Sonntag, 31. Dezember 2017

Foodblogbilanz 2017 – was, schon wieder ein Jahr um?

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Wenn dieser Blogbeitrag veröffentlicht wird, streife ich hoffentlich gerade mit dem besten aller Männer durch die Straßen von London und schließe ein irgendwie seltsames Jahr 2017 ab. War 2017 gut? War 2017 schlecht? Ich tue mich schwer mit einer klaren Antwort, und wenn ich eins nicht leiden kann, dann unklare, diffuse, nichtssagende Antworten. 
Ich kann zwar fürchterlich diplomatisch sein – nicht selten zu diplomatisch –, aber im Grunde meines Wesens will ich stets die eine, die echte, die ehrliche, die wahre Antwort. Das geht aktuell nicht so gut, denn 2017 kann ich nicht in schwarz oder weiß (gut oder schlecht) sehen, sondern vor allem in allerlei Grauschattierungen, je nachdem, welchen Aspekt ich mir aussuche. 
Was nicht grau war, jemals grau sein wird: Bloggen! Hach, das hat mir dieses Jahr sogar wieder mehr Spaß gemacht als noch 2015 oder 2016. Früher dachte ich immer, ich kann/darf „nur“ Rezepte posten, weil Feines Gemüse eine bestimmte Linie haben muss. Mittlerweile weiß ich: Ja, Rezepte sind natürlich gut, Rezepte sind essenziell. Aber die Beiträge, die ihr am häufigsten gelesen und kommentiert habt, waren gar keine Rezepte. Aber mehr dazu in der diesjährigen Bilanz, die 2017 von Sabine gesammelt wird. 
1. Was war 2017 dein erfolgreichster Blogartikel?
Wie immer die Frage: Was ist „erfolgreich“? Gehen wir nach Views, dann definitiv mein kleiner Rant über Superfoods: Chia, nein danke! 5 Gründe, warum ich keine Superfoods kaufe. 
2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?
Definitiv auch der Superfoods-Artikel, weil er mich persönlich wieder auf Linie gerückt und mich nachhaltig davon abgehalten hat, Geld aus dem Fenster zu werfen. Genau so geht es mir bei dem Rezept für selbstgemachtes Nutella, der inhaltlich stark auf Selbstgerechtigkeit und Pathos der Konsumenten zielte. Und natürlich der Post über meine alte und neue Küche
Wenn wir stur nach Rezepten gehen, ist mir das Pfifferlingsgulasch in äußerst schmackhafter Erinnerung geblieben. 
3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?
Das kann ich – wie immer – so konkret nicht festlegen. Ich habe viel quer gelesen und weiß, das echte Perlen (auch außerhalb des Foodblog-Universums) dabei waren, aber mein Gedächtnis ist nicht das beste.
4. Welches der Rezepte, die du 2017 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?
Oh, das war definitiv mein Klassiker-Rezept für Gazpacho. Irgendwann werde ich auch anfangen, im Winter kalte Suppen zu löffeln. 
5. Was hat dich im Zusammenhang mit Kochen, Essen oder deinem Blog 2017 beschäftigt und warum? Guter und schlechter Konsum, Konsumgeilheit, Selbstgerechtigkeit, Hipster-Getue, Nachhaltigkeit, das ganze Drumherum. 
Dem Blog habe ich 2017 gleich zwei Mal ein neues Kleid übergestülpt (im Januar und im November), und jetzt ist er auch mobil fully beautiful. Endlich!
6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?
Ich kann an dieser Stelle nur unseren Besuch bei Nagaya in Düsseldorf erwähnen. Aber auch in Israel und in der Eifel haben wir mehrfach unvergesslich gut gegessen. 
7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?Ich weiß gar nicht, woher alle anderen Blogger immer ihre schrillen Suchbegriffe her bekommen. Ich habe nun alles auf den Kopf gestellt – und das lustigste, das ich gefunden habe: 
alte küche mit hochschränke umsteilen (Hmmm, umstylen?)
artofelkäse (kartoffelkäse?)
8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2018?
Dass ich weiterhin Spaß am Bloggen habe, mich thematisch so ausbreiten kann, wie es mir (und hoffentlich auch euch) gefällt. 

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Als kleines Goodie habe ich euch noch meine 5 liebsten Instagram-Fotos aus 2017 da gelassen.








Folgt mir doch auch auf Instagram, ich würde mich freuen.

So, und mit diesen Worten entlasse ich euch in ein gesundes (!) Jahr 2018. Lasst uns zusammen  diese Welt etwas bunter und schöner machen – und weniger gierig und gemein, sondern großzügig, genügsam und freundlich sein. Danke, dass ihr hier seid!

Bis ganz bald, 
Christina 
Sonntag, 10. Dezember 2017

Alpenbrot | ... und die Frage nach dem Sinn

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Hach, so sehr freue ich mich darüber, dass ich zufällig über Petras Rezept für Alpenbrot gestolpert bin. Ich habe in den vergangenen Jahren nicht mehr viele „neue“ Plätzchenrezepte ausprobiert, weil ich mit meinen All-Time-Favoriten sehr zufrieden bin und einfach kein Bedürfnis nach Experimenten hatte. Das Foto des Alpenbrots hat mir aber durchaus Appetit gemacht – und einfach zu machen waren sie auch: Einfach in Form schneiden, zackzack, kein lästiges Ausstechen oder Verzieren, nada. Und dann waren diese köstlichen Plätzchen auch fast so schnell weg wie gebacken.
Kaum zu glauben, dass bis auf einen großen Esslöffel Kakaopulver nichts Schokoladiges in diesen Plätzchen steckt, dafür aber eine Menge Muscovado- bzw. Vollrohrzucker, der den Teig dunkel färbt und für ein wunderbar karamelliges Aroma sorgt. Uns erinnerte das Alpenbrot fast an Brownies, so zart und köstlich sind die im Mund geschmolzen. Der Ansicht waren übrigens auch ausnahmslos alle Verkoster, vom Ehegatten bis zum verwöhnten und kritischen Kollegenrudel. Ich habe das Rezept schon ganz oft weitergegeben – und nun habt ihr es auch hier schwarz auf weiß im Blog. Definitiv backe ich Alpenbrot auch im nächsten Jahr wieder. Dann aber direkt die doppelte Menge. Sicher ist sicher.

Das Alpenbrot ist übrigens meine Teilnahme an der kleinen, feinen Blogger-Aktion – initiiert von Micha von grain de sel –: „Sinn-freies Plätzchenbacken“. Verbunden, zwangsläufig, mit der Frage danach: Ergibt Weihnachten für dich Sinn? 

Ergibt Weihnachten noch Sinn, in dieser Zeit, in dieser Welt?
Ich antworte gerne mit einer Gegenfrage: Was ergibt in dieser Zeit, in dieser Welt überhaupt noch Sinn? Eben.
Für mich ergibt Sinn, was ich als solchen erkenne. Sinn ist nicht immer „natürlich“ (Zweck) sondern auch „kultürlich“ (Emotion), ich gebe Sinn, wenn ich möchte – oder eben nicht.
Bei Weihnachten sehe ich den Sinn – unabhängig vom Glauben an Christi Geburt – denn die Zeit tut mir, meiner Seele gut. Ich mag die kurzen Tage, das besondere Sonnenlicht und die glühend pinken Himmel am Nachmittag. Ich mag die grauen Sonntage, den weißen Schnee, die bunten Teller. Ich mag Nikolaus, den Coca-Cola-Weihnachtsmann und das Christkind. Ich mag würzigen Lebkuchen, Stollen, der Puderzuckerränder rund um den Mund hinterlässt, und das Knistern vom Papier der Blätterkrokantkugeln. Ich mag Lichterketten an jedem Fenster, unseren Weihnachtsbaum und die vielen Holzfiguren, die daran baumeln. Ich mag Lichterketten in allen Formen und Farben an den Fenstern, Adventskränze und natürlich die wunderbar geschmückten Tannen an Heiligabend – und an Heiligabend besonders gern diese besondere Ruhe, die ab Nachmittag einkehrt. Für mich ergibt das alles Sinn, in einer Zeit, in der so vieles keinen Sinn ergibt, weil es mir persönlich gut tut – und somit ist die Weihnachtszeit für mich „the most wonderful time of the year“. BeSINNlichkeit in ultimo.

