Mittwoch, 16. Mai 2018

Miso-Skyr-Eiscreme mit Sesam-Krokant (ohne Eismaschine)

Miso-Skyr-Eiscreme

Vor 15 Jahren hätte man sich bei Eiscreme mit Matcha, Salzkaramell oder Gin-Tonic-Geschmack wohl noch angewidert weggedreht – heutzutage beweist man dabei Zeitgeist und wählt die möglichst wunderlichen Sorten. 

Erdbeer, Zitrone, Schokolade? Das gibt's doch höchstens noch in Eisdielen, die Namen wie "San Remo" oder "Dolomiti" tragen – und in denen nicht nur das geflieste und verspiegelte Interieur, sondern auch die knatschbunte Menükarte die Kundschaft per Express ins letzte Jahrhundert katapultiert. Ach, allein das Wort Eisdiele – hallo, die 70er haben angerufen und hätten gerne Bananensplit und Amarena-Becher serviert. 2018 erwirbt der moderne Genuss-Ästhtet seine Eiscreme in Läden, die sich "Eis-Manufaktur, "Eis-Schmiede" oder gar "Eis-Werkstatt" nennen. 


Nun, ihr ahnt, worauf es hinausläuft: Meine Lieblingseisdiele hat keinen flippigen Namen und auch keine außergewöhnlich verrückten Sorten. Sie heißt Gelateria und liegt ein wenig versteckt auf der mittlerweile ja sehr trendigen Lorettostraße in Unterbilk. Dort gibt es kein Hipster-Klimbim, nur echt ordentliche Eicreme. Vor allem Sesam kann ich empfehlen, und das ist auch schon das neumodischste, was sie dort zu bieten haben. Die verrücktesten Sorten meiner Jugend waren ja noch Schlumpf, Málaga und After Eight. Irgendwann – in den 00er Jahren muss es gewesen sein –, da ploppte aus den Kühltruhen plötzlich allerhand Keksiges und Kuchiges (Cheesecake-Eis, Cookie-Eis, Oreo-Eis...). Die absolute Trend-Sorte 2018 ist übrigens Black Vanilla, also mit Aktivkohle gefärbtes und natürlich deftig bepreistes Vanilleeis... naja. Gut, wem es schmeckt...

Ich möchte meine neue Eiskreation ebenfalls als Trend-Eis ins Spiel bringen und hoffe, ihr seid weiterhin aufmerksam:
Mit Miso und Skyr habe ich zwei Zutaten miteinander verrührt, die unfassbar 2018 sind. Miso* ist eine stark salzige Paste aus fermentierten Sojabohnen, und Hauptbestandteil von Misosuppe (klar!), die hierzulande häufig in Sushi-Bars als Vorspeise fungiert. Miso ist einfach großartig und eines unserer Küchen-Basics. [Ich empfehle auch dieses Buch*, in dem aufgezeigt wird, wie überraschend vielseitig Misopaste in der Küche eingesetzt werden kann... ]

Skyr*, das ist dieser isländische Trendquark, den es mittlerweile sogar in den gängigen deutschen Discountern zu kaufen gibt. Ich habe keine Ahnung wie echter, isländischer Skyr schmeckt, aber der hierzulande erhältliche schmeckt so: "Der Geschmack ist sogar kräftig milchsauer – vergleich­bar mit Jogurt. Im Mund fühlt sich Skyr locker-cremig an. Im Abgang ist er leicht trocken-kompakt, wie man es von Magerquark kennt." Miso und Skyr habe ich also jetzt zu einer eigenen, wie ich finde: fabelhaften Eiskreation vereint. Und das sogar ohne Eismaschine! Seit ich vor drei Jahren bei Maja ein Rezept gefunden habe, um ganz einfach sahniges, cremiges Eis ohne Eismaschine herzustellen, habe ich so allerhand damit herumprobiert und wurde nie enttäuscht. 
Diese Kombination aus Miso und Skyr hat mich aber schon ein wenig ins Schwitzen gebracht, denn mit Salz zu experimentieren – und streng genommen besteht Miso ja aus Salz –, das kann auch mal schnell schief gehen. Ist es aber nicht. 
Ihr produziert also in Windeseile eine köstliche, cremige, besondere Eiscreme, die durch das (ebenfalls selbstgemachte) Sesamkrokant auch noch über den nötigen Biss verfügt. 

