Superfoods, nein danke! – 5 Gründe, warum ich nichts von Superfoods halte

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Mai 21, 2017

Irgendwann waren sie da: Chia, Açai- und Goji-Beeren, Kakaonibs, Weizengras, Moringa, Quinoa, Spirulina, Chlorella und wie sie alle heißen – Superfoods. 
Das Versprechen, das mitschwingt (mal konkret genannt, mal angedeutet):
Superfoods sind einfach genial, halten uns jung, gesund, schön, fit, schlank, entgiften – hach, was auch immer das Herz begehrt: Irgendein Kraut, mit dem man seine morgendliche Frühstücksbowl möglichst instagramable pimpen kann, ist dafür (oder dagegen?) gewachsen.

Ihr kriegt schon bei den ersten Zeilen ein bisschen Puls? Ich auch. 
Denn ich verstehe den anhaltenden Hype um diese Produkte nicht. 

Dass man in gewisser Weise neugierig auf exotische Lebensmittel ist, finde ich gut, das finde ich auch wichtig. Doch das überpositive Bild von Superfoods halte ich für so überzogen, dass ich mittlerweile gar nichts mehr aus dieser Kategorie kaufe. Und ich kritisiere nicht nur den Hype, das ist nicht nur eine „Ich mag nicht, was alle mögen“-Ablehnung, ich habe gute Gründe. 

1) Gut für die Gesundheit? Maybe – maybe not. 
Gesundheit, Vitalität, gesteigertes Wohlbefinden, das sind die Attribute, mit denen Superfoods um Käuferschaft werben. Doch ist bisher gar nicht erwiesen, dass Superfoods positive(re) Effekte auf die menschliche Gesundheit haben als „Standardlebensmittel“ – und ich spreche von „echter“ Forschung, nicht von subjektiven Blogbeiträgen und Anekdötchen, schon gar nicht von pseudo-seriösen Texten auf Anbieterseiten. Fakt ist: Es fehlen (noch) wissenschaftliche Beweise für die präventive oder gar heilende Wirkung von Superfoods. Ein Test an Zellkulturen zählt für mich nicht, denn denkt dran: Der Mensch ist kein Reagenzglas.


2) Super Nährwerte? Geht.
Was erwarten wir von Superfoods? Na, dass die Vitalstoffzusammensetzung besser ist als bei „normalen“ Lebensmitteln, dass auf kleinste Konsummenge der bestmögliche Effekt für den Körper erzielt wird. Allerdings gibt es da zwei kleine Problemchen:
Erstens: Die Nährwertangaben der „neuen Exoten“ unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. (Ob da wohl das Verkaufsinteresse eine Rolle spielt? – Mehr Vitamine, mehr Absatz.
Zweitens: Die Bioverfügbarkeit von Vitaminen, Mineralstoffen usw. ist begrenzt. Was der menschliche Körper nicht verwerten kann, wird (im besten Fall) ungenutzt rausgeschmissen. Bioverfügbarkeit ist ein sehr komplexes und auch individuelles Thema. Denn dabei geht es nicht nur darum, wie stark verarbeitet das Ausgangsprodukt ist, sondern auch darum wie alt oder gesund (oder, oder, oder) der Empfänger ist – will sagen: 
Natürlich kann man sich ein hochdosiertes Anti-Freie-Radikale-Pülverchen aus Açai den Smoothie mixen, aber ob der Körper damit mehr anfangen kann als mit einer Hand voll heimischer Heidelbeeren sei mal dahingestellt... 
Übrigens: Ein paar interessante Vergleiche findet ihr u. a. bei Fit for Fun.


3) Schadstoffbelastung? Aber hallo!
Wie oft waren Superfoods in den vergangenen Jahren in den Negativ-Schlagzeilen? Ziemlich häufig, nicht wahr – sogar Bio-Ware wurde teilweise als „nicht verkehrsfähig“ eingestuft. Das soll (und darf!) selbstverständlich nicht auf alle Lebensmittel – ob Bio oder nicht – übertragen werden. Mich persönlich haben die Ergebnisse aber nachhaltig irritiert. Die liebe Hannah hat auf ihrem Blog einen ausführlichen Artikel dazu geschrieben, der die komplexe Sachlage auf den Punkt bringt. 



4) Money Money Money
Everything comes at a price, klar – nur liegt der bei Superfoods stets in exorbitanten Höhen. Muss ich ins Detail gehen? 100 Gramm Acai-Beerenpulver für 15 €, 180 Moringakapseln 20 €, 1 kg Chiasamen 10 Euro – wohingegen Leinsamen (die nährwerttechnisch Chiasamen häufig sogar überlegen zu sein scheinen) gerade einmal 2-3 Euro im Kilo kosten.
Ich möchte an dieser Stelle betonen: Ich gebe gerne Geld für Lebensmittel aus, ich bin nicht geizig und lasse sicher monatlich auch ein ordentliches Sümmchen im Bio-Supermarkt. Aber davon kaufe ich eben echte Lebensmittel, Gemüse, Obst, Eier, Nüsse – keinen Erste-Welt-Quatsch. 


5) Wie war das nochmal mit der Nachhaltigkeit?
Was viele ü-ber-haupt nicht zu stören scheint: Die Importstrecken, die manche Superfoods überwinden müssen, um den Weg zu uns zu finden. Komisch, dass (fast) alle Superfoods tausende von Kilometern zurücklegen, um hier teuer verkauft zu werden. Die Gojibeere wächst nicht im Schrebergarten und von Macaknolle hat eure Oma auch noch nie gehört. 
Quinoa kaufe ich aber nicht nur aufgrund der komplizierten Anreise nicht mehr, sondern es kommt  eine erweiterte Komponente hinzu: Schon vor Jahren machten diverse Medien (z. B. hier) darauf aufmerksam, dass die ärmsten Schichten der südamerikanischen Bevölkerung – aus deren Gefilden das Pseudo-Getreide stammt – sich ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten können, weil die internationale Gier sowohl Nachfrage als auch Preis so stark haben ansteigen lassen. Und nicht nur das: Selbst die Quinoa-Bauern verzichten mittlerweile auf ihr eigenes Erzeugnis, weil es finanziell lukrativer ist, Quinoa zu verkaufen als selbst zu essen. Und wozu greifen sie alternativ? Nach Pasta, einem billigen Industrieprodukt mit quasi null Nährwerten. Finde nur ich das völlig absurd?

Tja, so sieht es aus mit den 5 Gründen, warum ich von den sogenannten Superfoods nichts halte (mit Ausnahmen natürlich – ich bin, wie ihr wisst, weder heilig noch radikal). Dabei habe ich die Sachlage stark verkürzt wiedergegeben. Ich hätte zu jedem Punkt noch viel, viel mehr schreiben können. 