Schaut auch rein bei Micha (grain de sel), Fee (Fee ist mein Name), Juliane (Schöner Tag noch), Stephanie (Stepanini), Miss Boulette, Christina (New Kitch on the Blog) und Maret (Buddenbohm & Söhne).

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Alpenbrot 
Rezept für 1 Blech (6 Rollen à ca. 8 Stück = knapp 50 Plätzchen)

Zutaten 
für die Plätzchen
400 g Weizenmehl, 405
100 g Vollkornweizenmehl
250 g weiche Butter
250 g Muscovado- oder Vollrohrzucker (bei dm)
2 Eier
30 g Back-Kakaopulver
1/2 EL Zimt
1/4 TL Nelkenpulver
1/4 TL Kardamom
1/4 TL geriebene Muskatnuss
1/2 TL Salz

für den Guss
Puderzucker
Zitronensaft

Zubereitung
Den Backofen auf 180°C vorheizen und en Backblech mit Backpapier auslegen.
Die Butter mit dem Handrührer cremig rühren. Den Zucker zugeben und alles so lange rühren, bis die Masse hell und schaumig ist. (Eine Küchenmaschine erleichtert euch die Arbeit an dieser Stelle, aber ich habe nun einmal keine... ) 
Mehl, Kakao, Zimt, gemahlene Nelken, Kardamom, Muskat und Salz in einer Schüssel verrühren.
Die Eier einzeln unter die Schaummasse rühren und bei jeder Zugabe 1-2 Minuten rühren. Nun die Mehlmischung zugeben und nur ganz fix unterrühren. Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, ganz kurz mit den Händen durchkneten und die Masse in sechs gleichschwere Teile teilen, diese zu Rollen formen und auf das Backblech legen.
Das Blech für 15-20 Minuten in den Backofen schieben (bei mir waren 15 Minuten viel zu kurz, 20 Minuten perfekt!). Die gebackenen Brote sollen sich noch etwas weich anfühlen.
Während der Backzeit Puderzucker & Zitronensaft zu einem dünnflüssigen Guss verrühren. 
Das Blech aus dem Ofen holen. Das noch heiße Alpenbrot sofort mit dem Guss bestreichen. Kurz abkühlen lassen, dann die Brote schräg in Scheiben schneiden und komplett auskühlen lassen. Anschließend in die üblichen Blechdosen geben und gut verschließen. 
Mittwoch, 6. Dezember 2017

Healthy New Year Granola | blogging under the mistletoe {Adventskalender, 6. Türchen}

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Das tückische an kulinarischen Geschenken ist ja, dass man häufig selbst viel begeisterter von den liebevoll selbstgeklöppelten Spezialitäten ist als der/die Beschenkte. Noch nie erlebt?
Tja, ich schon dutzende Male. Für viele Menschen haben Lebensmittel nach wie vor eine semi-wichtige Bedeutung, „Hauptsache es schmeckt“, was ich zwar schade, aber auch völlig okay finde. Ich bin allerdings deswegen von kulinarischen Geschenken abgekommen, weil die Freude eh nie besonders groß war, Handgemachtes in irgendwelchen Hinterkammern verstaubte und so weiter. Das muss nicht sein und ist sowohl für den Schenker als auch die Beschenkten unangenehm. 

Was ich außerdem schwierig finde: Viele kulinarische Geschenke stellen weihnachtliche Gewürze und Aromen in den Mittelpunkt. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ehrlich gesagt habe ich nach Heiligabend und allerallerspätestens am zweiten Weihnachtsfeiertag die Schnauze voll von Zimt, Lebkuchen und Co.  – nachdem ich mich vorher natürlich richtig peinlich und ausgiebig darin gesuhlt habe. Aber nach Weihnachten will ich eher das neue Jahr und die damit verbundenen Vorsätze in den Mittelpunkt stellen: Schließlich hoffen wir doch alle, dass das neue Jahr (noch) besser, glücklicher und vor allem gesünder wird, oder?

Und deswegen habe ich heute ein besonderes kulinarisches Geschenk mitgebracht: Healthy New Year Granola. Erstens kann man dieses Granola ziemlich gut als weihnachtliches Mitbringsel verkleiden, weil so gut wie Jeder gerne Granola isst. Zweitens habe ich es bewusst „nicht-weihnachtlich“ komponiert, sondern mit vielen gesunden und luxuriösen Kleinigkeiten, die dabei auch noch richtig festlich aussehen: grüne Pistazien und rote Cranberries in goldgelb-karamellisierten 4-Korn-Flocken und Mandeln, dazu eine gute Hand voll Kürbiskerne und Leinsamen – da wird aus dem recht einfach herzustellenden Knuspermüsli ein leckerer Wunsch fürs Neue Jahr.

Das Granola habe ich übrigens für die schöne „Blogging under the Mistletoe“-Aktion hergestellt. Bis zum 24. Dezember überrascht euch täglich ein Blogger mit einer tollen, winter-weihnachtlichen Idee. Gestern konntet ihr übrigens bei Mareike köstliche Baileys-Mandeln entdecken. Mareike hat Blogging under the Mistletoe jetzt wiederholt initiiert und umgesetzt und mich lustigerweise in ihrem Blogpost daran erinnert, wie wir uns vor über vier Jahren auf einem Blog-Event von Kikkoman in Düsseldorf kennengelernt haben. Ja, das waren noch Zeiten, als ich gerne auf Events ging...
Morgen zeigt euch Lisa von Mein Feenstaub eine tolle DIY-Idee, auf die ich mich auch schon sehr freue. Schaut auch bei ihr auf jeden Fall vorbei! 💕

Und damit euch kein Blogger-Türchen entgeht, hinterlasst euer Like für die Aktion doch auch bei Facebook oder Instagram.

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Healthy New Year Granola
Rezept für ca. 750 g

Zutaten 
325g 4-Korn-Flocken
75g gehobelte Mandeln
3/4 TL Salz
100g Olivenöl
140 g Honig (oder Ahornsirup)
150 g Pistazien, geschält
100 g Cranberries, getrocknet
50 g Kürbiskerne
25 g Leinsamen

Zubereitung
Heizt euren Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vor und legt ein Backblech mit Backpapier aus.

Gebt das Olivenöl und den Honig gemeinsam in einen Topf und schmelzt den Honig darin bei mittlerer Hitze, bis er sich ganz aufgelöst hat. Die Honig-Öl-Mischung könnt ihr jetzt über die Mischung aus 4-Korn-Flocken, Mandeln und Salz geben und gut miteinander verrühren. Ich mache das immer mit einem großen Kochlöffel. Rührt ordentlich durch: Es ist wichtig, dass alle Flocken mit der Mischung benetzt sind.

