein wundervoller, quatsch-intensiver Abend war {an dem ich u. a. zum Snapchat-Erklärbär mutierte}, konnte auch das Essen wieder überzeugen. Lediglich mit dem veganen Blätterteig werde ich nicht zu 100% warm. Dennoch immer wieder spannend zu sehen, wie großartig und vielseitig vegane Küche sein kann. Daumen hoch – und an Susann einen lieben Dank für meinen Ersatz-Sekt: Champagner. 

Champagner im Amano Verde
Super enttäuscht waren wir zwei Mal von Foodora – nachdem der Lieferservice meiner Meinung nach letztes Jahr vielversprechend gestartet ist, waren die letzten beiden Bestellungen eine Zumutung an der Grenze zur Frechheit. Also: Lieber richtig essen gehen. Dann wird's auch heiß an den Tisch gebracht und versaut beim Auspacken nicht den eigenen weißen Teppich im Wohnzimmer. No, thanks!
Das war's auch so weit schon wieder. Ich bin froh, dass der Winter nun um ist und wir uns der Frühlingsküche widmen können. In den nächsten kulinarischen Notizen werdet ihr dann auch wieder was vom U. hören (und sehen), außerdem geht das Good Food Festival in eine neue Runde uuund – ich fahre nach Wien! Wir hören uns. 

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