Sonntag, 29. Januar 2012

Apfel Scharlotka


Auf die traditionell-russische Apfel Scharlotka bin ich bei smitten kitchen gestoßen. Ich fand die Idee eines Kuchen, der eigentlich nur aus mit Teig übergossenen Äpfeln besteht irgendwie sehr ansprechend – insbesondere, weil ersterer nur aus Zucker, Eiern und wenig Mehl besteht und auf die Zugabe von Öl oder Butter verzichtet wird. Ein ungewollter Diätkuchen quasi, der – ja, ich habe mal ein wenig rumgerechnet – auf 175 Kalorien pro Stück (bei 12en) und kein nennenswertes Grämmchen Fett hat. Ist im Januar ja nie verkehrt, ähem. Und da Apfelkuchen ja prinzipiell immmmmmer geht, stand ich ruckzuck in der Küche und habe ihn nachgebacken. 
Und wie schmeckt der Kuchen jetzt? Ja, lecker! Okay, im ersten Moment war ich etwas ernüchtert. Wie immer konnte ich es nicht lassen und musste das erste Stück noch heiß probieren. Und das war gar nicht so mein Fall. Warm, klebrig und vor allem: süüüüüß, richtig klebrig süß. Mein Freund fand's prima, weil's ihn an einen frischgebackenen Apfel-Pfannkuchen erinnerte, aber meiner Abneigung gegen Pfannkuchen kam das eben so gar nicht entgegen. Der nächste Geschmackstest folgte am Folgetag – und jetzt konnte die ganze Geschichte schon eher punkten. Ausgekühlt tritt der süße Teig hinter die fruchtige Säure der Äpfel zurück, und deswegen durfte dann auch noch ein zweites Stückchen hinterher geschoben werden. 
Dass die Scharlotka mein Lieblingskuchen wird, darf wohl bezweifelt werden – dafür fehlt mir etwas „Besonderes“, ein wenig Zitrone vielleicht, oder Zuckerguss, Weißwein, Streusel... 
aber für den Fall, dass ich mal wieder einen wirklich schnellen Obstkuchen backen möchte, kann ich mir eine Wiederholung aber gut vorstellen.

Noch eine Anmerkung zur Backzeit: Im Original wird eine Backzeit von 55-60 Minuten empfohlen. Mein Ofen hat scheinbar Turbokräfte, und so war meine Scharlotka schon nach gut 35 Minuten fertig. Also am besten ab und an mal vergewissern, dass die Oberfläche noch nicht rabenschwarz ist. 

Rezept für 1 Springform (26 cm)
900 g säuerliche Äpfel, geschält und in mittelgroße Stücke geschnibbelt
3 Eier
200 g Zucker
Mark von 1 Vanilleschote
125 g Mehl
Zimt
Puderzucker 

Zubereitung
Den Ofen auf 175°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Springform mit Backpapier auslegen, anschließend gemeinsam mit den Rändern einfetten. Alle Äpfel in die Form geben und flach drücken.

Eier und Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer eures Vertrauens so lange verrühren, bis die Masse andickt. Erst die Vanille und dann das Mehl esslöffelweise hinzugeben und so lange weiterrühren, bis sich alles miteinander verbunden hat. 
Die Teigmasse über die Äpfel gießen und verteilen, gegebenenfalls mit einem Löffel nachdrücken, so dass auch der Boden auf jeden Fall mit Teig bedeckt wird. 
Anschließend in den Ofen geben und zwischen 35 und 60 Minuten (wie gesagt, je nach Ofen) backen. 
10 Minuten auskühlen lassen, dann Backpapier entfernen und auf eine Tortenplatte (oder einen großen Teller, wer keine hat) geben. Mit gemahlenem Zimt und Puderzucker bestäuben. Fertisch.


Kommentare:

  1. hübsch sieht sie aus, die scharlotka :)

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    1. danke meine liebe. :-)
      und jetzt, nach zwei tagen, schmeckt sie mir auch noch am allerbesten.

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  2. Und vorallem lecker sieht sie aus :) Apfelkuchen sind weltklasse!

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  3. Hmmm. Lecker! Am liebsten mag ich Apfelkuchen, wenn er noch warm ist.... :D

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    1. ich mag fast alle meine kuchen am liebsten kalt. ausnahme ist nur der apfelstrudel, der muss frisch aus'm ofen kommen, sonst ist der nix wert. :-)

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  4. Ich liebe Apfelkuchen einfach über alles :D
    Allein in den letzten vier Wochen hab ich drei mal welche gebacken- mein Favorit ist eine Apfel-Walnuss-Karamell-Torte :)

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  5. wunderschön! ich freue mich gerade total über all' die neuen blogs, die ich über sonntagssüss kennengelernt habe. deiner gefällt mir sehr gut!

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    1. vielen dank – und übers sonntagssüß findet man wirklich ganz viele schöne blogs, die sich lohnen! liebe grüße!

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  6. Ich hab die Scharlotka gestern gebacken und muss dir zustimmen, warm ist sie okay, aber abgekühlt dann doch sehr lecker. Mal sehen wie sie morgen, an Tag 2 schmeckt.

    Ich hab schon an die Äpfel Zimt getan und auch ein wenig an den Teig, so dass das ganze ziemlich zimtig schmeckt, aber nicht so sehr.

    Ich frage mich, ob das ganze auch funktioniert, wenn man das ganze mit Äpfeln und Himbeeren macht oder ob das zu matschig wird.

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