Donnerstag, 29. Dezember 2011

Kartoffelsalat nach Familientradition


So, noch einmal Weihnachten nachträglich. Dann ist aber auch gut mit den Schlemmereien... und zu diesem Anlass präsentiere ich euch natürlich eines meiner absoluten Lieblingsrezepte, nämlich das für den Kartoffelsalat. Es kann nur einen geben! Alle anderen starre ich zwar gierig an, probiere vielleicht auch mal ein Löffelchen – aber nur, um im nächsten Moment die Mundwinkel nach unten zu verziehen und die Gabel enttäuscht zur Seite zu legen. Seit ich klein bin, hat der alljährlich zu Heiligabend servierte Kartoffelsalat nach Familientradition mich für andere Varianten verdorben. Es geht einfach nicht, ich kriege sie nicht runter. Es sei denn, man geht in eine ganz andere Richtung, etwa in Richtung Süddeutschland, wo man – wie ich hörte – Kartoffelsalat eher mit Öl und Essig isst. Das schmeckt mir auch. Oder in die asiatische Richtung, das macht auch was her. Aber der „rheinische“, eher norddeutsche Kartoffelsalat mit Mayonnaise – der darf nur so schmecken wie bei uns, kein bisschen anders. Und Äpfel müssen drin sein. Äpfel, aber keine Fleischwurst. Eingelegte Gürkchen und hartgekochte Eier. Und die Mayonnaise muss selbstgemacht sein, ist doch klar. Das übernehmen meine Mama und mein Papa jedes Jahr am Morgen des 24. Dezembers. Kein Vergleich zu gekaufter Mayonnaise. Allerdings ist die hier natürlich die ultimative Fettbombe, die dazu führt, dass der Kartoffelsalat seeehr, sehr schwer im Magen liegt. Deswegen sind wir vor einigen Jahren dazu übergegangen, einen Teil davon durch Joghurt und fettreduzierte Fertigmayo zu ersetzen. Geschmacklich ist das – versprochen! – keine Einbuße, sondern eine schöne, erfrischende Ergänzung. Und euer Magen wird es euch danken. Also, kurz gesagt: Wer diesen Salat nicht mag, hat keinen Geschmack, nä. 
Im Vorhinein: Mit den Mengenangaben ist das so eine Sache. Jahrelang haben wir den Kartoffelsalat ganz ohne Waage, sondern immer so pi mal Daumen zubereitet. Erst letztes Jahr haben wir ungefähre Mengen verschriftlicht, und nur die kann ich euch jetzt weitergeben. Verlasst euch einfach auf euer Gefühl und auf euren persönlichen Geschmack. 
Ich kann nur sagen: Ich freu mich jetzt schon auf den nächsten Heiligabend!

Kartoffelsalat nach Familientradition
für bestimmt 15 Portionen (schmeckt auch noch länger)

für die Mayonnaise
4 Eigelb
ca. 1/8 l Sonnenblumenöl

für den Kartoffelsalat
5 Pfund Kartoffeln
200 g Cornichons
5 Eier 
3 mittlere Zwiebeln 
2 mittelgroße Äpfel 
5 TL Salz, eher mehr
Pfeffer
Paprika, süß
Zucker
1 EL Senf
Essigessenz
1 kleines Glas fettreduzierte Mayonnaise o. Salatcreme
300 g Joghurt

Zubereitung
Die Kartoffel kochen und auskühlen lassen. Anschließend pellen und in dünne, mundgerechte Scheiben schneiden.
Die Eier kochen und pellen. Zwiebeln und Äpfel schälen, Cornichons abtropfen lassen. Anschließend alles fein würfeln. Große Stücke sind hier unerwünscht! Alles beiseite stellen.



Die Mayonnaise herstellen. Hierzu werden 4 zimmerwarme  Eigelb benötigt. Wie ihr auf dem rechten Bild seht, benötigt man am besten eine helfende Hand bei der Herstellung: Die Eigelbe werden in ein Rührgefäß gegeben und mit dem Mixer angequirlt. Die helfende Hand lässt immer tröpfchenweise etwas Öl zufließen, nie zu viel auf einmal! Immer erst nachgießen, wenn das Öl verschwunden ist. Und zack –  hat man Mayonnaise!

Die Mayonnaise gemeinsam mit der Salatcreme und dem Joghurt in eine große Salatschüssel geben. Mit Salz, Pfeffer, Paprika, Senf, Zucker und Essigessenz abschmecken – ruhig großzügig, es verteilt sich schließlich noch und wenn man an dieser Stelle zurückhaltend ist, schmeckt der Salat später laff. Dann Cornichons, Äpfel und Eier unterheben. Anschließend die Kartoffeln vorsichtig unterheben. Geschmacksprobe machen – und dabei daran denken, dass der Salat mindestens 5 Stunden durchziehen sollte. Zu würzig soll er im Endeffekt ja auch nicht sein. Guten Appetit!