Nun gebt ihr die Mischung auf das Backblech und streicht sie glatt. Ab in den Ofen und ca. 10 Minuten backen. Danach einmal durchmischen und noch einmal ca. 10 Minuten backen – guckt gerne immer mal in den Ofen oder bleibt direkt dabei, das Granola darf nicht zu braun werden.
Danach aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Keine Sorge: Ja, das Granola ist jetzt noch weich, ber nach dem Auskühlen wird es knusprig. Erst danach gebe ich auch die Pistazien, Cranberries, Kürbiskerne und Leinsamen dazu und vermische alles.

Nun in luftdichtverschlossene Behälter füllen und genießen, bzw. verschenken. ;-)
Das Granola dürfte sich für eine Weile halten, aber ehrlich gesagt ist das sooo schnell weggeknuspert...
Donnerstag, 23. November 2017

Selbstgemachtes Nutella (oder Schoko-Nuss-Creme) und wieso die ganze Aufregung um die neue Rezeptur unangemessen ist


Selbstgemachtes-Nutella

„Was Ferrero am Schoko-Aufstrich verändert hat“, „Fans in Aufruhr: Der Ärger um die neue Rezeptur“, „Nutella plötzlich heller! Was hinter der neuen Rezeptur steckt“ – das sind nur drei der Überschriften deutscher Medien zum jüngsten deutschen Lebensmittelskandal. 

Vergesst Massentierhaltung, Gammelfleisch, EHEC, Antibiotika-Hühnchen und Fipronil-Eier – denn der auch als gemeinnützige Verein und für seine nachhaltigen & fairen Handel bekannte Schokoladenfabrikant Ferrero hat die Nutella-Rezeptur minimal geändert. Die Schokoladencreme sieht jetzt nicht nur heller aus, sondern schmeckt (angeblich) auch anders als der deutsche Otto-Normal-Konsument es von Kindesbeinen an gewohnt ist. Bisschen mehr Milchpulver, bisschen weniger Fett, vermutlich weniger Kakao. Wie gesagt: Skandal.
Ich bin sicher, dass Ferrero recht schnell auf den Unmut reagieren wird. Schließlich liegt dem Konzern die sentimentale Erinnerung seiner Kunden an eine Zeit, in der noch alles besser war, ebenso am Herzen wie deren Gesundheit.
Man hat es als Lebensmittelkonzern schon nicht leicht in der heutigen Zeit. Früher brauchte es große Lebensmittelskandale, um überhaupt in die Zeitung zu kommen, heute reicht ein halber Teelöffel Milchpulver extra. Liebe Leute: Es ist und bleibt eine Zucker-Fett-Creme aus minderwertigen Zutaten. 

Man muss sich in der heutigen Zeit doch sehr wundern: Das Thema wurde von so vielen Medien derartig prominent platziert, dass ich mich gefragt habe, ob es nicht eventuell so eine Art Guerilla-Werbecoup ist. Ich finde es unverantwortlich, dass diese minimale Rezepturänderung so großflächig aufgebauscht wurde. Der Konzern Ferrero hat viele Achillesfersen – aber wer will schon dauernd was über Kinderarbeit und diese langweiligen Palmöl-Monokulturen lesen?
Aber selbst wenn man diese Themen kurz ausblendet, müsste der liebe Herr Ferrero eine komplette Terrazza voll „Goldener Windbeutel“ haben: Die Milchschnitte ist kein „leichter Pausensnack“ und schon gar nicht „mit viel frischer Milch gemacht“ (wahrscheinlich waren die Klitschkos mit ihren Blinis nährstofftechnisch sogar besser bedient). Ein Kinderriegel  besteht nicht „aus bekömmlicher Schokolade mit dem besten aus besonders viel Milch“ – und die Yogurette, die in den 90ern quasi als Diätprodukt angepriesen wurde ... Leute, Leute. Ernsthaft:



„Na, ich treib viel Sport und ess' eben nicht so viel!“
Ätz.

Der Ärger um eine veränderte Rezeptur ist somit völlig unangemessen. Ich bin überzeugt: Die wenigsten Konsumenten hätten diese – laut Herstellerangaben – „Feinjustierung“ je bemerkt, wenn die mediale Empörung (angefeuert durch die seit je her impulsiven sozialen Medien) ausgeblieben wäre. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass sich das eigentlich daueraktive Über-Ich des modernen, aufgeklärten Verbrauchers nur in solchen Situationen ausschaltet, wo geliebte Gewohnheiten und Erinnerungen bedroht werden?
Sie alle süffeln ihre Grünen Smoothies, verzichten auf Kohlenhydrate und tauschen Pasta gegen rohe Zucchinischlangen – aber wagt es ja nicht, ihre geliebte Schokocreme auch nur ansatzweise zu verändern. Dann ist Krieg. Zumindest auf Facebook. Gekauft wird es ja doch weiterhin, „fürs Gefühl“. Und auch von denen, die durch die mediale Hyper-Coverage erst wieder daran erinnert wurden, dass sie das doch erstmalig/erneut/jetzt-erst-recht probieren wollen. Merkste wat?

Also, ich sag mal so: Ich bin kein Nutella-Fan. Hat meine Mutter früher nie gekauft. Ab und an stand ein Pöttchen Nusspli auf dem Frühstückstisch. Das habe ich vor einiger Zeit aus Nostalgiegründen tatsächlich noch einmal in den Einkaufswagen gepackt und dann Zuhause gemerkt: Ach, schmeckt leider gar nicht mehr so wie früher, als ich sieben Jahre alt war und die Welt noch in Ordnung.
Okay. Vielleicht hat auch Nusspli irgendwann die Rezeptur geändert, vielleicht habe ich einfach andere geschmackliche Vorlieben als damals, vielleicht ist es auch einfach scheißegal: Der Becher wurde artig geleert, und seitdem habe ich nie wieder Nusspli gekauft.
Ihr hättet bestimmt nicht bis zu diesem Absatz gelesen, wenn ihr nicht auch endlich eine bessere und gesündere Schokoladencreme selbst machen wollen würdet, oder? Die gute Nachricht vorab:
Ihr könnt euch ein einfaches Nutella (oder sagen wir: Schokoladen-Haselnuss-Creme) innerhalb weniger Minuten selbst zusammenrühren. Aus garantiert besten Zutaten in Bioqualität, frisch und lecker. Und dann könnt ihr über solche Aktionen wie Ferrero zukünftig nur noch lachen.

Zu dem Rezept folgende Ergänzung: 
Es gibt von selbstgemachtem Nutella, Nusspli oder Nuss-Schokoladen-Creme (nennt es, wie ihr wollt) unzählige Varianten im Internet; Leider erfordern die meisten, dass man selbst Nussmus mittels eines Hochleistungsmixers herstellt. Da ich so ein Gerät nicht besitze, kommt meine Variante mit gekauftem Nussmus daher. Achtet darauf, dass das Mus weich und streichfähig ist. Mein Haselnussmus von Rapunzel ist selbst gekühlt fast flüssig und für dieses Rezept ideal.
Für das Anrühren der Creme reicht ein kleiner Schneebesen oder auch eine Gabel. Auf keinen Fall solltet ihr die Zutaten mit einem Pürierstab bearbeiten, damit erreicht ihr nämlich das Gegenteil von Bindung – es flockt aus, wird krümelig und fest. (Für euch getestet!)
Im Erstversuch habe ich Rohrohrzucker genutzt. Leider lösen sich die Zuckerkristalle beim Rühren nicht auf, was das „Mundgefühl“ stört. Stattdessen verwende ich flüssigen Honig und habe damit genau die richtige Konsistenz erzielt. Wird euer Nutella zu fest? Gebt etwas mehr Sahne hinzu. Ist es zu flüssig? Helft mit zusätzlichem Kakaopulver nach. Da hier frische Sahne verwendet wird, ist die Schokoladen-Nuss-Creme nicht so lange haltbar wie „normale“ – muss sie aber auch nicht sein. Stattdessen könnt ihr euch jedes Mal eine kleine Menge neu anrühren, schließlich dauert der ganze Prozess keine zwei Minuten.

