Freitag, 27. Mai 2016

Linsen-Aprikosen-Aufstrich, vegan

´Linsen-Aprikosen-Aufstrich

Früher habe ich viel mehr selbst gemacht. Also ganz früher habe ich gar nichts selbst gemacht, dann kam ich in eine Phase des aufopfernden Selbstversorgertums, da habe ich jede Woche Brot gebacken, Joghurt angesetzt, ausschließlich Gartengemüse gegessen und so weiter. 
Dann wurde ich wieder faul und habe lauter Dinge gekauft, die ich günstiger, gesünder und – wichtig! – leckerer selbst hätte herstellen können. Brotaufstriche sind ein gutes Beispiel. An gutem Brot solltet ihr nie sparen, insofern könnt ihr entweder selbst backen {Respekt an alle, die dazu Kraft und Geduld aufbringen} oder regelmäßig beim Bäcker vorstellig werden, und ich meine natürlich einen richtigen Bäcker, nicht die Backautomaten beim Aldi, nicht Backwerk, nicht Kamps.
Dann habt ihr schonmal, wortwörtlich, eine großartige Grundlage, gesetzt den Fall, dass ihr nicht nur Weißbrot oder Weizenmisch kauft, sondern euch auch einmal an kräftigere, körnigere Sorten wagt. Letztens habe ich wieder gelesen, dass über 20% der Deutschen vor allem Toast kaufen. Das kann ich überhaupt gar nicht nachvollziehen, weil Toastbrot für mich der Inbegriff toter Backkultur ist, billig, süß, langfristig Diabetes Typ2. Da jammern die Deutschen darüber, dass es kaum noch echte Bäcker gibt und stapeln dann im Discounter Toastpackungen für 0,49€ in ihren Einkaufswagen. Man wundert sich  heutzutage über nix mehr. 

Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich wollte eigentlich sagen: Seit einigen Monaten mache ich wieder viel mehr selbst, und ich bin auch nicht mehr so bequem, ich nehme weitere Strecken und gegebenenfalls auch den tieferen Griff in den Geldbeutel in Kauf, um bessere Lebensmittel zu bekommen. Wenn man hier und da etwas mehr ausgibt, kann man das gut kompensieren, indem man an anderer Stelle spart und eben mehr selbst macht.
So essen wir etwa mittags häufig {oder meistens} Brote. Da muss was drauf. Wir essen weder Wurst noch Käse – bzw. wir kaufen keine Wurst oder Käse. Und selbstgemachte Brotaufstriche schmecken spannender als die Sorten im Biosupermarkt. Ich mag zwar gerne von Alnatura die Senf-Rucola und Grüner-Pfeffer-Paste, aber an denen hat man sich genau so schnell überfuttert wie an den gängigen Apfel-Meerrettich-Streichcremes.
Mehr Auswahl gibt's seit einiger Zeit durch Hofgemüse-Aufstriche von Allos, aber ein Gläschen mit nur 135 g Inhalt kostet über 2,50 € – und da ich mindestens zwei davon pro Woche benötige, ist mir das einfach zu teuer. Und da es eben auch günstiger und besser geht, warum nicht selbst machen? Mein aktueller Favorit ist dieser Aufstrich aus Linsen und Aprikosen, der super fix zusammen gerührt ist und eigentlich aus nur drei Zutaten besteht.

Vor einigen Jahren habe ich diese Möhren-Oliven-Creme gemacht, die ganz fantastisch schmeckt. Ein Rezept, das ich schon ganz oft weitergegeben habe, war diese vegane Leberwurst auf Basis von Räuchertofu und Kidneybohnen – mein persönlicher Dauerbrenner! Balsamico-Zwiebel-Konfitüre peppt Käsebrote und Grillfleisch sehr auf, schmeckt aber auch solo. Und einen schnellen, veganen Kräuterfrischkäse könnt ihr mit diesem Rezept herstellen.