Was ist denn eure Meinung zu Superfoods? Kauft und konsumiert ihr sie gerne? Oder seid ihr auch eher skeptisch? Ich freue mich (wirklich) sehr über euren Kommentar, da mich das Thema sehr umtreibt. 

Weitere Lesetipps:

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Ich bin weder Ärztin noch Ökotrophologin. Ich kann in diesem Blogpost nur meine Meinung und mein Wissen, das ich mir über die vergangenen Jahre angelesen habe, weitergeben. Wie ich bereits oben geschrieben habe, stehen Langzeitstudien aus und es ist möglich, dass der eine oder andere Punkt nicht medizinisch-korrekt erläutert wurde. Vielleicht ist dieser Post in einigen Monaten oder Jahren überholt, aber aktuell weist für mich nichts darauf hin. 
Dass manche "Superfoods" interessante Eigenschaften haben und sicher auch gut schmecken, ist mir völlig klar. Meiner Meinung nach sollten wir allerdings nicht jedes Marketinggewäsch so hinnehmen. Wir haben schließlich eine Verantwortung, nicht nur gegenüber der Umwelt, auch gegenüber unseres Verstandes

Pasta mit Spargel und Erbsen in Zitronen-Weißwein-Sauce

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April 27, 2017
Pasta-Spargel-Erbsen-Weisswein-2

Ich habe angespargelt.

Das ist interessant, weil ich eigentlich kaum Spargel esse – und wenn, dann nur sehr langweilig. Meistens koche ich eine Suppe aus günstigem Spargelbruch, und püriere dann alles mit Orangesaft und Mandelmus. Das ist total lecker, aber eher so zzZzZ-kreativ. Was soll ich sagen: Spargel und ich, wir mögen uns, aber eher auf eine respektvolle Art und Weise, da ist keine Leidenschaft, wir sind auch keine BFFs, eher so gute, alte Bekannte. Wenn wir aufeinander treffen verstehen wir uns super, aber sollten wir monatelang nichts voneinander hören, ist das auch okay.

Auf dem Blog befindet sich aktuell gar kein Spargelrezept. Und das ist ja schon irgendwie traurig, für einen Gemüseblog mit regionaler/saisonaler Ausrichtung. Deswegen: Tadaaa. Spargel, mal ein bisschen gehobener, nämlich in Zitronen-Weißweinsauce, mit Erbsen, und dazu ein Haufen Farfalle. Das Rezept habe ich bei Maja gefunden und ein bisschen abgewandelt: Mein Spargel ist weiß und nicht grün, die Pasta Vollkorn (wie immer), die Sahnesauce nicht durch ein Sieb gedrückt, der Faulheit halber.

Ergebnis: Gut, sehr gut, und ich war froh, dass ich gleich die doppelte Menge gemacht habe. Selbstverständlich keine fixe Feierabendküche, eher was für's Wochenende oder wenn ihr es mal geschafft habt, gaaanz pünktlich Schluss zu machen. Frühlingsküche at its best.

Pasta-Spargel-Erbsen-Weisswein


Pasta mit weißem Spargel und Erbsen in Weißwein-Zitronensauce
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
1 EL Butter
1 kleine Zwiebel
1 EL Mehl
100 ml Weißwein
250 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
400 g weißer Spargel, geputzt gewogen
100 g TK-Erbsen
1 EL Zitronensaft
Salz
frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise Zucker

Zubereitung
Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Butter bei mittlerer Temperatur in der Pfanne schmelzen, anschließend die Zwiebelwürfel darin andünsten (nicht bräunen!). Mehl hinzugeben, anschwitzen lassen, dann fix mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen. Aufkochen lassen, Sahne angießen und anschließend ca. 30 Minuten bei aufgelegtem Deckel einköcheln lassen.

In der Zwischenzeit den Spargel schräg in 2 – 3 cm lange Stücke schneiden, dabei die holzigen Enden entfernen. In einem Topf Salzwasser aufkochen und den Spargel mit den Erbsen darin ein paar Minuten bissfest garen, anschließend kalt (!) abschrecken, damit die Erbsen nicht ratzfatz traurig aussehen.

Jetzt kommt der letzte Topf zum Einsatz: Darin kocht ihr die Nudeln, wie immer.
Sind die fertig, schmeckt ihr noch fix die Sahnesauce mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und gegebenenfalls Zucker ab, gebt Spargel und Erbsen dazu und lasst das Ganze erneut aufkochen. Dann vermengt ihr alles mit den Nudeln, häuft euch eine Riesenportion auf den Teller und seid glücklich.

Matcha Latte, vegan und zuckerfrei | {WERBUNG}

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März 23, 2017
Severin-Matcha-Latte-3

Als Severin bei mir anfragte, ob ich nicht bei der #FreshPowerChallenge mitmachen möchte, war ich hin- und hergerissen. Das Konzept: Sechs Blogger erhalten je ein Produkt aus der FreshPower-Serie zugelost, mit dem sie dann ein Rezept kreieren, was dann wiederum in einem Gewinnspiel für die Severin-Facebookfans mündet. So weit so gut. Ich fand das zwar spannend, wusste aber, dass unter den Geräten ein Wasserkocher sein würde. 
Was sollte man denn mit einem Wasserkocher anfangen? Auf der anderen Seite: Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, aus sechs Geräten gerade den Wasserkocher zugelost zu bekommen? Ich sagte also zu.

Lange Rede, kurzer Sinn: 
Wenige Wochen später nahm ich meinen neuen Wasserkocher in Empfang.

Man muss ja das Beste daraus machen. Und als ich darüber grantelte grübelte, fiel mir auf, dass ein anständiger Wasserkocher ein arg unterschätztes Küchen-Basic ist, ein wenig beachtetes Muss des passionierten Hobby-Kochs. Und zwar nicht nur, weil man Wasser so sparsamer und schneller erhitzen kann als auf dem Herd oder in der Mikrowelle, sondern weil moderne Geräte auf verschiedene Wassertemperaturen erhitzen und warmhalten können. Der von Severin  schafft das auf 70°, 80°, 90° und 100°, ist also wie geschaffen für uns – schließlich sammelt der Mann japanische Grüntees, darunter viele Sensibelchen, denen ein zu heißes Bad gar nicht schmeckt.