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Selbstgemachte Nutella (Schokoladen-Nuss-Creme)
Rezept für ca. 150 g

Zutaten
75 g Haselnuss-Mus (z. B. von Rapunzel)
50 g Sahne (vegane Alternative geht auch)
30 g flüssiger Honig
5 g Kakaopulver
1 Prise Salz

Zubereitung
Gebt einfach alle Zutaten zusammen in eine Rührschüssel und verrrührt sie mit einem Schneebesen oder einer kleinen Gabel, bis ihr eine dickliche, streichfähige Masse (oder Creme) hergestellt habt. 

Sonntag, 19. November 2017

Meine 10 liebsten Rezepte – forever & ever


Man liest ja zurzeit nur noch schlechtes über Facebook – Fake News hier, rechte Untergrundaktivitäten dort. Ganz ehrlich: Es ist sicher nicht alles gut, aber noch weniger ist alles schlecht. Auch Facebook kann ein guter Ort sein, man muss nur wissen, wo man hinkommt.
Hm, wie kann man sich das am besten vorstellen?
Vielleicht als Bauerncafé an einer wenig befahrenen Landstraße – leicht zu erreichen, aber weg von all dem Lärm in der Stadt. Urig, ja, heimelig eingerichtet. Dort sitzt man gemütlich an langen, alten Holztischen und quatscht mit neuen und alten Bekannten, die man zufällig oder absichtlich dort getroffen hat. Über all das, was einen interessiert. Das kann Facebook also auch.

Und an genau so einem virtuellen Ort ist eines Tages die Idee entstanden – kudos an Steph vom Kleinen Kuriositätenladen – , doch mal über die 10 liebsten Rezepte im eigenen Blog zu schreiben. Es geht nicht darum, welches Rezept das schönste Foto vorzuzeigen hat, wozu besonders viele Kommentare eingelaufen sind, ja nicht einmal um Klicks: Nur darum, was man selbst am meisten mag.Und das hier ist mein Beitrag dazu.

Ich feiere meinen Bloggeburtstag ja nie und flüstere euch im Rahmen dieses kleinen Events zu: Feines Gemüse ist tatsächlich schon sechseinhalb Jahre alt – Wahnsinn, oder? Und in der Zeit habe ich sage und schreibe 255 Rezepte hier veröffentlicht.
Daraus die zehn Favoriten auszuwählen war gar nicht leicht und hat mich mehrere Abende gekostet, in denen ich ich lange mit mir selbst debattiert habe. Letztlich habe ich es aber doch geschafft, ein buntes Potpourri zusammenzustellen und hoffe, dass für euch auch wieder einige spannende Neu- oder Wiederentdeckungen dabei sind.

Rhabarber-Ketchup

An die allererste Stelle habe ich mein Rezept für Rhabarber-Ketchup platziert. Ich war 2012 eine der ersten im deutschsprachigen Raum, die die Idee umgesetzt hat – und habe sehr viel positive Resonanz dafür bekommen. Dieses Rezept hat zum ersten Mal sehr viele Menschen auf meinen Blog gebracht (die bis heute treue Leser geblieben sind) und ist jedes Jahr im Frühling für viele Wochen der meistgeklickte Blogeintrag. Ich könnte ihm wohl mal ein neues Foto spendieren...


Ebenfalls eines meiner Lieblingsgerichte: Diese schlichte Möhrensuppe mit Dill, Oliven & Fenchelsamen. Sie lebt zwar primär von der Qualität der verwendeten Möhren, wird aber durch die Zugabe der eher ungewöhnlichen Kombination von Dill, Oliven und Fenchelsamen zu einem veganen Geschmacksfeuerwerk. Ich habe sie mit aufgenommen, weil sie das Konzept von Feines Gemüse wunderbar zusammensetzt: Pflanzliches Wohlfühlessen, das schnell zubereitet und gesund ist – aber nicht nur gut, sondern auch „anders“, nicht langweilig schmeckt. 


Als wir 2014 in New York geheiratet haben, haben wir uns relativ zeitgleich in den Käsekuchen der dort ansässigen Bäckerei Junior's verknallt. Der Mann und ich sind uns einig: Das ist der beste Käsekuchen wo gibt (und wir kennen viele, viele Käsekuchen): Nicht zu süß, frisch, cremig – einfach perfekt. Danach habe ich nach dem Rezept im Internet gesucht – und es auch gefunden, auf Deutsch übersetzt und selbstverständlich für euch hier im Blog hinterlegt. Mein absoluter Nr.-1-Standard-Käsekuchen, andere Rezepte habe ich seitdem keines Blickes mehr gewürdigt. 


Ein Rezept aus der Anfangszeit von Feines Gemüse, das ich aufgenommen habe, weil es wohl eines meiner meistgekochten Gerichte aller Zeiten ist: Nudeln mit Apfel-Zimt-Sauce. So einfach, so comfy, so gut – und dabei auch noch rein vegan. Eine einfache, aber außergewöhnliche Kombination, die vor allem an dunklen Herbst- und Winterabenden schnell zubereitet ist und dabei richtig gut schmeckt.


Diese sehr sündigen Chocolate Peanut Butter Pretzel Brownies liebe ich über alles und mache ich immer wieder mal, wenn es darum geht, eine etwas größere Gruppe zu beeindrucken (z. B. neue Kollegen, potenzielle Schwiegereltern – das klappt immer!). Die verrückte Kombination aus Schokolade, Erdnussbutter und salzigen Brezeln kommt immer gut an – und ist dabei, reichlich dekoriert, auch noch ein Schmaus fürs Auge.


Ich bin ein ungeduldiger Brotbäcker, dementsprechend findet man auch nur einige wenige Brotrezepte auf dem Blog. Mein persönlicher Dauerbrenner: Das Rheinische Schwarzbrot mit Rübenkraut und Buttermilch. Das Rezept stammt von meiner Mama; Sie hat das Brot schon in meiner Kindheit so gebacken. Ich liebe es sehr und mache es viel zu selten, weil ich hier in der Düsseldorfer Innenstadt so schlecht an geschrotetes Getreide (dafür aber an gutes Brot) komme. Das Brot schmeckt herrlich mit Butter und kräftigem Käse, aber am allerwichtigsten ist, dass man es noch ofenwarm anknabbert. 


Voilà, ich bin sicher: Das ist das Rezept, das ich in meinem Leben am häufigsten zubereitet habe. Rote-Linsen-Köfte mache ich immer, wenn ich ein Buffet vorbereiten muss oder wenn um ein Party-Mitbringsel gebeten wird. Es stammt aus meinem Lieblingskochbuch Pişmek – Kochen auf Türkisch und ist immer ein Renner – alle lieben diese kleinen, würzigen Linsenbällchen (die übrigens auch vegan sind), die sich auch prima als Brotaufstrich machen. 


Den Schoko-Zucchini-Kuchen mit Walnüssen habe ich nicht nur aufgenommen, weil er das meistgeklickte Rezept aller Zeiten im Blog ist – er ist auch verdammt lecker und jedes Jahr eine sichere Bank, wenn man vor lauter Zucchini nicht weiß, wohin damit. Glaubt mir: Kein Mensch kommt auf die Idee, dass sich in diesem köstlichen Kuchen eine große Portion grünes Gemüse versteckt hat. 


