Selbstgemachte Remoulade

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April 17, 2016
Selbstgemachte Remoulade

Remoulade, du hast ein Imageproblem. Kaum einer spricht von dir, und mir fällt keine moderne Ernährungsphilosophie ein, bei der du auf der Gästeliste stehst. Kein grüner Smoothie, keine Buddah Bowl, keine One Pot Pasta will von dir wissen. Deswegen dümpelst du in unattraktiven Plastiktuben und Gläsern in den weiten Gängen der hiesigen Supermärkte vor dich hin – stets platziert neben deiner großen Schwester, der Mayonnaise, die irgendwie immer schon mehr Aufmerksamkeit bekommen hat und auch nach wie vor reißenden Absatz verzeichnet. {Denn, ganz ehrlich, Pommes werden immer gegessen, Low Carb, Fat oder Sugar hin oder her.}

Mir bist du auch nur zufällig ins Auge gesprungen, als Beilage zu Kohlrabischnitzeln – einem Rezept aus Deutschland vegetarisch, die sich der Mann für eine große Samstagabend-Gemüsesause gewünscht hatte. Und allein das Wort „Re-mou-lade“ ließ mich eine Art Proustschen Moment erleben Ich sah mich auf dem Schulhof – vermutlich schreiben wir das Jahr 1999 oder früher –  in der großen Pause. Ich ordere beim Bäcker ein belegtes Käsebrötchen. Da war viel Gouda drauf, Gurke und Salat, Ei. Und eine Menge Remoulade. Es schmeckte fantastisch. 
Die Kohlrabischnitzel habe ich natürlich trotzdem zubereitet, gefeiert wurde aber vor allem die Remoulade – Wahnsinn, was auf Basis von ein bisschen Eigelb und Sonnenblumenöl entstehen kann, oder? Natürlich gibt es auch für Remoulade verschiedene Rezepte, bei mir sind natürlich keine Kapern oder Sardellen drin, aber so prinzipiell – was hält euch ab?

Ihr fragt euch, was ihr mit Remoulade so machen könnt? Na, eine Menge natürlich. 
Klassisch natürlich mit Fischstäbchen, Backfisch, Roastbeef oder anderen kalten Braten, aber auch Kohlrabischnitzel (offensichtlich, paniertes, gebratenes Gemüse so generell), Eierbrötchen (fantastisch!!!!11), gebackene Süßkartoffelspalten aus dem Ofen, Bratkartoffeln, Röstgemüse oder  Rohkost, Kartoffelsalat – da gibt's bestimmt noch eine Menge zu entdecken. Macht mit! 

Bedenkt aber: Es wird rohes Eigelb benutzt – deswegen ist die selbstgemachte Remoulade (natürlich) nicht so lange haltbar wie das Zeug aus dem Supermarkt. Weil sie aber so gut schmeckt, sollte rascher Verzehr kein Problem sein. 

Selbstgemachte Remoulade


Selbstgemachte Remoulade
Rezept für ca. 300 ml

Zutaten 
Achtung: Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben!
1 Ei
1 sehr frisches Eigelb
1 TL Senf
1 TL Kräuteressig
150 – 200 ml Sonnenblumenöl 
2 EL Gewürzgurkenwasser
2 Gewürzgurken
1 Frühlingszwiebel
Frühlingskräuter (TK, ich habe einen Schnittlauch-Petersilien-Mix benutzt)

Zubereitung
Das Ei hart kochen und in kaltem Wasser abkühlen lassen.
Eigelb mit Senf und ESsig verrühren, kräftig salzen. Dann ganz langsam das Öl zuführen, das heißt zu Beginn tröpfchenweise, später in einem dünnen Strahl – ihr nutzt dafür die Quirls eures Handrührers und rührt, rührt, rührt – bis eine dickliche Mayonnaise entstanden ist. Es ist faszinierend, dass aus so wenig Zutaten eine dicke, hellgelbe Creme entstehen kann.

Die Mayo verrührt ihr anschließend mit dem Gewürzgurkenwasser. Das gekochte Ei wird gepellt, gehackt und untergerührt, ebenso die Frühlingszwiebel und die Frühlingskräuter in feingehackter Form. Gurken würfeln und unterrühren. Dann schmeckt ihr die Remoulade final mit Salz, Pfeffer und Zucker ab und stellt sie kalt. Guten Appetit!

Quelle


1 Kommentar on "Selbstgemachte Remoulade"
  1. Remoulade gibts bei mir zwar auch fast nie aber grundsätzlich finde ich sie echt mega lecker - zum Beispiel auf Käsebrot ;) Und Mayo ist mir zu langweilig..

    Liebe Grüße,
    Ela

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