Aus der Not galt es also eine Tugend zu machen, also stelle ich euch eines meiner liebsten Teegetränke vor: Matcha Latte. Als ich so um 2003, 2004 rum das erste Mal was mit Matcha aß – das Tinken kam später – war das... öhm... „interessant“. Bei meinem ersten Japan-Trip 2005 eskalierte ich dann und nahm täglich Matcha Lattes und Crêpes und McFlurrys zu mir. Will sagen: Bin Fan der ersten Stunde, mache aber zumindest Matcha Latte mittlerweile selbst, weil die Fertig-To-Go-Dinger alle überzuckert sind und eigentlich einen Satz à la "Kann Spuren von Matcha enthalten" verdient hätten.Und wenn ich ihn dann selbst mache, bin ich pingelig, wie ich es bei manchen Dingen halt einfach so bin. Ich könnte einfach diese unsäglichen Matcha-Sticks mit Zucker und Milchpulver kaufen, wie es sie seit einiger Zeit gibt. Ich könnte auch einfach Matcha mit heißer Milch pürieren. Aber nein: Ich mache erst einen Matcha, wie es die japanische Teeschule lehrt – inklusive Bambusbesen, ommm – und gieße ihn dann mit heißer Milch und Milchschaum auf.
Weil ich keine (bzw. wenig) Kuhmilch trinke, kommt bei mir Pflanzendrink zum Einsatz, am besten schmeckt mir persönlich Haferdrink, der sich auch ganz okay aufschäumen lässt.

Ihr habt kein Extramilchaufschäumspiralengerät in petto? Ich auch nicht! Geht ohne, ihr braucht nur ein paar Muckis: Gebt heiße (nicht kochende!) Milch in ein großes Glas mit Schraubverschluss und schüttelt. Aber nur halbvoll! Das muss so. Und jetzt: Schüttelt. Schüttelt! Schüttelt, bis die Ärmchen brennen. Das klappt erstaunlich gut! Und außerdem baut ihr schon vorher dabei alle Kalorien ab, die ihr mit dem Matcha Latte aufnehmt. Ein guter Deal!
Ich finde, zusätzlicher Zucker ist im Matcha Latte nicht notwendig. Wenn ihr Getreidedrinks benutzt, schmeckt es ohnehin etwas süßer als mit normaler Milch. Aber ihr könnt natürlich machen, was ihr wollt. In dem Fall empfehle ich Honig, der Matcha einfach perfekt ergänzt.

Severin-Matcha-Latte-vegan-zuckerfrei


Matcha Latte, vegan und zuckerfrei 
Rezept für 1 Portion

Zutaten
200 ml Pflanzendrink nach Wahl (bei mir: Haferdrink)
70 ml Wasser
3 g Matcha
optional: Süßmittel eurer Wahl, besonders lecker schmeckt Honig

Zubereitung
Für die Zubereitung eines echten Matchas benötigt ihr einen Chasen – einen Matchabesen mit feinen Bambusfasern. Einen Chasen kann man z. B. online bestellen, häufig aber findet er sich auch in asiatischen Supermärkten in der Zubehör-Abteilung, gleich neben Essstäbchen und Rettichreibe. (Ein Schneebesen ist übrigens kein guter Ersatz,,.)

Wiegt 3 g Matcha ab und gebt das Pulver in eine halbhohe, runde Schale. Nun erhitzt ihr 70 ml Wasser im Wasserkocher auf 80° und gießt es langsam zum Teepulver.
Nun rührt ihr Matcha und Wasser mit dem Chasen zusammen – erst langsam, bis der Tee sich aufgelöst hat, dann ca. 30 Sekunden schnell und kräftig, bis eine glatte, schaumige Oberfläche ohne Bläschen entstanden ist. Jetzt habt ihr eine wundervolle Tasse Matcha vor euch, meiner Meinung nach die Basis für einen echt guten Matcha Latte – ohne Pulver.

Milchschaum ist für jede Latte ein Muss. Ich habe zwar kein Milchaufschämgerät, es geht aber auch ohne: Einfach Milch in der Mikrowelle erhitzen – nicht kochen lassen! – und anschließend in ein Glas mit Schraubverschluss geben. Dann: Kräftigst schütteln, so doll, bis sich die Muckies melden. Und selbst dann schüttelt ihr immer noch weiter – bis ihr tollen Milchschaum im Glas habt.

Ihr gießt nun also die Milch ins Glas, der Milchschaum wartet in der Regel artig bis zum Schluss. Nehmt ansonsten einen Löffel zur Hilfe. Zum Schluss wird der Matcha langsam ins Glas gegossen und die Milchschaumhaube noch mit Matchapulver gesprenkelt. Lasst es euch schmecken!

Und PS: Falls ihr Zucker braucht: Das macht ihr am besten, wenn die Milch schon im Glas ist, der Milchschaum aber noch nicht.

Dieser Blogbeitrag entstand in Kooperation mit Severin für das #FreshPowerGewinnspiel im Rahmen der Promotion für die Fresh Power Serie. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Unsere neue IKEA-Küche, Teil I – Grundgedanke, Planung, Kauf

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März 01, 2017

#chaos #gewolltundnichtgekonnt
Als wir diese Wohnung im Dezember 2007 zum ersten Mal betraten, wussten wir: Die soll es sein.
Nach diversen, äh, Besichtigungsfehlschlägen waren wir froh, dass es hier nach wenigen Sekunden Klick gemacht hat. Heute erscheint es mir verrückt, dass man gerade uns – wir waren 20 und 22 Jahre alt, Studenten, ohne Sicherheiten – den Zuschlag für diese wunderschönen 68 m2 mit Blick auf den Rheinturm und einem riesigen Südbalkon im tollsten Viertel Düsseldorfs erteilt hat. Wenn man sich ansieht, wie sich die Mietpreise seitdem entwickelt haben, bin ich einfach nur froh, dass wir schon nach kurzer Zeit zusammengezogen sind und nicht erst ein paar Jahre später.

Ihr seht: Wir wohnen schon sehr lange hier – und waren damals froh die Küche übernehmen zu können, die sogar noch ziemlich neu war. Unser Vormieter hatte hier selbst erst wenige Monate gelebt, musste dann aber fix nach München ziehen und hinterließ uns gegen einen fairen Abschlag auch die Küche. Das war für mich okay. Die Küche fand ich nie „schön“ in dem Sinn, dass ich sie mir selbst so ausgesucht hätte, aber „in Ordnung“. Was weiß man auch mit knapp über 20 Jahren über Küchen? Wir sprechen von der prä-lifestyle-blog-Ära, Pinterest gab es noch lange nicht, und in meiner Single-Studentenbutze kochte ich drei Jahre lang in einer teeny-tiny Pantry-Küche. 