Die mit Räuchertofu, Mandeln und Rosinen gefüllten Zucchini sind ein uraltes Rezept aus der Schrot & Korn (von 2001): Auch hier sind wir wieder zu 100% pflanzlich unterwegs, und das Rezept schreit förmlich: „Öko-Futzi! Öko-Futzi!“ Aber ganz ehrlich: Mindestens zwei- oder dreimal im Sommer freuen wir uns wie verrückt auf dieses Ofengericht, weil die Kombination so ungewöhnlich wie großartig ist – und uns auch nach vielen Jahren noch nicht langweilt. 




Waaas, das waren quasi schon 10? Himmel hilf – und schick mir zur Beruhigung eine dieser genialen Kürbis-Zimtschnecken: Hmmm, Kürbis, Zimt, was Gebackenes – und dann auch noch mit Zuckerguss! Und in vegan! Da ja quasi gerade auch Kürbis-Zeit ist: Worauf wartet ihr eigentlich noch? Husch, husch!

Lust auf noch mehr Top-10-Nostalgieflausch? Dann schaut doch bei meinen lieben KollegInnen vorbei:

Kleiner Kuriositätenladen
Möhreneck
Cuisine Violette
NOM NOMS food
Herbs & Chocolate
Raspberrysue
Jankes*Soulfood
Kochen mit Diana
Ye Olde Kitchen
moeyskitchen
Delicious Stories
Haut Gôut
Feed me up before you go-go
dipitserenity
S-Küche
Emilies Treats
Samstag, 18. November 2017

{WERBUNG} Veganes Nasi Goreng mit Herbstgemüse & Maronen – Soulfood für kalte Tage


Herbst-Nasi-Goreng


Es gibt Reis, Baby. Reis ist Dauergast in unserer Küche. Allerdings erst, seit wir einen Reiskocher haben. Ein Reiskocher hat mein Leben sehr vereinfacht und ich finde, jeder sollte sich diese Anschaffung gönnen. Natürlich nimmt das Gerät arg viel Platz weg, aber dafür könntet ihr zwei oder drei andere Küchengeräte entsorgen, die ihr sowieso nicht nutzt. Dies vorab.

Aber sprechen wir doch über Reis. Ganz ehrlich: Über dessen Herkunft habe ich mir bisher wenig bis keine Gedanken gemacht. Ihr etwa? Doch der Dokumentarfilm 10 Milliarden – Wie werden wir alle satt? – den ich bedauerlicherweise erst vor einigen Wochen sah – hat mich sanft aber nachhaltig wachgerüttelt: Wo kommt Reis her, unter welchen Bedingungen wird er angebaut und was bleibt den kleinen Reisbauern in Asien (wo 95% des Ertrags erbracht werden) eigentlich von ihrer Ernte?
Ich war also ziemlich erschrocken, als ich sah, wie indische Bauern über riesengroße Agrarkonzerne an Hybrid-Reis herangeführt werden, der nur unter idealen Bedingungen schneller wächst und mehr Ertrag bringt als ein „normales“ Pflänzchen. Uns kann das ja egal sein: Wir kriegen unseren Import-Reis so oder so, und wenn nicht, essen wir halt was anderes.
Aber wenn die eigene Existenz und womöglich die von Frau & Kindern von einer erfolgreichen Ernte abhängt, ist das eine ganz andere Geschichte. Und von der Belastung der Böden (und natürlich der Reispflanzen) durch Pestizide und Schwermetalle fangen wir gar nicht erst an.

Relativ zeitgleich mit dem Film traf die Anfrage von Rii Jii bei mir ein – und das war für mich die perfekte Gelegenheit, euch auf das Thema aufmerksam zu machen.
Rii Jii bietet nur einige wenige Reissorten an – einfach nur puren, guten Reis. Aushängeschild ist der Basmati-Reis, der aussschließlich in den Kooperativen „Uttaranchal“ und „Ramnagar“ streng biologisch angebaut wird und selbstverständlich fairtrade-zertifiziert ist. Zudem gibt es zu jedem Reis eine Rückstandsanalyse, für all die, die es genau wissen wollen. Der Zwischenhandel ist ausgeschaltet, dadurch wird der Reis für uns Endkunden sogar günstiger. Schaut euch einfach mal auf der Website um, dort ist alles genau erklärt. Und da es ja nicht nur um Anbau und Herkunft geht, sei an dieser Stelle auch gesagt: Der Reis ist tatsächlich hervorragend. 

Wie gesagt: Das Thema hat mich bisher nicht beschäftigt. Schließlich war Reis – ebenso wie Nudeln, Mehl oder Zucker  – einfach auf Vorrat da. Tatsächlich sollten wir bei Reis aber ebenso auf die Herkunft achten, und den suchenden Blick nach dem Fairtrade-Siegel ebenso verinnerlichen wie wir es beim Kauf von Kaffee und Kakaoprodukten längst getan haben.

Ich habe mit dem Reis sowas fusion-artiges gezaubert, das wir gleich zwei Tage hintereinander gegessen haben: Deutsches Herbstgemüse trifft indischen Basmati – als Nasi Goreng.
Lasst es euch schmecken!


Herbst-Nasi-Goreng-RiiJii

Veganes Nasi Goreng mit Herbstgemüse
Rezept für 2 Portionen

Zutaten
150 g (Vollkorn)-Basmati-Reis (z. B. von Rii Jii)
1 Knoblauchzehe
1 rote Zwiebel 
100 g Rotkohl
150 g Möhren
100 g Maronen, vakuumisiert
200 g Brokkoli
100 g Pilze
20 ml Sojasauce
20 g Zucker
2 TL Kokosöl
1 TL geröstetes Sesamöl 
Pfeffer

Zubereitung
Kocht den Reis wie üblich, am besten natürlich im Reiskocher. 
Währenddessen könnt ihr das bereits geputzte Gemüse zubereiten: Den Knoblauch fein hacken, die Zwiebel und den Rotkohl in feine Streifen schneiden. Möhren und Pilze schräg in Scheibchen schneiden, Brokkoli in Röschen trennen. Die Maronen grob würfeln und in 1 TL Kokosöl knusprig anbraten und beiseite stellen. 
Nun 1 TL Kokosöl in einen Wok geben und auf mittlerer Flamme erhitzen. Knoblauch, Zwiebeln, Rotkohl, Möhren, Brokkoli in den Wok geben und leicht anbraten, dabei immer wieder rühren, bis das Gemüse quasi bissfest ist. Nun den Reis und die Maronen dazu geben und kurz mitbraten. Sojasauce mit Zucker vermischen und zu dem Reis-Gemüse-Mix in den Wok geben. Kurz alles miteinander verrühren und noch ca. zwei weitere Minuten braten lassen, ggf. noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Sesamöl beträufelt sofort servieren. Schmeckt auch kalt als Mittagspausenlunch!

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Rii Jii Reis entstanden. Danke für die nette Zusammenarbeit. 
Donnerstag, 2. November 2017

Goldene-Milch-Porridge

Goldene-Milch-Porridge2


Was war ich aufgeregt, als ich vor einigen Monaten zum ersten Mal von „goldener Milch“ hörte. Ein goldgelb-strahlender Heiltrunk aus alt-ayurvedischer Küchentradition. Entzündungshemmend. Wohltuend. Antioxidativ. Reinigt die Lunge, entlastet die Leber, baut Kalk in den Gelenken ab.

Maybe, maybe not. 