Linsen-Aprikosen-Aufstrich
Rezept für 1 Glas mit ca. 250 ml Inhalt

Zutaten
100 g Rote Linsen
5 getrocknete Aprikosen
Zitronensaft oder heller Balsamico-Essig
eventuell Wasser oder Apfelsaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung
Aprikosen mehrere Stunden (am klügsten über Nacht) in Wasser einweichen. Das Einweichwasser zu den Linsen geben, dazu weitere 200 ml Wasser geben und die Linsen weich kochen. Einen kräftigen Spritzer Zitronensaft oder Balsamico hinzugeben und alles pürieren. Vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken – der Aufstrich zieht ordentlich an, da ist weniger mehr. Sollte der Aufstrich zu dick werden, mit Wasser oder Apfelsaft verrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Fertig. <3 p="">
Montag, 2. Mai 2016

Vegane Lasagne mit Thai-Gemüse und Cashew-Knusper

Vegane Lasagne mit Thai-Gemüse und Cashew-Knusper

Ja, ich hab' auch erstmal ein bisschen komisch geguckt, als ich über das Rezept gestolpert sind. Was soll das sein? Thai und Lasagne, das hört sich in Kombi so attraktiv an wie Sushi mit Spätzle oder Heringsfilet in Saté-Sauce – oder? Trotzdem blieb ich gedanklich irgendwie daran hängen, wie das eben so ist.
Letzten Samstag schließlich schleppte ich mich finally in den Asiamarkt meines Vertrauens,  um den Besitzer nicht unwesentlich zu bereichern und anschließend diese vegane Lasagne zusammen zu frickeln. Fazit: Nice, Bro! 

Die stimmige Kombination aus frischem Gemüse mit Tofu und Shiitake allein hätte mich schon glücklich gestimmt – dazu die dünnen Lagen Wan-Tan-Teig (ich Narr, wieso habe ich das vorher nie ausprobiert?), vollgesogen mit cremiger Kokos-Curry-Sauce und getoppt mit einer Da-kann-man-nix-falsch-machen-Bröselei aus Cashewkernen, veganer Margarine und Paniermehl. Einfach lecker! Allerdings: Wie jede andere Lasagne fällt auch die hier nicht in die Kategorie „Schnelle Feierabendküche“, eine helfende Hand oder viel Zeit und Geduld sollte also vorhanden sein.

Übrigens: Wenn dieser Beitrag online geht, bin ich auf dem Weg nach Berlin zur #rpTEN. Seid ihr auch da? Bock auf Treffen? Drop me a note, ich würde mich freuen. Und ich habe, das verspreche ich, auch keinen Curry-Atem mehr. 

Vegane Lasagne mit Thai-Gemüse und Cashew-Knusper

Vegane Lasagne mit Thai-Gemüse und Cashew-Knusper
Rezept für 4 Portionen

Zutaten
175 g Wan-Tan-Blätter (TK)
2 gelbe Paprikaschoten
1 Zucchini
2 Möhren
1 EL geröstetes Sesamöl
200 g Tofu
250 g Shiitake-Pilze
3 EL Öl
2 TL Sojasauce
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
20 g Ingwer
1 TL vegane Currypaste
1 Dose Kokosmilch (400 ml)
2 EL Limettensaft
1 Bund Koriander oder glatte Petersilie
50 g Cashewnusskerne
2 EL vegane Margarine
50 g Semmelbrösel

Zubereitung
Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Wan-Tan-Blätter auftauen lassen. Paprika vierteln, entkernen und schmale Streifen schneiden. Zucchini und Möhren schälen, beides schräg in dünne Scheiben schneiden. Gemüse in einer Pfanne im heißen Sesamöl 3 – 4 Minuten dünsten.

Tofu in 1 cm große Würfel schneiden. Pilze putzen, in Scheiben schneiden und mit Tofu in 1 EL Öl anbraten. Mit Sojascaue, Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

Ingwer schälen, fein hacken und mit der Currypaste in 1 EL Öl andünsten. Mit Kokosmilch ablöschen. Sauce ca. 5 Minuten einköcheln lassen, Limettensaft hinzufügen und abschmecken.

Korianderblätter abzupfen, die Hälfte klein hacken. Nüsse grob hacken und mit Margarine, gehacktem Koriander und Semmelbröseln vermischen – das geht am besten fix mit den Händen.

Eine Auflaufform für ca. 4 Portionen mit 1 EL Öl einfetten. Etwas Kokossauce auf den Formboden geben. Dann abwechselnd Wan-Tan-Blätter, Gemüse, Tofu-Pilz-Mischung und Sauce einschichten. Nuss-Mix darüber streuen.
Ab in den Ofen und ca. 20 Minuten backen – mit dem restlichen Koriander garniert servieren.

Quelle
Slowly Veggie