Will sagen: Die Küche war also da. Jahrelang. Wir erweiterten sie ein bisschen. Kauften einen Servierwagen. Einen neuen Hoch-, einen neuen Unterschrank. Der Kühlschrank wich 2012 einem neueren Modell. Insgesamt aber blieb alles so. Praktisch halt, und finanziell haben wir uns halt lieber auf Reisen als auf Mobiliar konzentriert.
Dann, irgendwann, fing der ganze „Style“ an, mir gehörig auf die Nerven zu gehen. Die Bodenfliesen bekamen Risse, Macken, die Fugen bröckelten. Mein Onkel, ein Fliesenleger, stellte irgendwann fest, dass der ganze Boden Murks ist, krumm und schief, und deswegen für Fliesen nicht geeignet. Toll, was?

Noch mehr Chaos. Alles hässlich. Unordentlich. Zu viel. 
Aber es ging ja nicht nur um den Boden. Manchmal war ich drauf und dran, die – wie ich heute finde – unfassbar hässlichen und empfindlichen Milchglasfronten mit Edding zu übermalen. Die einfachen Einlegeböden der Schränke: Unpraktisch! Was ich auch gerade brauchte, es war immer in der hinterletzten Ecke. Und auf dem Weg dahin warf ich alles einmal kreuz und quer durcheinander.
Dazu kamen diverse Kleinigkeiten: Die komischen Drehknöpfe am Herd wurden schmandiger und schmandiger, und je mehr ich versuche, den Belag loszuwerden, umso blasser wurden die Zahlen. Die Dunstabzughaube war laut, der Ofen sowieso. Ich hatte zu viel Zeug für zu wenig Stauraum. Es nervte mich. Alles nervte mich.
Schon Anfang 2016 fasste ich den Entschluss, dass sich was ändern muss. Allerdings stelle ich die Idee zu Gunsten unseres Japan-Urlaubs noch in den Hintergrund – der war mir nämlich eindeutig wichtiger als ein ausgeklügeltes Schubladensystem. Aber im letzten November war dann klar: Jetzt legen wir los!

Warum IKEA?
Ehrlich gesagt kam für uns von Anfang an nur eine IKEA-Küche in Frage.
Ich bin zwar an sich kein großer Fan vom Schweden, aber
a) musste es relativ günstig sein,
b) hatten wir ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie die zukünftige Küche auszusehen hat und
c) sind wir immobil (da autolos) und können nun einmal nicht diverse Küchenstudios in Düsseldorf und Umgebung besuchen, um uns unverbindlich zu erkundigen.

Mein Umfeld war diesbezüglich in zwei Lager unterteilt.
Das eine: Leidenschaftliche Verfechter von IKEA-Küchen. Das andere: Strikt dagegen.
Ich googlete also mehr oder weniger planlos durch dieses Internet und fand glücklicherweise viele, ausführliche Erfahrungsberichte inklusive Tipps, die mir hinsichtlich IKEA Mut machten – zum Beispiel auf Dreiraumhaus, bei cozy and cuddly und daily pia oder auf Franks Blog.

🙈🙈🙈 
Die Planung unserer IKEA-Küche in 3 Schritten

  • // EINS 
Ich finde diesen 3D-Küchenplaner  ganz ordentlich. Er ruckelt leider – zumindest auf meinem Mac – ein bisschen und ist von ungeduldigen Menschen nur unter dem erheblichen Einfluss von Beruhigungspillen zu bedienen, aber für einen ersten Entwurf reicht es.
Auf den angebotenen Aufmaßservice haben wir verzichtet, weil Grundaufbau und -ausstattung gleich bleiben und ich mir zugetraut habe, die 10 mselbst auszumessen.
  • // ZWO 
An einem Freitagnachmittag gingen wir zu IKEA, um uns einige Dinge mal in natura anzusehen. Das sollte man unbedingt tun! Denn so konnten wir zum Beispiel einige Fronten in ihren verschiedenen Weißtönen und ihrer Haptik vergleichen. Auch Armatur und Spülbecken haben wir noch einmal ausgetauscht, weil es uns live nicht mehr so gut gefiel wie auf der Website. Das gilt auch für die Arbeitsplatte. Der nette Herr von der Küchenberatung hat uns dann alles zurechtgefriemelt, auf Fehlerquellen hingewiesen („Da ist Beleuchtung im Schrank, wollten Sie die wirklich?“) und Lieferung und Aufbau mit uns durchgesprochen.
Spannend fand ich: Er hat in diesem Fall davon abgeraten, den Aufbau zu buchen – weil wir nur Basiselemente verbauen, bei denen man schnell den Bogen raushabe. Wohingegen die 199 € pro Meter (!), die IKEA mittlerweile für den Service berechnet, hier in keinem Verhältnis zum Aufwand stünden. Das fand ich sehr fair! Anschließend druckte er alles feinsäuberlich (inklusive der Kosten für alle Einzelelemente plus Lieferung) aus, damit wir noch einmal über alles nachdenken konnten.
  • // DREI 
Eine Woche später, selbe Zeit, selber Ort: Wieder sitzen wir im IKEA Düsseldorf, finalisieren die Details – und kaufen. Ich habe mich die ganze Zeit über sehr gut dort aufgehoben gefühlt. Nie hatte ich das Gefühl, dass man mir etwas aufschwatzen oder das Geld aus der Tasche ziehen möchte. Ein großes ABER gibt es natürlich trotzdem:
  • // BUT – was ist mit den Elektrogeräten?
Die kaufe ich natürlich nicht bei IKEA. Sorry, da bin ich konservativ.
Führt aber natürlich dazu, dass man sich da selbst drum kümmern muss, wer die Arbeitsplatte an der Stelle des Kochfelds zuschneidet, den Herd anschließt und so weiter und so fort. Das finde ich prinzipiell nicht so schlimm, man findet heutzutage ja leicht – im Bekanntenkreis oder über MyHammer – qualifizierte Handwerker, die einem diese Arbeit abnehmen. Was mich allerdings sehr nervt: Die Sache mit der Spülmaschine.
Seit IKEA vor einigen Jahren das Küchensystem FAKTUM gegen METOD ausgetauscht hat, gibt es für teilintegrierte Spülmaschinen (also die, die eine sichtbare Bedienleiste haben) keine Fronten mehr. Weil IKEA selbst nur noch vollintegrierte Spülmaschinen anbietet. Stattdessen gibt es nur eine semi-schöne Zwischenlösung, die wir nur halb verstanden haben, und um die wir uns noch einmal separat kümmern müssen. Das ist für uns vor allem deswegen doof, da wir erst im Dezember eine neue Spülmaschine kaufen mussten und die bisher unverkleidet gelassen haben, um nicht Geld umsonst auszugeben. Mal sehen, wie wir das handhaben.