Wie das heutzutage ja dann immer so ist: Alles, was irgendwie verrückt klingt, dabei schick aussieht und dann auch noch Gesundheit verheißt, lässt sich prima zu Geld machen und verhypen. Glaubt ihr nicht? Dann googelt doch mal fix die Begriffe „Golden Milk“ oder „goldene Milch“. Da wird daraus nicht nur ganz schnell ein „Kurkuma Latte“ – klingt dann gleich ein bisschen mehr nach Starbucks, oder? „Einen Grande Kurkuma Latte, mit laktosefreier Magermilch to go, bitte!“ –, nein, Goldene Milch ist gleich das neue „It-Getränk“, ein „Trend-Drink“ – und es waren auch nicht wenige Unternehmen schnell dabei, Mischungen & Instantpülverchen herzustellen, die dem ach-so-beschäftigten-Verbraucher der Generation Y und Z das mühselige Herstellen der Paste (dauert schließlich ca. 10 Minuten!) abnehmen. Zeit ist schließlich Geld – und dementsprechend muss man für ein kleines Päckchen davon auch ganz schön tief in die Tasche greifen. Hmmm, da kriegt die Goldene Milch gleich eine andere Bedeutung...

Nun, lassen wir den Internet-Kommerz mal beiseite: Mir schmeckt die traditionell hergestellte Goldene Milch nicht besonders gut. Auch nicht besonders schlecht. Halt so mittel. 
Die traditionelle Basis-Gewürzmischung bestehend aus Kurkuma, Ingwer, Muskat und Pfeffer mag ich aber sehr – deswegen war ich auch gleich aufmerksam, als mir irgendwo im Internet der Goldene-Milch-Porridge begegnete. Gerade jetzt im Herbst, wo ich mich so langsam an die zurückkehrende Kälte gewöhnen muss, esse ich morgens gerne etwas warmes. Und diese Mischung kann einem richtig schön einheizen. Achtet bitte aber darauf, dass alle Gewürze, die ihr nutzt, aus biologischem Anbau stammen.

Also: Für Goldene-Milch-Muffel wie mich eine gute Möglichkeit, doch noch irgendwie auf der Trendwelle mitreiten zu können. Glück gehabt, puh!

Goldene-Milch-Porridge
Rezept für 1 Portion (+ Paste für ca. 5 weitere Portionen)

Zutaten 
für die Paste
2 EL Kurkuma, gemahlen
100 ml Wasser
1 EL frisch geriebener Ingwer
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

für das Porridge
50 g Haferflocken
250 ml Pflanzenmilch (z. B. Hafer oder Soja)
1 Prise Salz
1 TL Honig
1 TL Leinsamen
1 TL Kokosmus oder Öl

Zubereitung
Beginnt mit der Paste: Einfach das Wasser in einem Topf aufkochen lassen, die Hitze reduzieren und dann Kurkuma, Ingwer, Pfeffer und Muskatnuss dazu geben.
Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren zu einer Paste reduzieren lassen. In ein sauberes Glas geben und verschließen – so habt ihr euren Vorrat an Goldener-Milch-Paste für ein paar Tage gesichert.

Für den Porridge nun Haferflocken, Pflanzenmilch und eine Prise Salz in einem Topf gemeinsam aufkochen lassen. Sobald der Porridge so ungefähr die von euch gewünschte Konsistenz hat ca. 1 TL Paste sowie den Honig zugeben. Zum Schluss noch den Leinsamen (Ballaststoff-Power!) und Kokosmus bzw. -öl einrühren und mit Toppings nach Wunsch (im Bild: Apfel, Kokoschips, Zimt) servieren.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Kleiner Schoko-Birnen-Kuchen – supersaftig & superlecker

Schoko-Birnen-Kuchen

Schokolade und Birne lieben sich, das ist Common Knowledge – Allgemeinwissen –, und der goldene Oktober ist die beste Jahreszeit, sich daran zu erinnern. Also: Voilà. Ich backe mittlerweile kaum noch „große“ Kuchen – also in den regulären Formen –, weil die sich für meinen Zwei-Personen-Haushalt nicht rechnen. Dafür habe ich mittlerweile diverse kleine Backformen, z. B. eine Springform mit 20-cm-Durchmesser oder eine schmale Tarteform mit Hebeboden, die zwar kleinere aber nicht minder leckere Backwerke zaubert. Kleinere Formen haben aber noch einen weiteren Vorteil: Da sie deutlich geringere Mengen fordern, kann man auch mal kreativ „Reste“ verarbeiten, etwa besondere Mehl- oder Zuckersorten, übrig gebliebene Nüsschen und Saaten und so weiter.

Vor zwei Wochen habe ich spontan diesen Kuchen – tatsächlich vorwiegend aus kulinarischen Restposten – gebacken. Ganz grob inspiriert wurde ich von einem Rezept in Hugh Fearnley-Whittingstalls Fruit everyday!; im englischen Original heißt es Chocolate Pear Cake. Auf Deutsch gibt es das Buch mittlerweile übrigens auch, hier heißt es Täglich Früchte! – was zwar 1:1 übersetzt die Bedeutung trifft, aber doch ungelenk klingt, oder? Wenn ihr euch für das Buch interessiert (und das solltet ihr), empfehle ich euch, einfach das Original gebraucht auf Amazon zu kaufen, da seid ihr mit unter 10 Euro dabei. Und just fällt mir ein, dass ich darüber sogar einmal eine Rezension geschrieben habe, die ihr hier lesen könntFruit everyday! gehört zu meinen Allzeitfavoriten. Auch wenn ich mich selten an das Originalrezept halte, lasse ich mich häufig von den Whittingstalls Ideen & Kombinationen inspirieren. Das war bei diesem supersaftigen Birnenkuchen ähnlich – übrig geblieben ist vom Original zwar nur noch die Idee (obwohl ja jeder weiß, dass Birne und Schokolade sich lieben), aber um meine Semi-Eigenkreation hat mich trotzdem ziemlich begeistert: Sooo lecker und saftig und aromatisch, das habe ich selten erlebt. Und dabei so schnell zusammengerührt, das kann man auch mal zwischen Couch und Bett machen.


Kleiner Schoko-Birnen-Kuchen
Rezept für 1 kleine Springform (20 cm)

Zutaten 
2 reife Birnen
100 g Mandelmehl, teilentölt
100 g Weizenmehl, 405
1 gestrichener TL Backpulver
25 g Kakao
150 g Butter, weich
150 g Puderzucker
2 große Eier (L)
1 großzügiger Schuss Milch

Zubereitung
Den Ofen auf 170° C Grad vorheizen und eine Springform von 20 cm ausbuttern sowie mit Backpapier auslegen. Mandel- und Weizenmehl, Backpulver und Kakao mischen und beiseite stellen.

Die Birnen waschen, schälen, entkernen und in Viertel bzw. Sechstel schneiden – je nachdem, wie groß die Birnen sind.
Butter und Zucker mit einem Handrührgerät schaumig rühren, bis die Masse sehr leicht und fluffig daher kommt. Nun die beiden Eier unterrühren. Mit einem größeren Metalllöffel oder -spatel den Mandel-Mehl-Mix unter die Mischung rühren und einen Schluck Milch (oder zwei) hinzugeben, bis die Konsistenz nicht zu flüssig und nicht zu fest ist: Sie sollte noch nicht vom Löffel tropfen, aber fast. ;-)

Die Hälfte davon in die Kuchenform geben und darauf wiederum die Hälfte der Birnenspalten verteilen. Den Rest des Teiges in die Form geben und die letzten Spalten dekorativ darauf verteilen.