Miso-Skyr-Eiscreme mit Sesam-Krokant
Rezept für eine längliche Kastenkuchen-Form von ca. 20 – 25 cm

Zutaten
für die Eismasse
40 g Miso-Paste, hell [auf Wunsch bis zu 50 g, aber tastet euch lieber langsam ran]
3 EL warme Milch
100 g Doppelrahm-Frischkäse
200 g Skyr 
150 g Saure Sahne

1 Dose gezuckerte Kondensmilch (400 g)

für das Sesamkrokant
5 EL Sesam
5 EL Zucker
1 TL Butter

Zubereitung

Löst die Misopaste unter Rühren im heißen Wasser auf. 
Für die Eismasse rührt ihr Frischkäse, Skyr und Saure Sahne zusammen. Lasst anschließend das Milchmädchen und die Miso-Milch-Mischung einlaufen und schlagt die Masse zusammen ca. zwei Minuten auf; Ich nehme dafür den Handmixer. 
Anschließend gebt ihr alles zusammen in eine längliche Kastenkuchenform und stellt diese dann in den Tiefkühler. Der Friervorgang hat bei mir gut 6 – 7 Stunden gedauert.

In der Zwischenzeit könnt ihr natürlich ganz entspannt das Sesamkrokant herstellen: 
Legt euch dafür einen Streifen Backpapier bereit. 
Hierfür röstet ihr den Sesam in einer Pfanne fettfrei an und stellt ihn dann beiseite. In derselben Pfanne löst ihr nun auf mittlerer Hitze den Zucker und die Butter auf und rührt dabei immer um, damit euch nichts anbrennt. Zucker verbrennt sowas von schnell, ihr solltet wirklich die Augen nicht von der Pfanne lassen... und sobald der sich aufgelöst und eine schöne Farbe angenommen hat, gebt ihr fix die Sesamkörner hinzu, vermischt alles und streicht die Masse nun auf dem Backpapier aus. Wenn alles ausgekühlt ist, könnt ihr das Sesamkrokant einfach in Stücke brechen und zu dem Eis servieren. Guten Appetit!

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Donnerstag, 26. April 2018

Mangold-Ricotta-Muffins mit Mandeln

Mangold-Ricotta-Muffins


Dinge, die man im Leben häufiger machen müsste:
In den Himmel gucken und Wolkenformationen beobachten, sich selbst einen Strauß Lieblingsblumen beim teuren Floristen kaufen, Rückentraining, "Danke" sagen, die Oma anrufen – und herzhafte Muffins backen. Noch vor ein paar Jahren waren Muffins – süß, salzig oder gemischt – auf quasi allen Foodblogs in schöner Regelmäßigkeit zu bewundern. Dann kamen Cupcakes, die mit ihren Crémehauben natürlich deutlich fotogener waren; mittlerweile sind wir bei den sogenannten Bowls (Buddha Bowls oder, noch neuer, Poké Bowls) angekommen. Die gab's hier auf dem Blog noch nicht, ich plane auch nichts dazu, da ich Trends grundsätzlich antizyklisch beackere.

Kommen wir also zurück auf die ex-hippen Muffins, besonders zu herzhaften Muffins, weil sie eine tolle und weitaus unkompliziertere Alternative zu Quiches und Tartes sind, wohl weniger "fein", aber "fein" ist eben auch nicht mein Primärziel in der Küche, eher "vorzeigbar" und natürlich "lecker". Ich denke, mit diesen Muffins habe ich es geschafft.
Im Rahmen von Saisonal schmeckt's besser konnten wir uns im April für Rhabarber oder Mangold entscheiden. Da Rhabarber rar war (Zungenbrecher-Alarm), habe ich mich für ein paar schicke Büschel Mangold entschieden. Zusammen mit Ricotta und gerösteten Mandeln wurde daraus eine köstliche Beigabe für mein diesjähriges Geburtstagsbuffet (33!), von der ich mir vorstellen könnte, sie auch zum 34., 35. und 36. zu servieren, so lecker war das.

