Freitag, 11. November 2011

Herbstgratin mit Kürbis, Lauch und Roter Bete


Der Herbst ist jetzt wohl endgültig eingekehrt. Für mich ein wunderschöner Herbst: Klirrend kalte Morgen, buntes Laub, klare Nachtluft. Und auch wenn ich mich jeden Tag über den fiesen Wind ärgere, der vom Rhein her durch meine mit viel Sorgfalt gebändigten Haare weht, ist der Herbst doch die beste aller Jahreszeiten. 
Und das liegt – natürlich – nicht zuletzt an den tollen Gemüse- und Obstsorten, die man jetzt ernten kann. Dass der Kürbis mein Favorit ist, hat mittlerweile wohl Jeder mitbekommen. Mein zweiter Star am Himmel der Herbstgemüse ist die Rote Bete. Was vielleicht mit daran liegt, dass ich sie viel zu spät entdeckt habe. Naja, natürlich kenne ich die Rote Bete schon seit meiner Kindheit – aber nur eingelegt im Glas, meistens serviert zu Bratkartoffeln. Das ist in Deutschland wohl the classic way, und ich vermute, dem einen oder anderen Leser wird dies nicht unbekannt sein. Aber: Man tut ihr Unrecht, wenn man sie zur süß-sauren Beilage verdammt. 
Hier und hier hatte ich bereits zwei sehr schöne Salate mit Roter Bete verbloggt. Heute spielt sie in einem wirklich tollen Herbstgratin die Hauptrolle – mit Hokkaido-Kürbis als Co-Star und würzigem Lauch und knusprigem Mozzarella in den Nebenrollen. Eine einfache Kombination, die aus gerade mal sechs Zutaten besteht. Aber so ist es ja oft: Die einfachsten Dinge schmecken am tollsten.
Sahne sucht man in diesem Gratin vergeblich. Es wird nichts zugefügt, was die Sache schwer und pappig macht. Ich stehe da einfach nicht so drauf (und vertrag es nicht). Ich mag mein Gemüse pur, am liebsten geschmort im eigenen Saft. Auch der Käse „erdrückt“ das Gemüse nicht, sondern dient als geschmacklicher Akzent. Mir gefällt das so – Freunde von Sahnesaucen und Käsefäden dürfen aber gerne ergänzen, was ihnen hier fehlt.

Herbstgratin mit Kürbis, Lauch und Roter Bete
Rezept für 2 Portionen


Zutaten
2 Kugeln (frische) Rote Bete
300 g Hokkaido-Kürbis, geputzt
1 Stange Lauch 
Salz und Pfeffer
125 ml Gemüsebrühe
60 g Mozzarella, zerpflückt

Zubereitung
Den Backofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Nun unbedingt Einweghandschuhe überstülpen (!) und die Rote Bete mit einem Messer dünn schälen, in Scheiben schneiden, salzen und zur Seite stellen.
Handschuhe wieder ausziehen und den Kürbis in dünne Spalten schneiden, dann ebenfalls salzen und beiseite stellen. Als letztes folgt der Lauch: Geputzt, und abermals in feine Ringe geschnitten und gesalzen. Die dünnen Scheiben und Ringe dienen allerdings lediglich einer hübscheren Optik. Ihr könntet auch alles mehr oder weniger grob würfeln und dann in der Auflaufform durcheinanderschmeißen. Das spart Zeit. 

Aber egal, ob wir nun fein- oder grobgeschnittenes Gemüse haben: Es wandert nun in die Auflaufform. Entweder hübsch in Reihen geschichtet oder kunterbunt untereinander.
Die Gemüsebrühe über den Auflauf gießen. Man benötigt wirklich nicht viel davon, sonst landet eine Riesenportion Suppe mit auf dem Teller – mit der entsprechend geringeren Menge an Brühe aber wird das Gemüse nicht trocken und gibt gleichzeitig seinen eigenen Saft abgibt. So entsteht wenig, aber herrlich aromatisch Sauce.

Die Auflaufform ab in den Ofen schieben und nach 15 Minuten mit dem zerpflückten Mozzarella bestreuen. Weitere 10-15 Minuten fertig garen und sofort servieren.