Ab in den Ofen damit: 45 Minuten backen – oder eben so lange, bis die Stäbchenprobe gelingt. Es soll kein Teig am Holzstäbchen kleben bleiben, dann ist der Kuchen fertig.
Sonntag, 22. Oktober 2017

Kürbis-Haselnuss-Muffins mit Zuckerguss

Kürbis-Haselnuss-Muffins

Ha, ihr habt gedacht, nach der genial-vegetarischen Kürbissause habe ich diese Nase voll von Kürbis, was? Tja, nä, niemals, bätsch. Sorry, aber von Kürbis kann man nie genug haben. Und deswegen lasse ich euch kurz vor Halloween noch ein paar extraleckere Muffins da.
Weil: Jeder braucht ein gutes Kürbis-Muffins-Rezept. Ein ganz einfaches, kein großes Schischi; Eines, das man aus der Lameng mal nebenbei zusammenrühren kann – und das trotzdem selbst eine sehr gestrenge Kaffeetafel nachhaltig verzückt.

Diese Muffins mache ich nach einem leicht abgewandelten Rezept von Jamie Oliver. Es stammt aus seinem Buch „Natürlich Jamie“, das – ich erzähle es gerne – quasi mein erstes, richtiges Kochbuch war. Ich kaufte es von einem kleinen, studentischen Nebenverdienst in einer Düsseldorfer Buchhandlung (die mittlerweile die Pforten geschlossen hat). Ich war so stolz darauf und fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben wie eine ernstzunehmende Hobbyköchin mit großer, kulinarischer Zukunft.

Das Buch ist auf ganz rauem Papier gedruckt und roch gerade am Anfang ziemlich streng. Doch mittlerweile muss ich meine Nase ganz nah in den Bund drücken, um den Geruch noch wahrzunehmen. Nun, immerhin ist es über zehn Jahre in meinem Besitz und dementsprechend sind schon eine Menge Hände über die Seiten gefegt, diverse Küchendämpfe hineingezogen – und die eine oder andere Kleckerei kann ich auch nicht ausschließen.
Ich liebe das Buch sehr und würde es nie hergeben wollen. Es kleben sogar noch einige Post-Its darin, weil ich – bevor 2011 dieser Blog geboren wurde – ja irgendwie meine Notizen praktisch festhalten musste. Tja, so war das.

Zurück zu den Muffins: Die werden  sehr, sehr saftig und schmecken famos nach Kürbis und Gewürz. Jamie Oliver verwendet zwar Butternuss-Kürbis, ich mag aber lieber Hokkaido. Und anstelle der Walnüsse nehme ich Haselnüsse – da könnt ihr ganz frei sein.
Übrigens: Mit der Dekoration aus Marshmallow-Kürbissen habt ihr direkt ein tolles Mitbringsel für die anstehende Halloween-Party. Süßes oder Saures? Keine Frage!

Kürbis-Haselnuss-Muffins-2

Kürbis-Haselnuss-Muffins mit Zuckerguss
für ca. 8 große Muffins

Zutaten
für die Muffins
200 g Kürbis, nach Entfernen der Kerne grob geraspelt
175 g Vollrohrzucker
2 große Eier
Salz
150 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Handvoll Haselnusskerne
1 TL gemahlener Zimt
90 ml Olivenöl

für den Zuckerguss
Puderzucker
Milch

Zubereitung
Den Backofen auf 180° C vorheizen. Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen.

Den Kürbis fein raspeln (ich mache das mit meiner Trommelreibe) und in eine Rührschüssel geben. Zucker zugeben, die Eier hineinschlagen. Mit dem Handrührgerät einmal ordentlich vermischen. Dann eine Prise Salz, Mehl, Backpulver, Nüsse, Zimt und Olivenöl hinzufügen und nur so lange weiter rühren, bis sich alles gut miteinander vermischt hat.

Den Teig in die Förmchen füllen und 20-25 Minuten im vorgeheizten Backofen backen. Macht unbedingt eine Stäbchenprobe, bei mir hat es letztens nämlich geschlagene 40 Minuten gebraucht, bis die Muffins wirklich durch waren. Ist das Stäbchen sauber, das Blech herausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Für den Zuckerguss 50 g Puderzucker und ein wenig Milch verrühren und anschließend über die abgekühlten Muffins löffeln.

Quelle

Sonntag, 15. Oktober 2017

Unsere neue IKEA-Küche, Teil 2 – ... und so sieht sie aus.

IKEA-Küche

Anfang März 2017 haben wir unsere zehn Jahre alte Küche gegen ein neues Exemplar getauscht.
Das war ganz schön aufregend. Ich habe euch in diesem Blogpost bereits davon erzählt, wie wir Planung und Kauf über die Bühne gebracht haben.

Und warum hat es nun über ein halbes Jahr gedauert, bis ich euch einen Blick in meine neue Küche gewähre? Nun, es gab da das eine oder andere Detail, das unbedingt noch geklärt werden musste: So zum Beispiel die Abdeckung unserer Spülmaschine, Silikonfugen – und natürlich auch die Deko. Nicht dass mir Deko und Accessoires unfassbar wichtig wären, aber das eine oder andere Detail musste neu hinzukommen oder umplatziert werden, damit der Raum nicht kühl und leer aussieht.

IKEA-Küche-2

Ich finde es ziemlich schwierig, unsere Küche zu fotografieren. Der Raum ist weder groß noch klein, aber ein bisschen verwinkelt, so dass ich mich und die Kamera kaum anständig positionieren kann.
Nachdem ich aber hin- und her geturnt bin, konnte ich mit einigermaßen akrobatischen Verrenkungen ganz gute Schnappschnüsse (bei allerschönstem Herbstlicht) machen. Diese Fotos wirken natürlich auch wegen des prächtig grünen Ahorns im Hinterhof ganz anders als die Bilder, die ich Ende Februar von der alten Küche gemacht habe. Aber unsere alte Küche war selbst im Sommer keine Augenweide.

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Auf diese Ecke bin ich besonders stolz. Lieber wäre mir, das Sideboard wäre noch cleaner und aufgeräumter, aber trotz deutlich mehr Stauraum als vorher habe ich für meine Essig- und Ölsammlung keinen besseren Platz gefunden. Dennoch ist der ganze Bereich deutlich entschlackt – schaut euch nur das Vorherfoto noch einmal an, waaah!

Die Mikrowelle wollte ich längst gegen ein neueres, kleineres und hübscheres Modell getauscht haben. Das gute Stück ist über 15 Jahre alt; Ich habe sie von meiner Oma vererbt bekommen, als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin. Es gibt mittlerweile sicher schönere Mikrowellen, und an dieser stört mich eigentlich auch nur, dass sie so „wuchtig“ ist. Dennoch bin ich von dem Plan, mir eine neue zu kaufen, wieder abgekommen: Wieso soll ich ein Gerät entsorgen, das noch einwandfrei funktioniert?

Das Regal darüber ist übrigens von Bolia. Wir hätten es noch ein paar Zentimeter höher montieren sollen – dann hätte ich mit manchen Essigflaschen nicht so ein Quetsch-Problem –, aber davon abgesehen finde ich es superschön. Auf dem obersten Brett ist die japanische Keramiksammlung vom Mann untergebracht. Darunter wechselnd einige Erbstücke von Oma und Opa (z. B. eine alte Pfeffermühle, ein Glas und mein „Eduscho“-Kaffee-Behälter, in dem ich Lorbeerblätter aufbewahre), und natürlich die French Press. Alles übrige, was den Platz vorher so voll und unordentlich hat aussehen lassen, ist in die neuen Schränke und Schubladen gewandert.

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Die linke Wand habe ich dunkelgrau gestrichen, weil mir die Farbkombination grau/weiß/braun in Kombination mit grünen Pflanzen sehr gut gefällt.