Es gibt bei meinen MistreiterInnen übrigens ein leichtes Übergewicht bei der Wahl des Gemüses: Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber. Aber köstlich liest sich alles – schaut her:


Lebkuchennest – Büffelmozarella mit Rhabarbervinaigrette und Rhabarberpickles auf Salatbett
moey’s kitchen – Rhabarber-Flammkuchen mit Ziegenfrischkäse und Mandeln
Cuisine Violette – Rhabarbertorte 
Herbs & Chocolate – Mangoldsalat mit grünem Spargel und Rhabarberdressing
Madam Rote Rübe – Rhabarber-Käsekuchen mit Himbeergeschmack und Schokostreusel
ZimtkeksundApfeltarte – Ricotta-Tarte mit Rhabarber-Vanille-Kompott  
Jankes*Soulfood – Scones mit Rhabarber-Vanille-Marmelade
Dinner4Friends – Rhabarberlimonade 
trickytine – sauerrahm panna cotta mit kardamom, rhabarber rosmarin ragout und pistazienkrokant 
ninastrada – Apfel-Rhabarber-Crumble
Münchner Küche – Rhabarber Streuselkuchen
Feed me up before you go-go – Rhabarber-Haselnuss-Galette mit Anis
Kochen mit Diana – Walnuss-Biskuitrolle mit Rhabarberfüllung
Delicious Stories – Ravioli mit Rhabarber & Ricotta
Schlemmerkatze – Panna Cotta mit Tonkabohne und Rhabarberkompott
Ina Is(s)t – Rhabarber Tartelettes mit Rosmarin-Vanille-Creme
Ye Olde Kitchen – Rhabarbersalat mit Feta und Oliven


Mangold-Ricotta-Muffins-2


Mangold-Ricotta-Muffins mit Mandeln
Rezept für ca. 12 Stück

Zutaten 
750 g Mangold, frisch
50 g ganze Mandeln
280 g Weizenmehl Type 1050
2 Teelöffel Backpulver

1 TL Rohrohrzucker
1/2 TL Salz
1 Prise geriebene Muskatnuss
2 Eier Größe M
225 g Milch
50 g neutrales Öl (z. B. Sonnenblumenöl)
250 g Ricotta

Zubereitung
Mangold waschen, putzen und die dicken Mittelstiele herausschneiden. Die Blätter für etwa 5 Sekunden in kochendem Salzwasser blanchieren, dann mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen lassen und klein hacken. Restliche Flüssigkeit gut ausdrücken. Auskühlen lassen. 
Die Mandeln in einer Pfanne fettfrei anrösten, ebenfalls auskühlen lassen. 

Mehl, Backpulver, Zucker, Salz und Muskatnuss in einer großen Schüssel vermischen. 
In einer kleinen anderen Schüssel Milch, Eier und Öl miteinander verschlagen – und im Anschluss vorsichtig unter die Mehlmischung rühren, dabei nicht zu lange rühren.

Zum Schluss noch Ricotta, Mandeln und Mangold unterheben. 

Im auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen ca. 30 – 40 Minuten backen; macht unbedingt eine Stäbchenprobe. Guten Appetit! 

Quelle
Idee geklaut bei Paule
Donnerstag, 29. März 2018

Bärlauch Monkey Bread


Bärlauch-Monkey-Bread

Die nächste Runde „Saisonal schmeckt's besser“ steht vor der Tür – und im März können wir (nach der langen, dunklen Winterzeit) auch endlich aus einer ganzen Bandbreite von Gemüse wählen. So will es das Gesetz der Jahreszeiten: Spinat, Pastinake & Bärlauch stehen auf dem Speiseplan, und ach, die Wahl fiel mir schwer. Nach langem Hin und Her bin ich dann doch beim Bärlauch gelandet – der ist ja kaum da und dann in Windeseile und ohne Abschied wieder weg. Und da ich mein letztes Bärlauchrezept schon 2013 gebloggt habe (hier könnt ihr übrigens all meine Bärlauch-Rezepte sehen – dabei u. a. veganes Bärlauch-Sesampesto, Bärlauchtarte mit Kürbiskernen & Bärlauch-Cantuccini), war es doch auch mal wieder Zeit...