Hier sieht man es ganz gut: Spülmaschine ohne Verkleidung.

Wie geht's nun weiter?
Schlag auf Schlag – kommendes Wochenende wird ausgeräumt, gestrichen, dann wird der Boden verlegt, die Küche wird am Montag geliefert, darauf das Wochenende alles aufgebaut (Family-&-Friends-Style) und installiert. Ich bin sehr aufgeregt. Und einfach nur froh, dass alles bald im neuen Glanz erstrahlt.

Übrigens: Ich habe absichtlich zu den Details der neuen Küche (Wandfarbe(n), Bodenbelag, Arbeitsplatte etc.) geschwiegen, weil ich euch ganz im Tine-Wittler-Style mit einem freshen Vorher-/Nachher-Look überraschen mag.
Oh ja.

Habt ihr auch eine IKEA-Küche? Oder habt ihr euch in einem richtigen Küchenstudio beraten lassen? Wie sind da eure Erfahrungen?

15-Minuten-Rezept: Zucchini-Salat mit Kräuter-Hummus-Dressing | {WERBUNG}

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Februar 15, 2017
Zucchini-Salat-Kräuter-Hummus

{Werbung} Heute stelle ich euch das zweite Rezept vor, das ich im Rahmen meiner Kooperation mit NOA entwickelt habe. Ihr erinnert euch? Es geht um Gerichte, die lecker und gesund sind, aber nicht mehr als 15 Minuten Zubereitungszeit benötigen.

Was heißt eigentlich „schnelle Feierabendküche“? Für mich hat sich der Begriff in den letzten Jahren gewandelt. Früher hätte ich einfach zu Pasta und (Fertig-)Pesto gegriffen, vielleicht auch zu Brot oder Tütensuppe (mag ich – ehrlich gesagt – manchmal immer noch ganz gerne). Mittlerweile möchte ich den Begriff „schnell“ aber dehnen. Erstens: Komme ich um 17:15 Uhr nach Hause, weicht meine Dinnerplanung definitiv von der ab, die ich um 19:30 Uhr hätte. Ich habe schließlich viel mehr Zeit und mit Sicherheit auch Muße, ein paar Dinge vorzubereiten. Und heißt „schnell“ eigentlich nur „schnell auf dem Tisch“ oder „schnell im Topf“? Häufig schneide ich in weniger als einer Viertelstunde alles für ein leckeres Gratin, Süppchen, Chili sin carne zusammen, das dann aber noch ein- bis eineinhalb Stunden auf dem Herd respektive im Ofen schmurgelt, während ich ein bisschen Sport oder diverse, unliebsame Haushaltsarbeiten einschiebe. Gilt das dann noch als „schnelle Feierabendküche“?
Seit der Sport vor fast vier Jahren Einzug ins Leben gehalten hat, ist mir ein schnelles Abendessen ehrlich gesagt auch gar nicht mehr so wichtig – häufig essen wir erst gegen 20:00 Uhr oder noch später, dafür aber mit Genuss. Und ob ich dafür 5, 10 oder 50 Minuten Zeit investieren musste, ist mir ehrlich gesagt schnurzpiepe. Was meint ihr? Habt ihr abends noch Zeit und Lust zu kochen oder seid ihr völlig fertig vom Bürostress? Oder esst ihr lieber mittags warm und abends nur noch eine Kleinigkeit?

Nun: Wenn wir aber annehmen, ich bin im Brassel. Weil irgendwas ist. Unbändiger Hunger, Abendtermine, oder sonstwas – wenn es wirklich mal nur 15 Minuten dauern und dabei aber auch noch vegan und supergesund sein soll, ist das hier meine Geheimwaffe: Ein Zucchini-Salat mit Hummus-Dressing.
Vor ein paar Monaten wusste ich gar nicht, dass Hummus nicht nur dafür gut ist, ihn zentimeterdick auf knusprige Falafel-Sandwiches zu türmen oder Rohkoststicks darin zu versenken. Eher zufällig habe ich die Idee in einem Gespräch in der U-Bahn aufgeschnappt: Aus Hummus kann man auch in Nullkommanix ein unvergleichbar leckeres, würziges Dressing machen – und hat somit eine tolle Alternative zu Öl-Essig- oder Joghurtsaucen.

Ich finde, das ist fast schon ottolenghi-sch.

Zucchini-Salat-Kräuter-Hummus

Zucchini-Salat mit Kräuter-Hummus-Dressing
Rezept für 1 großzügige Schüssel

Zutaten
1 eher kleine, feste Zucchini (ca. 250 g)
1 Möhre (ca. 125 g)
ein paar Cherry-Tomaten
50 g Kräuter-Hummus, z. B. von Noa
1 EL Wasser
etwas Zitronensaft
1 Prise Salz
frisch gemahlener Pfeffer
1 EL Sonnenblumenkerne
Petersilie, grob gehackt

Zubereitung
Zucchini und Möhre putzen und beides sehr fein hobeln. Tomaten halbieren und mit Zucchini und Möhren in eine Schüssel geben.
Hummus mit Wasser und Zitronensaft in ein kleines Glas mit Schraubdeckel geben, fest verschließen und ordentlich durchrütteln, bis sich eine homogene Masse gebildet hat. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, gegebenenfalls noch etwas mehr Wasser zugeben.
Sonnenblumenkerne in einer Pfanne fettfrei anrösten und währenddessen die Petersilie hacken.

Dressing zum Gemüse geben und sorgfältig unterheben, mit den Kernen und der Petersilie bestreut sofort servieren.
Dieser Blogbeitrag entstand in Kooperation mit NOA im Rahmen einer Bloggerkampagne zum Thema „Brauchst du nicht probieren: Komplizierte Rezepte aus dem Internet. Probier lieber NOA“, für die ich zwei Rezepte beigesteuert habe. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Schnelle Streusel-Schnitten – Resteverwertung für Marmelade

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Februar 14, 2017
Streuselschnitten1

Das schrumpelige Stück Ingwer. Die keimende Zwiebel. Dieses eine, besondere Gewürz, das man sich auf irgendeinem Handmade-Markt gegönnt und doch nie benutzt hat. Viele Rezepte werden aus der Not heraus geboren, im Sinne der Müllvermeidung (Neudeutsch: Zero Waste) nichts verkommen zu lassen, sondern aufzubrauchen. Koste es, was es wolle.
Die unromantische Hintergrundstory zu diesem Rezept: Die Marmelade muss weg. Viel Marmelade muss weg. Alles muss raus, auch diverse Mehltypen und Zuckerarten, Hülsenfrüchte und Obst in Dosen, Pasta in allen Formen und Farben – denn die neue Küche kommt. Und wenn sie kommt, soll wenig im Weg rumstehen. Und von Marmelade (bezeihungsweise Konfitüre, jaja, ich kenne den Unterschied, aber ich sage trotzdem Marmelade!) habe ich nun einmal besonders viel im Speicher.

