Mittwoch, 23. Oktober 2013

Food Photography Workshop mit Kikkoman

Letzten Freitag waren 10 Bloggerinnen zum Food Photography Workshop von Kikkoman in die Kochschule auf der Düsseldorfer Immermannstraße eingeladen. Die Sojasauce von Kikkoman ist eine der seltenen Dauerbesetzungen in meinem Kühlschrank – und zwar in der Literflasche. Ich finde Sojasauce ganzganzganz phänomenal, aber es muss schon das „Original“ sein. Wer jemals das Vergnügen mit Discounter-Sojasauce gemacht hat, wird wissen was ich meine. Viele Erzeugnisse werden heutzutage nämlich „gepantscht“, v. a. um den Herstellungsprozess – der gut und gerne mal ein paar Monate dauert – auf wenige Tage zu verkürzen.

Mit diesem Hintergrundwissen versteht man auch, warum Kikkoman mit dem Label „natürlich gebraut“ wirbt. Und wieso ich unbedingt bei dem Event dabei sein wollte. ;-) In meinen Nachrecherchen zum Unternehmen habe ich übrigens folgendes gefunden:
Der Unternehmensname wurde aus dem japanischen Kikkō für Schildkrötenpanzer und man für 10.000 zusammengesetzt. Nach japanischer Sage lebt die Schildkröte 10.000 Jahre lang und ist so ein Sinnbild für Glück, Reichtum und ein langes Leben.“

Hach. Sowas können sich nur Japaner ausdenken – ich muss es wissen. Aber kommen wir doch zum Wesentlichen: Dem Workshop!

Um mehr oder weniger Punkt 11 traf sich also eine putzmuntere Truppe deutscher Foodbloggerinnen (girls only) am verabredeten Ort, und wie gewohnt war das Geschnatter unter uns groß. Peinliches Schweigen, unangenehme Gesprächspausen? – Nicht mit uns, und schon gar nicht, wenn wir von so einem netten Team betreut werden:  
Bereits die Begrüßung fiel sehr herzlich aus: Bénédicte (die so wundervoll französisch war, dass ich ihr die ganze Zeit hätte zuhören wollen) und Vanessa (Weddingblogger at heart, wer weiß was noch kommt) von Kikkoman standen Seite an Seite mit den ebenso sympathischen Vertreterinnen der Düsseldorfer PR-Agentur Zeron, die das Event für / mit Kikkoman organisiert hatten. 
Mit an Bord: Die Fotografen Jan und Anne sowie Food-Stylist Christoph.

Und da ging's auch schon fix los mit dem Workshop. Ich fand's sehr interessant, mal hinter die Kulissen wahrlich professioneller Foodfotografie zu schauen. Wie viel ich mir jetzt davon mitnehmen konnte, sei dahingestellt. Aber das ist nun einmal der Unterschied zwischen Profi und Hobby: Die Hammerobjektive im mittleren vierstelligen Bereich kommen für mich eher nicht in Frage, und ich fabriziere auch keine Grillstreifen mit Metallstäben und Bunsenbrenner (auch wenn die Idee genial ist).



Dennoch hat mich Christophs Foodstyling Equipment mächtig beeindruckt. Selbstverständlich kommt es für die Profis in erster Linie darauf an, dass das Essen gut aussieht. Zähes Fleisch, kalte Nudeln, fades Gemüse – alles egal, der Kunde bezahlt nicht für den Geschmack, sondern für ein appetitanregendes Bild. Das finde ich durchaus reizvoll, ehrlich, ein sehr interessanter Job!


Ich aber bin (noch) als Foodblogger unterwegs – und muss somit kochen, stylen fotografieren, essen, wenn möglich alles gleichzeitig. Das Zeitfenster für Anrichtung und Styling ist klein, sehr klein, oft zu klein. Dennoch konnte ich einige schöne Tipps mit nach Hause nehmen: Leicht trockenes Fleisch kann blitzschnell mit ein bisschen Öl eingepinselt werden und sieht sofort wieder appetitlich aus, Tageslicht rockt, pralle Sonne eher nicht so, und wer dann noch über einen beträchtlichen Fundus an Geschirr, Tüchern und Untergründen verfügt, hat schon halb gewonnen.