Ich habe euch heute ein Bärlauch Monkey Bread mitgebracht – Mini-Aufwand, Maxi-Effekt, zum Beispiel zum Osterbrunch. Das Monkey Bread sieht nämlich nicht nur gut aus, sondern ist auch einfach gemacht und schmeckt frisch aus dem Ofen einfach wahnsinnig gut. Seht ihr, wie flauschig das ist?
Das Geheimnis des Monkey Breads ist eigentlich keins: Ihr formt Hefeteigkugeln, gebt sie aneinandergereiht in eine Guglhupf-Form und backt den leckeren Kranz dann ein halbes Stündchen im Ofen. Danach könnt ihr die einzelnen Kugeln locker-flockig – im wahrsten Sinne des Wortes – herunterrupfen und direkt genießen. Achtung, gefährlich wird es, wenn man die Beherrschung verliert und versucht, mehr als ein leckeres Bärlauch-Teilchen auf einmal zu verschlingen!

Das Foto wird dieser Köstlichkeit übrigens nicht gerecht. Wer mag, schaut doch mal bei trickytine rein, der habe ich das Rezept nämlich einfach gemopst.

Schaut wie immer auch bei meinen Gemüse-Mitstreiterinnen vorbei; ich finde, da sind auch in diesem Monat wieder groooßartige Leckereien zusammengekommen: 


Kleiner Kuriositätenladen - Agnolotti mit Bärlauch & Ricotta
S-Küche - One pot Spinat Pasta    
Dinner4Friends - grüner (Spinat)-Smoothie                                        
Ye Olde Kitchen - Pastinakencrumble
Jankes*Soulfood - Bärlauch-Hummus
Kochen mit Diana - Bärlauchwaffeln
Herbs & Chocolate - Pastinaken-Reiberdatschi
Wunderbrunnen - Pastinaken-Spinat-Ravioli 
ZimtkeksundApfeltarte - Spinat-Bärlauch-Frittata
pastasciutta - Die Superspinatsuppe  
moey’s kitchen - Bärlauch-Ricotta-Gnocchi
Cuisine Violette - Kräuter-Zupfbrot mit Bärlauch 

Bärlauch Monkey Bread
Rezept für 1 Guglhupf-Form

Zutaten
für das Brot
500 g Mehl
50 g weiche Butter
1 Ei, zimmerwarm
100 ml Milch, lauwarm
100 ml Wasser, lauwarm
2 TL Salz
1 EL Zucker
1 Päckchen Trockenhefe

für das Bärlauch-Pesto
75 g Bärlauch
1/2 TL Salz
150 ml Olivenöl
40 g Walnüsse
50 g Parmesan
oder ihr nehmt dieses vegane Rezept. Auch selbstgekauftes Bärlauchpesto kann verwendet werden. ;)

Zubereitung
Mehl in eine Rührschüssel geben – dann Butter, Ei, Milch, Wasser, Salz, Zucker und Trockenhefe hinzugeben und mit einem Handmixer zu einem geschmeidigen, flauschigen Hefeteig rühren. Diesen abdecken und an einem warmen, nicht zugigen Ort eine Stunde vor sich hin gehen lassen.

In der Zwischenzeit könnt ihr das Pesto zubereiten: Dazu Bärlauch waschen und trockenschütteln, zerkleinern und mit Salz, Olivenöl und Walnüssen im Blitzhacker cremig pürieren. Im Anschluss den Parmesan reiben und unterrühren. Schon fertig.

Euer Hefeteig ist schön aufgegangen? Prima. Buttert nun fix eine Guglhupfform aus und formt mittelgroße Teigkugeln (etwas größer als Tischtennisbälle dürfen sie schon sein!), die ihr anschließend in Pesto wälzt und in die Form schichtet. Jetzt muss das Monkey Bread noch eine Stunde gehen.

Währenddessen könnt ihr die Pestoreste steril verschließen, die Küche aufräumen und lüften (Knofigeruch lässt grüßen!), und natürlich den Ofen vorheizen: Auf 170° C Umluft bittesehr. Nachdem das Bread gegangen ist, darf es so ca. 30 Minuten backen, bis es schön gebräunt ist und noch appetitlicher als vorher aussieht. Gerne sofort servieren, es sollte auf jeden Fall noch lauwarm sein.