Sonntag, 21. September 2014

Mochi-Milchreis mit Apfel-Ingwer-Kompott – hi, Herbst!


Nicht nur, dass wir den Sommer gefühlt übersprungen haben, ab morgen sind wir auch laut Kalender im Herbst angekommen. Endlich!, möchte ich rufen, dabei habe ich eigentlich nichts gegen den Sommer.  
Ein Sommer kann etwas Wunderbares sein. Insbesondere wenn man klein ist, noch zur Schule geht und einem die (natürlich stets wohlverdienten) sechs Wochen Freiheit zwischen Ausflügen zu Baggersee, Grillabenden im Garten, Rumhängen mit FreundInnen und anderem Schmu irgendwie endlos erscheinen. Ein Zeitvakuum, in dem egal ist, was war, und man weiß, das was neues kommt, auf das man sich allerdings nicht so vorbereiten muss, das es die Freizeit irgendwo tangiert. 

Wenn man älter wird, ist der Sommer immer noch schön, aber verliert irgendwie das allgemein-spektakuläre, das ihn früher ausmachte. Die Sommerferien, das alljährliche Highlight, immer Sonne, immer Spiel, immer Spaß, und dazu jeden Tag ein Eis. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich denke: „Früher war alles besser. Da waren die Sommer noch sonnig, im Winter lag immer Schnee, und der Rhein war jedes Jahr zugefroren.“ 
Ich weiß ja – und ihr wisst es bestimmt auch – , dass einem das Erinnerungsvermögen einen Streich spielt und Vergangenes verklärt, umso erschreckender, dass ich selbst damit anfange. 

Wenn der Sommer sich dem Ende neigt, bin ich gleichzeitig vorfreudig auf muckelige Abende, Kürbiseintöpfe und Weihnachten, andererseits überrumpelt mich eine gewisse Melancholie, wenn ich merke: „Gott, ist das Jahr schon wieder fast um?“ (Und bestreitet es nicht, was folgt nun noch: Ein bisschen Oktober, und ab Mitte November geht der Weihnachtshype um, damit ist das Jahr offiziell vorbei.) 

Verzeiht meinen kleinen Ausflug, das waren ungewohnt ernste Worte, um einen Milchreis anzukündigen. Diesen Milchreis habe ich mit Mochireis gekocht, der damals in meinem Probierpaket von Reishunger war und bis dato sein Dasein im Vorratskammerschatten fristen musste. 
Dem einen oder anderen sind Mochi sicherlich ein Begriff: Japanische Reiskuchen, für die gedämpfter Klebreis ordentlich mit einem Hammer verkloppt werden muss – das zumindest ist der traditionelle Weg. Heutzutage übernehmen das Maschinen, und wenn man selbst Hand anlegen will, kann man das auch bequem mittels Klebreismehl tun. Das habe ich mal versucht, und mich danach auf den Kauf von Fertig-Mochis spezialisiert.

Aber hier wollte ich ja gar keine Mochi machen, sondern Milchreis. Ich hatte gehofft, der Reis sei am Schluss etwas schlotziger, doch blieb er relativ (biss)fest, was wohl am Vollkorn lag. Das fand ich trotzdem sehr okay, ist schließlich gesund, schmeckt lecker und hält lange satt. Das Kompott ist variabel, ich mag Apfel-Ingwer sehr gerne (insbesondere mit meiner Geheimzutat Muskat!), aber Pflaumen oder Birnen oder Kürbis schmecken bestimmt genauso fein. 

Ich mache Milchreis übrigens in der Mikrowelle, weil ich keine Lust auf angebrannte Töpfe habe. Die Zubereitungszeit beträgt so ca. 45 Minuten, im Topf rund 1 1/4 Stunden. Das Kompott hingegen ist eine Sache von Minuten und kann sogar auf Vorrat gekocht und eingefroren werden.

Mochi-Milchreis mit Apfel-Ingwer-Kompott
Rezept für 4-6 Dessertportionen

Zutaten
für den Milchreis
200 g Vollkorn-Mochi-Reis
600 ml (Pflanzen-)Milch
Zucker nach Belieben (ca. 50 g)
1 Prise Salz

für das Kompott
2 Äpfel
Ingwer nach Belieben, frisch oder getrocknet, ein 0,5 x 0,5 cm großes Stück genügt
1 Prise Muskatnuss
etwas Wasser


Zubereitung
Alle Zutaten in einen Topf oder in eine Mikrowellenschüssel (Glas!) geben und kochen. Falls ihr im Topf kocht: Schön rühren, sonst könnt ihr den Topf nachher wegwerfen. Alles schon passiert. ...

Das Kompott könnt ihr noch machen, wenn der Milchreis so gut wie fertig ist: Die Äpfel sechsteln, entkernen und in Würfel schneiden. Zusammen mit dem klein gehackten Ingwer, der Prise Muskatnuss und 4-5 EL Wasser in einen Topf geben. Ein paar Minuten aufkochen lassen und den dann weichen Apfel mit einer Gabel zerstampfen.
Zusammen mit dem Milchreis (warm oder kalt) servieren und genießen.