Mittwoch, 1. März 2017

Unsere neue IKEA-Küche, Teil I – Grundgedanke, Planung, Kauf


#chaos #gewolltundnichtgekonnt
Als wir diese Wohnung im Dezember 2007 zum ersten Mal betraten, wussten wir: Die soll es sein.
Nach diversen, äh, Besichtigungsfehlschlägen waren wir froh, dass es hier nach wenigen Sekunden Klick gemacht hat. Heute erscheint es mir verrückt, dass man gerade uns – wir waren 20 und 22 Jahre alt, Studenten, ohne Sicherheiten – den Zuschlag für diese wunderschönen 68 m2 mit Blick auf den Rheinturm und einem riesigen Südbalkon im tollsten Viertel Düsseldorfs erteilt hat. Wenn man sich ansieht, wie sich die Mietpreise seitdem entwickelt haben, bin ich einfach nur froh, dass wir schon nach kurzer Zeit zusammengezogen sind und nicht erst ein paar Jahre später.

Ihr seht: Wir wohnen schon sehr lange hier – und waren damals froh die Küche übernehmen zu können, die sogar noch ziemlich neu war. Unser Vormieter hatte hier selbst erst wenige Monate gelebt, musste dann aber fix nach München ziehen und hinterließ uns gegen einen fairen Abschlag auch die Küche. Das war für mich okay. Die Küche fand ich nie „schön“ in dem Sinn, dass ich sie mir selbst so ausgesucht hätte, aber „in Ordnung“. Was weiß man auch mit knapp über 20 Jahren über Küchen? Wir sprechen von der prä-lifestyle-blog-Ära, Pinterest gab es noch lange nicht, und in meiner Single-Studentenbutze kochte ich drei Jahre lang in einer teeny-tiny Pantry-Küche. 

Will sagen: Die Küche war also da. Jahrelang. Wir erweiterten sie ein bisschen. Kauften einen Servierwagen. Einen neuen Hoch-, einen neuen Unterschrank. Der Kühlschrank wich 2012 einem neueren Modell. Insgesamt aber blieb alles so. Praktisch halt, und finanziell haben wir uns halt lieber auf Reisen als auf Mobiliar konzentriert.
Dann, irgendwann, fing der ganze „Style“ an, mir gehörig auf die Nerven zu gehen. Die Bodenfliesen bekamen Risse, Macken, die Fugen bröckelten. Mein Onkel, ein Fliesenleger, stellte irgendwann fest, dass der ganze Boden Murks ist, krumm und schief, und deswegen für Fliesen nicht geeignet. Toll, was?

Noch mehr Chaos. Alles hässlich. Unordentlich. Zu viel. 
Aber es ging ja nicht nur um den Boden. Manchmal war ich drauf und dran, die – wie ich heute finde – unfassbar hässlichen und empfindlichen Milchglasfronten mit Edding zu übermalen. Die einfachen Einlegeböden der Schränke: Unpraktisch! Was ich auch gerade brauchte, es war immer in der hinterletzten Ecke. Und auf dem Weg dahin warf ich alles einmal kreuz und quer durcheinander.
Dazu kamen diverse Kleinigkeiten: Die komischen Drehknöpfe am Herd wurden schmandiger und schmandiger, und je mehr ich versuche, den Belag loszuwerden, umso blasser wurden die Zahlen. Die Dunstabzughaube war laut, der Ofen sowieso. Ich hatte zu viel Zeug für zu wenig Stauraum. Es nervte mich. Alles nervte mich.
Schon Anfang 2016 fasste ich den Entschluss, dass sich was ändern muss. Allerdings stelle ich die Idee zu Gunsten unseres Japan-Urlaubs noch in den Hintergrund – der war mir nämlich eindeutig wichtiger als ein ausgeklügeltes Schubladensystem. Aber im letzten November war dann klar: Jetzt legen wir los!

Warum IKEA?
Ehrlich gesagt kam für uns von Anfang an nur eine IKEA-Küche in Frage.
Ich bin zwar an sich kein großer Fan vom Schweden, aber
a) musste es relativ günstig sein,
b) hatten wir ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie die zukünftige Küche auszusehen hat und
c) sind wir immobil (da autolos) und können nun einmal nicht diverse Küchenstudios in Düsseldorf und Umgebung besuchen, um uns unverbindlich zu erkundigen.

Mein Umfeld war diesbezüglich in zwei Lager unterteilt.
Das eine: Leidenschaftliche Verfechter von IKEA-Küchen. Das andere: Strikt dagegen.
Ich googlete also mehr oder weniger planlos durch dieses Internet und fand glücklicherweise viele, ausführliche Erfahrungsberichte inklusive Tipps, die mir hinsichtlich IKEA Mut machten – zum Beispiel auf Dreiraumhaus, bei cozy and cuddly und daily pia oder auf Franks Blog.

