Wiederholungstat: Rhabarber-Chutney

| On
Mai 17, 2012

Nach so vielen profimäßigen Fotos muss auch mal was eher durchschnittliches kommen, nech?
Aber Chutney ist auch 'n echt undankbares Modell, und dann noch dieser helle Sonnenschein... naja.

Im Moment werden deutsche Foodblogs ja von Rhabarber-Kuchen, -Cupcakes, -Marmeladen und -Kompotts überschwemmt. Eine Trendwelle, auf der ich offensichtlich nicht mitsurfe. Stattdessen gebe ich mich dem Einmachen der Stangen hin. Für mich gibt's nämlich so oder so nur einen Rhabarberkuchen – (mal wieder) den von Mama. Der kommt vom Blech, ist supersaftig und von zart-knusprigem Haselnussbaiser bedeckt. Einfach köstlich. So sehr, dass ich eigentlich gar keinen Grund dafür sehe, andere Kuchenrezepte auszuprobieren. Mal sehen, ob es mich noch packt. Wenn nicht, könnte ich ja wenigstens Mamas Rezept mal verbloggen. Hm, muss ich mir noch überlegen. Naja, und mit den Marmeladen und Kompotts ist es so... die kann ich echt nicht mehr sehen! Nee, will ich nicht mehr haben.

Aber: Eigentlich liebe ich Rhabarber. Er sieht toll aus – allein die riesigen Blätter faszinieren mich jedes Mal auf's Neue –, schmeckt lustig und wächst im Garten meiner Eltern. Letzteres gibt immer direkt Pluspunkte. Wenn man Gemüse selbst ernten kann, hat das etwas Magisches, ehrlich, da kann man sich nur direkt verlieben!

Nur: Bei mir darf er eben nicht im großmütterlichen Einmach-Gewand daherkommen. Deswegen habe ich schon im letzten Jahr erstmalig ein Chutney aus den Stangen gekocht, das sich nachhaltig in mein Hirn gebrannt hat. Chutneys sind so oder so prima. Sie sind unkompliziert in der Zubereitung und schmecken zu Grillfleisch und Tofu, aber auch zu vielen Käsesorten, zu Sandwichs, Pakora, Pommes und anderem frittierten Leckerkram. Ich habe bereits letzten Spätsommer noch ein Chutney aus gelben Pflaumen und Mirabellen und zu Weihnachten eins aus Birnen gemacht. Auch die waren lecker, keine Frage – aber an das aus Rhabarber reichten sie irgendwie nicht heran. Da auch Familie und Freunde ziemlich begeistert waren, musste ich dieses Jahr in die Großproduktion treten – also seid gewarnt: Rhabarber-Chutney verführt zur Wiederholungstat!

Rezept 
1 kg Rhabarber (geschält und geputzt)
250 g Zwiebeln (geschält)
250 g Sultaninen
15 g gelbe Senfkörner
1/2 TL Zimt
1/2 TL geriebener Ingwer, frisch oder als Trockenprodukt
1 TL frisch gemahlener Pfeffer
1 TL Salz
1/2 TL Chilipulver
375 ml Weinbranntessig
750 g Rohrzucker


Zubereitung 
... geht echt sehr einfach: Rhabarber putzen, abziehen und in kleine Stücke schneiden. Die Zwiebeln fein hacken und zusammen mit den übrigen Zutaten – außer dem Zucker! – in einen Topf geben. Zum kochen bringen. Erst dann den Zucker zugeben und auf mittlerer Hitze so lange Köcheln lassen, bis die Masse dick wird (so wie Marmelade in etwa). Ich gebe zu: Das kann etwas dauern, bei mir ca. 2,5 h. Aber wie heißt es noch gleich: Gut Ding will Weile haben. Es lohnt sich! ;)
Kommentare on "Wiederholungstat: Rhabarber-Chutney"
  1. nachdem der rhabarber tomaten ketchup mich völligst überzeugt hat, werde ich das chutney auf jeden fall testen.
    allerdings interessiert mich das kuchenrezept deiner mama brennend, da ich am samstag einen wunschkuchen für eine einweihungsparty backe - rhabarber kuchen mit baiserhaube soll es sein. meinst du, du könntest mir da helfen? :)

    lieben gruß & einen schönen abend,
    nike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe nike, habe meine mama direkt telefonisch kontaktiert, damit sie mir das rezept per mail schickt - ich leite es dann an dich weiter. :> gutes gelingen wünsche ich dir. und: ach mann, jetzt habe ich selbst lust auf diesen kuchen!

      Löschen
    2. christina, du bist der knaller! ich dank dir jetzt schon 10 bis 100 mal!
      MERCI !!!

      Löschen
    3. gar kein problem. :) rezept folgt auf dem fuße per email!

      Löschen
  2. Och, ich könnt schon noch mehr Rhabarber in süß essen... aber irgendwie hast Du recht, Muddis Blechkuchen ist immer wieder der Beste.
    In der aktuellen Schrot & Korn ist ein Rezept für Rhabarbersenf - das ist mein Projekt für's Wochenende!

    So. Und ich IDIOT habe Deine Verlosung verpasst. Dabei hatte ich mir das so FEST vorgenommen, aber dann gab's gestern tausendviele Dinge zu tun. Also sage ich jetzt mal außer Konkurrenz, warum ich so gern bei Dir lese: Weil ich Deine ungewöhnlichen und ungewöhnlich schönen Rezepte liebe, weil ich Deine Fotos so toll finde (dieser gedämpfte, sanfte Farbton ist der Knaller), und weil ich über Deine Anekdoten und Stories immer wieder grinsen oder lächeln muss. Und weil ich mich einfach jedes Mal freue, wenn ich sehe, dass Du was Neues gepostet hast.
    So. Das kann man ja auch ohne Verlosung immer wieder mal betonen. :-)

    Liebe Grüße
    Katharina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ach gott, danke!
      den rhabarbersenf hatte ich auch bereits gesichtet... aber mangels portwein wurd das dann doch nix.

      ich danke dir für die lieben komplimente. gebe ich übrigens gerne zurück, ich lese auch total gerne bei dir. :>

      liebe grüße!

      Löschen
  3. Ich habe das Rezepot gerade einmal nachgemacht um vor sich hintrocknendem Rhabarber die letzte Ehre zu erweisen und ich muss sagen, es ist toll! Schmeckt super und ist super einfach zuzubereiten!

    Dankeschön!

    AntwortenLöschen
  4. Chutneys sind große Klasse. Versuch' doch auch mal Stachelbeeren oder Tomaten. Wenn die Früchte richtig reif sind, gibt das ein tolles Aroma. Ich bin mittlerweile großer Fan! Und da ich nicht so den süßen Zahn habe, also auch keine Marmeladen koche, sind Chutneys eine tolle Möglichkeit, den Sommer einzufangen.

    AntwortenLöschen
  5. super rezept Christina, danach habe ich gerade gesucht. Dein blog ist super, gefällt mir sehr gut! LG von Joan

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...