Habt ihr auch das Problem, dass sich über die Jahreszeiten so viele Marmeladen- und Konfitürengläser bei euch anhäufen, dass ihr kaum hinterher kommt? 

Im Frühling gibt's Erdbeer-Rhabarber-Aufstrich und Holunderblütengelee, im Sommer mache ich mich über alle Beeren her, die nicht schnell genug von den Sträuchern fallen und im Herbst über Kürbis und Quitten. Und weil frische Marmelade einfach am besten schmeckt, quillen die Schränke über, obwohl ich bereits viele Gläschen verschenkt habe. Bleibt also nur noch die Resteverwertung übers Backen.

Mein Rezept für die schnellen Streuselschnitten ist zwar nicht revolutionär, das weiß ich, aber das Ergebnis so lecker, es musste einfach auf den Blog. Voll einfach, voll gut, voll schnell. 
Auf den Fotos seht ihr übrigens Johannisbeergelee. Lustig ist es auch, mehrere, verschiedenfarbige Sorten zu mischen und daraus so eine Art Rainbow-Streuselboden zu machen. Versuche ich vielleicht beim nächsten Mal.

Und: Wenn ihr die Streusel anstatt mit Butter mit Margarine macht, ist der Kuchen sogar vegan. 

Streuselschnitten_2


Schnelle Streusel-Schnitten mit Marmelade
Rezept für ein Blech (ca. 30 x 30 cm)

Zutaten
250 g weiche Butter oder Margarine
175 g Zucker
225 g Weizenmehl, Typ 405
75 g Vollkornweizenmehl, alternativ: insgesamt 300 g Weizenmehl, Typ 405
100 g gemahlene Mandeln
300 g Marmelade nach Wahl
100 g Mandelblättchen

Zubereitung
Den Backofen auf 175° C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Butter und Zucker mit dem Handrührgerät verrühren. Mehl und Mandeln hinzugeben und mit den Händen schnell zu einem krümeligen Streuselteig verkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und 2/3 des Streuselteiges dazu benutzen, einen Kuchenboden zu formen: Dazu einfach in einer Ecke des Backblechs anfangen und die Streusel fest auf den Boden drücken. So könnt ihr euch langsam vorarbeiten. Der Boden sollte relativ dünn bleiben.
In den Ofen geben und 10 Minuten vorbacken. Dann herausnehmen, fünf Minuten abkühlen lassen und die Marmelade darauf verteilen. Unter die restlichen Streusel noch die Mandeblättchen kneten, die Streusel auf den Kuchen geben und in 15 – 20 Minuten fertig backen.

Low-Carb Schoko-Kokos-Granola (mit Nährwerten) – ohne Soja, ohne Chemie, ohne Gedöhns

| On
Februar 05, 2017
Low-Carb Schoko-Kokos-Granola

Manche Dinge sollte man gar nicht ausprobieren. Auch nicht als aufgeschlossenes, experimentierfreudiges, foodbloggendes Wesen. Ich denke da etwa an Cloud Bread, „Wolkenbrot“. Auf der Suche nach Low-Carb-Rezepten bin ich auf Pinterest immer wieder über Rezepte für diesen „Brotersatz“ (allein das Wort!) gestoßen – am lobhudelnden Vokabular wurde nicht gespart, „großartig“, „endlich“, „superlecker“. Denkt euch an dieser Stelle bitte sehr weit hochgezogene Augenbrauen. Ich war von Anfang an misstrauisch. Denn: Etwas Dahingekleckstes aus Eiern, Frischkäse und Backpulver mit „Brot“ in einem Satz zu nennen, das grenzt an Beleidigung, ja, ich möchte fast Rufschädigung sagen. Und nachdem ich es nun doch probiert habe, scheue ich mich folgender Zusammenfassung nicht:
Bei Cloud Bread handelt es sich um einen komischen, schwammigen Eierlappen. 
Aber warum wird das in vielen Blogposts und Fitnessmagazinen nur so abgefeiert?
Sind die Leute alle bescheuert geworden? Existiert so wenig Wertschätzung für gutes, echtes Brot – aus Getreide, geknetet, gegangen, gebacken, mit Kruste, Krume, Krümelei? Haben viele Low-Carb-Gurus, Redakteure und Blogger ihren Geschmackssinn an der Tür zum Internet abgegeben, dass sie eine süßen Spülschwamm wirklich als „Alternative“ bezeichnen? Irgendwo hört der Spaß auf.

Wie ihr euch denken könnt, habe ich euch dementsprechend kein Rezept für Cloud Bread mitgebracht. Weil ich beschlossen habe, richtiges Brot zu essen, wenn mir nach richtigem Brot ist.
Stattdessen soll es hier um Low-Carb-Granola gehen, was – glücklicherweise – recht leicht zuzubereiten ist und echtem Granola in nichts nachsteht. Bei Low Carb Granola werden so gesehen lediglich die kohlenhydratreichen Beigaben (z. B. Haferflocken oder Cornflakes) weggelassen und durch Nüsse, Samen und Kerne ersetzt. Auch der Zucker wird radikal reduziert. Vielleicht kann man den Zucker sogar komplett rauslassen, aber was sind schon zwei Esslöffel Ahornsirup auf 250 g Müsli? Für die Knusprigkeit sorgt – tada! – Eiweiß. Alles ganz natürlich, alles ganz gesund. Low Carb Granola ist aber gleichzeitig auch ein High Fat Granola. Deswegen benutze ich nur 1-2 EL morgens als Topping auf meine Quark- oder Joghurtspeise mit Obst, um mich nicht zu langweilen.

Übrigens: Bei den im Bild ersichtlichen Schokoladendrops handelt es sich um solche auf Basis des Zuckeralkohols Xylit, der zwar 1:1 wie Kristallzucker süßt, aber im Körper insulinunabhängig verstoffwechselt wird. Könnt ihr dazu nehmen, müsst ihr aber nicht. Ich persönlich liebe das Zeug!

Wie steht ihr denn so zu Low-Carb-Gerichten und vor allem Low-Carb-Brot? Lasst es mich wissen!

