Sonntag, 22. Januar 2012

Irish Soda Bread

Erstmal kurz in eigener Sache: Die liebe Isabel von leckerlezmi hat mich für ihre Kollegeninterviews befragt und das Ergebnis jüngst auf ihrem Blog veröffentlicht. Wer also uuunbedingt mehr über mich erfahren möchte, sollte dort vorbeischauen – und vielleicht auch einen Blick auf die Vorgängerinterviews werfen.

Irish Soda Bread wollte ich schon seit gefühlten fünf Jahren backen. Klar, die Vorteile des Brots sprechen für sich: Die Zutaten sind fast immer im Haus, der Teig ist ultrafix zusammengeknetet und muss nicht erst stundenlang gehen, es benötigt keine Stunde Backzeit und schmeckt ganz toll. Soweit die Theorie.
In der Praxis lief das Ganze dann so: Alles zusammengemischt, verknetet, gebacken, aus dem Ofen geholt – bis dahin: Begeisterung pur. Ein erster Geruchstest (an frischem Brot muss immer gerochen werden) ließ mich dann zum ersten Mal die Stirn in tiefe Falten legen. Roch komisch. Undefinierbar komisch. Ich ließ es auskühlen und schnitt es an. Ein zweiter Geruchstest. Es roch immer noch komisch. Nun aber konnte ich den Duft identifizieren: Krabbe. Dieses Brot roch sowas von nach Krabben, dass mir im Nachhinein immer noch übel wird. Also, ich weiß wirklich nicht, wo das Problem ist – obwohl sich im Internet einiges dazu finden lässt. Für mich ist Natron der Übeltäter, obwohl ich sonst auch viel mit Natron backe und noch nie, nie, nie etwas fischiges daran wahrgenommen habe. Wohl oder übel hat mein Freund das Brot dann gegessen – begeistert war er aber nicht.
Mein Ehrgeiz aber war gepackt und deswegen wurde das Brot nun noch zwei Mal gebacken. Einmal mit Backpulver und einmal mit Weinsteinbackpulver. Beide Male kam aus dem Ofen ein kleiner, knackiger Brotlaib, der frisch gebacken wunderbar nach Buttermilch duftet – von einem olfaktorischen Ausflug auf den Hamburger Fischmarkt keine Spur. Wunderbar. Und deswegen habe ich mit diesem Brot meinen Frieden geschlossen. Es schmeckt frisch am besten, aber auch nach ein paar Tagen ist es (kurz in den Toaster geworfen) noch immer sehr lecker, so dass es nun öfters auf dem Frühstückstisch liegen darf, jawohl.

Das Rezept habe ich übrigens von Miri übernommen, die es mit Natron gebacken und kein bisschen Krabbe geschmeckt oder gerochen hat. 


Rezept für einen Brotlaib
2 ½ cups Mehl
1 TL Salz
1 TL Natron (für mich: Weinsteinbackpulver, nix anderes mehr!)
1 – 1 ¼ cups Buttermilch

Zubereitung
Den Ofen auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. 
Mehl sieben und mit Salz und Natron bzw. Backpulver vermischen. Nun die Buttermilch zufügen und mit einem robusten Kochlöffel zu einem Teig verrühren – hierbei aber nicht zu viel und lange rühren, sonst wird das Brot im Endeffekt hart wie ein Stein (sagt man, nie probiert).  Der Teig sollte feucht aber nicht so klebrig sein, dass er nicht zu bearbeiten ist. Mit den Händen zu einem Laib formen und auf das Backblech setzen, ein X einritzen und ca. 50 Minuten backen.