Dienstag, 14. Februar 2017

Schnelle Streusel-Schnitten – Resteverwertung für Marmelade

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Das schrumpelige Stück Ingwer. Die keimende Zwiebel. Dieses eine, besondere Gewürz, das man sich auf irgendeinem Handmade-Markt gegönnt und doch nie benutzt hat. Viele Rezepte werden aus der Not heraus geboren, im Sinne der Müllvermeidung (Neudeutsch: Zero Waste) nichts verkommen zu lassen, sondern aufzubrauchen. Koste es, was es wolle.
Die unromantische Hintergrundstory zu diesem Rezept: Die Marmelade muss weg. Viel Marmelade muss weg. Alles muss raus, auch diverse Mehltypen und Zuckerarten, Hülsenfrüchte und Obst in Dosen, Pasta in allen Formen und Farben – denn die neue Küche kommt. Und wenn sie kommt, soll wenig im Weg rumstehen. Und von Marmelade (bezeihungsweise Konfitüre, jaja, ich kenne den Unterschied, aber ich sage trotzdem Marmelade!) habe ich nun einmal besonders viel im Speicher.

Habt ihr auch das Problem, dass sich über die Jahreszeiten so viele Marmeladen- und Konfitürengläser bei euch anhäufen, dass ihr kaum hinterher kommt? 

Im Frühling gibt's Erdbeer-Rhabarber-Aufstrich und Holunderblütengelee, im Sommer mache ich mich über alle Beeren her, die nicht schnell genug von den Sträuchern fallen und im Herbst über Kürbis und Quitten. Und weil frische Marmelade einfach am besten schmeckt, quillen die Schränke über, obwohl ich bereits viele Gläschen verschenkt habe. Bleibt also nur noch die Resteverwertung übers Backen.

Mein Rezept für die schnellen Streuselschnitten ist zwar nicht revolutionär, das weiß ich, aber das Ergebnis so lecker, es musste einfach auf den Blog. Voll einfach, voll gut, voll schnell. 
Auf den Fotos seht ihr übrigens Johannisbeergelee. Lustig ist es auch, mehrere, verschiedenfarbige Sorten zu mischen und daraus so eine Art Rainbow-Streuselboden zu machen. Versuche ich vielleicht beim nächsten Mal.

Und: Wenn ihr die Streusel anstatt mit Butter mit Margarine macht, ist der Kuchen sogar vegan. 

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Schnelle Streusel-Schnitten mit Marmelade
Rezept für ein Blech (ca. 30 x 30 cm)

Zutaten
250 g weiche Butter oder Margarine
175 g Zucker
225 g Weizenmehl, Typ 405
75 g Vollkornweizenmehl, alternativ: insgesamt 300 g Weizenmehl, Typ 405
100 g gemahlene Mandeln
300 g Marmelade nach Wahl
100 g Mandelblättchen

Zubereitung
Den Backofen auf 175° C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Butter und Zucker mit dem Handrührgerät verrühren. Mehl und Mandeln hinzugeben und mit den Händen schnell zu einem krümeligen Streuselteig verkneten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und 2/3 des Streuselteiges dazu benutzen, einen Kuchenboden zu formen: Dazu einfach in einer Ecke des Backblechs anfangen und die Streusel fest auf den Boden drücken. So könnt ihr euch langsam vorarbeiten. Der Boden sollte relativ dünn bleiben.
In den Ofen geben und 10 Minuten vorbacken. Dann herausnehmen, fünf Minuten abkühlen lassen und die Marmelade darauf verteilen. Unter die restlichen Streusel noch die Mandeblättchen kneten, die Streusel auf den Kuchen geben und in 15 – 20 Minuten fertig backen.

Kommentare:

  1. Deluxeart der Resteverwertung würde ich sagen. Ich sag nur: Yummy! Liebe Grüße, Wiebke

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  2. Liebe Christina,

    ich stimme dir absolut zu: Viele Rezepte entstehen auch bei mir aus der Not heraus - irgendwas muss weg oder ich habe auf einmal ganz schrecklichen Appetit auf eine ganz bestimmte Sache. Und dann muss sofort ein gutes Aufbrauch- bzw. Umsetzmittel her! :D

    Bei mir und Marmelade oder Obstmus ist das genau dasselbe - nur nicht mit gekauften, sondern sogar selbst hergestellten Versionen, die sich halten und halten und halten...Bis sie dann irgendwann in irgendeiner Hefeschnecke landen. Oder auf einer Schnitte - deine hier sehen übrigens ganz fantastisch lecker aus! :)

    Liebe Grüße
    Jenni

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    1. Hallo Jenni,
      ja, so ist es wohl. Bei mir sind es nicht nur selbstgekochte Marmeladen, sondern auch die von meiner Mutter, die ich mir manchmal schnorre... und die halt mit den Jahren auch nicht besser werden. Aber durch die Streuselschnitten habe ich jetzt erstmal gut durchgelüftet. ;-)

      LG,
      Christina

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  3. Hihi. Ich kenne das mit den vielen Marmeladen. Ich habe eine Zeitlang so viele Marmeladen eingekocht, dass ich mit dem Essen gar nicht mehr hinterherkam. Da musste ich mir dann tatsächlich einen Einkoch-Stopp auferlegen! Außerdem versuche ich, die Anzahl der geöffneten Marmeladengläser im Kühlschrank auf maximal 3 zu beschränken und erst dann eine neue Sorte anzubrechen, wenn die alte aufgebraucht ist. Das klappt tatsächlich erstaunlich gut. Aber Deine Streusel-Schnitten lachen mich auch ohne Reste-Marmeladen sehr an... yummy!

    Liebe Grüße!

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    1. Same here – aber bei uns ist es mittlerweile so, dass wir kaum noch Marmelade essen, ich aber immer noch liebend gerne welche koche. Das geht irgendwie nicht auf. :D

      LG!

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