Low Carb Schoko-Kokos-Granola

Low-Carb Schoko-Kokos-Granola 
Rezept für ca. 250 g (ca. 10 Portionen)

Zutaten
75 g Kokosraspel
50 g Mandeln
50 g Cashewkerne
30 g Leinsamen
20 g Sonnenblumenkerne
25 g Sesam
1 Prise Salz
1,5 EL Kakaopulver
25 g Ahornsirup oder Reissirup
3-4 EL Wasser
1 Eiweiß (muss nicht aufgeschlagen werden)
optional: Low-Carb Schokodrops

Zubereitung
01. Den Backofen auf 125 Grad vorheizen.
02. Mandeln und Cashewkerne grob hacken.
03. Kokosraspel, Mandeln, Cashewkerne, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Sesam und eine Prise Salz in eine Schüssel geben.
04. Erst das Kakaopulver, und dann...
05. ... den Ahornsirup unterrühren.
06. Zum Schluss noch Eiweiß und 3-4 EL Wasser dazu geben und alles kräftig vermischen.
07. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und auf der mittleren Schiene des Ofens ca. 45-60 Minuten backen.
08. Zwischendurch immer mal wieder umrühren, damit die Knusprigkeit auch die hinterletzte Ecke erreicht.
09. Abkühlen lassen und in einen luftdicht verschlossenen Behälter (Vorratsglas oder Tupperdose) füllen. Das Low-Carb-Granola hält sich in einem luftdicht verschlossenen Glas ziemlich lang. Also theoretisch.

Nährwerte
100 g = 560 Kcal | 17 g Eiweiß | 12 g Kohlenhydrate | 49 g Fett

Ihr kriegt nicht genug von Frühstücksknusper und Low-Carb interessiert euch nicht die Bohne? 
Wie wäre es mit klassischem Schoko-Granola, Maple Walnut Crunch Granola oder Almond Apple Pie Granola

15-Minuten-Rezept: Spaghetti mit veganer Tex-Mex-Bolognese | {WERBUNG}

| On
Januar 22, 2017
NOA-Spaghetti-TexMex-Bolognese


{Werbung} Kohlenhydrate hin, Kohlenhydrate her, Fettabbau, Fettaufbau, Insulin, Gluconeogenese, blaaablabla. Wir haben es alle hundertfach gehört, und es hilft doch alles nix – manchmal braucht man eine anständige Portion Nudeln auf dem Teller. Basta. Weil der Nudeljapp aber ein arg spontaner Besucher ist, komme ich mit der notwendigen Beigabe (Sauce!) regelmäßig in Bredouille. Die Bloggerkampagne „Brauchst Du nicht probieren: Komplizierte Rezepte aus dem Internet. Probier lieber NOAerregte an genau so einem Tag meine Aufmerksamkeit. NOA war mir bis dahin nur am Rande ins Auge gefallen. Pflanzliche Brotaufstriche und einige Hummussorten, been there, done that. Dann habe ich mir die ganze Geschichte etwas näher angeguckt und gecheckt: Vielleicht doch gar nicht so verkehrt – pflanzlich genießen (ja bitte), nicht kompliziert (unbedingt), kein Nachbau tierischer Produkte (yesss!), ohne Gentechnik, Konservierungsstoffe und Aromen (okay, bin dabei).

Vegane bzw. vegetarische Brotaufstriche gibt es mittlerweile ja in Hülle und Fülle. Das ist im ersten Moment natürlich gut und ein Schritt in die richtige Richtung. Wichtig ist aber vor allem, dass wir uns von der Industrie nicht blenden lassen: Schaut, was drin ist. Schaut, ob ihr das wirklich essen wollt. Überlegt, ob ihr das nicht im Zweifel lieber selbst machen könnt und wollt – oder greift zu einer Alternative, bei der die Zutatenliste kurz und verständlich ist. Nicht nur das ist beim Bohne-Paprika-Aufstrich von NOA der Fall, er schmeckt auch noch hervorragend. Viel zu gut, um ihn nur aufs Brot zu schmieren – man kann damit auch noch Gemüse dippen, ihn pur aus der Schale löffeln (für euch getestet) oder im Zweifel von jetzt auf gleich eine Nudelsauce kreieren, womit ich wieder den Bogen zum Beginn dieses Blogposts geschlagen hätte.

Die vegane Tex-Mex-Bolognese ist superschnell gemacht und sooo lecker, dass ich es am nächsten Tag direkt nochmal gekocht habe. Pures, veganes Soulfood!

Spaghetti mit veganer Tex-Mex-Bolognese
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
Spaghetti nach Hunger
1 EL Öl
1 mittelgroße Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
150 ml passierte Tomaten
50 g Tomatenmark
100 g Räuchertofu
75 g NOA Brotaufstrich Bohne-Paprika
eventuell Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Pasta nach Packungsanweisung zubereiten; DieSauce ist schnell gemacht – am besten kommen die Nudeln ins Wasser, wenn ihr die passierten Tomaten in die Pfanne gebt.
In einer Pfanne das Öl erhitzen, währenddessen die Zwiebel und den Knoblauch schälen und klein hacken. Im Öl ca. zwei Minuten anschwitzen und immer wieder rühren. Dann zerbröselten Tofu und Tomatenmark mit in die Pfanne geben und mitrösten. Dann Passata und NOA Brotaufstrich Bohne-Paprika zugeben und unterrühren. Ganz kurz aufkochen, anschließend abschmecken und zu der Pasta servieren.

Dieser Blogbeitrag entstand in Kooperation mit NOA im Rahmen einer Bloggerkampagne zum Thema „Brauchst du nicht probieren: Komplizierte Rezepte aus dem Internet. Probier lieber NOA“, für die ich zwei Rezepte beisteuern werde. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit.

Möhrensuppe mit Oliven, Dill & Fenchelsamen

| On
Januar 17, 2017
Karottensuppe mit Oliven, Fenchelsamen und Dill


Endlich habe ich mal etwas aus dem schönen Le Pain Quotidien-Kochbuch gekocht, das mir der weltbeste Mann bereits vorletztes Weihnachten geschenkt hat. Hach, man kommt ja doch nicht hinterher mit all den Inspirationen aus Kochbüchern, Magazinen, Blogs – und wenn man dann noch eigene Ideen umsetzen will: Gute Nacht. 💤
Ich habe jüngst wieder ausgemistet und viele Kochbücher, die ich sowieso nicht mehr benutze, verkauft oder verschenkt. Das befreit Kopf und Gewissen – und macht mir persönlich auch wieder etwas mehr Lust auf den heiß geliebten Rest, der sich da noch im Bücherregal tummelt.