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Ein Überblick über den Hauptarbeitsbereich: Warme Holztöne, ein Herd mit versenkbaren Bedienknöpfen (!), ein Einhebelmisch und anstelle von drei Oberschränken plus offenes Topf- und Pfannenregal nur noch ein Doppelschrank, der allerdings tiefer und breiter ist. Gerne hätte ich komplett auf hohe Schränke verzichtet, aber man muss ja auch realistisch bleiben angesichts der Mengen, die man so unterbringen muss, gell?

Zu unserer größten Leidgeschichte: Die Spülmaschine hatten wir bereits im November 2016 neu kaufen müssen, weil unser Gerät nach vielen Jahren den Geist aufgegeben hatte.
Das war ein ungünstiger Zeitpunkt, denn wir brauchten zwar schnell einen Ersatz, waren aber hinsichtlich der Fronten, die die neue Küche bekommen würde, noch nicht sicher. Im Nachhinein eine sehr ärgerliche Geschichte: Wir entschieden wir uns – ohne lange nachzudenken – erneut für ein teilintegriertes Gerät, d. h. das Bedienfeld der Spülmaschine ist offen und nicht verdeckt. Beim Kauf der Küche wurde uns dann mitgeteilt, dass IKEA mittlerweile keine Verdeckungen für teilintegrierte Geräte mehr anbietet, sondern dass man sich eine Zwischenlösung zurecht sägen und bohren und montieren muss.
Bumms, das war ein ganz schöner Schlag in den Nacken. Und als wir uns diese Lösung dann besorgt hatten, passte das für unsere Spülmaschine trotzdem nicht. Wir haben das dann in unserem Style gelöst und zwei Bretter zurechtgesägt und jeweils mit Montagekleber angeklebt. Unprofessionell? Definitiv. Aber: Es hält bombenfest! Und das war für uns nach knapp einem halben Jahr das einzige, das zählte.

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Wie ihr hier (und auf dem Foto unten) ganz gut seht, wurden die weißen Fliesen mit einem PVC-Boden überklebt – und damit bin ich wirklich superhappy. PVC ist unempfindlich, warm an den Füßen, leicht zu reinigen – und günstig. Kein Vergleich zu den rissigen, kalten Fliesen (auf denen man außerdem jedes Schmutzkrümelchen sah). Im Hochschrank neben dem Kühlschrank kommen alle sperrigeren Geräte unter (alle Backformen, Rührgeräte, Friteusen, Reiben, Toaster, Eierkocher), für die ich vorher gar keinen Platz hatte. Es gibt nur noch Schubladen und keine einfachen Einlegeböden, deswegen kann ich besser sortieren und komme auch leicht in die hintersten Ecken. Hach!

Also, ganz ehrlich: Ich bin weit davon entfernt, Talent für Interior Design zu haben. Es liegt mir nicht. Im direkten Vergleich beider Küchen finde ich den Unterschied aber doch enorm. Kaum zu glauben, dass es noch vor wenigen Monaten so kühl und – ja, schrecklich bei uns aussah.

Die Renovierung war anstrengend und nervenaufreibend – aber wenn ich es jetzt so sehe, bin ich ziemlich stolz auf das Ergebnis!

Küche-Nachher-Vorher
Sonntag, 24. September 2017

Kürbis-Hummus | Die genial-vegetarische Kürbis-Party 2017

Kürbis-Hummus-1


Heute gibt es das letzte Rezept meiner genial-vegetarischen Kürbis-Party, und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes Party-Rezept: Hell-orange-leuchtend, super-cremig, 100% vegan und richtig lecker: Kürbis-Hummus.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie wir in den 90ern so ganz ohne Hummus aufwachsen konnten und bin froh, dass diese Köstlichkeit vor einiger Zeit den Weg in deutsche Küchen gefunden hat. 
Ich habe bereits unzählige Hummusvarianten ausprobiert (am liebsten klassich, aber auch mal mit Roter Bete und gerösteten Walnüssen oder aus Weißen Bohnen, hmm!) und kriege nicht und nie genug davon. Dabei stehe ich vor allem auf die „perfekte Konsitenz“: Schön dick und cremig muss der Hummus sein, damit man eine Menge davon auf Fladenbrot, Gemüsesticks und Cracker häufen kann. Dass er blitzschnell gemacht ist – aber natürlich besser wird, wenn er noch ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen darf – ist wohl keiner weiteren Erwähnung wert. Machen!

Ich wünsche euch einen schönen Restsonntag – und bedanke mich dafür, dass ihr an der diesjährigen Kürbis-Party teilgenommen habt. Alle Rezepte findet ihr unten verlinkt. Ich freue mich, wenn ihr das eine oder andere mal selbst ausprobiert und mir dann Feedback in den Kommentaren gebt. 
Alles Liebe und bis bald!

Kürbis-Hummus-2

Kürbis Hummus
Rezept für 4 Portionen

Zutaten
150 g festes Kürbispüree (am besten aus Hokkaido)
1 Dose Kichererbsen (240 g)
50 g Tahini
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl 
1 EL Zitronensaft (oder mehr, je nach Geschmack)
1 Prise Kreuzkümmel
Salz
zur Deko: Petersilie, Sesam, Paprikapulver

Zubereitung
Alle Zutaten – mit Ausnahme der Petersilie – in euren Mixer geben und kräftig durchpürieren. Ich erledige das noch immer mit einem starken Stabmixer, das funktioniert für mich sehr gut. 
Abschmecken und eventuell nachwürzen. Wenn ihr den Hummus erst viel später serviert bedenkt, dass der Geschmack nach einigen Stunde intensiver und kräftiger sein wird – haltet euch also mit der Würzung zuerst etwas zurück. 

Vor dem Servieren Petersilie hacken und gemeinsam mit dem Sesam und dem Paprikapulver dekorativ auf dem Hummus verstreuen. 


Feines-Gemüse-Kürbisparty

Samstag, 23. September 2017

Kürbis-Kokos-Konfitüre | Die genial-vegetarische Kürbis-Party 2017

Kürbis-Kokos-Konfitüre1


Heute serviere ich euch einen echten Christina-Klassiker, ein Rezept, das meine Mutter vor Urzeiten (vielleicht so um 2005?) mal ausprobiert und das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Es geht um Kürbis-Kokos-Konfitüre, die nicht nur absolut großartig schmeckt, sondern auch noch in einer echten Gute-Laune-Farbe daherkommt. Ehrlich gesagt habe ich das Rezept vor knapp fünf Jahren schon einmal verbloggt, aber ich wollte es euch unbedingt noch einmal unter die Nase reiben, da es damals viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. 

Besonders lecker schmeckt die Konfitüre übrigens auf knusprigen Weizenbrötchen oder zarten Milchhörnchen oder (mein Geheimtipp) rheinischem Schwarzbrot. Gerne mit dick Butter oder Sahnequark. 

Naja, eigentlich schmeckt sie zu allem und ehrlich gesagt esse ich den Großteil davon einfach pur.
Ich könnte sie mir sogar auf kräftigem Käse ziemlich gut vorstellen. Probiert ihr das einfach mal für mich aus? Danke! 

Kürbis-Kokos-Konfitüre
Rezept für so 3 bis 4 Gläser

Zutaten
500 g Hokkaido-Kürbis, küchenfertig
250 ml Kokosmilch, cremig
500 g Gelierzucker 2:1
5 g Zitronensäure

Zubereitung
Den Kürbis klein würfeln und in der Kokosmilch ca. 10 Minuten weich kochen. Dann gut durchpürieren und Zitronensäure sowie Gelierzucker unterrühren. Nun noch rund 5 Minuten sprudelnd kochen lassen, Gelierprobe nicht vergessen – und ab damit in die sterilisierten Twist-Off-Gläser.


Feines-Gemüse-Kürbisparty