Nach der Theorie folgte die Praxis: Kochen – und knipsen. Es gab nichts, was es nicht gab: Gemüse, Gemüse, Gemüse – da ging mir das Herz auf –, Obst, Reis und Nudeln, Nüsse und Kerne, verschiedene Fleisch- und Meeresfrüchtesorten. Ich bildete zusammen mit Armagan ein Kochduo und legte direkt los. Es war fabelhaft. Wir ergänzten uns wie Yin und Yang. („Mach mal das Fleisch rein.“ - „Okay.“ - „Hm. Hätten wir das nicht separat anbraten müssen?“ - „Oh, Mist. Hol mal wieder raus.“)


Das Bild hab ich aus Armagans Fundus geklaut. Es zeigt mich beim Fleischrühren, worin ich naturgemäß wenig geübt bin. Aber mir gefällt das Senfgelb meines Pullovers, das phänomenal mit dem Pfanneninhalt und den Spaghetti harmoniert.

Absichtlich haben wir etwas gezaubert, das wir auch abends schnell umsetzen würden und weniger auf die „Schönheit“ des Essens geachtet. Was lag da näher als ein cremiges Kürbiscurry mit viel Kokosmilch? Das ist zwar nicht schön, aber lecker. Leider war mein Lieblingsobjektiv mit Festbrennweite gerade im Urlaub, und so musste ich mit einem mir mittlerweile völlig fremden Objektiv fotografieren. Ist aber trotzdem ganz okay geworden.



Joanna und Anne zauberten Spießchen mit Salat. Mareike Kürbispommes mit Garnelenspießchen  Silvia Kürbissuppe mit Hähnchenspieß. (Spieße sind wohl gerade hip... )


Juliane, Maja und Astrid fackelten nicht lange und haben erstmal ein paar ordentliche Steaks gebraten, und die dann mit Kräuterbutter und Brot serviert. Ehrlich gesagt: Mein Lieblingsmotiv. ;-)



Zwischendurch bekamen wir immer mal wieder Tipps von den uns zur Seite gestellten Profis. Von der ganzen Probiererei (wo kamen eigentlich die Nudeln in Tomatensauce her, die plötzlich kredenzt wurden?) war ich irgendwann total voll – und stellte fest, dass es schon nach 5 und der Workshop damit so gut wie vorbei war. Doch Alex von der Kochschule ließ es sich nicht nehmen, uns noch ein paar Tipps für den Küchenalltag zu geben: Wie man eine Physalis hübsch in Form schnitzt, ratzfatz eine Paprika entkernt und von Tomaten den Strunk entfernt. Sehr unterhaltsam, authentisch, sympathisch. Da hätte ich stundenlang zuhören und -sehen können.
Generell mag ich die Kochschule jedem ans Herz legen. Eine wirklich schöne, moderne Location mit professionellen Mitarbeitern und einem sehr vielfältigen Kursangebot zu angemessenen Preisen. Alex hat uns dann direkt auch noch ein Dessert gezaubert: So gab es einen warmen Schokokuchen mit Karamellkruste und Sojasauce – natürlich. ;-)

Alles in allem ein toller Tag, der mit der tollen Schlussdiskussion rund um (Food-)Blogs und deren Kommerzialisierung für mich ein Sahnehäubchen fand.

Ich war völlig k.o. als ich nach Hause kam, und froh, und satt. Und sehr happy.
Danke an Kikkoman, Zeron, die Kochschule, die Fotografen und -stylisten. Mehr davon!


Und hier noch die Teilnehmerliste: Mit dabei waren Juliane von Schöner Tag noch!, Armagan vom Restaurant am Ende des Universums, Anne von annelovesfood&gutentag.info, Astrid von Arthurs Tochter kocht, Sophie von Cuccina Piccina, Maja von moey's kitchen, Joanna von Liebesbotschaft, Mareike von Girlontravel und Silvia von Filines Testblog