Sehr froh bin ich, über dieses eher unauffällige Rezept gestolpert zu sein. Weil Möhre + Olive + Fenchelsamen + Dill – wer kommt denn eigentlich auf sowas? Ich auf keinen Fall. Dabei lohnt die Suppe sehr – weil sie so schnell gemacht ist, und weil einem im Januar und Februar ja so langsam die Ideen ausgehen, wenn sich einem die Gemüsestände auf dem Markt so immerkarg und traurig präsentieren. Möhrensuppe mit Oliven ist ein kurzer Ausweg aus der Wintergemüse-Tristesse, der euch leuchtend orange aus dem Teller entgegen lächelt.

Übrigens: Möhren und Oliven sind richtig gute Buddies – ich hatte vor fünf (!) Jahren auch schon mal diese Möhren-Oliven-Creme für aufs Brot verbloggt.

Möhrensuppe mit Oliven, Dill & Fenchelsamen
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
für die Suppe
500 g Möhren
12 grüne Oliven, entsteint (am besten selbst machen, das vorentsteinte Zeug ist ja unerträglich!)
1/2 Scheibe altbackenes Sauerteigbrot
600 ml Wasser
1 TL Salz
1 Lorbeerblatt
1 TL Fenchelsamen
2 EL Olivenöl

zum Garnieren
6 grüne Oliven, entsteint und grob zerteilt
Dillspitzen nach Geschmack
Olivenöl

Zubereitung
Die Möhren putzen und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit allen anderen Zutaten – mit Ausnahme des Olivenöls – in einen Topf geben und auf mittlerer Stufe aufkochen; für ca. 10 Minuten sanft köcheln lassen (oder bis die Karotten weich sind). Von der Herdplatte nehmen, das Lorbeerblatt entfernen und mit einem Mixstab durchpürieren. Das Olivenöl in die Suppe rühren. Abschmecken und gegebenenfalls nachwürzen.
In tiefe Teller füllen, mit den Oliven und Dillspitzen garnieren und abschließend noch etwas Olivenöl (davon kann man nie genug haben) darüber träufeln.

Zu der Suppe passt knuspriges Baguette, aber auch frisches Sauerteigbrot mit krosser Kruste.

Quelle


Tiroler Mohnkuchen mit Walnüssen – Mohnparade olé!

| On
Januar 03, 2017
Tiroler-Mohnkuchen

Kommt es mir nur so vor, oder ist Mohn heutzutage nicht mehr so wirklich in Mode? 
Beim Bäcker lugt nur selten ein schüchternes Mohnteilchen aus der hinteren Ecke der Auslegeware hervor. Auch in meiner Blogroll, die ja nun wirklich sehr bunt gemischt ist, habe ich ewig kein Mohngebäck mehr wahrgenommen. Vielleicht, weil es nicht so fancy ist wie Chia oder Matcha – und sich deswegen vielleicht auch kein Geld oder Klick mehr damit verdienen lässt? Man weiß es nicht.
Doch als großer Fan komme ich nicht umhin, das sehr zu bedauern – nichts schmeckt besser als ein saftiges Stück Mohnkuchen, in das man so richtig herzhaft reinbeißen kann. (Hauptsache, man hat eine Zahnbürste dabei, oder zumindest irgendwas, mit dem man in den Zähnen rumporkeln kann.)

Ich hab's ja mittlerweile nicht mehr so mit der „modernen“ Bäckerei – früher fand ich Cupcakes und Cakepops und Triple Layer Rainbow Cakes ja gut und schön, aber mittlerweile muss ich sagen, dass ich alten, bodenständigen Familienrezepten viel mehr zuneige. Bienenstich, Marmorkuchen, Nusskranz, Butterstreusel, Erdbeerboden – das ist meine Welt. 
Ich glaube, ich habe mich deswegen ein bisschen in „Das große Sacher“-Kochbuch verliebt. Ich wollte es sofort haben, weil es so heimelig wirkt. Ich hatte beim Durchblättern das Gefühl, das so ziemlich jedes Rezept auch von meiner Oma stammen könnte – mit reichlich Butter, Eiern und anderen Gehaltvollkeiten. Ein richtiges Wohlfühlbuch für mich. Dass mir das Layout nicht ganz zuspricht und manche Rezepte dann doch eher für den fortgeschrittenen Bäcker sind – geschenkt.
Der Mohnkuchen, im Original ein Kranz, hat hier sowohl Mann als auch Eltern überzeugt.
Wunderbar saftig, aber nicht pampig, hinreißend mohn-y. Wir haben den Kuchen erst nach zwei Tagen angeschnitten, da war er richtig toll durchgezogen.
Also: Klare Empfehlung für das Wiener-Kaffeehaus-Feeling at home.

Weitere Zeugen meiner Mohnsucht:
Vegane Schokoladen-Kirsch-Muffins mit Mohn
Pistazien-Financiers mit Mohn und Brauner Butter
Kürbis-Mohn-Muffins mit Streuseln
Kleiner Schoko-Mohn-Kuchen

Tiroler Mohnkuchen mit Walnüssen 
für eine Spring- oder Kranzkuchenform von ca. 26 cm

Zutaten
100 g Rosinen
40 ml Rum
200 g weiche Butter
200 g Walnusskerne
geriebene Schale von 1/2 unbehandelten Orange
7 Eier
1 Prise Salz
250 g Mohn
Prise Salz
200 g Zucker
30 g Mehl
1/2 TL Backpulver

Zubereitung
01) Zuerst die Rosinen in einer kleinen Schüssel mit Rum mindestens 10 Minuten ziehen lassen.
02) Die Walnüsse in einer Pfanne fettfrei rösten, dann abkühlen lassen und fein mahlen.
03) Backofen auf 170 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
04) Eine Kranz- oder Springform ordentlich ausbuttern.
05) 200 g Butter mit 180 g Zucker und Orangenschale mit dem Handmixer schaumig rühren.
06) Eier trennen und nacheinander die Eigelbe in die Buttermasse rühren.
07) Eiweiße in einer separaten Schüssel sehr steif schlagen.
08) Ein Drittel des Eischnees mit Rosinen, Rum, Mohn, Walnüssen, Mehl und Backpulver unter die Buttermasse rühren; Übrigen Eischnee vorsichtig unterheben.
09) Teig in die Form füllen und glatt streichen.
10) Im unteren Teil des Ofens etwa 35 Minuten backen (Achtung: Originalbackzeit sind 50 Minuten, bei mir haben 35 Minuten aber locker gelangt – macht unbedingt die Stäbchenprobe!).

Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dann stürzen. Zum Servieren dick mit Puderzucker bestreuen.

Quelle


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