🙈🙈🙈 
Die Planung unserer IKEA-Küche in 3 Schritten

  • // EINS 
Ich finde diesen 3D-Küchenplaner  ganz ordentlich. Er ruckelt leider – zumindest auf meinem Mac – ein bisschen und ist von ungeduldigen Menschen nur unter dem erheblichen Einfluss von Beruhigungspillen zu bedienen, aber für einen ersten Entwurf reicht es.
Auf den angebotenen Aufmaßservice haben wir verzichtet, weil Grundaufbau und -ausstattung gleich bleiben und ich mir zugetraut habe, die 10 mselbst auszumessen.
  • // ZWO 
An einem Freitagnachmittag gingen wir zu IKEA, um uns einige Dinge mal in natura anzusehen. Das sollte man unbedingt tun! Denn so konnten wir zum Beispiel einige Fronten in ihren verschiedenen Weißtönen und ihrer Haptik vergleichen. Auch Armatur und Spülbecken haben wir noch einmal ausgetauscht, weil es uns live nicht mehr so gut gefiel wie auf der Website. Das gilt auch für die Arbeitsplatte. Der nette Herr von der Küchenberatung hat uns dann alles zurechtgefriemelt, auf Fehlerquellen hingewiesen („Da ist Beleuchtung im Schrank, wollten Sie die wirklich?“) und Lieferung und Aufbau mit uns durchgesprochen.
Spannend fand ich: Er hat in diesem Fall davon abgeraten, den Aufbau zu buchen – weil wir nur Basiselemente verbauen, bei denen man schnell den Bogen raushabe. Wohingegen die 199 € pro Meter (!), die IKEA mittlerweile für den Service berechnet, hier in keinem Verhältnis zum Aufwand stünden. Das fand ich sehr fair! Anschließend druckte er alles feinsäuberlich (inklusive der Kosten für alle Einzelelemente plus Lieferung) aus, damit wir noch einmal über alles nachdenken konnten.
  • // DREI 
Eine Woche später, selbe Zeit, selber Ort: Wieder sitzen wir im IKEA Düsseldorf, finalisieren die Details – und kaufen. Ich habe mich die ganze Zeit über sehr gut dort aufgehoben gefühlt. Nie hatte ich das Gefühl, dass man mir etwas aufschwatzen oder das Geld aus der Tasche ziehen möchte. Ein großes ABER gibt es natürlich trotzdem:
  • // BUT – was ist mit den Elektrogeräten?
Die kaufe ich natürlich nicht bei IKEA. Sorry, da bin ich konservativ.
Führt aber natürlich dazu, dass man sich da selbst drum kümmern muss, wer die Arbeitsplatte an der Stelle des Kochfelds zuschneidet, den Herd anschließt und so weiter und so fort. Das finde ich prinzipiell nicht so schlimm, man findet heutzutage ja leicht – im Bekanntenkreis oder über MyHammer – qualifizierte Handwerker, die einem diese Arbeit abnehmen. Was mich allerdings sehr nervt: Die Sache mit der Spülmaschine.
Seit IKEA vor einigen Jahren das Küchensystem FAKTUM gegen METOD ausgetauscht hat, gibt es für teilintegrierte Spülmaschinen (also die, die eine sichtbare Bedienleiste haben) keine Fronten mehr. Weil IKEA selbst nur noch vollintegrierte Spülmaschinen anbietet. Stattdessen gibt es nur eine semi-schöne Zwischenlösung, die wir nur halb verstanden haben, und um die wir uns noch einmal separat kümmern müssen. Das ist für uns vor allem deswegen doof, da wir erst im Dezember eine neue Spülmaschine kaufen mussten und die bisher unverkleidet gelassen haben, um nicht Geld umsonst auszugeben. Mal sehen, wie wir das handhaben.

Hier sieht man es ganz gut: Spülmaschine ohne Verkleidung.

Wie geht's nun weiter?
Schlag auf Schlag – kommendes Wochenende wird ausgeräumt, gestrichen, dann wird der Boden verlegt, die Küche wird am Montag geliefert, darauf das Wochenende alles aufgebaut (Family-&-Friends-Style) und installiert. Ich bin sehr aufgeregt. Und einfach nur froh, dass alles bald im neuen Glanz erstrahlt.

Übrigens: Ich habe absichtlich zu den Details der neuen Küche (Wandfarbe(n), Bodenbelag, Arbeitsplatte etc.) geschwiegen, weil ich euch ganz im Tine-Wittler-Style mit einem freshen Vorher-/Nachher-Look überraschen mag.
Oh ja.

Habt ihr auch eine IKEA-Küche? Oder habt ihr euch in einem richtigen Küchenstudio beraten lassen? Wie sind da eure Erfahrungen?